+ Antworten
Ergebnis 1 bis 23 von 23

Thema: fridericus rex

  1. #1
    Administrator
    Registriert seit
    31.October 1998
    Beiträge
    229
    Renommee-Modifikator
    10

    AW: fridericus rex

    Ich möchte Dir von ganzem Herzen Dank sagen, dafür, daß es Dich gab und gibt, daß Du mir Welten und Plätze aufschlossest, daß Du mich einführtest in die Zwischenzeitlichkeit und mir das Herz weitetest, daß Du Dich einer Aufgabe hingabst, die ich gerne weiterführen möchte.


    Und der Zeichen sind viele!

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    20.April 2000
    Beiträge
    124
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: fridericus rex

    ...versteh ich dich recht?
    willst jetzt König von Preussen werden?
    Na gut, ich wähl Dich. Schick mir den Stimmzettel.


    Doderer

  3. #3
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: fridericus rex

    Zwar bin ich Friedrich II. in Maßen wohlgesonnen, schließlich hat er 1759 bei Naumburg (Roßbach, d.i. Hippokrene: und die Musen flogen sanft in die Herzen der Deutschen) die Franzosen aus dem Reich vertrieben und somit die Möglichkeit geschaffen, daß es eine deutsche Klassik gibt, aber dieser unfruchtbare Ganter führte auch Krieg gegen Östreich, gegen's Reich überhaupt, weswegen ich ihn gar nicht leiden mag.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    20.April 2000
    Beiträge
    124
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: fridericus rex

    in den krieg gegen österreich wäre ich eh nicht gezogen mit dir, obwohl ich von mir aus aus gut mit dem fahrrad zur schlacht radeln könnte.
    nein, ich dachte mehr an ein höfisches leben, den künsten und der philosophie geweiht....einen voltaire hätte man bestimmt auch noch gefunden.


    also, wenn du den alten 'ganter' nicht meinst.... ist es der pastorensohn?


    grübelt doderer

  5. #5
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: fridericus rex

    Voltaire zu haben, war Berlin nicht sonderlich bekömmlich: Oder ist Euch eine Berliner Szene aus dem mittigen 18. Jahd. bekannt? Wo saßen die deutschen Dichter, als Voltaire in Berlin das Geld des Königs verpraßte und geistreich parlierte über die Stöckelschuhe von Mdm. Pompadour?

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    20.April 2000
    Beiträge
    124
    Renommee-Modifikator
    20

    AW: fridericus rex

    ach ed,


    voltaire fand doch nur wegen der stimmigkeit des genrebilds erwähnung. daß der in berlin nichts für deutschlands kultur zuwege brachte (außer für die subkultur der schuhfetischisten bei hofe vielleicht..)

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    27.July 2000
    Ort
    Freiburg im Breisgau
    Beiträge
    448
    Renommee-Modifikator
    20

    Post AW: fridericus rex

    ...dass selbst mir nichts einfällt, es verschlägt einem den atem.
    Ed, du mußt helfen:
    1. siehst du ihm ähnlich?
    2. bitte eine musik aus den tagen des gesuchten.

