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Thema: Stromausfall

  1. #26
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Klammer
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    AW: Stromausfall

    Danke, lieber Hannemann,

    es freut, mich, dass dir diese Geschichte im Großen und Ganzen gefallen hat. (wo ist eingentlich deine Anmerkung Nr. 1?)

    Ich muss an dem Text natürlich noch arbeiten und nach den Kritiken sehe nun auch deutlicher, wo. (Die Spielverderber halten sich ja leider vornehm zurück.)

    Und was das leidige Männer-Frauen-Thema betrifft:
    Ich denke zum einen, dass Frauen gar nicht so anders sind als Männer. Das hätten sie nur gern. Manche machen daher absichtlich ein Rätsel aus sich und ihren Beweggründen. (Und ich freue mich jetzt schon auf die wütende Ablehnung, die mich nur in meiner Meinung bestätigt.) Die Säge ist kein weibliches Instrument? Nun, ich bin Werklehrer und weiß aus Erfahrung, dass die Mädchen meist besser mit ihr umgehen können, weil es beim Sägen nicht auf Kraft, sondern auf Technik ankommt.

    Zum anderen, auf meine Geschichte bezogen: In jedem Mann ist auch ein wenig Frau verborgen und umgekehrt. Marga hat meinethalben (schönes Wort, nicht wahr, tt?) eben ein paar männliche Hormone mehr abbekommen als andere. Vielleicht hat sie einen Damenbart. Der Erzähler, ihr Unterbewusstes, ist ganz eindeutig ein Mann.
    Kyra hat Marga mit Johanna von Orleans vergleichen. Dieser Vergleich gefällt mir, denn obwohl der mechanische Akt vollzogen ist, bleibt sie weiterhin Jungfrau.

    Gruß, Klammer, der nun endlich seinen Pasenow beenden muss.
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  2. #27
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Stromausfall

    Lieber Klammer

    Ich denke zum einen, dass Frauen gar nicht so anders sind als Männer. Das hätten sie nur gern. Manche machen daher absichtlich ein Rätsel aus sich und ihren Beweggründen. (Und ich freue mich jetzt schon auf die wütende Ablehnung, die mich nur in meiner Meinung bestätigt.)
    so wütend kann ich das nicht ablehnen. Aber Frauen werden immer noch anders sozialisiert. Das ist der Hauptunterschied. Obwohl ich sicher einen hohen männlichen Anteil habe, bin ich immer noch ein (weiblicher) Schlichter usw.
    Wenn Frauen an der Säge ausgebildet werden, können sie das sicher genauso gut. Daran habe ich keine Zweifel. Nur werden Frauen häufig noch immer die Dinge in die Hand gedrückt, die eher der Feinmotorik bedürfen, als Männern. Ich habe kein Problem mit einem Vorschlaghammer. Vielleicht habe ich darum vorurteile gegen das Sägen, weil ich als Kind oft Holz für den Ofen sägen musste. Ich habe es immer sehr mühsam gefunden - obwohl ich es einigermassen konnte. Für mich ist Wut noch immer mehr mit dreinschlagen, treten, zertrümmern verbunden. Oder eben dieses bohren. Ich denke auch, dass Du das viel deutlicher hinbekommst.
    Die Strommasten sprengen... das wäre was für mich. Es liegt sicher daran, ich habe schon Bäume gefällt, Stämme zersägt... ich weiß wie verdammt anstregend das ist. Aber gib mir eine Kettensäge....das Geräusch ist alleine schon geil!

    Kyra

    PS ich will auch nicht andes sein als ein Mann, nur gleicher!

  3. #28
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    Lightbulb AW: Stromausfall

    du wirst es nicht glauben: genau in dem augenblick, als ich diesen ordner anklickte, fiel bei mir der strom aus. das muss ein unglaublicher text sein. später mehr, wenn ich ihn gelesen habe.

