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Thema: Theologische Dispute

  1. #176
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Theologische Dispute

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen
    Ich halte das ganze Geschwurbel um Feindesliebe für verlogen und verheuchelt. Der kat. Imperativ, der für mich das beste Vademecum für den Umgang mit meinen Mitmenschen darstellt, verlangt keineswegs, seine Feinde zu lieben. Denn die lieben mich ja auch nicht. Er verlangt lediglich, dass ich auf meine Feinde nicht blind einschlage oder sie vernichte. Er verlangt aber den achtsamen Umgang und Vorsicht und er erlaubt die Notwehr. Das ist jetzt physisch wie mental zu verstehen. In diesem Sinne ist die hyperchristliche Ausweitung der Nächstenliebe auf Feindesliebe im Grunde gegen die Goldene Regel gerichtet. Und auch die verordnete Nächstenliebe geht schon zu weit. Ich darf meine Nächsten natürlich lieben, muß aber nicht. Und auch nicht alle gleich. Dahinter steht wohl die Erkenntnis, dass Kooperation allen nützt und besser ist als Konfrontation. Also im Grunde wieder Egoismus. Geht's allen besser, geht's auch mir besser.
    Das mit der Feindesliebe wird oft falsch verstanden. Jesus sagt ja nicht, daß der Feind aufhört ein Feind zu sein und wir einander am Ende alle in einem Eiapopeia liebhaben. Nein, Feindesliebe muß antithetisch verstanden werden. Der Feind bleibt der Feind, solange er eben die Merkmale des Feindes trägt: Menschenhaß, Selbstliebe, die sieben Todsünden lebt etc., aber dadurch, daß ich das, was er ist, liebe, nämlich das Anderssein, kann ich erst selber meine Entwicklung vorantreiben, es ist wie die Anerkennung dessen, was mich erst ausmacht, in einer Art von antinomischer Verschränkung. Dadurch wird das, was der eigentliche Feind ist, die Gleichgültigkeit, die Unfähigkeit, Unterschiede zu erkennen, als Selbwert anerkannt, was bedeutet, man erkennt an und liebt es, wenn sich das Andere auslebt, denn nur so wird Entwicklung möglich, wird Leben möglich. Und das bedeutet nicht, daß man es vernichten will! Das denke!

    Zu Deiner Religionshaßtirade, Till: Mir sind wiedergeborene Atheisten allemal lieber als trauschauwemaffine Heuchel"christen" oder sogenannte Sonntagskirchgänger, die sich ihr Seelenheil erkaufen wollen, indem sie gutmenschlich würken.

  2. #177
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    AW: Theologische Dispute

    Haßtirade? Nein, Tirade vielleicht, aber Haß nicht. Ich hasse Religion nicht und auch nicht Religionen. Ich kann nur nicht begreifen, wie ich mich als erwachsener, halbwegs aufgeklärter und selbst denkender Mensch mit Dingen befassen und ernsthaft abmühen kann, die doch bloß Projektionen oder Wunsch- bzw. Angstvorstellungen entspringen. Allein der Kernbegriff von Re-ligio, Gott, ist ein total leerer Begriff, dem keine Anschauung oder Erfahrung zugrunde liegt. Jeder packt da hinein, was er will, sich wünscht oder fürchtet. Die einzige Erfahrung, die man aus der Geschichte ableiten kann, ist, dass jede Form von Ideologie - und dazu zähle ich auch Religionen - so gut sie gemeint gewesen sein mögen, immer das Gegenteil dessen bewirkten, was sie versprachen: Krieg statt Frieden, Haß statt Liebe, Zwist statt Versöhnung.

    Nun kannst du den Atheismus oder die Aufklärung auch dazu zählen. Ja. Auch dafür gibt es Beispiele. Die Aufklärung hat auch viel Unheil bewirkt. Das waren zwar immer Verirrungen oder Perversionen des Grundgedankens der Aufklärung, aber das Gleiche wirst du auch für Religion in Anspruch nehmen: die Scheiterhaufen waren ja das Gegenteil dessen, was Jesus im Sinn hatte. Geschenkt.

    Mensch ist nun mal so. Irrational, emotional, instinktgeleitet, impulsgetrieben. Für mich aber dennoch kein Grund, Religionen oder Gott ernst zu nehmen. Mann kann sich auch bemühen, ein anständiger Mensch zu sein, ohne die Androhungen eines Höllenfeuers.

  3. #178
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Theologische Dispute

    Mit keiner anderen Gruppe ist so gut Staat zu machen, wie mit den Gläubigen. Der Gläubige ist Teil einer vor-verarbeiteten Masse, mit der sich gut weiterarbeiten lässt. So sind zB die Protestanten in den USA, die mehrheitlich Darwins Wissenschaft leugnen, die Letzte Hoffnung Trumps, doch noch zu siegen.

  4. #179
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Theologische Dispute

    Das, was Du da über das Wesen der Religion sagst, daß sie nichts weiter als eine Projektion/Hirngespinst sei, ließe sich mit ähnlichen Worten auch über die Liebe, über Hoffnung und über das Glück sagen. Ich möchte Dir da nicht zustimmen, denn auch wenn man diese Dinge wie das Erscheinen eines zwei Meter und zehneinhalb hohen weißen Hasen namens Harvey bei bestimmten Menschen auffaßt, so sind diese Dinge für diese Menschen real, für andere dagegen nur ein Gespinst.
    Wie läßt sich einem anständigen Menschen erklären, was mit Fakten nicht erklärt werden kann; ich glaube, man wird es nie damit erklären können. Ich glaube, das ist auch gut so, also diese Unmöglichkeit, alles in der Welt mit Fakten erklären zu können glauben.

