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Thema: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

  1. #1
    adwinna
    Status: ungeklärt

    Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Schönen Abend an alle "Intelligenten Menschen" da draußen! Nachdem ihr alle den anschein macht, als wärt ihr nicht gerade auf den Kopf gefallen, würde mich eure Meinung zum Nazi Volk, Hitler Zeit interessieren. Bin schon mal sehr gespannt was da für nette Antworten auf mich zukommen. Schönen Abend noch.
    adwinna

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Über die NS-Zeit kann man sicherlich diskutieren, wenngleich ich nicht erkennen kann, weshalb das in einem Literaturforum geschehen sollte - über Deppenbegriffe wie "Nazi Volk" allerdings nicht.
    K.

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    adwinna, normalerweise würd' ich Dich willkommen heißen. Heiß ich nicht. Gibst Dich als Psychologin aus, beherrschst aber weder Interpunktion - in Deinem Profil fehlt ein Komma - noch Fragen des guten Geschmacks.
    Hier werden Texte besprochen! Wo ist Deiner? Obiger soll Dein Eingangs-Text sein? Vergiß es! Du willst Ideen und Meinungen von anderen, lieferst aber selber nichts? So läuft das hier nicht.

  4. #4
    adwinna
    Status: ungeklärt

    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Wer wird denn hier gleich so jähzornig werden? Ihr beweist nicht gerade Stil, meiner Meinung nach seid ihr ein kleiner Haufen von Möchtegern-Gebildeten. Ihr seid auch nicht besser als die anderen und falls ihr meinen solltet ihr seid es doch, tut ihr mir wirklich leid. Außerdem versuche ich gerade eine Studie zu erstellen, zum Thema "Das dritte Reich" und hätte eigentlich gehofft dass ich ein paar nette Antworten bekomme. Tut mir leid das ich euch überschätzt habe. Ihr seid wirklich arm dran, wenn ihr beide schon durch so simple Fragen überfordert seid. Im übrigen, meine Rechtschreibfehler und sonstige Dinge gehen Dich einen Scheißdreck an, verstanden? Lern doch erstmal selbst die neue Rechtschreibreform anzuwenden. Aber wenn man es so nötig hat sich vor anderen zu profilieren, kann ich das schon verstehen.

    P.S.: Diese Antwort ist nicht auf alle hier bezogen.

  5. #5
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Abendbrot war nicht so doll. Also streit ich ein bißchen mit Dir, kleine Glitterfäkalie.

    Du willst also eine Studie erstellen zum dritten Reich? Anfangs die Frage: Muß ich die 3 jetzt groß schreiben oder großschreiben oder kann ich es auch weglassen?
    Nett ist mein Fleischer. Nett ist auch Miß Germany. Ich bin es nicht. Wer's mit irgend etwas ernst (Ernst) meint, der darf nicht nett sein, der muß es eben nicht sein.
    Deine locker-flockige Art ist imponderabel in bezug aufs Thema. (Übrigens kann ich mir hier einen Seitenhieb auf die Rechtschreibreform nicht verkneifen: Nach der müßte ich in bezug auf genau wie mit Bezug auf schreiben, nämlich groß. Was denkst Du, Liebenswerteste, warum ist das dumm und falsch? - Wenn Du mir das beantworten kannst, geb ich Dir gerne ein paar Ansichten aus dem Nähkästchen in bezug und mit Bezug aufs Nazionelle preis. Schließlich willst Du ja was, nicht ich. Halt, falsch! Ich will von Dir einen Text. Bist Du bereit dazu, Glitterfäkalie?

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Mal was konstruktives (für die zu erstellende Studie):

    Ich finde Nazis doof, und der Hitler war voll gemein!

    Ich hoffe, das hilft Dir weiter.

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Sehr schön Mark, sowas lag mir auch auf der Zunge. Du hättest noch erwähnen sollen, daß Du Gewalt gegen Tiere und Kinder echt voll daneben findest.

    In diesen Beiträgen finden sich schöne Beispiele für die oft gepriesene Diskussionskultur dieses Forums. Ein Herr von W. nimmt Glitterfäkalien in den Mund - bäh! Andererseits ist es einfach unhöflich, hereinzuplatzen und herumzumotzen. Provokation ist schön und gut, aber ich will schon wissen, wer provoziert und warum- "Da könnte ja Jeder kommen". Zumal die Provokation auf keinem sehr hohen Nivea daherkam. Und dabei vermute ich sogar, daß die Rechtschreipfehler teilweise Absicht sind...

  8. #8
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Liebe Psychologin, wissenschaftelnd in Sachen Seele und deren Erderscheinungen. Eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht äußern, bin nur Koch und Märchenerzähler, aber ich kann nicht anders, DENN ICH HABE NICHT DIE GNADE EINER SPÄTEN LABERNDEN GEBURT, UND ISMEN SIND JETZT UND ÜBERALL.
    Werte Psychologin, was ist mit den Seelen der Opfer? Kann es ihnen nicht schnurz wurscht egal sein, von welchem gerade herrschenden Ismus sie gefoltert und über den großen Fluß geschickt werden? Völlig gleich, wer sie mit Stiefeln tritt und anschließend vergast, Schwangere aufschlitzt und die noch lebenden aus einem Flugzeug (ausreichende Höhe selbstverständlich) abwirft? Des heiligen Glaubens Willen Menschen mit Autos in die Luft bombt (näher mein Gott zu Dir), oder als östlichster Verbündeter Elektroden an die Hoden (hoppla, das reimt sich; vielleicht Spruchband) legt, damit es richtig schöön kommt? Und und UND UND?
    Bitte, was ist mit den Opfern? Ich, für meinen Teil, versuche zu lachen.

