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Thema: Theologische Dispute

  1. #51
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Theologische Dispute

    aeroliths bloße behauptung jedenfalls möchte ich nicht folgen. theologe hin oder her. daß er aufgrund seiner konfession und seiner erwählten religion die juden als volk hasste, was sie nachweislich nicht sind, da es sich um verschiedene stämme handelt, die auf der ganzen erde verteilt sind und zu denen nach koestler auch ein 13. gehört, der angeblich nicht genuin jüdisch ist (was auch immer das sein soll) halte ich für unstimmig, auch wenn er es selbst behauptet haben sollte. das muss für meinen geschmack etwas persönlicheres oder näheres gewesen sein als dieses alte schauermärchen von den wolfsjuden und den schafsrömern. ich möchte an dieser stelle an hitler erinnern. hätten sie ihn doch bloß für seine klägliche kunst bezahlt...

  2. #52
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    AW: Theologische Dispute

    Luther schaffte es offenbar nicht wirklich, die christliche Nächstenliebe auch auf andere auszudehnen. Hass hat letztlich mit einer Lehre der Liebe nicht viel zu tun.

    Gründe für Zorn gab es damals jedoch sicherlich mehr als genug. Bei den Fürsten hat er gekatzbuckelt, dafür an anderer Stelle Sündenböcke gebraucht???

    Die untere These spricht für globales Bürgergeld, hab ich immer gesagt.

    Es sind wirklich belanglose Unterschiede, an denen wir unsere Urteile festmachen.

    Die Gemeinsamkeiten der drei abrahamitischen Religionen überwiegen im Grunde, werden jedoch im Konkurrenzkampf ausgeblendet, da sich sonst kaum wirksame Feindbilder konstruieren ließen. Hass ist immer der Ausdruck, einem Feindbild in gewisse Kompensationsprojektionen gefolgt zu sein.

    Viele wollten damals die Welt verändern und reformieren, wenige sich selbst. Heute ist es ähnlich, alle wissen, was die anderen besser machen könnten, doch niemand arbeitet dauerhaft daran, seine eigenen Schwächen auszugleichen.


    Den Einwand, die Juden hätten Hass verdient, weil sie Christus ans Kreuz gebracht haben sollen, ist ebensowenig mit dem Gebot der Vergebung in Einklang zu bringen. Wenn wir die Kollektivschuld der NS-Zeit nicht auf uns nehmen wollen, sollten wir diesen Argumentationsketten nicht folgen: Ebensowenig wie wir heute hier pauschal noch Nazis sind, sind die Juden von heute an die Vergangenheit zu binden. Was wäre, wenn gerade die Auferstehung das Ziel des Weges war?

    Dann war es eher so, dass Goethe recht hätte: Die Kraft, die stets das Böse will, und doch das Gute schafft...

    Was invers ebenso gilt: Die Kraft, die stets das Gute wollen will, und dabei manchmal böses Blut erschafft.

    Die gleiche Aussage kann in einem Moment richtig, im anderen Moment falsch sein.

    Hass ist in keinem Moment ein feiner Wesenszug...

  3. #53
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Theologische Dispute

    Zitat Zitat von WirSindIchBin Beitrag anzeigen
    Luther schaffte es offenbar nicht wirklich, die christliche Nächstenliebe auch auf andere auszudehnen. Hass hat letztlich mit einer Lehre der Liebe nicht viel zu tun.
    Ist das Christentum denn eine "Lehre der Liebe"?
    Man muss schon ziemlich viel am Neuen Testament ausblenden um zu so einer Einschätzung zu gelangen.

  4. #54
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    AW: Theologische Dispute

    Nee, man müsste sich in die Zeit hineinversetzen und eines zu verstehen versuchen:

    Als die Jünger die Lehre von der Liebe hörten, konnten sie sich an seiner liebevollen Präsenz orientieren.

    Als dann Dinge geschahen, die von den Jüngern so noch nicht verstanden werden konnten, regte sich das alte Denken an die Mechanismen einer Welt, die immer den bedrängt, der ihrer Seele die Möglichkeit anbietet, sich vom Ego zu entwöhnen.

