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Thema: Kategorie: Schlechte Gedichte

  1. #1
    kls
    Laufkundschaft

    Post Kategorie: Schlechte Gedichte

    Was bitte ist an folgendem Gedicht denn so grottenschlecht?


    Weil mir aus Alters- und anderen Gründen
    Nicht mehr so stark nach Sündigen ist
    Musste ich mir etwas Anderes finden
    Zum Zeitvertreib "Ich wurd' Moralist"...

    Man kann sich nämlich auch seine Moral
    Durch Neigung zum Laster erwerben.
    Denn: Wir zahlen alle und zwar jedes Mal
    DAS lässt uns anständig werden...

    Wer vormals voll Stoff gesündigt hat,
    kann Anstand erst richtig begreifen
    Dann sündigt er Anstand - Das hat
    Wenigstens Stil. Ihr Pfeifen!

  2. #2
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte (II)

    Nichts ist daran schlecht. Nur, es ist kein Gedicht. Wollte es eines sein, würd' ich es nicht so nennen wollen, und ich hätte Streit mit dem Autoren.

  3. #3
    kls
    Laufkundschaft
    Nichts ist daran schlecht. Nur, es ist kein Gedicht.


    Was denn dann? Es reimt sich doch.

    Wollte es eines sein, würd' ich es nicht so nennen wollen, und ich hätte Streit mit dem Autoren.
    Seit wann scheut denn ein Robertus ein fein gewetztes Zünglein? Ich habe hier nun mehrmals zu hören bekommen, dass meine Gedichte nichts taugen. Anderswo bekomme ich positive Rückmeldungen und nun weiss ich nicht, was ich glauben soll.

    Einerseits besitzt Robert deutlich die Qualifikation Poesie zu beurteilen, andererseits kann ich mir doch nicht jahrelang selber Einen in die Tasche gelogen haben. Ich zerfalle langsam. Aber wenns denn nutzt... Alles für die Kunst!

    Was also ist schlecht an dem o.s. Gedicht? (Bis auf die Wortwiederholung "anderes" in der ersten Strophe, muss lauten "alters- und aehnlichen Gründen")

    Los Robert oder wer auch immer. Tu mir weh. Warum finde ich o.s. Gedicht brauchbare Haushaltsware und die Anderen grottenschlecht?

    [..] Da niemand reagierte, muss ich davon ausgehen, für unwürdig befunden worden sein. "Keine Antwort traegt ihre eigene Botschaft in sich", oder wie der Spruch auch immer heissen mag.

    Sieht nicht so auss, ob ich jemals dahinter kommen werde... K.L.

  4. #4
    Liz
    Laufkundschaft
    Du löntroopiger Kukak [kls schrieb zeitweise unter dem Pseudonym Kukack Löntroop] mußt Dich aufdrängen,um regelrecht niedergemacht zu werden.
    Versuchs mal!

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    Original erstellt von Kukak Löntroop:
    Was bitte ist an folgendem Gedicht denn so grottenschlecht?
    Was bitte ist an einer Grotte so schlecht?

    M

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Eine Grotte geht tief in die Erde, nicht immer nur in die Vertikale. Also, man könnte sie als Metapher für die fehlende Bodenhaftung, eine Art von Diesseitsverweigerung und Abduckerei verwenden, zudem schwingt da noch die versuchsweise Aufreibung fehlender Schärfe im Reich des Tiefen, Metaphysischen, Aufgewühlten mit, ein unsichtbares Vergrummeln im Berfge. Das erklärt dieses Präfix, nix da mit eineiiger Kompositionsanreihung. Bleibt das Schlechte, das nicht allein bleiben kann, es bedarf einer Sinngebung, eines Vergleiches. Stellen wir doch mal beide zusammen.

    Außerdem, als grottenschlecht würd' ich Eingangstext nicht bezeichnen, vielleicht als ein bißchen angegrottet.

