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Thema: Die späte Aufklärung

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    Resurrector Avatar von aerolith
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    Die späte Aufklärung

    „Wenn die Marquise [Gräfin von Pompadour, 1721-64] auch viel Geld ausgibt, so bereichert sie sich nicht: als in den letzten Jahren ihre monatliche Pension auf 3000 Livres [ca. 60000 €] gekürzt wird, muß sie, um nicht in Schulden zu geraten, einen Teil ihres Schmucks verkaufen, und bei ihrem Tode findet man nur 37 Louis [ca. 10000 €] in einem Schreibtisch. Von Hause hat sie das Bedürfnis nach genauer Buchführung mitgebracht. Sie führt Buch wie eine reiche und in geordneten Verhältnissen lebende Bürgersfrau, und weit davon entfernt, sich für eine Verschwenderin zu halten, macht sie sich einen Ruhmestitel daraus, zu den billigsten Preisen in den Häusern, die einmal dem König gehören werden, so viele Dinge zusammengetragen zu haben. Und bedeutet die Förderung der Künste nicht Arbeit für die Künstler? … Ist es ihre Schuld, wenn die Revolution die Wunder, die sie gesammelt hat, plündert, zerstreut oder vernichtet? Fünf Jahre lang, von 1745 bis 1750, war Frau de Pompadour die Geliebte des Königs. Vierzehn Jahre lang, bis zu ihrem Tode am 15. April 1764, blieb sie seine Freundin... Sie litt an Tuberkulose und hat schon früh Blut gespuckt.“ (Pierre Gaxotte: Ludwig XV. und sein Jahrhundert. München 1954. S. 150.)
    Die für Deutschland wichtige Zeit der Aufklärung umfaßt die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sie ist ereignisgeschichtlich mit dem Aufstieg und der Behauptung Preußens im Siebenjährigen Krieg verbunden. Goethe verstieg sich nicht, Preußens Sieg von 1757 über die verbündeten Streitkräfte des Reiches und Frankreichs bei Roßbach (in der Nähe Naumburgs) als Hippokrene (Musenquell) der deutschen Literatur zu bezeichnen. Sicher ist, daß durch diesen Sieg Preußen bestehen blieb und der Protestantismus eine starke Schutzmacht behielt, in deren Schatten deutsche Geistesarbeit gedeihen konnten. Mit einem Sieg der Reichstruppen und Frankreichs wäre das Reich sehr viel stärker katholisch und westlich geworden. Das hätte eine deutsche Sonderentwicklung verhindert und Deutschland bereits im 18. Jahrhundert zu einem Teil jenes westlichen Wirkverbundes gemacht, in dem der Zweck die Mittel heiligt. Im 18. Jahrhundert gab es in den katholischen Landesteilen keine Lehrfreiheit, keine Musenhöfe, keine Dichtung von Format. Nach Friedrichs II. Sieg konnte diese in den Anfängen steckende Dichtung ihr Potential entwickeln und alle 1757 noch vor ihr liegenden Literaturen überflügeln. Das soll nicht bedeuten, daß Friedrich II. der große Förderer der deutschen Literatur genannt werden kann, das blieb Sache des Bürgertums[1], allein, er war hier nur eine Geißel des Weltgeistes, wie Hegel das nennen würde.[2] Es ist dem Protestantismus eigen, daß er sich behaupten will, daß er gegen Wände rennt, sich verausgabt, das Individuelle sehr viel mehr ausprägen hilft als das gedeckelte katholische Pflänzchen. Das politische Zauberwort jener nächsten Jahrzehnte, unter dessen Deckmantel sich die Geistesgrößen jener Tage Lehrgebäude erdachten, lautete „aufgeklärter Despotismus“. Wohl kein deutscher Philosoph und Dichter von Bedeutung dachte an etwas anderes, Irrwege eingeschlossen. Die Grundlage dieses politischen Konstrukts bildete die Aufklärung und die aus ihr folgende Veredlung des humanistischen Menschenbildes. Dieses Menschenbild war konfessionsübergreifend, eine Antwort auf die zweihundertjährige Auseinandersetzung zwischen Protestantismus und Katholizismus im Reich und die erste Emanzipation des Geistes, die vom theologischen Dogma der Konfession. Der neue gemeinsame Nenner lautete „Humanität“. Und wie es bei der Formulierung des Neuen immer sein muß, die Philosophen griffen nach hinten, suchten im Strom der Vergangenheit nach Lebensmustern, die sie ihrer Zeit anpassen wollten, suchten in der griechischen Klassik, in der Renaissance, im Mittelalter. Andere Quellen hatten sie nicht. Den Rest fürs neue Weltbild bewirkten der Verstand, dessen Siegeszug als Errungenschaft des Zeitalters begriffen wurde, die Empfindung und das Gefühl, die nur scheinbaren Gegner des Verstandes, und bewirkten naturwissenschaftliche Entdeckungen, technische Neuerungen und ein sicheres Lebensgefühl, das Schiller am anschaulichsten in seiner Jenaer Antrittsvorlesung 1789 ausdrückte.
    Das Zeitalter der Aufklärung, das der allmählichen Erkenntnis des Zusammenseins von Verstand und Gefühl, von abstrakter Erkenntnis[3] und ethischer Konkretheit, das der Zielrichtung, naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit den Hervorbringungen der Phantasie, vor allem der Gerechtigkeitsphantasien zusammenzudenken. Das muß zu Optimismus führen.

