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Thema: Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

    Komm und lass mich Dir eine Geschichte erzählen aus fernen Tagen und aus einem andern Land, in dem es einen wunderbaren Blumengarten einst gab.

    Es war einmal ein wunderbarer Blumengarten, in dem wuchsen die allerschönsten der schönen Blumen dieser Welt. Da gab es Rosen sowieso, in ihrer Farbenpracht und Vielfalt unübertroffen und da gab es die wundervollsten Orchideen, die man sich nur vorstellen kann. Es waren aber auch noch viele andere Blumen in dem Garten, Feldblumen, unter ihnen der rote Mohn, Sonnenblumen, mit ihren goldgelben Blättern und Gladiolen, die Blumen der späten Augustabende und viele, viele mehr. Sie alle jetzt aufzuzählen, nein, das hält auf, denn die Geschichte handelt ja nicht nur von den Blumen, sie erzählt Euch, wie diese Blumen gepflegt werden müssen, wie sie auch bewacht werden müssen, wie sie zu aller erst aber behandelt werden müssen, damit sie sich wohl fühlen und in ihrer prachtvollen Schönheit gedeihen können.
    Aber fangen wir ruhig mal mit dem Anfang an. Denn es waren die zarten Elfen, die diesen Blumengarten angelegt haben. Einmal, als ihre Königin sehr krank war, es stand schlecht um sie, wirklich, da machten sich die Elfen auf, verließen ihren Wald, um in einem fernen Land, Rat und Hilfe zu suchen. Nun, nicht alle Elfen gingen auf diese Reise, es waren nur die Klügsten und Mutigsten, die sich auf eine solch gewagte Reise einlassen konnten. Was sie alles auf dieser Reise erlebt haben, möchtet Ihr wissen? Nun, das ist eine andere Geschichte, die will ich das nächste Mal erzählen. Heute geht es ja um den Blumengarten, nicht wahr?

    Die tapferen, kleinen Elfen kehrten jedenfalls mit einer Zauberwurzel in ihr Elfenreich zurück, und mit Hilfe dieser Zauberwurzel wurde ihre Königin auch recht bald wieder ordentlich gesund.
    Nachdem die Elfenkönigin wieder gesund und kräftig geworden war, rätselten die Elfen, was sie wohl mit der wertvollen Zauberwurzel anfangen sollten, die ja schließlich das Leben ihrer kranken Königin gerettet hat. Nun, zurückbringen konnten sie sie nicht mehr, der Weg war doch zu beschwerlich und die Reise viel zu abenteuerlich. Sie kamen schnell überein, dass sie die Wurzel nicht nur behalten wollten, sondern auch in Ehren halten und pflegen wollten, falls noch einmal eines von ihnen schwer erkranken sollte.
    Zunächst gingen sie daran, einen geeigneten Platz zu finden; die Wurzel sollte es gut haben bei ihnen, sie sollte einen Platz haben, der regelmäßig vom Mond beschienen würde, der aber auch am Tage genug Sonne erhält, der aber auch geheim genug sein musste. Schnell kam ihnen die Idee, ihre alte Tanzwiese zur Aufbewahrung der Wurzel herzurichten. Beim nächsten Neumond gingen sie ans Werk. In der Mitte der Wiese gruben sie ein kleines Loch, in das sie die Wunderwurzel steckten und halb nur mit Erde bedeckten, sodass ein kleiner Teil noch aus der Erde herausschaute.
    In der Zeit, die bis zum nächsten Vollmond vergehen sollte, gab es immer mal wieder das eine oder andere neugierige Elflein, das sich zur Tanzwiese schlich, um nach dem Stand der Wunderblumen zu sehen. Was sie dort sahen, verrieten sie schnell ihren Elfengeschwistern und so kam es, dass bei der nächsten Vollmondnacht schon alle Elfen wussten, was sie auf der Wiese sehen würden. Als sie beim nächsten Vollmond wieder auf ihre Tanzwiese traten, um wie gewohnt ihren lieblichen Elfenreigen zu tanzen, bemerkten sie sofort das kleine Wunder, das sich inzwischen ereignet hatte. Rings um die Wurzel herum waren zarte Blumensprösslinge gewachsen. Es waren unterschiedliche Blumen, das erkannten die Elfen sofort, und das Wunder bestand darin, dass all diese kleine Blumen für gewöhnlich zu den unterschiedlichsten Zeiten wachsen, hier aber waren sie alle zur selben Zeit erstanden. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie die Elfen in dieser Nacht fröhlich um ihre kleinen Blumensprösslinge tanzten. Denn Elfen mögen ja Blumen, sie verstecken sich zuweilen auch in ihnen. Besonders aber mögen sie solche Blumen, die nun gar nicht auf einmal alle nebeneinander wachsen können.

