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Thema: Kategorie: Schlechte Gedichte

  1. #26
    kls
    Laufkundschaft

    Patriotische Hymne eines Feinschmeckers

    Deutsches Essen, Deutscher Herd ...
    Klops! Der kommt aus Königsberg.
    Aus dem Schwarzwald kommt der Schinken.
    Dazu gibt es Aachener Printen.

    Spreewaldgurken. Kieler Sprotten.
    Bremer. (Das ist Fisch – gesotten)
    Hamburger. (Rind – zerkleinert).
    Düsseldorfer Senf verfeinert.

    Ich werd immer anspruchsvoller:
    Käse? Ich nehm Harzer Roller.
    Denn so etwas wie den Brie,
    oder Quercy ess ich nie!

    Wiener Würstchen? Eher tot!
    Speisenmäßig: Patriot!
    Mag auch keinerlei Segmente
    einer fremden Peking Ente.

    Darf man Wurst aus Krakau essen?
    Und wenn nicht, was dann statt dessen?
    Österreichisch: Mozarkugel?
    Aus dem Elsas: Apfelstrudel?

    Und die letzte Strophe erstelle ich ein ander Mal. Da will ich zu Havanna Zigarren und Jamaikarum Stellung beziehen und dabei einen Manhattan trinken, Levatiner Haselnüsse knabbern und Piemontkirschen essen. Eingelegt in Glenfiddich.

  2. #27
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Renommee-Modifikator
    8
    Deutsches Essen, deutscher Herd,
    Aufgetautes für den Nerd,
    Aus dem Ofen kommt die Pizza
    Magherita, auch mal Nizza.

    Putenstreifen, Wiener Schnitzel,
    Kugelfisch und Nervenkitzel,
    Nudeln kochen, Spargel stechen,
    Heiß servieren, dann erbrechen.

    Wurde etwas runder, dicker,
    Trage Längsgestreift, ist schicker.
    Bin jetzt fleißig, mach Diät,
    Übungen am Sportgerät.

    Belohne mich, bin ja nicht dumm,
    Am Abend gibt’s Jamaika –Rum,
    Und ab und an, meist mit der EX,
    Nach meinem Rausch Minutensex .

    Jeder weiß, des Mannes Manna
    Ist zum Cognac die Havanna,
    Nebenbei beim Porno sabbern,
    Oder Haselnüsse knabbern.

    Und die Moral von der Geschicht:
    Hast du auch Bauchweh oder Gicht,
    Die Deutsche Küche ist gediegen,
    So lasse dich nicht unterkriegen!

    Zum 50. Geburtstag

    Gutes Essen, deutscher Herd,
    Kochst dir heute wie ein Nerd,
    Aus dem Ofen kommt die Pizza
    Magherita, auch mal Nizza.

    Putenstreifen, Wiener Schnitzel,
    Kugelfisch und Nervenkitzel,
    Soße sieben, Spargel stechen
    Heiß servieren, dann erbrechen.

    Wirst du etwas runder, dicker,
    Trage Längsgestreift, ist schicker.
    Verstecke dich vor der Diät
    Und meide jedes Sportgerät.

    Belohne dich, bist doch nicht dumm,
    Am Abend trink Jamaika –Rum,
    Lad eine zweite Frau zum Sex,
    Die Schwiegertochter, oder Ex.

    Und denk daran; des Mannes Manna
    Ist zum Cognac die Havanna,
    Mädchen hinterher zu sabbern,
    Die am Eis genüsslich knabbern.

    Hör, das Röhren der Motoren
    Übertönt die Rollatoren,
    Bist immer noch im Herzen jung,
    Wie eine Katze auf dem Sprung.

    Irgendwann, in weiter Ferne,
    Hat man dich dann nicht mehr gerne,
    Wird man dich am Grab noch dissen,
    Doch dann sollst du eines wissen:

    Alle Heuchler, die da weinen
    Und sich noch am Leben meinen,
    Sitzen jetzt mit dir im Boot,
    Waren, ach schon immer tot.

