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Thema: Der Turbani - inklusive Integration

  1. #1

    Der Turbani - inklusive Integration

    Inklusive Integration – der Turbani

    Am gegebenen Beispiel hier in Lehrte könnte sich aufzeigen lassen, wie die „Integration“ in ein mittelalterliches Immensen bei Lehrte gelingen könnte. Im Fort Mc. Money Ordner klingt die Turbani Geschichte schon an, daher hier nun ein Tatsachenbericht über ein im Mittelalter stehengebliebenes Bauerndorf alt-niedersächsischer Prägung.

    VW hat ja gestern eingeräumt, Affen versuchsweise mit Diesel-Abgasen vergiftet zu haben, die „Unschädlichkeit“ des Diesels zu beweisen. BMW und Mercedes zieren sich noch, die Wahrheit einzuräumen. Hier in Lehrte wurde der Spieß umgedreht, hier werden Affen verwendet, die Versuche an Menschen durchzuführen.

    Der symbolische „Affe“ ist jedoch nicht der Turbani, er äfft halt nur nach, was mein deutscher Nachbar ihm als „gelungene Integration“ in die VW-Kultur praktisch vorlebt. Soll sich jeder so affig verhalten, wie er mag, solange es nicht andere Menschen schädigt. Wie in einem anderen Ordner schon erzählt, begann die Geschichte wie folgt:

    Ein bis dato unbekannter, doch deutscher Nachbar, schaffte es, nachdem er vom Nebenaffen zum Hauptaffen des dominanten Weibchens wurde, erfolgreich (nach drei Polizeieinsätzen) den vorherigen Hauptaffen zu vertreiben. Wie unter jeder Tierart üblich, musste der „Sieg“ mit ausgeprägtem Revierverhalten unterstrichen werden. So begann der gute Mann letztes Jahr im frühen Frühjahr damit, morgens seinen Diesel anzuschmeißen, wieder ins Haus zu gehen, um zu warten, bis das Auto warm und die Scheiben frei sind. Nach - manchmal einer geschlagenen Viertelstunde – kommt Super-Adi, wie ich meinen etwas kleinwüchsigen Nachbarn mal titulieren möchte, aus dem Haus, setzt sich in den Opel-Diesel und fährt endlich los.

    Gut, man versucht eben, darüber hinwegzusehen und hofft, die Angelegenheit würde besser, wenn es wärmer wird. Je nach Wetterlage und Windrichtung hab ich die Abgase dann entweder im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer, bei geöffnetem Fenster ist es jedoch zuweilen echt wie im VW-Versuchslabor. Hier soll nur der Verdacht geäußert werden, die „Werbestrategen“ von Opel hätten es geschafft, ihre Fahrzeughalter, wie auch immer, in diese „Versuchsreihe“ einzubinden. Das hätte ja öffentliches Interesse und daher diese fabelhafte Geschichte über göttliche Kinder, die sich zum Affen machen. Wer die Gattung der Opel-Fahrer kennt, weiß um diese „Gediegenheit“, die dem Besitz eines Opels zumeist folgt. Man weiß noch nicht, woran es liegt. Die Psychologen lehnten es bisher Grund weg ab, die Folgen der (ihnen vorsätzlich unbekannten) Werbestrategien ihrer Berufskollegen in Frage zu stellen. Aus diesem Schaden wurden sie zwar nicht klug, aber zumindest nicht arbeitslos.

