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Thema: 900 ss

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
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    900 ss

    900 SS

    So schnell als du verwelkst, wirst du erstehn
    In einem Sproß zu alter Frühlingspracht,
    Es bleibt ja dein, mag Jugend auch vergehn,
    Das frische Blut, das andern du vermacht.
    Darin liegt Weisheit, Schönheit, Lebensdrang,
    Sonst herrscht nur Wahnsinn, Alter, grauser Tod!
    Und dächten all' wie du, vom Untergang
    Wär' Zeit und Welt in sechzig Jahr bedroht.
    Wer roh und häßlich von Gestalt, laß ihn,
    Wie es Natur bestimmt, unfruchtbar enden,
    Doch du, dem sie das Herrlichste verliehn,
    Sollst ihre gute Gabe gut verwenden!
    Ihr Siegel bist du, bist von ihr geweiht,
    Ihr Bild zu prägen für die Ewigkeit!

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Exclamation AW: 900 ss

    Nun ja, Interpunktion war noch nie Deine Stärke. Irgendwann wirst auch Du begreifen, wie wichtig es ist, einen Gedanken vom anderen durch die korrekte Zeichensetzung abzugrenzen. Du willst es scharf, dann sollst Du es scharf bekommen: Hier nur eine Auseinadersetzung mit dem ersten Vers!
    So schnell als du verwelkst, wirst du erstehn
    Du beginnst mit einem Partikel, einem Vergleich. Schon frage ich nach dem Bezug, da muß ich gar nicht erst weiterlesen. SO! So so! Oder so..., wie (Verbendstellung) ohne Komma bei ausbleibendem Verb. Du setzt ein Verb, willst also an das SO eine Handlung setzen, eine diese anfassende Handlung. Da mußt Du abtrennen, weil es zwei verschiedene Dinge sind. Wußtest Du nicht, und ich soll hier keine Korinthen kacken, sagst Du. Aber genau das ist Dichtung: Genauigkeit. Was ist hier genau? Es heißt SO SCHNELL,,,,,,,, ALS DU VERWELKST! Fehlt das Komma, kann VERWELKEN keine Handlung sein, weil sich VERWELKEN dann auf DU beziehen muß, nicht auf den Vergleich. Verstehst Du den Unterschied? Verstehst Du, warum das wichtig ist, hier ein Komma zu setzen?
    Alternative: Du verzichtest auf Orthographie und Zeichensetzung und überläßt das Füllen der semantischen und syntaktischen Leerstellen Deinem Leser. (Das machen viele Unsichere so.) Wenn Du aber die Zeichensetzung benutzt, dann bitte korrekt, so, wie es sein muß. Wenn Du etwas Konkretes aussagen willst, dann benutze sie.
    Du benutzt ALS, ALS ist ein Klammerbegriff, der sowohl etwas temporär, als auch kommulativ oder vergleichend beschreibt/aufzeigt. Er ist größer ALS! So schnell WIE! Wenn Du hier ALS benutzt, dann verwirrt das. Problem: Das ALS fungiert hier sowohl als auch! Es ist auch zeitlich gemünzt. Und eben hier entsteht schon eine Ungenauigkeit. Setz doch WIE, es ist genauer und allitiert zudem mit VERWELKT!
    Weiter: VERWELKUNG und ERSTEHUNG (entstehen?) sind in einen Sinnzusammenhang gesetzt, der zusammenfällt, in einem Kontinuum bedeckt wird. Also, fünf Sekunden Verwelkung sind fünf Sekunden Erstehung?! Das ist mir zu platt. Der Prozeß des Werdens ist immer sehr viel länger als der der Blüte oder der Vernichtung.
    Aber darüber können wir reden, wenn Du Deine Syntax in Ordnung brachtest.