  3. #28
    kls
    Laufkundschaft

    Nationalbewusstes Essen für Anfänger

    Es fehlen:

    Tilsiter, Bad Reichenhaller Salz, Schinken aus Westfalen, Danish Cookies, Lübecker Marzipan, Donauwellen, Teitower Rübchen, Dresdner Stollen, Limburger, Edamer, Appenzeller, Edamer, Champagner, Irish Stew, Szegediner Gulasch (Mit Sauerkraut, soll aber gut schmecken), Budapester Salat, Jaffa Orangen, Serrano Schinken, Parmesan, Frankfurter Karanz, Dijon Senf, Spagetty Bolognese, Kasseler.

    Es fehlen bestimmt noch mehr, aber die weigerten sich, von mir eingefallen zu werden.

    Darf man als Deutscher Gourmet, äh ... Feinschmecker, überhaupt Speisen zu sich nehmen, die nach ausländischen Städten benannt sind. Müssten nicht gerade wir Deutschen aus Pietät und aufgrund unserer Sonderstellung in der Geschichte nicht wenigstens Ortsnamen unverschmaust lassen, an denen wir einst beinahe erstickten? Keine Belgischen Pralinen bitte, sondern Pfälzer Saumagen. O.K.?

  4. #29
    kls
    Laufkundschaft

    Mein Muse ist doof!

    „Her zu mir, Inspiration!“
    „Ja mein Herr, ich komm ja schon.“

    „Helfe mir bei dem Gedicht
    Irgendwie klappt das so nicht.“

    „Nun, man bräuchte erst ein Thema,
    und natürlich auch ein Schema.“

    „Schema ist der Knittelreim.
    Thema Du. Und los - hau rein.“

    „Will mich wirklich nicht beschweren,
    doch so kann's kein Kunstwerk werden.

    Schon der Ansatz ist nicht richtig:
    Ich bin überhaupt nicht wichtig!

    Wichtig ist nur die Cousine,
    und die nennt sich schlicht: 'Routine'.

    'Üben, üben und probier'n',
    ist ihr Mantra. (Und 'blamier'n').“

    Und dann geht sie, meine Muse.
    Diese konfuse diffuse Abstruse.

    Und mit nur ein wenig Glück
    kehrt sie auch nie mehr zurück

  5. #30
    andere/dimension
    Laufkundschaft

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Wozu brauch ich denn eine Muse?
    Mich inspiriert mehr das Abstruse!
    Das Weib bringt mich nur aus dem Takt,
    Beim Malen, Dichten – und beim Akt!

    Jedoch der Wein, ich liebe roten,
    Die Nacht und alle ihre Boten,
    Der Herbst im Kleid, des Frühlings Gunst,
    Sind alle Quellen meiner Kunst.

  6. #31
    kls
    Laufkundschaft

    Naturgesetze § 1

    Irgendwer ... Ja! Archimedes,
    sprach den wohl bekannten Satz
    Nass vom Baden: „Aber jedes
    Ding, das ist, braucht Platz.“

    Wo was ist, ist es bestimmt!
    Und an einem festen Ort!
    Ehrlich gesagt: Ich glaub es nimmt
    andern Dingen Ist-Sein fort.

    Jedes Sein nimmt gerne hin,
    andem Ding den Platz zu mindern.
    Vielleicht ist das des Lebens Sinn:
    Ein Sein tut das And're hindern!

    Auf uns Menschen übertragen:
    Alles ist gut! Alles normal!
    Bitte keine weit'ren Fragen:
    Moral von davon ist egal.

  7. #32
    andere/dimension
    Laufkundschaft

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Komm hör auf, wer glaubt dir das?
    Den Satz sprach einst Pythagoras!
    Besagt, dass in den rechten Winkeln,
    Katheten in die Ecken pinkeln.
    So ist das - mit den Alten Griechen,
    Die ungern nur zu Kreuze kriechen,
    Sie wissen viel und haben nichts.
    Ein jeder weiß es, keiner spricht’ s.

  8. #33
    kls
    Laufkundschaft

    AhKwadratPlusBehKwadratIsCehKwadrat

    Pythagoras schrie nie: „Eureka.“!
    Das entsprechende Gesetz
    war viel älter - er hat's später
    nur bewiesen. Aber jetzt

    glaubt man seinem Copyright.
    Nicht nur, dass er viel zu spät ...
    Nein, auch dass er seinerzeit
    dachte, er sei ein Prophet ...