    Betört und gefangen von dem Duft des Wundergartens tanzten die Elfen in dieser Nacht ein wenig länger und auch der Mond, so schien es jedenfalls, hatte ein Einsehen und schien ein wenig länger in dieser Nacht.


    Voller Sorge um den schönen Blumengarten rief die Elfenkönigin am nächsten Morgen ihre Elflein zu sich. Sie müssten nun beraten, wie sie ihren Garten schützen und pflegen sollten, denn eines war gewiss: sie wollten auf jeden Fall, dass ihre Blumenpracht, die sie ja der Wunderwurzel zu verdanken hatten, nicht gefährdet werden sollte. Es kann böse regnen manchmal, sagten einige, manchmal kann auch Hagel vom Himmel fallen, der alle Blütenkelche zerstört, sagten andere. Und manchmal, im Winter, kann Schnee ganz lange auf den zarten Blättern liegen bleiben, befürchteten andere. Was sollen wir nur tun, stimmten wieder andere Elflein an, wenn gar böse Tiere unsere duftenden Blumen fressen wollen, ach es ist so schrecklich, was alles passieren kann, und unsere Blumen sind doch so schön.


    Ihre Königin aber wusste Rat. Wir müssen warten, sagte sie, bis wir einen guten Menschen finden, der unseren Blumengarten pflegt und uns hilft, ihn zu schätzen. Einen solchen Menschen werde es bestimmt geben, alle Elfen müssten nur geduldig warten, bis eines Tages jemand kommt, der der Richtige ist. Als die Königin so sprach, wurden einige Elfen noch etwas trauriger, denn sie wussten, dass sie sich nur ganz selten den Menschen zeigen durften. Und wie sollten sie, wenn sie sich einem Menschen zeigten, dann wissen, ob das genau der richtige für ihren schönen Blumengarten sei? Die jüngeren Elfen aber vertrauten ihrer Königin und waren erst einmal nicht mehr ganz so zweifelnd.

    So gingen von nun an die Elfen immer sehr hoffnungsvoll zu ihrem Garten. Denn inzwischen war aus der anfänglichen Blumenwiese schon ein großer Blumengarten geworden. Sie verweilten mitunter tief träumend bei den zartesten Blütenkelchen und beobachteten mit sanften Blicken die Bienen und großen Hummeln bei ihren Flügen und Landungen in den wunderschönen Blüten. Selbstverständlich blieben sie für die Menschen immer unsichtbar, aber es kamen selten auch Menschen vorbei, denn ihre große, alte Tanzwiese lag sehr versteckt mitten in einem tiefen Wald.