  9. #9
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Ja, das schien lustig gewesen zu sein. Mehr davon. Ich hoffe ihr werdet nicht zahm. Habt einige schöne Gelegenheiten ausgelassen in letzter Zeit.

  10. #10
    Gast
    Status: ungeklärt

    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Kleiner Leitfaden zur Gesprächskultur in diesem Forum, allen Neulingen angeraten.

    Ausdrücklich darf dieser Eintrag von Robert geändert oder auch gelöscht werden, wenn ich Schwachsinn geplappert haben sollte.

    Hier wird scharf geschossen. Ein dickes Fell über filigranem Seelchen ist unabdingbare Voraussetzung um Roberts, Rodbertus', aeroliths und welche Decknamen unser Platzhirsch sonst noch so benutzen mag, Kommentare zu ertragen. Das Lesen von 10 - 20 Ordnern mag dienlich sein, den Geist von diesem elitären Dünkelverein zu verstehen. Was soll man auch mit Leuten, die schon am ersten Tag und nach dem ersten Angeblaffe das Handtuch schmeißen? Mit denen ist Exploration nicht machbar.

    Die meisten Neulinge machen die selben Fehler. Mit bebenden Sinnen warten sie auf die Bestätigung ihrer Genialität und werden pappig, wenn diese nicht postwendend erfolgt. Inzwischen könnte ich die Argumente durchnummerieren.

    1. Ständiger Hauptvorwurf. Ihr seid nicht freundlich genug.
    2. Ihr habt eine starre, rigide Einstellung zur Literatur
    3. Das war mein erster Versuch.
    4. Nur der Inhalt ist wichtig. Was stört Euch an Experimentalliteratur

    Zu 1. Einige sind freundlich, andere nicht, wenn es um das Wort geht. Als Neuling ist man geneigt, den ersten Kommentaren zu viel Gewicht bei zu messen. Aber meistens findet sich sehr schnell eine Bezugsperson - langsam angehen lassen

    Zu 2. Ja. Haben wir. Es gibt immer eine bessere Formulierung. Die Beiträge sollen in der Qualität überdurchschnittlich sein/werden und deswegen wird "schlechtes Schreiben" nicht mit "künstlerischer Freiheit" entschuldigt.

    Zu 3. Das ist kein Milderungsgrund

    Zu 4. Dafür gibt es nur ein sehr eingeschränktes Zielpublikum

    Ja, vielleicht würde entsprechende Gebrauchsanleitung viel böses Blut ersparen?

  11. #11
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Entstehung des Nationalsozialismus

    Max Scheler, der Begründer der psychologischen Anthropologie schrieb 1916 in seiner glanzvollen nationalpädagogischen Erörterung Die Ursachen des Deutschenhasses (Leipzig 1916) auch übers Kommende.
    In Deutschland gab es wie in den Entente-Ländern zwar keine Kriegszieldiskussion. Das änderte sich nach Ablehnung des Friedensvorschlages der Mittelmächte von 1916. Nun suchte man in Deutschland Gründe für den Krieg, für eventuelle spätere Prävention, suchte Schuldige und eigene Verstrickung. Scheler untersuchte nach den Ursachen des Hasses der Entente auf v.a. die Deutschen (die Mitte Europas) und fand verschiedene Erklärungen, die jetzt wiederzugeben nicht der Ort ist. Diese Erklärungen lagen samt und sonders in der Vergangenheit und begründeten den Haß der Peripherie auf die Mitte.
    Das reichte Scheler nicht für eine Antizipation. Also schaute er, was getan werden müßte, in Deutschland getan werden müßte, um den Haß zu mildern, ihm vielleicht sogar produktiv zu begegnen, gar umzukehren, was seiner Hoffnung letzte Begegnung blieb.


    Er fand folgende Verbindung: - es stellte sich im Verlaufe des ersten Krieges heraus, daß D.s Zukunft nur in der Verbindung des Ältesten und Jüngsten liegen könne, daß sich die noch nicht vom Geiste des Kapitalismus angefreßnen (d.s. die radikal-konservativen Kulturelemente), daß sich also der germanische und gleichzeitig christliche Korporationsgedanke mit dem Geist des Gesinnungsmilitarismus und das formale deutsche monarchische Staatsethos mit der innerlich neugeformten Arbeiterbewegung, soweit diese nicht vom Geist des bürgerlichen Liberalismus angesteckt und nur ein etwas radikalerer Schleppträger desselben wurde, zu einer einzigen moralischen Macht zusammenschließen müßten (obige Schrift, S. 38)


    Das ist der Anfang aller politischen Bewegnis, die moralische Macht.

  12. #12
    kls
    Status: ungeklärt

    Haß der Peripherie auf die Mitte?