  9. #34
    andere/dimension
    Laufkundschaft

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Ich halt nicht viel von den Propheten,
    so viele sind schon angetreten,
    die mit dem Teufel sich verbünden,
    um uns die Zukunft zu verkünden.

    Wir leben hier, Im Jetzt und Heute,
    vor dem so mancher Seher scheute
    und bewundern, aus der Ferne,
    immer noch die selben Sterne.

  10. #35
    kls
    Laufkundschaft

    Tischlerlehrling träumt

    Es ist morgens um halb sieben
    und ich steh schon auf dem Bau.
    Wo ist bloß die Nacht geblieben?
    Warum ist mir nur so flau?

    Und da naht auch schon der Meister.
    Gut gelaunt und völlig wach.
    Sieht mich an und grinst noch feister!
    Singt sogar! Mir wird ganz schwach:

    „Arbeit fängt man fröhlich an
    ganz egal, ob groß, ob klein.
    Man gibt alles was man kann,
    oder lässt es besser sein.“

    Erst war mir nach lautem Schrein
    Und dann biss ich ihm ins Bein
    schmiss ihn in den Topf mit Leim
    und ging tief befriedigt heim.

    Nur eine Fingerübung.

  11. #36
    andere/dimension
    Laufkundschaft

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Dir wurde dann sogleich gekündigt,
    wolltest in den Arsch nicht kriechen,
    geknickt, gerädert und entmündigt,
    feiern deinen Job nun Griechen,
    hatten gute Argumente;
    erst mal Pause, dann in Rente.

  12. #37
    kls
    Laufkundschaft

    Benzinuhr auf Null

    Ins Leere laufen

    Hab meinen Lebensweg aus der Ferne beschaut.
    Mit 65 hat man dafür viel Zeit.
    Ich rannte! Brennendes Hemd unter der Haut.
    Ich rannte als Standpunkt! Ich wollte ganz weit!

    Lauf ins Leere. Laufe blind.
    Ich weiß, dass oben die Sterne sind.
    Sie fangen will ich, will es so sehr,
    und laufe den Sternen doch bloß hinterher.

    Ich will den Glauben nicht verlieren:
    Es geht um Mehr als nur Funktionieren

    Diesen Weg beim Namen nennen,
    macht die meisten Menschen lachen.
    Doch ich werd zum Zielband rennen!
    Was soll ein Typ wie ich sonst machen?

    Lauf ins Leere. Laufe blind.
    Ich weiß, dass oben die Sterne sind.
    Sie fangen will ich, will es so sehr,
    und laufe den Sternen doch bloß hinterher.

    Alle Leute, scheint mir, schrauben
    sich aus Abfall gülden Kälber.
    Irgendwas, um fest zu glauben.
    Ich glaube nur mir selber!

    Ich hab Zeit, ich fänd es schön
    Dich nur einmal lächeln sehn.

    Blick ins Vergangene sollte man lassen.
    Wer kann das Absurde in Worte fassen?

    Ich seh meinen Freunden ins Gesicht.
    Sie laufen auch! Und wissen's nicht!

    Mädchen! Du bist wahrlich bei Leiben …
    Und siehst dabei verdammt gut aus.
    Ich würd auch gerne bei dir bleiben.
    Doch ich renne und du weißt
    dass ich nicht einmal selber weiß
    was ich dabei finden will.

    Also sei nun endlich still!

    Ich denke.

  13. #38
    andere/dimension
    Laufkundschaft

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Du kannst dein ganzes Leben laufen,
    auf Wüstensand, auf Teer und Eis,
    doch lass dir Zeit auch zum Verschnaufen,
    bewege dich nicht nur im Kreis

    und achte stets, auf deinen Wegen,
    was links und rechts am Rande blüht,
    so kommt dir jenes Glück entgegen,
    das sich nicht eines Schrittes müht.

