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Thema: Kategorie: Schlechte Gedichte

  1. #51
    kls
    Laufkundschaft

    Ich werde immer besser schlechter

    Über das Volkswissen

    Lautstark ruf ich in den Wald.
    Was mir danach rückwärts schallt,
    hört sich an wie Gipfelrauschen.
    - geh ich halt an Wänden lauschen ...

    Die verhalten sich normal.
    Ach, es ist schon ein Skandal:
    Keine Grube selbst gegrubt,
    jemals mich verschlingen tut.

    Auch zum Brunnen geht er nicht
    der Krug, - bis er zerbricht.
    Spar den Groschen? Liegt mir fern:
    Sparen ist nicht mehr modern.

    'Keinem bloß kein Leid zufügen.'
    'Ehrlich sein und niemals lügen.'
    Tja, das wäre wirklich schön.
    Doch - wie bitte - soll das gehn?

    Angesicht von meinem Schweiß,
    soll ich essen. Ist doch Scheiß!
    Dekadent? Degeneriert? Moment ... sofort ...
    „Hedonistisch!“ ist das Wort.

    Homo homini lupus est!
    So war's, so wird es immer sein.
    Stell nur schwer bedauernd fest:
    Am Ende nutzt auch kein Latein

    All die Sprüche meiner Jugend.
    über Anstand, über Tugend.
    über Wahrheit, Gott, Moral,
    können mich gemeinsam mal.

    Bitte keine Rückschlüsse auf meinen Geisteszustand ziehen. Unnormal ist bei mir normal.

  2. #52
    Mitgestalter
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    AW: Ich werde immer besser schlechter

    Es ist ein Zustand keines Geistes,
    Illusion des Egos kranke Brut.

    Selbst ist das Selbst und fand,
    die Ebbe geht, es naht die Flut.

    Freude ist ein ewig Tropfen,
    fließt und nährt der Seele Blut.

    Hoffnung ist der Sonne Licht,
    gehört dazu des Herzens Mut.

    Düsternis und Dunkelheit,
    fördern blind und kalte Wut.

    War nicht so, wie´s Ego dachte,
    es ist schon alles und war gut.

  3. #53
    Plagiatus Maximus
    Laufkundschaft

    Original und Fälschung

    Die Zwangsneurose (kls)

    Heilig sei uns die Neurose,
    wenn sie uns am meisten spinnt!
    Frei von jedem Alltagslose
    unser wahres Selbst bestimmt.

    Fröhlich lebt sie die Blamage
    steter Souveränität.
    Zeigt authentische Courage,
    die zum Mitmachen einlädt.

    Dieser Reim sei ihr zum Ruhme,
    spart dem Dichter Kompetenz.
    Lieber heute als postehume ...
    Das ist davon die Essenz!



    Die Unterhose (Morgenstern)

    Heilig ist die Unterhose,
    wenn sie sich in Sonn und Wind,
    frei von ihrem Alltagslose,
    auf ihr wahres Selbst besinnt.

    Fröhlich ledig der Blamage
    steter Souterränität,
    wirkt am Seil sie als Staffage,
    wie ein Segel leicht gebläht.

    Keinen Tropus ihr zum Ruhme
    spart des Malers Kompetenz,
    preist sie seine treuste Blume
    Sommer, Winter, Herbst und Lenz.

  4. #54
    kls
    Laufkundschaft

    Wahr und Weise, Klug und Schlau, Dumm und Unerfahren, Alt und Sen-/debnil.

    Zitat Zitat von andere/dimension Beitrag anzeigen
    Der Mangel an Weisheit ist kein Indiz für die Dummheit, aber ein Hinweis auf fehlende Erfahrungen. Dumm ist "nur", wer trotz aller Erfahrungen diesen Mangel nicht beheben kann.
    Dann bin ich ebent dumm: Es sind nicht die 'Erfahrungen', die mich zu halbwegs vernünftigem (weisen?) Verhalten zwingt, sondern die Materialermüdung, wie man es nennen würde, falls ich ein Flugzeug wäre. Wenn ein Kater 100 Stunden dauert, ist er 3 Stunden Spaß nicht wert. Wenn ich 14 Tage lang Schlafmohntee trinke, brauche ich Wochen, bis sich mein internes Belohnungssystem wieder an seinen eigentlichen Job erinnert. Also trinke ich nur einmal im Jahr zwei Tage lang, die allerdings auch mal so lange wie zwei mal drei Tage fauern können.

