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Thema: noch ohne titel - iii

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    Post noch ohne titel - iii

    noch ohne titel - iii.

    IST DAS EIN SCHREI. DA IST EINE HILFLOSE. HEILLOSE. EINE EINSAME
    er warf die Zeitung. wütend. vor sich auf den Tisch. schob sie. um den Abstand zu dem Gelesenen zu vergrößern. mit den Händen. von sich. dann sah er auf. wütend. er suchte jemanden. mit dem er streiten konnte. fand nur mich. ich war allein mit ihm. im wohnzimmer.
    das ist ein Jahr her. nein. es ist September. schon eineinhalb Jahre. mindestens.
    zum letzten Mal bin es ich. von dem ich schreibe. gleichzeitig ist es das Ereignis. das Bewegung. alles. brachte. der Anfang meines neuen Lebens.
    meine Eltern hatten mich zum Mittagessen eingeladen. ich erinnere mich. es gab falschen Hasen und Erbsen. Nudeln. dann Schokoladenmus. ich war zu früh. ich saß neben Vater auf der Wohnzimmercouch. blätterte. in einer Fernsehzeitschrift. gelangweilt.
    er wurde nicht oft wütend. wenn er die Zeitung las. quittierte die Nachrichten mit Nicken. selbstzufrieden. für ihn waren die Neuigkeiten des Tages die Bestätigung. er hatte schon immer gewußt. wie es zuging in der Welt. zornig wurde er nur. wenn seiner Meinung nach falsch über das III. Reich geschrieben wurde. das war allerdings immer der Fall. er war Augenzeuge. wußte alles. besser.
    diesmal lagen die Dinge anders. er fühlte sich durch einen Artikel im Lokalteil angegriffen. persönlich. ich konnte ihn in diesem Fall sogar verstehen. er saß neben mir. wohlgenährt. hieb mit der Faust auf den Tisch. zweimal. besann sich. nahm einen Schluck aus seiner Bierflasche. ruhig. ein Tropfen. schaumig. rann ihm über das Kinn. den Hals hinab. er schien ihn nicht zu stören.
    das ist seltsam. er ist in meinem Gedächtnis. lebendig. ich denke gerade. die Beerdigung war nur ein Trick von ihm. er lebt noch. in einem Land unerkannt. in mir selbst. vielleicht.
    seine Augen hatten sich damals bereits in ihre Höhlungen zurückgezogen. tief. sie lagen im Schatten. dunkel. sie allein erzählten von seiner Krankheit und dem Tod. die Augen. müde. abgeklärt. seine Körpersprache. aufgebracht. wirkte dem Eindruck entgegen.
    ich kannte den Grund seines Zorns. ich hatte den Artikel bereits am Morgen gelesen. mich mit gemischten Gefühlen zu Vater gesetzt. er hörte Bruckner. in die Zeitung vertieft war er bereits bei den Sportnachrichten angelangt. ihn trennten nur ein paar Bögen mit Anzeigen vom Lokalteil. ich wollte aber nicht bei Mutter in der Küche bleiben. der ich war ständig im Weg. sie wußte nur den neuen Klatsch über die Schwangerschaft meiner Schwägerin. komplex. schwierig. und gleichzeitig wehleidig. Mutters Hauptthema. da war mir Vater lieber. wenn er klassische Musik hörte. war er schweigsam. gutgelaunt.
    ich hoffte. das Essen wäre fertig. bevor er zur die letzen Seite käme. oder er würde seine Entrüstung für sich behalten. doch diese Attacke konnte er nicht verdauen.
    hast du das gelesen. fragte er. es hörte sich an wie. hast du das geschrieben.
    ich nickte.
    der Soldatenverein. in dem Vater Mitglied war. wurde im Verfassungsschutzbericht als verfassungsfeindliche Vereinigung aufgeführt. der Stadtrat hatte deshalb beschlossen. bei der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal am Volkstrauertag eine Abordung des Vereins nicht zur Feier zuzulassen. daneben stand ein Leitartikel. der die Entscheidung begrüßte. nachdrücklich. und von den ungestraft unter uns lebenden Mördern der Waffen-SS sprach.
    ich glaube. Vater hat sich nicht wegen der Entscheidung der Stadt getroffen gefühlt. die er schon erwartet hatte. er war auch nicht aus politischen Überzeugungen Mitglied des Vereines. vielmehr wegen der Geselligkeit und den Kegelabenden. regelmäßig. eingetreten.
    es war das Wort Mörder. mit dem er bezeichnet worden war. das ihn getroffen und eine Wunde. tief. innerlich. aufgerissen hatte. die nie heilen konnte. die aber nach außen verschorft war.