  14. #39
    kls
    Laufkundschaft

    Gedichte aus dem Keller (Blues)

    Vor geraumer Zeit, damals, als ich süße 50 Jahre jung gewesen war, aber dennoch schon vorsorglich leicht altersschrullige Attitüden kultivierte, bin ich das Thema: 'Man braucht nur etwas Geduld um all die Zwecklügen zu entlarven, die sich positiv über das Altern äußern' noch anders angegangen. Nicht unbedingt viel besser aber echter, ehrlicher weil ohne empathischen Kotau vor den Erwartenshaltungen des Lesers. Glaube ich jedenfalls, könnte natürlich aber auch völlig anders sein. Der eingebildete (in doppelter Bedeutung), über die Schulter guckende Kritiker hat meines Erachtens mehr Literatur auf dem Gewissen, als Marcel Reich Ranicki. Doch vielleicht hilft der imaginäre Mitleser auch, sich etwas mehr Mühe zu geben, genauer zu schreiben und vor dem Aushängen die Dienste einer Rechtschreibprüfung in Anspruch zu nehmen. Vielleicht? Ich jedenfalls GLAUBTE an mich – inzwischen glaube ich allerdings, dass das auch meine einzige Leistung war, nämlich immer dann noch an mich zu glauben, wenn der Glauben an mich damit drohte, jetzt aber mangels Nachweis in seinerFunktion nachzulassen.

    Trage ein Stigma im Gesicht,
    ein Schild, wo draufgeschrieben steht:
    'Schwierig, kompliziert – also Vorsicht!'
    Ein Kainsmal, das nicht mehr vergeht.

    Die Seele? Fata Morgana. Tränenblind.
    Sie irrt durch leere Räume.
    Wo sie wohl geblieben sind,
    staubbedeckte Reste alter Träume?

    Rieche nach verlor'ner Schlacht,
    fragt mich wer was sag ich: 'Nein!'
    Hab zuletzt als Kind gelacht,
    bin Einseinundachtzig klein.

    Weiß nichts von Morgen, oder Gestern.
    Glaub nicht an Gut, glaub nicht an Schlecht.
    Kenn keine Brüder, keine Schwestern.
    Trau keiner Willkür, keinem Recht.

    Hunde bellen, Kinder weinen.
    Kumpels schlagen einen Bogen.
    Keine Frauen mehr für keinen.
    Blues hat mich noch nie belogen.

    Das Weltall spinnt! Und ich bin alt.
    Immer noch ganz schön verwirrt.
    Langsam wird’s von innen kalt.
    Verstand auch den Verstand verliert.

    Ein letzter Zorn, wie angedroht?
    Welke Träume klagen an.
    Sitze neben Loch im Boot,
    kann kein bisschen, was ich kann.

    Ins Leere laufen ist das Ziel.
    Träume meine Wirklichkeit.
    Und mehr gibt’s nicht. Oft zu viel!
    Wirklichkeit? Heißt Wirklichleid.

    Hm... Das waren einst mal zwei Gedichte. Der Versuch sie an einander zu pappen ist zu auffällig.

  15. #40
    andere/dimension
    Laufkundschaft

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Es holpert ein wenig, wirkt dafür aber sehr authentisch. Was mir fehlt ist ein Fazit, wie es z.B. hier...

    http://www.orbit9.de/wissen/noch-einmal-leben

    ....zu finden ist

    So mancher geht in seinem Elend auf und findet gerade darin seine Erfüllung...das bleibt bei deinem Lyrischen _Ich ein Geheimnis

  16. #41
    kls
    Laufkundschaft

    Noch schlechtere Gedichte

    Ob Borges oder sonst wer, das Fazit lautet: Alterssuade!

    Verpassten Changen hinterher zu jammern, ist doch bloß eine altersbedingte Sicht auf früher, ein Bedauern, wenn man plötzlich feststellt, dass die Jugend ein recht recht flüchtig Gut ohne Eigenleistung ist, obwohl ... selbst wenn man 50 Jahre lang 20 Jahre alt sein dürfte – man würde es noch nicht mal registrieren, denn das wäre einem ja der Normalzustand.

