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Thema: Ein perfekter Tag

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Ein perfekter Tag

    Nach einer schlaflosen Nacht zersprang die Saite. Befremdet bestaunte sie ihr Gesicht im Spiegel. Sie war noch schöner geworden. Sie wirkte so zerbrechlich wie ein kleiner Vogel. Die Ruhelosigkeit der letzten Wochen hatte dazu geführt, daß sie sechs Kilos weniger auf die Waage brachte. Mit einem seltenen Wohlgefühl kämmte sie ihr flachsblondes langes Haar, bis es in der morgendlichen Oktobersonne, die durch das Fenster im Badezimmer fiel, zu glänzen begann. Der lichtdurchflutete große Raum strahlte in seinem Weiß, ausgestattet mit dem neuesten Design, das sich von der Kloschüssel bis zum Wasserhahn durchzog, einen Umstand, den sie ihrem Ehemann, einem gefeierten Stararchitekten zu verdanken hatte.

    Die Ruhe in der Wohnung war fast trügerisch. Er war schon aus dem Haus zur Arbeit und das dreijährige Kind befand sich für eine Woche bei den Großeltern. Nachdem sie ausgiebig ihre Morgentoilette vollzogen hatte, nahm sie Kurs auf die Metalltreppe, die überirdisch leuchtete in dem Licht, das die Dachfenster malten. Ein vollkommener Tag, dachte sie. Sie würde frei sein. Oben angelangt bereitete sie sich in der Bulthaup-Küche ein fürstliches Frühstück zu, von dem sie aber nur drei Happen zu sich nahm, um den Rest stehen zu lassen. Es widerte sie an, noch mehr davon zu essen. Sie dachte mit einer gewissen Abscheu an ihre Mutter. Wie fett sie doch war. Ein Kriegskind, das alles, was ihm aufgetischt wurde, fraß wie ein ekliger Straßenkötter. Das hatte sie nicht nötig. Hatte Papa nicht immer ihr zugeraunt, sie sei sein kleines Prinzesschen? Ihr gutaussehender Papa mit dem silbrigen Haar. Ja, Papa hätte auch als Schauspieler mit seinem markanten Gesicht durchgehen können. Aber leider war Papa fast nie zu Hause. Weg. Geschäftlich unterwegs. Und Mama, ja Mama liebte nur ihren Zwillingsbruder. Sie wußte, daß sie jetzt im Moment ihren kleinen Sohn knuddeln würde, wie damals ihren Bruder. Aber nun war Papa als Rentner zu Hause und ihr kleiner Sohn liebte nur seinen Opa. Heiß und innig. „Oma böse“ hatte er immer wieder wiederholt, nach einem Telefongespräch, obwohl Oma immer im Wohnzimmer mit ihrem kleinen Sohn auf dem alten abgerubbelten Perserteppich rumrobbte und „Teppich flieg weg“ spielte, um seine Zuneigung zu erobern.

    Diese Gedanken brachten ihr Gebäude ins Wanken. Vielleicht war dies doch nicht der perfekte Tag, in dem sie die „First Lady“ spielen konnte. Sollte sie sich nach diesen Gedanken nun doch in die Menge wagen, um Shopping zu gehen? All die Leute, die sie anstarren würden, wenn sie sich im Spiegel drehte, während sie einen neuen Wintermantel anprobierte? Aber schließlich, ja schließlich war heute ein besonderer Tag. Sie befand sie trotz aller böser Gedanken in Hochstimmung. Zuallerst hatte sie ein Friseurtermin im „Beauty Salon“ in der Tübinger Straße. Die erste Etappe. Danach plante sie, einen neuen Wintermantel zu kaufen. Ob sie noch Zeit fände, um den Autohändler aufzusuchen, war fraglich.

    Das Telefon klingelte. Komisch, warum klingelte um diese Zeit das Telefon? Trotzdem nahm sie ab. „Hallo - Hier die Aachener Versicherung. Ihr Mann ist versichert bei uns.“ „Ach ja, das wußte ich nicht.“ „Eine Versicherungssumme von 10.000 DM ist zahlbar.“ „Ach ja, gut, ich werde es ihm ausrichten.“ „Ja, danke.“ Sie legte auf und starrte den Hörer an. Das waren sie, die Scientologen. Ihr Mann hatte sich in der letzten Zeit immer öfter zu sehr fragwürdigen religösen Sitzungen verzogen. Die 10 Tibeter, hatte er immer wieder beschwichtigend wiederholt. Fleisch wollte er auch nicht mehr essen. In ihrer Phantasie hatte sie ein Gespinst entwickelt, daß - angespornt durch Literatur, die von der Scientology handelte - ihr Mann mit seinem vielen Geld ein Mitglied der Sekte geworden war. Horrorphantasien hatten sich in ihr breitgemacht. Beispiele von Leuten, die austreten wollten und dann aber ständig überwacht wurden von zweifelshaften Mittelsmännern bis es dahin kam, daß sie körperlich bedrängt wurden. Geld und Macht war ihr einziges Ziel. Und genau das hatte ihr Ehemann. Geld und Macht. Warum sollte sie also nicht die 10 Tibeter gegen die Scientologen austauschen? Die Versicherung war die Scientology und die wollten Geld.