    Außerdem kenne ich jede Menge Leute, die mit jede Menge Erfahrung im Steigern ihre nach oben offenen Dummheitsscala angeben.

  5. #55
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Wahr und Weise, Klug und Schlau, Dumm und Unerfahren, Alt und Sen-/debnil.

    Die Materialermüdung führt im besten Falle zur Gelassenheit, die dann fälschlicherweise von Außen als Weisheit wahrgenommen wird.
    Sie kann aber auch zur Gleichgültigkeit bzw. zur Resignation führen.

  6. #56
    Mitgestalter
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    AW: Was aus guten Gedichten werden kann...

    Original

    Fest gemauert in der Erden

    Steht die Form, aus Lehm gebrannt.

    Heute muß die Glocke werden.

    Frisch Gesellen, seid zur Hand.

    Von der Stirne heiß

    Rinnen muß der Schweiß,

    Soll das Werk den Meister loben,

    Doch der Segen kommt von oben.



    Gibt selten Gedichte im Futur, daher die Glocke mal als Zukunftsversion:




    Der Ton


    Fest gemauert in der Erden

    wird die Form entstehen, aus Lehm gebrannt.

    Zukunft kann die Glocke werden.

    Frisch Gesellen, seid bald zur Hand.

    Von der offnen Stirne heiß

    wird rinnen uns der blanke Schweiß,

    Soll das Werk den Meister zünftig loben,

    Ton, der kommen wird von oben.

  7. #57
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    AW: Was aus guten Gedichten werden kann...

    Fest gemauert in der Erden

    wird die Form entstanden sein, aus Lehm gebrannt.

    Zukunft wird die Glocke geworden sein.

    Frisch Gesellen, ward zur Hand gewesen.

    Von der offnen Stirne heiß

    wird geronnen sein der Schweiß,

    Soll das Werk den Meister zünftig gelobt haben (werden?),

    Ton, der gekommen sein wird von oben.



    Sorry für die schlechten Gedichte...

  8. #58
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Ich finde es gut, wenn Denkmäler gestürzt werden. (Oh komm her, Du neunte, meine letzte Symphonie und lass Dir zart in die Seiten greifen - Autor vergessen.)

    Jetzt noch im Konjunktiv?

    Fest gemauert in den Erden
    könnte die Form ... ?

  9. #59
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Festgemauert in der Erden,
    stünd' die Form, aus Lehm gebrannt,
    sollte eine Glocke werden,
    reichten Helfer ihre Hand.

    Von der offnen Stirne heiß,
    könnte rinnen dann ihr Schweiß.
    Würd' das Werk den Meister loben,
    Käm' der Segen wohl von oben.

  10. #60
    kls
    Laufkundschaft

    Ding-Dong

    Ihr seid gut! Wundervoll! Schiller, sei stiller! Will er? Dank sehr.

  11. #61
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Ding-Dong

    Tief bedauert, hier auf Erden,
    steht van Elst, von Gott gebrannt,
    sollte uns ein Vorbild werden,
    edelmütig und charmant.


    Von der hohen Stirne, heiß,

    dürftel rinnen nun sein Schweiß.
    Musste Besserung geloben,
    sonst verbannt ihn der da oben

  12. #62
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    AW: Ding-Dong

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen


    Tief bedauert, hier auf Erden,
    steht van Elst, von Gott gebrannt,
    sollte uns ein Vorbild werden,
    edelmütig und charmant.


    Von der hohen Stirne, heiß,

    dürftel rinnen nun sein Schweiß.
    Musste Besserung geloben,
    sonst verbannt ihn der da oben

    Tief ummauert, hier auf Erden,
    steht die Form, von Gott erkannt,
    soll sie nach dem Vorbild werden,
    edel, gütig, Licht - entbrannt.

    Von der innren Sonne heiß,
    dürfte blinken nun ein Schweif.
    Ton um Ton, könnt Licht nun loben,
    Glocke kündet es von Oben.

    Hilf Form nun, reiner Ton zu werden,
    steht freudig Mensch an Gottes Hand,
    als Raupe waren wir auf Erden,
    wenn Schleier vor Vergebung schwand.

    Ein Schmetterling, ein Schmetterling,
    Glocke münd in Formes Ton,
    die Raup nicht dieses ewig Ding,
    denn lobend Meister wartet schon.

  13. #63
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Ach Schiller

    Einsam kauernd, hier auf Erden,
    von Gefühlen übermannt,
    übst Du diesen Herr zu werden,
    hast sie noch nicht anerkannt.

