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Thema: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

  1. #1
    adwinna
    Status: ungeklärt

    Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Schönen Abend an alle "Intelligenten Menschen" da draußen! Nachdem ihr alle den anschein macht, als wärt ihr nicht gerade auf den Kopf gefallen, würde mich eure Meinung zum Nazi Volk, Hitler Zeit interessieren. Bin schon mal sehr gespannt was da für nette Antworten auf mich zukommen. Schönen Abend noch.
    adwinna

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Über die NS-Zeit kann man sicherlich diskutieren, wenngleich ich nicht erkennen kann, weshalb das in einem Literaturforum geschehen sollte - über Deppenbegriffe wie "Nazi Volk" allerdings nicht.
    K.

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    adwinna, normalerweise würd' ich Dich willkommen heißen. Heiß ich nicht. Gibst Dich als Psychologin aus, beherrschst aber weder Interpunktion - in Deinem Profil fehlt ein Komma - noch Fragen des guten Geschmacks.
    Hier werden Texte besprochen! Wo ist Deiner? Obiger soll Dein Eingangs-Text sein? Vergiß es! Du willst Ideen und Meinungen von anderen, lieferst aber selber nichts? So läuft das hier nicht.

  4. #4
    adwinna
    Status: ungeklärt

    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Wer wird denn hier gleich so jähzornig werden? Ihr beweist nicht gerade Stil, meiner Meinung nach seid ihr ein kleiner Haufen von Möchtegern-Gebildeten. Ihr seid auch nicht besser als die anderen und falls ihr meinen solltet ihr seid es doch, tut ihr mir wirklich leid. Außerdem versuche ich gerade eine Studie zu erstellen, zum Thema "Das dritte Reich" und hätte eigentlich gehofft dass ich ein paar nette Antworten bekomme. Tut mir leid das ich euch überschätzt habe. Ihr seid wirklich arm dran, wenn ihr beide schon durch so simple Fragen überfordert seid. Im übrigen, meine Rechtschreibfehler und sonstige Dinge gehen Dich einen Scheißdreck an, verstanden? Lern doch erstmal selbst die neue Rechtschreibreform anzuwenden. Aber wenn man es so nötig hat sich vor anderen zu profilieren, kann ich das schon verstehen.

    P.S.: Diese Antwort ist nicht auf alle hier bezogen.

  5. #5
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Abendbrot war nicht so doll. Also streit ich ein bißchen mit Dir, kleine Glitterfäkalie.

    Du willst also eine Studie erstellen zum dritten Reich? Anfangs die Frage: Muß ich die 3 jetzt groß schreiben oder großschreiben oder kann ich es auch weglassen?
    Nett ist mein Fleischer. Nett ist auch Miß Germany. Ich bin es nicht. Wer's mit irgend etwas ernst (Ernst) meint, der darf nicht nett sein, der muß es eben nicht sein.
    Deine locker-flockige Art ist imponderabel in bezug aufs Thema. (Übrigens kann ich mir hier einen Seitenhieb auf die Rechtschreibreform nicht verkneifen: Nach der müßte ich in bezug auf genau wie mit Bezug auf schreiben, nämlich groß. Was denkst Du, Liebenswerteste, warum ist das dumm und falsch? - Wenn Du mir das beantworten kannst, geb ich Dir gerne ein paar Ansichten aus dem Nähkästchen in bezug und mit Bezug aufs Nazionelle preis. Schließlich willst Du ja was, nicht ich. Halt, falsch! Ich will von Dir einen Text. Bist Du bereit dazu, Glitterfäkalie?

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Mal was konstruktives (für die zu erstellende Studie):

    Ich finde Nazis doof, und der Hitler war voll gemein!

    Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Sehr schön Mark, sowas lag mir auch auf der Zunge. Du hättest noch erwähnen sollen, daß Du Gewalt gegen Tiere und Kinder echt voll daneben findest.

    In diesen Beiträgen finden sich schöne Beispiele für die oft gepriesene Diskussionskultur dieses Forums. Ein Herr von W. nimmt Glitterfäkalien in den Mund - bäh! Andererseits ist es einfach unhöflich, hereinzuplatzen und herumzumotzen. Provokation ist schön und gut, aber ich will schon wissen, wer provoziert und warum- "Da könnte ja Jeder kommen". Zumal die Provokation auf keinem sehr hohen Nivea daherkam. Und dabei vermute ich sogar, daß die Rechtschreipfehler teilweise Absicht sind...

  8. #8
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Liebe Psychologin, wissenschaftelnd in Sachen Seele und deren Erderscheinungen. Eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht äußern, bin nur Koch und Märchenerzähler, aber ich kann nicht anders, DENN ICH HABE NICHT DIE GNADE EINER SPÄTEN LABERNDEN GEBURT, UND ISMEN SIND JETZT UND ÜBERALL.
    Werte Psychologin, was ist mit den Seelen der Opfer? Kann es ihnen nicht schnurz wurscht egal sein, von welchem gerade herrschenden Ismus sie gefoltert und über den großen Fluß geschickt werden? Völlig gleich, wer sie mit Stiefeln tritt und anschließend vergast, Schwangere aufschlitzt und die noch lebenden aus einem Flugzeug (ausreichende Höhe selbstverständlich) abwirft? Des heiligen Glaubens Willen Menschen mit Autos in die Luft bombt (näher mein Gott zu Dir), oder als östlichster Verbündeter Elektroden an die Hoden (hoppla, das reimt sich; vielleicht Spruchband) legt, damit es richtig schöön kommt? Und und UND UND?
    Bitte, was ist mit den Opfern? Ich, für meinen Teil, versuche zu lachen.

  9. #9
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Ja, das schien lustig gewesen zu sein. Mehr davon. Ich hoffe ihr werdet nicht zahm. Habt einige schöne Gelegenheiten ausgelassen in letzter Zeit.

  10. #10
    Gast
    Status: ungeklärt

    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Kleiner Leitfaden zur Gesprächskultur in diesem Forum, allen Neulingen angeraten.

    Ausdrücklich darf dieser Eintrag von Robert geändert oder auch gelöscht werden, wenn ich Schwachsinn geplappert haben sollte.

    Hier wird scharf geschossen. Ein dickes Fell über filigranem Seelchen ist unabdingbare Voraussetzung um Roberts, Rodbertus', aeroliths und welche Decknamen unser Platzhirsch sonst noch so benutzen mag, Kommentare zu ertragen. Das Lesen von 10 - 20 Ordnern mag dienlich sein, den Geist von diesem elitären Dünkelverein zu verstehen. Was soll man auch mit Leuten, die schon am ersten Tag und nach dem ersten Angeblaffe das Handtuch schmeißen? Mit denen ist Exploration nicht machbar.

