Der preußische König Friedrich II. war 1786 gestorben. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. wollte sich mit den Türken gegen Österreicher und Russen verbünden, denn er befürchtete, daß ein russisch-österreichisches Engagement Preußen außen vor lassen mußte und somit das Gleichgewicht in Osteuropa zerstörte. England und Schweden traten Preußen zur Seite. Letztlich liefen diese Rüstungen auf einen status quo ante – Frieden hinaus. Frankreich jedenfalls blieb in diesen Planungen unberücksichtigt, was erklären mag, warum es nicht bereits 1789 zu europäischen Kriegen gegen Frankreich kam. Man registrierte sehr wohl die veränderte politische Lage in Frankreich, nahm sie allerdings nicht sonderlich ernst. In Wien und Potsdam wurde dagegen ein anderer Gedanke handlungsinitiierend: Man hatte erkannt, daß gegensätzliches Handeln schlichtweg unmöglich geworden war und suchte, sich ausgleichend auf Kosten anderer zu arrangieren. Am 27.6.1790 kam es zur Konvention von Reichenbach, in der Joseph II. Preußen als europäische Großmacht anerkannte, mithin Schlesien als preußischen Besitz konzedierte.
Joseph II. fiel diese Konzession leicht, denn er selbst hatte in dem Jahrzehnt seiner Herrschaft versucht, seine Erblande mit Hilfe eines Diktats zu straffen, zu reformieren. Dabei ging er in seinen Reformansätzen um 1782 weiter als die Französische Revolution [1] kurze Zeit später:


  • Aufhebung der Leibeigenschaft;
  • Durchsetzung der Amtssprache deutsch für alle Untertanen in den österreichisch-ungarischen Erblanden;
  • Aufhebung der adligen Privilegien;
  • Durchsetzung einer gleichmäßigen Besteuerung;
  • Außerkraftsetzung der ständischen Verfassungen;
  • Bauernbefreiung [2] (Frondienste);
  • Änderung der Kirchengrenzen (Diözesen);
  • Erziehung des priesterlichen Nachwuchses in staatlichen Schulen;
  • Säkularisation von 700 Klöstern;
  • weitere Eingriffe in Glaubensfragen, z.B. in Andachtsordnungen, Bestattungsvorschriften.


Es waren nicht die Reichen, die Joseph II. bekämpften, sondern die ärmeren Teile des Volkes, das sich mit unzufriedenen adligen Ständen verband und mehr Angst vor den Reformen des Kaisers besaß, als es Hoffnung auf eine Verbesserung seiner Lage entwickeln konnte. In Belgien kam es zum Aufstand einer katholisch-ständischen Restauration gegen den Kaiser. Als Joseph II. 1790 an den Folgen seiner langjährigen Tuberkuloseerkrankung starb, hinterließ er Chaos in seinen Landen; er hatte das Gegenteil von dem erreicht, was er erreichen wollte.
Josephs Bruder wurde als Leopold II. Kaiser. Er gehorchte einem Hilferuf seiner Schwester Maria Antonia, die in Frankreich als Marie Antoinette französische Königin war. Bevor er nach Frankreich aufbrach, reiste er ins sächsische Pillnitz, wo er sich mit dem preußischen König traf, um die Lage zu beraten. Man war sich darin einig, daß royalistische Sympathiebekundungen für den gefangenen französischen König zu wenig seien, konnte sich aber zu keiner Kriegserklärung durchringen. Der Öffentlichkeit wurde mitgeteilt, daß die Anarchie in Frankreich die europäische Sicherheit gefährde. Leopold II. und andere aufgeklärte Herrscher nahmen begonnene Reformen zurück, meist nicht ohne Druck des einfachen Volkes und Adliger, die Neuem gegenüber unaufgeschlossen waren.
In Frankreich trat 1791 die neugewählte Nationalversammlung zusammen. Sie bestand aus Einzelvertretern, die kommunal ermittelt wurden. Es gab keine Parteien. Man folgte dem Rousseauschen Gedanken parlamentarischen Einzelkämpfertums. Aber doch fanden sich schnell Gleichgesinnte, zuerst sind hier die Girondisten zu nennen, die nach der Gegend benannt wurden, aus der sie zumeist stammten, der Gironde im Südwesten Frankreichs. In der Nationalversammlung traten diese Girondisten dennoch nicht als Partei auf. Abstimmungen einzeln, Fraktionszwang oder dergleichen war den Abgeordneten fremd, wie denn auch, da es keine Fraktionen gab. Heiß her ging es in den Debattierklubs. Der berühmteste war der nur zahlenden Mitgliedern vorbehaltene Jakobiner-Klub des Pariser Jakobiner-Klosters, in dem sich mehrmals wöchentlich Abgeordnete trafen und Ereignisse des Tages besprachen, auch Kundgebungen organisierten und geplante Aktionen konzertierten. Die Zahl der Mitglieder blieb gering, doch die der Zuhörer wuchs, was dem Klub immer größeren Einfluß auf die öffentliche Meinung verschaffte. Die Jakobiner waren klug und dehnten die Wirkung dadurch aus, daß sie in der Provinz Tochterklubs gründeten, die ganz ähnliche Inhalte diskutierten wie im Pariser Mutterklub. Wer im Klub keinen Platz fand, wurde durch Flugblätter informiert, genauer muß man wohl sagen propagiert. Die Jakobiner radikalisierten sich, das ist bei schnell wachsenden politischen Vereinigungen oft der Fall. So kam es zu Meinungsverschiedenheiten, v.a. nach der gescheiterten Flucht des Königs. Eine königsfreundliche Gruppe, die sich Feuillants nannte, sonderte sich ab, denn die meisten Jakobiner verurteilten die Flucht des Königs und mit ihr gleich sämtliche Emigranten.
Der Riß in der französischen Gesellschaft war kein Thema der Jakobiner; sie wollten eine Einheit herstellen, die sie (gemäß dem Diktum Rousseaus von volonte generale) bestimmten und der sich die Minderheit unterordnen mußte, wollte sie überleben. Die innere Einheit war um 1790 in weiter Ferne, zu groß war der Haß derjenigen, die vieles verloren hatten, zu tief war der Argwohn der neuen Herrscher gegenüber den emigrierten Aristokraten und zugleich vor dem hungerleidenden Pariser Plebs. Auch die Kirche war gespalten, ein Teil huldigte den neuen Herrschern, der größere Teil blieb der römischen Kanonik treu und ließ sich mit den neuen Machthabern nicht ein. Die neue bürgerliche Regierung griff hier hart durch, verweigerte den Unbeugsamen der Kirche Pensionen, ließ viele Gottesdiener einsperren. Auch gegen die Emigranten wurde scharf vorgegangen: Sie sollten bis zum 1. Januar 1792 nach Frankreich zurückgekehrt sein, andernfalls würde man deren Besitz konfiszieren und sie für vogelfrei erklären.

