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Thema: Mein Leben

  1. #1
    Darkness
    Laufkundschaft

    Mein Leben

    Mein Leben

    Auf meinen Augen ruht ein Schleier der Traurigkeit
    So oft stand ich zwischen den harten kalten Schlägen
    Zu oft war ich der Boden auf dem Krieg geführt wurde
    Ein vollgeschriebenes Blatt
    Aus Schmerz und Qual
    Meine Seele, ihr letzter Rest
    Verlebt in mir das Ende ihrer Zeit

    Die glücklichen Tage sind lang vorbei
    Verschlungen vom Nebel meiner Angst
    Ich hab nichts zu verlieren
    Aber ich fürchte mich vorm Tod

    Mein Herz findet keine Ruhe
    Die Erinnerung reißt die alten Wunden
    immer wieder auf
    Ich bin ein Feld aus Narben
    Ein Acker der mit Tränen genährt wurde

    Gelacht hab ich nie
    Aus ehrlicher Freude
    Vielmehr war es der Schein
    Der euch alle hintergangen hat
    Am Ende steht der Selbstbetrug
    Ich hab mich selbst belogen
    In mein eigenes Fleisch geschnitten

    Ich bin innerlich gestorben
    Als mein einziger Freund die Einsamkeit war
    Ein wertloses Geschöpf
    Das auf Erden wandert
    Und keinen Frieden findet

    Zu oft wurden Pfeile der Grausamkeit
    auf mich geworfen
    Erbarmungslos trafen sie mich da
    wo es am meisten weh tut
    Herzlos, gnadenlos, endlos kalt.

    Ich bin erfroren im Rausch der Zuversicht
    Aufgewacht im Reich der Realität
    So oft hab ich auf das Gute gehofft
    Zu oft wurde ich zum Opfer meiner Gutgläubigkeit.

    Nun liege ich hier auf meinem Bett
    Umschlungen von Dornen
    Festgehalten von den Scherben meiner Vergangenheit
    Nichts ist wie es war
    Niemals wird es wiederkehren
    Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen
    Erbarmungslos rast mein Leben dem Ende zu

    Ich warte...

    Auf die Erlösung

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.October 2000
    Ort
    Bad Füssing
    Beiträge
    876
    Renommee-Modifikator
    19

    AW: Mein Leben

    Ich bin erfroren im Rausch der Zuversicht

    Karl-Ludwig, nehme ich mal an. Auch wenn nicht, Du, Dunkelheit, denkst, Du wärest ganz unten. Täusch Dich nicht, es geht immer noch tiefer. Ganz ganz tief, bist Du endlich Dich selbst beim Schopf nimmst und Dich aus jedem Dreck ziehst, in dem Du Deiner Meinung nach steckst. Deiner Meinung nach, sonst nicht.
    Reden hilft, jammern nicht. Rede mit uns, wir sind nicht die frömmsten, doch vielleicht brauchst Du noch einen Schwall kaltes Wasser ins Gesicht, damit Du Dich schüttelst und anfängst, Dich zu wehren.
    Glaube mir, ich weiß wovon Du schreibst, nicht nur einmal.
    Du kannst mir auch mailen, und wenn wirklich Karl-Ludwig, schick mir bessere Rezepte.
    Diesmal herzlichst, Hannemann

  3. #3
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Mein Leben

    Ich stolperte erst heute über diesen Beitrag/Ordner.

    Hannemann: (...)Ich bin erfroren im Rausch der Zuversicht (...)

    Karl-Ludwig, nehme ich mal an. (...)

    Nein. Ich bekenne mich schuldig als Michaela, Ö, Kukak Löntroop, Hansi Nalleweia und Dorothea Lickefett zu firmieren, aber diesmal bin ich es wirklich nicht gewesen. Solche Texte poste ich auch immer erst NACH einer Krise.

    Das Thema ist uralt und jeder Mensch hört seine Uhr anders ticken. Meine Uhr tickt mir selber einige Dezibel zu laut, aber es sind nie Hilfeschreie, die ich da von mir gebe. Ich weiß, dass niemand keinem helfen kann, sich selber zu ertragen - wäre ja noch schöner. Aber manchmal müssen auch solche Jaultexte einfach raus - ich weiß, wovon ich spreche. Sie sind nicht als erpresserische Nötigungen gedacht.