    Luthes hat es wohl nicht ganz geschafft, dem Ego zu entsagen. Es suchte sich nur eine andere Projektionsfläche als zum Beispiel Münzer.

    Was Du beschreibst, ist das, was später von anderen gesagt wirde, wie es sich zugetragen haben soll und was gesagt worden sein soll.

    Was nicht verstanden wurde, ist, dass es nicht darum geht, was das Ego von Menschen, Institutionen oder Organisationen wünscht, es geht darum, was die Liebe wünscht.

    Liebe nicht mit Gott gleichzusetzen, ist eine Dissoziation, die durch die Irrlehre der Kirche von Schuld und Erbsünde entstand.

    So, wie die Kirchen Gott betrachten, müsste unser Vater ein völlig dämlicher Pädagoge sein - wenn er Kinder für ihr Nicht-Wissen bestrafen muss, aus Mangel an Selbst-Bewusstsein. Es ist anders: Wir nutzen die freie Entscheidung, um so blöde sein zu wollen, wie wir es eben jetzt noch sind...

    Wir könnten auch etwas anderes...

  5. #55
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Theologische Dispute

    Das mit dem Ego dürfte bei Luther keineswegs ausgeprägt gewesen sein. Der Mann war Augustiner und Sohn eines Bergmanns und kein eigenbrötelnder Prinzensohn. Die Augustiner standen seinerzeit tief in der Sozialarbeit. Wer da sein Ego pflegt, wird schnell stranden. Luther suchte auch keine Projektionsfläche, das ist postmodern interpoliert. Er wr eher ein Mann des Mittelalters, seine Gottesfurcht ist greifbar und nicht transzendiert. Sein Argwohn gegen die Juden war der Haß desjenigen gegen diejenigen, die von sich glauben, etwas Besseres zu sein und am Ende nur Sünder sind und mit ihrem Dünkel die Nächstenliebe nicht leben können. Das, im übrigen, war auch sein Haß auf die Kalvinisten. Eben weil die Liebe zum Nächsten praktische Seelsorge befahl, konnte er die Rationalen, die Dünkler und die Pragmatiker nicht leiden. Luther lehrte, daß man den Sünder aufnehmen (helfen) müsse, die Sünde aber bekämpfen muß. Kalvinismus und Judentum waren für ihn Sünde, also bekämpfte er sie mit der Kraft seines sündigen Herzens.

    Mir geht es ähnlich, deshalb bin ich auch Lutheraner.

  6. #56
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    AW: Theologische Dispute

    Ja, mit der historischen Darstellung hast Du sicher den Nagel auf dem Kopf getroffen, trotzdem ist der Balken noch im eigenen Auge.

    Die Betrachtung steht auf dem Kopf:

    Es geht nicht darum, die Sünde zu bekämpfen.

    Es geht darum, die Ursachen für individuelle Fehlentscheidungen unwirksam zu machen.

    Wir können nicht "müssen", wir könnten nur WOLLEN. Der Wille ist das Feuer in der Seele, einzig die Fokussierung über (bestimmte Entwicklungs-) Zeiträume, hinweg erlaubt eine bestimmte Formgebung. Die Form der Liebe kann kein Hass sein. Hass ist die Illusion des Widersachers.

    Dann kannst du, wie Faust, sogar mit Gott sprechen, aber: Später zieht dich dein Verstand in den Zweifel der Materie zurück.

    Wir fallen und stehen auf, so scheint er mir, der große Lauf.

    Es heißt ja Nächstenliebe und nicht Nächstenhass. Selektive Nächstenliebe ist geradezu satanisch, wie wir jetzt bemerken dürften:

    Entweder wir lieben alle, oder "ES" müssen die ertrinkenden Kinder im Mittelmeer aus dem Kreis derer, DENEN wir Nächstenliebe selektiv zuteilen, gedanklich und emotional, entfernt werden. Als Folge dieser Geisteshaltung entstehen die physischen Leichen auf diesem Planeten. Nicht Gott ist schuldig, unser fehlendes Gemüt ist es, was uns auf das Schlachtfeld führt, eine Wahrheit schon verteidigen zu müssen, die wir nicht einmal im Ansatz verstanden haben. Zumal sie ständig weiter evolutioniert und permutiert, sich transformiert und transmutiert, transzendiert und geistig wächst, somit umfassender und greifbarer wird?