    ich stellte mich auf einen Disput mit ihm ein. in der Richtung etwa. die Waffen-SS wäre keine Verbrecherorganisation. sondern nur eine Kampftruppe wie alle anderen gewesen. normal. zwar ein Eliteverband. hatte aber nie etwas mit Konzentrationslagern zu tun. Das waren die Totenkopfverbände von Himmler. nicht die Waffen-SS. Soldaten wie andere auch.
    ich hatte das tausendmal von ihm gehört. vor allem. wenn er getrunken hatte. mich interessierte nicht die Kollektivschuld dieses Verbandes an Kriegsverbrechen. das war ein Problem für Historiker.
    dahinter versteckte sich Vater. mich beschäftigte immer nur er selbst. seine Schuld. seine Unschuld.
    aber er erstaunte mich. in ihm war etwas vorgegangen. das Wort Mörder hatte etwas ausgelöst. eine Erinnerung. quälend.
    er begann. erst stockend und unsicher. er berichtete von einem kameradschaftsabend. damit verband sich ein Kriegserlebnis. es war ein Kreis. These und Antithese. ohne Lösung. er gab viel von sich her. es war das einzige Mal.
    es war ein Kameradschaftsabend seines Soldatenvereines auf Landesebene. man traf sich in einem Lokal eines kleinen Städtchens am Rhein. dessen Namen ich längst vergessen habe. wenn ihn Vater überhaupt erwähnt hat. man wollte bei Kaffee und Kuchen und gutbürgerlichem Abendessen Geselligkeit üben. Vorstände und Schatzmeister wählen. da Mutter so etwas zu langweilig erschien fuhr Vater allein. gleichzeitig fand im selben Lokal in einem anderen Raum ein Treffen von ehemaligen elsässischen Angehörigen der LVF. der Legion des Volontaires francais statt. das war eine unter Marschall Petain rekrutierte Freiwilligenarmee zur Unterstützung der Deutschen in Rußland. im Vorfeld war bereits vergeblich versucht worden. diese beiden Treffen zu verhindern. da beide Vereine ordnungsgemäß angemeldet waren und der Wirt. ein Stadtrat des CDU. auf keinen Fall auf seinen Profit verzichten wollte. war aller Widerspruch vergebens gewesen.
    Deshalb hatten Bürgerinitiativen. DGB. Jungsozialisten und Grüne eine Kundgebung organisiert. viel Polizei war da. verhinderte. den Sturm der Demonstranten auf das Lokal. einhundert Leute ungefähr. die Wut dieser Menschen war ehrlich. einen schwülen Nachmittag lang hatten sie die Unbequemlichkeit auf sich genommen und versucht. die Treffen mit Gesängen. Gedichtrezitationen. Ansprachen und Sprechchören zu stören. jetzt waren viele heiser. ermüdet. gereizt. Sie empfanden das Polizeiaufgebot als Provokation. ganz vorn standen ein paar ältere Männer. die KZ-Häftlingskleidung trugen. ob sie Sinti. Homosexuelle. Zwangskastrierte. Juden. politisch Verfolgte waren. weiß ich nicht. es waren Menschen. Opfer. den erneuten Anfängen wehren. sie diskutierten erregt mit den Uniformierten. die sich hinter ihrer Pflichterfüllung verschanzten. sonst waren hauptsächlich junge Leute da. unbequem wollten sie sein. diesen Verbrechern ihre Meinung ins Gesicht schreien.
    doch die Ewiggestrigen hielten die Fenster geschlossen. zeigten sich nicht. obwohl sie sich nicht wohl in ihrer Haut fühlten. mein Vater gab zu. er hatte vor dem Mob da draußen Angst. versuchten sie dennoch. ihr Programm zu erledigen. abzuhaken. trotzig. sie entwickelten eine Fröhlichkeit. hysterisch. obwohl ihre Redner sehr laut sprechen mußten. um die Störungen von außen zu übertönen. sie beendeten ihr Treffen früher. als sie ursprünglich wollten. nach dem Abendessen kam der Moment der Stille. es wollte keine Stimmung entstehen. kein Erinnern an die ach so guten Kriegszeiten. weinselig. alle saßen sie auf ihren Stühlen. verschächtert. voller Furcht. selten äußerte sich einer zu den Sprechchören. hastig. zornig. sie drangen durch die geschlossenen Fenster. durch die zugezogenen Vorhänge zu ihnen. ddann war da diese unausgesprochene. unein-gestandene Angst..