    Das Üble an solchen Texten ist, dass sie unter Umständen den Zustand erst so richtig zementieren. Aber ich finde den Eingangstext ehrlich und er berührt, denn wir alle sind auch Siegfried, Achilles und Hector, werden eines Tages mit einem Schlauch in der Nase daliegen und uns frage: "Wie, und das war jetzt alles?"

    Der Tod ist so banal, das finde ich am Schrecklichsten.

    Aber heute geht es mir voll toll und wenn ich das nur oft genug wiederhole, glaube ich unter Umständen selber daran.

    Ich anerkenne Dein nett gemeintes Angebot mich bei Dir auf eine Couch zu legen, aber so schlimm ist es noch lange nicht.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Mein Leben

    Um es vorweg zu sagen: Literarisch ist es nichts. Gut gesagt?! Schlecht gesagt. Warum sollte Bewältigung nicht literarisch daherkommen? Sie muß. Sie muß vor allem anderen. Da zeigt sich der Charakter des Menschen. Hat er gelebt oder nur existiert? Leben ist an Form gebunden, wie die Ausflucht erst einen Fixpunkt benötigt, zu dem er sich verhält/bezieht.
    Wenn einer schreibt, dann hat er sich etwas von der Seele zu schaffen. Jeder hat das. Also ist Schreiben jedenfalls Bewältigung. Mit den Zuständen, der einen Beziehung, einem Ungeratnen. Das will sich dann mitteilen, will/buhlt um Zuwendung und Aufmerksamkeit. Wer schreibt, ist ein Exhibitionist. Kein Zweifel. Und Mitteilung ist an Verstehen gebunden, dann erst an Verständnis. Diese Reihenfolge ist wichtig. Betroffenheitsfaselei will ich nicht gelten lassen.
    Darum hier den Finger auf sprachliche, mithin charakterliche Fehler gelegt:

    Auf meinen Augen ruht ein Schleier der Traurigkeit
    daß Traurigkeit ruht
    oft stand ich zwischen den harten kalten Schlägen
    nach Schlägen? Das Ich ist hinter dem Ruhen, das Ich sind die Augen, beide, die wach hinter dem Schleier ruhen; Maja? Verschleierung des Wahren durch die Kraftlosigkeit auslösende Hemmnis des Erlebten? SO OFT ist schändlich, es jammert; wie könnte man es auflösen: durch Verzerrung oder Pointierung auf etwas Konkreteres, vielleicht ein Erlebnis zur Anschaulichkeit

    oft war ich der Boden auf dem Krieg geführt wurde
    nur schlecht, weil es das Konkrete vollends verläßt, zumal durch eine Plattitüde; jeder denkt, daß auf seine Kosten etwas geschah, dessen er nicht Herr werden konnte

    vollgeschriebenes Blatt
    Aus Schmerz und Qual
    Meine Seele, ihr letzter Rest
    Verlebt in mir das Ende ihrer Zeit
    abgesehen von der schwieriges Lesen urständenden Interpunktion, dieser Teil ist besser als der schwächliche Anfang, besonders die letzten beiden Zeilen; das vollgeschriebene Blatt bedarf eines Beweises: dieser Gedanke ist zu schwer, um ungesagt davonzukommen - sind es nicht immer nur die Umstände, die nach Auswegen suchen und verzweifeln lassen; sind Umstände nicht ihrer Natur nach das, was sie eben sind: beliebig und wechselhaft?
    Die Seele verlebt auch kaum Reste, auch keine Enden. Hanebüchen. Die Seele sucht sich stets neue Wirte. Wenn Du das nicht glauben magst, dann benutz ein Wort wie Seele nicht, dann ersetz es durch biochemische Formeln. Doch seit wann suchen Formeln nach einem Weiter?

  5. #5
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Mein Leben

    Robert: Um es vorweg zu sagen: Literarisch ist es nichts. (...)
    Nun ja, der Text berührt mich dennoch.

    Gute: "Hölle, wo ist Dein Sieg - Tod wo ist Dein Stachel"-Literatur ist man auch schwierig. Da ist die Grenze zum Unertraeglichen naeher als bei der Liebe.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Mein Leben

    Das Inhaltliche kann und will ich nicht bewerten.
    Handwerklich erscheint mir das Gedicht maßlos überfrachtet und mit Worthülsen gespickt.

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