    Einen Satz vin Luther finde ich jedoch wirklich schön, und er verdeutlicht, was in Anbindung an die Quelle möglich ist:

    "Selbst, wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch einen Baum pflanzen."

    Was ich sagen wollte: In Anbindung an die Quelle, ist dies der Luther, der möglich war.

    In Isolation von der Quelle wurde seine Betrachtung selektiv.

  7. #57
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Theologische Dispute

    Eine "individuelle Fehlentscheidung" ist mit dem Bedeutungskontext der "Sünde" nicht identisch, nicht einmal ähnlich. Sünde entsteht aus dem Herzen, Fehlentscheidungen aus der Vernunft/Verstand. Allerdings erkenne ich eine Schnittmenge an. Ich erinnre an Herakles am Scheideweg. Menschen geraten früher oder später an diesen Scheideweg und müssen wählen, ob sie sich oder andere ins Zentrum ihres Wirkens stellen. Um es theologisch konkret zu machen: Kalvinisten und Juden stellen sich in das Zentrum, ihre Erwähltheit, ihre Besonderheit. Eben deshalb sind diese Theologien auch bestens für den Kapitalismus geeignet, denn sie sind pragmatisch und zugleich antreibend, denn diese Erwähltheit muß sich ja immer wieder beweisen.
    Um jetzt auf Dein Problem mit Luthers Haß zurückzukommen: Luther reicht jedem Juden und jedem Kalvinisten die Hand. Sein Haß richtet sich nicht gegen einzelne Juden oder Kalvinisten, sondern gegen das, was dahintersteht, nämlich die Lehre/Theologie/Menschenbild. Er haßt also das, was Menschen voneinander trennt, nämlich der Dünkel, das stärkste Trennmittel von der wichtigsten Christenpflicht, der Nächstenliebe. Die samaritische Handlung gibt es auch im Jundentum, auch im Kalvinismus, aber sie ist immer, philosophisch gesprochen, akzidentiell, nicht substantiell. Sie sind Gnadenerweise des Menschen. Nach Luther steht das aber nur in Gottes Hand, nicht in der des Menschen. Die Substanz der sündigen Lehren stellt den einzelnen Gläubigen resp. die blutsmäßig (Juden) oder durch Bekenntnis (Kalvinisten) in den Mittelpunkt. Beim lutherischen Protestantismus ist es das Bekenntnis zu Jesus, das den einzelnen in die Gemeinschaft bringt und von seinen Sünden befreit. Keine Selektion.

  8. #58
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Smile Mein Frieden mit dem Christentum

    Heute, Karfreitag, ist der Tag des Jahres, an dem ich mich erinnre, prüfe, dankbar bin und versenke.
    Ich glaube an den Kreislauf des Lebens, an die - letztendlich - Bestrafung des Bösen, das sich für mich im alleinigen Einsatz der Vernunft, des Verstandes, der Pragmatik oder auch des Eigennutzes zeigt. Ich wehre mich gegen die Dünkelnden, die sich im Besitz des Rechtes glauben, der besseren Weltanschauung, eines wie auch immer dargestellten Impetus der Macht und glauben, sie müßten diese Macht durchsetzen. Erfahrung lehrt mich: sie kochen ihr eigenes Süppchen und benutzen Gerechtigkeitsphantasien nur.

    Diese Überzeugungen gewann ich durch Jesus, durch das Nachdenken seiner Passion, das Nacherleben. Der Karfreitag erinnert mich verstärkt daran.

  9. #59
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    AW: Was mich aufregt

    Keiner der Vollpfosten würde sich in die Luft sprengen, wenn er nicht an den Tod (als Mittel zur Gestaltung des Lebens) glauben würde.

    Es ist nicht wirklich die Frage, ob Reinkarnation möglich ist, oder nicht.

    Es ist die Frage, was jemand aus dieser Anschauung für Schlüsse zieht.

    Was ist für einen bestimmten Menschen in seiner bestimmten Situation jetzt hilfreich?