    Von den Wangen, kreideweiß,
    fließen Tränen, bis zum Steiß.
    Hoffnung, die dein Herz gewoben,
    willst Du aus dem Amt jetzt loben.

    Doch merke: Was wir nicht bereiten,
    das quält uns ewig, immerfort.
    Nun geh, Du musst den Weg bestreiten,

    sonst steht am Ende nur das Wort.

    Was wir gemeinsam nicht vollbrachten,
    das wollten wir auch nur bedingt,
    so lass uns mit Respekt betrachten,
    was laut einst war, nun leise klingt.
    Das ist es, was uns Menschen ziert,
    die freie Seele, der Verstand,
    auch wenn die Liebe sich verliert,
    die Zukunft bleibt in unsrer Hand.

    übst Du diesen Herr zu werden,
    Diese Passage wurde andernorts bemängelt, da es sich bei den Gefühlen um eine "Sache" handelt und somit der Genitiv richtig wäre.---also "dieser Herr zu werden". Nach den Regeln der Rechtschreibung stimmt das auch...ist aber gleichzeitig auch ein Musterbeispiel...warum nur sehr selten aus einem Deutschlehrer auch ein guter Lyriker wird. Ein Lyriker, der das Gefühl zu einer Sache degradiert...nur um irgend welchen schwachsinnigen Regeln gerecht zu werden...der sollte seine Feder abgeben. Nicht die Sprache versklavt den Lyriker - der Lyriker versklavt die Sprache.

  14. #64
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    AW: Ding-Dong

    Könnte man nicht sagen:

    Übst Du, ihrer Herr zu werden?

    Oder bringt das Rhythmus und Reimform durcheinander?

    "Ihrer" könnte die innere Dualität weiter fassen, als der deklinierte, bestimmte Artikel.

    Daneben verliert sich die Liebe nicht, sie wird nur immer wieder von Agst überdeckt.

    Wenn ich nicht meine eigene Sprache auszudrücken suche, versklave ich mich - schön gesagt.

    Sprache ist ein Medium. keine statisches Konzept. Sie verändert sich und die künstlerische Freiheit schafft sich Räume für Träume.

    Von Dir oder von Schiller? OBIwohl, gäb´s da einen Unterschied?

  15. #65
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    Übst Du, ihrer Herr zu werden?
    -----------------------------------

    Ja, das passt prima. Der Rhythmus bleibt erhalten, es fügt sich ins Bild - und stempelt die Gefühle nicht zur Sache ab. Danke!

    Einsam kauernd, hier auf Erden,
    von Gefühlen übermannt,
    übst Du, ihrer Herr zu werden,
    hast sie noch nicht anerkannt.

    Von den Wangen, kreideweiß,
    fließen Tränen, bis zum Steiß.
    Hoffnung, die dein Herz gewoben,
    willst Du aus dem Amt jetzt loben.

    Doch merke: Was wir nicht bereiten,
    das quält uns ewig, immerfort.
    Nun geh, Du musst den Weg bestreiten,

    sonst steht am Ende nur das Wort.

    Was wir gemeinsam nicht vollbrachten,
    das wollten wir auch nur bedingt,
    so lass uns mit Respekt betrachten,
    was laut einst war, nun leise klingt.
    Das ist es, was uns Menschen ziert,
    die freie Seele, der Verstand,
    auch wenn die Liebe sich verliert,
    die Zukunft bleibt in unsrer Hand.


    Edit. Mit freundlicher Unterstützung von WirSindIchBin

  16. #66
    kls
    Laufkundschaft

    Die Freiheit über dem Nebel

    Leicht recycelt und gekürzt.

    Ich habe mir Wolkenkuckucksheime
    zur Heimat erwählt, und dort
    schmiede ich meine blöden Reime,
    denn dort ist die Welt ein besserer Ort.

    Ich bin nicht Retter, bin auch kein Richter
    und kann Euch bloß in Nichts unterrichten.
    Bin weder Held, noch Recke - nur Dichter,
    und Dichter sind die, die andauernd dichten.

  17. #67
    Kalu
    Laufkundschaft

    Neulich im Theater

    Direktor zieht den Vorhang zu

    Freunde, dieses Stück ist Aus!
    Schluss! Finito! Sense! Basta!
    Raus mit Euch! Geht brav nach Haus.
    Meinetwegen: Vista la hasta!