  3. #3
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    AW: 900 ss

    du meinst also, Robert:
    "wie" würden wir wünschen,
    als "als", als alterndes anderes,
    vielmehr,
    als "als", WIE alterndes anderes?
    hm -
    seh ich auch so,
    aber ich bin Schwabe und da heißt's auch:
    die blumen, die wo ich gesehen... -

    und, Robert:
    "Aber darüber können wir reden, wenn Du Deine Syntax in Ordnung brachtest"? -
    muß da hinten nicht statt Perfekt Imperfekt?
    oder liegts wieder an meiner sprachlichen Heimat (mir henn koin Imperfekt net dahoim...) -

    so, SP, das war jetz unhöflich, Dir gilt es ja zu antworten, mal wieder... -

    Zahlen hab ich schon wieder entdeckt, 4mal7 zuletzt (Du bist mir noch 28 Antworten auf meine 28 Antworten schuldig...), 9oo SS jetzt und weiter, sechzig Jahr... -hm - bewußt?
    Und 900 SS läßt mich sowieso im Ragen stehen.
    Ich vernahm außerdem, die Worte "Schönheit" und "Ewigkeit" - das hat mich gefreut.
    So weit erstmal.
    Erster Eindruck.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: 900 ss

    Paulchen, zitier bitte korrekt. Dort steht: Wenn Du das klitzekleine Problem mit Deiner Kommaregelung, der Groß- und Kleinschreibung und dem Satzaufbau im besonderen geklärt hast, rede ich gerne mit Dir über diese Dinge. Ist korrekt so. Im Deutschen greift die unmittelbar vergangene Gegenwart noch in die gegenwärtige ein, sogar in die Zukunft. Das unterscheidet unsere Sprache u.a. vom Latein. Daß ich die genannten Probleme unter einem subsumiere, ist Absicht. Dadurch übertreibe ich.

    Aber noch was anderes: Ich zähle 14 Verse, dazu ein Reimmuster Kreuzreim, Kreuzreim, Kreuzreim, Paarreim. Sollte mich das nicht an etwas erinnern? Aber über Vers 1 bin ich ja gestern morgen nicht hinausgekommen. Vielleicht ist es auch ein alter Text, Paul, ein ältlicher Text. Ganz früher unterschied man nicht so stringent zwischen ALS und WIE, gerade auch in Schwaben. Schiller war auch nicht gefeit, Hölderlin - weiß Gott!!

    so, SP, das war jetz unhöflich, Dir gilt es ja zu antworten, mal wieder... -

  5. #5
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    AW: 900 ss

    hm, tatsächlich, meinst gar ein Sonettchen hätt sich da eingeschlichen? - ohne die brächtigten Abschnitte, hätt ich's gar nicht so nett auf den ersten Blick als solches... -
    tja, zu knabbern gibt's auf jeden Fall!
    und ein wenig geballt scheint es mir, ein wenig zu geballt, zu schwanger - die aussagewuchtigen Substantive knüppeln beinahe Schlag auf Schlag auf einen ein: Weisheit, Schönheit, Lebensdrang, Wahnsinn, grauser Tod, Untergang, Natur, Ewigkeit etc. - da sind die 14 (2mal7...) Verse beinahe etwas zu eng, der wehrte Leser hat kaum Zeit durchzuatmen - man könnte ein Theaterstück draus machen, dehnen und strätschen... -

    bei weiterem Lesen blieb ich wieder am "als" hängen - "wie" gefiele mir schon besser, nicht aus Drang zu Wortglaubereien, nein, auch des Klangs wegen - das w kommt bei verWelkst wieder, das i bei wirst... -

    und noch ein Stein, der mich stolpern läßt:
    das Siegel!
    Spiegel w?rde auch passen, das macht's doppeldeutig -
    doch Siegel selbst ist mir etwas zu starr, zu leblos - verschließt etwas und wenn nicht mehr, so ist's gebrochen, kaputt - und wird nicht mehr erstehn... andererseits könnte man, wenn man wollte, wieder einen Hinweis auf die Zahl 7, die sieben Siegel - und dies wiederum auf das schwarze Pferd - die vier Reiter der Apokalypse... - könnte!

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: 900 ss

    Das mit SIEGEL und dem (ähnlich) passablen SPIEGEL würde den Meister erkennen lassen.