    Den Unglücksraben an seine angehäufte karmische Verantwortung zu erinnern, kann überfordernd und damit hinderlich sein.

    Den Glückspilz an die Herkunft seiner Gesamtkonstitution zu erinnern, kann dagegen beglückend sein und förderlich wirken.

    Was ist wann harmlos und hilfreich genug, um wann, warum und zu wem, gesagt zu werden?

    Was kann an die Schönheit erinnern und was wäre liebevoll?

    Was kann später daraus wachsen?

    Nicht alles wäre immer wirklich hilfreich. Es wird gesagt, mit dem Wissen darüber, was "war", kann der "Verantwortung" dafür, kaum noch wirklich ausgewichen werden. Es wird jedoch auch gesagt, dass wir irgendwann, wenn wir die Mittel zur Hand haben, die früheren Ursachen (durch Berichtigung der fehlerhaften Gedankenkonstruktionen) unwirksam machen können. Im Grunde kommt keine Kulturform ohne (eine Fehler korrigierende) Jenseitsvorstellung aus. Von einem Soll-Zustand, der als gedankliche Vorwegnahme eine Quelle benötigt.


    Das, was die Menschen aus ihren Anschauungen ableiten, ist zuweilen das Problem. Das, wozu relative Religionssysteme instrumentalisiert werden, ist eine Entscheidung, die in unserem Geist stattfindet.


    Hängt die ganze Ethik nicht am Gesetz von Ursache- und Wirkung?

  10. #60
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Es ist nicht wirklich die Frage, ob Reinkarnation möglich ist, oder nicht.

    Es ist die Frage, was jemand aus dieser Anschauung für Schlüsse zieht
    --------------------------------------------------------------------------------

    Gut gesagt - unterschreibe ich sofort.

    Der Hindu sagt; du hast mir den Arsch abzuwischen...da du dich erst mal dahin zu reinkarnieren hast...wo ich heute schon stehe. Die Religion dient hier also dazu sich das Leben auf Erden ein wenig angenehmer zu gestalten - und so haben auch schon die Fürsten der Ur-Christen den Glauben instrumentalisiert. Es grenzt schon an Zynismus wenn der Papst sich nach jedem Attentat auf den Balkon stellt und sagt er wäre gegen den Terrorismus. Wer ist denn schon dafür, außer den Terroristen selbst?! Der soll lieber mal ein paar Milliarden rausrücken.


    Das, was die Menschen aus ihren Anschauungen ableiten, ist zuweilen das Problem.
    ---------------------------------------------------------------------------------------------
    stimmt.

    Das, wozu relative Religionssysteme instrumentalisiert werden, ist eine Entscheidung, die in unserem Geist stattfindet.
    .................................................. .................................................. .................................................. ..................

    Stimmt nicht...denn die Religion selbst ist das Instrument. Es gibt nichts...aber rein gar nichts...wozu eine Religion gut ist.

  11. #61
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    AW: Was mich aufregt

    Wir entscheiden doch, ob wir eine Religionsform als hilfreich ansehen, oder eben nicht.

    Zwar bin ich unter einer bestimmten Kulturform aufgewachsen, wie ich damit umgehe und was ich daraus mache, ist schon meine Entscheidung.

    Re-ligio bedeutet erstmal nur "Rückanbindung". Woran, entscheidet sich in unserem Geist.

    Zu der Zeit, als diese relativen, für ihre Zeit und ihre Region gedachten Lehrsysteme erdacht wurden, mögen sie dort ihre spezifische Rolle ausgefüllt haben.

    Für diese Zeit, da gebe ich Dir recht, sind sie so nicht mehr sinnvoll.

    Es ist das organisatorische Ego der Kirche, das auf dem Balkon steht und verurteilt.

    Sie wissen, dass ihre Zeit abläuft und drehen DAHER derart abartig am Rad...