    Schicht im Schacht!
    Ist echt genug!
    Gute Nacht!
    Abflug!

    Doch Ihr lest ja immer weiter,
    hoffend auf ein Resümee,
    welches lustig, froh und heiter ...
    Also Leute … Also Nee.

    Schicht im Schacht!
    Ist echt genug!
    Gute Nacht!
    Abflug!

    Es reicht. In Maßen. Pah und Püh!
    Seid Ihr immer noch am Lesen?
    Tschüss und Rien ne va plus.
    Punktum und ist gut gewesen.

    Schicht im Schacht!
    Ist echt genug!
    Gute Nacht!
    Abflug!

  18. #68
    Kalu
    Laufkundschaft

    AW: Neulich im Theater

    Und plötzlich diese wahre Stille,
    meiner Worte Echo hallt.
    Ja, so geht’s, so wars mein Wille!
    Dann bis später – oder bald.


    Licht im Schacht!
    Genügend genug!
    Laut gelacht!
    Gut das tut.


    Fortsetzung?

  19. #69
    Kalu
    Laufkundschaft
    Denk' ich an Deutschland in der Nacht.
    (Nö. Sorgen hab ich kaum bis keine)
    Bin ich nicht um den Schlaf gebracht.
    (Mein Name ist nicht Ha-Punkt Heine)

    Keine heißen Tränen fließen.
    Muttern ist schon lange tot.
    Und das lässt auf Deutschland schließen:
    Wie geht’s? Wie steht's? - Und auch im Lot?

    Von oben lächelt es nur mild.
    So lach doch auch, geliebter Sohn.
    Alles und mehr - gar nicht so wild.
    Denn so war es immer schon.


    Ich bin ein harmloser Spinner. Klar? Ich habe nicht den Anspruch den Durchblick gepachtet zu haben und will auch niemanden bekehren. Ich drücke mich nur aus – wie andere ihre Pickel.

    Ernsthafte Menschen finden mich unmöglich, fühlen sich sogar oft von meiner 'Laissez Faire' bedroht, selbst wenn ich nur fröhlich bin, was mir auch nicht immer so leicht fällt.

    Ich geh keinem auf den Leim!
    Ich mach mir 'nen eignen Reim:
    Schwarzes Denken wie Gewitter,
    die Logik scharf, die Worte bitter,
    schleicht empor und hoch und höher,
    der Verzweiflung immer näher?

    Ich denk' nur: Wenn es so ist,
    bevor es meine Seele frisst,
    will ich keine Zeit verlieren,
    innen drin nicht ängstlich frieren.
    Lustig dichten wie zuvor!
    Das nennt sich, glaube ich, Humor.

    In Zusammenarbeit mit Wilhelm Busch, der davon aber nichts weiß.

  20. #70
    Kalu
    Laufkundschaft

    Gedicht über Bekanntes

    Geht die Liebe über'n Deister,
    wird’s dem dööfsten Willi klar,
    dass der zuvor benutzte Kleister
    nicht genügend haftend war.

    Man sollte auch vor dem Verkleben
    die Teile waschen. Du fragst: „Wie?“
    Empfehle Äther, sonst klebst's daneben.
    So ist das Leben – Tel Aviv.

    Die Sollbruchstellen nicht vergessen,
    denn den Brei, den man gerührt,
    muss man später selber fressen.
    Du siehst ja selbst wohin das führt.

  21. #71
    Kalu
    Laufkundschaft

    Morgens ist der Tag schon im Eimer

    (Opa-räpp)

    Der Tag, erbricht
    an.
    Grelles Licht
    dann …

    … klopft das Herz,
    Depression,
    Rückenschmerz,
    Konfusion.

    Aufsteh'n!
    Hinken!
    Klo geh'n!
    Stinken!

    Herrjemine ...
    Echt wahr?
    Kein Kaffee?
    Wunderbar!

    Mein Abspann
    im Kino.
    Irgendwann
    wie ein Dodo,

    ausgestorben.
    Vielleicht
    schon morgen.
    Es reicht!

  22. #72
    Kalu
    Laufkundschaft

    Opa reflektiert

    Opa Pscht im Spiegelland
    plötzlich fand,
    dass was völlig Stille stand,
    die Bewegungen erstarrt.
    „Hum.“ Er kratzt sich seinen Bart.