    Es wird Dich wohl kaum überraschen, aber ich komme da nicht mehr hinterher. Haß der Peripherie auf die Mitte? Wir Deutschen sind doch beliebt? Hitler, Müller, Beckenbauer, und überhaupt, dass so ein kleines Land die Welt dermaßen in Atem halten kann. Das Land der Dichter und Generäle...


    Ob Deutschland den ersten Weltkrieg begann? Wen interessiert das denn noch? Außer vielleicht einigen Historikern, die im Nachhinein Kausalitätsketten festlegen. Da die Geschichtsbücher von den Siegern geschrieben werden, ist es kaum verwunderlich, wenn die Deutschen mit der Arschkarte bedacht wurden.


    Warum beschäftigt Dich die historische Schuldfrage überhaupt so sehr?


    Nein, ich will nicht schon wieder destruktives Nölen von mir geben. Aber einen Text wie folgt:


    "es stellte sich im Verlaufe des ersten Krieges heraus, daß D.s Zukunft nur in der Verbindung des Ältesten und Jüngsten liegen könne, daß sich die noch nicht vom Geiste des Kapitalismus angefreßnen (d.s. die radikal-konservativen Kulturelemente), daß sich also der germanische und gleichzeitig christliche Korporationsgedanke mit dem Geist des Gesinnungsmilitarismus und das formale deutsche monarchische Staatsethos mit der innerlich neugeformten Arbeiterbewegung, soweit diese nicht vom Geist des bürgerlichen Liberalismus angesteckt und nur ein etwas radikalerer Schleppträger desselben wurde, zu einer einzigen moralischen Macht zusammenschließen müßsten?


    ist für mich unverständlich.


    Deutschlands Zukunft nur in Verbindung des Aeltesten und Jüngsten...


    Germanische und gleichzeitig christliche Korporationsgedanken mit dem Geist des Gesinnungsmilitarismus...


    Formales deutsches monarchistisches Staatsethos (...)zu einer einzigen moralischen Macht zusammengeschlossen...


    Worauf willst Du hinaus? Was hat Moral mit Politik zu tun? Politische Gebilde werden, wie alle komplizierten Strukturen, von gelegentlichen Anfällen chaotischer, vordergründig destruktiver Entwicklung heimgesucht.


    Ich spreche mich frei von der Schuld meiner Vorfahren! Ich trage ausreichend an meiner eigenen Schuld.


    Ich bin stolz darauf ein deutscher Schaeferhund zu sein...kls...

  13. #13
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Schuldfrage

    Mit der Schuldfrage steht und fällt alles. Wer aber sagt Dir denn, daß die Sieger ewig Sieger bleiben müssen? Alles ist im Fluß und aus Niederlagen heißt es zu lernen. Ein Hund wahrlich, wer das nicht versteht.
    Und dann was Neues für Dich, Pockennarbe: Nimm Dir Zeit für die Suche nach dem Gral!

  14. #14
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Robert Du schreibst:
    Mit der Schuldfrage steht und fällt alles.
    Das sehe ich genauso, allerdings weiß ich oft nicht wo ich mit meinem Denken einsetzen soll, sicher ist der 1. Weltkrieg ein Vorbote des 2. gewesen, aber musste der 2. wirklich kommen - meiner Meinung nach nicht. Es ist möglicherweise eine Frage der Mentalität, ein sogenannter Tatmensch wird den Teufel tun, sich in Kausalitätsfragen zu verstricken, er wird immer versuchen Knoten zu durchtrennen, nicht zu entwirren. Ich selber neige dazu Schuld anzuerkennen und zu versuchen daraus etwas zu erkennen und vielleicht zu ändern. Die dumme und gewissenlose Ausblutung der 3. Welt ist für mich der moralische Zündstoff unserer Zeit, er wir Kriege gebähren, Völkerwanderungen auslösen und Millionen Tote fordern. Zu stoppen wäre er höchstens durch eine wirkliche Bereitschaft Wohlstand zu teilen, mit weniger zufrieden zu sein, zurückzustecken, zu verzichten. Letztlich liegt der Zynismus bei jedem persönlich, wer gibt z.B. freiwillig 15% seines Nettoeinkommens für die Unterstützung armer Länder? Dies würde für niemanden in Europa und Amerika bedeuten zu verhungern (ich klammere mal die 10% wirklicher Härtefälle aus), aber es würde Verzicht bedeuten. Die "mir hilft ja auch keiner " Mentalität sitzt uns tief in den Knochen, sie wird aber möglicherweise dazu führen, daß wir alles verlieren.

  15. #15
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Da hab ich doch gestern tatsächlich vergessen, das aufzuschreiben, was ich mir so gedacht hatte. Ohoh, ich werd wohl alt, wenn ich schon denke, daß Denken gleichzusetzen ist mit Niederlegen.