    Freude, schöner Götterfunken,
    Tochter aus Elysium,
    Wir betreten feuertrunken,
    Himmlische, dein Heiligtum.
    Deine Zauber binden wieder,
    Was die Mode streng geteilt,
    Alle Menschen werden Brüder,
    Wo dein sanfter Flügel weilt.
    Seid umschlungen, Millionen!
    Diesen Kuß der ganzen Welt!
    Brüder - überm Sternenzelt
    Muß ein lieber Vater wohnen.
    Wem der große Wurf gelungen,
    Eines Freundes Freund zu sein,
    Wer ein holdes Weib errungen,
    Mische seinen Jubel ein!
    Ja - wer auch nur eine Seele
    Sein nennt auf dem Erdenrund!
    Und wers nie gekonnt, der stehle
    Weinend sich aus diesem Bund.
    Was den großen Ring bewohnet,
    Huldige der Sympathie!
    Zu den Sternen leitet sie,
    Wo der Unbekannte thronet.
    Freude trinken alle Wesen
    An den Brüsten der Natur,
    Alle Guten, alle Bösen
    Folgen ihrer Rosenspur.
    Küsse gab sie uns und Reben,
    Einen Freund, geprüft im Tod,
    Wollust ward dem Wurm gegeben,
    Und der Cherub steht vor Gott.
    Ihr stürzt nieder, Millionen?
    Ahnest du den Schöpfer, Welt?
    Such ihn überm Sternenzelt!
    Über Sternen muß er wohnen.
    Freude heißt die starke Feder
    In der ewigen Natur.
    Freude, Freude treibt die Räder
    In der großen Weltenuhr.
    Blumen lockt sie aus den Keimen,
    Sonnen aus dem Firmament,
    Sphären rollt sie in den Räumen,
    Die des Sehers Rohr nicht kennt.
    Froh, wie seine Sonnen fliegen
    Durch des Himmels prächtgen Plan,
    Wandelt, Brüder, eure Bahn,
    Freudig wie ein Held zum Siegen.
    Aus der Wahrheit Feuerspiegel
    Lächelt sie den Forscher an.
    Zu der Tugend steilem Hügel
    Leitet sie des Dulders Bahn.
    Auf des Glaubens Sonnenberge
    Sieht man ihre Fahnen wehn,
    Durch den Riß gesprengter Särge
    Sie im Chor der Engel stehn.
    Duldet mutig, Millionen!
    Duldet für die beßre Welt!
    Droben überm Sternenzelt
    Wird ein großer Gott belohnen.
    Göttern kann man nicht vergelten,
    Schön ist's, ihnen gleich zu sein.
    Gram und Armut soll sich melden,
    Mit den Frohen sich erfreun.
    Groll und Rache sei vergessen,
    Unserm Todfeind sei verziehn,
    Keine Träne soll ihn pressen,
    Keine Reue nage ihn.
    Unser Schuldbuch sei vernichtet!
    Ausgesühnt die ganze Welt!
    Brüder - überm Sternenzelt
    Richtet Gott, wie wir gerichtet.
    Freude sprudelt in Pokalen,
    In der Traube goldnem Blut
    Trinken Sanftmut Kannibalen,
    Die Verzweiflung Heldenmut.
    Brüder, fliegt von euren Sitzen,
    Wenn der volle Römer kreist,
    Laßt den Schaum zum Himmel spritzen:
    Dieses Glas dem guten Geist!
    Den der Sterne Wirbel loben,
    Den des Seraphs Hymne preist,
    "Dieses Glas dem guten Geist
    Überm Sternenzelt dort oben!
    Festen Mut in schweren Leiden,
    Hilfe, wo die Unschuld weint,
    Ewigkeit geschwornen Eiden,
    Wahrheit gegen Freund und Feind,
    Männerstolz vor Königsthronen -
    Brüder, gält' es Gut und Blut:
    Dem Verdienste seine Kronen,
    Untergang der Lügenbrut!
    Schließt den heil'gen Zirkel dichter,
    Schwört bei diesem goldnen Wein,
    Dem Gelübde treu zu sein,
    Schwört es bei dem Sternenrichter!




    [Diese Nachricht wurde von lester am 15. November 2000 editiert.]

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    27.June 2000
    Ort
    Bärlin
    Beiträge
    49
    Renommee-Modifikator
    0

    AW: fridericus rex

    ...und ist es nicht merkwürdig, dass kaum ein Deutscher scheint, daran gedacht zu haben, dass es zwei Ausländerinnen überlassen wurde, uber den Zaun am Schiller-Denkmal am Gendarmenmarkt zu klettern, um eine Rose und zwei Kerzen zu seinen Füßen zu legen zu seinem Geburtstag?

  9. #9
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    24.August 2001
    Beiträge
    92
    Renommee-Modifikator
    19

    fridericus rex

    Einä rechtslinks aufs Kinn, Kinders.

    Ihr schameisst hier mit Bildern und Vergleichen um euch, daß es ein wahrer Garaus ist.
    Schaurig nämlich: Kein Einer wagt es, mit solcher Hilfe die aktuellen, uralten Themen in ihrer sehr neuen Erscheinungsform am Schopfe in Verse zu packen, Robert, du zuerst.
    Kein noch so kleiner Hoffnungsnietzsche am Firmament der Verdammnis? Niemand, der Gerade-Brecht? Die Gernhardts dieser Welt, ziehen sich geltungsbewußt selbstverliebt, gell, K.-L., aus ihr in sich zurück. Ich zuletzt, bin stumm verwirrt.

    Die Fragen sind nämlich immer die gleichen, weil das Menschlein sich über die beobachtbare Zeit hinweg so gar nicht verändern will, nur das Herz, der Bauch, das Hirn, die Antwort, die Antwort - pst...