    Schließlich entschloß man sich doch. es gemeinsam zu versuchen. die Versammlung jetzt aufzulösen. hinauszutreten zu den Protestierenden. als sie nach draußen kamen. unsicher auf dem von der Polizei geräumten Platz vor dem Lokal standen. nicht mehr als zehn Männer. begann einer der älteren Demonstranten ein Wort zu rufen. das sofort von der Menge aufgegriffen wurde. wütend. endlich sah man den Feind von Angesicht zu Angesicht.
    Mörder. wie eine Explosion löste sich die aufgestaute Emotion aus hundert Kehlen. die abschirmende Polizeikette. die beschäftigt war. einen Durchgang für die Eingekesselten zu schaffen. wankte.
    langsam. man hat Stolz. traten die alten Männer. die ehemaligen Soldaten der Waffen-SS. durch die entstandene Öffnung. mitten durch die Reihen der brüllenden Menschen. Vater war bemüht. hielt sich in der Mitte. haßerfüllte Demonstranten versuchten nach ihm zu greifen. ihn. den sie Mörder schimpften. zu berühren. ganz so. als müßten sie sich überzeugen. es gab ihn tatsächlich.
    dann riß die Kette. zwei der Polizisten stolperten. wurden zu Boden gerissen. dieses Wort. das die Menge rief. wurde zu einem Aufschrei. Triumph. Vater rannte. so schnell er konnte. das war vielleicht wirklich das klügste. er spürte einen Hauch Wut in seinem Nacken. das machte ihm Beine.
    seine Kameraden waren tapferer oder möglicherweise auch nicht so schnell. bevor die Polizisten eingreifen konnten. fielen einige der Demonstranten über die alten Nazis her. als die Polizei das Handgemenge endlich trennte. waren zwei der Kameraden durch Schläge zu Boden gegangen. einer hatte eine tiefe Stichwunde im Oberschenkel. er hatte viele um sich herum mit seinem Blut besudelt.
    Vater war schnell ein gutes Stück entfernt. nur eine junge Frau gab die Verfolgung nicht auf. stumm. hartnäckig. blieb sie auf seiner Spur. beide waren längst in einen gemächlicheren Dauerlauf gefallen. der beider Atem zuträglicher war. ich kann nicht sagen. warum sie ihn noch verfolgte. Vater hielt nicht an. er sah sich nicht um. wähnte sich noch immer von einem größeren Trupp gejagt. schließlich ermüdete die Frau doch. sie blieb stehen. nach Atem schnappend. rief. als würde sie um Hilfe schreien.
    Mörder. du Mörder. bleib doch endlich stehen.
    Vater sah sich um. verharrte erstaunt. der Abstand zwischen den beiden betrug weniger als zehn Meter. sie waren allein auf dieser Straße.
    Mörder. wiederholte sie. du verdammter Mörder.
    bei den letzten beiden Wörtern brach ihr die Stimme. jetzt weinte sie fast. Vater hielt seine stechende Seite. die Frau. sagte er erstaunt zu mir. die war in deinem Alter. sie könnte meine Tochter sein.
    er wußte nicht warum. aber in diesem Moment nahm er ihren unerhörten Vorwurf ernst. er glaubte ihr den Ernst ihres Anliegens. weil sie ihm über ein so lange Strecke gefolgt war.
    wissen sie überhaupt. was sie da sagen. rief er zurück.
    wer sind sie. wollen sie denn mein Richter sein.
    genau das hat er zu ihr gesagt. wollen sie mein Richter sein. ich an ihrer Stelle hätte diese Frage bejaht. wie gerne wäre ich an ihrer Stelle gewesen. was war das für eine Gelegenheit. warum hat Vater mir nie diese Frage gestellt. warum gab er mir nie die Chance. ihn zu richten.
    ich hätte den ersten Stein geworfen.
    die Frau jedoch verließ der Mut. ihr Zorn war verraucht. nachdem sie ihren Mörder vor Gesicht hatte. der ein Mensch. ein Vater war. sie wand sich um und ging. ohne noch einWort zu sagen.
    damit hätte für Vater die Angelegenheit erledigt sein können. doch der Vorwurf der Frau hatte eine Erinnerung in ihm geweckt. die er lange vergessen geglaubt hatte. die jedoch. in seinem Unterbewußten versteckt. weiter in ihm arbeitete. als er zum Bahnhof ging und später. im Zug. der ihn durch die Nacht nach Hause brachte. hatte er beständig das Erlebnis von damals vor Augen.
