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Thema: Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

    ???

    Gibt es die?

    Verfassen wir einen gemeinsamen Text über unsere gegenwärtigen Aufgaben. Wir Schreibenden haben dafür Sorge zu tragen, daß...
    Wir haben uns nur um uns selber zu bekümmern...
    Was kehrt mich fremdes Elend?
    Es schreibt sich so aus mir heraus, woher soll ich wissen, was ich da schreib?!
    Ich schreibe, was ich erlebe; reflektieren? Vergiß es!
    Schreiben ist Ergebnis der gesellschaftlichen Prozesse, bestenfalls Ergebnis eines Unterhaltungsdranges, nichts Bedeutsames mehr oder anders.

    Wer hat noch Spickzettel?

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

    Schreiben ist Möglichkeit an sich. Eine Kategorie also. Früher hätte man gesagt...
    ...ja das Schreiben hat etwas Metaphysisches an sich, birgt es gebürt es, solange Du es nicht verbirgst.
    Schreiben ist auch Dehnen der Zeit ins Unendliche. Wer schreibt, bleibt. Bleibt wo? In seiner Zeit, in der Dehnung des Moments. Da mag das Produkt dann manchmal weniger Relevanz haben als der Prozess.
    Schreiben ist Not und Freude, Angst und Befreiung gleichzeitig.
    Schreiben tut weh, muss weh tun, muss Wehes tun. Wehen.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

    Wir Schreibenden haben dafür Sorge zu tragen, daß...

    der Lesende in irgendeiner Form berührt wird. Wenn er unseren Text liest, muß er lachen, weinen, nachsinnen, gespannt sein, schockiert sein,... Das ist das, was der Schreibende vermag, manchmal, mehr kann er nicht. Alles weitere, nämlich wenn im Idealfall aus der Berührung Bewegung wird, liegt nicht mehr in seiner Hand.

    Wir haben uns nur um uns selbst zu bekümmern...
    wenn wir den Leser nicht erreichen wollen und nur für uns selbst schreiben. Der Schreibende muß sich für andere interessieren, das ist Grundvoraussetzung.

    Was kehrt mich fremdes Elend?

    Klingt es nun allzu zynisch, daß dem Schreibenden, fremdes Elend sehr interessiert, weil es Texte liefert? Wir DÜRFEN aus dem Elend Geschichten stricken, gleichzeitig liegt da die Chance der Literatur. Wenn wir imstande sind, Berührung zu erzeugen, so kann ein Elend mehr sein als nur die Statistiken, die wir Tag für Tag in den Medien aufgetischt bekommen.

    Es schreibt sich so aus mir heraus, woher soll ich wissen, was ich da schreib?!

    Es schreibt aus mir heraus, ich muß wissen, was ich da geschrieben hab!

    Ich schreibe, was ich erlebe; reflektieren? Vergiß es!

    Wie will man schreiben, wenn man nicht fähig ist zu reflektieren? Wir sollten jede Handlung und jedes unsere Worte immer und immer wieder in Frage stellen. Nur so kann Entwicklung stattfinden. Das gilt aber für jeden Menschen, nicht nur für Schreiberlinge. Schreiben ist der Spiegel MEINER Seele.

    Schreiben ist Ergebnis der gesellschaftlichen Prozesse, bestenfalls Ergebnis eines Unterhaltungsdranges, nichts Bedeutsames mehr oder anders.

    Ich will, daß es was bedutsames ist, und glaube auch, daß es das sein kann. Aber es ist auch einfach Unterhaltung, das widerspricht sich bei mir nicht.

    bis denne
    tt

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

    Mein Schreiben ist die Möglichkeit, purzelnde Gedanken durch die Bremskraft eines blöden Kugelschreibers langsam auf ein unschuldiges Blatt Papier zu bannen.

    Und dafür mußten Bäume sterben.

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

    schrei: ben

    schreiben und verbleiben ist vorbei und sich die freiheit einverleiben durch schreiben unmöglich aber auf der suche nach einem verlorengegangenen wort findet sich manchmal hinter glasscheiben manchmal absurd und manchmal sinnlos und stillschweigend ein schrei: ben!

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

    Hier, bei der Mitte des Schreibers,
    ist die Mitte der Welt.
    Hierher dringen Geschrei und Geschwätz,
    und der Tod wird nicht mehr sein,
    wie die Welke Blume, die Lieder der Zeit.
    Hier schreibe ich mir alle Klagen ins Herz,
    schlafe, und schütt mir das kalte Bier
    die Kehle hinunter. Die Mitte der Welt.
    Hierher ist sie getan.