    In einer der schönen Vollmondnächte des Sommers, es war so Mitte August, war es einmal wieder soweit, und alle Elfen versammelten sich mit ihrer Königin zum großen Elfenreigen. Der helle Mondenschein machte die Elfen allesamt sehr leicht und beschwingt, sodass sie leicht wie Schneeflocken um die Blüten der wunderschönen Blumen schweben konnten. Als die Blumen diesmal den zauberhaften Elfengesang vernahmen, öffneten sie vorsichtig ihre Blütenkelche und ließen sich ebenfalls ein wenig von dem zarten Mondlicht verwöhnen. Der Tanz dauerte bis in den frühen Morgen, als langsam die beginnende Morgenröte das blauzarte Mondlicht schon längst abgelöst hatte. Fast alle Elfen hatten sich auch schon wieder in die umliegenden Sträucher und Beerenhecken und sonstwo hin zurückgezogen. Nur ein kleines Elflein war noch ein wenig verträumt zurückgeblieben. Es konnte sich von dem Anblick der vielen schönen, bunten Blumen nicht trennen, besonders als diese sich im frühroten Licht des beginnenden Tages erneut in voller Pracht zu öffnen begannen. Das kleine Elflein schwebte behutsam von Blüte zu Blüte als wolle es jede einzeln in dem neuen Tag willkommen heißen.

    So bemerkte unser kleines Elflein auch den alten Mann nicht, der sich in dieser frühen Morgenstunde dem wunderbaren Blumengarten näherte. Es war kein Wanderer, der eilig durch den Wald wandernd ein bestimmtes Ziel zu erreichen suchte. Nein, es war ein weiser, alter Mann, der seinem Leben in dieser frühen Morgenstunde einen neuen Sinn geben wollte, indem er hinaus gegangen war in die Natur, um dort den Sonnenaufgang in aller Ruhe zu genießen. Als er in dieser Morgenstimmung die ehemalige Tanzwiese der Elfen betrat, die sich mittlerweile in den schönsten Blumengarten der Welt verwandelt hatte, wusste er sofort, dass er Zeuge eines Wunders geworden war und blieb in Ehrfurcht und vor Glück gleichzeitig stehen. Seine so geöffneten Augen sahen selbstverständlich nach einiger Zeit auch das kleine verträumte Elflein. Und da der Mann schon sehr lange an die Existenz der Elfen glaubte, noch niemals zuvor jedoch eines auch nur gesehen hatte, wurde er noch ruhiger und vorsichtiger und atmete den Duft des Wunders genussvoll ein und wieder aus, ja es schien, als werde er eins mit den Blumen allen, die ihn umgaben.

    Als das verträumte Elflein nun aber den Mann sah, erschrak es nicht wie üblich und suchte auch nicht, sich hinter einem Blumenstengel unsichtbar zu machen wie es eine Gewohnheit unter den Elfen allemale war. Nein, es fasste sofort Vertrauen, als es die Gestalt des Mannes erblickte. Er trug keine groben Wanderschuhe, sondern solche aus feinem und gepflegtem Leder, auch war seine Kleidung sehr sauber und ordentlich und sein Gesicht zeigte die furchenden Spuren des Alters. Besonders aber liebte das Elflein sofort seine großen Augen, die seinem Gesicht einen weisen und milden Ausdruck gaben. Lange Zeit beobachtete das Elflein den Mann und sah, wie er Freude an den Blumen hatte, ja wie er sogar ihren Duft aus- und einzuatmen schien. Wenn er einer von uns wäre, dachte das Elflein, könnte er jetzt schon über dem Boden tanzend schweben, so sehr hat er sich von dem Zauber des Gartens anziehen lassen.
    Der Mann schaute das Elflein an, mild und lächelnd. Das Elflein erwiderte den Blick des Mannes und lächelte ebenfalls, wobei es sich das übliche Kichern verkniff, denn irgendwie war es von der Erscheinung dieses Mannes ergriffen. Lange sind sich so ihre Blicke begegnet. Selbstverständlich wagte es der Mann nicht, das Elflein anzureden, denn er wusste, wie scheu diese zierlichen Wesen doch sind, und seine alte Stimme würde das Kleine gewiss in Furcht versetzen. Er spricht nicht, dachte aber das Elflein. Komisch fand es dies, weil Menschen doch immer munter drauf lossprechen, gerade auch wenn sie durch ihren Elfenwald wandern. Ob ich ihn wohl anreden soll und fragen soll, ob er unseren Blumengarten beschützen und pflegen will? Nun blickte sich das Elflein um und merkte zum ersten Mal, dass es ganz allein war und dass die Morgenröte schon lange die ganze große Wiese in ein wundervolles Licht getaucht hatte.