  4. #29
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Stromausfall

    hallo klammer,

    hier bin ich wieder.

    kyra hat, denke ich, in einem punkt recht: es ist wohl eher untypisch für mädchen, dass sie untereinander so einsilbig sind (so ganz nebenbei erfahren wir hier auch einiges über kyras offenbar ziemlich weitläufiges und unübersichtliches liebes- und beziehungsleben, allerdings wäre ich ihr dankbar gewesen, wenn sie uns diesmal das masturbieren erspart hätte).

    klammer, deine bemerkungen gegenüber tt zeigen, dass dir offenbar daran liegt, allgäuer lokalkolorit zu zeichnen. "Frau Hinrich", scheint mir, passt nicht dazu, hört sich mehr nach nordsee als nach allgäu an.

    du hast dich weiter oben zu deiner erzählperspektive geäußert. So ganz nachvollziehbar und einleuchtend finde ich deine perspektivwahl nicht, zum beispiel hier:
    Deshalb schenke Ich ihr die erheiternde Vorstellung von Kleptomanie: Jeder Tag hat einen kleinen Diebstahl: ein Buch, Tabletten, heute ist es eine Säge, warum nicht? Marga ist nicht bewusst, was Ich mit dem Werkzeug vorhabe, wie schlau Ich vorsorge.
    abgesehen davon liest sich die geschichte gut, vieles an deinem text ist wirklich schön geworden, zum beispiel diese stelle:

    Sie sieht Hanna an und hat das Gefühl, es zum ersten Mal zu tun. Die Stimme, die Bewegungen, die ganze Erscheinung der Freundin sind ihr fremd. Sie sucht plötzlich verzweifelt nach etwas Bekanntem. Der Eindruck ist erschreckend, hinter den vertrauten Zügen offenbart sich ein unbekannter Mensch.
    allerdings ist da ein seltsamer kontrast zwischen der erzählerischen kraft und den vielen sprachlichen schnitzern und ungenauigkeiten (warst du womöglich auch waldorf-schüler?). ich greife einfach mal einige beispiele heraus:

    Das Schweigen über ihre Schwangerschaft, das sie seit drei Monaten bewahrt, ist ihr in Fleisch und Blut übergegangen.
    in fleisch und blut übergegangen klingt banal und ziemlich wahllos.

    weil sie den Rest Zerwürfnis zerstreuen will, der noch zwischen ihnen steht.
    merkwürdiges bild, erscheint mir schief. siehst du das zerwürfnis, das zwischen ihnen STEHT, als eine art torfmullballen, den man zerkrümelt? die alliteration zerwürfnis zerstreuen zwischen ist unschön.

    Der Tee ist mit Jasminblüten aromatisiert. Ein leichter, angenehmer Duft empfängt die Besucher schon bei der Tür. Diese Inszenierung erweckt den Eindruck, in einen weltfernen Orden oder eine altgriechische Philosophenschule einzutreten, wo geistreiche Menschen den schönen Künsten zugetan disputieren.
    der weltferne orden kommt gut, doch fast alles vertrüge sich eher mit jasmintee als ausgerechnet die altgriechische philosophenschule.

    In dem Zimmer sind laute Worte und flinke Bewegungen verpönt.
    raum wäre besser als zimmer, flink ist nicht das richtige wort.

    Zeremonie, die den Versammelten eine in ihrem alltäglichen Leben längst verloren geglaubte Mitte vorgaukelt
    der satz ist unlogisch: man kann nur VORGAUKELN, was de facto verloren gegangen IST, eine nur verloren GEGLAUBTE mitte dagegen kann man wiederherstellen.

    eine literatur oder kulturphilosophische Abhandlung
    den ausdruck verstehe ich nicht.

    es gibt einen flüssigen vortrag, es gibt einen einstudierten vortrag, aber gibt es auch einen flüssig einstudierten Vortrag?

    jeder Autor repräsentiert eine andere Art, ein anderes Leben, mit seinem Stigma zu existieren
    das ist unglücklich verschraubt. meinst du eine andere art, mit seinem stigma zu leben?

    [quoteMit ihrer flinken Geste will sie verhindern, dass er durch einen schnellen Blick auf einen der gefährlichen Sätze erhaschen kann.[/quote]
    dieser satz ist syntaktisch daneben, es bleibt unklar, was er erhaschen könnte.

    ich hoffe, du wirst deinen text gründlich durchsehen. er ist es wert.