    Was den gemeinen Opel-Fahrer zu dieser radikalen Typisierung treibt, ist also eines der ungelösten Rätsel der jüngeren Psychologiegeschichte. Die Verhaltensauffälligkeit nahm dann ihren Lauf: Im Mai ließ sich der gute Mann von nebenan dann „Paletten“ bringen. Ich darf nix sagen, ich bin auch einmal „darauf“ reingefallen. An sich müssen die aussortierten Paletten, da niemand weiß, mit welchem Sondermüll sie im Laufe ihrer Nutzungsdauer „getränkt“ worden sind, als „Sondermüll“ zumindest fachgerecht entsorgt werden. Anstelle dessen finden sich Dumme wie auch mich, die keine Asche haben und bei „Umsonst und sogar geliefert“ den Verstand ausschalten. So ging es wohl auch dem Nachbarn. Die Paletten, die hier illegal entsorgt wurden, waren besonders schwarz und der gute Mann ließ sie natürlich einfach im Regen liegen. Ohnehin schon nass, wird der Sondermüll dann nass gelagert und wandert nass in den Ofen. Wer einmal an einem Lagerfeuer mit nassem Holz saß, weiß, wie sehr dieser Rauch in den Augen brennt. Wenn dabei dann aber noch jedwede unbekannten Fremdstoffe, Öle und Rückstände unbekannter Herkunft am Holz haften, stinkt es wie auf einer Sondermüllverbrennungsanlage. Zum Glück kann sich auch Herr S., ein Mitmieter in diesem Haus, an den bestialischen Gestank erinnern.

    Herr S. klärte mich auch gestern über das eigentliche „Problem“ hier auf. Aber dazu später mehr. Der Guteste verbrannte seinen Sondermüll und wurde langsam von einem Ärgernis zu einer Bedrohung für meine Gesundheit. Dann war Sommer und das allgemeine Gestinke von dieser Seite hatte vorerst ein Ende.

    Im Juni begann der gute Mann von nebenan dann, rund 10 Meter Luftlinie von beiden Fenstern im Wohnzimmer, sein Brennholz zu sägen, wie ich anfangs dachte. Lange Rede, kurzer Sinn: Seine gesamte Kumpelschaft sägte ihr Holz hier auf, dass per Trecker auf den Hof gekarrt wurde. Tagsüber kamen dann seine Kumpels und sägten wie die Blöden. Abends sägte der Opel-Fahrer dann. Was bezeichnend ist, ein VW Touran Fahrer ließ seinen Diesel sogar während der Sägearbeiten laufen.

    Gut, der Mensch hofft, auch der größte Brennholzvorrat würde einmal gesägt worden sein und die Nachbarschaft würde mit Stille belohnt, doch dem war nicht so. Ein reger Brennholzbringdienst fand seine stetige Fortsetzung. Holger, ein früherer Biker mit seinen 130 Kilogramm Lebendgewicht erklärte meinem Nachbarn, dass er sich durch den Zweitaktgestank der Sägen und den Staub der stumpfen Sägeketten belästigt fühlt und der Sägeplatz wurde um fünf Meter von unserer Hausseite weg verlegt, was im Wohnzimmer beim Sägen einen Schalldruck von locker 70 Dezibel ergibt.

    Den ganzen Winter setzte sich dieser Brennholzbringdienst fort. Es wurde im Scheinwerferlicht des Opels mit laufendem Motor gesägt und verladen. Immerhin ist es ja kalt draußen und das Auto muss beim Ausliefern ja mindestens 25 Grad warm sein, damit der Oberadi nicht friert.

    Seit dem Herbst ist die Batterie des Opels ständig leer. Tippe da auf einen Massefehler oder Marderschaden, da der Guteste ständig die Leuchtmittel seiner Rückleuchten austauschte. Doch der gute Deutsche ist doch nicht so blöd, die Batterie an einem Ladegerät aufzuladen, nein, der von allen guten Geistern verlassene und vom Opel-Werbedämon erfasste mittelalterliche Dorfgeist lenkt das Bewusstsein so geschickt, dass die Manipulierten nicht bemerken, manipuliert worden zu sein. Auch muss der Opel-Werbedämon besser ausgebildet worden sein als die einfältigen VW und BMW Werbedämonen. Zumindest wird die Batterie eines Opel-Diesels hier auf dem Dorf nicht elektrisch geladen; hier wird der Diesel einfach stundenlang im Stand aufgeladen.