    Das kleine Elflein war mit einem Male sehr fröhlich, denn es wusste nun, dass Drago die Bitte der Elfen nicht abschlagen würde, sich um den wunderbaren Blumengarten zu kümmern.
    „Erschrick nicht, kleines Elflein,“ sprach der Mann, „ich bin Drago und bin hier hinaus gekommen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Dabei bin ich auf diese wunderschöne Blumenwiese geraten und wundere mich...“ Drago sprach sanft und leise und seine Stimme hatte etwas Zauberhaftes an sich, das das kleine Elflein an viele alte Märchen von den Menschen erinnerte, die den kleinen Elfen immer vor dem Einschlafen erzählt werden. So fasste es schnell Vertrauen: „Das ist unser Blumengarten.. Er ist aus unserer Zauberwurzel gewachsen, die unsere Königin gerettet hat. Wir lieben den Garten und den Duft der vielen Blüten und tanzen hier am allerliebsten, manchmal auch etwas zu lange...“

    „Ja, und da hast Du wohl letzte Nacht etwas zu viel hier getanzt und hast nicht bemerkt, dass Deine Elfengeschwister alle schon schlafen gegangen sind, was?“ fragte Drago mit sanfter Stimme, musste dabei aber unwillkürlich etwas grinsen. Sein Grinsen flößte dem Elflein noch mehr Zutrauen ein und es bewegte sich sanft schwebend auf Drago zu. „Du, Drago? fragte es nach einer kleinen Pause. „Warum kannst Du uns Elfen sehen?“ Der Alte beugte sich zu dem Elflein herunter, hielt ihm seine Hand hin, damit es auf sie schweben konnte. Dann hob er seine große, braune und von tiefen Furchen durchsetzte Hand langsam an und hielt das Elflein vorsichtig in der Höhe seines Kopfes, um ihm in die Augen zu schauen. „Ehrlich gesagt, bist Du die erste Elfe, die ich sehe und mit der ich sprechen kann. Ich habe immer davon geträumt, mit Euch zu reden, denn ich liebe Euren Wald und ich sehe, wie Ihr Euch hier wohlfühlt. Weißt Du, kleine Elfe, wenn Menschen voller Liebe und Sanftmut sind und einen Blick für die Schönheit der Natur haben, dann, ja dann glaube ich, dass sie Euch immer sehen können.
    Das Elflein, das kleine, entschwand nun in eine große Brombeerhecke und ließ Drago staunend zurück. Natürlich staunte er über die Begegnung mit der Elfe und über den Garten, ja, er wusste nicht, worüber er mehr staunen sollte...überall diese wunderschönen Blumen mit ihrem angenehm süßlichen Duft, der selbst am frühen Morgen in den roten Strahlen der aufgehenden Sonne die laue Luft eines herrlichen Sommertages schon ahnen ließ. Aber Drago fragte sich auch, wer denn wohl die schönen Blumen alle pflegen würde, wer sie umsorgt, wenn es stürmt, wer sie beschützt, wenn Tiere an ihnen knabbern wollen. Ja, das müssten wohl die Elfen sein oder irgendein Zauber, der von ihnen ausgeht.