    Nominalstil, meinst Du. In der Tat, der nomen sind zu viele. So platzt die Aussage über Form und fällt nur sanft hernieder zu uns Lesenden, die wir erschrecken ob dieser Wortgewalt. So haben wir erkannt, daß es ein Sonett sein muß, dann zählen wir die Takte. Die ersten vier Verse:
    So schnell als du verwelkst, wirst du erstehn
    -'-'-'-'-'
    In einem Sproß zu alter Frühlingspracht,
    -'-'-'-'-'
    Es bleibt ja dein, mag Jugend auch vergehn,
    -'-'-'-'-'
    Das frische Blut, das andern du vermacht.
    -'-'-'-'-'

    Exakt. Aber keine Alexandriner, Jamben. Es ist kein deutsches Sonett! Unsere Sonettdichter pflegten (irrtümlicherweise) Alexandriner. Wenn es denn ein ältlicher Text sein soll! Wenn er (auf) neu gemacht ist, setzt der Dichter an anderen Traditionen an.
    Also, ich rätsle jetzt nicht länger an der Form herum. Kommen wir allmählich zum Inhalt.

  7. #7
    kls
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    Thumbs up AW: 900 ss

    Kommen wir allmählich zum Inhalt.
    Traditionalismus? Welch dröges Gereime ohne Hüpfer, schwere Worte beklagen ein dumpfes Sein, ja, ja, ist schon gewaltig.

    verwelkst, erstehn, Sproß, Frühlingspracht,
    Jugend, vergehn, Blut, das andern du vermacht (Incl. sauberen Genen, wie ich zu hoffen wage) Weisheit, Schönheit, Lebensdrang, herrscht, Wahnsinn, Alter, grauser Tod! Untergang, bedroht, roh und häßlich von Gestalt,

    So, bis dahin war es nur Scheiße. Aber der Rest gehört beim Sonnenwendefest an den Externsteinen gegrölt. Deswegen endet hier mein Kommentar...kls...

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    Angry AW: 900 ss

    Willyboy ist entsetzt.
    Am Ende siegte die Drögheit der Ignoranz.
    Tralalala mein geliebtes Vitakraft.

  9. #9
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    Angry AW: 900 ss

    tralala - is hübsch, -
    du arsch -
    tralala - is zu wenig -
    du arsch -
    tralala muß gut gesungen sein,
    du arsch -
    wohllauten, -klingen,
    ein trullala -
    zum beispiel nur... -
    hat er die samthandschuhe an?

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: 900 ss

    Lurchlings geboren in prolligem schlamm,

    schwanken halbhirne den irren voran.

    Ignoranten gebären ein mageres schwein,

    hybridisch quillt aus ihm lähmender schleim.


    XXL

  11. #11
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    Cool AW: 900 ss

    hihi -
    der provokant, der provokant,
    hält das pferdchen sacht an der hand -
    aber ach, es hat nur hufe...

  12. #12
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    Cool AW: 900 ss

    Hallo schwarzes Pferd,

    Dieser Satz im Deinem gedicht macht nicht nur kls stutzig, sondern auch mich.

    Wer roh und häßlich von Gestalt, laß ihn,
    Wie es Natur bestimmt, unfruchtbar enden,
    Wie meinst Du das? Unwertes Leben, oder so?
    Ich bin nicht der Meinung, dass nur "Gesundes" Lebensberechtigung hat. Ich glaube auch nicht, dass Behinderte Menschen zwangsläufig unglücklicher sind, weniger zu geben haben oder dass man sie vor dem Leben "bewahren" soll. Ich denke ganz im Gegenteil, dass die Menschheit wie der Rest der Natur ihre Entwicklung auch über "Fehler" macht. Und das die wichtig sind! Es sind Spektren des Lebens, nichts was es auszumerzen gilt. Ich hatte genug Umgang mit Mongoloiden. Es waren zum teil wunderbare Persönlichkeiten - auch wenn sie einen IQ von 40 hatten. Liebevoll und im tiefsten Sinne menschlich - ohne Berechnung. Rechnen können führt auch zu hässlichen Berechnung.

    Kyra

  13. #13
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: 900 ss

    Also, Karlchen, Scheiße w?rd ich das Textchen nicht nennen. Immerhin hat sich hier einer sehr ordentlich an die Form gehalten, wenn auch im ersten Vers ein antiquiertes ALS Rücklauf ständet. Boa! Sonst aber versuch Du das erst einmal hinzubekommen!