    Sie stand wieder vor dem Spiegel, machte sich dazu bereit, in die Stadt zu gehen. Das Gegenüber, das sich ihr zeigte, war noch immer schön, diesmal zu schön, daß sie es kaum anzuschauen vermochte. Trotz der Scientology-Ängste befand sie sich in Hochstimmung, nicht wie früher, als sie an der Seite ihrer Mutter in die Stadt marschierte. Irgendetwas war anders. Völlig fremd. Sie war allein. Ja. Aber das war sie ja schon seit längerem. Es war unerklärbar. Wunderbar. Unbekannt. Eine neue Droge, auf die sie sich schwang. Aber sie hatte nichts genommen. Was war es dann? Ein neues Geheimnis. Nur diese eine Saite im Gehirn mußte springen. Wie in einem dieser Schubertlieder, die sie in den letzten Wochen immer wieder auf CD gespielt hatte.

    Sie ging die Treppen hinab zum Auto. Ließ es an und flog mit dem Radio auf Hochtouren in die Stadt.

    „Die Haare müssen ab!“ erklärte sie dem fassungslosen Friseur. „Aber Sie können doch nicht...diese wundervolle Haarpracht...“ Er japste nach Luft. „Doch, ich kann!“ erwiderte sie in eiskaltem Ton. „Dann ist es gut.“ „Sie werden das gründlich bereuen.“ „Paah, nichts werde ich, ich werde mich freuen, frei fühlen.“ Sie erinnerte sich an die Worte ihres Mannes: „Wenn du dir nochmal die Haare so kurz schneiden läßt, wie sie dir immer deine Mutter schneiden ließ, dann...“ Ja was, ja was würde geschehen? Er hatte es nie ausgesprochen. Schnitt. Das erste Haarbüschel fiel. Schnitt. Ein weiteres Haarbüschel. Sie starrte an die Decke und ihr Blick fiel auf den Lüftungsschacht. Schnitt. Ein weiteres Haarbüschel fiel. Die Scientologen. Sie beobachteten sie. Er beobachtete sie. „Die Herdplatten sehen komisch aus. Weißt du nicht, wie man Spargel schneidet? Wir haben heute abend Gäste. Leg die Socken zusammen, sonst sind sie verloren. Der Hintern des Kleinen ist rot. Weißt du nicht, wie man ein Kind zu pflegen hat?“ Und dann tropfte es auf sie, steter Tropf höhlt den Stein, direkt auf sie herab, tropfte immer weiter, befeuchtete ihr kaum trockenes Haar aus dem Lüftungsschacht. Er ließ sie von seinen Scientolgen beobachten. Das war klar. Die Haare waren ab. Der Friseur hatte schon begonnen zu fönen. Sie ließ die Prozedur über sich ergehen. Es gab kein Zurück mehr. An der Kasse angelangt bezahlte sie schnell die 90 DM und begann dann sogleich, sich unter die Massen zu mischen.

    Nein, nicht Zara. Er wußte, daß sie dort einkaufte. Fischer. Ja, vielleicht. Aber möglicherweise war er auch scientologyverseucht. Wo sollte sie hingehen, um einen neuen Wintermantel zu kaufen? Immer wieder in den Schaufensterscheiben, während sie durch die Stadt wankte, starrte ihr der kahlgeschorene Kopf entgegen. „Ja, Mama, endlich wirst du mich lieben“, sagte sie zu sich.

    Schließlich betrat sie den teuersten Laden in der ganzen Stadt. Niemals hätte sie jemals gewagt, diese Schwelle zu übertreten. Aber heute, ja heute war der Tag gekommen. Ja, es war ihr Tag, ihr „perfekt Day!“ Sie probierte den Mantel, den sie ihm Schaufenster gesehen hatte, befand, daß er gut aussah, sie kleidete, ging zur Kasse und bezahlte. 3000 DM. Paah, was waren schon 3000 DM. Ihr Mann verdiente schließlich weit mehr monatlich.