    DING AN SICH
    - Kant$ Annahme eine$ hinter der Wirklichkeit verborgenen unerkennbaren Ding an sich wird von Hegel und Fichte al$ unhaltbare Fiktion verworfen;
    - die Philosophie unterscheidet in Erscheinung$- und Verstande$wesen: wenn wir die Gegenstände al$ Erscheinungen sehen, so geben wir zu, daß ihnen ein tieferer Sinn zugrunde liege: e$ gibt keine unbedingte Relation
    - liegt der Erscheinung zugrunde, ist aber von dieser verschieden – Raum-Zeit-Problem –, e$ kann nicht angeschaut werden (Kant)
    - Russell meint, daß Kant in der Frage der Ursachenbestimmung Kant einen Widerspruch zuließe, denn einerseit$ hielte er da$ Ding an sich für Ursachen von Empfindungen, andererseit$ jedoch die freie Willen$entschließung al$ Ursache von Vorgängen in Raum und Zeit.
    - kein Ding, wenn e$ unerkennbar
    - kein „an sich“, wenn e$ seiend sein soll (Schelling)

    Ding an sich – Erscheinung:
    Wenn Erscheinungen Dinge an sich selbst wären, mithin Raum und Zeit Dinge de$ Dasein$ der Dinge an sich selbst: so würden die Bedingungen mit dem Bedingten jederzeit al$ Glieder ein- und derselben Reihe gehören, und darau$ auch die dritte Antinomie entspringen, die allen tran$zendenten Ideen gemein ist, so daß diese Reihe für den Verstand unvermeintlich zu groß al$ unendlicher Regressu$ oder zu klein, d.i. da$ Problem de$ Unbedingten, au$fallen müßte. → Kant in B 563 seiner Kritik der reinen Vernunft
    Heute wissen wir, daß dieser Optimismus bis zur Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts hielt, dem Ersten Weltkrieg. Dieser Optimismus gründete in der Überzeugung, daß Wissen und guter Willen eine bessere Gesellschaft möglich machten und eine verbesserte Erkenntnis der Welt, daß die neue Religion des Humanismus Menschen zusammenführte und die Arbeit am Wortwerk Arbeit am Menschen sei und diese zur allmählichen Besserung des gesamten Menschengeschlechts beitragen könnte. Das Menschsein sei eine Aufgabe, eine beglückende Suche nach dem Tiefsten, nach Gutem wie Schlechtem, nach allem, was lebt. Die Suche als Lebenssinn, als Nutztat. Wer sucht, der nützt seinem Geschlecht, das in dieser übernationalen Zeit immer als das Menschengeschlecht verstanden wurde. Zwei Königswege prägten diese Zeit:
    Lockes Empirismus (die Welt wird über die Sinne wahrgenommen) und Leibniz' Intellektualismus (die Welt wird über das Denken erfaßt).