  7. #7
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    Wer kennt eigentlich noch Lurchi den Salamander? Er lebte, lebt in einer Grotte.
    Wir könnten - Konjunktiv, durchaus vorstellbare Möglichkeitsform- doch jeden Monat einen Lurchi am Band für den abgrottigsten Beitrag verleihen, verbunden mit dem Schlucken von einigen Kröten.
    Ich bin mir sicher, ich hätte gewisse Chancen...weil mich niemand versteht...schluchz.

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    [..]
    Als Gedicht sehe ich das da oben nicht. Kannste in der Pfeife rauchen.
    Lieber Gruß
    M

  9. #9
    Kurzvormabschussiger
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    Post Hermann Hesse: schlechte Gedichte

    Über Gedichte (von Hermann Hesse)


    Es geht mir jetzt oft so, daß ich bei unzweifelhaft "schlechten" Gedichten eine Lust verspüre, sie zu billigen, ja zu rühmen, während die guten, ja die besten mir oft verdächtig erscheinen.
    Es ist das Gefühl, das man zuzeiten einem Professor oder einem Beamten oder einem Irrsinnigen gegenüber haben kann: Für gewöhnlich weiß man genau und ist davon überzeugt, daß der Herr Beamte ein einwandfreier Bürger, ein gerechtfertigtes Kind Gottes, ein richtig nummeriertes und nützliches Mitglied der Menschheit ist, während der Irre eben ein armer Kerl ist, ein unglücklicher Kranker, den man duldet, den man bedauert, der aber keinen Wert hat. Aber dann kommen Tage oder doch Stunden, etwa, wenn man ungewöhnlich viel mit Professoren oder mit Irren verkehrt hat, da plötzlich das Gegenteil wahr ist: dann sieht man in dem Irren einen stillen, in sich glücklichen, einen Weisen, einen Liebling Gottes, charaktervoll in sich selbst und in seinem Glauben von sich selbst begnügt - der Professor oder Beamte aber scheint einem entbehrlich, von mäßigem Charakter, eine persönlichkeitslose und naturlose Figur, von welcher zwölf aufs Dutzend gehen.
    Ähnlich also ergeht es mir zuweilen mit schlechten Gedichten. Plötzlich scheinen sie mir nicht mehr schlecht, plötzlich haben sie einen Duft, eine Eigenart, eine Kindlichkeit, gerade ihre offensichtlichen Schwächen und Fehler sind rührend, sind originell, sind lieb und entzückend, und daneben wird das schönste Gedicht,das man sonst so liebte, ein wenig blass und schabloniert.
    Bei manchen unserer jüngeren Dichter sehen wir übrigens seit Tagen des Expressionissmus ähnliches am Werke: sie machen grundsätzlich keine "guten" oder "schönen" Gedichte mehr. Sie finden, es gebe schöne Gedichte genug, und sie selbst seien keineswegs dazu geboren und in die Welt gestellt, um noch weitere hübsche Verse anzufertigen und ein von früheren Generationen begonnes Geduldsspiel weiter zu spielen. Sie haben damit vermutlich ganz recht, und ihre Gedichte klingen auch manchmal genauso rührend, wie man es sonst nur bei den "schlechten" Gedichten fand.