    Sie blickte auf die Uhr. Es war noch Zeit, bevor ihr Mann nach Hause kam, einen Abstecher beim Autohändler zu machen. Ihr alter Golf war zwar noch in Schuß, aber sie wünschte sich nichts sehnlicher, als endlich mal Ferrari zu fahren. Der Ferrarihändler schien sehr nett zu sein, wenn bloß nicht diese Pokennarben im Gesicht wären. Sie mußte immer wieder dorthin starren. Sie tippte auf Akne in den Jugendjahren. Wenn er lächelte, zeigte sich eine Reihe blanker Zähne. Während sie ihre Bedürfnisse vortrug - ihre Worte überschwemmten den armen Autohändler wie ein Wasserfall; sie sprach ohne Punkt und Komma, so als ob es um ihr Leben ging - spürte sie, wie sich etwas in ihren Rücken bohrte. Mitten im Satz drehte sie sich um und da standen sie, zwei Männer in dunklen Mänteln und fixierten sie. Das mußten sie sein. Sie waren garantiert von der Scientology. Hastig, etwas verwirrt drehte sie sich um und vollendete ihren Satz: „und deshalb möchte ich eine Probefahrt machen.“ Der Autohändler und sie erhoben sich, um das ersehnte Auto zu begutachten. „Das ist er!“ schrie sie beglückt! Ein Cabrio. Wunderbar.“ Das Rot des Wagens blitzte in der Sonne. Der Autohändler öffnete ihr die Tür und sie setzte sich hinein. Beglückt lachend fragte sie: „Wie lange habe ich Zeit?“ „Eine Stunde in etwa“ kam prompt die Antwort. „Prima“ rief sie und ließ den Wagen an. Während sie langsam auf die Ausfahrt zurollte, bemerkte sie, wie die zwei schwarzgekleideten Männer in einen dunkelblauen Ferrari stiegen. „Nun gut.“ sagte sie zu sich. „Ihr wollt eine Verfolgungsjagd? Die bekommt ihr.“ Sie nahm ziemlich schnell Kurs auf die Landstraße. Immer wieder beobachtete sie im Rückspiegel, ob ihr die zwei Männer folgten. Sie wollten sich anscheinend nicht abschütteln lassen. Als sie schließlich auf der Landstraße war, drückte sie das Gaspedal herunter. Sie jubilierte. Ihr Kopf schoß voraus. Das Hochgefühl machte sich wieder breit. Es war wie in einer Manie. Ja, vielleicht war es das. Es war eine Manie...
    bis sie gegen den nächsten Baum raste.

    Langsam begann sie sich zu regen. Sie betrachtete ihren Kopf im Rückspiegel. Die Stirn und das kurze Haar waren von Blutspuren durchzogen. Sie stieg aus dem Wagen, blickte um sich und begann dann hysterisch, wie wild geworden zu lachen. Sie hatte sie abgehängt. Es war ihr perfekter Tag. „Jetzt ist es gut.“ dachte sie.

    Hallo Robert. Diesmal sags bitte gleich, ob sich die Überarbeitung lohnt. Denn dann muß ich keine Gedanken mehr an unsinnige Texte verwenden. Danke

    Grüße von Bo

  2. #2
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    AW: Ein perfekter Tag

    Nach einer schlaflosen Nacht zersprang die Saite. Befremdet bestaunte sie ihr Gesicht im Spiegel. Sie war noch schöner geworden. Sie wirkte so zerbrechlich wie ein kleiner Vogel.
    Ja, was ist denn das?! Im ersten Satz ist SAITE entscheidend, eine zersprungene Saite. Im zweiten Satz ersteht eine SIE, eine sich spiegelnde sie, was einen zersprungenen Spiegel assoziiert. Im dritten Satz wird die SIE näher bestimmt, aber weg vom Spiegel geführt. Im vierten Satz wird die Sie nicht wieder aufgenommen, sondern sie wird ausgesetzt.
    Das ist ein buntes Kaleidoskop, aber keine Exposition. Ich frage Dich jetzt, Bowle, woran soll sich der Leser hier halten? Willst Du dem Leser nicht erst einmal ein Tor aufstoßen, durch das er zu gehen bereit ist? Dann mach Deinen Leser fertig, meinetwegen, zerstör seine Hoffnungen und Wünsche! Meinetwegen. Aber erst mußt Du ihn aufbauen, anlocken. Andernfalls legt er Deinen Text nach wenigen Sätzen weg und befaßt sich mit dem, was er zu durchschauen glaubt.
    Die Ruhelosigkeit der letzten Wochen hatte dazu geführt, daß sie sechs Kilos weniger auf die Waage brachte. Mit einem seltenen Wohlgefühl kämmte sie ihr flachsblondes langes Haar, bis es in der morgendlichen Oktobersonne, die durch das Fenster im Badezimmer fiel, zu glänzen begann.
    Die Sätze fließen immer noch nicht zusammen. Du hast nur Bilder in Deinem Kopf, aber keine Bindung zu den Dingen. Sie stehen alle nebeneinander, sie finden nur Apperzeptionen, keine distingierte Behaglichkeit in der Phantasie. Rumsbums, klare und deutliche Bestandteile der Wahrnehmung, keine Verdichtung, keine Fortführung, kein Kreisen. Also, trenn Dich von einigen Metaphern und bring die übrigen in eine Kette, meinetwegen eine kreisförmige.
    Der lichtdurchflutete große Raum strahlte in seinem Weiß, ausgestattet mit dem neuesten Design, das sich von der Kloschüssel bis zum Wasserhahn durchzog, einen Umstand, den sie ihrem Ehemann, einem gefeierten Stararchitekten zu verdanken hatte.
    Das ist grottenschlecht. Das mit den Klischees lassen wir jetzt mal ganz schnell sein.
    Also, Du fängst noch einmal an. Stellst die Heldin vor, die Du in ein Nest setzt, in dem die Vögel präludieren und ein Zwischenton die Harmonie stört. Ein feiner Zwischenton, damit der Leser neugierig gemacht wird. Dann sehen wir weiter.