    Wir haben hierin den entschiedensten Gegensatz festzustellen, der das englische vom deutschen Denken unterscheidet. Doch während die Briten keine Beziehung zum Ding an sich aufbauen konnten (sie lehnten dieses Denkkonstrukt schlichtweg ab), dachten die Deutschen den empirischen Denkansatz eben mit und füllten ihn durch Empirie mit Leben. Der im Zeitalter der Aufklärung noch vorherrschende Empirismus wich bald metaphysischen Aspekten. Doch dazu später.
    Die Aufklärung veränderte die Auffassung des Christentums. Es verlor mehr und mehr das Numinose, wurde reine Morallehre, die den Glauben aushöhlte. Eine bizarre Situation für manch Aufgeklärten: er WILL glauben, aber definiert sein Menschsein, seine Güte und die geschaffene Welt als Produkte seines moralischen Willens, den ihm Gott gab. Aber er begreift sein Tun nicht mehr als Wirkungen Gottes, sondern als Eigenprodukte. Man erkennt hierin die Ablösung der Moral vom Glauben. Das sind Aspekte der Moderne; dieser Prozeß führte zu dem noch heute exististenten modernen Menschen. Denn der Glaube ist eben kein Wissen und bedarf keines erklärbaren Grundes, das ist das Wesen des Glaubens. Eben deshalb mußte die Lieblingsbeschäftigung vieler Philosophen und Denker des 18. Jahrhunderts fruchtlos bleiben: man kann Gott nicht beweisen. Wer nicht glaubt, dem kann hier nicht geholfen werden.
    Viele fanden eine Zwischenlösung, erst den Deismus, der Gott zwar als Weltschöpfer annahm, doch ihn dann aus dem Schöpfungsprozeß herauslöste und behauptete, daß die Menschen fortan selbst verantwortlich seien und Gott sich aus dem Weltgeschehen heraushielte und gegen Ende des Jahrhunderts dann mit der Klassik, die pantheistische Vorstellungen besaß. Allen diesen protestantischen Konzepten ist das subjektive Empfinden des Religiösen, die Selbstverantwortung vor Gott, eigentümliches Drehmoment. Und dadurch wird jeglicher Dogmatismus aufgelöst, was zu großer Freiheit führen muß. Das Bekenntnis wurde nebensächlich, entscheidend blieb die Tat, das praktische Tun, der Dienst am Nächsten.

    Friedrich Wilhelm III. zum Edikt Wöllner$ 1797:
    „Ich selbst ehre die Religion und folge gern ihren beglückenden Vorschriften und möchte um viele$ nicht über ein Volk herrschen, welche$ keine Religion hätte. Aber ich weiß auch, daß sie Sache de$ Herzen$, de$ Gefühl$ und der eigenen Überzeugung sein und bleiben muß und nicht durch Zwang zu einem gedankenlosen Plapperwerk herabgewürdigt werden darf, wenn sie Tugend und Rechtschaffenheit dienen soll.“ (In: Hahn, S. 468/469.)
    Der wichtigste Quellpunkt für das aufklärerische Reich lag in der Universität von Halle (Saale). Dort lehrten Thomasius, Wolff, Spener und Francke. Die Umsetzung Leibnizens durch Wolff, der sich der deutschen Sprache bediente, ging einher mit literarischen und lebenspraktischen Bewegungen, die allesamt auf Erkenntniszuwachs ausgerichtet waren. Akademien. Friedrich II., der deutschen Bildung fremd gegenüberstehend, holte den in Frankreich ob seines Atheismus verhaßten Voltaire nach Nordostdeutschland. Voltaires Haß auf die katholische Kirche war immens. Er beschrieb die Geschichte dieser Kirche als unaufhörlichen Akt von Gewaltsamkeiten, als Verfolgungsgeschichte Andersdenkender, als Pfaffentrug, der auf der Basis abergläubischer und gefühlsinniger Verbundenheit mit dem Unsagbaren beruhe. Darum betonte er rationale Aspekte der Weltwahrnehmung; Aufklärung und Atheismus waren ihm wesenseins, denn nur so könnten die Taue zum Aberglauben gekappt werden.