    Der Grund ist ja leicht zu finden. Ein Gedicht ist in seinem Entstehen etwas ganz Eindeutiges. Es ist eine Entladung, ein Ruf, ein Schrei, ein Seufzer, eine Gebärde, eine Reaktion der erlebenden Seele,mit der sie sich einer Wallung, eines Erlebnisses zu erwehren oder ihrer bewußt zu werden sucht. In dieser ersten, ursprünglichen, wichtigen Funktion ist überhaupt kein Gedicht beurteilbar. Es spricht ja zunächst lediglich zum Dichter selbst, ist ein Aufatmen, sein Schrei, sein Traum, sein Lächeln, sein Umsichschlagen. Wer wollte die nächtlichen Träume der Menschen auf ihren ästhetischen Wert und unsere Hand- und Kopfbewegungen, Gebärden und Gangarten auf ihre Zweckmäßigkeit hin beurteilen?! Das Wickelkind,das den Daumen oder die Zehe in den Mund steckt, tut ebenso klug und richtig wie der Autor, der am Federstiel nagt, oder der Pfau, der seinen Schweif ausbreitet. Keiner von ihnen tut besser als der andere, keiner hat mehr recht, keiner weniger.
    Manchmal geschieht es nun, daß ein Gedicht außer dem, daß es den Dichter entspannt und befreit, auch noch andere erfreuen, bewegen und rühren kann - daß es schön ist. Vermutlich ist das dann der Fall, wenn das, was es ausdrückt, etwas vielen Menschen Gemeinsames, bei allen Mögliches ist. Aber gewiß ist dies keineswegs.
    Hier beginnt nun ein bedenklicher Kreislauf.. Weil "schöne" Gedichte den Dichter beliebt machen, darum kommen nun wieder eine Reihe von Gedichten zur Welt, welche nichts als schön sein wollen, die gar nichts mehr wissen von der ursprünglichen, urweltlichen, heilig - unschuldigen Funktion des Gedichtes. Diese Gedichte sind von allem Anfang an für andere gemacht, für Hörer, Leser. Sie sind nicht mehr Träume oder Tanzschritte oder Schreie einer Seele, Reaktion auf Erlebnisse, gestammelte Wunschbilder oder Zauberformeln, Gebärde eines Weisen oder Grimasse eines Irren - sie sind bloß noch gewollte Erzeugnisse, Fabrikate, Pralines für das Publikum. Sie sind gemacht worden, um verbreitet und verkauft zu werden und von den Käufern zur Erheiterung oder Erhebung oder Zerstreuung genossen zu werden. Und gerade diese Art von Gedichten findet Beifall. In sie muß man sich nicht ernsthaft und liebevoll hineinversetzen, von ihnen wird man nicht gequält und erschüttert, sondern kann ihre hübschen, maßvollen Schwingungen bequem und lustvoll mitschwingen. Diese "schönen" Gedichte nun können einem zuzeiten ganz ebenso entleiden und zweifelhaft werden wie alles Gezähmte und Angepasste, wie die Professoren und Beamten. Und manchmal, wenn einem die korrekte Welt recht zuwider ist, dann hat man die Neigung, Laternen einzuschlagen und Tempel anzuzünden, und die "schönen" Gedichte bis zu den heiligen Klassikern hinauf schmecken an solchen Tagen alle ein wenig wie zensuriert, wie kastriert, wie allzu gebilligt, allzu zahm, allzu tantenhaft. Dann wendet man sich zu den schlechten. Dann ist einem überhaupt keines schlecht genug.
    Aber auch hier lauert Enttäuschung. Das Lesen schlechter Gedichte ist ein überaus kurzfristiger Genuß, man hat schnell genug davon. Aber wozu dann lesen? Kann nicht jedermann selbst schlechte Gedichte machen? - Man tue es, und man wird sehen, daß das Machen schlechter Gedichte noch viel beglückender ist als sogar das Lesen der allerschönsten.