    Die meisten Neulinge machen die selben Fehler. Mit bebenden Sinnen warten sie auf die Bestätigung ihrer Genialität und werden pappig, wenn diese nicht postwendend erfolgt. Inzwischen könnte ich die Argumente durchnummerieren.

    1. Ständiger Hauptvorwurf. Ihr seid nicht freundlich genug.
    2. Ihr habt eine starre, rigide Einstellung zur Literatur
    3. Das war mein erster Versuch.
    4. Nur der Inhalt ist wichtig. Was stört Euch an Experimentalliteratur

    Zu 1. Einige sind freundlich, andere nicht, wenn es um das Wort geht. Als Neuling ist man geneigt, den ersten Kommentaren zu viel Gewicht bei zu messen. Aber meistens findet sich sehr schnell eine Bezugsperson - langsam angehen lassen

    Zu 2. Ja. Haben wir. Es gibt immer eine bessere Formulierung. Die Beiträge sollen in der Qualität überdurchschnittlich sein/werden und deswegen wird "schlechtes Schreiben" nicht mit "künstlerischer Freiheit" entschuldigt.

    Zu 3. Das ist kein Milderungsgrund

    Zu 4. Dafür gibt es nur ein sehr eingeschränktes Zielpublikum

    Ja, vielleicht würde entsprechende Gebrauchsanleitung viel böses Blut ersparen?

  11. #11
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Entstehung des Nationalsozialismus

    Max Scheler, der Begründer der psychologischen Anthropologie schrieb 1916 in seiner glanzvollen nationalpädagogischen Erörterung Die Ursachen des Deutschenhasses (Leipzig 1916) auch übers Kommende.
    In Deutschland gab es wie in den Entente-Ländern zwar keine Kriegszieldiskussion. Das änderte sich nach Ablehnung des Friedensvorschlages der Mittelmächte von 1916. Nun suchte man in Deutschland Gründe für den Krieg, für eventuelle spätere Prävention, suchte Schuldige und eigene Verstrickung. Scheler untersuchte nach den Ursachen des Hasses der Entente auf v.a. die Deutschen (die Mitte Europas) und fand verschiedene Erklärungen, die jetzt wiederzugeben nicht der Ort ist. Diese Erklärungen lagen samt und sonders in der Vergangenheit und begründeten den Haß der Peripherie auf die Mitte.
    Das reichte Scheler nicht für eine Antizipation. Also schaute er, was getan werden müßte, in Deutschland getan werden müßte, um den Haß zu mildern, ihm vielleicht sogar produktiv zu begegnen, gar umzukehren, was seiner Hoffnung letzte Begegnung blieb.


    Er fand folgende Verbindung: - es stellte sich im Verlaufe des ersten Krieges heraus, daß D.s Zukunft nur in der Verbindung des Ältesten und Jüngsten liegen könne, daß sich die noch nicht vom Geiste des Kapitalismus angefreßnen (d.s. die radikal-konservativen Kulturelemente), daß sich also der germanische und gleichzeitig christliche Korporationsgedanke mit dem Geist des Gesinnungsmilitarismus und das formale deutsche monarchische Staatsethos mit der innerlich neugeformten Arbeiterbewegung, soweit diese nicht vom Geist des bürgerlichen Liberalismus angesteckt und nur ein etwas radikalerer Schleppträger desselben wurde, zu einer einzigen moralischen Macht zusammenschließen müßten (obige Schrift, S. 38)


    Das ist der Anfang aller politischen Bewegnis, die moralische Macht.

  12. #12
    kls
    Status: ungeklärt

    Haß der Peripherie auf die Mitte?

    Es wird Dich wohl kaum überraschen, aber ich komme da nicht mehr hinterher. Haß der Peripherie auf die Mitte? Wir Deutschen sind doch beliebt? Hitler, Müller, Beckenbauer, und überhaupt, dass so ein kleines Land die Welt dermaßen in Atem halten kann. Das Land der Dichter und Generäle...


    Ob Deutschland den ersten Weltkrieg begann? Wen interessiert das denn noch? Außer vielleicht einigen Historikern, die im Nachhinein Kausalitätsketten festlegen. Da die Geschichtsbücher von den Siegern geschrieben werden, ist es kaum verwunderlich, wenn die Deutschen mit der Arschkarte bedacht wurden.


    Warum beschäftigt Dich die historische Schuldfrage überhaupt so sehr?


    Nein, ich will nicht schon wieder destruktives Nölen von mir geben. Aber einen Text wie folgt:


    "es stellte sich im Verlaufe des ersten Krieges heraus, daß D.s Zukunft nur in der Verbindung des Ältesten und Jüngsten liegen könne, daß sich die noch nicht vom Geiste des Kapitalismus angefreßnen (d.s. die radikal-konservativen Kulturelemente), daß sich also der germanische und gleichzeitig christliche Korporationsgedanke mit dem Geist des Gesinnungsmilitarismus und das formale deutsche monarchische Staatsethos mit der innerlich neugeformten Arbeiterbewegung, soweit diese nicht vom Geist des bürgerlichen Liberalismus angesteckt und nur ein etwas radikalerer Schleppträger desselben wurde, zu einer einzigen moralischen Macht zusammenschließen müßsten?


    ist für mich unverständlich.


    Deutschlands Zukunft nur in Verbindung des Aeltesten und Jüngsten...


    Germanische und gleichzeitig christliche Korporationsgedanken mit dem Geist des Gesinnungsmilitarismus...


    Formales deutsches monarchistisches Staatsethos (...)zu einer einzigen moralischen Macht zusammengeschlossen...


    Worauf willst Du hinaus? Was hat Moral mit Politik zu tun? Politische Gebilde werden, wie alle komplizierten Strukturen, von gelegentlichen Anfällen chaotischer, vordergründig destruktiver Entwicklung heimgesucht.


    Ich spreche mich frei von der Schuld meiner Vorfahren! Ich trage ausreichend an meiner eigenen Schuld.


    Ich bin stolz darauf ein deutscher Schaeferhund zu sein...kls...

  13. #13
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Schuldfrage

    Mit der Schuldfrage steht und fällt alles. Wer aber sagt Dir denn, daß die Sieger ewig Sieger bleiben müssen? Alles ist im Fluß und aus Niederlagen heißt es zu lernen. Ein Hund wahrlich, wer das nicht versteht.
    Und dann was Neues für Dich, Pockennarbe: Nimm Dir Zeit für die Suche nach dem Gral!