    Umgang$formen um 1800
    Zwar saßen die Familien [in der Öffentlichkeit, z.B. in Kaffeehäusern] nach Tischen geschieden, aber man ließ sich sehen und konnte beobachten; auch die liebe Kinderwelt wurde zu sittsamer Haltung angestrengt, sparsame Hau$frauen brachten wohl auch in Tüten Kaffee und Kuchen von Hause mit. - In dem Hause des gebildeten Bürger$ war die Gastlichkeit zwar bequemer, die Bewirtung reichlicher geworden, aber in dem Familienleben hatte sich noch viele$ von der strengen Zucht der Ahnen erhalten. Die Gewalt de$ Gatten und Vater$ trat kräftig hervor, Hau$herr und Hau$frau forderten behende Unterwürfigkeit, Befehlende und Gehorchende waren schärfer geschieden. Nur die Gatten hatten gelernt, einander da$ herzliche Du zu geben, die Kinder der Honoratioren, oft auch der Handwerker, nannten die Eltern Sie; die Dienstboten wurden nur von ihrer Herrschaft geduzt, von Fremden erhielten sie die dritte Person de$ Singulari$. Ebenso gab da$ ,,Er“ ein Meister dem Gesellen, der Gut$herr dem Schulzen, der Gymnasiallehrer dem Schüler der oberen Klassen. Der Schüler aber redete seinen Herrn Direktor [..] mit „Ew. Hochedeln“ an. (Freytag III, S. 297.)
    Hierin schied sich Voltaire von den tonangebenden Deutschen, die diese Innigkeit zwischen Aufklärung und Atheismus nicht annahmen, sondern im Aspekt der Humanität demungeachtet die Aufgabe des ans Gute Glaubenden betonten. Friedrich II., Voltaire, gleichwohl westlichen Moralauffassungen folgenden Denkern und Politikern ist der Mensch eine Bestie, die durch moralische Gesetze, durch eine straffe Führung zu bändigen sei. Aufklärung dient bei die*sem Menschenbild der Schaffung eines funktionablen Untertanen, eines gleichgeschalteten Rädchens im Getriebe der Welt, das durch den Herrscher gelenkt und benutzt werden könne. Insofern förderte der zynische Friedrich an seinen Universitäten in Halle (Saale) und Frankfurt (Oder) aufklärerisches Denken, auch die Schaffung eines von ihm selbst unabhängigen Rechts, als es ihm funktionable Untertanen schaffen sollte. Der Staat blieb eine Erzeugungsmaschine fürs Heer, alles war auf die militärische Leistungsfähigkeit hin berechnet und organisiert. Auch die Aufklärung wurde diesbezüglich genutzt. In anderen Landesteilen des Reiches aber geschah nicht einmal das. Es gab Enklaven mit aufgeklärten Herrschern, v.a. im mittelostdeutschen Gebiet, im heutigen Thüringen und Sachsen-Anhalt. Eine schaffte den Sprung vom lediglich interessierten Aufnehmen aufklärerischen Denkens hin zum Zentrum des Geistes: Wezmar.

    Aufgaben:
    Erkläre die Tatsache, daß sich die geistige Entwicklung Deutschlands im 18. Jahrhundert vornehmlich im protestanischen Teil vollzog! (II)
    Nenne Zentren und Vertreter der Aufklärung! (I)
    Diskutiere folgende Auffassung im Geiste der Konzilianz: „Nur in kleinen politischen Einheiten kann die Kunst gedeihen.“ (III)


    [1] Da keine Wehrpflicht bestand, war das Bürgertum, also all jene, die in einer Stadt Bürgerrecht besaßen, mithin über eigenen Grund und Boden verfügten, von einer Wehrpflicht absolviert. Das einfache Volk, Besitzlose, abhängige Bauern, Vagabunden, Verarmte, nicht. Es bestand aber für jedermann im Reich die Möglichkeit, über Fleiß und Talent eine höhere Bildung zu erreichen, woran auch der Adel großes Interesse besaß, schließlich gewann er so billig Beamte zur Verwaltung des Staates. Bildung wurde so zu einer Möglichkeit, eine gesellschaftliche Stellung zu erreichen.