    Also, mein Lieber: Das hab ich mir schon so gedacht, daß Dir Patrioten suspekt sind. Wenn Du jetzt aber denkst, da? ich mich zu dehnen stelle, die mit der Fahne unterm Kopfkissen schlafen, dann hast Du Dich geschnitten. Ich bin gegen die BRD, war gegen die DDR, war und bin gegen Staaten überhaupt, sofern sie Nationalstaaten sind, habe gegen Nationalismus so ziemlich alles vorzubringen, was mir nur einfallen kann, ähm, ach ja: Ich bin Patriot, falls Dich das interessiert. Jetzt schluck nicht, ich mein das alles so, wie's eben dasteht.
    Kennst Du Schillers Begriff des Nationellen? Mach Dich schlau, damit wir eine Basis haben, auf der wir miteinander reden können.
    Rechtslastig bin ich wohl, ungefähr so viel wie linkslastig. Jedenfalls bin ich kein Liberaler. Die sind die Pest. Auch kein Christdemokrat. Was ist das? Mein Urgroßvater gründete eine sozialdemokratische Zeitung, die noch heute existiert, wurde aber zurecht aus der Familie gechast. Meine Urgroßmutter war 1918 Revolutionär und brachte es bis zum stellvertretenden Bürgermeister einer mitteldeutschen Großstadt - erspare mir die weiblichen Endungen, es sind Funktionen, die ich benenne. Ein Großonkel kämpfte im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, ein Großvater war SS-Mann, weil er in einer "schlagenden Verbindung" war. Mein anderer Großvater war Prokurist und Sozialdemokrat. Alle fielen 1945.
    Bei weiteren Fragen wende Dich vertrauensvoll an das Statistische Bundesamt.

  16. #16
    ackermann
    Status: ungeklärt

    Post Nationalsozialismus vs. Faschismus

    Es heißt, daß es uns schwerfällt, beim Thema NATIONALSOZIALISMUS Distanz zu wahren. Nun aber, da ich wissen möchte, tauche ich ein in den Strudel schrecklichster Vergangenheit, überwinde die vorherrschende zeitliche und geistige Perspektive unserer Tage und steige hinab in den Brunnen, in ein Labyrinth des uns heute so dämonisch und wider jede Vernunft Scheinenden.


    Anfangsüberlegung:


    Immer wieder wird gefragt: Wie konnte es nur geschehen, daß die Deutschen, dieses Volk Goethes und Schillers...? Was machte den NATIONALSOZIALISMUS anziehend nicht nur für die breite Masse, sondern auch für Dichter und Philosophen wie Benn, Heidegger oder Carl Schmitt?


    Differenzierung:


    Zunächst möchte ich zwischen NATIONALSOZIALISMUS und FASCHISMUS unterscheiden:
    Es gab in Deutschland nie Faschismus!
    So konnte bereits 1983 der jüdische Autor Schwarzschild in einem Artikel des "Neuen Tagebuchs" den National-Sozialismus ...als Rückschritt zur Anthropophagie... allen anderen politischen Strömungen, einschließlich des Faschismus, entgegenstellen. Die geistigen Wurzeln der faschistischen Bewegung reichen in die römische Geschichte zurück und bedeuten für die Italiener v.a. eine Erneuerung der römischen Tradition des Weltreicherrichtens.
    In der nationalsozialistischen Ideologie jedoch sind rassische Elemente Grundsätze: "Wir erkennen Geschichte nicht mehr an als 'ewige Entwicklung der Menschheit', sei es zur Humanität, ..., sei es zu einer irgendwie vorgestellten Menschheitskultur, auch nicht als rohen Klassenkampf, sondern als eine Auseinandersetzung seelisch-rassischer Mächte mit ihrer Umwelt und anderer Rassen. Im Aufgehen und Vergehen der Rassen waltet das letzte große und erkennbare Naturgesetz; seine Mißachtung schuf das Rassenchaos, an dem die großen arischen Kulturen Indiens, Persiens, Griechenlands und Roms einst zugrunde gingen... Nach jahrhundertlanger Verleugnung der ewigen Natur gliedert sich die völkische, nationalsozialistische Bewegung wieder bewußt ein in die Gesetzmäßigkeit des ewigen Lebensprozesses." (ROSENBERG: Wesen, Grundsätze und Ziele der NSDAP. München 1922.)


    Dem Faschismus fehlen diese rassistischen Grundsätze. Das ist ein Grund, weshalb die Juden in Italien kein Thema innenpolitischer Auseinandersetzung gewesen. Während in Italien der Versuch eines Ständestaates mit dem König an der Spitze gemacht wurde, konstruierte man in Deutschland einen Führerstaat mit dem propagandistisch vertretenen Anspruch der Verwirklichung einer Volksgemeinschaft. Den Protagonisten der NationalSozialisten galt die Formel: Du bist nichts - Dein Volk ist alles! nicht nur als Phrase, sondern als bewußte Entgegensetzung zur liberal-plutokratischen Wertschätzung des hemmungslosen Individualismus, aber auch gegenüber dem PRIMITIV-MATERIALISMUS des Marxismus. Dabei ging man nicht vom nivellierenden Prinzip der Gleichheit aller aus, wie die liberal-demokratische bzw. marxistische Lehre, sondern setzte dagegen die Ungleichheit der Menschen als Prinzip, woraus die Ungleichheit der Völker und Rassen schließlich resultieren mußte. Gegen den Glauben an das freie, selbstbestimmte Individuum, worin die NationalSozialisten eine zwangsläufige Entwicklung hin zu einer egoistischen und alle Bindungen zerstörenden Gesellschaft erblickten, stellten sie die allein schöpferische Kraft der Persönlichkeit als dienendem Element des Ganzen. Dieses Ganze aber sollte hierarchisch geordnet sein.