    ...R U H E ! Dichter und Denker am Trinken

    (herzlichst, mit einem kleinen gekrümmten Blues am Pianola, h.)

  10. #10
    Administrator
    Registriert seit
    31.October 1998
    Beiträge
    229
    Renommee-Modifikator
    10

    Post AW: fridericus rex

    Aus dem Manifest, statt einer Festschrift, die ich irgendwann einmal anfertigen werde. Feier ist Gedenken. Feier ist Jubel des Gedankens, dem ich mich anvertraute. Du bist mein Begleiter, der feste Freund auf meinem Weg. Auch heute noch les ich und staune, freu mich und bin immer wieder erstaunt, wie Du mich mit dem Mut Deines Denkens aufforderst, Dir zu folgen, hinab in die Tiefen des Denkens, die im Gegenausschlag die höchsten Höhen des Hoffens und Erwartens gleichermaßen sind.

    Im Spiel äußert sich der freie Mensch. Dahin wollen wir, zur Bewußtwerdung des Menschen, daß er frei ist! Spiel ist hier Mittel, denn der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt (Schiller), will heißen, wo der Geist sich den Körper gibt, der dann dem Spiel folgen muß. Spiel ist Wirkung des menschlichen Triebes, sich aus sinnlicher Abhängigkeit befreien zu wollen, ist weder subjektiv noch objektiv zufällig, weder äußerlich noch innerlich nötigend, sondern: Der Mensch nimmt sich formbare Materie, die er mit seinem Willen formt, Zusammenwirken seines Formtriebes mit der Materie sucht, Einheit und Harmonie sucht, wobei Schönheit ihm begegnet. Der Mensch bleibt bei diesem dichterischen Ansatz in der Welt, er nimmt die Welt an, vergewaltigt sie nicht! Der Stofftrieb ist hierbei ein Sachtrieb, der darauf dringt, die Person zum Zustand zu machen (also zu entfalten), der Formtrieb will den Zustand formen, von der Person abhängig machen, das heißt aus sinnlicher, äußerer Abhängigkeit befreien. Hierüber läßt sich auch das Ziel alles künstlerischen und menschlichen Strebens beschreiben: Schönheit. Schönheit ist weder bloßes Leben (Natur) noch vollkommen bloße Gestalt (Materie). Sie ist das gemeinschaftliche Objekt des Spieltriebes.
    Wir verstehen unsere Aufgabe so, auch Hölderlin mitzunehmen, die geistformende Bedeutung der Sprache und die Erkenntnis der Noth als wesenseigene Bestandteile des Menschseins anzunehmen. Sprache beinhaltet die Zeit, ohne von ihr abhängig zu sein. Sprache formt den Geist, formt Ordnung, weil die dem mangelt. Der Geist besitzt nur Vermögen zur Ordnung, die Sprache selbst muß Ordnung sein und ist wichtiger als das Inhaltliche: Formung ist wichtiger als Inhalt. Letztlich fällt Sprache ab, wenn das Inhaltliche gegen die alles überstrahlenden Ideale von Freiheit, Liebe und Schönheit steht. Und darum gibt es in dieser Poetik keine Gewalt, keine Formung nach einem Ideal: Das Ideal selbst verträgt keine Gewalt, eine Selbstaushöhlung wäre das. Ideale sind keine Inhalte, sondern Forderungen und Selbstverständnisse des Menschseins. Inhalte bewältigen Alltag, helfen, Leben zu strukturieren; Ideale treiben an, sind aber selbst erst in Inhalten modifizierte Ideale, nicht aber die Ideale selbst. Aufnehmen, um zu bereichern, was Überwindung ermöglicht, nicht gleichgültige Verdrängung des Unrats, des Unbekömmlichen und (offensichtlich) Unnützen.
    Wir wollen Spiel in die Ordnung des Verstandes bringen, denn beides bedingt einander, einst Unnützes wird durchs Spielen, eine sich drehende Artistik, neuerdings und künftig Bedeutung haben, was heute gilt, muß morgen nicht gelten, doch wenn wir etwas aus der Sprache und unserer Wahrnehmung tilgen, dann verlieren wir die Ordnung, dann verlieren wir an Kraft und Verstand.
    Deshalb Aufnahme und Erhaltung! Das ist die eigentliche Bedeutung der Tradition, darin liegt der Sinn von Erinnerungen, deshalb erzählen wir einander Geschichten, Märchen und Spinnertes...