  5. #30
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Klammer
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    AW: Stromausfall

    Lieber asmodai,

    4:52 Uhr! Schläft denn der Fürst der Dämonen niemals? Oder wollte er heute auf keinen Fall der Palmesel sein?
    Wie dem auch sein, ich danke dir für deine kritischen Bemerkungen.
    Der "Waldorfschüler" tat natürlich weh, denn ich habe mit Steiner und seiner "Wischiwaschi"-Pädagogik nichts am Hut. Außerdem war ich doch bislang recht zufrieden mit meinen sprachlichen und syntaktischen Fähigkeiten, die ich mir als Amateur und Autodidakt angeeignet habe (Ich habe keine höhere Lehranstalt besucht, geschweige denn studiert).
    Dennoch hast du recht: Der Abschnitt B der Geschichte ist einigermaßen schlampig und oberflächlich. Auch tt hat mich ja schon darauf aufmerksam gemacht. Es ist nicht gut, an drei Geschichten gleichzeitig zu arbeiten. Beim Redigieren des Textes und beim "Drag-and-Drop" von Satzteilen hat mein PC wohl einiges verschluckt oder an die falsche Stelle geschoben.

    Mit ihrer flinken Geste will sie verhindern, dass er durch einen schnellen Blick auf "das aufgeschlagene Buch" einen der gefährlichen Sätze erhaschen kann.

    sollte es eigentlich heißen.

    eine literatur- oder kulturphilosophische Abhandlung

    Hier fehlt ein Bindestrich nach "literatur"
    Deine anderen Anmerkungen sind jedoch nicht von der Hand zu weisen. Ich werde hier sicher noch ändern, auch umschreiben und erweitern. So kommt z. B. die Figur des Jens Wetzlar, also der biologische Vater des Kindes, im zweiten Teil überhaupt nicht mehr vor. Marga wäre aber zuzutrauen, dass sie mit ihm telefonisch in Verbindung tritt.
    Der Erzähler, der allen ein wenig Schwierigkeiten macht, ist Margas Unterbewusstes. Ich gehe hier von einem fiktiven Unterbewussten aus, das eine eigene Persönlichkeit ist, die ein Ziel hat. Dieses Unterbewusste hat von Margas Geburt an vollständige Erinnerung an alle Eindrücke und Erfahrungen Margas. Es ist daher "intelligenter" als die 16jährige, es kann ihre Beziehungen, das "System", in dem Marga steckt, eher durchschauen als sie. Nur in Träumen, Reflexen, Freud'schen Fehlleistungen usw. kann es mit Marga in Kontakt treten. Je mehr Marga in ihre Gedankenwelt versunken ist, um so deutlicher übernimmt dieses "Ich", das in ihr verborgen ruht, das Ruder.
    Du kennst vielleicht die Situation: Du stehst morgens auf, wäschst dich, ziehst dich an, frühstückst, setzt dich in dein Auto, fährst los, mitten hinein in den hochkomplexen Verkehr der Stadt. All dies tust du ohne auch nur einen einzigen Gedanken darauf zu verschwenden. Und wenn du an deiner Arbeitsstätte angelangt bist, hast du keinerlei Erinnerung mehr daran, wie du dorthin gelangt bist. Du hast funktionierst wie ein Automat; etwas in dir hat die Steuerung übernommen. Dieses Etwas ist hier der Erzähler, den ich allerdings nicht überstrapazieren wollte, sondern nur an entscheidenden Stellen direkt zu Wort kommen lasse.
    Was die Frauenfreundschaften betrifft: Kyra beschreibt, denke ich, den extremen Pendelausschlag in die eine Richtung, nämlich die Freundinnen, die sich wirklich "alles" sagen. Die andere Richtung gibt es auch. Der Süden Bayerns ist zutiefst katholisch. Sexualität ist noch immer ein Tabu und schwere Sünde. Marga ist vorsichtig, zurückhaltend, schüchtern. Sie hat immer Angst, verletzt zu werden, wenn sie sich öffnet. Sie ist mit ihren 16 Lenzen etwas spät dran mit der Pubertät und fühlt sich von allen unverstanden und allein. Sie ist eine Außenseiterin. Sie kann aus ihrer Psychologie heraus nicht mehr von sich hergeben. Solche Mädchen gibt es, ich bin einigen begegnet.
    Noch eine Bemerkung zur Hinrich, dann kümmere ich mich wieder um meine Brunnengeschichte:
    Über sie gäbe es viel zu sagen, aber ich habe ihre Rolle absichtlich beschnitten. Auch im Allgäu gibt es sog. "Zuagroaßde" (Zugereiste), bzw. Leute, die aus einer Großstadt stammen. Die Hinrich kommt aus München und ist an das Gymnasium in Kempten (ja, dort spielt das!) versetzt worden. Das macht man mit unverheirateten Lehrern in Bayern so. Die Hinrich ist knapp vierzig, latent lesbisch und lebt wie Marga in ihrer eigenen Welt, die sie wie eine Mauer um sich errichtet hat. Sie ist eine ältere Schwester von Marga. Wenn Marga die Hinrich sieht, sieht sie in einen Zerrspiegel (Badezimmerszene!). Als die Hinrich so alt wie Marga war, so um 1978 herum, da saßen die M?dchen in weiten indischen Hängekleidern und Samtschuhen auf Kissen, brannten Räucherstäbchen ab, hörten Mike Oldfield, lasen Hesse und tranken parfümierten Tee (Hast du auch noch diesen künstlichen Kirschgeruch in der Nase, wenn du an damals denkst? Und die knisternden Haare der Mädchen rochen nach grünem Apfelschampoo und die Zimmerecken nach Patschuli. Aschmodai muss damals doch reichlich Beute gemacht haben.)
    Man sollte mal eine Kulturgeschichte der Gerüche schreiben.
    Diese Erinnerung ist der Hinrich verblieben, es war die Zeit, in der sie mit sich eins war, die versucht sie wieder aufleben zu lassen. Die verloren gelaubte Mitte ist übrigens eine Anspielung an Benn. Dort heißt es in einem Gedicht aus den 50ern:

    "Ach, als alle einer Mitte neigten
    und auch die Denker nur den Gott gedacht,
    sie sich den Hirten und dem Lamm verzweigten,
    wenn aus dem Kelch das Blut sie rein gemacht,
    und alle rannen aus der einen Wunde,
    brachen das Brot, das jeglicher genoß -
    o ferne zwingende erfüllte Stunde,
    die einst auch das verlorne Ich umschloß."

    In der ersten Fassung zitiert die Hinrich dieses Gedicht. Deine Kritik ist allerdings berechtigt.

    Gut, jetzt bin ich warmgeschrieben und kann am "Pasenow" weitermachen.

    Gruß,
    Klammer
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  6. #31
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Stromausfall

    asmodai:
    ........allerdings wäre ich ihr dankbar gewesen, wenn sie uns diesmal das masturbieren erspart hätte).

    Bäh Bäh Bäh.....das war nur ein Nebensatz und bezog sich außerdem auch noch auf Männer und vor allem auf die allgemeine Unkenntniss des anderen Geschlechtes. Außerdem lasse ich mich ungerne als die große Mastrubatorin abstempeln, wo ich doch meist darüber schreibe daß ich.........

  7. #32
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    AW: Stromausfall

    klammer schrieb:
    Hast du auch noch diesen künstlichen Kirschgeruch in der Nase, wenn du an damals denkst? Und die knisternden Haare der Mädchen rochen nach grünem Apfelschampoo und die Zimmerecken nach Patschuli. Aschmodai muss damals doch reichlich Beute gemacht haben.
    beute? ich habe, so weit ich mich erinnern kann, noch nie grünes apfelshampoo oder patschuli erbeutet. falls du mit der beute mädchen meinen solltest, werde ich dich in meiner wertschätzung mindestens einen platz tiefer hängen. übrigens: woher willst du wissen, ob ich damals schon auf der welt war?

    kyra schrieb:
    Bäh Bäh Bäh.....das war nur ein Nebensatz und bezog sich außerdem auch noch auf Männer und vor allem auf die allgemeine Unkenntniss des anderen Geschlechtes. Außerdem lasse ich mich ungerne als die große Mastrubatorin abstempeln, wo ich doch meist darüber schreibe daß ich.........
    du schriebst an mehr als einer stelle in diesem ordner über masturbation, und es war sehr viel mehr als nur ein lausiger nebensatz. Mastrubatorin? du verhedderst dich. habe ich dich nervös gemacht? wahrscheinlich wolltest du Masturbatorin schreiben, doch scheint mir dies nicht das richtige wort zu sein. wie wär's statt dessen mit masturbantin oder masturbanze? mit deinem schlusssatz hast du mich jetzt doch neugierig gemacht. also sag schon: was tust du, wenn du gerade nicht masturbierst?