  14. #14
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Robert Du schreibst:
    Mit der Schuldfrage steht und fällt alles.
    Das sehe ich genauso, allerdings weiß ich oft nicht wo ich mit meinem Denken einsetzen soll, sicher ist der 1. Weltkrieg ein Vorbote des 2. gewesen, aber musste der 2. wirklich kommen - meiner Meinung nach nicht. Es ist möglicherweise eine Frage der Mentalität, ein sogenannter Tatmensch wird den Teufel tun, sich in Kausalitätsfragen zu verstricken, er wird immer versuchen Knoten zu durchtrennen, nicht zu entwirren. Ich selber neige dazu Schuld anzuerkennen und zu versuchen daraus etwas zu erkennen und vielleicht zu ändern. Die dumme und gewissenlose Ausblutung der 3. Welt ist für mich der moralische Zündstoff unserer Zeit, er wir Kriege gebähren, Völkerwanderungen auslösen und Millionen Tote fordern. Zu stoppen wäre er höchstens durch eine wirkliche Bereitschaft Wohlstand zu teilen, mit weniger zufrieden zu sein, zurückzustecken, zu verzichten. Letztlich liegt der Zynismus bei jedem persönlich, wer gibt z.B. freiwillig 15% seines Nettoeinkommens für die Unterstützung armer Länder? Dies würde für niemanden in Europa und Amerika bedeuten zu verhungern (ich klammere mal die 10% wirklicher Härtefälle aus), aber es würde Verzicht bedeuten. Die "mir hilft ja auch keiner " Mentalität sitzt uns tief in den Knochen, sie wird aber möglicherweise dazu führen, daß wir alles verlieren.

  15. #15
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Da hab ich doch gestern tatsächlich vergessen, das aufzuschreiben, was ich mir so gedacht hatte. Ohoh, ich werd wohl alt, wenn ich schon denke, daß Denken gleichzusetzen ist mit Niederlegen.


    Also, mein Lieber: Das hab ich mir schon so gedacht, daß Dir Patrioten suspekt sind. Wenn Du jetzt aber denkst, da? ich mich zu dehnen stelle, die mit der Fahne unterm Kopfkissen schlafen, dann hast Du Dich geschnitten. Ich bin gegen die BRD, war gegen die DDR, war und bin gegen Staaten überhaupt, sofern sie Nationalstaaten sind, habe gegen Nationalismus so ziemlich alles vorzubringen, was mir nur einfallen kann, ähm, ach ja: Ich bin Patriot, falls Dich das interessiert. Jetzt schluck nicht, ich mein das alles so, wie's eben dasteht.
    Kennst Du Schillers Begriff des Nationellen? Mach Dich schlau, damit wir eine Basis haben, auf der wir miteinander reden können.
    Rechtslastig bin ich wohl, ungefähr so viel wie linkslastig. Jedenfalls bin ich kein Liberaler. Die sind die Pest. Auch kein Christdemokrat. Was ist das? Mein Urgroßvater gründete eine sozialdemokratische Zeitung, die noch heute existiert, wurde aber zurecht aus der Familie gechast. Meine Urgroßmutter war 1918 Revolutionär und brachte es bis zum stellvertretenden Bürgermeister einer mitteldeutschen Großstadt - erspare mir die weiblichen Endungen, es sind Funktionen, die ich benenne. Ein Großonkel kämpfte im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, ein Großvater war SS-Mann, weil er in einer "schlagenden Verbindung" war. Mein anderer Großvater war Prokurist und Sozialdemokrat. Alle fielen 1945.
    Bei weiteren Fragen wende Dich vertrauensvoll an das Statistische Bundesamt.

  16. #16
    ackermann
    Status: ungeklärt

    Post Nationalsozialismus vs. Faschismus

    Es heißt, daß es uns schwerfällt, beim Thema NATIONALSOZIALISMUS Distanz zu wahren. Nun aber, da ich wissen möchte, tauche ich ein in den Strudel schrecklichster Vergangenheit, überwinde die vorherrschende zeitliche und geistige Perspektive unserer Tage und steige hinab in den Brunnen, in ein Labyrinth des uns heute so dämonisch und wider jede Vernunft Scheinenden.


    Anfangsüberlegung:


    Immer wieder wird gefragt: Wie konnte es nur geschehen, daß die Deutschen, dieses Volk Goethes und Schillers...? Was machte den NATIONALSOZIALISMUS anziehend nicht nur für die breite Masse, sondern auch für Dichter und Philosophen wie Benn, Heidegger oder Carl Schmitt?


    Differenzierung:


    Zunächst möchte ich zwischen NATIONALSOZIALISMUS und FASCHISMUS unterscheiden:
    Es gab in Deutschland nie Faschismus!
    So konnte bereits 1983 der jüdische Autor Schwarzschild in einem Artikel des "Neuen Tagebuchs" den National-Sozialismus ...als Rückschritt zur Anthropophagie... allen anderen politischen Strömungen, einschließlich des Faschismus, entgegenstellen. Die geistigen Wurzeln der faschistischen Bewegung reichen in die römische Geschichte zurück und bedeuten für die Italiener v.a. eine Erneuerung der römischen Tradition des Weltreicherrichtens.
    In der nationalsozialistischen Ideologie jedoch sind rassische Elemente Grundsätze: "Wir erkennen Geschichte nicht mehr an als 'ewige Entwicklung der Menschheit', sei es zur Humanität, ..., sei es zu einer irgendwie vorgestellten Menschheitskultur, auch nicht als rohen Klassenkampf, sondern als eine Auseinandersetzung seelisch-rassischer Mächte mit ihrer Umwelt und anderer Rassen. Im Aufgehen und Vergehen der Rassen waltet das letzte große und erkennbare Naturgesetz; seine Mißachtung schuf das Rassenchaos, an dem die großen arischen Kulturen Indiens, Persiens, Griechenlands und Roms einst zugrunde gingen... Nach jahrhundertlanger Verleugnung der ewigen Natur gliedert sich die völkische, nationalsozialistische Bewegung wieder bewußt ein in die Gesetzmäßigkeit des ewigen Lebensprozesses." (ROSENBERG: Wesen, Grundsätze und Ziele der NSDAP. München 1922.)


