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Thema: Zugfahrt

  1. #26
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Zugfahrt

    hallo,

    also, ich will mich ja nicht aufregen, aber jemand tat es ja schon, in diesem ordner. dann darf ich auch

    wenn das sexuelle belästigung ist, will ich ab jetzt anton heißen (und das wäre eine strafe). mein gott, er macht sie an, na und? er zwingt sie zu nichts, tut ihr nichts, lässt sie nach der ersten abweisung in ruhe. bestenfalls war der anfang ungeschickt. wir leben in einer freien gesellschaft. frauen betonen ihre prallen busen, wackeln mit ihren knackigen ärschen, zeigen ihre sexy knie, und männer machen frauen an! das ist gut so!

    nun, sie ist an ihn herangerückt. was, wenn sich jetzt daraus was tolles entwickelt, z. B. sie haben beide ihre große liebe gefunden, sie sind füreinader bestimmt. was, wenn er sie nun lieber nicht angesprochen hätte, wie es meistens nämlich der fall ist (gerade aus angst aufdringlich zu sein)? was dann, hm?

    noch was: wenn das egebnis der angeblichen emanzipation ist, sich über solch harmlose typen (natürlich, er könnte auch nicht harmlos sein, aber das wissen wir nicht) aufzuregen, während frauen in unserer achso tollen institution ehe beschimpft, verprügelt und vergewaltigt werden und kein wort darüber verloren wird, ist sie eindeutig gescheitert.

    tt

    ach so, hätte ich fast vergessen, ich finde den text sehr schön. viadukt find ich aber auch nicht so toll.

  2. #27
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    AW: Zugfahrt

    ...interessant, irgendwie klingt das Wort 'Viadukt' unanständig, ich weiß zwar, was das ist, ein Viadukt, aber durch die häufige Betonung und in dem Kontext wirkt es lüstern, unanständig halt.

  3. #28
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Zugfahrt

    hypothese: "viadukt" machte aus dem sympathischen protagonisten nen lüsternen... vergewaltiger!

  4. #29
    ts!
    Laufkundschaft

    AW: Zugfahrt

    ... was so ne infragestellung nicht alles auslöst ...

  5. #30
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    AW: Zugfahrt

    weia, hier is ja was los - hab nur mal so überflogen (birdylike...) -
    hm, der text hat mich nicht vom hocker gehauen, aber auch nicht komplett mißfallen - eine spannung bleibt auf jeden fall, sei es tatsächlich eine lüsterne - die mir in dem fall weniger behagt - aber ich verrenne mich, hab eigentlich nicht viel dazu zu sagen... -
    im anfangsteil heißt es einmal "dasäße" - warum nicht dasitzt?
    und die anrede, mein fräulein - hauerha... - aber der prolog warnte bereits vor altbachenem, insofern... -
    noch was?, ach ja, ein viadukt ist eine brücke, eine brücke, eine brücke - oder?

  6. #31
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    AW: Zugfahrt

    Nein, sage ich, hier ist Bayern. Hier scheint immer die Sonne. Nachher, wenn wir erst im Vogtland sind, wird es eintrüben. Versprochen. Dort ist auch der größte Viadukt Europas.
    Lieber Robert,
    netter Balz-Versuch. Es wird wohl Frühling. Aber warum muß es sich ausgerechnet im schönen Vogtland eintrüben? Und wie kommst Du darauf, ein blutjunges Girlie mit Worten beeindrucken zu wollen, die sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht versteht (Viadukt)? Pratchett hat schon recht, Viadukt klingt wie eine Vogelart.
    Du Herr der Ringe.

  7. #32
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Zugfahrt

    ja, paul, inzwischen weiß ich, was ein viadukt ist, aber ich musste nachgucken und daraus ergibt sich die frage...muss das denn sein? ein text sollte auch für dumme wie mich lesbar sein... ist dieser ja auch, bis auf viadukt...wieso nicht brücke?

    mir missfiel es nicht nicht, weil es anzüglich ist, sondern weil es ein fremdwort ist.

  8. #33
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    AW: Zugfahrt

    Viadukt. Wie kann man sich über so einen Begriff streiten? Für mich als alten Lateiner so geläufig wie sonst noch was.