    Ein ähnliches Thema las ich Letztens: Wie alt muss man sein, um endlich unvernünftig sein zu dürfen. Leonard Cohen hätte mit 80 nach 30 Jahren Abstinenz wieder das Rauchen angefangen. Warum erst mit 80? So lautet die Frage von Winnemuth.

    Meine Frage ist eine völlig andere: Was hat man mit 80 noch von Unvernunft?

    Ich jedenfalls fing gleich nach der Geburt damit an, unvernünftig zu sein und war bislang auch ganz gut in darin. Klar, das Ein- oder Andere hätte ich wohl besser unterlassen, nur schreckt mich die Vorstellung, was ich anstelle dessen wohl angestellt hätte.

    Deswegen ist mir mein Blick zurück ein wenig peinlich. Fettnäpfchen, in welche ich nicht voller Begeisterung hüpfte, fallen mir nur wenige ein. Mein Resüme: Das Leben ist sinnlos, das ist sein Sinn.

    Und weil es so schön ist, hier eines meine schlimmsten Gedichte. (Zu singen zur Melodie von: 'Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt 'ne kleine Wanze.'):


    Ich liebe meinen Garten,
    mit seinen 1.000 Arten.

    Leider lieb ich ihn einseitig.
    Die Natur selbst macht ihn streitig!

    Jede Menge Brenneseln,
    die mich täglich mehr einkesseln.

    Pflanzen da und Pflanzen hier,
    dazwischen allerlei Getier.

    Läuse saugen an der Pracht,
    scharf von Ameisen bewacht

    Und dann knabbern auch noch Schnecken
    an den Trieben, weil die schmecken.

    Hats nicht Wanzen, hats nicht Läuse,
    hat's hier jede Menge Mäuse.

    Maulwurf macht Topographie.
    Heimlich Nachts! Tags sehe ich'n nie.

    Oben auf der der Efeuhecke
    lauert schon die kleine Zecke.

    Warum sie dennoch Nymphe heißt
    finde ich besonders dreist.

    Wenn ich 'ne echte Nymphe hätt,
    Wär sie zu mir mir besonders nett.

    Nymphen saugen nicht am Blut,
    sie saugen dort, wo es auch gut tut.

    Der kleine Prinz meint Ober schlau
    Jeder wisse doch genau:

    Wer die Schmetterlinge will
    hält von Raupen auch ganz viel.

    Natur ist prima, ist ganz toll.
    Doch häufig nur sternhagelvoll.

  17. #42
    andere/dimension
    Laufkundschaft
    Meine Frage ist eine völlig andere: Was hat man mit 80 noch von Unvernunft?
    --------------------------------------------------------------------------
    Wie vernünftig oder unvernünftig unser Handeln oder Unterlassen ist, stellt sich immer erst im Nachhinein heraus.
    So wird das, im Nachhinein als solches identifierte, unvernünftige Handeln, irgendwann zum vernünftigen Unterlassen (Lerneffekt/Weisheit)
    Deshalb spricht man im Alter nicht mehr von der Vernunft, sondern von der Weisheit. Ein 80-jähriger, der in seiner Jugend niemals unvernünftig handelte, hat im Alter noch (theoretisch) alles an Unvernunft. Wobei man berückstichten muss, dass nicht alle falsche Entscheidungen von einem selbst getroffen werden müssen - man kann auch von Anderen lenen. Einzige Ausnahme ist die vom Testosteron abhänge Vernunft bzw Unvernunft - um diesen Faktor verringert auch das Potential an Unvernunft.

    Achte mal darauf - wir unterstellen meist nur dem jungen bis mittelalten Menschen vernünftig gehandelt zu haben, weil wir es bei ihm nicht für selbstverständlich halten.
    Der junge Mensch muss die Situation in Gedanken durchspielen ... um zu einer möglichst vernünftigen Entscheidung zu kommen, während der alte Mensch Erfahrungen abruft.
    Der Alte ist weise, der Junge vernünftig. Es gibt Menschen, die wir trotz ihrer jungen Jahre als weise bezeichnen. Diese haben meistens schon mehr "durchlebt" als es alterstypisch ist.