    Dem Faschismus fehlen diese rassistischen Grundsätze. Das ist ein Grund, weshalb die Juden in Italien kein Thema innenpolitischer Auseinandersetzung gewesen. Während in Italien der Versuch eines Ständestaates mit dem König an der Spitze gemacht wurde, konstruierte man in Deutschland einen Führerstaat mit dem propagandistisch vertretenen Anspruch der Verwirklichung einer Volksgemeinschaft. Den Protagonisten der NationalSozialisten galt die Formel: Du bist nichts - Dein Volk ist alles! nicht nur als Phrase, sondern als bewußte Entgegensetzung zur liberal-plutokratischen Wertschätzung des hemmungslosen Individualismus, aber auch gegenüber dem PRIMITIV-MATERIALISMUS des Marxismus. Dabei ging man nicht vom nivellierenden Prinzip der Gleichheit aller aus, wie die liberal-demokratische bzw. marxistische Lehre, sondern setzte dagegen die Ungleichheit der Menschen als Prinzip, woraus die Ungleichheit der Völker und Rassen schließlich resultieren mußte. Gegen den Glauben an das freie, selbstbestimmte Individuum, worin die NationalSozialisten eine zwangsläufige Entwicklung hin zu einer egoistischen und alle Bindungen zerstörenden Gesellschaft erblickten, stellten sie die allein schöpferische Kraft der Persönlichkeit als dienendem Element des Ganzen. Dieses Ganze aber sollte hierarchisch geordnet sein.


    Goebbels Weg als Beispiel:


    Der junge Goebbels war Anfang der 20er Jahre im Strudel der politischen und sozialen Ereignisse hin- und hergerissen. Er suchte einen festen Halt.
    Bei dem Besuch einer Veranstaltung der neugegründeten NSDAP, auf der H. spricht, ist der junge Akademiker Dr. phil. Josef G. (Promotion über den Romantiker Wilhelm von Schütz, 1776-1847) wie gebannt, denn der Mann, der dort spricht, redete nicht nur, sondern glaubte fest an das, was er verkündete.
    Für Goebbels war dies die Geburtsstunde eines neuen Bekenntnisses, einer neuen Religion, deren Prophet H. sein mußte. Goebbels versuchte sich an literarischer Erlebnisbewältigung. Es entstand das Prosastück "Michael Vormann". 1929 veröffentlichte er es in zweiter Fassung als "Begleittext - deutsches Schicksal in Tagebuchblättern". Die Bedeutung dieses Buches liegt in der Exemplarität. Goebbels beschreibt Erschütterungen und Defizite der Moderne, als deren Hauptkennzeichen er Wurzellosigkeit, innere Zerrissenheit und Entfremdung der Menschen ausmacht.
    Die Zielrichtung seiner Kritik stößt gegen das Materialistisch-Rationale und das Seelenlos-Atheistische.

  17. #17
    schreibt hier hin und wieder
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    Antisemitismus und Rassismus

    Für ebenso wichtig wie die Unterscheidung zwischen Faschismus und Nationalsozialismus halte ich eine andere:
    Die zwischen Antisemitismus und Rassismus.
    Mr. Jones hat gefragt, ob Goebbels ein fanatischer Antisemit war. Wenn er doch nur das gewesen wäre!
    Der Antisemitismus scheint eine Art von Schatten des Judentums zu sein und es überall und immer zu begleiten. Er hat Pogrome, Greuel, schlechte Bücher, Neid, viel Schlimmes hervorgebracht, er ist eine notwendige, aber nicht ausreichende Voraussetzung des Holocaust.
    Es mußte darwinistisch argumentierender Rassismus darauf aufsatteln, Menschenzuchtideen mußten sich in den Köpfen breitmachen, erst dadurch entstand die "kritische Masse", die sich im Holocaust entlud.
    Ich würde fast sagen, an den Antisemitismus haben sich die Juden in den Jahrhunderten, die sie mit ihm leben, gewöhnt und kalkulieren ihn ständig mit ein.
    Goebbels war ein Rassist, und das verhält sich zum Antisemiten wie die Atombombe zu Dynamit.


    [Diese Nachricht wurde von Quoth am 25. August 2002 editiert.]

  18. #18
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Dichter und Denker im Kontext des "Nationalsozialismus"

    Drucklegung eines Essays. Hierfür erforderlich: Positionierung, Restriktion und Pointierung.
    Benn, die Manns, Musil, von Münchhausen, von Schillings, George, Ina Seidel... (weitere Namen bitte hier nennen)


    Arbeit beginnt mit Benn, da dafür schon ein Text vorliegt.

    Das hier ff. wird kaum von einem anderen als der Betreffenden selbst verstanden werden. Ich möchte also darum bitten, daß sich niemand einmengt, der nichts Sachdienliches vorbringen kann. Wer zu entsprechenden Themenbereichen bereits arbeitete, jemanden kennt, der dazu gearbeitet hat und es noch tut, der stelle hier nicht die Aussicht auf einen Text vor, sondern bringe diesen Text zum Anschlag.


    ad 1) einige Anmerkungen zur Arbeit Trists über Gottfried Benn


    Was ist ein Intellektualist?
    Wenn im Text ein Kapitel ZÜCHTUNG II heißt, dann sucht der Leser die Auseinandersetzung mit ZÜCHTUNG I. Die fehlt.
    Warum wird erst im vierten Kapitel Benns Bezug zu Weimar thematisiert? Überhaupt: die Schichtung der Zeit. Im Essay ist es möglich, diskursiv und auch diachron ein Thema zu behandeln, aber in erster Linie muß vor dem Leser ein Ablauf erkennbar sein, nicht eine Schichtung von Abläufen, deren Zusammenhang bestenfalls dialogisch erfaßt werden kann. Doch ein Dialog über die Zeiten?


    Wichtigster psychologischer und philosophischer Aspekt der Selbstbestimmung des Wichtigen: Die politische Tätigkeit ist eine Folge des Denkens. Der andere Ansatz: Das Denken ist eine Folge der politischen Tätigkeit - Bedeutung des Mitläufertums.


    Dem Text fehlt ein Eingehen auf die Bennsche Essayistik zwischen 1920 und 1931. Einzelne Texte werden zwar genannt, aber hinsichtlich ihres weltanschaulichen Wirkens und in ihrem Reflex in der Bennschen Lyrik (seinem eigentlichen künstlerischen Schaffensschwerpunkt) nicht erfaßt.


    Aspekt des Bleibens: Die Feigheit der Emigranten. Man stellt sich selbstvergessen und zieht nicht selbstverliebt den Schwanz ein. Was es bedeutet, sich einer Sache auszusetzen, die man nicht mehr hat. Wer glaubt an was? Wer setzt welche Mittel ein? Welchen Zweck hat das Leben? Wie ernst wird einer genommen, der aus der sicheren Entfernung moralisch parliert? (All das sind Ansatzpunkte, die sich um die Existenz des emigrierten Schriftstellers drehen.)