    P.S. Mein Schiller-Bild. Er sitzt eine Wasserpfeife rauchend auf einem Esel. Der Narr mit Sonnenhut. Das nenn ich ein Selbstbild haben.

    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  11. #11
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    7.May 2001
    Ort
    St. Gallen
    Beiträge
    503
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: fridericus rex

    ich erlaube mir, diesen ordner hochzuholen. weil ich das schiller-fragment nirgends mehr finde.


    meine dringende bitte: hier (oder sonstwo) das schiller-fragment anfügen. dazu mir ein bisschen was dazu verraten, zumindest:
    wann ist das fragment von schiller geschrieben worden?
    wo/wie wurde es gefunden?
    was gibt es noch dazu zu sagen?
    wo finde ich es, das fragment, in welchem büchlein, weil im internet finde ich es nicht.


    merci für eine allerbaldigste reaktion, rodebertus!


    Mr. Jones

  12. #12
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: fridericus rex

    Habe mir gerade das literarische Quartett zu Ehren Schillers angeschaut. War grauenhaft. Entweder haben die die Stücke nicht gelesen oder sie haben ihr antiquiertes bildungsbürgerliches Schillerbild aus den 60er Jahren einfach ein wenig grün angestrichen. Verstanden haben sie wenig, Schiller jedenfalls nicht.


    Nun, der nächste HERMES wird sich genauer damit befassen.

    Ich sage nur: Es ist alles kein Wunder.

  13. #13
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    475
    Renommee-Modifikator
    19

    schiller-göthe

    als gymnasiast war mir der schiller immer lieber als der göthe. weil er der ewige zweite war. göthen war immer der winner, schiller der loser. allein deshalb war er mir immer sympathischer. so wie ich - dem fussball mit lichtjahrmessender gleichgültigkeit gegenüberstehend - immer zu den mannschaften halte, die verliere und oft glaube, die verlieren nur, weil ich für sie die daumen drücke, aber das ist was anderes, also wo war ich? ach ja, schiller war mir mit seinem idealistischen feuer im alter von siebzehn viel attraktiver als der abgeklärte geheimrat.


    heute steh ich dem schillerschen idealismus und auch pathos mit gesunder skepsis gegenüber. wenn ich ihn auch dafür bewundere. seine gedicht hingegen kann ich nur mehr schwer runterkriegen. da ist doch viel zeitbedingtes drin - in form und ausdruck - was es für heutige schwer verdaulich macht.


    wie auch immer, der schillern ist mir menschlich näher als der göthen. punkt.

  14. #14
    rodbertus
    Laufkundschaft

    schiller-göthe

    Gewinner - Verlierer? Diese Antithese will hier nicht recht verfangen. Hattest wohl einen bildungsbürgerlichen Oberflächler zum Deutschlehrer? Hat Schiller sich nicht zeitlebens bemüht, Goethe und sich selbst in ihrem verschiedenen Wirkungsfeld zu bestimmen? Wer ist der zweite Sieger, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht? Es ist eine Geschmackssache, letztlich, denn de gustibus non est disputandum, wie wir Schmalgeister sagen.



    Der Schillersche Idealismus? Ha, haben wir die Katze wieder beim mausen erwischt. Schiller hatte Ideale, aber auch einen gesunden Pessimismus. Als Tragiker, der er dem Kern nach war, mußte er skeptischen Geistes sein. Goethe dagegen, der in seinem Kern Gelegenheitsdichter gewest, hatte die Frohnatur eines Halbvollrealisten. Nein, ich werde jetzt nicht gegen Goethe wettern, beileibe nicht, er wird mir von Jahr zu Jahr sympathischer, aber ich wettere gegen Stigmatisierungen, die dem Ungeist hilfslateraler Psilophen entstammen und ins bildungshungrige Jungvolk getrieben wurden und noch nach Jahrzehnten ihren Dienst leisten: Ideale zu verunglimpfen. (Ich meine jetzt nicht Till, der hier bloß das Opfer ist.)