  7. #7
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    AW: Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

    Träume sind wie das Meer für die Gedanken,
    die wie glutrote Fische am Himmel fliegen -
    ich werfe meine Angel aus und versuche den ein oder anderen zu erhaschen, um ihn dann lecker für alle zuzubereiten - das ist die kunst - nicht zu vergessen, daß das Auge mitißt - auch das Ambiente muß stimmen, der Wein, die Musik und Kerzenschein... -
    Mahlzeit!

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

    Übrigens fehlt bei den Überlegungen noch in ganz entschiedenem Maße die Beantwortung oder überhaupt das Aufwerfen der Fragen, 1. in welcher Sprache das Schreiben stattfindet, 2. wie man/frau mit der Sprache umgeht und 3. was beim Umgang mit Sprache, beim gezielten also des Schreibens alles verlorengeht, verlorengehen kann. Wobei ich geflissentlich die Hackebeilchen-Spuren eines Lektors erstmal nicht betrachte, sondern eher das Messer im Kopf, das sprachliche, das Beckmesserische eines jeden schaffenden, schreibenden Individuums.

  9. #9
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

    schreiben ist selten.
    lesen noch mehr...

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Redeentwurf I

    Redeentwurf I

    Ja, wir sind mitfühlenden Herzens für die Menschen, die leiden müssen, an sich, an der Welt, an den Zuständen. Wir meinen es gut. Aber sind wir auch gut?
    Unsere Sprache wächst aneinander. Wir zeigen uns unsere Fehler, reden miteinander, kommunizieren. Wir vermitteln einander. Wir haben eine Fähigkeit, das vorweg. Wir können Dingen Namen geben. Diese Namen teilen wir einander mit. Dann streiten wir, ob die Namen auch Entsprechungen sind. Dann reden wir mit den Entsprechungen, die zumeist einen eigenen Gedanken in den Raum werfen und sich gerieren. Dann aber haben wir eine Vermittlung gefunden. Wir reden übers Klischee, übers Schöne, reden über Not und Faschismus, über das Schreiben als Tätigkeit, aus einer Not heraus, aus einer Langeweile, aus einem Bedürfnis, sich selbst Herr zu werden oder zu sein. Wir reden über Sebnitz und Genmanipulation, Rockmusiker, über die Weinlese in Andalusien oder über Scharfgebratenes, wir reden über Kafka, Kinderschänder oder Spaziergänge. Es ist das Leben selbst, dem wir durch einen Formvortrag Halt und Gestalt geben wollen. Die Form aber ist uns Zwang, um uns mitzuteilen. Sie muß mehr Zwang sein als die mündliche Verbundenheit im Gespräch; wir haben vorerst nur die Mattscheibe, die wir angaffen und hinter ihr doch ein Gesicht mutmaßen, das wir gelegentlich gut zu kennen glauben.
    Unser Schreiben ändert sich durch Vergessen, Laune und auch auf makrotischem Wege, durch den Mythos, den wir immer selbst initiieren müssen, um gegen das Vergessen anzukommen. Das ist der größte Feind, die Gleichgültigkeit gegenüber dem Gewesenen und Seienden. Den Tod kann man durch Glauben überwinden, durch den an eine Wiederkunft, an Spuren, die man findet von den Altvorderen, aber die Gleichgültigkeit läßt sich nicht überwinden, weil Jahre und Jahrzehnte der Trübsal vorangegangen sein müssen, Stumpf- und Trägheit des Herzens müssen vorangegangen sein und sind nur durch ein wirkendes Miteinander zu überwinden.

    Wir sind die Intentionierten, wir sind verantwortlich für den Abtrieb des Wortes aus den lichten Höhen, den Auftrieb aus den modrigen und dunklen Erdtiefen, wo's gar wenig schmeckt, doch aber jeder Geschmack herkömmt. Mit unserem Geschreib produzieren wir einen Sinn der Weltwahrnehmung, wir entwickeln Assoziationen im Lesenden, in uns selbst, wir schnappen auf, was die Menschheit erbte, wir geben zurück an die Lesenden, an die Hörenden. Und damit schließe ich.

  11. #11
    Tochter aus gutem Hause
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    Redeentwurf I

    Wenn Du Dieses, auch Jenes so am Samstag im Saurüssel vorträgst, erntest Du große Augen, verständnisvolles Nicken und ein tiefempfundenes Sehnen nach dem nächsten Gang aus der Küche, nach etwas real Schmeckbarem!
    Großer Gott Robert (wir loben Dich ja), aber Du sprichst in einer niederbayrischen Wirtschaft und nicht in der Frankfurter Paulikirche. Außerdem wird ähnlich Bedeutendes auf fast jeder Vernissage verzapft, das kennen wir schon. Sei originell, Ursprung, red, wie nur Dir der Schnabel gewachsen, laß die Sau aus dem Rüssel,und Deine Gäste werden Dich lieben.

