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Thema: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

  1. #26
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Ich habe mit dem Einwand seitens Neil Molchberg kein Problem. Manches ist eindeutig, anderes lässt Raum für Interpretationen. Inwieweit Neil Molchberg mit den Fakten vertraut ist...das weiß ich nicht - es interessiert mich auch nicht. Fakt ist, dass Hitler (stellv. die Wehrmacht beim Einmarsch) sowohl von den Sudetendeutschen (fast zu 100%)...als auch von den Österreichern (mehrheitlich) gefeiert wurde. Darüber muss man nicht diskutieren, das ist in Bild, Ton und schriftlichen Dokumenten festgehalten.
    Darüber hinaus sollte man wissen, dass viele Gegner Hitlers nach dessen Machtergreifung in die Tschecheslowakei flohen. Dass Hitler von diesen Leuten nicht gefeiert wurde, das versteht sich von selbst.

    Auf das Abstimmungsergebnis vom 10. April 1938, wo 99,73% der Österreicher und 99,01% der Deutschen für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich stimmten, will ich als Argument gar nicht verweisen...da dies keine faire Abstimmung unter "normalen" Voraussetzungen war. Dass aber eine überwältigende Mehrheit der Deutschen und der Einverleibten Hitler dafür feierten...dazu kann es keine zwei Meinungen geben. Geschichte ist nun mal...so wie sie ist - egal ob sie einem passt...oder auch nicht.

    Zitat Michael

    Genau das meine ich: Wer, wie unser VW-Staat, auf das Klima scheißt, und wie die sich anbahnende Grokoli plant, die CO2-Ziele zu streichen, der sollte bedenken, in welches Glashaus dieser die Menschen damit führt. Die neuen Nazis schaffen es auf diese Art, die ganze Menschheit auszurotten, da haben wir tatschlich etwas gelernt. Dass der Papst Teil der Problems ist, darin sind wir uns natürlich einig, sie beten das Geld an, keine "Höhere Instanz", die sonst im Gewissen hätte sinn- und friedensstiftend wirksam werden müssen
    .

    "Ziele", das hört sich so harmlos an...aber wenn man sie ernst nimmt...dann muss man sie auch konsequent verfolgen. Im obigen Falle hieße das "Selbstzerstörung unserer Wirtschaft". So viele Braunkohlewerke kannst du gar nicht bauen...um so viel CO2 in die Luft zu ballern wie alleine die Kreuzfahrtschiffe auf dem Mittelmeer. Wer also meint wir müssen alle Braunkohlewerke abschalten...gleichzeitig aber für sich eine Kreuzfahrt bucht...der hat entweder nicht mehr alle Tassen im Schrank...oder er ist einfach nur schlecht informiert.

    Auch unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg gab es bereits Umweltaktivisten - hätten wir auf die gehört...würden wir heute noch wie Zombies von Ruine zu Ruine stolpern.

    Schaut man sich die Errungenschaften, bzw die Geschichten dahinter, der letzten hundert Jahre an - Errungenschaften, die uns das Leben angenehmer machten und noch machen...dann waren die "bösen Buben" immer maßgeblich dran beteiligt. Ohne sie müssten wir auf vieles verzichten....das wir heute so sehr schätzen. Solche Leute waren es, die federführend unser Land aufbauten. Halbkriminelle, Kriminelle...aber Macher. Das ist eben die Schattenseite des Erfolges - sie zu leugnen ist kindisch, sie zu verurteilen heuchlerisch. Und es sind doch gerade die Leute, die selbst den Arsch nicht hochbekommen...die anderen vorschreiben wollen wie diese ihre Geschäfte zu führen hätten. Danke, Braunkohle, dass du mir all die Jahre den Arsch gewärmt hast, aber morgen mache dich bitte vom Acker.