    Nun ja, als der nächste Nachbar in das Haus einzog, ein völlig unbescholtener Mann mit orangefarbenem Turban, bemächtigte sich der Opel-Werbedämon auch dieser armen Seele. Der Skoda des ansonsten sicher redlichen Menschen könnte ebenso Opfer eines Marderfraßes geworden sein und so kapierte und kopierte diese bisher vom Autodämon nicht infizierte Seele schnell, was inklusive Integration hier auf dem Dorf bedeutet: Er lässt sein Auto einfach im Stand laufen. Bevor der Herr Turbani, wie ich ihn mal titulieren möchte, was seiner weiterhin göttlichen Seele keinen Schuldvorwurf überwerfen soll, losfährt, setzt er sich meist rund 5- 7 Minuten ins Auto und „lädt“ die Batterie, wie in Deutschland auf dem Dorf eben üblich.

    Herr Turbani ist sogar ein noch besserer Deutscher geworden, als es der von VW eingesetzte und manipulierte Menschenversuchsbetreuer und Sondermüllverheizer schon ist: Er lässt sein Auto in den kältesten Nächten annähernd durchgehend laufen und ich liege im Schlafzimmer und frage mich beim Einatmen der Abgase, ob das unter „inklusive Inklusion“ zu verstehen ist. Je nachdem, wie der Wind steht, bekomme ich entweder die Benzindämpfe des Skoda, die Diesel Stinkerauchschwaden des Versuchsleiters und natürlich die Rauchgase des nassen Holzes in die Nase. Die Dachfenster, in den Räumen, wo ich atmen muss, habe ich mit Klopapier abgedichtet. Lüften kann ich zu dieser Seite also nicht. Nach vorne liegen die Fenster zur Hauptstraße dieses an sich beschaulichen Dörfchens. Wäre da nicht die Baustelle auf der A“, wodurch im Prinzip gesagt werden kann, dass diese Dorfstraße zur A2 erklärt wurde. In diesem Jahr quälten sich hier an mehr als dreißig Tagen die Karawanen von LKW über die Hauptstraße, die als Umleitungsstrecke ausgewiesen ist. In den Staunächten auf der Autobahn, nach einer Vielzahl schwerer und tödlicher Unfälle durch diese Baustelle, rasen die LKW dann hier durch, statt sich noch von Tempolimits aufhalten zu lassen.

    Ich wollte anfänglich hier erstmal nur sagen, dass „das“ ja nicht der Turbani und der „richtige Deutsche“ sind. Sie haben sich halt von Geistern infizieren lassen, die sie nicht riefen. Wenn sie esnicht waren, die sie riefen, wie könnten sie sich ihrer geistigen „Besetzung“ bewusst werden? Niemand, der nicht um Ihre Namen weiß, könnte sie herbeizitieren und zum bleibenden Gehen bewegen...

    An sich ist der Schornsteinfeger noch einzubinden, auf dessen „Abnahme“ sich dieser Missstand beruft. Heute bleibt zu erwähnen, dass der Turbani ab 10:41 sein Auto „aufgeladen“ hat und sich die vierköpfige Familie um 11:23 im Fahrzeug versammelt hatte, um nach 38 Minuten loszufahren.

    Er übertrifft den Deutschen bei der Integration weit. Beide stehen jedoch unter dem Pantoffel ihrer Frauen. Meist ist die Patriarchin die letzte, die sich traut, die fünf Meter bis ins warme Auto zu gehen. Erst wenn das Auto warm ist, fährt der unterdrückte Turbani direkt vor die Haustür und die Unterdrückerin des armen Mannes ist, zumeist nach einer weiteren, der Hoheit angemessenen Wartezeit, geneigt, fünf Meter durch diese leider so kalte Welt zu gehen. Allerdings gibt es Hoffnung: Wenn sich das Integrationsprojekt erst von Immensen durch seinen immensen Erfolg auf alle zu Integrierenden ausdehnt, haben wir es auch im Winter bald so warm wie in Indien.