  10. #10
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    Post dejavu

    da ist er wieder,
    der Platz, auf dem einer
    mit seinem Hund
    Kunststücke -,
    da sind sie wieder,
    die Weinberge, die eine Ordnung
    der Hügel am Fluß und
    Quell dionysischer Nächte -,
    da ist sie wieder,
    die Burg, das Relikt aus
    fernen Tagen, nur heute
    keine Flagge mehr ihre Zier -
    da sitze ich wieder
    in einem Zug, den ich
    gar nicht gewählt und so
    hinausgeschleudeter Funke
    aus einem Vulkan -,
    da brennen die alten Gedanken ab und
    über die Asche fegt der Wind!

  11. #11
    Tochter aus gutem Hause
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    hm. formal ists ein gedicht.
    inhaltlich wenden sich die ersten wohl ab, weils nicht von poetischer stimmung getragen, sondern gedankenlyrik. es wird erklärt, warum der exzessive sünder letztlich, bei seinen grenzüberschreitungen von moral, direkt in ihr landen muß.
    das tun viele aber auch, gedankenlyrik schreiben.
    die nächsten wenden sich ab, weil es nicht verdichtet ist, sondern auswalzt. es erklärt in drei strophen dreimal das gleiche. da genügte ihnen eine.
    ich bin nicht für installateursverdichten. mein dicht muß von ganz nahe hingehen (büchner) kommen. das tuts nur in der ersten strophe:
    die melancholie des explizit genannten "ich", mangels mittel zur sünde moralisch werden. das ist in meinen augen doch einen lyrischen seufzer wert.

    trotzdem ist auch der nicht so gut, weil er sich von sich selbst distanziert, eine gleichgültige maske aufsetzt. versuchs mal mit einem haiku - dort findest du alles: weniger worte, melancholische stimmung, distanzierung, die seufzend bleibt. allerdings mußt du da etwas konkretes finden - die wörter: "sünde" und "moral" können keine haiku tragen.

    das schlechte an der grotte rührt vom männlich platonischen standpunkt: jede königin der nacht ist verdächtig! "kicher"

  12. #12
    Gast
    Laufkundschaft

    JA!! i love the Rechtschreibfehler haha

    ....was es nicht alles gibt:



    weißt du jacki es tut mir manchmal richtig weh

    wen ich dich mit ihm lachen seh

    da könnt ich voll weinen

    dan kan auch die sonne scheinen

    ich kan so einfach nicht mehr leben

    meine gefühle sind total am beben

    und mein herz ist ganz leer

    manno warum ist es den so schwer

    dachte wir sind freunde auf allerzeit

    und das jeder stehts beim anderen bleibt

    was ist bloß mit unserer freundschaft passiert

    wir beide sind einzelt durch leben maschiert

    hab dich richtig vermisst

    un manschmal siogar ein bild von dir gekisst

    tränen liefen

    da wo alle schliefen

    den keiner außer du weiß das ich einen weichen kern habe

    und du weißt bitte sage

    Sage esnicht weiter meinte ich zu dir

    und du hilst immer zu mir

    das gedicht ist nicht lang und auch nicht toll

    aba damit sage ich dir ich brauche dich voll!!

  13. #13
    rodbertus
    Laufkundschaft

    JA!! i love the Rechtschreibfehler haha

    ja, von den üblen ist es ein richtig gut übles

  14. #14
    kls
    Laufkundschaft
    Ja, das bislang beste Schlechteste. Ich neige demütig mein Haupt und gebe mich geschlagen. :wasgeht?:

  15. #15
    Kurzvormabschussiger
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    Ich finde, Kukak hat zumindest einen Trostpreis verdient, denn er hat immerhin gleich dreimal voll ins Näpfchen getreten: Erstens bei seinem Nick (Warum wohl muss ich da an Eutertiere auf Marschwiesen denken?), zweitens bei seinen Reimen und drittens bei seinem Gegenstand: Das Thema des Sünders, der zum Moralisten wird, ist so alt wie die Menschheit und jedenfalls gründlichst ab- und ausgelutscht.

  16. #16
    kls
    Laufkundschaft
    Päh, Herr von und ab und zu Ofterdingen. Und außerdem wäre ich dankbar für noch nicht ab- und ausgelutschte Themen.

    ...Brot und Bier, Lieb und Treu
    und das wäre auch nicht neu.

    Dieses zeigt, dieses zeigt,
    dass der Dichter besser schweigt. (frei nach Morgentau oder Ringelsocke)

    ...und den Trostpreis willich auch nich ham...

  17. #17
    Kurzvormabschussiger
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    so arm. mußten sie auch einmal so hausaufgaben machen, hm.
    jemandem, der komplimente fischt, mit einem trostpreis zu kommen ist höchst unsensibel.

