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Thema: Die Entwaffnung der Bourgeoisie

  1. #1
    kls
    Laufkundschaft

    Die Entwaffnung der Bourgeoisie

    Eimar war so'n Typ ohne Hemmungen...

    Morgens nach dem Kaffee und der Entleerungszigarette erst mal 'ne Nase, anschliessend ein mittelstarker Druck, danach diverse Pillen, - ungefähr 'ne halbe Hand voll -, mit 2 bis 3 Flaschen Bier runtergespült und zum Abschluss ordentlich Einen durchgezogen...

    An dieser Stelle pflegte Eimar jedes Mal völlig zerst?rt festzustellen, daß er immer noch nichts merken würde.

    Wie gesagt, dieser Typ war völlig enthemmt.

    Verständlich, daß der Junge nach einer angemessenen Frist anfing total durchzudrehen.

    Eimar war weit!

    Eimar war sogar sehr sehr weit!

    Bei ihm äusserte sich dieses "Weit-Sein" in Form von Verfolgungswahn, und der Spinner musste anfangen sich zu bewaffnen. Er ging uns gefährlich auf die Nerven mit seinem Tick, ständig mit 'ner Wumme rumzufuchteln.

    Permanent - penetrant musste Eimar dieses DING hervorkramen; schwarz und hässlich, und dann pflegte er den Ein- oder Anderen mit seinen irren Augen über den Lauf hinweg anzupeilen...

    Nee, - es war echt nicht mehr schön!

    Heinz ist ihm dann aufs Klo nachgeschlichen, und in dem Moment, als Eimar beide Hände am Hosenstall hat, PACKT ihm Heinz von HINTEN in die Manteltasche, um diese Scheissknarre da WEG zu schaffen, und natürlich LÖST sich ein SCHUSS, und Heinz FÄLLT um, und Eimar GUCKT ganz kantig...

    (!!!)

    (...)

    War aber nix passiert! Die Kugel blieb in einer strategisch günstig plazierten Brieftasche stecken und verursachte in Leberhöhe nur einen etwa handtellergrossen blauen Fleck.

    Nach 30 Min. war Heinz auch wieder halbwegs auf den Beinen.

    Und so richtig stinkeschweinescheissesauer...

    Eine Woche später hat er dann mit Mark gemeinsam unseren Eimar morgens um acht Uhr heimgesucht.

    Und während dieser sein, oben schon näher beschriebenes Aufstehritual vollzog, haben die Zwei unauffällig alle Waffen eingesammelt. Als sie sich sicher waren nichts übersehen zu haben, luden sie sorgfältig den grössten Revolver, und erklärten Eimar in überzeugend ernstem Ton, daß sie gekommen wären, seiner Paranoia eine nachträgliche Berechtigung zu verleihen, und daß sie ihn nun leider erschiessen müssten!
    Sie haben es dann doch nicht fertig gebracht, aber Eimar hat wenigstens eine gute halbe Stunde lang geschwitzt und dabei vor Schiss ca. 3 qm. Tapete gefressen.

    Später hat Eimar's reicher Vater eine Rente gezahlt, unter der Bedingung, daß der Junge nach Indien fahren möge, um nie wieder zurück zu kommen.

    Soviel ich weiss, spielt Eimar immer noch Kellerratte in Bombay...

  2. #2
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    AW: Die Entwaffnung der Bourgeoisie

    kls, ich lese gerade das große Buch vom Käse, ist besser.

    Hast Du eigentlich noch immer kein mir angenehmes Hotel in der Türkei gefunden? Ich komme und schlag Dir die Flausen...klein und fein, mit Meerblick und hervorragender einheimischer Küche.

  3. #3
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Die Entwaffnung der Bourgeoisie

    kls, ich lese gerade das große Buch vom Käse, ist besser.
    Du haben Recht unt sprechen war und waise...

    Robert Gernhardt fand die o.s. Geschichte toll - es sei mal etwas erfrischend anderes, aber vermutlich hatte er an dem Tag nur einen ausgeglichenen Hormonspiegel.

    Hast Du eigentlich noch immer kein mir angenehmes Hotel in der Türkei gefunden?
    Wer zahlt? Das hat entscheidenden Einfluss auf den Komfort.