  18. #43
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Dummheit ist also eine Charakterschwäche, die sich bei häufigerer Nutzung ins Positive wandelt? Haaaaach! Dahaaaaaas! Wähäääääärh! Schöhöhön. :)

    Man muss in keiner Pfanne gelegen haben, um über Steaks zu schreiben. Aber probieren sollte man schon mal.

  19. #44
    andere/dimension
    Laufkundschaft

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Der Mangel an Weisheit ist kein Indiz für die Dummheit, aber ein Hinweis auf fehlende Erfahrungen. Dumm ist "nur", wer trotz aller Erfahrungen diesen Mangel nicht beheben kann.

  20. #45
    Mitgestalter
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    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Zitat von KLS:

    "Dummheit ist also eine Charakterschwäche, die sich bei häufigerer Nutzung ins Positive wandelt?"

    Dummheit ist also eine Charakterschwäche, die sich bei häufigerer Nutzung des Gehirns ins Positive wandelt!

    Daneben:

    Lieber Herr Karl,

    du bist am 30.6.2015 keine 80 geworden. Trotz Deiner vorherigen Ankündigung des denkwürdigen Tages habe ich die "Ode an die Altersweisheit" vorsätzlich unterlassen. Schön, dass du seither um gefühlte 15 Jahre weiser geworden zu sein scheinst.

    "Was hat man mit 80 noch von Unvernunft?"

    Besser spät, als nie. Glückwunsch zur Wiederauferstehung. Mir fehlte die Unvernunft Deines grundsätzlichen "Nein" zu jeder Form von Gedanken grundsätzlich schon ein wenig. Der Sinn des Universums ist es, zu allem JA zu sagen, was unser Wunsch ist. Der Unsinn der Unvernunft liegt darin, grundsätzlich Nein zu allem zu sagen, bevor eine Erfahrung gelebt wurde.

    Die verpassten Chancen sind ein Indiz für die Blumen, an denen wir unbeachtet vorbeigegangen sind. Würdest Du dich jetzt wieder 15 Jahre jünger fühlen, wäre es halb so wild. Du fragst dich eigentlich, warum dein Bewusstsein nicht altert.

    So kurz, wie du durch andere Gärten gehst, nimmst du aber eine Menge Eindrücke auf, für einen 15 Jahre Jüngeren, als der du dich fühlst.

    Du bist konkret jetzt das Beste, was dir jemals passiert ist. Allerdings entfällt es Dir absichtlich.

  21. #46
    kls
    Laufkundschaft
    Wenn wem aus Alters- und ähnlichen Gründen,
    kein Sündigen mehr möglich ist,
    muss er sich halt etwas Anderes finden ...
    Und ich empfehle: „Werd' Moralist!“

    Man kann sich nämlich auch seine Moral
    durch Neigung zum Schlau-schwätz erwerben.
    Das klappt bei fast allen und fast jedes mal.
    - Ob Dinge dabei auch besser werden?

    Wer niemals voll Stoff gesündigt hat,
    kann Anstand erst gar nicht begreifen.
    Dann sündigt er Anstand! Ich finde, das hat
    noch nicht einmal Stil – Ihr Pfeifen!

    Ach, und wie wäre es mit: "Wer weiß schon, wofür es gut ist?"

    Du weißt genau, dass ich meinen Geburtstag in der Horizontalen verbrachte, was mich dermaßen schaffte, dass es 4 Tage dauerte, aufzustehen.

    Doch, ja, das bedauere ich ein wenig. Man kann mit 65 Jahren die Sau zwar immer noch rauslassen, man hat nur wesentlich mehr Probleme als früher dabei, sie auch wieder einzufangen.

    Ansonsten möchte ich Dir versichern: Ich lebe zwar nicht die 'Besten Jahre Meines Lebens', nein, in solchem Ausmaße kann ich mich einfach nicht verarschen, aber es sind schöne Jahre mit schönen Momenten und wenig Sorgen. Kein falscher Ehrgeiz, irgendwem irgendetwas zu beweisen, außer mir selber, dass ich mir nichts mehr beweisen muss.

    In der Retrospektive: Ich habe nicht Alles falsch gemacht! Na gut, vielleicht hätte ich öfter Klavier schreiben, Texte spielen, nette Mädchen nackig lesen und mehr gute Bücher ausziehen sollen, aber wer nicht?