  3. #3
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    AW: Ein perfekter Tag

    Nach einer schlaflosen Nacht zersprang die Saite. Befremdet bestaunte sie ihr Gesicht im Spiegel. Sie war noch schöner geworden. Das zarte Oval des Gesichts schimmerte porzellanfarben. Sogar die Narbe auf der Stirn, die eine kleine Diagonale zog, hatte heute ihre eigene Schönheit. An anderen Tagen hatte sie sie leicht mit Make-Up betupft, aber heute, so befand sie, wurde die Narbe ihrer Nacktheit gerecht. Sie schien das Gesicht in seiner Zerbrechlichkeit noch mehr zu betonen. Die klaren blauen Augen waren von leichten Schatten umrandet und sie dachte an die Frauen, die früher an Schwindsucht litten. Jene Krankheit, die die Dichter der Romantik so begeistert hatte.

    Die Ruhelosigkeit der letzten Wochen hatte dazu geführt, daß sie sechs Kilos weniger auf die Waage brachte. War es nicht wunderbar erleichternd mit so einem Leichtgewicht ins Leben zu gehen? Wie ein zerbrechlicher Vogel, der hier und da von einem Ast zum anderen fliegt. Mit einem seltenen Wohlgef?hl kämmte sie ihr flachsblondes langes Haar, bis es in der morgendlichen Oktobersonne, die durch das Fenster im Badezimmer fiel, zu glänzen begann. Sie hatte das Ende des Haars in der Bürste. Aber was gewahrten ihre Augen? Ein einziges langes Haar war von Spliss durchzogen. Ärgerlich zupfte sie sich mit einem leisen Autsch das Haar von der Kopfdecke.

    Hallo Robert,
    den Stararchitekt - eigentlich Produkt Designer - habe ich fallen gelassen. Obwohl er dazu gehört. Er entsprach der Wahrheit auch wenn sie ein Klischee ist. In einem neuen Text von mir wird sich diese Wahrheit nicht mehr so leicht löschen lassen...

  4. #4
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Ein perfekter Tag

    Bowle, ich glaube, Du bist eine ganz zarte Pflanze. Aber Du kämmst Dein Haar auch gern nach rechts, um schön zu sein.
    In diesen Text baust Du immer noch einen Schlenker herein, woher auch immer Du sie ziehst. Erst aber mußt Du ein Gerüst bauen.

  5. #5
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    AW: Ein perfekter Tag

    Du hast recht, Robert. Ich bin ein kleiner zerbrechlicher Ast und kein Brett. Bloß merken das die meisten nicht. Die denken von mir ich sei total cool. Wahrscheinlich ist schon was dran, daß man den Schreiberling am besten durch seine Texte kennenlernt.

    Könntest du bitte deine Antwort etwas präzisieren? Wo ist der Schlenker? Und wie baut man ein Gerüst? Sowas habe ich noch nie gemacht. Bitte, bitte, lieber Robert.

  6. #6
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    AW: Ein perfekter Tag

