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Ergebnis 1 bis 10 von 10

Thema: In der Erinnerung

  1. #1
    Susanne J.
    Laufkundschaft

    In der Erinnerung

    In ihrer Erinnerung sieht sie sich stehen
    in dunklen gespenstischen Zimmern
    und doch hat sie diese noch niemals gesehen
    und kann sich auch nicht erinnern.

    Und sah ein Kind mit braunem Haar
    und hilfesuchenden Augen
    und wußte, daß immer noch sie das war.

    Und das Kind ging immer vor ihr her
    und stieg mit ihr Treppen hinab
    und lief und hielt im Dunkeln ein Licht
    und geht vor ihr her bis ins Grab.

    Und weil sie es ruft, wendet sie das Gesicht
    und als wenn ein Spiegel weint
    gleicht ihr dieses Kind
    und gleicht ihr doch nicht.

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
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    7.August 2001
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    Renommee-Modifikator
    0

    AW: In der Erinnerung

    Bin mir irgendwie unschlüssig, ob mir das gefallen soll.

    Steckt ein tieferer Sinn dahinter, daß der zweite Vers nur drei Zeilen hat oder sind Dir da nur die Ideen ausgegangen? Und weshalb wechselst Du in der letzten Zeile des vorletzten Verses die Zeit? Mein Gefühl sagt mir, daß das nicht unbeabsichtigt ist und irgendwie scheint es auch zu passen. Dennoch bin ich darüber gestolpert.

    Inhaltlich meine ich, daß dies nur der Anfang einer Geschicht ist - es fehlt der Rest, die Pointe. Jedenfalls habe ich mich gefragt, ob Du vielleicht zu früh auf den send-Button gedrückt hast.

    Ansonsten macht es etwas den Eindruck: Reim Dich oder ich schlag' Dich tot.

    Ich find's nicht so doll (oder toll?).

  3. #3
    Robert G.
    Laufkundschaft

    AW: In der Erinnerung

    Die schaerfsten Kritiker der Elche,
    waren früher selber welche.

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: In der Erinnerung

    Grab, Weinen, Dunkelheit, schon wieder!
    Schreib Dich ein in eine Klageliederschule und nimm noch einige mit.
    Jammerlapperei ewige, sie geht mir am A. vorbei.
    Neujahrswunsch: Nagefreudige Würmer für Deinen Sarg.

  5. #5
    Resurrector Avatar von aerolith
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    10

    AW: In der Erinnerung

    sympathisch - beinahe hätte ich sympathetisch geschrieben, ein übertriebenes Gewort, aber athemlos
    - dem Takt fehlt es an Grandezza
    die Sprache ist geradeso, einebig, allerdings auf gutem Niveau

    nichts gewagt, aber wenig gewonnen; vielleicht hilft ein Blick aus dem Spiegel heraus?

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: In der Erinnerung

    Das holpert nicht schlecht.

    Man kann es nicht einmal in Gedanken vor sich her "sprechen". Da stimmt einfach nix.

    Die erste Strophe klingt wenigstens noch ein wenig nach Heine, der Rest klingt wie gewollt und nicht gekonnt.

    Gruß
    K.

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: In der Erinnerung

    gut, das kind hat sommersprossen und ein paar andere schönheitsfehler, auch hätte es mit seinem hinkebein besser nicht bis zum grab gehen sollen, aber irgendwie rührt es mich doch an.

    dieses gedicht hat etwas, ist nicht der übliche forenschrott.

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: In der Erinnerung

    dieses gedicht holpert gar nicht und ist metrisch sehr rein gearbeitet, auch wenn tempowechsel vorgenommen werden. die fehlende vierte zeile der zweiten strophe darf fehlen, weil die dritte zeile die hauptaussage, den kern des ganzen beinhaltet und als wiederholung nachschwingen soll, doppelt schwingen muß also im ganzen.

    der zeitwechsel "geht voran" ist die zukunftsprojektion: das innere kind begleitet bis ins grab, wird die erwachsene frau bis ins grab begleiten. hier tut sich allerdings ein widerspruch zum titel auf, der diese zukunft nicht mit abdeckt, aber anreißt: "in der erinnerung zukunft" würde ich das nennen.

    eine sache scheint mir nur der inneren lyrischen logik nicht zu entsprechen:
    "und weil sie es ruft, wendet sie das gesicht": das müßte wohl:
    "und weil sie es ruft, wendet es das gesicht" heißen, da das kind ihr ja voraus geht, sich also beim gerufenwerden umdreht, seine tränen und sein gleichen/nicht gleichen zeigt.

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: In der Erinnerung

    ...ich vermute mal, das ist das Ergebnis der Beschäftigung mit Hofmannsthal (Terzinen über Vergänglichkeit), klingt jedenfalls an. Das Gedicht wirkt merkwürdig unfertig, wie ein erster, schneller Versuch. Die Zeitenwechsel von der ersten zur 2. Strophe und am Schluß sind (mir) nicht einsichtig, wirken wie Flüchtigkeitsfehler, die passieren, wenn man einen Text schreibt (und abschickt) ohne ihn wieder zu lesen. Die Reimwechsel scheinen auch Veruchscharakter zu haben (man kann da war hineingeheimnissen, aber es drängt sich nichts auf). Im Grunde passt die ganze erste Strophe mit den Reimpaaren und weichen Endungen nicht zu den restlichen Strophen.

    Mit ein wenig Mühe, ist es sicher zu retten (auch wenn manchen das Thema nicht gefällt wie Hannemann, der es lieber mit Possen und Schabernack hält, es gibt Schreiber, die beschäftigen sich damit - siehe Hofmannsthal).

  10. #10
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: In der Erinnerung

    so mal schnell von oben herab kommentiert, lester? "ich vermute mal" - ja - das kann man bei jedem gedicht. und schreiber dürfen sich doch wohl beschäftigen, womit sie wollen. es ist ja ungeheur hilfreich, auf das weite feld des geschmacks zu verweisen. eine vergänglichkeit hineinzulesen, die eine beschreibung eines werdens in die zukunft ist.
    man muß sich in kein gedicht hineinversetzen.
    wenn man kommentiert, sollte man es zuvor ernsthaft versucht haben.
    schon gar nicht muß ein dichter eines anderen werklein retten. es ist. es lassen sich für die gerügten handwerklichkeiten gründe bewussten tuns aufzählen, die nichts mit schnell, schnell zu tun haben. warum fegst du sie hier weg?
    jaja - und als wenn ein spiegel weint + antithesen - das ist der von dir sonst beanspruchte ton. deshalb?

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