  18. #18
    Kurzvormabschussiger
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    Post Kein Gedicht

    Zitat Zitat von Kukak Löntroop
    Was bitte ist an folgendem Gedicht denn so grottenschlecht?


    Weil mir aus Alters- und anderen Gründen
    Nicht mehr so stark nach Sündigen ist
    Musste ich mir etwas Anderes finden
    Zum Zeitvertreib "Ich wurd' Moralist"...

    Man kann sich nämlich auch seine Moral
    Durch Neigung zum Laster erwerben.
    Denn: Wir zahlen alle und zwar jedes Mal
    DAS lässt uns anständig werden...

    Wer vormals voll Stoff gesündigt hat,
    kann Anstand erst richtig begreifen
    Dann sündigt er Anstand - Das hat
    Wenigstens Stil. Ihr Pfeifen!

    Auch, wenn es mir jetzt gebricht,
    es ist in der Tat kein Gedicht,
    es hat das Zeug zu einer Ballade,
    doch zu kurz, drum ist es schade,

    getrautest du dich, zu vermehren,
    uns weitere Zeilen zu bescheren,
    stünde der Ballade nichts im Wege,
    doch bis dahin steht sie träge.

  19. #19
    kls
    Laufkundschaft

    Lauter Ruf nach Stille! (Alarich, mir graut vor dich)

    Hab es satt! Bin's echt leid!
    Ständig hör' ich eure Nöte
    als Heldenepos! Lang und breit,
    sobald ich vor die Türe trete.


    Leute reden furchtbar gern.
    Rücken mir dicht auf die Haut.
    Machen dabei schrecklich Lärm.
    Sind ununterbrochen laut.


    Hör von Sorgen. Hör von Wut.
    Hör von Liebe, Lust und Leid.
    Hör von Kriegen, brauner Brut.
    Hör nur Scheiße. Jederzeit!


    Zeichnet mal ein schönes Bild:
    'Good news' sind: 'Die wir verpassten!'
    Trag ich hier etwa ein Schild:
    'Dein privater Kummerkasten?'


    Suche nach dem roten Knopf.
    Oder nach 'ner Guillotine.
    Kein Geist, kein Hirn, mit ohne Kopf,
    egal ob Mensch oder Maschine...


    Kein Knopf, kein Schalter und kein Beil.
    Und am liebsten würd' ich schrei'n!
    Feige dreh ich um und eil
    in meiner Bude, schließ mich ein.


    Frieden kämpft um seine Zeit.
    Stille kommt! Ich hör es rauschen.
    Ruhe macht sich lärmend breit.
    Wer nur Ohren hat zu lauschen...


    Greife ich nach diesem Schweigen.
    Zieh es an, als würde Stille
    einem dicken Mantel gleichen,
    den ich gleichsam um mich hülle.

  20. #20
    kls
    Laufkundschaft

    Mein Tagewerk

    Der Dichter zieht ein Langgesicht.
    „Ach. Her-je.“ und rauft die Haare.
    Doch selbst als ein Schandgedicht
    ist das wirklich nicht das Wahre.

    Der nächste Vers: „Klio, komm her!
    Du Rühmende! Ich schreib Gedichte.
    Hilf mir!“ Doch die ziert sich sehr:
    „Meine Neigung ist Geschichte“

    Melpomene? Flüsterst du mir was?
    Du Singende! Du bist doch magisch.
    Die versteht auch keinen Spaß:
    „Ich mach' immer nur auf Tragisch.“

    Terpsichore? So als Götterfunken?
    Du Tanzende! Ich stell mir vor -
    Und ich würd dann freudentrunken ...
    „Was willst du mit Lyrik im Chor?“

    Thalia! Inspirier mir! Sofort und hier!
    Du Lachende! Es ist sehr wichtig.
    Komödien sind dein Metier.“

    „Bei mir, da liegst du endlich richtig.“

  21. #21
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Mein Tagewerk

    verseramponierowitzsch
    schlag mir doch gleich ins gesicht!