    Goebbels Weg als Beispiel:


    Der junge Goebbels war Anfang der 20er Jahre im Strudel der politischen und sozialen Ereignisse hin- und hergerissen. Er suchte einen festen Halt.
    Bei dem Besuch einer Veranstaltung der neugegründeten NSDAP, auf der H. spricht, ist der junge Akademiker Dr. phil. Josef G. (Promotion über den Romantiker Wilhelm von Schütz, 1776-1847) wie gebannt, denn der Mann, der dort spricht, redete nicht nur, sondern glaubte fest an das, was er verkündete.
    Für Goebbels war dies die Geburtsstunde eines neuen Bekenntnisses, einer neuen Religion, deren Prophet H. sein mußte. Goebbels versuchte sich an literarischer Erlebnisbewältigung. Es entstand das Prosastück "Michael Vormann". 1929 veröffentlichte er es in zweiter Fassung als "Begleittext - deutsches Schicksal in Tagebuchblättern". Die Bedeutung dieses Buches liegt in der Exemplarität. Goebbels beschreibt Erschütterungen und Defizite der Moderne, als deren Hauptkennzeichen er Wurzellosigkeit, innere Zerrissenheit und Entfremdung der Menschen ausmacht.
    Die Zielrichtung seiner Kritik stößt gegen das Materialistisch-Rationale und das Seelenlos-Atheistische.

  17. #17
    schreibt hier hin und wieder
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    Antisemitismus und Rassismus

    Für ebenso wichtig wie die Unterscheidung zwischen Faschismus und Nationalsozialismus halte ich eine andere:
    Die zwischen Antisemitismus und Rassismus.
    Mr. Jones hat gefragt, ob Goebbels ein fanatischer Antisemit war. Wenn er doch nur das gewesen wäre!
    Der Antisemitismus scheint eine Art von Schatten des Judentums zu sein und es überall und immer zu begleiten. Er hat Pogrome, Greuel, schlechte Bücher, Neid, viel Schlimmes hervorgebracht, er ist eine notwendige, aber nicht ausreichende Voraussetzung des Holocaust.
    Es mußte darwinistisch argumentierender Rassismus darauf aufsatteln, Menschenzuchtideen mußten sich in den Köpfen breitmachen, erst dadurch entstand die "kritische Masse", die sich im Holocaust entlud.
    Ich würde fast sagen, an den Antisemitismus haben sich die Juden in den Jahrhunderten, die sie mit ihm leben, gewöhnt und kalkulieren ihn ständig mit ein.
    Goebbels war ein Rassist, und das verhält sich zum Antisemiten wie die Atombombe zu Dynamit.


    [Diese Nachricht wurde von Quoth am 25. August 2002 editiert.]

  18. #18
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    Umgang mit historischen Themen im Kontext nationalsozialistischer Personen

    ...eines noch, weil es mir wichtig erscheint.
    Dann schweige ich, "denn der Autor, der reden will, sollte schreiben." Robert hat ein Talent dafür, verletzend in offenen Wunden zu wühlen und gerade die Geschichtsthemen zu seiner Sache zu machen, die das "Gschmäckle" (um Lancaster zu zitieren) des III. Reiches haben. Obwohl er eben kein Nazi ist, so ist ihm doch vorzuwerfen, dass er oft verantwortungslos, leichtsinnig und vielleicht auch naiv die NS-Zeit historisiert, zu einer geschichtlichen Epoche wie jeder anderen macht, sie in den Kontext der geistigen Strömungen des 20. JHds. einbindet, über Hitler wie über Napoleon reden will. (In den 80ern hat das bereits der Historikerkreis um Nolte versucht. Der Streit schwelt noch immer.)
    Robert erscheint mir symptomatisch für eine neue Generation, die nicht mehr in dem Maße von der deutschen Katastrophe betroffen ist wie Augenzeugen und erste Nachkriegsgeneration, für die die NS-Zeit eine einzigartige, eigentlich unvorstellbare Barbarei darstellt, die ihresgleichen in der Geschichte eben nicht findet. (Vielleicht liegt es bei ihm auch seiner Jugend in einer DDR, für die das III.Reich kein großes Thema war, sondern nur eine in den Histomat einbindbare Etappe auf dem Weg in die klassenlose Gesellschaft.)
    Egal, ob mir das gefällt oder nicht, ich werfe mit seinen Ansichten einen Blick in die Zukunft; es werden immer mehr, die so reden wir er.