  12. #62
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Wir entscheiden doch, ob wir eine Religionsform als hilfreich ansehen, oder eben nicht.
    --------------------------------------------------------------------------------------------------

    Nein, eben nicht! Du wirst im Alter von ein paar Wochen getauft, dann kommen Kommunion, Konfirmation, im Religionsunterricht wirst Du konditioniert + die ganzen christlichen Feste wie Ostern, Weihnachten usw...da kann von freier Entscheidung keine Rede sein. Das ist eine Erziehung der schlimmsten Art. In der Zeit deiner Konditionierung werden dir nicht die Schattenseiten der Religionen nahe gebracht, so dass man von nichts anderem als der Manipulation sprechen kann. Mit dem Glauben im eigentlichen Sinne hat das überhaupt gar nichts zu tun.

  13. #63
    Monk
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Ach ja? Und in welchen Lebensbereichen wird der Mensch nicht konditioniert, programmiert?
    Das ist doch Quatsch, alles auf den Glauben zu schieben. Es geht nicht darum, woran der Einzelne glaubt, sondern darum, dass religiöser Glaube benutzt wird, um Menschen zu manipulieren. Und dort, wo Bildung fern ist, gelingt das besonders gut.

  14. #64
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    AW: Was mich aufregt

    So gesehen sind wir Teilprogramme in einem Gesamtprogramm.

    Was jedoch eher in bildungsfernen Kulturen noch seinen Stellenwert besitzt.

    Sich als Teil des Gesamtprogrammes "Natur auf einem Planeten" zu begreifen,

    schützt letztlich am ehesten vor der Manipulation, nicht Teil eines Gesamtsystems zu sein.

    Inneres Wesen aller Aufregungen ist es, die Einbindung in ein Lebenssystems verdrängt zu haben.

    Die Aufgabe der Naturverbundenheit macht uns erst manipulierbar.

    Künstlich konstruierte Abhängigkeiten führen zu künstlich wirkenden Konditionierungen

    und recht komischen Bedürfniskommunikationsformen.

    Was wollen die, die es beabsichtigen, zu manipulieren, denn damit zum Ausdruck bringen?

    Wir könnten die Bettwanzen und Heuschrecken auch anbeten, ohne die ganzen Umwege...

    Die Trumpeltier-Konditionierung ist wie ein globales Bettwanzen-Problem:

    Erstens kann kaum noch jemand gut schlafen.

    Zweitens nutzt es nichts, nur Teilbereiche (vom Wanzenprogramm) zu entseuchen.

    Drittens müssten alle der "globalen Zicker-Behandlung" zustimmen.

    Viertens wird das "Stechen und Schlagen" wohl olympische Disziplin.

    Selbst, wenn die Zika`s in Südamerika programmtechnisch erschlagen würden,

    wäre die Brut am brüten zu hindern.

    Oder die Braut am bräuten?

    Wir werden anscheinend prima konditioniert, Ursachen und Wirkungen nicht mehr zu verbinden.

  15. #65
    andere-dimension
    Status: ungeklärt
    Zitat Monk

    Es geht nicht darum, woran der Einzelne glaubt, sondern darum, dass religiöser Glaube benutzt wird, um Menschen zu manipulieren.
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Genau das sagte ich doch. An den Schulen findet kein Glaubens...sondern Religionsunterricht statt. Wir müssen unterscheiden zwischen glauben und Glauben. Wenn ich nicht weiß..ob die Erde rund oder eine Scheibe ist...sondern nur das ein oder andere vermute...dann darf ich auch das nicht lehren...ich kann meine Meinung kund tun....mehr nicht... und das auch nur im Pausenhof...als Privatperson...aber gewiss nicht in meinem Amt als Lehrer. Wenn ich an die unbefleckte Empfängnis meiner Gummipuppe glaube...dann darf ich das auch nicht unterrichten...warum sollten also andere ihren Unfug lehren dürfen? Der christliche Glaube ist noch viel weniger als ein Glaube, denn er wurde schon in alle Einzelteile zerlegt und widerlegt. Die Schreiber der Evangelien hatten sich noch nicht mal die Mühe gemacht historisch korrekt zu bleiben. Du darfst glauben woran du willst, ich darf glauben was ich will, jeder soll glauben was er will..doch niemand hat das Recht seinen Glauben als Wahrheit zu verkaufen---und genau das machen die Religionen und ihre Kirchen/Moscheen.