  9. #34
    brown eyed girl
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    AW: Zugfahrt

    ich habe viadukt sofort verstanden, vor allem das -du- darin.

  10. #35
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Zugfahrt

    tja, Patina, ich hab nu mal nie latein gehabt. ich gehör eher zur unteren schicht dieses forums

  11. #36
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Zugfahrt

    Zugfahrt
    Ich fahre mit dem Zug durch eine fremde Gegend. Mir gegenüber sitzt ein junges Mädchen, vielleicht zwanzig Jahre alt.

    Wenn es im Präsens geschrieben ist, und in der 1. Person Singular, kann es doch nur eine Vorstellung sein. Oder?

    Ich frage mich, warum sie so still dasäße? und beuge mich zu ihr hinüber. Flüstere ihr ins Ohr: Warum sind Sie so traurig, mein Fräulein? Haben Sie jemanden allein zurück gelassen?

    Ja, früher habe ich gerne traurig geschaut, dann sprechen die Männer einen an. Sie wollen ja immer Jungfrauen retten. Es ist auch eine Masche. Das ist ernst gemeint. Bevor das einer löscht.
    Die frage, ob sie jemand zurückgelassen habe, ist schnell und höflich nachgefragt, ob sie in festen Händen ist.

    Ja, einen sehr guten Freund, sagt sie und spielt mit einem ihrer Ringe. Dabei schaut sie nach unten.

    Sie will flirten. Und, siehe unten, sie ist NICHT blind.

    Ich tippe sacht ihre Hand an und ziehe sie ein wenig zur Seite. Frage: Darf ich den Ring sehen?

    Hier ist die Stelle an der sich die Frau das erste mal entscheidet.

    Nein! sagt sie barsch und stößt meine Hand weg.
    Er ist ein Geschenk Ihres Freundes? vermute ich.
    Ja, er hat ihn mir gegeben.

    Jetzt könnte er sich zurückziehen, aber er bleibt dran.

    Er ist so schön wie seine Besitzerin, sage ich.

    Zäher Typ, wird gerne genommen

    Ich spüre, wie sie weiter von mir wegrückt. Schweigen.

    Das würde ich (als ich) als NEIN interpretieren.

    Der Weg ist endlos. Das Schweigen ohrenbetäubend. Ablenkung. Wir schauen aus dem Fenster und hören auf die Klänge des Zuges, sein Anfahr- und Abbremsgeräusche, sein Weichenüberqueren, Bahndammrattern. Es ist eine waldige und bergige Gegend, durch die wir fahren.

    So, schöner Einschub, der Zeit zeigt. Zeit nachzudenken.

    Plötzlich hebt sie ihre Augen und schaut mich an. Ich drehe meinen Kopf ihr zu und schaue in eigenartig braune Augen.

    Eigenartig braun ist blöd. Sind überhaupt nicht schön, diese beiden Sätze

    Sie fragt mich etwas, das ich nicht verstehe.
    Was sagten Sie, mein Fräulein? frage ich.

    Jemanden der heute eine Frau Fräulein nennt, hält man für vor die Pumpe gelaufen. So gesehen muß es sicher schon 50 Jahre her sein. Wegen der Sprache. Oder es soll zeitlos sein und ist eine Verallgemeinerung einer ledigen Frau und eines „jungen Mannes“

    Wird es schon dunkel? wiederholt sie ihre Frage.

    Also sie ist blind, denkt jetzt der unaufmerksame Leser. Aber sie versucht nur wieder Kontakt aufzunehmen, nach der brüsken Abwehr auf Hilflos zu machen. Sie spielt mit ihm. Spielt die Blinde.

    Nein, beeile ich mich mit der Antwort, der Wald ist nur dichter geworden.
    Dann fahren wir über einen Viadukt.

    Hier ist es, bei Hitchcock war es ein Tunnel in den die Liebespaare am Schluß fuhren. Wie ist ein Viadukt, eine Brücke mit kleinen Öffnungen, sehr dicht vom Anblick her, fast wie eine Mauer. Es ist die Mischung aus Mauer und Brücke, ja, das ist es. UND es verbindet einen Einschnitt (in der Landschaft).