    Zitat Michael

    Die Offenbarung könnte somit durchaus als "Endabrechnung" aller Schäden betrachtet werden. Was diejenigen natürlich belastet, die Opfer billigend in Kauf nahmen. Jeder, der Leben dem Gewinnstreben opfert, ist gedanklich einer NAZI Idee anhängig. Da wir alle dieses tagtäglich in Kauf nehmen, erleben wir eine Welt, die uns nicht wirklich gefällt. Wir sagten bisher, "andere" hätten diese Dimension des Daseins bewirkt, doch wir nehmen es in KAUF. Der "Preis" ist ein Bewusstseinszustand, der vom Kreislauf aus Hass, Rache, Gewalt, Vergeltung, Mord und Totschlag geprägt ist und all diese Gefühle nähren einen von uns bewirkten Dämon der Angst. Ob es Egregror, Schemen, Elemental oder einfach nur Hirngespinst zu nennen wäre, die "Angst" vor einer Endabrechnung treibt diejenigen um, die lieber im kollektiv letalen "Weiter-So" um die Offenbarung ihres "Denksystems" herumkämen. Doch die Aufgabe eines Irrtums zu fürchten. ist Wahnsinn. Wahnsinn, der aus der Vorstellung resultiert, durch die Verbrechen des Egos das SELBST geopfert zu haben. Die Offenbarung wird jedoch offenbaren, dass das Ego schuldunfähig ist. Wer würde Verrückte durch Strafe therapieren wollen? Einzig der Weg aus der Verrückheit ist gradezurücken und in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen. Nach menschlichem "Ermessen" würden viele sich selbst in die Hölle verdammen, nach der Offenbarung wird der diesbezügliche Nutzen von Vergebung offenbar. Wer andere nicht in die Hölle schickt, erwartet auch keine für sein Selbst.
    Du kämpfst leidenschaftlich für deine Themen...das finde ich grundsätzlich gut. Was Du womöglich dabei vergisst, ist, dass du selbst vielleicht auch nicht viel anders bist...als diejenigen, die du anklagst. Du sagst:
    Jeder, der Leben dem Gewinnstreben opfert, ist gedanklich einer NAZI Idee anhängig.
    Jeder strebt nach Gewinn, auch Du! Während Du verurteilst, dass der VW Manager seinen persönlichen Gewinn in der Vermehrung seines Geldes sieht...verurteilt der Manager, dass Du deinen Gewinn (Lustgewinn) z.B. im Rauchen findest. Durch die Tabakernte sterben jährlich sehr viele Kinder. Man zeigt so gerne auf die anderen, ohne dabei auf sich selbst zu schauen. Jedes Jahr lese ich z.B. den Mist von den unnötigen Ausgaben für Silvesterfeuerwerk...während woanders Kinder verhungern. Das ist Blödsinn hoch3...solche Zusammenhänge überhaupt herzustellen. Ich könnte ja auch sagen mit den Ausgaben für Kinobesuche könnte man die Welt gleich 3x ernähren.
    So meint jeder worauf er selbst verzichten kann...darauf müssen die anderen dann auch verzichten.

  2. #27
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Du selbst hast oben die Schattenseite des mutmaßlichen Erfolges angesprochen. Natürlich nimmt jeder im Maßstab seiner persönlichen Handlungsbilanz an der Produktion von Schadensereignissen teil. Daher wäre es auch angemessen, dem jeweiligen "Verbraucher" die jeweiligen "Schattenseiten" in Rechnung zu stellen und vom scheinbaren Erfolg des Verursachers abzuziehen. Das wäre nicht der Tod der Wirtschaft, das wären verursachungsgerechte Marktbedingungen, die für alle Marktteilnehmer zu gelten hätten.

    Bei den Schattenseiten des Krieges und den damit erzielten Erfolgen für die Rüstungsindustrie bedeutet dieses Verursacherprinzip natürlich die Forderung nach "Reparationszahlungen", die daher an sich die Nachfolger der IG-Farben zu tragen gehabt hätten.

    Als Schlussfolgerung bleibt dann festzustellen, dass jeder seine eigenen Schattenseiten anzusehen hat und individuell zu einem eigenverantwortlichen Handeln finden sollte, das mensch vor sich selbst vertreten kann. Und die Folgen unserer Art zu wirtschaften, sind Kriege und Mangelzustände bei einem absehbaren Systemkollaps.

    Dazu wären globale vertretbare Verschmutzungsrechte insgesamt auf den jeweiligen Verbraucher umzulegen, indem die Schattenseiten zum BILANZBESTANDTEIL auf der jeweiligen Produktionsstufe werden und damit - dem Endpreis inhärent - auf die jeweilgen Verbraucher umgelegt werden können.

    Wir leiden jedoch neben diesen physischen Aspekten, die genau die Dichotmomien beinhalten, die Du oben ansprichst, jedoch ebenso an den emotionalen, mentalen und spirituellen Schattenseiten der Folgen eines kurzfristigen Gewinnstrebens für wenige Unternehmen mit seinen langfristigen Folgeschäden für alle Leidtragenden.

    In einer Bilanz von "Gewinn und Verlust" ist jeder Krieg langfristig ein Minusgeschäft, doch kurzfristig ein Gewinn in der Unternehmensbilanz. Diese Dominanz einer kurzfristigen "Bilanzierung" führt zu langfristig untragbaren Schäden. Doch trotz aller Unkenrufe der Börsianer redeten heute die koranischen Vereinigungsminister heute mal darüber, was für sie ein "Gewinn" wäre: Leben, nicht der Tod.

    Würden wir die Hälfte der globalen Rüstungsausgaben in den Erhalt des Planeten "investieren", könnte das, was Markt bewirken soll, nämlich eine Allokationsfunktion zu erfüllen, tatsächlich erfüllt werden.

    Zum Wirtschaftskrieg gegen Venezuela sagt ja auch niemand etwas. Unsichtbar geführt von der Weltbank. dem IWF und dem Konkurrenzkartell bringt diese Art von Feldzug das letzte Argument für ein globales Marktversagen: Wenn die "Allokationsfunktion" derart be- und verhindert werden kann, kann willkürlich mit ganzen Völkern spekuliert und gespielt werden. Was dies ermöglicht, ist abgestimmtes Verhalten marktbeherschender Strukturen.

    Wie alles in der Dualität kann abgestimmtes Verhalten Fluch und Segen zugleich sein. In Schweden sammeln die Menschen beim Joggen herumliegenden Müll ein. Nicht, um die Straßenreinigung ehrenamtlich zu übernehmen, sondern um durch das Beispiel aufzuzeigen, wie blöde es ist, sich der Schattenseiten des Konsums auf eine unorganisierte Art zu entledigen.

    Organisiert werden unsere "Schattenseitenkreisläufe" seit den 70érn des letzten Jahrhunderts. Damals wurde Giftmüll aus dem Ruhrgebiet von der Mafia in Sizilien illegal entsorgt und heute von der gleichen Struktur "wiedergefunden" und zurück nach Deutschland verbracht, wo der Mafia-Schaden dann durch EU-Subventionen behoben wird. So standen die Mafia-Paten schon bei der "Befreiung" durch die Amerikaner mit Fähnchen im Wind und der Eroberung Europas waren keine Grenzen mehr gesetzt. Es bleibt festzuhalten, dass die Mafia über "Planungszeiträume" hinweg agiert, die den Staatengemeinschaften fremd sind. Das sind eben noch echte Familienbetriebe und die denken langfristiger, als dies in Legislaturen grundsätzlich möglich ist.

    Allein der Umstand, dass wir weiterhin weder deutsche noch europäischen Mafiagesetze besitzen, macht uns zum Tummelplatz von Strukturen, deren Schwarzgelder den hiesigen Wirtschaftskreislauf von innen heraus zersetzen. Die Finanzwirtschaft, die die Unterwanderung des Staates durch staatsfeindliche Strukturen erst ermöglicht, sagt, genau wie die Rüstungsproduzenten: Wenn wir den Gewinn nicht mitnehmen, dann eben ein anderer.

    An genau diesen Mitnahmeeffekten und schlechten Ausreden erkrankt die Welt. So wäre ein Nicht-Nazitum darin zu finden, Energie-, Konsum- und Verbrauchsbilanzen aufzustellen, die alle Schattenseiten im PREIS abbilden. Inklusive Arbeitsschutz für die Arbeiter auf den Tabakplantagen und natürlich das Verbot und die Ächtung von Kinderarbeit. Damit hast Du sicher Recht: ALLES muss auf den Tisch und nichts darf mehr unter den Teppich gekehrt werden. Globale Schattenseitentransparenz ist daher die einzig logische Schlussfolgerung, der "Wirtschaft" die Mitwelt zu erhalten, die sie für ihr eigenes Überleben zwingend benötigt. Die Glaubenssätze der BWL blenden jedoch aus, dass Umwelt, Planet und Mensch mehr als kalkulatorisch austauschbare Randgrößen abbilden.

    Ich bleib dabei: Der Nazi beginnt in unserem eigenen Kopf. Ich bin ein Nazi, wenn ich nun zum zweiten Mal auf die Opfer meines Tabakkonsums hingewiesen werde und die Opfer billigend und nun sogar bewusst in Kauf nehme. Ja, wir alle sind privat heute grundsätzlich gegen die Sklaverei, doch schon beim T-Shirt-Kauf weiß jeder Mensch, dass Sklaverei diesen Preis ermöglichte und auch der Premium Marktführer zum gleichen Hungerlohn produzieren lässt.

    Es sind diese gespaltenen Grundprämissen, die eine eindeutig schizophrene Wahrnehmung bewirken. Die Differenz zwischen innerem WOLLEN und äußerem Tun könnte als Gradmesser der Angst gesehen werden. Ich will ja keine Kinder durch mein Rauchen umbringen, doch ich tue es offensichtlich. Und natürlich erzeugt diese Dichotomie dann Angst vor einer dritten Verurteilung meines ambivalenten Verhaltens, der kein logisches Argument entgegenzusetzen ist. Natürlich ist das Rauchen strikt und konkret stückweise suizidal, auch das ist mir wohl bewusst. Ein kleiner Krieg gegen das Selbst, der, wenn er als das erkannt wird, was er ist, anders wahrgenommen wird als noch zuvor.

    Der große Krieg des Egos gegen das SELBST ist, was wir in jedem Krieg, in jedem Angriff und in jeder selektiven Ausblendung von Menschlichkeit wirklich beabsichtigen. An sich könnte unser immer noch wirksames Verhalten in der Bewusstseinsgesamtsumme nur als suizidaler Nihilismus bezeichnet werden. Würde eine spirituell geprägte DASEINSBERECHTIGUNG Raum im individuellen Bewusstsein finden, wäre all das Morden für "Gewinn" als eindeutiger Verlust entlarvt und erkennbar. Für die Seele ist es kein Gewinn "so" zu sein und sie weiß es...

  3. #28
    Neil Molchberg
    Laufkundschaft

    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen

    ... Fakt ist, dass Hitler (stellv. die Wehrmacht beim Einmarsch) sowohl von den Sudetendeutschen (fast zu 100%)...als auch von den Österreichern (mehrheitlich) gefeiert wurde. Darüber muss man nicht diskutieren, das ist in Bild, Ton und schriftlichen Dokumenten festgehalten.

    "Fakt ist, ..." Wie sollen die fast 100% festgehalten sein? Gab es seriöse Umfragen oder geheime Abstimmungen? Festgehalten wurde, wie ein Teil feierte, der andere Teil wurde nicht festgehalten.

  4. #29
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Artikel 61 der Verfassung der Weimarer Republik betraf Deutschösterreich. Das wurde von einer SPD-geführten Regierung durchgesetzt. Auch in Deutschösterreich hatte sich eine SPÖ-geführte Regierung bereits 1918 für den Anschluß starkgemacht. Es war allgemeiner Tenor in deutschen Landen, daß alle Deutschen in einem Staat leben sollten. 1918 herum war das LINKE Politik, weil das Establishment das nicht wollte. Heute ist es rechts, den Anschluß auch nur positiver Art in den Mund zu nehmen. Weil das Establishment, daß heuer linksgrün ist, so etwas nicht möchte.
    War Hitler in Wirklichkeit ein Linker? Er hat den Traum der Linken schließlich gegen den Willen des politischen Establishments durchgesetzt. Fragen über Fragen.

    Seriöse Umfragen gab es bereits kurz nach dem Krieg in Tirol und Salzburg. Knapp 100% der Befragten gaben an, zum Reich gehören zu wollen, nicht zu Italien und nicht zu einem Neukonstrukt namens Deutschösterreich. Die Entente verbot daraufhin weitere geplante Umfragen in Niederösterreich und Wien. - An der Grundstimmung dürfte sich angesichts der desolaten Wirtschaftslage Österreichs um 1937 nichts geändert haben.

    weitere Ausführungen hier

  5. #30
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Zitat Neil Molchberg

    "Fakt ist, ..." Wie sollen die fast 100% festgehalten sein? Gab es seriöse Umfragen oder geheime Abstimmungen? Festgehalten wurde, wie ein Teil feierte, der andere Teil wurde nicht festgehalten.
    Wir beide werden hier nicht auflösen können...worüber sich Historiker seit Jahrzehnten streiten.

    Der Ausgangspunkt war der....dass die Außenwahrnehmung Hitlers bis zum Jahr 38 eine andere war als in der Zeit danach. Dass ihn viele Menschen auch schon vorher durchschauten...das ist unstrittig.

    Ein Linker war Hitler ganz gewiss nicht. Man weiß, dass er sich intensiv mit Marx befasste und sich anfangs auch für einige seiner Denkansätze begeistern konnte. Das hatte sich dann aber auch relativ schnell wieder erledigt. Ich finde man adelt Hitler und die Nazis...wenn man sie ideologisch verortet. Egal welcher Ideologie man nachhängt...das alleine sagt noch nicht besonders viel aus. Das ist heute auch nicht anders - ob nun jemand Steine auf Polizisten wirft...oder ob jemand Flüchtlingsheime ansteckt...da ist der eine so unpolitisch wie der andere. Das sind Verbrecher...die man im besten Falle einer Szene zuordnen kann. Die Zustimmung bekam Hitler für seine "Mission"...aber nicht für seine Innenpolitik. Hitler machte ja nicht mit dem Kindergeld oder anderen innenpolitischen Themen Wahlkampf. Sein Faustpfand waren die Kommunisten und der Versailler Vertrag. Die Deutschen haben ja heute noch Angst vor einer rot rot grünen Regierung. Überspitzt formuliert könnte man sagen, dass das damals eine Wahl zwischem Kim Jong un und Trump war - nur hatte Kim Jong un kein Gesicht...er war die große Unbekannte. "Make Germany great again"...das war Hitlers Anliegen.

    Für uns ist es heute sicherlich schwer nachzuvollziehen was die Ruhrbesetzung oder die Ausbeutung des Saarlandes für die Menschen bedeutete...in einer Zeit...wo die Deutschen ohnehin schon am Boden lagen...trat man nochmal heftig nach. Dass die Leute dann Feuer und Flamme sind...wenn dann jemand auftaucht und sagt " Den Franzosen und Engländern treten wir mal ordentlich in den Arsch"...das ist kein unerklärliches Phänomen...sondern einfach nur eine logische Konsequenz. Wäre es nur ums Prinzip gegangen...hätte man auch eine Wut auf Amerika gehabt - diese Wut gab es aber nicht, weder bei den Deutschen...noch bei Hitler. Heute kann man sagen, dass die Deutschen wenigstens versucht haben ihre Schuld aufzuarbeiten...was man von den Alliierten nicht gerade behaupten kann - die denken noch nicht mal dran über den Versailler Vertrag auch nur ein Wort zu verlieren...zumindest nicht von offizieller Seite.

    Es gibt kein "Thema Hitler"...höchstens für die Forensik oder die Psychiater. Aber es gibt ein Thema "Nazis"...denn die waren seit 1918 schon da. Die Nazis haben Hitler erschaffen - und nicht umgekehrt. Dass sie in ihm den "passenden" Frontmann fanden...das war dann leider unser aller Schicksal.
    Geändert von anderedimension (09.01.18 um 22:26 Uhr)

  6. #31
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Zitat Michael

    Du selbst hast oben die Schattenseite des mutmaßlichen Erfolges angesprochen. Natürlich nimmt jeder im Maßstab seiner persönlichen Handlungsbilanz an der Produktion von Schadensereignissen teil. Daher wäre es auch angemessen, dem jeweiligen "Verbraucher" die jeweiligen "Schattenseiten" in Rechnung zu stellen und vom scheinbaren Erfolg des Verursachers abzuziehen
    Siehst Du, genau das ist der Punkt. Wer bestimmt...was auf die Haben und was auf die Sollseite gehört? Ist doch genau der Grund...warum ausser sie sich selbst...niemand mehr die Grünen wählt. Die Leute haben von der Bevormundung und dem Oberlehrergeschwätz die Schnauze voll...die Grünen längst durchschaut. Solche Leute sind eben keine Macher...weil sie nicht in der Lage oder gewillt sind etwas konsequent zu Ende zu denken. Bei ihnen würde der Liter Sprit 5 Euro kosten, aber es gäbe keine Autos mehr. Die Wollen Atom-und Braunkohlewerke abbauen, aber keine Windräder aufbauen...um den Ohrenkneifer nicht in seiner Ruhe zu stören. Die haben seit den 70ern nichts, rein gar nichts dazugelernt. Ihr "Glück" ist, dass es so viele doofe Studenten wie noch nie gibt...ansonsten wären sie schon längst von der Bildfläche verschwunden.

    Zitat Michael

    Bei den Schattenseiten des Krieges und den damit erzielten Erfolgen für die Rüstungsindustrie bedeutet dieses Verursacherprinzip natürlich die Forderung nach "Reparationszahlungen", die daher an sich die Nachfolger der IG-Farben zu tragen gehabt hätten.

    Als Schlussfolgerung bleibt dann festzustellen, dass jeder seine eigenen Schattenseiten anzusehen hat und individuell zu einem eigenverantwortlichen Handeln finden sollte, das mensch vor sich selbst vertreten kann. Und die Folgen unserer Art zu wirtschaften, sind Kriege und Mangelzustände bei einem absehbaren Systemkollaps.
    Scheinbar gehören Kriege zu einem "funktionierenden" System dazu. Die Amis kamen erst durch ihren Eintritt in den 2. Weltkrieg wieder auf die Beine. Das, was Trump sich wünscht...das erfolgreiche Amerika der 50er Jahre...war ein "Verdienst" des zweiten Weltkrieges. Trotz vieler Beschäftigungsprogramme (Bau von Dämmen, Tunnel, Straßen, ....) stand das Land wirtschaftlich am Abgrund. Das lässt sich aber nicht 1:1 auf uns Deutsche übertragen, was manche Historiker gerne tun...denn wir waren schon vor dem 1. Weltkrieg eine Weltwirtschaftsmacht - und nach dem 2ten halt wieder

    Zitat Michael

    Zum Wirtschaftskrieg gegen Venezuela sagt ja auch niemand etwas. Unsichtbar geführt von der Weltbank. dem IWF und dem Konkurrenzkartell bringt diese Art von Feldzug das letzte Argument für ein globales Marktversagen: Wenn die "Allokationsfunktion" derart be- und verhindert werden kann, kann willkürlich mit ganzen Völkern spekuliert und gespielt werden. Was dies ermöglicht, ist abgestimmtes Verhalten marktbeherschender Strukturen
    Wo hast denn Du dein Geld liegen? Unter dem Kopfkissen? Die Bank verwaltet dein Geld - sie stellt Bedienstete, Räumlichkeiten, Geldautomaten und die Infrastruktur zur Verfügung. Du nimmst ihre Dienstleistungen in Anspruch. Und wenn Du einen Kredit benötigst....wer gibt dir...ausser der Bank...das Geld?
    Und hältst Du es für selbsverständlich, dass man einem völlig fremden Menschen vertraut...ihm tausende von Euro in die Hand drückt? Ich bin kein Fürsprecher der Finanzwelt, aber man sollte eben auch die positiven Aspekte sehen. Sich überall nur das herauszupicken...was einem gerade nicht passt...das ist unreflektiert und unfair. Wenn Du freiwillig am Markt teilnimmst...dann hast du auch dessen Gesetze zu akzeptieren. Wenn Leute mit deiner Einstellung die Regeln bestimmen dürften...dann würde es keine Banken mehr geben. Überall...wo man auf diese Weise reglementiert...herrscht Elend, Armut und eine noch größere Ungerechtigkeit...als wenn man die Dinge laufen lässt. Es gibt zum Kapitalismus keine Alternative...weder theoretisch...und schon gar nicht in der Praxis. Wenn Du lernst zu akzeptieren...was ohnehin nicht zu ändern ist...dann sparst du jede Menge Energie. Auch hier greifen die Naturgesetze.

