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Thema: Zuckerlyrik

  1. #1
    Administrator
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    Zuckerlyrik

    Zuckerlyrik

    Gar mancher Freude stockt das Herz,
    im Weltenturm das Elend lacht.
    Ich stürme weiter, himmelwärts,
    und doch, ein Kerzenschimmerangesicht weit
    reicht meine traumgesponnene Endlichkeit. Und du, du lachst dazu
    im Biberpelz aus weißem Zucker!

    unschuldigluestern.JPG

  2. #2
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    AW: Zuckerlyrik

    da will sich doch keiner beim Spielverderber unbeliebt machen. Dann fange ich mal an, als einzige völlig Unwissende in Sachen Lyrik

    Gar mancher Freude stockt das Herz, im Weltenturm das Elend lacht.
    dieser 1. Satz gefällt mir gar nicht. Er ist plakativ und sollte er ironisch sein, fehlt die Feinheit.

    Ich stürme weiter, himmelwärts, und doch, ein Kerzenschimmerangesicht weit reicht meine traumgesponnene Endlichkeit.
    Kerzenschimmerangesicht ist ein wunderbares Wort. Es zeigt auch, daß es dem Tageslicht möglicherweise nicht Stand hält. Was ja auch die traumgesponnene Endlichkeit andeutet.

    . Und du, du lachst dazu im Biberpelz aus weißem Zucker!
    Mein Lieblingssatz. Au?er da? der der Biber nicht zum Weiß des Zuckers passen will. Und jeder weiß natürlich, was ein Biberpelz ist. Weniger eindeutig wäre es noch schöner. Robbenpelz (die kleinen, weißen mit den unschuldigen Glupschaugen, die dann niedergeknüppelt werden...), Zobelpelz?
    Der Biber ist mir zu eindeutig in seiner Anzüglichkeut.
    Aber es gibt ja auch braunen Zucker, den die Stones so schon besungen haben. Wäre auch zu überlegen, da es sich hier ja ebenfalls um eine Art Rauschgift handelt. Eine andere Art Heroin....

    Auf jeden Fall denkst Du zu viel, analysierst. Das kann ja keiner Liebe gut tun. Hoffentlich tust Du es nur im geschriebenen Wort und vergisst alles, wenn die Kleider fallen.

    Kyra

    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 20. Januar 2002 editiert.]

  3. #3
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    AW: Zuckerlyrik

    ein Kerzenschimmerangesicht weit reicht meine traumgesponnene Endlichkeit - das gefällt mir natürlich, erinnerte mich spontan an Platons Höhlengleichnis - dann ginge der Sturm weniger gen Himmel, als eher raus, ins Licht... -
    der erste Satz gefällt mir auch nicht, da klafft ein riesiger Abgrund zwischen Herz und Weltenturm und ich sehe keine feingesponne Brücke, dem Komma trau ich nicht... -
    der letzte Satz ist interessant, weil suggeriert, daß das du eine Sie... oder?
    das Bild: hat jemand meine Tempotaschentücher gesehen?...

  4. #4
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Zuckerlyrik

    Danke, Ihr Lieben. Bienchen für die Mühe.

    Stimmt. Der erste Satz ist schwingt nicht. Ich glaub, ich brauch den ersten Satz nur, um in Schwung zu kommen. Problem: Meine ersten Saetze schwingen fast nie. Ist mir schon öfter aufgefallen. Aber dann! Doch nun? Was mache ich nur mit dem ersten Satz? Ich brauch ihn.

    Gedankenstränge: HERZweh, STOCKen, WELTenEINerlei - da will ich was draus modeln.

    Platon? Dinge geschehen hier mit mir..

  5. #5
    Mitgestalter
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    AW: Zuckerlyrik

    Ha! Die Angst des Dichters vor dem weißen Blatt Papier!!! Ein Duell! Satisfaktion! Herausforderung! Entjungferung! Schmerz! Blut! Immer eine Tragödie...

  6. #6
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Zuckerlyrik

    ich kenne diese angst nicht, paulchen. es ist eher das gegenteil: ich neige zu einer phobie, nicht genug papier zu besitzen. wie glücklich war ich mit der erfindung des internets und des virtuellen literaturforums: endlich endlos schreiben und schwatzen können!

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Zuckerlyrik

    nöööö, keine grüblerfalten
    wird sowieso vielzuoft vergessen, dass kritiker erstmal leser sind.

    aber dieses gefallene, zergebrochene und so liebevoll wieder zu einem gedrückte bringt mir den mehrschichtrobert ein klitzekleinstückchen näher. einfach zucker.

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