    In diesem Zusammenhang muß deutlich werden, was die liberalen Intellektuellen, gegen die Benn zeitlebens argumentierte, antreibt. Eine Gleichsetzung links-liberal = marxistisch wird es bei Benn nicht gegeben haben. Ansatzpunkt sollte sein: Der liberale Intellektuelle und der Staat (der die Substanz des Machtgedankens inne hat/ausspricht) - die Frage nach der Substanz der Macht, der Substanz der Qualität der Macht. Und hier die Angelfrage Bennschen Denkens: Dient die Macht oder ist sie Selbstzweck? Wenn sie dient, dann muß sie anfangs beiseite räumen. Anderes wäre gegen die Natur ihrer selbst. Aber wie sie es tut... Das sind so Fragen für eine mögliche Auseinandersetzung, die einer haben kann, der mächtig ist - und Benn war 1933/34 mächtig.
    Wichtig ist hier eine klare Differenzierung zwischen Nazi und Faschist.
    Auseinandersetzung muß den Gegner zu Wort kommen lassen; von Schillings kommt nicht zu Wort!
    George war nicht in der Emigration, sondern bei seinem letzten Aufenthalt; der Mann war totkrank.
    Was ist nachisch? (S. 39)


    Benns großartiger ästhetischer Wurf der Dorischen Welt verdiente mehr Aufmerksamkeit. Hier der zweite fundamentale Gedanke: Klassik ist Aufstufung und Erhöhung der Erde. Das ideelle Sein manifestiert sich im Material. Daß es nicht die Athener mit ihrer Demokratie waren, sondern die Spartaner mit ihrer Oligarchie (die im Grunde Aristokratie ist), das ist der entscheidende politische Gedanke, für den Benn steht.
    Hier muß Benns Verhältnis zum NS klar erfaßt werden: Die Spontangewalten treffen sich im vereinigenden Entwurf des Künftigen. (hier muß Heidegger kommen)


    Benns Bezug zum Volk: Das Volk setzt die Dichtung, nicht die Macht. Aber die Macht (Staat) muß die Dichtung begünstigen, indem er das Volk rein hält. Bildet. Aus dem Sauertopf gewordenes Volk muß ein Volk seiendes Volk werden. Dazu muß ein Kommentar kommen. Die Dynamik, daß Volk immer nur WIRD, nie ist, daß Reinheit eines Volkes unsinnig ist, auch nicht über eugenische Prinzipien erreicht werden kann, daß Volk immer Blutaustausch der vielen ist... Aber ist es das alles wirklich?
    Wechselbeziehung zwischen Staat und Volk... aber wie?


    Nietzsche: Welchen Bezug setzt Benn zu Nietzsche? Warum ist er so wichtig? Welcher Teil Nietzsches ist wichtig? Nietzsches Bedeutung für die Geistarbeiter der 30er Jahre.


    Das mit dem Begriff des Intellektualisten hat sich gekl?rt. Bezugswort wird wohl eine Schrift Benns aus dem Jahre 1934 sein, eine autobiographische.

    Nietzsche. N. war für B. Bezugsgröße, keine Frage. Technische Bezugsgröße war H. Mann. Das war mir neu, daß hier ein Vater-Sohn-Verhältnis angenannt werden kann: Der Meister der Artistik, der uns alle schuf.


    Und hier bin ich auch gleich bei einer fundamentalen Kritik: Wenn Namen wie N. oder M. in einer größeren Arbeit auftauchen, dann muß - MUSZ - deren Lehre, die wichtigsten Bezugspunkte genannt und kritisiert werden, dann muß der unmittelbare Inhalts-Ausdrucksbezug hergestellt werden.


    N.s Prinzip war nicht das Neinsagen. Seine wichtigsten Fragestellungen lassen den Biologisten vermuten, doch er betrachtet die Rassenfrage rein gesellschaftlich; das ist kein Widerspruch, denn es steht für das Sowohlalsauch der N.schen Philosophie
    Ist klassische Philologie ohne die Griechen zu verstehen? Und hier liegt für den Philologen, der N. eigentlich war, das Grundproblem: Er überträgt einen Skeptizismus (der ist nicht gleichzusetzen mit einem strikten Neinsagen!) auf periphere Wissensgebiete. Und der Unterschied liegt in einem Bezugssystem auf ein Drittes: N. stellt einen Zusammenhang zwischen Philosophie und Lebenspraxis auf: Es gibt schöne und häßliche Bilder, aber keine wahren und falschen. Kultur innerhalb des Pessimismus (Trotz) und Elitarismusimmanenz führten in den ersten Jahren der Selbständigkeit zu Enthusiasmus. Aber die Antike ist nicht zu fordern und aus dieser sich auftuenden Diskrepanz ist N. nie herausgekommen.


    Das ist meine Lesart, eine andere ist möglich, aber sie muß in einem Werk zu Benn und dessen Affinität zu N. stehen, so oder so.


    Die Zwei-Reiche-Theorie hat weit zurückreichende Vor-Bilder. Sagen wir Augustinus. Und mit dem wächst auch der bezug zum Bösen, zur Macht, zur Zeit, all diesen Dingen, die Benn bedeutsam waren. (Warum steht hier kein historischer Exkurs in eine Begriffsgeschichte?)


    Der psychologische Ansatz, daß eine Konzidenz früher oder später scheitern muß, bleibt unreflektiert, wird nur festgestellt.
    Gut ist die Aufnahme des Begriffs der Heuchelei, sie hätte einige vergegenwärtigende Aspekte verdient.


    Gibt es zwischen Faschismus und NS einen Unterschied? Ich denke, Benn war nie Faschist, wohl aber Nationalsozialist.


    Der Begriff und die soziale Kompetenz des Gutsherrn äußerte sich in dem der Verantwortlichkeit. Alter Adel ist verantwortlich, muß seine Untergebenen beschützen, darin liegt seine Aufgabe, an deren Einhaltung er gemessen wird. Sie schlägt die Brücke zwischen den Klassen, in Friedenszeiten weniger, in Kriegszeiten mehr. (Man lese Fontanes VOR DEM STURM, um diesen Aspekt gerade für die ostelbischen Junker zu erfassen. Zu den ostelbischen Einheimischen: Es ist ein gut gehütetes Geheimnis, daß die Hohenzollern im 15., 16. und 17. Jhd. vornehmlich Bauern aus dem Rheinland, Flandern und Schwaben in der Neumark ansiedelten...)


    Kunst und Staat: das alte Lied... Die Brandenburgischen Konzerte oder Michelangelos Werke wären ohne staatliches Mäzenatentum nie möglich gewesen. Gibt es zwei Kunstszenen? - Hat der Staat Verantwortung? Soll er sich nicht lieber vollends raushalten? (Zwei Seelen streiten sich in meiner Brust...)