  15. #15
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    12.May 2001
    Ort
    Wien
    Beiträge
    475
    Renommee-Modifikator
    19

    schiller-göthe

    na ja, wenn ich es recht bedenk, meine literaturkundlichen unterweisungen im günasium entstammten tatsächlich dem munde eines den klassischen kanon des bildungsbürgertums total verinnerlicht habenden deutschlehrers; die klassiker wurden als götter im literarischen olymp dargestellt, kaum mehr menschliches an sich, durch und durch vergeistigt, den typus des idealdeutschen definierend und selbst entsprechend; diese ideale (pflicht, treue, gehorsam, tugend, ...), üppig, geil, fett und im übermasz, gleich einer weihnachtsgans, in meinen nüchternen, jugendlichen seelenmagen gestopft, haben wohl zu einer verstimmung geführt, die mir manchen zugang zu den ollen schmierfinken vegatterte.

  16. #16
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.June 2002
    Ort
    München
    Beiträge
    772
    Renommee-Modifikator
    18

    schiller-göthe

    iris radisch hat aber einen satz gesagt, der mir im gedächtnis blieb, weil ich ihn weiterdachte:


    sie liebe an schiller, daß er "so groß" vom menschen gedacht habe.


    wer denkt heute noch groß vom menschen?
    ich mein, ich schon, aber wer noch?
    in seinem elend, in seinen brüchen, in seinem unwissen, in seinem scheitern lesen wir alles über ihn. das lesen wir auch bei schiller, aber die fallhöhe ist heute nicht mehr. heute ist der mensch nicht einmal vorher groß. deshalb gibts wohl auch keine balladen und keine tragödien mehr. oder?

  17. #17
    rodbertus
    Laufkundschaft

    doppelter Geburtstagsgruß

    alles liebe dir, mein liebster schwabe!

  18. #18
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Danksagung

    drei zentralwörter: Hoffnung, Freiheit und Lebensmut. wer sein leben darauf gründet, wird nie enttäuscht werden, der gewinnt aus den gröbsten drangsalen noch kraft und schaut zurück wie nach vorn. stolz und leidenschaft prägen ein solches leben.

    das habe ich von dir gelernt. hab dank!

  19. #19
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: fridericus rex

    daß mein lieber schiller ein atlanter gewesen sein soll, der für die freimaurer das lied an die freude 1785 dichtete, ist starker tobak. http://www.alpenparlament.tv/playlis...ation-atlantis
    die ringe: Äonen. der freund: Körner. der zustand schillers in dieser zeit: high. (faulende Äpfel im schreibtisch)
    schiller war kein Freimaurer und schrieb nichts in deren auftrag, sprach nie von Atlantis, bestenfalls von thule, bestieg wohl nie ein raumschiff.
    aber eines ist wahr: wer spinnt, hat mehr vom leben. weiter so, herr bremer.

  20. #20
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: fridericus rex

    der mensch wächst mit seinen aufgaben. aber leider verkrampft er oft dabei oder, schlimmer noch, wird unduldsam und rechthaberisch. außenstehende nehmen ihn so wahr. aber worum geht es eigentlich? immer nur ums wachsen, ums unfertigsein, ums aufdemwegsein. das ist der höchste zweck, nicht ein mutmaßlich fixiertes ziel.
    klugerweise hat es der schöpfer so eingerichtet, daß sich menschliches wachstum unabhängig von seinem willen abspielt. bis auf dem blechtrommler ist noch jeder gewachsen, ob er nun wollte oder nicht. aber der geist kann sich schon ziele setzen, den horizont der seele weiten. geistadel!

    dank ooch, geliebter schwabe!

  21. #21
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: fridericus rex

    erwerbstrieb war es auch, der dich antrieb. aber ein viel stärkeres forcierte diesem sinn die bahn, auf der er treiben mußte und präcludierte gewinnstreben: besser sollte alles werden. wer ohren hat zu hören, der höre auf dieses antriebsmittel, bedenke aber, daß viele wege zum ziel führen, das selbst keines ist. der weg ist das ziel, das leben selbst nur dazu da, dieser bahn zu folgen, die einmal getroffene grundsatzentscheidungen fordern.

  22. #22
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: fridericus rex

    255 jahre. novembertrübnis. ein licht im herzen. ein goldkind.
    1987. novemberlicht. ein feuer im herzen, ein goldkind.


    es ist mein tag für einen dankgottesdienst.



  23. #23
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: fridericus rex

    Etwas zu spät, aber nicht weniger herzlich: Mein Dank Dir, durch den ich erst das wurde, was ich bin, ein stets an sich und anderen Arbeitender. Am Ende werden wir eben doch das, was wir werden sollen.

    Ordner heute wiedererstellt.

+ Antworten

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •