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Ergebnis 1 bis 4 von 4

Thema: Die Zeit

  1. #1
    Darkness
    Status: ungeklärt

    Die Zeit

    Die Zeit läuft
    Die Zeiger bohren sich unaufhaltsam in dein Gewissen
    Folgen routiniert ihrem Weg in die Endlosigkeit
    Unermesslich schnell entfliehen die Sekunden.
    Der Sand des Augenblicks rieselt aus deiner Hand
    Weit hinab ins Meer
    Ins Innere der Erde
    Für immer verloren
    Unwiederbringlich.

    Das Wertvollste für dich
    Ist so nah
    Und doch unerreichbar
    Es begleitet dich bis zum bitteren Ende
    Und hört doch nie auf zu existieren
    Du bist nicht wie die anderen
    Du bist krank
    Krank und es gibt keine Rettung für dich

    Die Zeit läuft
    Deine Tränen fließen immer öfter
    Es hilft nichts
    Du kannst sie nicht aufhalten
    Es ist unmöglich
    Ein ungeschriebenes Gesetz
    Du verläufst dich in deinem Wahn

    Du wirst sterben
    Die Zeit wird ewig weiterfließen
    Mit dem Fluss der Erinnerungen
    Erinnerungen an dich
    An dein Leben
    Das von ihr beherrscht wurde.

    Die Zeit kennt kein Gefühl
    Kein Erbarmen
    Keine Gnade
    Dir bleibt nicht mehr viel von ihr
    Sie läuft und läuft
    immer weiter weg
    Immer näher zu deinem Ende.

    Du lebst kein normales Leben
    Dein Gott ist die Zeit
    Jede einzelne Minute ein erhörtes Gebet
    Jede Stunde ein Geschenk ihrer Güte
    Die Tage deine Richter
    Wann wirst du schuldig gesprochen?
    Wann musst du gehen?

    Du bist krank
    Unheilbar krank
    Man wird dich vergessen
    Wie alles andere auch
    Die Zeit läuft
    Immer weiter
    Endlos...

  2. #2
    Mitgestalter
    Registriert seit
    8.December 1998
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    Hamburg
    Beiträge
    1.032
    Renommee-Modifikator
    23

    AW: Die Zeit

    wünsche dir kraft!

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.June 2002
    Ort
    München
    Beiträge
    787
    Renommee-Modifikator
    18

    AW: Die Zeit

    "mein gott ist die zeit" - das ist die crux.
    gott sei gott und zeit sei zeit. zeit kann man lassen, wenn man es übt. die eigene sterblichkeit beginnt mit der geburt. übt man sterben jeden tag, so grimmts den tod und er sagt sich: die übt ja schon - wie langweilig, sie achtet meiner nicht. oder er sagt sich: die kenne ich schon. sie erfreut mich. wie seine geschäfte eben gehen. dennoch hat das unmittelbare hinschauenmüssen seine eigenen dämonen, also lies es nicht, als wüßte ich das nicht. es bleiben tiefe momente des erschreckens, wenn man feststellt, daß nichts aufzuhalten ist. meist beschützt einen der alltag davor, das ist sein einziges und großes privileg, die wiederholung in allem, das so sicher scheint. der geistige mensch muß da bewußt einbrechen mit einer ihm unangenehmen anstrengung, bis er immer mehr sagen kann: ich kann jetzt gehen. das macht ihn fröhlich.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die Zeit

    An Zeit in diesem Zusammenhang zu denken, rührt mein Gefühl und meinen Widerspruchsgeist. Sagte ich heute Nachmittag noch, daß es keinen Anfangspunkt für die Zeit gäbe, mithin auch keinen Endpunkt, so kann das im Angesicht des Todes ein tröstlicher Gedanke sein, eben Glied und nicht die Kette selbst zu sein.

    Wir befassen uns mit dem Tod immer so, als ob es ein Endpunkt wäre. Ich sage hier: mehr Phantasie!

    Es könnte aber auch einer kommen und behaupten, daß Zeit eben auch seine Zeit hat, also ein Anfangspunkt zu denken zwingende Denknotwendigkeit ist. Dann ist der Endpunkt ebenso zwingend, dann gewinnt der Tod seinen Schrecken wieder, weil doch der Tod hier mit dem Eintreten des Nichtseins gleichzusetzen. Und dafür läßt es sich trefflich Angst haben, ohne als Feigling zu erscheinen. Ich gebe auch eine Begründung für dieses nihilistische Denken, aus dem immer noch alle Angst sich speist: Wenn Zeit ewig wäre, dann hätte alles auch schon früher zur Verwirklichung kommen müssen.

    Dieser Gedanke hat viel für sich, und weil ich ihn aber nicht mit meinem Herzen glauben kann, sage ich, daß es immer schon ein Vorher gab. Ich bleibe dabei. Und dieser Trost sei darkness hier geschenkt. Es gibt ein Vorher, immer, also auch ein Nachher. Wir ändern die Zustaende. Mehr nicht!

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