    Nach einer ganzen Weile, wir fahren immer noch durch waldiges und bergiges Land, sagt sie wieder: Ich glaube, es wird wieder dunkler.

    Inzwischen sind sie schon per „wir“. Also ist was passiert.

    Nein, sage ich, hier ist Bayern. Hier scheint immer die Sonne. Nachher, wenn wir erst im Vogtland sind, wird es eintrüben. Versprochen. Dort ist auch der größte Viadukt Europas.
    Sie machen sich lustig über mich, sagt sie.
    Dann fahren wir über einen ellenlangen Viadukt. Die Tiefe ist erstaunlich. Angst einflößend.

    Jaja, siehe oben.

    Sie machen mir Angst, sagt sie und rückt ein Stück näher zu mir heran. Ihre Knie berühren meine.

    Ich kenne keine Frau die sich trauen würde zu sagen, sie habe Angst, wenn sie wirklich Angst hat. Das sagt man nur wenn man meint, "ach was bist du doch für ein gefährliches starkes Bärchen - da habe ich ja Angst vor".

    Drei, sagten Sie? fragt sie. Dann kommt noch einer?

    Aha, das „ich“ hat was gesagt, was mir im Text nicht mitgeteilt wurde: wie viele Viadukte noch kommen.

    Ja, sage ich und freue mich.

    Ich finde es nicht zu abgehackt. Mir ist nicht ganz klar, worauf Du raus willst, die Sprache ist altfränkisch, der Inhalt zeitlos.
    So wie es angelegt ist, geht die Geschichte weiter, zumindest in der Phantasie der beiden.

    PS. Diesen Satz ist entscheident und sagt klar, daß sie NICHT blind ist:

    Ja, einen sehr guten Freund, sagt sie und spielt mit einem ihrer Ringe. Dabei schaut sie nach unten.

    das bedeutet sie ist NICHT blind. Ich kenne Blinde, war häufig mit ihnen zusammen, die senken nicht den Blick, schauen nicht nach unten in einer solchen Situation, "blicken" leer gradeaus. Also spielt sie nur blind.



    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 07. Februar 2002 editiert.]

  12. #37
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Zugfahrt

    1: der gefällt gut
    2: ist es. und schon vorher, das ungefragte
    "eindringen" in ihre äußere intimsphäre. er kommt ihr EINFACH zu nahe.
    3: ja. aber nicht so.
    4: - wie gesagt, falls es in seiner fantasie geschieht. gut.
    5/6: für mich ist hier der entscheidende punkt.
    so, wie er anfing, ich bin mir sicher: 99 von 100 frauen würden folgendes NIEMALS tun: (...) und rückt ein Stück näher zu mir heran. Ihre Knie berühren meine.
    insofern gibt es nichts zwischen den beiden, kein spiel, keine annäherung, kein hapyy-end.
    er hat es am anfang vermasselt.

    und weil ich durchaus lernfähig bin, kopiere ich mal kyras kommentare hier rein und setze meine dazu. schaun wir mal. ist ja spannend


    Zugfahrt
    Ich fahre mit dem Zug durch eine fremde Gegend. Mir gegenüber sitzt ein junges Mädchen, vielleicht zwanzig Jahre alt.
    Wenn es im Präsens geschrieben ist, und in der 1. Person Singular, kann es doch nur eine Vorstellung sein. Oder?

    warum? es ist seine "innenansicht"

    Ich frage mich, warum sie so still dasäße? und beuge mich zu ihr hinüber. Flüstere ihr ins Ohr: Warum sind Sie so traurig, mein Fräulein? Haben Sie jemanden allein zurück gelassen?

    Ja, früher habe ich gerne traurig geschaut, dann sprechen die Männer einen an. Sie wollen ja immer Jungfrauen retten . Es ist auch eine Masche. Das ist ernst gemeint. Bevor das einer löscht.

    echt. die kannte ich noch nicht . deswegen hat mich wohl nie einer von der seite angequatscht. da wird mir einiges klarer

    Die frage, ob sie jemand zurückgelassen habe, ist schnell und höflich nachgefragt, ob sie in festen Händen ist.

    ist schnell und schmierig nachgefragt.
    als einstieg psychologisch total daneben.
    auch, weil er seine absicht damit hinterhältig preis gibt. dann doch lieber gleich mit offenen karten spielen.