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Ludwig XVI. beschloß, von seinem Veto-Recht Gebrauch zu machen, was die innenpolitische Krisensituation weiter obstringierte und zu einem Bürgerkrieg hätte führen können. Doch dann kam es anders. In den Debattierklubs war man zunehmend zu der Meinung gelangt, die Revolution über die französischen Landesgrenzen zu tragen. Alle Menschen sollten ihre feudalen Lasten abschütteln und den Geruch der Freiheit kosten. Wie wir bereits aus dem Frankreich benachbarten Belgien wissen, wollten diese Völker das nicht. Das war den bürgerlichen Politikern in den Debattierklubs egal. Sie argumentierten: Frankreich habe das Recht, seinen Nachbarmächten zu sagen, daß sie Rache erwarten dürften, meinte der Abgeordnete Brissot, ein Girondist. Ein anderer namens Vergniaud verlangte die Befreiung der Nationen von den sie umschwärmenden Insekten. Der Abgeordnete Isnard verlangte die Bewaffnung von zehn Millionen Franzosen, um alle Tyrannen von ihren Thronen zu stürzen. Dazu brauchten sie den König, denn nach der neuen Verfassung durfte nur der König einen Antrag zur Kriegserklärung stellen. Also respektierte die Nationalversammlung das Königsveto gegen die Emigranten, zwang ihn aber, ein Ministerium zu ernennen, dem die Parlamentarier vertrauten. Man fand den General Dumouriez, dem es übertragen wurde. Ludwig XVI. mußte in der Nationalversammlung erscheinen und formal beantragen, daß Krieg gegen das Reich geführt werden müsse. [3] Die Nationalversammlung verabschiedete den Antrag des Königs nahezu einstimmig. Robespierre, der zu dieser Zeit kein Parlamentarier, wohl aber Mitglied des Jakobinerklubs war, sprach sich dagegen aus, denn er befürchtete unabhängig vom Ausgang des Krieges ein Erstarken des Königtums. Doch der französische Imperialismus wollte den Krieg, und er glaubte sich moralisch dazu berechtigt und verpflichtet. Am 20. April 1792 folgte die Kriegserklärung an den König von Böhmen und Ungarn, d.i. letztlich die Kriegserklärung ans Reich. [4]

Frankreich griff habsburgische Besitzungen in Belgien an, zumal sie glaubten, daß die Belgier sie als Befreier willkommen hießen. Doch das Gegenteil geschah. Die Freiwilligenbataillone der Franzosen rannten bei den ersten Kanonenschüssen der weit unterlegenen Reichstruppen auseinander. Auch die Preußen hatten zwischenzeitlich mobilisiert und rückten an. In Frankreich mutmaßte man allerorten Verrat, zum Teil berechtigt. Ob aber Marie Antoinette, die von militärischen Dingen wohl nichts verstand, hierbei tätig war, ist zu bezweifeln. Es ist manchmal nicht wichtig, ob ein Sachverhalt stimmt, solange nur die Mehrheitsmeinung laut genug erklingt, es sei so und nicht anders. Jedenfalls wurde auf Druck des Pöbels die Garde des Königs aufgelöst und es erging der Aufruf an alle französischen Landesteile, Freiwilligenverbände zu stellen. Der König benutzte wieder sein Vetorecht, woraufhin Minister Roland den König in einem Brief öffentlich dazu aufforderte, die Revolution anzuerkennen und sich an die Spitze des Volkes zu stellen. Ludwig XVI. entließ daraufhin Roland. General Dumouriez hielt es auch nicht länger. Radikale Sektionen in Paris, revolutionäre Garden, überfielen den König in seinem Schloß und bedrängten ihn, sein Veto zurückzunehmen, setzten ihm die rote Phrygermütze der Revolution auf und bedrohten ihn. Doch der König blieb bei seiner Entscheidung. Die nächsten Tage gab es zwar Sympathiekundgebungen für den König, doch an den Machtverhältnissen änderte sich in Paris nichts. Der König schien auf eine äußere Veränderung zu hoffen. Und die kündigte sich an: Der preußische Oberbefehlshaber (Herzog von Braunschweig) ließ in einem Manifest verkünden, daß er keinen Eroberungsfeldzug plane. Andererseits forderte er die Freiheit des französischen Königs und kündigte für den gegenteiligen Fall die Zerstörung Paris' und Kriegsgerichtsverfahren gegen die Führer des französischen Volkes an. Das Ergebnis dieses Manifests war ein Zusammenrücken aller revolutionär gesinnten Franzosen gegen die anrückenden Deutschen, den äußeren Feind.
In Paris tobte ein Straßenkampf zwischen königstreuen Einheiten und den – entgegen dem königlichen Veto – aus ganz Frankreich einrückenden Freiwilligenverbänden. Diese waren eindeutig in der Überzahl und beschlossen, den König gefangenzusetzen. Sie griffen die Tuilerien an. Der König verteidigte sich erst, ließ sich dann aber doch gefangennehmen. Die eilig zusammengerufene Nationalversammlung beschloß die Suspendierung des Königs und setzte eine Regierung ein. Unwichtig für die hier Versammelten war, daß sie mit nur 284 Vertretern eigentlich nicht beschlußfähig war. Knapp 500 Volksvertreter waren nicht anwesend. So setzten sich die Radikalen durch, die diese Situation nutzten. Die Regierung unterstand nunmehr Danton. [5] Die Königsfamilie blieb im Ordensschloß der Templer gefangengesetzt, war aber nicht abgesetzt. Doch das schien allen nur eine Frage der Zeit, bis dieser Passus der noch vor Jahresfrist mit so viel Pomp eingeführten Verfassung gestrichen werden würde, der dem König Macht verlieh. Frankreich war auf dem Wege zur Republik, wenngleich 1792 kaum jemand dieses Wort in den Mund nahm.
Robespierre schlug vor, das Volk einen Konvent wählen zu lassen. Außerdem sollte allen männlichen Franzosen über 21 Jahren das Wahlrecht gegeben werden – unabhängig vom Tatbestand der Steuerleistung. [6] Es kam aber nicht dazu. Der Widerstand des besitzenden Bürgertums, des Bourgeois, war zu groß. Zeitgleich zogen die Feinde der Revolution ihre Truppen zusammen. Die Preußen rückten mit einem Viertel ihres Heeres an, der Rest mußte die unruhige Ostgrenze schützen, auch schleppten sich die Preußen nicht mit ihrer schweren Artillerie ab; sie nahmen an, daß die Franzosen leicht zu besiegen seien. Reichstruppen (v.a. Österreicher und Hessen) und französische Emigranten kamen zusammen noch einmal auf etwa 50000 Mann.

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Lafayette machte den Versuch, mit einem Bündnis der Provinzen die Monarchie und zugleich die Errungenschaften der Revolution zu retten, aber man versagte ihm die Gefolgschaft. Lafayette trat ins Lager der Revolutionsfeinde über. Doch dort betrachtete man ihn als einen Rädelsführer der Revolution und setzte ihn gefangen. Erst 1797 wurde er aus der preußischen Gefangenschaft entlassen.
In Paris hatten Danton, Robespierre und Marat das Sagen. Alle drei fürchteten das Zuschlagen der Königsanhänger. Also befahl Danton, die Stadttore Paris' zu schließen. Marat und Robespierre organisierten über einen Mittelsmann namens Billaud-Varennes Hilfskräfte, die Geld, den Auftrag und die Berechtigung erhielten, Pariser Wohnungen nach Anhängern des Königs und Familienangehörigen emigrierter Adliger abzusuchen. Zeitgleich wurden alle Geistlichen, die sich für ihre angestammten kanonischen Vorschriften ausgesprochen und den Eid auf die neue Kirchenordnung nicht geleistet hatten, mit dem Versprechen angelockt, Pässe zur Ausreise zu erhalten. Als sich diese Geistlichen meldeten, wurden sie verhaftet und inhaftiert, nicht wenige erschlagen. Die Hausdurchsuchungen derweil führten zu Massakern. Tausende mutmaßliche und tatsächliche Anhänger des Königs wurden ermordet. Die Septembermorde.
Damit war kurzfristig nicht viel erreicht. Der Zustand des französischen Heeres war erbärmlich. Die Lieferanten verweigerten die Zustellungen von Proviant und Ausrüstungsgegenständen, viele Offiziere waren entweder emigriert oder liefen über, die Kompanien zerstritten und meist führungslos, dazu schlecht ausgebildet, die freiwilligen Rekruten liefen bei den ersten Kanonenhieben auseinander. Wer sollte die Invasion der Deutschen und der mit ihnen marschierenden Emigranten aufhalten? Am 4.9.1792 fiel die wichtige Festung Verdun in die Hände der Preußen. Nun war der Weg nach Paris frei. Im deutschen Lager wurde diskutiert, ob man erst noch einige Festungen erobern und sich danach in den Winter schicken solle. Der preußische König setzte sich durch und verlangte den Eilmarsch auf Paris. Man fand einen weniger bewachten Durchgang durch die argennische Hügelkette nördlich von Paris. Es war naß und schlammig; viele Angreifer erkrankten. Vor Valmy kam es zur Schlacht bei verdrehter Stellung. Die Preußen standen zwischen Paris und dem französischen Hauptheer. Die Franzosen hatten sich in ihre Stellungen eingegraben, Dumouriez befehligte von ihm einst zur Verfügung stehenden 150000 Mann noch 60000. Die Preußen beschossen die Stellungen der Franzosen, die Franzosen schossen zurück. 40000 Kanonenkugeln flogen hin und her. Der Herzog von Braunschweig befehligte die den Franzosen überlegene Infanterie, doch er konnte sich angesichts des Kanonenhagels nicht zum Angriff entschließen. Der Angriff stockte. Die Preußen zogen wieder ab.

„Goethes vielzitierte Prophezeiung, die er am Vorabend der Kanonade von Valmy ausgesprochen haben soll: 'Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus, und ihr könnt sagen, ihr seid dabeigewesen', ist ein bloßes Vaticinium ex eventu [Vorhersage eines kommenden Ereignisses, nachdem das Ereignis stattfand]. Erst 1820/22, also volle dreißig Jahre später, kommt sie in seiner damals niedergeschriebenen 'Kampagne in Frankreich 1792' erstmalig in dieser Formulierung vor. Goethe, der im Gefolge des Herzogs von Weimar an dem mißlungenen Feldzug gegen das republikanische Frankreich teilgenommen hatte, beruft sich auf eigene Tagebuchnotizen, deren Original aber nicht mehr vorhanden ist und vermutlich überhaupt nicht existiert hat. Der Dichter hat seine Erinnerungen mit Hilfe der bereits 1809 in Amsterdam erschienenen 'Memoiren zur Geschichte des preußischen Staates' des Majors A.L. von Massenbach in Tagebuchform rekonstruiert. Dort heißt es [Bd. I, S. 115.]: 'Der zwanzigste September 1792 mußte Europa eine andere Gestalt geben.' Aus diesem Wortlaut hat dann Goethe seine Formulierung entwickelt.“ (Hertslet, S. 235.) - Ein wichtigeres Ereignis als die Kanonade von Valmy war die Ausstellung englischen Maschinengarns auf einigen Industriemessen in Europa 1792.

In Paris hatte sich währenddessen der von ca. 11% der erwachsenen männlichen Franzosen gewählte Konvent konstituiert (die „Volksvertretung“, die aus dem Besitzbürgertum bestand und keine Parteien kannte), den König als abgesetzt erklärt und die Republik proklamiert. Nunmehr griffen die Franzosen Reichsgebiet an. 18000 zogen bis nach Mainz am Rhein entlang und besetzten es. Sie wurden dabei von rheinländischen Separatisten und Republikanern unterstützt. Die vorhandenen Reichstruppen reichten nicht aus, die Gebiete zu verteidigen. Die Preußen griffen ein und unter schweren Verlusten rheinländische Gebiete zurückerobern. Das nutzte Dumouriez zu einem Angriff auf Belgien, wo die Österreicher immer noch nicht zur Ordnung gefunden hatten und schließlich wichen. Ende 1792 war Frankreich von ausländischen Truppen frei, besaß eine funktionstüchtige Regierung und expandierte. Belgien war bereits erobert, was England früher oder später in einen Krieg ziehen mußte, in Italien und im Reich besaß man Vorposten. Im Konvent wurden zwei Möglichkeiten zur politischen Zukunft dieser eroberten Gebiete diskutiert:


  1. Vereinigung mit Frankreich oder
  2. Bildung von Grenzlandschaften unter französischem Schutz.


Einig war man sich darin, daß es die Pflicht Frankreichs sei, den Völkern, die ihre Freiheit erringen wollen, Schutz zu bieten und Beistand zu leisten. Die Abgeordneten im Konvent definierten Freiheit per negationem, also als Befreiung vom alten System, ancien regime, und setzten diesen negativen Begriff in einen Wesenszusammenhang mit Gerechtigkeit, die wiederum als Gleichheit tituliert wurde und Geltung besaß, solange sie, die Herren Konventler, die Richtlinien derselben bestimmten, also all das, was ihren Geldbeutel füllte.
Dem abgesetzten König konnte (im Sinne der Republikaner) Landesverrat nachgewiesen werden. Ludwig XVI. sah das anders: Er wollte Frankreich vor der Anarchie retten und hatte darum mit den Ausländern korrespondiert. Im Konvent und bei den Radikalen auf den pariser Straßen fragte man dagegen: Wir oder sie? Ludwig muß sterben, weil das Vaterland [7] leben muß.
Die Debatte im Konvent brachte schließlich Einmütigkeit in der Frage, ob Louis Capet [8], wie der einstige französische König nach seiner Absetzung genannt wurde, schuldig sei. Man bejahte. Uneinig war man in der Frage der Bestrafung. 387 Abgeordnete forderten die Todesstrafe, wobei 26 den Wunsch nach Aufschub formulierten. 334 sprachen sich gegen die Todesstrafe und für Verbannung aus. Auf den Zuschauerrängen des Parlaments tobten zugleich radikale Sansculotten, die die sofortige Tötung des ehemaligen Königs forderten und das mit Hoffnungen auf einen niedrigeren Brotpreis verbanden. Diese Radikalen waren jetzt am Zuge und setzten die Hinrichtung durch. Ludwig XVI., nunmehr Louis Capet, wurde am 21. Januar 1793 in Paris hingerichtet. Acht Tage später kam es zu Kriegserklärungen an England, Spanien und Holland. Die Kriegskosten trugen die besetzten Gebiete. 300000 Franzosen wurden zu diesem Zwecke eingezogen und mit Geldern aus Requirierungen in Belgien und im Reich bezahlt und ausgerüstet.
Doch zuerst gab es einmal einen Rückschlag. 40000 Soldaten des Reiches stellten sich in Belgien Dumouriez, der mit seinen mehr als 60000 Mann geschlagen wurde. Dumouriez verriet das Heer und lief zu den Deutschen über. Mit ihm verließen tausend Offiziere das Heer der französischen Republik, unter ihnen auch der spätere König Ludwig XVIII.. Nach dem Sieg der Reichstruppen erhoben sich die Bauern der Vendee (Loire-Mündungsgebiet) gegen die französische Republik. Damit war die Brotversorgung Paris' in Gefahr. Zudem stieg die Arbeitslosigkeit an. Die Assignaten fielen im Wert. Inflation. Wucherer nahmen die Wirtschaft in Besitz, zumal 1792 ein gutes Erntejahr gewesen war. Es gab genug Brot, aber die Verteilung stockte. Die Republik erlebte ihre schwerste Stunde. Der Konvent griff ein und regulierte die Warenkreisläufe. Er setzte den Wohlfahrtsausschuß ein, der exekutive Gewalt besaß. Damit wurde zwar ein Prinzip des Rechtsstaats ausgesetzt [9], nämlich das der Gewaltenteilung, aber in Zeiten der Not gilt es, die öffentliche Ordnung und die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen, zudem in westlichen Ländern der Zweck die Mittel heiligt. Der Wohlfahrtsausschuß verkündete am 2./3. Mai 1793:


  • ein Maximum für den Brotpreis;
  • die Gleichsetzung von Assignaten zu hartem Geld (Zuwiderhandlungen sollen mit sechsjähriger Galeerenstrafe geahndet werden);
  • Schnellgerichte für politische Verbrechen (was das sein sollte, wurde nicht beschrieben) – die sogenannten Revolutions-Tribunale;
  • die Bestimmung von Konvent-Kommissaren für die einzelnen Departements, die uneingeschränkte Macht erhielten;
  • eine Zwangsanleihe über eine Milliarde Franken (20 Mrd. €), progressiv gestaffelt von jedem Vermögen über 1500 Franken (30000 €).


Das führte nicht überall zur Zustimmung. In Lyon, Marseille, Toulon und Bordeaux erhob man sich gegen diese Zwangspolitik. In mehr als 60 Departements wollte man die neuen Konvent-Kommissare nicht als Exekutive respektieren. Auch in Paris gab es zunehmend Widerspruch gegen die Konventpolitik. Der Bürgerkrieg drohte.
Im Konvent hatten sich allmählich Parteien herausgebildet. Diese können wir nicht mit heutigen vergleichen, nichtsdestotrotz lassen sich verschiedene politische Ansätze einzelnen Gruppierungen zuweisen, die bei den Abstimmungen dann zwar nicht adäquate Stimmenanteile wiedergaben, doch grob strukturiert werden können:


  • Girondisten: Sprachen sich für die Staatsform „Republik“ aus. Alles in allem eher bürgerlich-demokratisch. Besitzstandswahrend und liberal. Beantragten die Änderung des Stimmrechts für alle Franzosen, daher urdemokratisch. Verabscheuten Blutvergießen und blieben verständnisvoll gegenüber anderen. Gegen das Revolutionstribunal, zugleich für freie Preise und gegen jede Einmischung des Staates in die Wirtschaft. Planten zögerlich und vorsichtig die Zukunft; imperialistisch veranlagt, zugleich kosmopolitisch, solange das Prinzip der Gleichheit nicht gefährdet war, das ihnen den höchsten Profit versprach.
  • Bergpartei: Sansculotten, Montagnards, Jakobiner. Sie erhielten ihren Namen, weil sie im Konvent auf den oberen Bänken Platz nahmen. Sie traten für radikale Veränderungen in allen Lebensbereichen ein, wobei ihnen die Mittel gleichgültig waren. Sie lebten für den Augenblick und kümmerten sich nicht um langfristige Wirkungen ihres Tuns.
  • die Ebene: die Mehrzahl der Parlamentarier, auf die die beiden anderen Gruppierungen Einfluß nehmen wollten, um sich Mehrheiten zu beschaffen.


Im Sommer 1793 setzten sich die Jakobiner durch, indem sie die Unteilbarkeit des Staates propagierten und separatistische Tendenzen mit Hilfe der Revolutionstribunale im Keime erstickten. Mindestens 20000 innenpolitische Gegner fielen allein 1793/94 der Guillotine zum Opfer. Im Konvent bildeten die Bergpartei und auch die Girondisten nur eine Minderheit, die aber stimmgewaltig war. Die Bergpartei mußte zur Erringung der vollkommenen Macht die Girondisten ausschließen. Die Jakobiner machten Druck von der Straße und griffen dabei auf die seit den Septembermorden bewaffneten Pariser zurück. Sie riefen ihre Anhänger, die vor dem Konvent erschienen. Abgeordnete wurden bedroht und gegängelt, manche auch erschlagen. Der Plebs forderte die Verhaftung der Girondisten. Marat, der 270000 Köpfe der Feinde forderte, führte die faschistoiden Methoden durch, denn er glaubte daran, daß ein Volk geführt werden müsse und der Mächtige sich seiner Feinde mit jedem Mittel entledigen dürfe: „Wenn wir einige Männer von Charakter, einige Männer ausnehmen, die mutig, unerschrocken in der Ausübung des Guten, bereit sind, sich zum Besten der Menschheit aufzuofern, so können wir offen aussprechen, daß die ganze Nation nur aus Maulhelden, Feigen, Schwachen, Geizigen, Egoisten ohne Tugend und Energie, aus Dreckseelen besteht, die nicht wert sind, frei zu sein, niedrig genug, um sich einem Herrn zu verkaufen und feige genug, um ihre Mitbürger zu unterdrücken.“
29 Abgeordnete wurden verhaftet oder ausgeschlossen. Die Politik der Sansculotten 1793 war konsequent und damit sehr erfolgreich, denn sie wußten, daß sie nur durch energische Politik ihre Macht behaupten konnten. Die Liste der Feinde der Republik war lang, aber diese Feinde waren auch zerstritten. Es gelang den Konventsoldaten, sämtliche inneren Aufständischen niederzuwerfen: Bauern und Royalisten ebenso wie Girondisten und andere. Besonders blutig war die Niederwerfung in Lyon, wo monatelang jeden Tag Jakobinergegner ermordet wurden. Der Konvent ging unter jakobinischer Führung dazu über, die eingezogenen Güter unter seinen Anhängern zu verteilen. Es wurden alte Urkunden verbrannt, die Besitzstände dokumentierten. Die bevorteilten Bauern teilten das Land der geflohenen Adligen untereinander auf. Am 3. März 1794 beschloß der Konvent, daß aus dem Besitz der Hingerichteten Bedürftige ausgestattet würden. Robespierre, der den Revolutionstribunalen mehr oder weniger vorstand und einen untadeligen Lebenswandel führte konnte bei dieser Gelegenheit seine innerparteilichen Feinde Danton und Hebert, die sich beide bei den Umverteilungen bereichert hatten, vor die Tribunale bringen und verurteilen lassen.

Über das deutsche Föderativsystem ist nur Positives zu sagen: eine Anzahl untereinander zusammenhängender Kleinstaaten ist einem einzigen zentralisierten Großstaat vorzuziehen. Zwar fehlt einer so organisierten Nation die Hauptstadt, aber dieser Verlust wird aufgewogen durch Reichtum und Buntheit vieler kleiner Zentren des Strebens und Mühens. In Deutschland lebt die Freiheit, was man in einem Staat nicht sagen und tun darf, ist stets in einem anderen möglich; Emigration in eine neue Heimat ist in Deutschland nur die Sache einer Tagesreise. Die deutschen Fürsten kontrollieren einander, einer muß sich wegen seiner Sünden vor dem anderen schämen. Viele sind vorzügliche Regenten, nur die wenigsten eigentliche Schädlinge. Sie wetteifern miteinander in der Förderung der Wissenschaften, der Ausbildung guter Beamter. (der französische Philosoph Mirabeau in seinem Werk über die preußische Monarchie)

Die neue allgemeine Wehrpflicht der 18-25jährigen Bürger sollte die Revolution über die Grenzen Frankreichs hinaustragen. Aber erst mit dem Amtsantritt Carnots wurde zwischen dem alten Heer und den neuen Rekruten des Volkes eine Verbindung geschaffen, die Disziplin und Freiheitsempfindung koppelte. Die Franzosen trugen nunmehr eine blaue Uniform. Das Prinzip der Beförderung aufgrund der Dienstjahre wurde aufgehoben. Das französische Heer umfaßte 1794 ca. 700000 Soldaten – die zwar nicht alle auf einmal in Bewegung gesetzt werden konnten –, aber diese Zahl schreckte jeden mutmaßlichen Feind erst einmal ab. Der französische Imperialismus blieb aggressiv und richtete seine Kraft gegen das Reich: Österreicher und Preußen wurden vom linken Rheinufer vertrieben, Holland besetzt.
Nach der Schlacht bei Fleurus am 26. Juni 1794 räumten die Feinde der Jakobiner Belgien. Saint-Just stellte formal im Konvent den Antrag, Robespierre zum Diktator Frankreichs zu machen. Doch der Konvent weigerte sich und übertrug dem Grafen Barras den Oberbefehl über die Pariser Nationalgarde und den Auftrag, Robespierre zu verhaften. Es kam zu Kämpfen, in denen Robespierre und seine Anhänger, u.a. der brillante jakobinische Präsident des Konvents, Saint-Just, unterlagen. Guillotine.
Das Ergebnis im Sommer 1794 sah so aus, daß sich die verschiedenen Führer der Bergpartei gegenseitig aus dem Leben expediert hatten: Danton, Marat, Desmoulins, Robespierre, Hebert und Saint-Just... Sie alle waren tot.


Aufgaben:


  1. Erkläre das Scheitern Josephs II. als aufgeklärter Herrscher! (II)
  2. Gib die Argumente der Königsmörder wieder! Erkläre die politische Notwendigkeit aus ihrer Sicht! (II)
  3. Weise nach, daß die Revolution ihre Kinder fraß! (I)




[1] Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn der Kaiser hatte das Ganze im Blick, in der Französischen Revolution waren es immer Partikularinteressen getreu dem liberalen Grundsatz, daß der Staat ein Gebäude ist, das Rechte des einzelnen schützt. Für den romantischen Philosophen Adam Müller war die Französische Revolution in Wahrheit eine römisch-französische Revolution, die das tote egoistische Begriffsdenken der römischen Rechtsauffassung (Sachenrecht) zur Herrschaft brachte. (Vorwort, S. XL, zu Adam Müller: Vom Geiste der Gemeinschaft. Berlin 1931.)

[2] Die Bauernbefreiung war in Preußen 1777 eingeleitet worden, als der preußische Staat in seinen Domänen die dort tätigen Bauern von Hand- und Spanndiensten befreite. Letztlich ist es ein Kennzeichen der deutschen Geschichte, daß Reformen meist von oben kamen, der Staat fortschrittlicher war als das von ihm regierte Volk. Darum gab es auch keinen bedeutenden deutschen Philosophen jener Zeit, der sich mit seinen Schriften nicht an den Staat des aufgeklärten Absolutismus gewendet hätte, der einzig in der Lage gewesen sein soll, Reformen durchzuführen. Das politische Ziel lag darin, einen Staat zu schaffen, in dem ein repräsentatives System einem Rechtsstaat vorsteht, der nicht an einer Person hängt. Der aufgeklärte Absolutismus rüttelt jedoch nicht am Primat des Herrschers, dessen Vertrag mit dem Volk resp. dessen Einsetzung durch Gott vom Volk nicht in Zweifel gezogen werden dürfe, so daß die scheinbar widersprüchliche Auffassung der beiden wichtigsten Vertreter des Absolutismus – Ludwig XIV. ("Der Staat bin ich!") und Friedrich II. ("Ich bin der erste Diener des Staates.") – zu diesem Begriff nur eine der Form ist, da beide in der Hauptsache, der Macht, gleiche Auffassungen besaßen.