  5. #180
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    AW: Theologische Dispute

    Im Grunde geb ich dir recht. Auch Begriffe wie Liebe, Hoffnung und Glück sind rein subjektiv und teilweise ohne Anschauung und Empirie, als der, die wir in sie hineinlegen. Bei religiösen Inhalten (Gott, Jenseits, Hölle, Paradies etc.) ist dies allerdings fast 100%-ig der Fall. Alles ist da Spekulation und Glaube. Und ja, der Mensch kann ohne Glaube nicht halbwegs glücklich sein. Fragt sich nur, was ich mir als Glaubensinhalt wähle: Fiktionales oder Erfahrbares.

  6. #181
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    AW: Unser Pandemien-Ordner

    Kath. Kirche hält an Weihnachtsgottesdiensten fest. Während Schulen, Pflegeheime und Spitäler geschlossen bleiben, private Kontakte weitestgehend untersagt sind, das öffentliche Leben zum Erliegen kommt, bleiben die Kirchen offen.

    Politikversagen? Feigheit? Grundrecht auf Religionsausübung?

    Und ich - naiver Atheist, der ich bin - dachte immer, der Gläubige könne mit Gott viel besser im stillen Kämmerlein kommunizieren. Weil Er ja in jedem von uns wohnt.
    Da hab ich mich wohl getäuscht.

  7. #182
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    AW: Unser Pandemien-Ordner

    Zitat Zitat von eulenspiegel Beitrag anzeigen

    ... Und ich - naiver Atheist, der ich bin - dachte immer, der Gläubige könne mit Gott viel besser im stillen Kämmerlein kommunizieren. Weil Er ja in jedem von uns wohnt.
    Da hab ich mich wohl getäuscht.

    Die kommunizierenden sogenannten Gläubigen im Kämmerlein werden ja nicht gezählt.

    Ihre beobachtete Täuschung könnte eine Täuschung sein.

  8. #183
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    AW: Unser Pandemien-Ordner

    Sehr geehrter Herr Norbert,

    ich lese ja Ihre originellen Kommentar manchmal mit Vergnügen, doch die kommunizierenden Gefäße im stillen Kämmerlein erschließen sich mir nicht ganz. Die kommunizierenden in den Gotteshäusern - ob mit oder ohne Kommunionsempfang - scheinen mir den Draht zum Chef eher im Kerzenlicht der gläubigen Gemeinschaft zu suchen, als in den Tiefen des gläubigen Herzchens.

  9. #184
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Theologische Dispute

    Glauben ist immer an Gemeinschaftserlebnis gebunden. Gottesdienste benötigen wenigstens drei Gläubige, andernfalls spricht man in der Tat von Gebet, was nun auch eine Form des Gottesdienstes ist, aber eben, um es prosaisch zu sagen, die halbe Miete bringt. Das Problem scheint mir hier nicht in der Erlaubnis zu liegen, Gottesdienste abhalten zu dürfen, sondern in dem Verbot gegenüber Gastwirten und anderen Öffentlichkeit Herstellenden, die sich an die Abstandsregeln hielten und keineswegs zur Ausbreitung der Grippewelle beitrugen.

  10. #185
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Theologische Dispute

    Corona ist mutmaßlich protestantisch oder gar atheistisch und meidet somit Kirchen und Gotteshäuser

  11. #186
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Theologische Dispute

    "Gottesdienst" hört sich komisch an. Welche Dienste glaubt man einem allmächtig gedachten Wesen anbieten zu können? Oder soll das als allmächtig gedachte Wesen Dienste an den Gläubigen vollziehen?

    Immanuel Kant war kein Freund der Gottesdienste:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Re...%9Fen_Vernunft
    „alles, was, außer dem guten Lebenswandel, der Mensch noch tun zu können vermeint, um Gott wohlgefällig zu werden, ist bloßer Religionswahn und Afterdienst Gottes.“
    – RGV. Viertes Stück. Zweiter Teil. §2.


  12. #187
    Samuel
    Status: ungeklärt
    Matthaeus 18
    …weiter sage ich euch: wo zwei unter euch eins werden, warum es ist, daß sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

    Aktuell haben wir in Deutschland eine Untersterblichkeit von 10%. Wer immer noch nicht aufgewacht ist, dem kann vermutlich der Herr auch nicht mehr helfen. Obwohl, das will ich nicht behaupten. Jedenfalls ist dieser Hoax so offensichtlich, dass es schon weh tut. Eine Pandemie ohne Tote. Dafür leere Krankenhäuser und Kurzarbeit. Unbegreiflich, wie Menschen sich belügen lassen und in kognitive Dissonanz geraten, wei sie ihre Komfortzone nicht verlassen mögen. Oder ist es tatsächlich Dummheit? Zu blöd, selbst zu recherchieren? Bundesamt für Statistik? RKI? Studien Ioanidis? Who? Alternative Medien? Freie Journalosten? Aber bitte Beeilung. Die Zensur hat inzwischen 100000 Kanäle bei YouTube gelöscht. Nicht gesperrt, gelöscht! Das können Grundschulkinder intellektuell durchschauen, nicht aber die Tagesschauglotzer, die an Merkels Zahlen hängen, wie am Tropf und dabei zusehen, wie unser Land in den Ruin getrieben wird und keine Vorstellung davon haben, warum das eine Absicht ist und keine Verschwörungstheorie. Nein, lieber rennen die Intellektuellen, die Dichter und Denker den Anweisungen der Regierung hinterher, immer der Herde nach und denunzieren brav den Nachbarn. Selbst debil grinsend unter ihren Maulkörben von 1933. Schlaft weiter.

    Kleiner Nachtrag

    https://youtu.be/fE_sP3x_Oe8

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