    Nicht quengeln, Bowle! Ich mach schon. Dafür bin ich schließlich hier. Ich versuch's mal. Hier ein Ausschnitt aus Deinem letzteingestellten Text:
    Nach einer schlaflosen Nacht zersprang die Saite.
    SAITE ist immer noch Subjekt. Was sagst Du über sie aus? Daß sie nach etwas zerstört wurde! Was, denkst Du, fragt sich jetzt der Leser? Zuerst natürlich fragt er nach dem WAS: Was zerstörte die Saite? Dann fragt er sich, was ihn eine SAITE interessieren soll, v.a. was für eine Saite, wessen.. Dann ist er - der Leser - aber schon sehr neugierig und aufmerksam, wohlwollend mit Dir. Weiter.
    Befremdet bestaunte sie ihr Gesicht im Spiegel. Sie war noch schöner geworden.
    Wo ist denn die SAITE hin? Na ja, okay. Führst Du eben einen zweiten Handlungsbeginn ein. Eine SIE. Ein Spiegel und das Wort SCHÖNER. Immerhin sind's Alliterationen, könnten also zusammengehören. (Das trägt sich aber dem Leser nur unterbewußt an.) In jedem Fall ist das ein Schlenker. Du verläßt die zerstörte SAITE und trägst dem Leser eine SIE an. Die gestaltest Du etwas näher. Weiter.
    Das zarte Oval des Gesichts schimmerte porzellanfarben. Sogar die Narbe auf der Stirn, die eine kleine Diagonale zog, hatte heute ihre eigene Schönheit. An anderen Tagen hatte sie sie leicht mit Make-Up betupft, aber heute, so befand sie, wurde die Narbe ihrer Nacktheit gerecht. Sie schien das Gesicht in seiner Zerbrechlichkeit noch mehr zu betonen. Die klaren blauen Augen waren von leichten Schatten umrandet und sie dachte an die Frauen, die früher an Schwindsucht litten. Jene Krankheit, die die Dichter der Romantik so begeistert hatte.
    Na aber! Wo ist denn die SAITE hin? Dafür SIE satt. Du nennst hier - in der Exposition Deiner Geschichte - Einzelheiten, die nicht genannt werden sollten, nicht durch diese vielen Worte. Statt dessen braucht's Handlung. Was geschieht? Warum zerspringt der Spiegel, äh die SAITE? Zersprang. Der letzte Satz mit dem HATTE ist wieder ein Sprung. Du bist auf einmal beim Thema KRANKHEIT, nicht mehr bei ihr, obwohl der Leser beide(s) zusammenziehen dürfte in seiner Vorstellung. Literaturgeschichte: Mir neu, daß die Dichter der Romantik sich an Tbc begeistert haben sollen. Spätere Blödmänner haben sie zu einem Ausdruck ätherischer Wesenheit gemacht. Wie gesagt, blöd.

    Also, im ersten Absatz bringst Du eine Saite, dann einen Spiegel, eine Frau und den Duft der kranken Rose, um es blumig zu sagen.

    Fazit: etwas Gestocher, aber kein Muster.

    Bitte noch einmal!

  7. #7
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    AW: Ein perfekter Tag

    Nach einem Streßtag im Büro und gewohnter "insBettgehZeremonie" des Kleinen nun dieses:

    Nach einer halb schlaflosen Nacht zersprang die Saite. Die Geige hatte ihre Melodie nach einem abrupten Seufzer ausgesetzt und die zerissene Sehne hing leblos herab. Das geliebte Instrument brachte keine Töne mehr hervor. All die Melodien, die sie gespielt hatte, waren verloren. Unwiederbringlich geschenkt an einen Traum, der im Unterbewußtsein gefangen schlief. Wer könnte jemals die schönen Melodien der Geige zurückbringen? Der Traum war schuld. Im Halbschlaf gefangen, ging sie ins Bad. Befremdet bestaunte sie ihr Gesicht im Spiegel. Sie war noch schöner geworden. Das zarte Oval des Gesichts schimmerte porzellanfarben. Sogar die Narbe auf der Stirn, die eine kleine Diagonale zog, hatte heute ihre eigene Schönheit. An anderen Tagen hatte sie die Narbe leicht mit Make-Up betupft, aber heute, so befand sie, wurde die Narbe ihrer Nacktheit gerecht. Sie schien das Gesicht in seiner Zerbrechlichkeit noch mehr zu betonen. Die klaren blauen Augen waren von leichten Schatten umrandet. Aber wurden jene nicht gerade dadurch in ihrer Schönheit untermalt? Vielleicht war die Saite doch nicht zersprungen? Zarte Melodien klangen in der Ferne. Die Traumbilder wichen erschreckt zurück.

  8. #8
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    AW: Ein perfekter Tag

    Die Ruhe in der Wohnung war fast trügerisch.
    Also war sie es nicht!
    Er war schon aus dem Haus zur Arbeit und das dreijährige Kind befand sich für eine Woche bei den Großeltern.
    schnoddriges Umgangsdeutsch, hier bitte nicht
    Nachdem sie ausgiebig ihre Morgentoilette vollzogen hatte, nahm sie Kurs auf die Metalltreppe, die überirdisch leuchtete in dem Licht, das die Dachfenster malten. Ein vollkommener Tag, dachte sie. Sie würde frei sein. Oben angelangt bereitete sie sich in der Bulthaup-Küche ein fürstliches Frühstück zu, von dem sie aber nur drei Happen zu sich nahm, um den Rest stehen zu lassen.
    Welche Funktion hat dieses Beschreiben? Ein Motiv?
    Es widerte sie an, noch mehr davon zu essen.
    Falsch akzentuiert.
    Sie dachte mit einer gewissen Abscheu an ihre Mutter.
    Du relativierst. Warum? Sei genauer! Was dachte und fühlte sie? GEWISSES ist tödlich, um es genau zu sagen
    Wie fett sie doch war! Ein Kriegskind, das alles, was ihm aufgetischt wurde, fraß wie ein ekliger Straßenköter. Das hatte sie nicht nötig.
    Das SIE ist nicht genau umrandet, wann wer wer ist.
    Hatte Papa nicht immer ihr zugeraunt, sie sei sein kleines Prinzeßchen? Ihr gutaussehender Papa mit dem silbrigen Haar. Ja, Papa hätte auch als Schauspieler mit seinem markanten Gesicht durchgehen können.
    Das ist jetzt grottig. Du springst, suchst nach beliebigen Gegenständen für Deine Beschreibungs-, nein Anzeigewut. Du zeigst die Dinge (Menschen?) nur an, aber Du nimmst Dir nicht die Zeit, aus ihrem Dasein etwas zu ziehen, aus dem sich eine Geschichte formen ließe! Glücklicher wärest Du, wenn die Geschichte schon da wäre. Bislang kann ich hier keine entdecken.
    Aber leider war Papa fast nie zu Hause. Weg. Geschäftlich unterwegs. Und Mama, ja Mama liebte nur ihren Zwillingsbruder.
    Wieder ist nicht klar, ob es der Zwillingsbruder der Mutter oder des Erzählers ist.
    Sie wußte, daß sie jetzt im Moment ihren kleinen Sohn knuddeln würde, wie damals ihren Bruder. Aber nun war Papa als Rentner zu Hause und ihr kleiner Sohn liebte nur seinen Opa. Heiß und innig. "Oma böse", hatte er immer wieder wiederholt, nach einem Telefongespräch, obwohl Oma immer im Wohnzimmer mit ihrem kleinen Sohn auf dem alten abgerubbelten Perserteppich rumrobbte und "Teppich flieg weg" spielte, um seine Zuneigung zu erobern.
    Ein Gespringe ist das.