    damals wurde er als Achzehnjähriger in der Apokalypse von Berlin eingesetzt. um das Leben jener Ungeheuer. die ihn um seine Jugend betrogen hatten. ein paar lächerliche Tage verlängern zu helfen. er war einer von denen. die für ihren Führer gern gestorben wären. schon die geographische Nähe zu ihm erfüllte Vater mit Ehrfurcht. jung. wie er war. führte er wegen seines Status als SS-Mann bereits einen Trupp Soldaten zu verbissenen Straßenkämpfen gegen russische Stellungen und Panzer.
    kurzfristig von seinem Trupp getrennt. rennt er durch ein Wäldchen. dort. am Tiergarten. in der Nähe wird geschossen. es riecht nach Rauch. die Russen sind schon Unter den Linden. aus den wenigen übrig gebliebenen. zerschossenen Häuserruinen wehen weiße und auch rote Fahnen. die einen verräterischen runden. helleren Fleck in ihrer Mitte aufweisen.
    auf einer kleinen Lichtung. einer Kreuzung von zwei Kieswegen. stößt Vater fast mit einem russischen Soldaten zusammen. der aus einer anderen Richtung gerannt kommt. kaum zwei Meter trennen sie. sie verharren. nur ein Reflex. eine kurze Feuergarbe der Maschinenpistole genügt. sie zerfetzt die Brust des Gegners. schleudert ihn in zwei ruckartigen Bewegungen zurück. zu Boden. er ist tot.
    erst jetzt sieht Vater. sieht bewußt die Leiche. die wie eine hingeworfene Marionette vor ihm liegt. der Tote ist jung. sicher. nicht viel älter als Vater damals. er ist nicht bewaffnet.
    dann wird erneut geschossen. jetzt ganz in der Nähe. Vater rennt weiter. flüchtet sich ins etwas dichtere Unterholz. am nächsten Tag wird er verwundet und gerät in Gefangenschaft. er läuft dem Feind in einem Hinterhof direkt in die Arme.
    das war es. was Vater erzählte. nahe zu mir vorgebeugt. bevor uns Mutter zum Essen rief. er brachte seine Geschichten zum Schluß nicht mehr zusammen. er hatte keine Zeit mehr. eine Konsequenz. eine Moral zu ziehen. vielleicht war er auch nicht fähig dazu. nach dem Essen machte er seinen Mittagsschlaf. als er wieder erwachte. war ich bereits gegangen.
    was mir Vater erzählt hatte. arbeitete in mir. er hatte mir sein Problem weitergegeben. aber keine Lösung. ich weiß. er wußte keine. er hatte keine Ahnung. wie er seine Vergangenheit verarbeiten sollte. ob er Mörder oder Opfer war.
    er hat nie dieses angefangene Gespräch mit mir fortgesetzt. als ich ihn das nächste Mal sah. war er wie immer. unnahbar. zynisch. krank. aggressiv gegen meine Art zu leben eingestellt. als er starb. ließ er mich mit der Frage nach der Schuld allein zurück. er stahl sich aus der Verantwortung. floh in Krankheit und Tod. alles das blieb unbewältigt in mir übrig. das konnte ich nicht einfach beiseite schieben. um zur Tagesordnung zurückzukehren.
    ir war mein Vater. wir waren verwandt und uns ähnlich.
    ist das verständlich. kann ich mich verständlich machen. ersticken nicht die Worte meine Empfindung.
    es sind nie kriminelle Neigungen in mir gewesen. für Mörder hatte ich nur Abscheu.
    das war eine billige Lüge. ich habe sie selbst geglaubt. nun. schließlich. ehrlich.
    da ich schon in dieser Stimmung bin. ein gutes Gefühl. werde ich jetzt von dem Erbe reden. endlich. das hat mein Vater mir gegeben. von ihm kann ich mich nicht befreien. selbst wenn ich nur noch Englisch rede. da ist Auschwitz und Zyklon B. das Land. das Ostfront hieß. da ist er selbst. mit der Vergangenheit. die er nie bewältigte. ich habe bis jetzt davon geschwiegen. habe mir ängstlich verboten. bin geflohen. habe verdaut. das ist das Ergebnis.
    die Gewalt ist übergegangen zu mir. vom Mörder. ich spreche es aus. vom Mörder. der mein Vater ist. gab er es mir mit seinen Genen oder mit der Hand. mit der er mich streichelte. er hat sich aus seiner Verantwortung gestohlen als er starb. er hat mich allein übrig gelassen.das letzte Wort wurde nicht gesprochen.
    daß der Soldat. durch den Wald hastend. mein Vater war. er dem anderen Soldaten begegnet. nur ein Reflex und der ist tot.
    das ist die Marionette. die ich bin. die Flucht. die scheitern muß. das Spiel. das ich verlieren werde.
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  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: noch ohne titel - iii