    Der laut knistert, könnt man meinen.
    Alleinen,
    Opa trägt gar keinen.
    Egal, nicht im Detail verlieren.
    Der ganze Raum ist voller Schlieren,

    und ein großer Knochenmann
    schleicht sich an,
    und dann
    wird uns folgerichtig klar,
    dass Opa wohl gestorben war.

    „Nein.“, spricht das Gerippen,
    ohne Lippen.
    „Ich nehm dich auf die Schippen.
    Nur die Zeit steht etwas still.
    Und zwar deshalb, weil ich will."

    "Denn ich hätte da 'ne Frage.
    Fast 'ne Klage.
    Also sage,
    mir: Was ist das nur?
    Knoten in der Eieruhr?"

    Hält das Leben in der Hand.
    Sand
    fließt über'n Rand,
    wie nach oben,
    geschoben.

    Engel jubeln Sphärensound.
    Opa staunt.
    Ist auf einmal gut gelaunt:
    „Irrtum im Computer?
    Heb dich fort, mein Guter.“

    „Du liegst leider voll daneben.
    Mein Leben
    ist mir nicht von dir gegeben.
    Du bist bloß ein blöder Flop
    Such dir einen neuen Job.“

    Der Tod denkt sich nur: Großer Mist
    Damit Ihr's wisst:
    Wenn Opa nicht gestorben ist,
    lebt er wohl noch heute.
    Tja, so ist das, liebe Leute.


  23. #73
    Kalu
    Laufkundschaft

    Schiller wäre entsetzt

    Ich habe den Humor verloren.
    Ich weiß nicht wann, ich weiß nicht wie.
    Einst quollt er mir fast aus den Ohren;
    ich lebte hemmungslos Manie.

    Mir war das Elend dieser Welt
    ganz egal weil anderswo.
    Ich lachte laut, war Antiheld
    und faul - und meines Lebens froh.

    Leider fing ich irgendwann,
    ich weiß nicht wo, auch nicht warum,
    scheinbar mit dem Denken an,
    und erkannte: „Ich bin dumm!“

    Doch die An'dren sind nicht besser.
    Überall nur Katastrophen.
    Man bekämpft sich bis aufs Messer.
    Deshalb hier als letzte Strophen:

    Humpa-Humpa, Jupheidie,
    Grödelgnurf! Ka-Penk! Trarie!
    Ramba-Zamba, Lalle-Lüll?
    Uffa-Uff und Galle-Güll …

    Öttel-möttel – Gladelzack!
    Riedel-Radel, Zackel-Hack.
    Bums-A-Bumm! Eckeckeck!
    Zicke-Zacke. Recken-Dreck.

    Das ist albern, scher dich fort,
    blöde Muse. Scherzt im Flachen!
    'Onomatopoesie'. Schon das Wort
    reizt den Dichter nicht zum Lachen.

  24. #74
    Kalu
    Laufkundschaft

    Nach einer Idee von Georg Harrison

    Du magst das Pferd zur Tränke bringen,
    doch kannst es nicht zum Trinken zwingen.

    Ein Freund von mir fährt Geisterschiff.
    Manche segeln – er rammte ein Riff.
    Ich sagte: „Mirakel! Komm wir gehn raus.“
    Er drehte sich um und sein Hirn auf 'Aus'!

    Du magst das Pferd zur Tränke bringen,
    doch kannst es nicht zum Trinken zwingen.
    Alles liegt offen, so lass uns doch singen.

    Jemand, den ich liebe hat einen Klaps.
    Mancher sucht Wahrheit – er sucht Schnaps.
    Ich sagte: Wir haben doch Fantasie.
    Er aber liebt ein Glas voll mit Whiskey.

    Du magst das Pferd zur Tränke bringen,
    doch kannst es nicht zum Trinken zwingen!

  25. #75
    Kalu
    Laufkundschaft

    Schräge Selbstwahrnehmung

    Ich bin 'n Einpersonenstaat,
    der Flippigsten Allerflippigster!
    Mit Bundestag und Bundesrat,
    und Außen- nebst Innenminister!

    Mein Finanzhaushalt ist pleite!
    Negativetat! Unterschuss! Entlassung!
    Statt aufwärts geht es in die Breite.
    Ja, so steht's um die Verfassung.

    Und was macht mir das Soziale?
    Oder gar der Kriegsminister?
    Ach, das ist ja das Fatale -
    diese sind mir wie Philister

    Nur im Reden sind sie Meister:
    Oh mein Gott, was mach ich bloß!
    Die ich rief die Geister,
    werde ich nie wieder los.

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