    Was Benn wirklich aufregt, ihm geradezu agens seines Schaffens ist: Die neue Republik - die keiner so richtig wollte -, sie schafft eine Artistik, die für Künstler wie H. Mann wesenseigen ist (und selbst von Thomas Mann mehrfach angegriffen ward), Benn hat hier ein Grundproblem, denn H. Mann schuf ihn, Rausch und Zucht müssen eine Synthese bilden im neuen Heim. Und diese Affinität zum magister technicus, heinricus, die will er nun überwinden. Das schafft ihm Freiraum und Intensität im Forschensdrang. Daraus resultiert auch seine Ambivalenz, der Suchtrieb bleibt.
    Hast Du das erkannt, was eigentlich die Antriebsmomente für Benn gewest?


    Du verzichtest in dieser Arbeit darauf, Denkmöglichkeiten durchzuspielen, Du beschränkst Dich, da fehlen Interpretationsmöglichkeiten und Vertiefungen... Warum?


    Das ist doch die eigentlich spannende Frage, die noch heute steht: Kann dieser Raubkapitalismus der Gegenwart den Menschen entwickeln?


    Zur Schlußbemerkung: B. soll INHUMAN sein. Da sag ich Möh! Kaum. Wer gegen den Liberalismus, gegen den Kommunismus und gegen den Kapitalismus ist, der ist kein inhumaner Mensch, nicht notgedrungen.


    Humanismus für uns Deutsche bedeutet Orientierung an Goethe, Humboldt, Schiller, Novalis, Eichendorff, Brüder Grimm, Curtius, Gadamer, Thomas Mann, Bachmann, Grillparzer, Zweig, Mendelssohn und Beethoven... u.v.a., auch an Benn.


    Gegen die hier Versammelten hat Benn nie polemisiert, nie etwas gesagt. Warum wohl? Und warum findet sich bei ihm kein Anti-Semitismus?


    Die Schlußfolgerung, Benn sei INHUMAN halte ich für falsch, ungefähr so falsch wie die: GOETHE war farbenblind.


    mein Fazit: Da schreibt jemand, der Texte versteht, der lesen kann und versteht, was er da liest, aber die Nutzanwendung will er einfach nicht ziehen. Da schreibt jemand, der schreiben kann, der eins und eins zusammenzählt, aber das Ergebnis nicht mitteilt. Was soll der Leser da machen?


    Er schmollt.

  19. #19
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    Post Adornos Kafka-Diktion

    mir fällt hierzu noch kafka ein...vor allem in der diktion von adorno, der eine interessante these hierzu aufstellte. Gerade sowohl die strafkolonie als auch der prozeß sind stimmen, die ins geschehen griffen.
    dazu folgendes:


    1. Einleitung


    Kafka schrieb, während er seinen Roman "Der Prozeß" verfaßte, auch die Erzählung "In der Strafkolonie". Beide Schriften handeln von der Verurteilung eines Menschen unter ungerechten Bedingungen. Die Schwerpunktsetzungen sind unterschiedlich, aber in beiden Fällen ist es das Justizverfahren, das die Ungerechtigkeit konstituiert. Nicht die abstrakte Gerechtigkeitskonzeption steht im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern das subjektive Erleben der Beteiligten, die sich bedingungslos dem objektivierten Verfahren ausgeliefert sehen. Beide Schriften basieren auf der gleichen konzeptionellen Struktur. Wesentlich ist, daß die Justiz ein Bestandteil eines übergeordneten staatlichen Systems ist, das die Ungerechtigkeit zuläßt oder gar selbst initiiert hat. Darüber erfahren wir aus Kafkas Schriften nichts Originäres, so daß ich auf die Rekonstruktion des Rechtssystems und ihrer Bedingungen angewiesen bin, die "außerhalb" des Romans zu suchen sind. "Der Prozeß" als auch "In der Strafkolonie" konnte nur deshalb in ihrer Form entstehen, weil Kafka ein ausgebildeter Jurist ist. Ohne die detaillierten Kenntnisse rechtstheoretischer Systeme wäre es undenkbar gewesen, verwirklichte juristisch Ungerechtigkeitskonzeptionen in dieser Stringenz zu entwerfen . Kafka gelang es, und das ist die Ausgangsthese, die in seiner Zeit diskutierten rechtstheoretischen und -philosophischen Ansätze in lebendigen Welten erscheinen zu lassen. Es sind die Opfer, die sich in dem autoritären System verstrickt sehen. Damit wird, neben der rechtstheoretischen Konstruktion, eine weitere Dimension Kafkaschen Schaffens angesprochen. Es ist das ausdifferenzierte System, in dem psychologisch seine Romanhelden agieren. Im Roman "Der Prozeß" steht der "Angeklagte" im Mittelpunkt der Betrachtung, der in einem hohen Maße subjektiv, psychologische Gestalt annimmt. Die Täter erscheinen in unscharfen Konturen, werden nicht greifbar, realisieren sich höchstens als Randfiguren, die lediglich in szenischen Bildern Gestalt annehmen. In "In der Strafkolonie" steht die Vollstreckung des Urteils, sofern es überhaupt diesen Begriff verdient, denn ein Urteil kommt juristisch erst nach einem Verfahren zustande, im Zentrum der Betrachtung. Aber auch das Rechtssystem und die Begleitumstände kommen zur Sprache. Die "Strafkolonie"-Erzählung enthält weniger Rätsel und Interpretationsbreite als der "Prozeß". Nachdem die "Strafkolonie" während des Prozeß-Roman Schreibens entstand, erlaubt es den Rückschluß, daß sich zu dieser Zeit Kafka in intensiv mit Rechtssystemen auseinandersetzte.
    Hier werden die vielfältigen Eingriffe, die ein Rechtssystem in das Leben eines Individuums vornehmen kann, dargestellt. Die wachsende Abhängigkeit des Beschuldigten wird um so größer, je deutlicher der autoritäre und ungerechte Charakter des Systems wirkt. Jegliche Verteidigungsstrategien müssen scheitern, wenn die Schuld des Beschuldigten schon zu einem Zeitpunkt feststeht, an dem eine seriöse Beurteilung noch nicht möglich ist. Aus diesem Grund charakterisiert sich der Staat in seiner Machtmöglichkeit und -nutzung vor allem durch seine juristische Organisation. Nicht umsonst gliedert sich das Substantiv "Recht" vor "Staat", so daß ein Staat entweder als ein "Rechtsstaat" oder als ein "Unrechtsstaat" bezeichnet wird. Damit spielt auch Kafka in seinem "Prozeß": "K. lebte doch in einem Rechtsstaat, überall herrschte Friede, alle Gesetze bestanden aufrecht, wer wagte, ihm in seiner Wohnung zu überfallen?"