    Zitat Michael

    Allein der Umstand, dass wir weiterhin weder deutsche noch europäischen Mafiagesetze besitzen, macht uns zum Tummelplatz von Strukturen, deren Schwarzgelder den hiesigen Wirtschaftskreislauf von innen heraus zersetzen. Die Finanzwirtschaft, die die Unterwanderung des Staates durch staatsfeindliche Strukturen erst ermöglicht, sagt, genau wie die Rüstungsproduzenten: Wenn wir den Gewinn nicht mitnehmen, dann eben ein anderer.
    Ist doch mal ein schönes und aktuelles Beispiel. 140 Mafiosis wurden festgenommen, davon einige in Deutschland. Sie verdienen durch die kriminelle Müllentsorgung ihr Geld - entsorgen unseren Plastikmüll im Meer. Klar, das sind Verbrecher, das sind Schweine. Aber was sind wir? Würden wir keinen Plastikmüll produzieren, könnten die ihn nicht illegal entsorgen. Und das scheint mir so die allgemeine Mentalität zu sein - jeder zeigt auf wen, der noch schlimmer ist als man selbst.

    Zitat Michael

    Ich bleib dabei: Der Nazi beginnt in unserem eigenen Kopf. Ich bin ein Nazi, wenn ich nun zum zweiten Mal auf die Opfer meines Tabakkonsums hingewiesen werde und die Opfer billigend und nun sogar bewusst in Kauf nehme. Ja, wir alle sind privat heute grundsätzlich gegen die Sklaverei, doch schon beim T-Shirt-Kauf weiß jeder Mensch, dass Sklaverei diesen Preis ermöglichte und auch der Premium Marktführer zum gleichen Hungerlohn produzieren lässt.
    Nazi heißt Nationalsozialist - nicht mehr und nicht weniger.Man bescheisst sich selbst...wenn man diesen Begriff zum Synonym für alles mögliche macht. Wie so etwas ausgeht, das hast du bei der Pegida gesehen. Die Nazis waren z.B. keine Anti-Islamisten. Im Gegenteil, arabische und persische Führer gingen bei Hitler ein und aus...bekamen Staatsempfänge. Und aus dem Iran kommt ja auch der Stamm der Arier. Und die Iraner sind tatsächlich, so meine subjektive Wahrnehmung, die schönsten Menschen der Welt. Egal wo ich auf der Welt war, an die Iraner und Iranerinnen reicht niemand heran.