    [2] Friedrich II. war kein liberaler, kein fortschrittlicher, kein dem Bürgertum auch nur punktuell zugeneigter Herrscher. Als nach dem Siebenjährigen Krieg die schlesischen Rittergüter vor dem Ruin standen, stellte er Geld zur Verfügung, damit die Landschaft, wie man den losen Zusammenschluß schlesischer Gutsbesitzer nannte, zugleich ein finanzielles Polster erhalten würde, das es den verschuldeten und ausgebluteten Adligen ermöglichen würde, Pfandbriefe auf ihre Güter zu erwerben, die bei einem Zinssatz von 5% p.a. Investitionen in die Güter ermöglichen würden. Eine Art von Hypothekenbank. Friedrich II. verbot es den Bürgerlichen, adlige Güter zu erwerben: „Ich [Friedrich II. von Preußen] möchte gern, daß alle adligen Güter, so bisher noch Bürger besitzen, nach und nach aus deren Händen gebracht würden; denn der Bürger soll sich mit Manufakturen, Commerz und dergleichen bürgerlichem Verkehr abgeben und sein Geld da investieren, aber keine adligen Güter besitzen.“ (In: Hahn, S. 393.) Die klare Trennung der Stände war einer der Gründe für das Ausbleiben einer Revolution nach französischem Muster einige Jahre nach Friedrichs Tod. Zugleich zwang Freidrich II. depravierte Adlige in den Dienst: er verbot das Pfründenwesen in seinen Landen, zudem untersagte er Besitzern von Panisbriefen (Adlige versorgten damit Familienangehörige; ein Adelsprivileg) die damit verbundene Inanspruchnahme ihrer Verpflegung durch Kirchenbesitz.

    [3] „Die Menschen dieser [Aufklärungs-]Jahrhunderte brachten es zu ihren mannigfachen chemischen, physikalischen, mathematischen, astronomischen und schließlich soziologischen Ergebnissen. Aber sie brachten die Erkenntniskraft nicht auf, die ihrem verstandesmäßigen Bemühen gesagt hätte, daß alle diese Ergebnisse immer nur Einsichten in ein Teilwesen der Natur bedeuten. Sie machten aus ihnen vielmehr einen Selbstzweck, der unmittelbar vom Hirne aus ein vermeintliches Licht auf die verneinte Wahrheit hinübersandte. Sie nannten dies Aufklärung.“ (Moeller van den Bruck, S. 86.)

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    Resurrector Avatar von aerolith
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    Kant und Schelling

    Zur späten Aufklärung gehören Kant und Schelling. Schelling nahm anfangs Kants Nähe im Denken auf, v.a. dessen Gedanken, daß es der Mensch sei, der in die Natur sein Denken hineinlege und so natürlichen Prozessen einen Sinn unterstelle, den die Natur selber nicht reflektieren könne. Der Verstand entnähme seine Grundsätze nicht a priori aus der Natur, sondern läge sie in diese hinein. Schelling dagegen dachte Natur und Geist zusammen, daher auch die Begrifflichkeit der Identitätsphilosophie.
    Das ist der paradigmatische Wechsel am Ende des Aufklärungszeitalters zur Romantik, deren Ende Schelling selber 1854 in seiner "Philosophie der Offenbarung" markiert. Hier nämlich hat sich das Verhältnis wieder umgekehrt. Es soll der Geist sein, der sich in uns drängt und abbildet und uns dazu ringt, Ideen in den Dingen, v.a. den wechselgestaltigen, zu erkennen.

    Wahrlich, die Philosophie ist schon ein merkwürdiger Ritt ums Ganze.

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