    Aber nachdem er dennoch in seiner Wohnung überfallen wurde, scheint die Ordnung des Rechtsstaates zerstört. Auf unsichtbare Weise hat sich Unrecht eingeschlichen, unbemerkt ist er, K., zum Beschuldigten geworden, ohne da? es dafür offensichtlich einen äußeren Anlaß gibt. Wandelnde Staatssysteme ändern sich nicht von heute auf morgen, sondern der Wandel benötigt seine Zeit, bis die Organisationen und deren Stelleninhaber den Veränderungsprozeß abgeschlossen haben. Hier wirkt die normative Kraft des Faktischen, so daß sich im Wandel das Notwendige und politisch Geforderte einstellt. Verändert sich ein Staat von einem Rechtsstaat zu einem Unrechtsstaat, so werden die Machthaber den juristischen Apparat dazu nutzen, um sich derjenigen zu entledigen, die sie als innere Feinde identifizieren. An dieser Stelle tritt das Dilemma der Verfolgten zu tage. Sie sind es, die unter den veränderten Verhältnissen zu leiden haben und deren Ausweg nur sein kann, sich dem staatlichen Verfolgungssystem zu entziehen. Nehmen sie diese Möglichkeit nicht wahr, werden sie automatisch zu Opfern des Systems, ohne eine Chance auf Gerechtigkeit zu haben, da die Gerechtigkeitsgrundlage zerstört wurde. Sieht man offenen Auges in seine eigene Katastrophe und handelt dennoch auf die Katastrophe zu, so muß es dafür eine psychologische Erklärung geben. Flucht und Schuldeingeständnis, Rechtsempfinden und Rechtsrealität werden zu dialektischen Antipoden, die abgewogen werden und die sich subjektiv darin manifestieren, daß man sich als unschuldig fühlt und glaubt, dies auch vermitteln zu können. Dieser folgenschwere Irrtum, sowohl im "Prozeß" als auch in der Realität totalitärer Staaten, endet (oft) tödlich. Genau dieses Beharren, das Festhalten an der Unschuld, obwohl die Opfersituation schon vorher genau festgelegt wird, bedarf der genaueren psychologischen Ortung.



    2. Prophetie und logische Konsequenz


    Liest man die gesellschaftlich-politisch geprägten Schriften wie den "Prozeß" oder "In der Strafkolonie" kann man sich schwerlich dem Gedankengang entziehen, daß hier Kafka die Strukturen und subtilen Methoden moderner totalitärer Staatssysteme beschrieben hat. Dieser Sichtweise teilen auch führende Intellektuelle, so daß dies als Hinweis für die Zweckmäßigkeit einer näheren Untersuchungen gewertet werden kann. So schreibt Adorno in seinem Essay "Aufzeichnungen zu Kafka": "Klaus Mann hat auf der Ähnlichkeit des Kafkaschen Reiches mit dem Dritten bestanden." Im weiteren Verlauf des Textes läßt sich Adorno hinreißen, von Prophezeiung zu sprechen: "Nicht bloß Kafkas Prophezeiung von Terror und Folter ward erfüllt." Das Erklärungsmodell selbst, inwieweit es Kafka gelang, eine vorwegnehmende Sichtweise zu entwickeln, fällt dagegen bei Adorno dürftig aus: "Kafkas Methode ward verifiziert, als die veraltet liberalen, der Anarchie der Warenproduktion abgeborgten Züge, die er überhöht, in der politischen Organisationsform der sich überschlagenden Ökonomie wiederkehrten." Damit referiert Adorno lediglich in allgemeiner Form über die marxistische Theorie als Entwicklung des Kapitalismus, so daß eine differenzierte Begründung von Vorausgedachtem bei Kafka zur Verwirklichung der totalitären Methoden des Dritten Reichs nicht schlüssig konstruiert wird. Nimmt man zudem den Begriff des "Prophetischen" wörtlich, erhält diese Sichtweise eine mystisch anmutende Wendung. Nachdem sich dies aus seriöser wissenschaftlicher Sichtweise ausschließt, soll eine zugrunde liegende Erklärungsstruktur aufgewiesen werden, die es erlaubt zu zeigen, daß Kafka die Methoden der Macht in ihrer Verzahnung mit dem Recht konsequent zu Ende dachte, so daß sie als strukturelle Realisierung von Macht in totalitären Systemen gelten kann. Deshalb wird die These entwickelt, daß es sich hier nicht um "Prophetie" handelt, sondern um "logischen Konsequenz" verwirklichter Unrechtssysteme.

  20. #20
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    Umgang mit historischen Themen im Kontext nationalsozialistischer Personen

    ...eines noch, weil es mir wichtig erscheint.
    Dann schweige ich, "denn der Autor, der reden will, sollte schreiben." Robert hat ein Talent dafür, verletzend in offenen Wunden zu wühlen und gerade die Geschichtsthemen zu seiner Sache zu machen, die das "Gschmäckle" (um Lancaster zu zitieren) des III. Reiches haben. Obwohl er eben kein Nazi ist, so ist ihm doch vorzuwerfen, dass er oft verantwortungslos, leichtsinnig und vielleicht auch naiv die NS-Zeit historisiert, zu einer geschichtlichen Epoche wie jeder anderen macht, sie in den Kontext der geistigen Strömungen des 20. JHds. einbindet, über Hitler wie über Napoleon reden will. (In den 80ern hat das bereits der Historikerkreis um Nolte versucht. Der Streit schwelt noch immer.)
    Robert erscheint mir symptomatisch für eine neue Generation, die nicht mehr in dem Maße von der deutschen Katastrophe betroffen ist wie Augenzeugen und erste Nachkriegsgeneration, für die die NS-Zeit eine einzigartige, eigentlich unvorstellbare Barbarei darstellt, die ihresgleichen in der Geschichte eben nicht findet. (Vielleicht liegt es bei ihm auch seiner Jugend in einer DDR, für die das III.Reich kein großes Thema war, sondern nur eine in den Histomat einbindbare Etappe auf dem Weg in die klassenlose Gesellschaft.)
    Egal, ob mir das gefällt oder nicht, ich werfe mit seinen Ansichten einen Blick in die Zukunft; es werden immer mehr, die so reden wir er.