  22. #22
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    8

    AW: Kategorie: Schlechte Gedichte

    krottenschlecht, kommt schließlich von Kröte.
    und ja, es ist grottenschlecht.

  23. #23
    kls
    Laufkundschaft

    Post Kategorie: Schlechte Gedichte

    Und ich schreibe die traditionellen Worte nieder, gemäß der Prophezeiung. Und es ist gar von nur geringer Bedeutung, dass jene Prophezeiung erst vor fünf Minuten offenbar wurde. So aber soll es sein, denn siehe, auch Traditionen müssen irgendwann einmal anfangen. Fürwahr. Bei meiner Treu.

    Zweiflerblues

    Descartes zupft den Bart:

    Allein schon, nur um sicher zu geh'n,
    muss man ständig hinterfragen.
    Zweifeln, stutzen, zerren, dreh'n,
    stülpen und ganz anders seh'n.
    Wohl auch mich! So lass dir sagen:

    Chor singt das Mantra der Neinchen:

    Lass dir niemals etwas sagen!
    Glaube nie dem ersten Schein!
    Hör nicht auf 'Warum' zu fragen!
    Trau dich staunend Zweifel wagen!
    Trau dich deutlich „Nein!“ zu schrei'n!

    Kleines Kind trällert:

    Hüpf nicht auf der Hühnerleiter.
    Tanze stets den eig'nen Tanz.
    Sei gescheiter,
    glaub nie weiter,
    als du's notfalls werfen kannst.

    KLS Fasst zusammen:

    Wahrheit? Wird schon schwer vermiest.
    Glaub nur halb, was man so hört.
    Nichts von dem was du so siehst,
    gar kein bisschen was du liest,
    und Descartes dir beschwört.

  24. #24
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Renommee-Modifikator
    25

    Red face Lebensgewißheit

    Die wesentliche Erkenntnis des Descartes: Nicht der Zweifel ist das Fundament, sondern das cogito, denn nur daraus ist das Sichere zu folgen, das ergo sum.
    Wer sich seiner selbst gewiß ist, der darf an allem zweifeln - es ist ja dann ein Zweifeln an der Nebensächlichkeit, ergo Spaß. Wer steigt schon gern von einer Hühnerleiter herunter, wenn er auf ihr gefüttert wird?

  25. #25
    kls
    Laufkundschaft

    Wir fragworten, Sie anten!

    Natürlich ist mir bewusst, dass er nicht das Zweifeln als Lebenssinn lobpreist, sondern die Antworten auf die Fragen, die sich aus dem Zweifeln ergeben – mit ein wenig Glück und Ausdauer. Hoffe ich zumindest. Behaupte ich mal so. Glaube ich einfach. Vielleicht zu Recht?

    Ich habe einen Bekannten, einen sehr belesenen. Zitiert ständig aus irgendwelchen Büchern. Selbst Krischnamurti, der schrieb, dass kein Geschriebenes zur 'wahren' Wahrheit führen kann, hat ihn nicht daran hindern können.

    Aber den Papalagi hat er nie gelesen. Also sprach Tuiavii: „Das runde Metall und das schwere Papier, das sie Geld nennen“ sei „die wahre Gottheit der Weißen“. Diesem Gott allein gelte ihre Aufmerksamkeit. Der Häuptling bezeichnet das Denken der Europäer als schwere Krankheit. „Wenn einer viel und schnell denkt, sagt man in Europa, er sei ein großer Kopf. Statt mit diesen großen Köpfen Mitleid zu haben, werden sie besonders verehrt. Die Dörfer machen sie zu ihren Häuptlingen, und wohin ein großer Kopf kommt, da muss er öffentlich vor den Menschen denken, was allen viele Wollust bereitet und viel bewundert wird. Wenn ein großer Kopf stirbt, dann ist Trauer im ganzen Land.“

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