  22. #47
    Mitgestalter
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    AW: Schlechte Gedichte und rausreden

    Füll nicht das Leben mit Jahren,
    sondern die Jahre mit Leben.

    Eine geistig wache Gesellschaft fällt nicht vom Himmel,
    Sinn von Kommunikation ist die Entwicklung,
    Unterscheidungsfähigkeit ist gefragt,
    Du folgst den Plänen deines Egos.

    Bist Du nicht erfüllt von purem Leben,
    wird´s auch im Tod nichts andres geben.
    Das Ego spricht, bevor es bricht:
    Suche, aber finde nicht.

  23. #48
    kls
    Laufkundschaft

    Die Ausreden werden nicht weniger

    Das ist doch unsere philosophische Antipodale: Du bist mit dem Fluch gesegnet zu glauben, man müsse nur genug über das Leben herausfinden, (und den anderen erklären) um einen Sinn dahinter zu erkennen.

    Und ich bin mit dem Fluch gesegnet zu glauben, dass es keinen Sinn dahinter gibt, und bin auch zu stolz, mir das Gegenteil und irgend einen Sinn bei biegen zu lassen. Bei der bislang schieren Menge an Fehlinterpretationen, ist die Wahrscheinlichkeit, wieder einer aufzusitzen, doch äußerst wahrscheinlich.

    Lass die Moleküle rasen
    was sie auch zusammen knobeln,
    lass das Tüfteln, lass das Hobeln,
    heilig halte die Ekstasen (Morgenstern?)

    Auch die Wissenschaft kann zu einer Ideologiefalle werden – das Leben passt nicht in Schubladen. Die Schönheit von Erkenntnis und Wissen in allen Ehren, … aber hier kommt der Poet in Formulierungsschwierigkeiten: Auch wissenschaftlich 'dumme' Naturen können des Lebens Sinn leben. Oder ist ein erfülltes Leben etwa eine Erfindung der Aufklärung? Nicht erkennen, durchschauen gar, sondern leben. Ohne mystischen Firlefanz, mysteriöses Geheimwissen, sondern durch schlichte Akzeptanz vom Sein.

    Allerdings muss ich noch ein kleines, mieses Geheimnis loswerden. Nicht sehr klein, aber durch und durch mies: 'Das Universum entstand aus Liebe!'

    (Und zwar, weil ich das mal so entschieden habe!)

  24. #49
    Mitgestalter
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    AW: Die Ausreden werden nicht weniger

    Der Mensch muss bei dem Glauben verharren, dass das Unbegreifliche begreiflich sei, es würde sonst nicht forschen. (Goethe)


    Gedicht von Wolfgang Kyber

    Immer wieder und wieder
    steigst Du hernieder
    in der Erde wechselnden Schoß,
    bis Du gelernt hast, im Licht zu lesen,
    dass Leben und Sterben eins gewesen
    und alle Zeiten zeitenlos.
    Bis die mühsame Kette der Dinge
    zum immer ruhenden Ringe
    in Dir sich reiht,
    in Deinem Willen ist Weltenwille,
    Stille ist in Dir
    -
    Stille
    -
    und Ewigkeit.

    (Du könntest also recht haben, dass Du das so entschieden hast)

  25. #50
    kls
    Laufkundschaft

    Ich kann noch schlechter!

    Gedankenflug auf Kanapee.
    Hoffend auf Gedicht Idee.

    In gehobenem Jargon,
    nannte man sowas Chaiselongue.

    Ob Garnitur, Couch, Récamière,
    Ottomane? Pah! Ich lieg hier!

    Sofa ist mein wahrer Diwan
    (Und meine Muse Eriwan):

    Im Prinzip – so wahr ich lüge,
    dir gebührt Cäsarenliege!

    Wer sonst würde sich noch traun
    morgens schon aufs Ohr zu haun?

    Ein Cäsar unter den Ästheten
    (Ein Morpheus unter den Poeten.)

    Bevor ich mich mit Musen streite
    Drehts mich auf die and're Seite.

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