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Thema: 900 ss

  1. #26
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Smile AW: 900 ss

    450 jahre ist's her, da wurde in einem englischen Städtchen ein Bürgersöhnchen getauft, das Weltruhm erringen sollte, ewigen Ruhm. Da man in protestantischen Gegenden seinerzeit einen Tag nach der Geburt taufte, dürfte der 25. April als Geburtstag ziemlich sicher sein.

    Ich erinnre heute an Wilhelm Schüttelspeer. Er hat auf mich nicht die Wirkung manches Russen und schon gar nicht die vieler deutscher Dichter und Denker, dafür geht es mir bei ihm zu sehr durcheinander und er bringt da Narren und Einfälle in die Szenen, wo Ernsthaftigkeit not täte. Genau das aber rechnen ihm nicht unbedeutende Interpreten als Leistung an. Manchmal denke ich auch "englische Schwuchtel", aber auch das ist seiner Ambiguität zuzuschreiben, die auch Teil seiner Größe ist. Bei Shakespeare ist nicht alles schwarz oder weiß, Grautöne überwiegen. Wie im Leben. Da ich aber das Leben als etwas Überbewertetes betrachte, wirkt er auf mich einfach nicht. Die Sonette sind überspannte Elaborate.

    Grüße ins Jenseits, ob oben oder unten kann ich nicht beurteilen, wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

  2. #27
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: 900 ss

    Die Arroganz der Nachgeborenen. Sie picken sich aus den Werken der (selektiv) bewunderten Altvorderen das heraus, dessen sie zur Vervollständigung resp. Absicherung ihres Weltbildes bedürfen und legen das, was ihnen an ihren Vorbildern nicht paßt, als Zeitgeist ab. Welche Arroganz! Als ob die Altvorderen keinen eigenen Willen hätten und eben begrenzt in ihrem Wissen nicht in der Lage gewesen sein konnten, ihre Werturteile auch politisch korrekt abzubilden! Da wendet sich der Gast mit Grausen.

  3. #28

    AW: 900 ss

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Nun ja, Interpunktion war noch nie Deine Stärke. Irgendwann wirst auch Du begreifen, wie wichtig es ist, einen Gedanken vom anderen durch die korrekte Zeichensetzung abzugrenzen. Du willst es scharf, dann sollst Du es scharf bekommen: Hier nur eine Auseinadersetzung mit dem ersten Vers! [/B] Du beginnst mit einem Partikel, einem Vergleich. Schon frage ich nach dem Bezug, da muß ich gar nicht erst weiterlesen. SO! So so! Oder so..., wie (Verbendstellung) ohne Komma bei ausbleibendem Verb. Du setzt ein Verb, willst also an das SO eine Handlung setzen, eine diese anfassende Handlung. Da mußt Du abtrennen, weil es zwei verschiedene Dinge sind. Wußtest Du nicht, und ich soll hier keine Korinthen kacken, sagst Du. Aber genau das ist Dichtung: Genauigkeit. Was ist hier genau? Es heißt SO SCHNELL,,,,,,,, ALS DU VERWELKST! Fehlt das Komma, kann VERWELKEN keine Handlung sein, weil sich VERWELKEN dann auf DU beziehen muß, nicht auf den Vergleich. Verstehst Du den Unterschied? Verstehst Du, warum das wichtig ist, hier ein Komma zu setzen?
    Alternative: Du verzichtest auf Orthographie und Zeichensetzung und überläßt das Füllen der semantischen und syntaktischen Leerstellen Deinem Leser. (Das machen viele Unsichere so.) Wenn Du aber die Zeichensetzung benutzt, dann bitte korrekt, so, wie es sein muß. Wenn Du etwas Konkretes aussagen willst, dann benutze sie.
    Du benutzt ALS, ALS ist ein Klammerbegriff, der sowohl etwas temporär, als auch kommulativ oder vergleichend beschreibt/aufzeigt. Er ist größer ALS! So schnell WIE! Wenn Du hier ALS benutzt, dann verwirrt das. Problem: Das ALS fungiert hier sowohl als auch! Es ist auch zeitlich gemünzt. Und eben hier entsteht schon eine Ungenauigkeit. Setz doch WIE, es ist genauer und allitiert zudem mit VERWELKT!
    Weiter: VERWELKUNG und ERSTEHUNG (entstehen?) sind in einen Sinnzusammenhang gesetzt, der zusammenfällt, in einem Kontinuum bedeckt wird. Also, fünf Sekunden Verwelkung sind fünf Sekunden Erstehung?! Das ist mir zu platt. Der Prozeß des Werdens ist immer sehr viel länger als der der Blüte oder der Vernichtung.
    Aber darüber können wir reden, wenn Du Deine Syntax in Ordnung brachtest.
    Und wenn "gemeint" war:

    So schnell, wie die Raupe verwelkt, wird der Schmetterling entstehen. Dann geht es ja um zwei Subjekte, die aus der Sicht eines Kontinuums eins sind.

    Was dann fast als (voraussetzbares, da) festes Symbol dafür stehen könnte: Je schneller die Raupe verwelkt, umso eher wird der Schmetterling erstehen.

    Gut, das Komma kann man wohl in allen Fällen setzen. ALS die Raupe endlich losließ, fiel alle vorherige Zeitvorstellung in sich zusammen. Verwelken als Opfer zu empfinden, ist ein Zeichen von Anhaftung und der Abwehr von Veränderung. Für die Raupe ist es keinesfalls ein Geschenk, länger als nötig an ihrer bisherigen Vergangenheit festzuhalten. Doch genau das tun wir individuell und kollektiv. Das Kontinuum ist hingegen fließend und das Anhaften bewirkt einen Widerstand. Die Raupe, die das Verwelken des bisher Gewesenen nicht akzeptiert und sich dagegen wehrt, beraubt sich ihrer künftigen Freiheit.

    Es ist Bedingtheit, die Du oben berechtigt hinterfragst: Das Raupendasein ist Bedingung für das Leben als Schmetterling. Das Werden des Einen ist mit dem Vergehen des Anderen verbunden. Mag dem Schmetterling diese Bedingtheit später nicht mehr erkennbar sein, die Grundlage seiner Freiheit war die Aufgabe der Eyistenz des Raupendaseins. Was der Raupe nicht leicht fällt. Sie sieht ja nicht, was Du als Kontinuum andeutest.

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