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Thema: Theologische Dispute

  1. #101
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    AW: Theologische Dispute

    Die Frage...aus welchen Gründen Kriege geführt werden...halte ich für überflüssig. Viel entscheidender ist doch die Frage...aus welcher Motivation heraus Kriege nicht geführt werden. Versucht man diese Frage zu beantworten...landet man schnell beim Verstand - von Gott bleibt da so gut wie nichts mehr übrig. Oder anders ausgedrückt: hätte es bis zum heutigen Tage weder irgend einen Glauben noch Gläubige gegeben..wären wir...was unsere "Werte" angeht...mindestens auf dem gleichen Stand wie heute - vermutlich aber schon viel weiter...denn die werden von einer Gesellschaft "ausgehandelt". Wenn eine Religion Einfluss auf die Gesellschaft nimmt...dann immer nur im negativen Sinne.

  2. #102
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    AW: Theologische Dispute

    Ich greife mal zu der oft bemühten Metapher von den Kindern, die von der Zivilisation abgeschnitten auf einer Insel aufwachsen. Mal angenommen es sind hundert Kinder, die keinen Glauben kennen. Eines dieser Kinder wird von den anderen, aus welchen Gründen auch immer, drangsaliert, angefeindet, gemobbt - irgendwann auch geschlagen und gefoltert. Auch fern des Glaubens...würden einige der Kinder ein schlechtes Gewissen bekommen und versuchen auf die anderen positiv einzuwirken. Und hätten sie damit keinen Erfolg, würden sie vielleicht sogar für das gequälte Kind kämpfen und dabei das eigene Wohl aufs Spiel setzen.

    Soll sagen: all das, was sich die Kirchen der Welt so gerne auf die Fahne schreiben...die Gnade, das Mitleid, die Vergebung, die Mitmenschlichkeit usw...all das hat mit dem Glauben...hat mit der Religion nichts zu tun...existiert auch unabhängig und fernab davon. Aber genau diese Attribute führen wir gerne ins Feld...wenn wir Pro-Argumente für den Glauben sammeln. Es gibt kein einziges Argument, das für den Glauben spricht.

  3. #103
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Theologische Dispute

    Dem Glauben an Gott, Götter, an Sinn und Zweck der Welt und des Daseins, an das Gute und Böse als universale Prinzipien etc. liegt ein etwas naives und kindliches Welt- und Selbstverständnis zu Grunde. Ähnlich dem Kinde, das die Mutter und den Vater als 'Götter' betrachtet, die ihm sagen, was gut und schlecht, richtig und falsch, erlaubt und verboten ist - wenigstens in traditioneller Erziehung - , so ähnlich verhält sich der durchschnittliche Gläubige. Er hat einen Vater oder sonst eine/n Vorgesetzten im Himmel oder einer übersinnlichen Sphäre, der/die ihm die Regeln vorgibt und den Sinn seiner mickrigen Existenz. Zum Unterschied von den leiblichen Eltern, die echt und real sind, fasse ich als das 'Religiöse', das was Sinn und Halt geben soll, als Projektion auf. Es sind die Ängste, Wünsche und Sehnsüchte, die wir dort abgeben und verorten können, weil wir fürchten, damit alleine nicht fertig zu werden.

    Dabei haben wir etwas mitbekommen, das all das, was Religion, Metaphysik und der ganze Spiritualismus, nämlich die Fragen nach Sinn und Zweck, Gut und Böse etc. nicht beantworten können, zumindest in einen für jeden selbst gültigen Zusammenhag stellen und ohne übersinnliches Brimborium einordnen kann. Unser Verstand, unsere Urteilskraft, unser Denkeisen im Kopf.

    Es braucht keine Götter und Gebote, der sog. 'Hausverstand' reicht völlig aus, um unser Leben so zu leben, dass wir im Einklang mit dem Nächsten und der Natur möglichst wenig Schaden anrichten während unserer Daseinsspanne. Offensichtlich reicht das den meisten Menschen nicht. Sie verlangen nach mehr und belügen sich und andere. Woher diese Sucht kommt? Keine Ahnung. Vielleicht flößt eine Welt ohne Götter und Gebote so vielen Menschen Angst ein.

  4. #104
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Notizen August 2019

    Die katholische Amtshirten und ihre Schäfchen feiern heute das Fest Mariä Himmelfahrt.

    Die Person Marias wurde von den Christen, besonders den Katholen zu einer Karikatur verzerrt und zu einer tragischen Witzfigur verklärt. Allein die irrsinnige Vorstellung einer unbefleckten Empfängnis durch den Heiligen Geist (wer soll das sein?), ist pathologisch und blanker Wahnsinn und kann nur verschwitzten, verklemmten, perversen Männergehirnen entspringen.

    Ich sehe Maria anders. Ich halte sie für eine mutige, unkonventionelle, furchtlose Frau, die vorehelichen Geschlechtsverkehr pflegte und ihren Sohn zu einem aufmüpfigen, revolutionär gesinnten Egomanen erzog. Jedenfalls ist da nichts zu spüren von verdruckstem, verschämtem Dienertum, sie war keine Magd des Herrn, wie die katholischen Spinner sie zu nennen pflegen. Sie war eine selbstbewusste, selbstbestimmte und unbeugsame fast moderne Frau. Emanzipation im besten Sinne.

    Ein Porträt dieser Frau zu zeichnen, fernab dieser katholischen Verhunzung, sie aus den Händen dieser Vergewaltiger zu reissen und ein Gegenbild zu zeichnen, das tät mich reizen. Habe vor vielen Jahren einen Anfang gemacht, der Text ist leider verloren gegangen. Wenn ich nicht so faul wäre, mich vor Recherche drückte und inzwischen literarisch nicht so infähig wäre, wie ich mich gegenwärtig fühle, dann würd ich mich drüber machen.

  5. #105
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Notizen August 2019

    Frauen spielten im Urchristenstum eine bedeutende, eine tragende Rolle. Ohne sie würde es das heutige Christentum gar nicht geben, denn es wurde von Frau zu Frau in den eigenen vier Wänden verbreitet - sozusagen im Untergrund. Das waren die ersten Tupperpartys der Menschheitsgeschichte.

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