    Ja, einen sehr guten Freund, sagt sie und spielt mit einem ihrer Ringe. Dabei schaut sie nach unten.

    Sie will flirten.

    nein, sie ist verlegen, sie will ihn nicht gleich brüsk abweisen, schließlich hat er nur gefragt (naja, abgesehen von dem ohrenflüsterer), sie will nicht gleich "hysterisch" erscheinen, sie versucht cool zu bleiben, vielleicht ist sie rot geworden? und will nicht, dass er sieht, wie unangenehm ihr das alles ist. sie versucht, die situation so souverän wie möglich zu meistern.

    Ich tippe sacht ihre Hand an und ziehe sie ein wenig zur Seite. Frage: Darf ich den Ring sehen?

    Hier ist die Stelle an der sich die Frau das erste mal entscheidet.

    das ging ihr JETZT doch zu weit. genau. sie entscheidet sich. aber zum zweiten mal.

    Nein! sagt sie barsch und stößt meine Hand weg.
    Er ist ein Geschenk Ihres Freundes? vermute ich.
    Ja, er hat ihn mir gegeben.

    Jetzt könnte er sich zurückziehen, aber er bleibt dran.

    er bleibt dran. er fragt weiter, weil es ihn interessiert, er achtet nicht auf ihre reaktion, sie ist ihm egal, er zeigt NULL respekt.
    warum sie antwortet? weil robert sie antworten lässt.
    nach meinem gefühl hätte sie gesagt: das geht sie einen feuchten kehricht an.
    nervig, andauernd dieses rumreiten auf ihrem freund. schmierig!

    Er ist so schön wie seine Besitzerin, sage ich.

    Zäher Typ, wird gerne genommen

    im ernst kyra?
    ich finde es oberpeinlich. schmierig, oder sagte ich das schon

    Ich spüre, wie sie weiter von mir wegrückt. Schweigen.

    Das würde ich (als ich) als NEIN interpretieren.

    ja. hier ist schluss. rien va plus!

    meint eule in blau

  13. #38
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Zugfahrt

    ok,

    Wie steht‘s mit dem abgehackten Stil?

    find ich ok.

    Ist es nicht vielleicht doch Gewalt (gewaltsames Handeln), wenn er EINFACH ihre Hand nimmt?

    hm, kein gewaltsames handeln. wir wollen doch mal die relationen sehen. gewalt und dieses zu vergleichen ist absurd! frech ist es, maximal ungehört, unfein, respektlos, na meinetwegen, ich will mal nicht so sein.

    Wollen Frauen erobert sein?

    ja. und ich könnte jetzt ausholen, aber das lassen wir lieber.

    Ist er wirklich er?

    das kann man in diesem abschnitt unmöglich erkennen.

    Wie geht‘s weiter? Leben sie einen gemeinsamen Augenblick, mehr nicht?

    soll ich die geschichte weiterschreiben? alles ist möglich, vielleicht ist es wirklich ein schwein.

    Spielt er mit ihrer Angst?

    mir ist gestern schon der gedanke gekommen, dass angst vielleicht ein zu starker ausdruck (möglicherweise) ist, aber es passt nix anderes, will heißen, es gibt viele facetten der angst. vielleicht spielt er mit ihrer "angst".

    Spielt sie mit ihm?

    ho, ho! das ist eine gute frage. frauen können wunderbar spielen, das ist eines ihrer wundervollen geheimnisse.

    Zugfahrt
    Ich fahre mit dem Zug durch eine fremde Gegend. Mir gegenüber sitzt ein junges Mädchen, vielleicht zwanzig Jahre alt.
    Wenn es im Präsens geschrieben ist, und in der 1. Person Singular, kann es doch nur eine Vorstellung sein. Oder?

    warum? es ist seine "innenansicht"

    versteh ich nicht, kyra mein ich.