    Ach ja, den Pastor hier hatte ich gefragt, ob es nicht möglich wäre, dem verarmten Deutschen und dem gutgenährten Turbani als „Integrationsmaßnahme“ eine gebrauchte Batterie beim Entsorger zu besorgen. Aber die Kirche konnte noch nie mit Geld umgehen. Gut, das Diesel-Manipulationsopfer steht grad wieder zu Ladearbeiten unter dem Wohnzimmerfenster. Ein Freund meinte, er hätte ihnen schon die Schlüssel abgenommen. Eine Freundin hat den liebenswürdigen unterdrückten Mann unbekannter Nationalität dann Turbani genannt. Sie hat ihn beim „Auto aufladen“ beobachtet, wie er suchend um das Auto streifte, wohl um den Marder beim Kabelfraß zu erwischen. Oder den Elektrolurch beim Wegschleppen all der Elektronen, die in der Batterie ständig fehlen.

    Wie, um zu beweisen, dass sich der Diesel-Dämon meiner Kritik durchaus synchron und simultan bewusst ist, stellte sich der Diesel Fahrer noch drei Minuten zwecks Ladearbeiten unter mein Fenster und machte einen erneuten Versuch, meine Resistenz und Resilienz gegenüber Diesel-Abgasen zu testen. Wer sprach davon, dass die Versuche an Affen beendet worden seien? Man hat sich entschuldigt oder sie verleugnet, aber im Grunde sprechen wir von angewandten Großversuchen am lebenden Objekt.

    Die Lebenszeit, die unser armer Turbani im kalten Auto verbringen muss, beweist, dass sich ein Matriarchat durchaus in gewachsene patri-archaische Strukturen einfügen kann. Das ist dann wohl „inklusive Integration“.

    Und immerhin könnte mein Überleben beweisen, dass der Diesel unschädlich war…

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Turbani - inklusive Integration

    Leider fehlt es dem Text an Zuspitzung und Pointiertheit. Ich hatte mich gerade an die Macken des tiefergelegten Nachbarn gewöhnt, als neue Gestalten auftauchten, deren Lebensgeschichte wohl mit "Adi"zu tun haben, aber nicht auserzählt werden. für eine Glosse fehlt es zudem an Verknappung. Wolltest du eine Satire schreiben, mußt Du Dich beschränken, auf eine Dreiergeschichte vielleicht, nicht aber eine Sozialstudie anfertigen, bei der im übrigen nicht klar ist, wer hier wem wann warum was tat.

  3. #3

    AW: Der Turbani - inklusive Integration

    Danke für Deine Hinweise. Es könnte eine satirische Sozialstudie werden, doch die Rollen blieben bisher offen. Sie sind ja im Prinzip vorhanden, was das Erfinden selbiger überflüssig macht.

    Es begann ja mit Adis Dreiecksgeschichte. Vorhin, und ich glaube fast an ein Wunder, lief der Diesel echt nur 2 Minuten, bis der Rückwärtsgang eingelegt wurde. Beim Turbani hat sich das deutsche Verhalten jedoch scheinbar tiefer eingegraben...

    So ist der "Turbani" einfach ein Besipiel für die beliebeigen Projektionsflächen, die wir suchen und finden könnten, so Bedarf daran bestünde.

    Nee, das ist ja auch eine insgesamt noch unerzählte Geschichte. Jetzt dachte ich, ich fang mal mit einem Spannungsbogen an, lasse die Rollen von der Wirklichkeit ausfüllen und beschreibe das Geschehen, aber Du hast Recht: Es soll ja gerade klarstellen, dass Niemandem von irgendwem, irgendwann, irgendetwas angetan wurde.

    Wie wäre der letzte Satz eigentlich "richtig" in Worte zu fassen?

    Als Rollen hätten wir den Pastor, die Bauernschaft, zwei südländisch wirkende Eigentümer und ihre beiden Mieter, die Bewohner dieses Wohnhauses im Kommen und Gehen, die Kirchenrenovierung und Autobahnumleitung in ihrer Verlaufssituation und natürlich, wie auf dem Dorfe üblich, ein Wegerechtsstreit. Sonst ist alles, wie anderswo auch, nehme ich an...