    Der alte Drago stand so schon eine Weile da, schauend und sich wundernd, als ganz allmählich, er traute seinen Augen kaum, viele, zauberhafte Elfen aus all den Hecken und Sträuchern ringsherum hervortraten und sich sanft über dem Boden schwebend, behutsam und vorsichtig ihm näherten. Damit er den Elfen nun nicht gar so viel Furcht einflößte, sie vielleicht ja auch verschreckte, setzte sich Drago vorsichtig in das Gras neben dem Blumengarten. Als er sich niederließ merkte er auch, wie zauberhaft weich das Gras war, fast wie Moos. Tautropfen hingen an den Grashalmen, benetzten Dragos Hände, als er sich abstütze. Der Alte hatte so eine Wiese und so ein Gras noch nicht erlebt und aus welchem Grund auch immer befeuchtete er seine Lippen mit dem frischen Tau, der an seinen Händen war. Wunderbar erfrischt fühlte er sich sofort, herrlich süß schmeckte dieser Tau von der Elfenwiese. Sein Gesicht verriet, dass ihm der Tau nicht nur schmeckte, sondern dass er Wohlgefallen daran fand.
    Die Elfenkönigin, mittlerweile unter ihrem kleinen Elfenvölkchen, sah die milde Freude im Gesicht des Alten und reagierte, indem sie ihr Völkchen anwies: „Schnell, Ihr Elfen, bringt ihm Becher mit frischem Tau zu trinken!“ Kaum hatte sie gesprochen, kamen auch schon zahlreiche Elfen herbei und brachten Drago den frischen klaren Tau in winzigen Kelchen. Drago erkannte diese liebe Geste der Elfen sofort und ergriff vorsichtig Becherlein um Becherlein, denn die aus Blütenkelchen geformten Becher der Elfen waren so klein zierlich, dass nach menschlicher Vorstellung gerade mal zwei oder drei Tautropfen hineinzupassen schienen. Nachdem Dragos Zunge mehrmals nun schon von dem süßen Tau gekostet hatte, leuchteten seine Augen noch freudiger und er begann sich zu bedanken: „Habt Dank, Ihr Elfen! Ich bin sehr glücklich am heutigen Morgen, weil ich dieses wundersame Ereignis erleben darf. Zum ersten Mal in meinem langen Leben sehe ich Euch Elfen. Dazu sehe ich einen solchen wundersamen und zauberhaften Blumengarten, und jetzt bringt Ihr mir auch noch kostbarste Tautropfen, wie ich sie in meinem Leben bisher noch niemals kosten durfte. Ich wünschte, es wäre immer so...“ Drago hatte diesen Wunsch kaum ausgesprochen, da erhob sich die Elfenkönigin und schwebte bis zu seinem Gesicht empor und begann zu sprechen:

    „Drago, alter Menschensohn, der Du weise genug warst, zu dieser Stunde hierher zu kommen und unseren wunderbaren Garten zu entdecken, Du kannst hier bleiben bei uns, wenn Du möchtest und jeden Morgen von nun an unseren Tau trinken und unsere Blumen betrachten. Wir mögen Dein mildes Lächeln und unseren Blumen wird Deine Anwesenheit ebenfalls gut tun. Nur müsstest Du uns dabei helfen, unseren Garten zu pflegen, ihn zu behüten und zu bewachen. Dann wären wir Dir dankbar, so wahr wir die Elfen des Waldes sind, denen diese Blumenwiese gehört.“ Sprach‘s und entschwebte wieder in die Mitte ihres Volkes.

    Und von jenem Tag an hütete Drago die Elfenwiese wie sein Leben, bewahrte das Geheimnis der Zauberwurzel und schützte die stets blühenden Blumen vor allen Gefahren. Bisher haben es die Elfen ihm mit einem lagen Leben gelohnt und damit, dass er bei Vollmond immer ihr Gast auf der Tanzwiese ist, wenn sie über die Blütenkelche schweben. Und vielleicht, ja vielleicht seht Ihr auch einmal diese Blumenwiese, wenn Ihr durch Euren wunderschönen Wald geht. Aber seid leise dann, verschreckt mir nicht die Elflein zu arg... und grüßt mir den alten Drago herzlich.

  2. #2
    Liz
    Laufkundschaft

    AW: Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

    Ein schönes Märchen, erinnert mich an Irland.
    Und wie man sieht, Elfen tanzen nun einmal gerne, es muß ja nicht immer Tango sein.
    Hab' Dank für die schöne Gutenachtgeschichte.