    Zum Inhaltlichen:
    So schnell als du verwelkst, wirst du erstehn
    In einem Sproß zu alter Frühlingspracht,
    Es bleibt ja dein, mag Jugend auch vergehn,
    Das frische Blut, das andern du vermacht.
    Das ist nicht übel. Also, das Sein im Dasein. Es west der Same in den Nachgeborenen. Mein Sohn, seine Augen schauen mich an. Aus den Augen meiner Tochter sehen mich die geliebten Augen meiner verstorbenen Großmutter an. Wie könnte ich da nicht an Ewigkeit, an ewige Jugend glauben? Jugend VERGEHT, kömmt aber wieder. VERMACHEN ist degoutant. Aber es verträgt sich mit dem labialen gusto des Gesamten.
    Seh ich den Text als Sonett, so ist Strophe 1 expositio, thesis. Dafür ist die Sache klar.

    Was Kyra hier an linksgrün-hyperinterpretativem Sondermüll absondert, geht mir gehörig gegen die Hutschnur. Am Ende wird man noch als Faschist beschimpft, wenn man den einen Menschen dem anderen vorzieht. Auch das wäre ja ein Verstoß gegen das Verdikt "Liebet einander alle!"

  14. #14
    Tochter aus gutem Hause
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    Question AW: 900 ss

    Darin liegt Weisheit, Schönheit, Lebensdrang,
    Sonst herrscht nur Wahnsinn, Alter, grauser Tod!
    Und dächten all' wie du, vom Untergang
    W?r' Zeit und Welt in sechzig Jahr bedroht.
    warum sechzig Jahr? Eine Generation? Menschen? Warum wäre die Zeit bedroht wenn die Menschen aussterben - sollte das so gemeint sein? Was ist mit einer Generation Goldfischen?

  15. #15
    kls
    Laufkundschaft

    Question AW: 900 ss

    Robert (an kls): versuch Du das erst einmal hinzubekommen!

    Du, ich kann ein Sonett nicht von einem Kalauer unterscheiden. Liest sich halt wie aus einem anderen Jahrhundert. Das möchte ich gar nicht hinbekommen.

    Meine Inhaltskritik nehme ich nicht zurück.

    Deine Interpretation ist nett - auch ich erkenne mich in den Augen meiner Kinder und auf den Fotographien der Vorgeborenen. Ich aber lese etwas ganz Gefaehrliches aus den Zeilen heraus. So ein Gedicht kann man nach Hitler nicht mehr schreiben. Gerade als Deutscher nicht! Basta!

  16. #16
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Angry AW: 900 ss

    Hitler in mir. Klar, auch in Dir, auch in Cousin Wladimir im Kaukasus. Umgang, nicht Verdrängung. Stell Dich, Du Feigling und renn nicht weg! Also, ich könnte ausrasten. So was Eitles und Fatzkes. Du bist auch von denen, die glauben, daß die Deutschen am Elend in der Welt schuld seien, gell? Wenn nicht die, dann die Schornsteigfeger, alle Brünetten oder die Nasenträger. Das ist der Umkehrschluß, auch eine Form von Nazismus! Du gehst jetzt in die Ecke und schämst Dich für Deine von Verblödung zeugende Antwort.
    Deutsch ist kein Synonym für Nazis, Du Blödmann! Deutsch steht gerade für das Gegenteil. Wir sind das einzige Volk in der Welt, das sich einen Sozialbegriff zur Selbstbenennung wählte. Denk da mal drüber nach! Deutsch heißt nichts anderes als Volk! Die Nazis waren ungefähr das Gegenteil von Volk, sie wollten andere unterdrücken und bildeten ein Oxymoron wie Herrenvolk. Volk verträgt keine BLUTSbestimmung. Volk sind alle, die zusammenleben, sich verstehen und gemeinsame Interessen haben. Sozialbindung, nicht Blutsbindung! Eine offene Gesellschaft. Jeder darf dazukommen. Verstehst Du, was es bedeutet, deutsch sich zu nennen? Aber ich will mich jetzt nicht aufregen.

  17. #17
    kls
    Laufkundschaft

    AW: 900 ss

    Robert (an kls): Du bist auch von denen, die glauben, daß die Deutschen am Elend in der Welt schuld seien, gell?