    moin kleiner,

    habs überflogen. keine zeit jetzt. drucke es aus. erster eindruck: glaube, es lohnt sich
    mehr später (wann ist das, hab ich ihn gefragt, er hat nur gelacht und hat später gesagt)

    lg
    e.

  3. #3
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    AW: noch ohne titel - iii

    Es arbeitet auch in mir, immer noch!

    Auch ich komme davon nicht los, so lange es noch Verwandtschaft gibt, die in Erinnerungen von Ordnung, Sauberkeit, Sicherheit und Vollbeschäftigung schwärmt. "Sieh Dir nur die heutigen Zeiten an, genauso wie damals!" Dann möchte ich kotzen. Mörder zu sagen, das traue ich mich nicht, schließlich sind meine Verwandten ehrenwerte, mitfühlende Menschen, die fast nichts gewußt, die anständig gelebt und leben, die Wohltaten tun.
    Und hätte ich mich wirklich ausgeschlossen...?
    Und es wiederholt sich, nichts wird besser. Was bewirken schon die Ideale der Dagegenschreier? Sie morden im Bewußtsein der Überzeugung, der Welt notfalls mit aller vorstellbaren Gewalt den Frieden beizubringen. Die Überzeugung bekämpft die Überzeugung, und der Sieger ist des wahren Glaubens. Mit meinen sechzig Jahren habe ich erkannt: Das war so, das ist so, und so wird es immer sein.
    Ist ein "LEIDER" angebracht?

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: noch ohne titel - iii

    Ja.
    Wenn die Eltern Gewalt heißen, dann kann das Kind keinen anderen Namen tragen.
    So einfach ist das, aber so wenige wissen es in diesen Tagen.
    [..]
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  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: noch ohne titel - iii

    liegt es am thema? an deinem schreibstil?
    auf jedenfall interessant, dein text.
    ich lese ihn übrigens so, als wäre die interpunktion korrekt, sprich ich lese über die punkte hinweg. hab mich inzwischen daran gewöhnt, was nicht heißt, dass ich es besonders gelungen finde. nein. bei mir ensteht eher der eindruck, da will sich einer wichtig machen, originell sein, oder stilistische/ inhaltliche schwächen vertuschen oder der autor hat null ahnung von kommasetzung ... was vergessen?
    finde nicht, dass der text das nötig hätte ...

    manchmal ist es mir inhaltlich etwas zu allgemein/unbestimmt formuliert, wirkt dadurch trocken ...

    fazit:
    nicht von schlechten eltern

    lg
    e.