    Aber anderedimension wird berechtigt einwerfen, dass ich lieber den Text entwerfe, als der Stimme zu folgen, die mir sagte, ich müsste den Geist des Deutschen und des Turbani berichtigen. Das ist nicht meine Baustelle. Ob der Turbani die veränderte Sizuation bemerken wird? Abwarten und einfach nicht hinschauen...

    Gut, dreimal habe ich das "Gespräch" gesucht. Die vierte Form von "Bedürfniskommunikation" war schon etwas konkreter. Daher schrieb ich wohl lieber diese unerzählte Geschichte. Dem Rat von anderedimension wäre ich physisch fast gefolgt, aber "das" verändert den Geist im Gegenüber ja nicht wirklich positiv. Es war jedoch schwieriger, die geistige Ausseinandersetzung nicht zu führen, die das Ego, auf das ich schauen wollte, mir damit anbot. Nee, ich hab den Schwachsinn dann einfach Schwachsinn sein lassen. Wird meinem Leben schon keinen Abbruch tun...

    Ist halt nur witzig, wie sich Konflikte fortpflanzen, deren eigentliche Ursache unbekannt war. Der "Grundkonflikt" liegt beim Wegerecht nach der Zwangsversteigerung, die der Bauer nebenan wohl noch nicht verwunden zu haben scheint. Daher auch der Stress um den Zugang zu der Baustelle meines Vermieters. Beim Abriss eines kleines "Gesindehäuschens" fing das mit dem "demonstrativen Geparke" und der "Reviermarkierung" im Prinzip schon an. Wie das "weitergeht", bleibt halt über den Sommer abzuwarten, wenn ich dann noch hier wohnen möchte. Eventuell wäre ich gern in das kleine Gesindehaus eingezogen, doch konfliktfreies Wohnen wäre dort anfänglich unmöglich, wo Turbani und der Deutsche ihre Fahrzeuge als negative Ausdrucksformen unerkannter Rache benutzen. Was nur ein Symbol für das Muster abbilden soll...

    Insofern wurde dann dieser Abriss als Argument benutzt, sich ebenfalls wie die Axt im Walde zu verhalten. Was Deine Frage sicherlich nicht beantwortet, aber ein Erzählgerüst andeuten könnte.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Der Turbani - inklusive Integration

    Das Wort "Bedürfniskommunikation" nehme ich mal gesondert auf.

    Konfliktfortpflanzung ist auch nicht schlecht. Als ob das eine Pflanze/Tier wäre! Ich betrachtete "Konflikt" bislang als einen diametralen Begriff, der sich verschärfen könne, nicht aber fortpflanzen. Klär mich mal auf!

  5. #5

    AW: Der Turbani - inklusive Integration

    Jedem Bedürfnis wohnt der Wunsch nach Befriedigung des jeweilig empfundenen Mangels inne. Konflikte sind im Grunde unerfüllt gebliebene Bedüfnisse, die sich nach erfolglosen Kommunikationsversuchen in eine "Rache für das Unverständnis und das fehlende Mitgefühl" wandeln.

    Die Konfliktfortpflanzung findet in "Dramadreiecken" statt: Zwei tragen einen Konflikt aus und einer sucht einen Dritten auf, der involviert wird. Hier: Eine vorher ungeteilte Liegenschaft wird geteilt versteigert und der Wegerechtsstreit wird Programm, da dieser Grundkonflikt vom früheren Besitzer zwar vorhergesehen wurde, dies jedoch bei der Zwangsversteigerung für die Gläubiger keine Rolle spielte. Wäre die Stadt auf die "Bedürfnisse" der späteren Eigentümer eingegangen, hätte das Wegerecht geklärt werden müssen. Jetzt könnte die Frage gestellt werden, ob der Bauer oder die Stadt zur Fortpflanzung des Konfliktes beigetragen haben, im Prinzip ist die Fortpflanzung von Konflikten in den "Samenideen" enthalten.