    Ganz bestimmt NICHT! Aber dennoch darf ich Selektionsgedanken Scheiße finden und auch die Meinung äußern, dass selbst wir "Unschuldigen der späten Geburt" etwas feinfühliger mit Worten umgehen sollten, die so wuchtig geschichtsbelastet sind.

    Deutsch ist kein Synonym für Nazis, Du Blödmann! Deutsch steht gerade für das Gegenteil.

    Ja, damit scheinst Du Probleme zu haben. Ich nicht. (Das war für den Blödmann)

    Ansonsten gebe ich Dir an einigen Punkten Recht: "Wir haben uns einen Sozialbegriff zur Selbstbenennung erwählt. Deutsch heißt nichts anderes als Volk! Die Nazis waren ungefähr das Gegenteil von Volk, sie wollten andere unterdrücken und bildeten ein Oxymoron wie Herrenvolk. Volk verträgt keine BLUTSbestimmung. Volk sind alle, die zusammenleben, sich verstehen und gemeinsame Interessen haben. Sozialbindung, nicht Blutsbindung! Eine offene Gesellschaft. Jeder darf dazukommen.

    Aber ich will mich jetzt nicht aufregen."

    Na, dafür scheint es mir aber ein wenig zu sp?t.

    Du übersiehst was: Ich bin multikulti aufgewachsen. Armenier, Juden, Türken, Griechen, Deutsche, Amerikaner, Franzosen und Engländer verkehrten in unserem Haushalt. 5 Religionen! Da lernt man schnell Toleranz. Du scheinst nur bis in die Vororte von Magdeburg gekommen zu sein denn Dein ständiges Kreisen ums "Deutschtum" kekst enorm.

    Und meine Meinung über den Eingangstext bleibt stehen!

    übr. lieber Robert, ich zaehlte: Feigling, was eitles und fatzkes, Verblödung, Blödmann nebst etlichen anderen versteckteren Beleidigungen. Weitermachen. Das nennt man dann "Streitkultur"?

  18. #18
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    AW: 900 ss

    ok. Shakes Bier Sonett XI
    - na nd? Unantastbar, nicht mehr fragwürdig? Ich kann Dir Stellen bei Virginia Woolf nennen, die wirklich auch aus faschistischer Feder stammen könnten.
    In ihren Tagebüchern. Ich finde diese Texte schlecht - na und?
    Was z.B. Behinderte angeht, war Frau Woolf der Meinung, man sollte sie besser töten. Es war der zeitgeist, der auch in England herrschte. Darum ist die MENSCHENVERACHTUNG DES Faschismus sicher nicht nur aus deutschem Schoße gekrochen. D.H. Lawrence war auch nicht gerade vorbildlich in dieser Hinsicht. Aber soll ich ihn deswegen bewundern? oder Frau Woolf. Ich respektiere sie TROTZDEM, als wunderbare Schriftstellerin. Aber nicht ihre Weltanschauung - in dieser Hinsicht.

    und ich möchte dafür keine Schulterklopfen, dass ich den Autor gefunden habe. Jeder Blödmann kann das finden. So funktioniert keine gute und produktive Auseinandersetzung - weder mit Dir - noch mit dem Text.


    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 24. Februar 2002 editiert.]

  19. #19
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    AW: 900 ss

    Hallo Kyra,
    ich bin geschockt. Meine Lieblingsautorin blutbefleckt? Kannst du mir sagen, in welchem Tagebuchteil das steht? Und dies, wenn man bedenkt, da? V.W. unter der Naziherrschaft kein Minütchen mehr zu leben gehabt hätte...

    Aufgrund des Textes von dem schwarzen Pferd könnte man noch eine Gendibatte heraufbeschwören. Wahnsinn ist vererbbar, zumindest teilweise. Die Nazis haben jene, die für wahnsinnig deklariert wurden, ausgelöscht.

    Vielleicht sollte man diesen Text auch nur als Provokation sehen? SS? Hä?