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

    Endlich mal wieder was ordentliches hier. Ich finde allerdings das du vor allem zu Beginn ein bißchen zu viel den Erzähler spielst, ein kleines "..ihr könnt euch sicher vorstellen..." hier und da mag ich gerne, aber hier ists zuviel. Es verhindert das Eintauchen in die Märchenwelt, um es mal so zu sagen. Und zum Ende ist der Name "Drago" sehr unangenehm... Erinnert mich an einen besoffenen Türsteher mit Bomberjacke...
    Das ändert natürlich alles nix daran das mir das Märchen sehr gut gefallen hat uisgeovid. 5 pkt..
    k.

  4. #4
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    AW: Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

    Bei Drago, lieber Kolja, fehlt nur noch ein "n", dann wird daraus ein recht wichtiger Bewohner des Märchenreiches, der manchmal auch Freund der Elfen ist, aber soweit wollte ich in diesem Märchen nun nicht schon wieder gehen. Mit dem Erzählerspielen hast Du vollkommen Recht. Auch das konnte ich in Märchen schon mal besser... Denken wir es uns halt ein wenig weg...
    Hab Dank, lieber Freund der phantastischen Geschichten, für Dein lobendes Rezipieren.
    herzlichst uis

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

    Wenigstens eine Spielebene zuviel, mein Lieber. Muß es Vollmond, Neumond, ein Blumengarten, goldgelb, zart und auch noch elfig sein?
    JA, es muß. Es sind die Elemente. Sind es Elemente oder nicht vielmehr Zartgesponnenes aus der Mottenkiste? Such neue Wörter und neue Wege zum Initiierung des Romantischen!

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

    hübsch gesungen, vogel. bei einem hübschen lied sind wiederholungen und längen nicht unbedingt ein nachteil, doch im internet finde ich kürze würziger. auch stören mich gelegentliche schludrigkeit und misstöne, besonders beim zeitengebrauch.

    zu meinem vorredner: du sprichst von dem initiierung, robert. müsste es nicht der initiation heißen, etwas, das sich generation für generation wiederholt?

    küsschen,

    a.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

    asmodai, es gibt ein Wort, eine Phrase Heideggers, das/die ich mir annahm, es/sie heißt "Initiierung des Vorbeigangs". Zwischen dem -ieren und der -ion bestehen gewisse Unterschiede, da hast Du schon ganz recht. Ich möchte den Prozeß als ebensolchen begriffen wissen, nicht als etwas Abgeschloßnes. Und, ja, die Initiation muß bei jeder Generation erfolgen, sonst bricht die Tradition entzwei udn geht verloren.

    Aber bleiben wir hier ein bissel inhaltlich:
    Träume und Phantasien sind doch wohl Begegnungen des unruhig waltenden Ichs mit dem Unnahbaren, eine kleine Ewigkeit begriffen und sich bewahrt. Ich spüre in Deinem Text, Uis, eine Suche nach diesem Augenblick, Du findest hier aber - merkwürdig genug bei Deiner Fabulierkunst - wenige gute Worte, sie wirken benutzt.
    Und diese Merkwürdigkeit... Halt, machen wir es konkret:
    1. Du lädst ein. "Komm und laß..." Ja, ein Geschichtenerzähler muß einladen, muß Platz geben und die Geschichten entfalten.
    2. Der Anfang ist wichtig, er muß Bekanntes mit Neuem verbinden. - Sprachen wir nicht über Novellen? Das Bekannte ist der Blumengarten, das wälzt Du aus, ohne Neues zu sagen, Du verdichtest hier nicht. Wenn Du aber am Anfang verdichten würdest, dann verlöre der Leser hier die Lust, denn ER will doch langsam hingeführt werden zu der eigentlichen Geschichte.
    3. Da haben wir die Elfen, die machen den Topos erst wirklich lebendig. Wäre es nicht besser, die Geschichte mit den Elfen (und ihrem Problem) zu beginnen, um dann den Leser in den Garten zu geleiten?