    küsschen,

    asmodai

  8. #33
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    Smile AW: Stromausfall - 1. Teil

    bin auch über die katze hierauf gestoßen.
    die struktur ist genial! wer der erzähler ist, ist immer noch ungelöst: das unterbewußtsein? der homunculus in marga? ihr tagebuch?

    für mich funktioniert der text sehr spannend. die frage aber wird mich von nun an begleiten: wer ist der erzähler? wirklich das unterbewußtsein? und wie geht es weiter, vor allem teil c!

    das unterbewußtsein also - ja, es ist ja eingeführt durch die distanz zu marga, durch Ich, durch die eigene weite.

    ich wünschte mir, du machtest hier weiter.

  9. #34
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Klammer
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    Lightbulb AW: Stromausfall

    Findehilfe für Susanne.

    Gruß vom Berg.
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  10. #35
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    Lightbulb AW: Stromausfall

    5 jahre später, also heute endlich gefunden (dafür liebe ich dieses forum - es können jahre vergehen in diesem großen gespräch von einem satz zum anderen)

    ich habe heute beide teile in einem zug gelesen. mit begeisterung. man ist ja heute ziemlich entwähnt von klammers hoher qualität und längeren texten. die komposition, die lakonie, der wirklich auch bis heute neue erzähler und das mädchen marga. ich kann nichts männliches an ihr finden. schwangerschaft macht einsam - auch vor der besten freundin, die dieser initiation völlig außen vor bleiben muß in ihrer spielerisch aufregend verschwitzten sexualisierten kinderwelt. die ganze welt ist nicht mehr die gleiche, man sucht neue gefährten, die der gefahr standhalten. man findet sie nicht. man wird titanisch mit dem erstbesten ding, das man in die hand bekommt (säge), dem erstbesten aus der neuen welt (soldaten). erst wenn man den stromausfall erreicht hat, die gnadenlose erwachsenenwelt betreten, sich bewiesen, daß man es kann, erst dann erlaubt man sich auch wieder die regression ins eigene kind, die, weinend nach hause zurückzulaufen. man kann endlich zwischen den beiden welten hin- und hergehen, je nachdem, wie stark man gerade ist. und man trägt die stärke der einen in die andere und umgekehrt. das ist die erwachsene lebensform. sehr sensibel hat klammer hierfür worte, bilder und struktur gefunden. das neue kind ist der beste neue gefährte darin.
    schade, daß klammer das nicht lesen wird. aber vielleicht erreicht es ihn ja in den nächsten zehn jahren

  11. #36
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Klammer
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    AW: Stromausfall - 1. Teil

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  12. #37
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Stromausfall

    Die Versenkung eines männlichen Schriftstellers in einen weiblichen Ich-Erzähler ist wahrscheinlicher einfacher, als manch einer glaubt. Derselbe muß bei der Stange bleiben, also sich nicht auf all zu gewagte Mimikry einlassen. Die beiden Geschlechter sind eben doch sehr verschieden - bei aller Gleichheit. Zwei Seiten einer Medaille. Dabei spielt es keine Rolle, ob es nun eine 76,3%ige männliche oder nur 13,4%ige weibliche Hauptperson ist, aus der dem Leser Lebensgefühl mitgeteilt wird. Es ist auch unerheblich, ob eine Sie nun sägt oder stickt, Holz hackt oder Persilscheine sammelt. Das sagt über ihre Männ-/Weiblichkeit sehr wenig aus. Wichtiger ist die Form des Kommunizierens.

  13. #38
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Klammer
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    AW: Stromausfall

    Nun, dann ist der Gesamttext ja doch noch aufgetaucht. Auf meinem Blog kann man übrigens eine überarbeitete Fassung lesen.

    Ich denke übrigens auch, dass sich Männer sehr wohl in Frauen und ihre Vorstellungswelt eindenken können. Mir gelingen auch meine Frauenfiguren besser als meine Männer - sagen zumindest meine Leser/innen. Und ich will hier auf keinen Fall die Deutungshoheit ans weibliche Geschlecht abgeben.
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