  9. #9
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    AW: Ein perfekter Tag

    Die Ruhe in der Wohnung war trügerisch. Er war schon aus dem Haus zur Arbeit gegangen und das dreijährige Kind befand sich für eine Woche bei den Großeltern. Nachdem sie ausgiebig ihre Morgentoilette vollzogen hatte, nahm sie Kurs auf die Treppe. Ein vollkommener Tag, dachte sie. Sie würde frei sein. Oben angelangt bereitete sie sich in der Küche ein fürstliches Frühstück zu, von dem sie aber nur drei Happen zu sich nahm, um den Rest stehen zu lassen. Noch mehr davon zu essen, widerte sie an. Sie dachte mit Abscheu an ihre Mutter. Wie fett sie doch war. Ein Kriegskind, das alles, was ihm aufgetischt wurde, fraß wie ein ekliger Straßenkötter. Aufmerksamkeit heischend saß die Mutter, damals, als sie selbst noch klein war, am Tisch, verteilte das Essen, und beobachtete jeden mit einem zufriedenen Lächeln. Wenn einer Nachschub orderte, raunte eine Wohlgefälligkeit über den Tisch, das er fast ins Wanken kam. Das hatte sie selbst nicht nötig. Hatte Papa nicht immer ihr zugeraunt, sie sei sein kleines Prinzesschen? Ihr gutaussehender Papa mit dem silbrigen Haar. Ja, Papa hätte auch als Schauspieler mit seinem markanten Gesicht durchgehen können. Es gab ein Foto von ihr und Papa. Sie war damals ein halbes Jahr alt gewesen. Papa knutschte ihr mit einem bezaubernden Lächeln im Gesicht auf die Wange und sie lachte pausbäckig, wohlrund genährt in die Kamera. Es war ihr Lieblingsfoto. Jedesmal wenn sie es anschaute, überkam sie ein Wohlgefühl. Das zarte Plätschern von Wellen kam angerollt und sie fühlte sich als Königin eines Universums, wie Prinzessin Sursulapitschi in „Jim Knopf und die wilde Dreizehn“, die unbedarft im Meer-Universum ihres Vaters ihre Späße treiben durfte. Aber leider war Papa fast nie zu Hause. Weg. Geschäftlich unterwegs. Und Mama, ja Mama liebte nur ihren Sohn, ihren Zwillingsbruder. Aber der war schon lange fort, aus dem Haus. Sie wußte, daß ihre Mutter jetzt im Moment ihren kleinen Sohn knuddeln würde, wie damals ihren Bruder. Aber nun war Papa als Rentner zu Hause und ihr kleiner Sohn liebte nur seinen Opa. Heiß und innig. „Oma böse“ hatte er immer wieder wiederholt, nach einem Telefongespräch, obwohl Oma immer im Wohnzimmer mit ihrem kleinen Sohn auf dem alten abgerubbelten Perserteppich rumrobbte und „Teppich flieg weg“ spielte, um seine Zuneigung zu erobern.