    Erst einmal ein paar Fragen, Uis.

  8. #8
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    AW: Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

    Lieber Robert,
    Du hast vollkommen Recht. Das Vorgeplänkel mit der Krankheit der Königin könnte auch irgendwo im Text kurz erwähnt werden, denn es ist ja eine andere, sehr eigenständige Geschichte. Dann wäre man nämlich wirklich sofort bei dem Blumengarten, hätte den Topos und geleitete den Leser zum eigentlichen Problem der Geschichte. In einer ruhigeren Zeit werde ich dieses Märchen umschreiben, gewiss, feilen lohnt sich hier, fühle ich. Es sei denn, es gibt andere Meinungen.

  9. #9
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

    "Eine nackte Prinzessin?
    Erzählen Sie keine Märchen,
    sagte der Zwerg." (W. W.)

    Lieber uisgeovid,

    du bist heute bereits der zweite Lyriker, dem ich auf einen Prosatext antworte. Vielleicht sollte ich doch noch anfangen, Gedichte zu schreiben. Du hast uns also ein "Kunstmärchen" (eigentlich ein Oxymoron) zur Diskussion gestellt. Das ist eine Literaturform, die ich eigentlich für ausgestorben erachtete; vor allem aus dem Grund, weil mir das gesamte Märchenschreiben nach Hauff, Andersen und vielleicht noch Wilde nur noch wie eine Fußnote zu den dreien erscheint.
    Aber das siehst du anders und auf deine Weise hast du damit sicherlich recht.
    Deine Geschichte vom Blumengarten ist ein traditionelles Märchen, ohne Zweifel. Die wenigen Flüchtigkeitsfehler, die der Text besitzt (häufige Wortwiederholungen innerhalb eines einzigen Satzes, ein paar falsche Bezüge, Dragos Name wird erwähnt, bevor er sich vorgestellt hat, Reminiszenzen an Vorbildautoren usw.) könnten problemlos ausgebügelt werden.
    Mein Problem mit dem Text ist auch ein anderes. An wen richtet sich dein Märchen? Wem erzählst du es? Ich habe dieses Märchen erst für mich gelesen, dann meinen Kindern (8 und 11 Jahre, also im besten mythischen Alter) vorgetragen.
    Sowohl ich als auch die Kinder blieben unberührt. Simon und Philipp, denen ich stundenlang aus Grimm oder den erwähnten Autoren vorlesen könnte, wurde nach der Hälfte fade und sie wollten lieber ins Bett gehen als weiter zuhören. Ich las den ganzen Text, zuckte mit den Achseln und das war es für mich. Wenn eine Geschichte für mich funktioniert hat, das gilt vor allem auch für Märchen, dann bleibt mir ein Geschmack auf der Zunge hängen. Es bleibt mir das unbestimmte Gefühl, etwas moralisch Richtiges getan zu haben. Nach deinem Märchen war da nichts.
    Stark in meiner Erinnerung ist mir jedoch der Augenblick, als du mir in Passau von deinen Märchen erzählt hast, während wir am Ufer des Inns spazieren gingen. Diese Begeisterung für den Blumengarten und für Drachen habe ich hier jedoch leider nicht entdecken können. Vielleicht solltest du versuchen, weniger den Märchenton zu finden, als vielmehr eine spannende Geschichte in lyrischem Ton zu erzählen, denn das kannst du.

    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  10. #10
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    AW: Das Märchen vom wunderbaren Blumengarten

    Lieber Klammer,
    ich gebe Dir freudig in allen Punkten Recht, denn ich darf auch für mich in Anspruch nehmen, gottseidank, schlechte Texte zu schreiben, das bleibt doch gar nicht aus. Auch die bringen mich ja weiter. Ginge ich noch einmal an diesen Text, glaub mir, ich würde ihn sehr sehr stark verändern. Hab Dank also, Streiter des Wortes.
    herzlichst uis

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