    Der Stein eines jeweiligen Anstoßes fällt wie ein Kieselstein in ein Wasserglas. Ideen und Gedanken in Konfliktsituationen sind Bewegungen des Geistes mit großer Energie. Daher pflanzen sich die Vibrationen in konzentrischen Kreisen auf der Wasser- bzw. Bewusstseinsoberfläche fort. In der Wasserglasanalogie lässt sich das Wesen der Steine des Anstoßes genauer betrachten, hab ich gerade heute einer Freundin vorgelesen, jetzt lese ich Deine Frage dazu...

    In dem Buch über die Forschungsreise zu den Meistern des Fernen Ostens (1894 - 1897) fand ich die "Waserglasanalogie" und Du könntest in Deiner Frage darauf "abgezielt" haben. Es ist identisch mit dem, was der Kurs zur Grundaussage hat und beginnt mit dem grundlegenden "Mangel":

    "Der Mensch hat unvollkommene Dinge erschaffen, währenddem er alles vollkommen zu erschaffen imstande wäre, was er unternimmt, wenn er bloß einsehen wollte, dass alles von GOTT kommt und dass GOTT sich durch ihn ausdrücken will. Doch der Mensch hat aus eigenem freien Willen den harten Weg gewählt, und anstatt seine Kindschaft zu GOTT einzusehen und zu benutzen, was GOTTES ist, fährt er solange fort, den steinigen Weg zu gehen, bis er notgedrungen einsehen muss, dass es einen besseren Weg geben muss und dass dieser Weg der einzige wahre Weg ist. Dann lernt er die Vollkommenheit auszudrücken, die GOTT ihn heute schon ausdrücken sieht.

    Seht ihr nicht, wie ihr ruhen müsst in GOTT, in eurem Innern, und ales Gute von IHM empfangen müsst, und dass jede Kraft in eurer Natur aus diesem göttlichen Selbst heraus wirken muss? Im Anfang eines jeden Ausdrucks ist GOTT, der Vater in eurem Innern, denn wäre es nicht so, so könnte GOTT nicht zum Ausdruck kommen oder hervorgebracht werden.

    Jemand von uns stellte die Frage, welche Kraft oder Macht unsere [Konflikt-, Anm. Michael] Gedanken und Worte auf unser Leben ausüben. [...] Sie sagte: "Seht, ich lasse diesen Kieselstein in das Glas Wasser fallen. Ihr seht, dass die Vibrationen, die durch die Berührung des Steinchens mit dem Wasser hervorgerufen werden, vom Zentrum ausstrahlen, in immer sich erweiternden Kreisen, bis sie den Rand des Glases erreichen oder die äußere Grenze des Wassers, wo sie, für unser Auge wenigstens, ihre Kraft verlieren und anhalten. Was tatsächlich geschieht, ist aber, dass die Schwingungen, sobald sie die Grenze des Wassers erreicht haben, ihren Rückweg antreten, hin zu der Stelle, wo der Kieselstein in das Wasser fiel. Und sie halten nicht an, bis sie im Mittelpunkt anlangen. Dies ist die genaue Darstellung der Wirkungen eines jeden Gedankens, jedes Wortes, das wir denken oder aussprechen. Der Gedanke oder das Wort setzt bestimmte Vibrationen in Bewegung, die vorwärts streben, in immer sich erweiternden Kreisen, bis sie das gesamte Universum umkreist haben. Dann kehren sie, so weit, wie sie zuvor ausgegangen sind, zurück zu demjenigen, der sie aussandte.