    Ich frage mich, warum sie so still dasäße? und beuge mich zu ihr hinüber. Flüstere ihr ins Ohr: Warum sind Sie so traurig, mein Fräulein? Haben Sie jemanden allein zurück gelassen?

    Ja, früher habe ich gerne traurig geschaut, dann sprechen die Männer einen an. Sie wollen ja immer Jungfrauen retten . Es ist auch eine Masche. Das ist ernst gemeint. Bevor das einer löscht.

    echt. die kannte ich noch nicht . deswegen hat mich wohl nie einer von der seite angequatscht. da wird mir einiges klarer

    vielleicht will er sich ja auch einfach nur kümmern, ihn interessiert, was sie bedrückt.

    Die frage, ob sie jemand zurückgelassen habe, ist schnell und höflich nachgefragt, ob sie in festen Händen ist.

    ist schnell und schmierig nachgefragt.
    als einstieg psychologisch total daneben.
    auch, weil er seine absicht damit hinterhältig preis gibt. dann doch lieber gleich mit offenen karten spielen.

    sind wir hier in einem ratgeber-buch angelangt? wie mache ich eine frau an? die 10 schlechtesten eröffnungen, oder wie? jeder mann und jede frau ist anders. was für die eine schmierig ist, ist für die andere einfühlsam ist für die andere reizvoll.

    Ja, einen sehr guten Freund, sagt sie und spielt mit einem ihrer Ringe. Dabei schaut sie nach unten.

    Sie will flirten.

    nein, sie ist verlegen, sie will ihn nicht gleich brüsk abweisen, schließlich hat er nur gefragt (naja, abgesehen von dem ohrenflüsterer), sie will nicht gleich "hysterisch" erscheinen, sie versucht cool zu bleiben, vielleicht ist sie rot geworden? und will nicht, dass er sieht, wie unangenehm ihr das alles ist. sie versucht, die situation so souverän wie möglich zu meistern.

    sie könnte tatsächlich verlegen sein, vielleicht ist sie schüchtern oder fühlt sich geehrt, weil ein mann sich offensichtlich für sie interessiert.

    Ich tippe sacht ihre Hand an und ziehe sie ein wenig zur Seite. Frage: Darf ich den Ring sehen?

    Hier ist die Stelle an der sich die Frau das erste mal entscheidet.

    das ging ihr JETZT doch zu weit. genau. sie entscheidet sich. aber zum zweiten mal.

    sie entscheidet sich weder zum ersten noch zum zweiten mal, sie erschrickt. das war ungeschickt, zu forsch.

    Nein! sagt sie barsch und stößt meine Hand weg.
    Er ist ein Geschenk Ihres Freundes? vermute ich.
    Ja, er hat ihn mir gegeben.

    Jetzt könnte er sich zurückziehen, aber er bleibt dran.

    er bleibt dran. er fragt weiter, weil es ihn interessiert, er achtet nicht auf ihre reaktion, sie ist ihm egal, er zeigt NULL respekt.
    warum sie antwortet? weil robert sie antworten lässt.
    nach meinem gefühl hätte sie gesagt: das geht sie einen feuchten kehricht an.
    nervig, andauernd dieses rumreiten auf ihrem freund. schmierig!

    er muss etwas sagen, irgendetwas, weil ihm sein fehler klar geworden ist, er muss ihr klar machen, dass er sie nicht erschrecken wollte.

    Er ist so schön wie seine Besitzerin, sage ich.

    Zäher Typ, wird gerne genommen

    im ernst kyra?
    ich finde es oberpeinlich. schmierig, oder sagte ich das schon

    ein kompliment!

    Ich spüre, wie sie weiter von mir wegrückt. Schweigen.

    Das würde ich (als ich) als NEIN interpretieren.

    ja. hier ist schluss. rien va plus!

    ja, und das hat er ja auch. die nächste initiative geht von ihr aus.

    grüße
    tt

    ist interessant, wie eine geschichte so verschieden gesehen werden kann.

  14. #39
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: Zugfahrt

    ich glaube, diese geschichte ist die einzige kurzgeschichte, die ich jemals in meinem leben schrieb. eigentlich erstaunlich, denn ich mag so etwas sehrlichst. merkwürdig...

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