  10. #10
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    AW: Ein perfekter Tag

    Diese Gedanken brachten ihr Gebäude ins Wanken. Vielleicht war dies doch nicht der perfekte Tag, in dem sie die „First Lady“ spielen konnte. Sollte sie sich nach diesen Gedanken nun doch in die Menge wagen, um Shopping zu gehen? All die Leute, die sie anstarren würden, wenn sie sich im Spiegel drehte, während sie einen neuen Wintermantel anprobierte? Aber schließlich, ja schließlich war heute ein besonderer Tag. Sie befand sie trotz aller böser Gedanken in Hochstimmung.
    Gedanken, Gedanken, Gedanken.. Das Englische streichen, die Sätze breiter anlegen, die Gedanken benennen und ins poetische Bild bringen, mit anderen Worten: Bitte gestalten Sie Ihren Text!
    Zuallerst hatte sie einen Friseurtermin im „Beauty Salon“ in der Tübinger Straße. Die erste Etappe. Danach plante sie, einen neuen Wintermantel zu kaufen. Ob sie noch Zeit fände, um den Autohändler aufzusuchen, war fraglich.
    Hm. Das ist jetzt wie der Tratsch bei Tante Lisbeth. Warum Tübinger Straße? Besitzt das eine Bedeutung? Führt das den Leser zu einem (ihm) bekannten Ort?
    Das Telephon klingelte. Komisch, warum klingelte um diese Zeit das Telephon?
    Komisch? Telephon wiederholt sich. Was kann an einem Telephonklingeln..
    Trotzdem nahm sie ab. „Hallo? Hier die Aachener Versicherung. Ihr Mann ist versichert bei uns.“ „Ach ja, das wußte ich nicht.“ „Eine Versicherungssumme von 10.000 DM ist zahlbar.“ „Ach ja, gut, ich werde es ihm ausrichten.“ „Ja, danke.“ Sie legte auf und starrte den Hörer an. Das waren sie, die Scientologen. Ihr Mann hatte sich in der letzten Zeit immer öfter zu sehr fragwürdigen religösen Sitzungen verzogen. Die zehn Tibeter, hatte er immer wieder beschwichtigend wiederholt. Fleisch wollte er auch nicht mehr essen. In ihrer Phantasie hatte sie ein Gespinst entwickelt, daß - angespornt durch Literatur, die von der Scientology handelte - ihr Mann mit seinem vielen Geld ein Mitglied der Sekte geworden war. Horrorphantasien hatten sich in ihr breitgemacht. Beispiele von Leuten, die austreten wollten und dann aber ständig überwacht wurden von zweifelshaften Mittelsmännern bis es dahin kam, daß sie körperlich bedrängt wurden.
    Ist es das, was Du mitteilen willst? (Das letzte ist kein Satz.) Dann arbeite sorgfältig darauf hin. Ich vermisse immer noch den Faden durch diese Satzansammlung, von denen die meisten noch nicht einmal Sätze sind..
    Geld und Macht war ihr einziges Ziel.
    Wessen?
    Und genau das hatte ihr Ehemann. Geld und Macht. Warum sollte sie also nicht die zehn Tibeter gegen die Scientologen austauschen? Die Versicherung war die Scientology und die wollten Geld.
    Das wäre doch mal die Idee zu einer Geschichte!

  11. #11
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    AW: Ein perfekter Tag

    Die Gedanken an ihre Eltern und an ihren Sohn brachten das Gebäude ins Wanken. Es wühlte in ihrem Magen, wenn sie daran dachte, daß sie ihren Sohn bei seiner Großmutter gelassen hatte. Ihre Mutter war schon an der Erziehung mit ihr selbst gescheitert. War es nicht verantwortungslos von ihr, daß sie den Kleinen ihrer Obhut übergeben hatte? Vielleicht war dies doch nicht der perfekte Tag, in dem sie eine Königin spielen konnte. Sollte sie sich in die Menge wagen, um Einkaufen zu gehen? All die Leute, die sie anstarren würden, wenn sie sich im Spiegel drehte, während sie einen neuen Wintermantel anprobierte. Aber schließlich, ja schließlich war heute ein besonderer Tag. Sie befand sich trotz aller böser Vorahnungen in Hochstimmung. Sie beruhigte sich damit, daß ihr Sohn seinen Opa geradezu abgöttisch liebte. Und er hatte Zeit für ihn, denn jetzt war er in Rente. Vielleicht würde alles gut werden. Zuallerst hatte sie einen Friseurtermin. Die erste Etappe. Danach plante sie, einen neuen Wintermantel zu kaufen. Ob sie noch Zeit fände, um den Autohändler aufzusuchen, war fraglich.