    Mein Vater war als Mitglied der Waffen-SS (Jahrgang 1927) ein begeisterter Nazi. Er geriet im Kampf um Berlin in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1953 als kranker und gebrochener Mann entlassen wurde. Zeit seines Lebens zeigte er (vorsichtig formuliert) Affinität zum "NS-Gedankengut" (eigentlich ein Oxymoron).
    Hitler und der verlorene Krieg waren die Themen, um die sich sein ganzes Denken drehte. Es war eine Wunde, die nie verheilte, eine "Familienlegende", ein Hintergrund, der mich als Kind und als Erwachsenen niederdrückte, eine offene Wunde, die er mir als mein Vater weiterreichte und die ich bewältigen musste (In diesem Zusammenhang ein Lektüretip: H. Stierlin "Delegation und Familie). Ist mein Vater ein Mörder? Wie kann ein Mensch wie er, der mir so ähnelt, solch einer Barbarei zustimmen, sie sein Leben lang unterstützen? Was ist da geschehen?
    Dieser Versuch, zu verstehen und damit die Wunde zu heilen, war vergebens, von Anfang an. Es gibt nämlich nichts zu verstehen und wenn wir uns in diesem Forum noch hundert Jahre über die Nazis streiten. Verstehen, wie so etwas geschehen konnte, mit uns, in Deutschland - das werden wir nie!


    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  19. #19
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Umgang mit historischen Themen im Kontext nationalsozialistischer Personen

    Über diesen Gedanken, inwiefern wir Heutigen einen besonderen Zugang (nennen wir das Kind doch beim Namen: eine ideologische Brille) zum NS aufsetzen müßten, könnten wir uns in der Tat mal des langen und breiten unterhalten, Klammer. Hitler und Napoleon setze ich keineswegs gleich, denn mein Ansatz ist der alte von Ranke, eine Epoche immer aus ihrer Zeit heraus begreifen zu wollen, nicht aber mit dem meist arroganten der Nachgeborenen, die es immer besser wissen wollen. Ich mache auch keine Hitparaden, wer nun der Böseste der Bösen gewesen, wer der zweitböseste usw. Das machen historische Spießer und Relativisten - und Du weißt ja, daß ich deren einer nicht bin.
    Mein entschiedenes Nein zur ideologischen Brille! Es hieße nämlich nichts anderes, als unwissenschaftlich zu arbeiten, wenn das Ergebnis von vornherein feststehen muß und in dieses Ergebnis der Prozeß quasi eingearbeitet wird. So ging man in der DDR (methodisch) vor. Abgesehen davon ist es ein weit verbreiteter Irrtum, daß es in der DDR keine Forschung zum NS gegeben hätte. Im Gegenteil: In der DDR gab es ein Paradigma gegenüber der westdeutschen Forschung, wonach die den Auschwitz-Schock erst Mitte der 60er Jahre erfuhren, währenddessen er in der DDR bereits mit der Gründung der DDR fundamental gegeben war.

  20. #20
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    unter der achsel des bösen stinkt es jedenfalls und das nicht zu knapp!

    was sagt ihr eigentlich zu dem verbleib von hitlers zahnbürste?

  21. #21
    Kurzvormabschussiger
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    Hitlers Ende

    Unbestätigten Berichten zu folge benutzte Hitler seine Zahnbürste um das einzige zu tun was jemals einen Wert für die Menschheit besessen hat. Nachdem die Wasserzufuhr im Führerbunker Mitte 1945 ausgefallen war griff er zur Zahnbürste um sich die rettende Pille einzuschieben und verschluckte sie dabei...

  22. #22
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    eine rede hitlers vom 18. september 1922 thematisiert die strangulierung der deutschen wirtschaft durch das leihkapital und begründet den antisemitismus der nazis:

    "das erste, was uns hier auffällt, ist die vernichtung der unabhängigen existenzen. der kleine kaufmann muß heute entweder seinen warenbestand verringern oder schulden machen. er gerät immer mehr in die hände des leihkapitals. [kommentar: dieser sachverhalt ist richtig. die darstellung des ursache-wirkungs-verhältnisses ist korrekt.] gegen die großwirtschaften wird mit politischen mitteln vorgegangen: streiks, sabotage, revolutionen usw. [richtig ist, daß es v.a. jüdische bankhäuser waren, die die revolution in rußland finanzierten. doch hier geht es um vorgänge in bayern und deutschland, an denen diese bankhäuser bestenfalls mitschuldige waren, beileibe aber nicht allein verantwortlich gemacht werden können.] der einzelne wird hier gezwungen, sich zur anonymen A.G. zu bequemen, deren aktien dann vom ausland gekauft werden. [kommentar: unrichtig. man denke nur an stinnes oder flick, die ebenfalls etliches an konkursmasse nach dem ersten weltkrieg aufkauften.] so wird das mobile vermögen herr über unser nationalvermögen. [unrichtig. was hitler hier mit nationalvermögen meint, bestand nicht, da die besitztümer nicht vergesellschaftet waren. es gab nur private und kaum genossenschaftliche vermögen.] diese verinternationalisierung bedeutet nichts als verjudaisierung. [das ist eine glatte lüge. der anteil der juden an der raffgierigen umschreibung deutscher besitztümer auf neue besitzer lag nicht über dem der arier. ebensogut könnte man von einer arisierung des deutschen volksvermögens, das es dato nicht gab, sprechen, was genauso eine lüge gewesen wäre.] wir sind heute so weit, daß ein 60-millionen-volk sein schicksal im willen von ein paar dutzend jüdischer bankiers sieht. [von denen einige auch hitler geld gaben. nebenbei gesagt: rockefeller, morgan, poincare oder englische bankiers nahmen sich auch vieles von der konkursmasse des deutschen reiches nach dem weltkrieg. die sind keine juden, einige von ihnen spätere förderer und freunde der nazis.]
    vaterlandsverräter und denunzianten gehören an den galgen. [der meinung bin ich auch. aber letztlich müßte dann die halbe deutsche bevölkerung hängen, denn wer bestimmt, wer ein verräter ist?] gegen wucherer ist dieselbe strafe am platz wie bei den verrätern am vaterlande. als grundlage für eine neue währung hat das vermögen derjenigen zu dienen, die nicht unseres blutes sind. [das wird schwierig. ich wette, daß jeder irgendwo eine semitische urgroßmutter hat. früher oder später erwischt es jeden.] wenn man deutsche geschlechter, die seit tausend jahren in deutschland wohnen, enteignet, dann muß man es auch den jüdischen wucherern gegenüber tun. [nur gegenüber den jüdischen?] sofortige ausweisung sämtlicher seit 1914 eingewanderten juden. [erstaunlich. nur ausweisung? nur die seit 1914 eingewanderten?] extreme müssen durch extreme bekämpft werden." (Adolf Hitlers Reden. München 1925. S. 46.)