  6. #6
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    AW: noch ohne titel - iii

    ich danke für diese ersten kommentare zu dem dritten bruchstück meiner geschichte. ich glaube, jetzt wird deutlicher, wohin ich mit ihr will.
    dieser teil war am schwierigsten zu schreiben, weil ich tatsächliche geschehnisse beschrieben habe.
    und er liegt mir am herzen.

    eulalie, lies den text wie du willst.
    ich kann dir besorgtem mädchen aber versichern, daß ich durchaus in der lage bin, meine kommata an den richtigen stellen zu setzen und einen satz grammatikalisch ordentlich aufzubauen, jedoch frage ich mich, ob das auch wirklich nötig ist, und so habe ich mich entschlossen, zu experimentieren, die äußere form zu verfremden, denn es intessiert mich, was ich mit sprache erreichen kann.
    diese versuche bezeichnest du als mißlungen. gut, ich werde demnächst einen ordentlichen text ins forum stellen, dann schauen wir mal, ob er wirklich besser ist, wenn die kommas an der richtigen stelle stehen.
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  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: noch ohne titel - iii

    sowieso.
    ich mag keine leberwurst, vom kalb nicht und beleidigte erst recht nicht!
    nächstes mal schreibe ich dir:
    nobelpreisverdächtig.
    und denke: nullschnaller.
    wollen wir uns in zukunft in der tiefebene treffen?

    zicken grüße
    e.

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: noch ohne titel - iii

    eulalie,

    sieh mich zerknirscht. nichts lag mir ferner, als dich zu kränken.
    ich bin auch nicht von deiner meinung beleidigt. ich habe sehr wohl gesehen, daß dir meine texte inhaltlich zusagen, aber mit meinen grammatikexperimenten nicht zurecht kommst.
    ist dann meine brunnengeschichte besser? sie hat kommas. oder vielleicht "spinnennetz" oder "die wahrheit...", die sicherlich konventioneller sind.
    laß uns weiter miteinander reden.
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  9. #9
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: noch ohne titel - iii

    kleinigkeit: am anfang deiner geschichte schreibst du, der vater suche jemanden zum streiten. das dünkt mich das falsche wort. es geht nicht um streit für den vater, es geht doch um viel mehr. unbedingt ändern.

    ansonsten: dein text hat mich nachdenklich gemacht. das ist ein kompliment. gern hab ich ihn gelesen. selten genug äussere ich mich zu dem, was ich in diesem forum alles lese. hier tu ichs, weil ichs will.

    und deinen stil lass ich dir gerne. aber zu jedem text passt er nicht. etwa zu diesem.

    Mr. Jones

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: noch ohne titel - iii

    Du verschenkst hier Möglichkeiten. Wie wäre es mit etwas Neuem?

    Variante A) Richtstatt Wald - ein Junge richtet einen Alten, der sich nicht verteidigt, sondern selbst anklagt, die Anklagende, die nur einem Impuls folgt, der ihr weisgemacht wurde. Sie ist verblendeter als er.
    Variante B) Das Blut rebelliert. Retrospektive. Einst verstieß er seinen Vater. Jetzt sortiert er Pakete auf Poststation 7.
    Variante C) Wir bleiben in den letzten Tagen der Menschheit und spielen Varianten des Zusammentreffens durch.
    Variante D) Wir verfolgen eine Berufsrevolutionärsfamilie. Durch die Generationen.

    Dem Poeten in mir widerstreben moralinsaure Texte.

  11. #11
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: noch ohne titel - iii

    @mr jones

    danke für dieses lob. ich weiß es zu schätzen.
    ein letztes zum stil. wenn man die drei bruchteile der geschichte liest, merkt man, dass der erzähler immer konventioneller schreibt. er ändert sich und damit seinen stil während des schreibens. dieses ändern ist die eigentliche idee der geschichte.

    @robert
    ich verschenke möglichkeiten? ich habe erzählt, was passiert ist. ich kann dir namen nennen, wenn du willst: der alte nazi, der durch den messerstich verletzt wurde, heißt buch. er war ein adjudant von himmler. heute betrachtet er sich als anthroposoph und rechnet heine nicht zur deutschen literatur.
    du siehst:
    der text ist noch nicht zuende. die geschichte hat gerade erst begonnen. lass dich überraschen.
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  12. #12
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: noch ohne titel - iii

    Wer (nur) erzählt, was passiert, der berichtet. Es bedarf schon eines Mehrs.

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