    Das Telefon ertönte. Es klang anders als sonst. Synthetisch. Komisch, wer würde um diese Zeit anrufen? Trotzdem nahm sie ab. „Hallo? Hier die Aachener Versicherung. Ihr Mann ist versichert bei uns.“ „Ach ja, das wußte ich nicht.“ „Eine Versicherungssumme von 10.000 DM ist zahlbar.“ „Ach ja, gut, ich werde es ihm ausrichten.“ „Ja, danke.“ Sie legte auf und starrte den Hörer an. Das waren sie, die Scientologen. Ihr Mann hatte sich in der letzten Zeit immer öfter zu sehr fragwürdigen religösen Sitzungen verzogen. Das sind die 10 Tibeter, hatte er immer wieder beschwichtigend wiederholt. Fleisch wollte er auch nicht mehr essen. In ihrer Phantasie hatte sie ein Gespinst entwickelt, daß ihr Mann mit seinem vielen Geld ein Mitglied der Scientology geworden war. Horrorphantasien hatten sich in ihr breitgemacht, als sie einen Erfahrungsbericht von jemandem gelesen hatte, der austreten wollte. Der Titel des Buchs war: „Im Labyrinth der Scientology.“ Der Autor des Buchs wurde ständig überwacht von zweifelshaften Mittelsmännern bis es dahin kam, daß sie in seine Wohnung einbrachen und ihn körperlich bedrängten. Geld und Macht war das einzige Ziel der Scientology. Und genau das hatte ihr Ehemann. Geld und Macht. Warum sollte sie also nicht die 10 Tibeter gegen die Scientologen austauschen? Die Versicherung war die Scientology und die wollten Geld.

  12. #12
    resurrector
    Status: ungeklärt

    AW: Ein perfekter Tag

    Einer der zahlreichen Arbeitsordner, in denen zweifelsohne nachgewiesen wurde, daß Lektoren überflüssig sind.

  13. #13
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    AW: Ein perfekter Tag

    Deine Schlussfolgerung geht mir nicht auf. Trotz aller Nachbesserung wurde die Geschichte nicht runder. Was eher auf eine unvollkommene Kommunikation hinweist.

    Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, ein analoges Beispiel: Mein mit Abstand schlauester Kumpel versuchte vergeblich, mir etwas von seinem Wissen über Informatik weiterzugeben. Nicht, dass er zu blöde wäre, angemessen zu erklären. Er setzt jedoch so viel voraus, dass ein einziger Satz vier weitere Fragen aufwirft.

    Zwar hat er nicht aufgegeben zu antworten. Ich stelle einfach keine Fragen mehr, weil ich weiß, die Antwort ohnehin nicht zu verstehen. Meine einzige Kritik dabei ist halt, dass manche Menschen mit einem immensen Fachwissen sich zuweilen nicht mehr "runterdosieren" können. Das führt dann dazu, dass der Fragende sich insgesamt blöde fühlt, einfach, weil bemerkt wird, wie viel zu einem wirklich runden Text noch fehlen würde. Konstruktiv ist es insofern nicht, dem Autor das obige Gefühl zu vermitteln, nur, um ihn hinterher neu aufbauen zu müssen. Und zunehmende Verunsicherung lese ich aus dem Verlauf irgendwie raus...

    Aber zum Lektorat zurück: Kann sich das eigentlich noch irgendein Verlag leisten? Bei Amazon ist ein Lektorat nicht erforderlich. Mein völlig unlektoriertes Buch haben die Strauchdiebe zu mehr als 7200 Stück plus "ungelesene gebrauchter Exemlare" (für 22 €) mit X hinter der ISBN Nr. verkauft. Keinen Pfennig für bezahlt...

    Erinnert mich gerade daran: Gab da mal einen Ordner im Zwischenforum, in dem das Dilemma "damals" betrachtet wurde: Lösch den doch bitte einfach. Ich hab da wohl eine Dissoziationsstörung und denke gar nicht daran zurück. Kann gut sein, das Schreiben hier als Ablenkung davon gesehen zu haben. Und die Anzahl an Beiträgen, die anderedimension und ich im Laufe des Zwischenforums und danach geschrieben haben, könnte ohnehin kaum "lektoriert" werden.

    Ich glaub, ich schreib nicht für Geld. Wird einem nur zum Vorwurf gemacht. Geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul. Hätte mich vielleicht über den ein oder anderen Tipp hier und da gefreut, aber bis ich verstehe, was Du mir sagen würdest, gibt es eh nur noch Amazon als "Verleger". An sich bin ich heute froh, keinen Cent daran verdient zu haben. Ein Buch, das kein Buch ist.

    Nee, es wurde alles so oft gesagt, es will nur niemand etwas hören, was nicht gehört werden will und ohnehin jeder weiß...

    Naja, ich wünsche Euch zumindest einen perfekten Tag. Wie findet man einen?

    Ach ja: Es gibt die 5 Tibeter und ein Buch, das einen 6. Tibeter enthält. Sachlich vorsätzlich unrichtig und eher als Hinweis auf etwas hier Ungenanntes zu sehen. Es gab zehn kleine Neubenannte, aber zehn Tibeter? Bei Adi im Bunker warteten welche auf "Befreiung". Was die bei Adi damals bloß gemacht haben??? Und was ist China so wichtig an Tibet?

    Aber die 10 könnte auch für den Lebensbaum stehen. Der sechste Tibeter sollte helfen, sexuelle Energien zu transformieren und Transzendenz entstehen zu lassen. Aber wer versteht schon eine Autorin? Ist immer ein eigenes Universum...
    Geändert von Michael (30.01.18 um 09:54 Uhr)

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