    Ich komme und schlag Dir die Flausen...
    Geht nicht. Haben schon andere versucht. Seit meinem 5 Lebensjahr bin ich weitgehendst immun gegen Indoktrination, was sich teilweise in recht putzigen Macken äußert. Also, ganz langsam und zum Mitschreiben: Ich suche keinen Überpapa, auch keine -mama. Ich bemühe mich nur um Souveränität.

    klein und fein, mit Meerblick und hervorragender einheimischer Küche.
    Kannst'e ham, sobald die Kostenfrage geklärt ist.


    Aus dem Reisswolf:

    WENN ICH MICH SCHON LÄCHERLICH MACHE

    Einst, länger her als uns irgend ein Kalender glauben machen könnte, ereignete sich folgende Begebenheit:

    Ein Freund, welcher es durch Tatkraft und Mut zu Wohlstand und Ansehen gebracht hatte, erinnerte sich meiner in Güte und sprach zu sich selber wohl diese Worte: "Fürwahr, so doch dieser Mann einen grimmigen Sinn sein eigen nennen muss, denn ich sehe, dass der Odem wider Erwarten immer noch nicht von ihm gewichen ist, sollte es mir, sämtlichen Neidern zum Trutze, möglich sein ihn aufzunehmen in mein Gefolge, zum Frommen und Nutzen meiner und seiner Knete."

    Liebe Kinder, Ihr müsset nämlich wissen, dass ich ein kolossaler Versager bin. Meine einzigen Grosstaten bislang waren nämlich diese: Erstens nicht an übertriebenem Opiatmissbrauch zu krepieren und zweitens mein genetisches Erbe auf zwei bezaubernde Bälger zu verteilen.

    Er aber hub an zu sprechen im Kreise seiner Getreuen, und er vermochte seine Worte gar trefflich zu setzen als er denn da sagte: "Wahrlich, so aber möge es sein! Karl-Ludwig ist berufen dereinst in meine Tritte zu stapfen, wenn ich nicht mehr bei euch weilen kann, denn dieser Laden hier geht mir gewaltig auf den Zeiger, und ich spüre die Zeit nahen, wo ich mein Leben der Suche nach Wahrheit widmen und Windmühlen oder Computerprogramme entwerfen will. Karl-Ludwig wird drumdenn den Verkauf übernehmen, so er doch die Gabe der Zungen besitzt."

    Und er ließ nach mir schicken, und als ich aufgeregt vor seinem Stuhle stand bedeutete er mir aufs freundlichste mich zu setzen und ich legte seine Weisheit auf mein Haupt: "So du doch bist ein großer Laberkopp vor dem HERRN, gebe ich dir die Chance diese Fähigkeit sinnvoll zu nutzen, auf dass du endlich mal aus deiner Scheiße rauskommen mögest. Dreineun brutto Anfangsgehalt, alles klar?"

    Ich aber fühlte mich stark und schön und nannte die Zukunft mein eigen. Und ich ging hin zu meinem getreuen Weibe und erzählte ihr davon: "Wisse nun, dass es mir bestimmt wurde in der Ferne mein Glück zu machen, und wenn ich dereinst zurückkomme in deine Arme werden wir leben wie die Edlen dieser Welt und große Verblüffung wird herrschen im Kreise meiner Feinde."

    Also zog ich ein in das Reich der ertragsorientierten Marktwirtschaft.

    Die Kollegen gedachten meiner mit Wohlwollen und ließen mich teilhaben an ihrem Können und Wissen und man teilte mir ein Kämmerlein zu, wo ich über den Schriften gebeugt die Tage verbrachte.

    Des Nachts aber wurde ich vom Teufel versucht, und versoff meinen gesamten Sold in übel beleumundeten Spelunken.

    Und als denn verstrichen war an der Zeit drei Monde und sieben Sonnen verfiel ich dem Hochmuth und dachte bei mir: "Dieses Leben behagt mir nicht, ich bin doch nicht bescheuert."

    Und eine Krankheit hinderte mich daran Gutes zu tun, um eben dieselbe Dauer, als es brauchte die Rollen, welche da waren versiegelt mit den Unterschriften des Arbeitgebers und des Angestellten, zu entwirren und zu lösen.

    Mein Weib aber nahm mich an wie einen Sieger, denn sie wusste um den seltsamen Zauber, welcher mein Schicksal begleitet.

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