  12. #12
    Liz
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    Redeentwurf I

    Hoffentlich kommt die Rede nicht auf nüchternen Magen, bitte vorher mit Koch absprechen. Zumindest sollte der Blutzucker der Gäste nicht unter 65mg/dl liegen, sonst fallen sie nach dieser Anstrengung ins Koma.
    Kurz und gewichtig, dann charmant überleiten zu einem hochgeistigen, aber doch geselligen Abend. So könnte ich mir das vorstellen.

  13. #13
    Tochter aus gutem Hause
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    Redeentwurf I

    Wenn das ein Redeentwurf für Samstagabend sein soll und nicht für ein statement in aspekte, falls die eine Redakteurin schicken oder 3sat, dann fehlt mir darin aber noch ein schwungvoll übergehender Bogen, gespannt vom Forum zu Buchproduktionen. Ein hinweisendes Defilee der Gedanken des Forums, kurz und prägnant, ohne Verlagsziele und so, um dann die Kurve zu kriegen, dass wir Bücher machen wollen, gute für gute Leser, für liebe Leser, für ein liebes geschätztes Publikum. Zwischen den Gängen mag sich immer mal wieder ein Redner einfinden, der Hannemann dankt, denn wo wären wir wohl am Samstagabend ohne ihn.

  14. #14
    Tochter aus gutem Hause
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    Redeentwurf I

    Zur Situation: Als Klammer das BUCH erstmals in Händen hielt, brach er in Freudentränen aus. Nach 2,75 Stunden ununterbrochenen Flennens sprach ich zu ihm:" Oh Freund Klammer, trockne Deine Tränen, ich habe nämlich Hunger!" Doch selbst während des kargen Nachtmahls ließ er nicht ab von diesen wundervollen Seiten, presste das Werk wie ein Kind, sein Kind an sein Herz. Wahrscheinlich wird er heut Nacht darauf schlafen.
    Es war schlichtweg schön...das Buch auch. Also Robert streng Dich an. Adäquat.

  15. #15
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Redeentwurf II

    Verehrte Damen, geehrte Herren! Liebe Kinder!

    Ich bin der Lektor des Buches.

    Man hat mich ja schon gewarnt, ich solle keine Aspekte- oder Pauluskirchenrede halten. Ich hätte aber nicht übel Lust dazu, schließlich geht es beim Büchermachen nicht ums Machen, sondern ums Buch. Und in jedem Buch west eine Idee, die es trägt und im Buch Form wurde. Das kann ohne Lust nicht erfolgen. Schreiblust, Redelust, Mitteilungsbedürfnis, Plappermäulchen und Schwatzliesen gleichermaßen Wesenskern. Exhibitionismus. Kennt jemand von den Anwesenden dieses Wort? Es bedeutet, sich selbst zur Schau zu stellen. Sich zu vermitteln, in die Mitte zu stellen. Na ja, es bedeutet aber auch, mittelmäßig zu sein.
    Darauf die Becher! Singen wir das Loblied der Mittelmäßigkeit!

    Ich unterscheide gern zwischen Dichter und Schriftsteller. Der Unterschied ist evident: Dichtern kann ich nicht helfen, denn sie singen das Loblied ihrer Phantasien, im günstigsten Falle sprechen sie mit Gott und teilen uns dann Seine Absichten mit. Der Lektor ist der natürliche Feind des Dichters, denn er prüft das Gewort. Und ich bin gierig auf immer neue Dichterlein, die goutieren mein gusto, die schmeck und riech ich meilenweit. Ich lock sie an mit Versprechungen, selbst einmal Mittelpunkt und mittelmäßig zu sein. Und sie fallen zumeist drauf herein, denn in Wirklichkeit, in Wirklichkeit wollen sie von ihren Dichterthronen erlöst werden, wollen heimgeholt sein in die Notdurft eines beschnittenen Textes, der in einem Buch, auf einer Seite ihrer Unbündigkeit Ma? gibt. Der Dichter ist gierig darauf, von anderen verstanden zu werden, nicht von vielen anderen, aber doch von einigen Ausgesuchten, die ihn begleiten können in den Sphären seines losgelaßnen Geistes.
    Einem Schriftsteller kann ich helfen; ich kann aus seinen Einwürfen in die Sprache Sätze bilden, herausschlagen und sie in einem Buch zusammenbinden lassen. Die Worte sind dann eingesperrt und werden erst wieder lebendig - animieren nennt man das wohl -, wenn ein Leser sich findet und den Verschluß des Buches öffnet, die Worte seiner eigenen und zumeist minderen Phantasie vorstellt, die sich artig beugt und den Schriftsteller vielleicht willkommen heißt.
    Vielleicht, wenn der Lektor eine Vermittlung zu den anderen Menschen herstellen konnte, die eine Sprache - zuweilen - sprechen.