    Zitat Michael
    Es sind diese gespaltenen Grundprämissen, die eine eindeutig schizophrene Wahrnehmung bewirken. Die Differenz zwischen innerem WOLLEN und äußerem Tun könnte als Gradmesser der Angst gesehen werden. Ich will ja keine Kinder durch mein Rauchen umbringen, doch ich tue es offensichtlich. Und natürlich erzeugt diese Dichotomie dann Angst vor einer dritten Verurteilung meines ambivalenten Verhaltens, der kein logisches Argument entgegenzusetzen ist. Natürlich ist das Rauchen strikt und konkret stückweise suizidal, auch das ist mir wohl bewusst. Ein kleiner Krieg gegen das Selbst, der, wenn er als das erkannt wird, was er ist, anders wahrgenommen wird als noch zuvor.
    Du musst dich nicht für das Rauchen rechtfertigen...so wie sich die Frau nicht für ihren Lippenstift rechtfertigen muss...für den Tiere sterben, oder der Öko-Aktivist für sein Handy...in dem Metalle verbaut sind...für deren Gewinnung wir andere Länder ausbeuten. Was solche "Sünden" betrifft..gibt es nicht "die da oben" - die da oben machen das...weil wir da unten das so wollen. Wir sitzen also alle im gleichen Boot. Man muss die Menschen "mitnehmen" und nicht "anklagen"...will man etwas verändern - und genau daran scheitern die Grünen dieser Welt. Sie wollen verbieten und von oben herab diktieren...statt zu überzeugen. Wenn ich von jemandem überzeugt bin...dann folge ich ihm gerne. Behandelt er mich aber von oben herab...dann folge ich ihm schon aus Trotz nicht...egal wie recht er in der Sache hat. Nicht die Mahner...sondern die Macher verändern die Welt. Dort wo Grüne das Sagen, die Verantwortung hatten...scheiterten sie kläglich. Und es ist völlig egal ob die USA sich vom Klimaabkommen verabschiedet...oder die Chinesen dabei bleiben - das ist alles nur Theorie. Am Ende zählt das Ergebnis.
    Geändert von anderedimension (10.01.18 um 13:10 Uhr)

  7. #32
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    Hitler und Käthe Kollwitz

    Eine Episode, die Leni Riefenstahl in ihren Memoiren I, S. 182 überliefert:

    erstellt von Leni R.:

    Als sie [Hitler und Hanfstaengl] mein Atelier betraten, blieben Hitlers Augen auf den Kohlezeichnungen von Käthe Kollwitz hängen.

    "Das gefällt Ihnen?" fragte er.
    "Ja - Ihnen nicht, Herr Hitler?"
    "Nein", antwortete er, "die Bilder sind zu traurig, zu negativ."
    Ich widersprach: "Ich finde die Zeichnungen ergreifend, der Ausdruck von Hunger und Not in dem Gesicht der Mutter und des Kindes ist genial gestaltet."
    Hitler sagte: "Wenn wir an die Macht kommen [das Gespräch fand 1932 statt], wird es keine Not und kein Elend mehr geben."
    Dann wandte er sich von den Bildern ab und mein Mädchen servierte den Tee. Die Worte Hitlers mochte ich nicht, sie machten mich betroffen - ich sah, daß er wenig oder nichts von Malerei verstand.
    Ich vermute, es handelte sich um dieses Bild:

    Käthe-Kollwitz-Bild-vom-Elend.jpg

  8. #33
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Zu Hitler wurde schon so viel gesagt, dass ich kaum was Neues beitragen könnte.

    Was mich an der ganzen Angelegenheit immer wieder erstaunt, ist die Tatsache, dass ein so mittelmäßiger, spießiger, durchschnittlich intelligenter, hässlicher und uninspirierter Mensch wie AH so viele Anhänger, Follower, bedingungslose Ergebene, fanatisierte Massen mobilisieren und hervorbringen konnte.

    Schaut man sich Hitler ohne all das Brimborium, die Inszenierungen und Legenden an, reduziert man ihn auf sich selbst, so bleibt fast nichts. Ein erschreckend beschränkter, neurotisch fixierter, auf ein einzige Thema reduzierter Psychotiker, der die halbe Welt ins Unglück zu stürzen vermochte. Natürlich hatte er unzählige Helfer, doch die mussten doch erst dazu gebracht werden, seinem Wahnsinn zu folgen.

    Als 'Erklärung' bleibt für mich, dass es offensichtlich nur eines gewissen Ausmaßen an Fanatismus und hypnotischer Suggestion bedarf, um mit dem Menschen alles machen zu können. Dazu eines gewissen Zeitgeistes, Trends und Unzufriedenheit, dann ist alles möglich.

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