  23. #23
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Hitlers Ende

    Klemperer schrieb in seiner LTI auf S. 268 folgendes über Hitler: Hitler ist Autodidakt und nicht etwa halb, sondern allerhöchstens zehntelgebildet. (Man muß diesen unerhörten Galimathias [anderes Wort für Unsinn] seiner nürnberger Kulturreden lesen; grauenvoller als dieser Wust eines Karlchen Miesnick ist nur die Kriecherei, mit der das bewundernd hingenommen und zitiert wurde.) Er ist als Führer im selben Atem stolz auf seine Unbeschwertheit von der "sogenannten Bildung von früher" und stolz auf sein selbsterworbenes Wissen. Mit Fremdwörtern prunkt jeder Autodidakt, und irgendwie pflegen sie sich an ihm zu rächen.

    Das ist die Sicht des humanistisch Gebildeten. Ich kenne Hitlers Nürnberger Kulturreden nicht, aber mich deucht, daß das eine contradictio in adiecto sein muß.

  24. #24
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    AW: Konservative Revolution (Preußen 1859)

    Jeder kennt die Bilder, auf denen sich Hitler mit Goebbels Kindern ablichten ließ...oder bei einem Nachmittagskaffekränzchen. Bilder, die bewusst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden...damit sie sieht welches Ideal sich der Führer für die Deutschen wünscht. Wir sagen aus heutiger Sicht das war konservativ, traditionell, spießig, altbacken, rückwärtsgewandt - vergessen dabei, dass es zu jener Zeit gar keine Gegenentwürfe gab. Es kann etwas nur dann als konservativ angesehen werden...wenn es zeitgemäße oder moderne Alternativen gibt. Die gab es damals nicht. So mancher wird jetzt vielleicht auf das Berlin der 20er Jahre verweisen...wo man mit Bubi-Schnitt beim Cha-Cha-Cha bis in die Puppen tanzte und feierte. Daran gemessen könnte man die Nazi-Zeit als altbacken bezeichnen, aber das stimmt so nicht...denn dieses Bild der 20er Jahre gab es tatsächlich nur in Berlin zu sehen...von Eliten...für Eliten. Restdeutschland lebte in einer ganz anderen Welt. Die Bilder vom Obersalzberg zeigen kein konservatives...sondern ein zeitgemäßes Deutschland. Bild und Filmmaterial der Eva Braun zeigen...dass man durchaus wusste wie man aus der Reihe tanzt...wenn der Führer mal nicht anwesend war. Da gibt es Filme vom Nacktbaden bis zum Alkohol und Drogenrausch. Hitler selbst lebte in einer wilden Ehe, aber auch viele seiner Gefährten - und wenn nicht, dann hatten sie mindeste eine oder auch mehrere Geliebte.

    Hitler selbst war ohne jeden Zweifel ein Spießer...für die Menschen um ihn herum würde ich das nicht unterschreiben. Ich glaube, dass es dem Hitler ohne seine Kriegspläne relativ Wurst gewesen wäre wie die Deutschen leben. Was wir als restriktiv konservativ einordnen...sollte in Wahrheit nur die Kriegsmaschinerie am Laufen halten. Hitler benötigte funktionierende Familien...die dann jede Menge Soldaten produzieren...und keine ewig währenden Liebschaften...die dann irgendwo im Chaos enden. Der Konservatismus war ein Mittel der Ornung und Disziplin...er war Teil einer militärischen Strategie und nicht Teil eines gesellschaftlichen Plans.

    Sie nannten sich Nationalsozialisten...und das war gar nicht mal so falsch. "National" sowieso...aber auch "sozialistisch"....neben der Einführung des Kindergeldes und des bezahlten Urlaubes...gibt es auch noch weitere Beispiele. Ich will damit aber keinenfalls etwas verharmlosen oder gar die Nazis rehabilitieren...ich will damit nur sagen...dass nicht die Maske selbst...sondern das Böse dahinter gefährlich ist. Die Nazis waren keine Politiker...sie waren Verbrecher - deshalb sollte man sie erst gar nicht mit irgend einem politischen oder gesellschaftlichen System in Verbindung bringen. Sie wären auch als Kommunisten nicht zu Engeln geworden.