    Und jetzt rede ich doch eine Pauluskirchenrede.

    Kurz gesprochen. Das ist alles Vorspiel. Dann kommt ein Mann wie Hans-Dieter Heun des Wegs und sagt: "Das ist ja alles schön und gut, aber kann man davon leben?"
    Und ich sage auch heute noch, nein, aber mir geht's gut. Ich lege sogar noch einen drauf: "Es ginge mir schlechter, wenn ich so arbeiten müßte, daß ich davon 'leben' kann, was immer das heißen mag." Und er: "Dann laß uns doch mal ein uns beide befriedigendes Produkt herstellen, eine funktionierende Zelle schaffen, vielleicht können wir so andere teilhaben lassen."
    Und dann machten wir los, ließen Fremde ein in unsere Welt, setzten ihnen ein Thema vor, damit der Rahmen gesetzt würde. Und sie nahmen's an. Texte flossen virtuell zu mir; ich las, freute mich und formulierte meine verhaßten und aufbauenden Kommentare: grottenschlecht, übel, geh spielen, streichen streichen streichen, genauer, mehr davon usw. Dabei habe ich doch immer nur das Wohl des Gesamten immer vor Augen!

    Das Glück und einige Scheinchen brachten uns zu Thomas Becker, der kongenial - und das bitte ich jetzt wörtlich zu verstehen - illustrierte. Zu illustrieren bedeutet - wieder ganz wörtlich -, etwas ins Licht zu setzen. Hier, die Worte eines Dichters und mehrerer Schriftsteller ins Licht zu bringen. Wort und Bild geben eine Einheit.

    Und jetzt seht unser Produkt, es ist schön geworden. Meine Arbeit ist getan. Jetzt seid ihr dran, ihr, meine lieben Zuhörer, die ihr noch nicht eingeschlafen seid. Kauft oder erwerbt es, lest und freut euch an den Worten, an den Bildern, an dem, was ich Anregung nennen möchte.
    Einen Erfolg möchte ich das Buch nennen, wenn es den Leser in Freiheit setzt, wenigstens ein bißchen gefällt, womit wir beim Eingangsthema der Rede wären, Exhibitionismus und Gefallsucht.

    Ich wünsche einen schönen Abend.
    .

  16. #16
    rodbertus
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    Redeentwurf I

    eine schlechte zeit für literatur, eine gute für romane, krimis und sachtexte.

    es fällt mir auf, wie wenig die politische ruhe, das verharren in einem leblosen zentrum, die literatur belebt. da waren die zeiten der diktaturen, die der schlächter, die der furien des verschwindenlassens, weitaus enervierender für die phantasten des wortes. die deutsche literatur im speziellen west in einem gespinst, aber sie west immerhin noch. aus amerika ist wohl nichts mehr zu erwarten, andernfalls wäre schon längst mehr als der alte mann im meer, ein südstaatenmelodram neben dem anderen oder hopper- und unterwegsromantik ohne substanz gekommen; england hat sich überlebt. frankreich vielleicht, dort ist noch einiges im busche. rußland jedenfalls wird und tut auch noch. dort hat sich wenig im naturell verändert, gerade auch der stalinismus war im grunde konservativ.
    und wir? wir volk, reich an gedanken und arm an taten, leben wir noch in dichters reich der phantasie?

  17. #17
    Kurzvormabschussiger
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    Redeentwurf I

    lichtgrammatik contra bodystyling.
    und doch so schöne futur IIs wie: du opfer!
    ein wille zur post factum magie
    das schattenwort lebt noch. zumindest in meinem kunstlabor.
    unsere aufgabe wäre, füdie sprachlosen... nicht für die sprechkonsumenten.
    auf dass die gequälten und die gelangweilten zueinander fänden, eine hochpolitische vision. sie gelingt hier im wolkenstein. hier gelingt, was draussen nicht gelingt. lichtgrammatik.

  18. #18
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Rede über die gegenwärtige Literatur - Materialsammlung

    Machen wir uns nichts vor: die Menschen lesen viel wie nie zuvor, aber sie lesen kaum noch Literatur.

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