  20. #20
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    Post AW: 900 ss

    In der Tat ist Fremdgetexte müßig. Bestenfalls klopfen sich Erkenner und Ersteller gegenseitig auf die Schenkel. Aber vorwärts bringt es uns nicht. Andererseits werden schlechte Charakterzüge sichtbar. Und Überflieger wie meinereiner lehnen sich zurück und gähnen. Oder regen sich auf. Was gleichbedeutend ist. Es lenkt ab und füllt nur die erschlafften Synapsen. Erschlaffen Synapsen?

    kls, ich denke, Du bist nur ein Farbtupfer. Bleib es! Oberfläche hast Du wohl zeitlebens zu kultivieren getrachtet.

    Kyra, welche Fragen stellst Du? Wenn Du darauf rekurrierst, daß Literatur ewige Themen bespricht, dann liegst Du richtig. Die Euthanasie ist ein ewiges Thema. Die haben die Nazis nicht erfunden. Schon die Spartaner, auch die Römer, die Perser sowieso, die Juden auch... blablabla. Die Nazis haben es mit den Mitteln des industriell aufgedunsenen Staates und NACH der Aufklärung getan, euthanasiert. Und damit Entwicklung geleugnet. Na ja. Wert des Menschen... Was hat das mit Shakespeares Sonett zu tun? Unantastbar ist eh nichts in der Literatur, in der Philosophie, im Denken. Das macht Denken so angenehm, daß die Schablonen letztlich nur Hülfen sein dürfen. Ich habe die erste Strophe interpretiert, nun die zweite:
    erstellt von Wilhelm Schüttelspeer: Darin liegt Weisheit, Schönheit, Lebensdrang,
    Sonst herrscht nur Wahnsinn, Alter, grauser Tod!
    Und dächten all' wie du, vom Untergang
    Wär' Zeit und Welt in sechzig Jahr bedroht.
    Hier fällt der Wechsel der Modi auf. Ich wünschte mir einen durchgeheneden Konjunktiv. Er würde Interpretation vereinfachen. So springt der Autor. Man müßte das Original vor Augen haben, um zu schauen, ob Tieck (ich nehme doch an, daß Tieck der Übersetzer ist, der oder Schlegel) richtig übertrug. Ein Konjunktiv; laß es einen Konjunktiv in der zweiten Zeile sein! Ja, die 60 muß die Dauer einer Generation sein. Das Du verwirrt. Aber auch nicht. Nach der Theorie muß in der zweiten Strophe die Antithesis folgen. Das bedeutet die Setzung eines Dus. Das bedeutet eben, daß die im ersten Teil getroffenen Aussagen konterkariert werden müssen. Und sie werden. Jugend und Ewigkeit im ersten Teil; Begrenzung und Tod im zweiten. Die Frage nch dem WAS BLEIBT wird durch erstarrte Verben, Dingwörter, beantwortet, wobei die Sinnträger Peitschenhieben gleichen.

  21. #21
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    Post AW: 900 ss

    erstellt von Patina:
    Meine Lieblingsautorin blutbefleckt?
    Es ist nur ein Satz. Kommt relativ am Anfang von Tagebücher 1915-1919 vor. Sie sieht Leute aus dem Irrenhaus, die als Kolonne an ihr vorbei gehen. während eines Spaziergangs, und fragt sich, ob diese Verblödeten nicht besser tot wären. Sie meinte das aber im Sinne: ob sie es dann nicht besser hätten, wenn sie tot wären - der Antrieb war Mitleid. Es ist verzwickt.

  22. #22
    Mitgestalter
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    Post AW: 900 ss