    Jeder Gedanke und jedes Wort, das wir denken oder sprechen, sei es gut oder böse, kehrt so sicher zurück zu uns, als wir es ausgesandt haben. Diese Wiederkehr ist der Tag des Gerichtes, von dem in eurer Bibel gesprochen wird: jeder Tag wird darüber richten. [...] Jede Idee (Gedanke oder Wort) wird zu einem Samen. Dieses Ideen-Samenkorn, ausgesandt, fasst Wurzel in der Seele, wird vom Gemüt festgehalten und zu einer Empfängnis, um später erschaffen oder in physischer Form ausgedrückt zu werden. Gedanken und Ideen der Vollkommenheit bringen Vollkommenheit hervor, Gedanken und Ideen der Unvollkommenheit erzeugen Unvollkommenheit. [...] In dieser Weise antworten auch Seele und Geist der Aufforderung des Menschen, und das, was er in Wort oder Gedanken fordert, hat er auch schon empfangen, es ist zu ihm zurückgekehrt. Das einzige, was den Menschen von GOTT getrennt hat, ist der Nebel von materiellen Gedanken, die der Mensch um den Himmel herum erschaffen hat, und das hat den Mystizismus entstehen lassen, der alle göttlichen Dinge zu umhüllen scheint. Dieser Schleier des Mysteriums wird heute (1894!) mehr und mehr beiseite geschoben und man lernt einzusehen, dass es keine Geheimnisse gibt. Die Gründer der verschiedenen Kirchenorganisationen fanden es angezeigt, die Dinge GOTTES mit dem Schleier des Geheimnisses zu umgeben, um damit die Menschen näher an sich zu fesseln. Aber heute findet jeder selber heraus, dass die tiefen Geheimnisse GOTTES die wirklichen, einfachen Dinge des Lebens sind". (1)

    Wie sich Konflikte fortpflanzen und warum sich der Konflikt in der Welt derart konzentriert konzentrisch ausdehnt, folgt einer "Aufforderung", einer Entscheidung für den Konflikt. Und auch wenn ich mich "nur" verteidigte, wählte ich dazu (nach mehrfach erfolgloser Bedürfniskommunikation) ebenso den harten Weg des Egos. Als ich nicht mehr "hinsah", kamen die "Bewegungen des Geistes" zur Ruhe. Daher ist die obige Frage, ob und warum wir nicht mehr in GOTT zu ruhen wissen, die eigentliche bei jeder Form von Konfliktbewältigung.

    Nee, Du wirst es nicht glauben: Heute hat der Turbani sein Auto echt nur drei Minuten im Stand warmlaufen lassen und sogar vorher Eis gekratzt...

    "Die Antwort GOTTES ist irgendeine Form des Friedens. Aller Schmerz ist geheilt, alles Elend ist ersetzt durch Freude. Alle Gefängnistüren sind geöffnet. Und jede Sünde wird lediglich als Fehler aufgefasst". (Kurs, Lektion 364)

    Damit ist an sich klar, dass die Antwort GOTTES nicht darin zu sehen ist, Konflikte zu verschärfen, sondern jeden wahrgenommenen Mangel zu beseitigen, indem er befriedigt wird. Und an sich hab ich mich nicht über den Turbani und den Deutschen aufgeregt, sondern weil wir den Klimavertrag aufgeben und die Freizügigkeit der Mobilität über unser Überleben stellen. Richtig gesund ist das ja an sich nicht wirklich....

    An sich rege ich mich auf, weil ich in einer bedeutungslosen Welt zu sein scheine, doch GOTT ganz sicher keine bedeutungslose Welt erschaffen hat. Die haben wir dann wohl gemacht...

    Und eh sich wieder jemand in die Hose scheißt: GOTT hat die Vergebung erfunden, es gibt keinen Urteilsspruch außer diesem: Die "Kindschaft" GOTTES ist vollkommen und vollkommen unschuldig. Es gab da eine Kindersicherung für das Ego: "Die Vergebung macht dem Traum des Konfliktes hier ein Ende". (Lektion 333). Aber erst "die Vergebung lässt uns erkennen, dass Geister verbunden sind" (L336).

    Wir müssen schon anerkennen, bewusst den "harten Weg" gewählt zu haben, die Hilfen anzunehmen, die uns gegeben worden sind. Der "weiche Weg" ist das CHRISTUS-BEWUSSTSEIN, sagen zumindest die Meister im Fernen Osten und das seit mehr als 120 Jahren. Ob die Kirchen da etwas lernen könnten?

    Quelle: Baird T. Spalding, "Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten", 2. Auflage, Schirner Verlag Darmstadt, 2004
    (1) Seiten 141 / 142

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