    Mein Vater war als Mitglied der Waffen-SS (Jahrgang 1927) ein begeisterter Nazi. Er geriet im Kampf um Berlin in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1953 als kranker und gebrochener Mann entlassen wurde. Zeit seines Lebens zeigte er (vorsichtig formuliert) Affinität zum "NS-Gedankengut" (eigentlich ein Oxymoron).
    Hitler und der verlorene Krieg waren die Themen, um die sich sein ganzes Denken drehte. Es war eine Wunde, die nie verheilte, eine "Familienlegende", ein Hintergrund, der mich als Kind und als Erwachsenen niederdrückte, eine offene Wunde, die er mir als mein Vater weiterreichte und die ich bewältigen musste (In diesem Zusammenhang ein Lektüretip: H. Stierlin "Delegation und Familie). Ist mein Vater ein Mörder? Wie kann ein Mensch wie er, der mir so ähnelt, solch einer Barbarei zustimmen, sie sein Leben lang unterstützen? Was ist da geschehen?
    Dieser Versuch, zu verstehen und damit die Wunde zu heilen, war vergebens, von Anfang an. Es gibt nämlich nichts zu verstehen und wenn wir uns in diesem Forum noch hundert Jahre über die Nazis streiten. Verstehen, wie so etwas geschehen konnte, mit uns, in Deutschland - das werden wir nie!


    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  21. #21
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Umgang mit historischen Themen im Kontext nationalsozialistischer Personen

    Über diesen Gedanken, inwiefern wir Heutigen einen besonderen Zugang (nennen wir das Kind doch beim Namen: eine ideologische Brille) zum NS aufsetzen müßten, könnten wir uns in der Tat mal des langen und breiten unterhalten, Klammer. Hitler und Napoleon setze ich keineswegs gleich, denn mein Ansatz ist der alte von Ranke, eine Epoche immer aus ihrer Zeit heraus begreifen zu wollen, nicht aber mit dem meist arroganten der Nachgeborenen, die es immer besser wissen wollen. Ich mache auch keine Hitparaden, wer nun der Böseste der Bösen gewesen, wer der zweitböseste usw. Das machen historische Spießer und Relativisten - und Du weißt ja, daß ich deren einer nicht bin.
    Mein entschiedenes Nein zur ideologischen Brille! Es hieße nämlich nichts anderes, als unwissenschaftlich zu arbeiten, wenn das Ergebnis von vornherein feststehen muß und in dieses Ergebnis der Prozeß quasi eingearbeitet wird. So ging man in der DDR (methodisch) vor. Abgesehen davon ist es ein weit verbreiteter Irrtum, daß es in der DDR keine Forschung zum NS gegeben hätte. Im Gegenteil: In der DDR gab es ein Paradigma gegenüber der westdeutschen Forschung, wonach die den Auschwitz-Schock erst Mitte der 60er Jahre erfuhren, währenddessen er in der DDR bereits mit der Gründung der DDR fundamental gegeben war.

  22. #22
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    unter der achsel des bösen stinkt es jedenfalls und das nicht zu knapp!

    was sagt ihr eigentlich zu dem verbleib von hitlers zahnbürste?

  23. #23
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    Hitlers Ende

    Unbestätigten Berichten zu folge benutzte Hitler seine Zahnbürste um das einzige zu tun was jemals einen Wert für die Menschheit besessen hat. Nachdem die Wasserzufuhr im Führerbunker Mitte 1945 ausgefallen war griff er zur Zahnbürste um sich die rettende Pille einzuschieben und verschluckte sie dabei...

  24. #24
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Kafka paßt in diesen Zusammenhang hier nicht. Der verdient eine besondere Behandlung, eine, die sich mit Rechtssystemen und Verdrängung befaßt. Da könnte über Carl Schmitt und Herrn Quigley (u.v.a.) hin zum Problem vom Rechtsbewußtsein in Diktaturen wie USA oder dem Dritten Reich gearbeitet werden. Zudem ist Kafka bereits 1924 gestorben; der Oetzi allerdings will nur Personen ins Auge fassen, die sich um 1930, auf jeden Fall noch vor der Machtergreifung der Nazis, für diese ausgesprochen hatten. Ich will deren Aspekte prüfen, was sie quasi zu Nationalsozialisten machte.

    es gab um 1930 einen weltanschaulichen kampf, der mit aller härte geführt und 1933 durch die nazis siegreich entschieden wurde. der kampf ist älter. es gelang den nazis, die alten und steten vorbehalte der deutschen gegen die westlichen vorstellungen von freiheit und demokratie in einen eigenen kanon zu bringen, der solche auswirkungen auf unsere zeit hat, daß jeder, und ich betone das hier, JEDER, der sich gegen die westlichen vorstellungen von demokratie und freiheit stellt, unweigerlich in den sog diverser kasuistik gezogen und als "selber nazi" gefemt wird. (es sei hier nur am rande bemerkt, daß wirklich akademische auseinandersetzung so gar nicht mehr möglich ist, was letztlich zum gesellschaftlichen stillstand führt, führen muß.)

    ich stelle die vier kampffelder der zeit um 1930 hier noch einmal vor, wie sie von den nazis gesehen wurden. vielleicht finde ich auch noch die zeit und die muße, diese einzelnen felder genauer vorzustellen, worin genau die widersprüche bestanden.
    1. nationalsozialistische Rassenlehre vs. freimaurerisch-liberalistisches Toleranzideal
    2. nationalsozialistische Volksgemeinschaft und freimaurerische Humanität
    3. nationalsozialistischer Volksstaat vs. westlich-liberaler Staatsbegriff

    4. nationalsozialistischer Wehrgedanke vs. freimaurerischer Pazifismus

  25. #25
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    nun ist schumpeter nicht unbedingt als nationalsozialist im faschistischen sinne zu bezeichnen; allerdings bewegen sich seine gedanken zur ökonomie irgendwo in diesem spannungsfeld, wie schon der titel seines buches von 1942 belegt. ich gebe kurz die wesentlichen inhalte wieder:

    Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie 1942:
    - der Kapitalismus kann nicht weiterleben
    - gegen Marx setzt er einen anderen Grund, daß nämlich der Erfolg des Kapitalismus seine eigene soziale Struktur zerstört
    - setzt die Bedeutung des Unternehmers, die Überlegenheit des Monopols gegen die Staatswirtschaft
    - spricht sich gegen Marx’ These der Verelendung des Arbeiters aus und für die monopolistische Konkurrenz, die neue Märkte schafft und stets das Wohl der Mehrheit im Auge haben muß, um die neuen Produkte verkaufen zu können
    - der Kapitalismus geht am Prozeß der schöpferischen Selbstzerstörung zugrunde
    - individuelle Aktion und Willenskraft weichen der Bürokratisierung

    unschwer erkennt man aus diesen aspekten die mittellage schumpeters, die der deutschlands jener zeit entspricht. man suchte ein konzept, das nicht den plutokratischen aspekten des westens, aber auch nicht dem staatssozialismus des ostens entsprach. schumpeter wird wegen seiner gedanken bald wieder in mode kommen, denke ich.

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