    halleluja, hier is ja wat los... -
    also gleich vorweg (Fakten Fakten Fakten...):
    mir gefällt er!
    tja, obwohl das schwarze Pferd als solches und bis jetzt und überhaupt - aba das ist eine andere Geschichte und hier nicht von Bedeutung.
    kls, spannend Dein Aufwachsen, Armenier und Türken, das ist im wahrsten Sinne spannend... (unironisch!) -
    Kyra, weia, Mongoloide... - da fällt es mir schwer, nicht ironisch zu werden, versteh das jetzt bitte nicht falsch - aber es scheint mir doch sehr an den (langen und fettigen...) Haaren herbeigezogen - als würde der Text beinhalten, um es mal grob zu sagen: weg mit den Behinderten. Steht das irgendwo? Na? Also? Das mag ein Punkt sein, der Dich sehr berührt, der in Deinem Leben eine wichtige Rolle spielt oder spielte (nebenbei erwähnt ist das mein Job in etwa seit 13 Jahren...), aber das ist doch verdammte subjektive Gefühlsduseli am falschen Ort - verzeih...-
    ach ja, das mit der Generation von Goldfischen fand ich übrigens wiederum prima - und die Frage mit den sechzig Jahren haben wir übrigens gemeinsam (ich wasche das Gezottel auch täglich und der Hygiene wegen gar ein lustig Zöpfchen bei der Arbeit mit den Kranken, tjaha...)
    was noch, ach ja, Nietzsche, mal wieder - muß ich ihn schon wieder erwähnen, es sei auch verziehen - aber die Diskussion , die hier entstanden, erinnert nun mal sehr an den Verblichenen - die Nazis waren "auch" sehr angetan, ob des Geworte Nietzschens - interessanter wäre zu wissen, was Nietzsche selbst darüber gedacht hätte, lebte er noch - aber da das Schwarze Pferd noch lebt...

  23. #23
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    AW: 900 ss

    So war jetzt der Autor Wilhelm Schüttelspeer? Noch nie gehört von diesem Arschloch. Kann mir jemand genauere Hinweise auf die Umstände dieses mißglückten Textes geben? Vielleicht das schwarze Pferd?

    Hallo Kyra,
    vielleicht hat V.W. sich da selbst ein wenig verstrickt und dachte an ihren eigenen Wahnsinn, in dem sie lieber tot gewesen wäre, was sie ja schließlich auch getan hat.... sich im Fluß ertränkt.

  24. #24
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    AW: 900 ss

    Hallo Bo,

    auch Shakespeare war ein Mensch seiner Zeit. Die Toleranz mit "Krankem" war da wohl nicht so groß.
    Bei V. Woolf heißt es im Tagebuch 9. Januar 1915.
    .....Auf dem Treidelpfad begegneten wir einer Reihe von Kretins, an der wir vorbei mussten. Der erste war ein großer, junger Mann, nur gerade absonderlich, dass man zweimal hinschaute, mehr nicht; der zweite schlurfte & sah zur Seite;& dann begriff man, dass jeder einzelne in dieser langen Reihe eine elende untaugliche schlurfende idiotische Kreatur war, ohne Stirn, oder ohne Kinn, & mit blödem Grinsen, oder einem wilden mißtrauisch starrenden Blick. Es war absolut entsetzlich. Sie sollten getötet werden......, dann geht der Spaziergang durch Kingston weiter.
    Hat mir doch was ausgemacht, das zu lesen.

    SS steht wohl für Shakespeare Sonetten
    Hier ist eine gute Site über S http://freunde.imperium.de/andriz/sh...e/ws_index.htm


    Lieber Paul,

    Kyra, weia, Mongoloide... - da fällt es mir schwer, nicht ironisch zu werden, versteh das jetzt bitte nicht falsch -
    Du musst verstehen - ich bin zwar nur Halbrussin, aber ganz russisch aufgewachsen - die andere Seite war Abwesend. Wenn es um die Verteidigung von meinen geliebten Minderheiten geht (Zigeuner, Huren, Idioten, Stadtstreichern, Ausländern, selbst Poeten kann ich micht nicht nüchtern äussern. Um ehrlich zu sein - so viel hatte ich mir Mongölchen nicht zu tun - aber bei so einem Thema muss ich alle Register ziehen und deren Hohes Lied anstimmen. Das geht dann mit mir durch - inklusive Übertreibungen. Ich adoptiere sie dann.
    So bin ich halt....leider kann ich aber kein russisch mehr - mir sind nur die Arten und Unarten geblieben.

    Kyra

  25. #25
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    AW: 900 ss

    Halbrussin? Na aber holla, da bekomm ich große Auge und große Ohren... - da nehm ich auch die Gefühlsduselei zurück, dann ist das ja quasi angeboren...
    so, und das Geworte ist also von Schaiksbier?
    die Kunst des Abschreibens?
    tatsächlich, ein Spielverderber!
    ich schlage vor: löschen...

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