[3] Nachdem Ludwig XVI. dem Reich den Krieg hatte erklären müssen, schickte er den Journalisten Mallet du Pan zum Kaiser und zum preußischen König, um erklären zu lassen, daß der Krieg gegen Frankreich nicht als Krieg gegen die Nation, sondern als der der einen Macht gegen die andere geführt werden müsse, um den Bürgerkrieg in Frankreich zu verhindern und so letztlich ihm die Möglichkeit geben zu können, sich selbst wieder an die Spitze des französischen Staates zu stellen. Das Reich sollte den Krieg also verlieren und Ludwig als Sieger dastehen lassen. Das würde die alten Verhältnisse wieder herstellen und auch dem Reich von Nutzen sein.

[4] Dieser Kriegserklärung folgte ein heißer Sommer (u.a. die Septembermassaker), in dem zahlreiche Hochverratsprozesse Todesurteile nach sich zogen, denn letztlich konnte jeder, der dem am 10. August 1792 zum Hochverräter erklärten Ludwig XVI. die Treue hielt, als Hochverräter angeklagt und verurteilt werden.

[5] Danton forderte die Einheit der Nation zur Beseitigung der inneren und äußeren Feinde der Revolution: Frankreich „muß eine einheitliche Repräsentation haben. Die Bürger von Marseille wollen den Bürgern von Dünkirchen die Hände drücken. Ich fordere daher die Todesstrafe für jeden, der die Einheit Frankreichs zu zerstören sucht, und ich schlage vor, daß der Nationalkonvent die Einheit von Legislative und Exekutive als die Grundlagen der Regierung gesetzlich festlegt. [so schafft man eine Diktatur] Nicht ohne Furcht werden die Österreicher von dieser heiligen Harmonie erfahren; denn diese Harmonie, so schwöre ich euch, wird unsere Feinde vernichten.“ (Danton am 25. September 1792 in Paris. In: Hans Kohn: Von Machiavelli zu Nehru. Freiburg i. Br. 1964. S. 33.)

[6] Viele französische Frauen unterstützten die Revolution, indem sie sich öffentlich für die Ideale aussprachen oder in Frauenbataillonen (Maubec) säbelrasselnd ihre Unterstützung kundtaten, wie Michelet berichtet. (Michelet: Geschichte der französischen Revolution.)

[7] Die Bedeutung des Begriffes "Vaterland" änderte sich im Laufe der Französischen Revolution von einer bis dato gefühlsmäßigen, fast immer auch religiös gefärbten Bindung an das Land, den Landesherrn oder die Tradition der eigenen Familie zu der säkularisierten, ichzentrierten oder auch parteipolitisch-weltanschaulich manifestierten Überdehnung, die nur sich oder Parteiinteresse kennt und mit dessen mutmaßlicher Gefährdung jede Schandtat gerechtfertigt werden kann, so, wie es heute das Schlagwort von der "Gefährdung der nationalen Sicherheit" widerspiegelt, mit dem jede Beschneidung der individuellen Freiheit begründet werden soll. Die Franzosen dürfen für sich in Anspruch nehmen, die Erfinder dieses neuen Vaterland-Begriffes zu sein und die Welt mit Nationalismus vergiftet zu haben. – Andererseits: „Der Mensch, der in unseren alten Kirchen dem andern nicht ins Auge sehen konnte, erblickte sich hier [im Gefühl vaterländischer Gemeinschaft] zum erstenmal und senkte den Blick in den des anderen, und aus den Augen eines ganzen Volkes leuchtete der Gottesfunke… Und dieses Volk, dieses Land, es fand seinen Namen: Vaterland.“ (Jules Michelet: Geschichte der französischen Revolution. München 1914. S. 460.)

[8] Der Ahnherr Ludwig XVI. hieß Hugo Capet und setzte sich 987 im Reimser Kirchenstreit gegen die Nachfahren der Karolinger in Westfrancien durch, um seinem Geschlecht bis 1793 (und dann noch einmal von 1815-30 für Ludwig XVIII.) die Herrschaft in Frankreich zu schaffen. Das Adelsgeschlecht wird deshalb anfangs Kapetinger, später Bourbonen genannt.

[9] Die rechtliche Grundlage der Schnellurteile formulierte ein Gesetz vom 30. Oktober 1793, das es den Geschworenen erlaubte, das Verfahren gegen einen Angeklagten abzuschließen, sobald sie sich für "ausreichend unterrichtet" erklärten. Der pariser Deputierte Osselin brachte dieses Gesetz durch, das Hunderttausende "rechtmäßig" ums Leben brachte.

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