    Ich denke, dass es so viele unterschiedliche Modelle gar nicht gibt...wie wir glauben...oder wie uns glaubhaft gemacht wird.
    Frage ich Jugendliche...wie die sich ihr zukünftiges Leben vorstellen...was ihnen wichtig ist...worauf sie verzichten können...dann fallen die Antworten sehr ähnlich aus. Wer will denn keine funktionierende Partnerschaft, Kinder, einen sicheren Job, ein eigenes Heim....? Unterscheiden tun wir uns später hauptsächlich darin...dass die einen an diesem Modell festhalten...obwohl es schon längst gescheitert ist...während die anderen flexibel darauf reagieren und Neues für sich entdecken. Warum die einen dem Neuen offen gegenüberstehen...während die anderen sich dem verschließen...das hat mit vielen Faktoren zu tun. Wäre es wirklich so einfach die Menschen in Schubladen zu stecken...dann müsste sich Sarrazin in der Schublade NPD wiederfinden.

    Es muss auch ein Leben jenseits der Systeme und Denkmuster geben. Musiker und Reisende sind aufgeschlossene...friedliche Menschen. Wir müssten also dafür sorgen, dass alle Menschen musizierend die Welt bereisen.
    Geändert von anderedimension (06.01.18 um 18:58 Uhr)

  25. #25
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    AW: Was sagt ihr zum Thema "Hitler" bzw. Nazis?

    Zu diesem Thema haben sich...und das tausendfach...die klügsten Menschen der Welt den Kopf zerbrochen. Da ist alles gesagt...da gibt es nichts mehr...was nicht sowieso schon jeder weiß. Es aufzugreifen macht dann Sinn...wenn man gerade dabei ist alte Fehler zu wiederholen - und da ist m.E. die Zeit von 1918-1938 wesentlich interessanter...als die von 39-45

    Nicht gerade wenige Historiker sagen...dass...wäre Hitler 1938...zb ab eínem Herzinfarkt...verstorben...wir ihn heute als Nationalhelden feiern würden. Man kann sich spontan über diese These aufregen...oder mal kurz drüber nachdenken. Denkt man drüber nach...lässt sich das Gefahrenpotential der heutigen Zeit erkennen. Einen Versailler Vertrag wird es in der Form nicht mehr geben, das ist klar...aber ist denn ein Haftungseuropa...sind die Eurobonds wirklich so weit davon entfernt? Wie lautet denn die Parole der heutigen "Patrioten" ?`"Wir holen uns unser Land zurück!". Man kann jetzt sagen "quatsch"...es gibt nichts zurückzuholen....denn wir haben ja auch nichts verloren. Stimmt - und so lange das so ist...wird auch nicht viel passieren. Noch ist es "nur" ein Gefühl, das viele Menschen dazu bringt solche Parolen zu schmettern...aber was...wenn es tatsächlich mal etwas zurückzuholen gibt? Genau da setzte Hitler damals an...genau deshalb war sein "Erfolg" vorprogrammiert.

    Wenn ich an die Professorenrunde im Garten des Postsdamer Schlosses erinnern darf...dann ist es kein Geheimnis...dass die Eurobonds vor allem eines bewirken sollen...Deutschland zu schwächen. Daraus machten Briten und Franzosen keinen Hehl - eben jene Nationen, die mit dem Versailler Vertrag das gleiche Ziel verfolgten. Keine andere Nation auf der Welt, ausser Deutschland, hätte diesen Vertrag überlebt. Und ohne die Hilfe der Amis, für die wir als Bollwerk gegen den Bolschewismus unverzichtbar waren, hätten wir ihn auch nicht überlebt.

    Und wenn ich sehe wie blind die Deutschen und halb Europa einem Macron hinterherrennen...dann sehe ich darin eine echte Gefahr. Macron kann es gar nicht abwarten...bis wir Deutschen endlich die GroKo gebildet haben...damit er seine Eurobonds installieren kann. Und wenn er sich damit durchsetzt...dann gibt es für die Deutschen tatsächlich etwas zurückzuholen. Die Eurobonds sind keine Reparationszahlungen...aber wie das Kind heißt...das spielt keine Rolle. Fakt ist, dass wir uns dumm und dämlich zahlen...um Nationen wie Frankreich, Italien...und viele andere..die am Rande des Abgrundes stehen...aufzubauen.

    Für Bachblütendeutschland ist das alles noch Theorie...weit weit weg...die möglichen Auswirkungen nicht greifbar. Aber sollte es dazu kommen...werden uns spätere Generation dafür hassen, dass wir das zugelassen haben.

    Wer gesehen hat wie eine Sayn Wittgenstein trotz monotoner Sprache und Gestik...alleine über Inhalte die Leute von den Sitzen gerissen hat...der kann sich vorstellen was passiert...sollte mal eine "Lichtgestalt" auftauchen...die in jeder Hinsicht zu überzeugen weiß. Und das muss kein Deutscher sein.
    Geändert von anderedimension (07.01.18 um 10:33 Uhr)

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