    Zitat WSIB

    Was jedoch eher in bildungsfernen Kulturen noch seinen Stellenwert besitzt
    ------------------------------------------------------------------------------------
    "bildungsfern" ist ein Begriff...über den es sich lohnt nachzudenken. Er wird abwertend verwendet....steckt "Wert" mit drin. Wir werten...aber nach welchen Normen? Nach unseren. Wir haben also eine gewisse Vorstellung davon über welches Wissen der Durchschnitts - Globalbürger verfügen sollte. Aber ist es für den (glücklichen) Ziegenhirten aus Ghana wirklich von Bedeutung wer die Mona Lisa malte? Er weiß es nicht...aber er weiß ganz genau welche Frucht zu welcher Jahreszeit in seinem Boden gedeiht. Frag mal unsere Studenten was zu welcher Jahreszeit bei uns blüht und wächst - Du wirst überwiegend in fragende Gesichter blicken. Bildung ist also immer auch im Kontext der unmittelbaren Umgebung zu betrachten. In Bildung steckt "Bild"...ich mache mir ein Bild von..../ der Fotograf kann nur das fotografieren...was er selbst auch sieht. Und dann gibt es noch jene...die keinen Zugang zur Bildung bekommen...selbst wenn sie wollten. Als wirklich bildungsfern sind nur diejenigen zu bezeichnen, die sich und oder ihrer Umgebung schaden...weil sie ihre Holschuld nicht kümmert.

  16. #66
    Monk
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Dort, wo wenig Bildung herrscht, ist viel Platz für den Glauben.

  17. #67
    andere-dimension
    Status: ungeklärt

    AW: Was mich aufregt

    Das ist zwar richtig, doch darf man das Defizit an Bildung nicht mit dem Mangel an Intelligenz gleichsetzen. Die Intelligenz schützt nicht vor dem Glauben...die Bildung schon...denn die zeigt Alternativen zur Religion auf. Bildung öffnet den Himmel...während Tunnel -Intelligenz ziemlich nutzlos scheint.

  18. #68
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Was mich aufregt

    AD2, das ist nicht richtig. Ich empfehle den beiden Feinden des Numinosen die Lektüre von Ottos Meisterwerk. Ich glaube vielmehr, Monk und AD2 verwechseln hier Glauben mit Glaubensorganisation. Das eine ist Ausdruck des Göttlichen in uns, das andere ein Werk des Teufels - merschtenteils jedenfalls.

    Andererseits habe ich noch nirgends so viel Unsinn von den Leuten gehört, die alles sogenannte Unvernünftige und Irrationale als Unsägliches ablehnen. Abgesehen davon, daß es meist einem Verdrängungsakt entspricht, sind die komplexen Verwirbelungen unseres Hirns nicht dazu angetan, Welt allein auf eben diesen Verwirbelungen zu erkennen. Nirgends sind mehr Gläubige als unter denen, die da dem Wirken Gottes am nächsten zu sein scheinen, bei den Astrophysikern. Man hört es immer wieder aus den Reihen der Molekularbiologen, der Quantenphysiker, der Genforscher: wir kommen nur bis zu einem gewissen Punkt an die Wahrheit heran. Darüber hinaus ist etwas, was der Kern ist und wir nicht erkennen können. Asymptotische Wissenschaftslehre.

  19. #69
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Theologische Dispute

    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    ...
    Ich hatte mich Anfang des Jahres im Kontext der Auseinandersetzung mit Harnacks Christentum-Vorlesungen mit dem Unterschied zwischen dem Christentum und dem Islam beschäftigt. Die politische Sprengkraft theologischer Analysen zeigt sich auch dieser Tage wieder in der Aufnahme des Problems der Vereinbarkeit christlicher und muslimischer Ansätze bei der Gestaltung der politischen Wirklichkeit in einem Wirkverbund, einem Staat oder einer regionalen Gemeinschaft. Die AfD traut sich nun, eine - mehrere sind möglich - politische Schlußfolgerung aus sicherlich intern zuhandenen theologischen Analysen zu ziehen und bezeichnet den Islam (in Abgrenzung zum Christentum) als Ideologie, die grundgesetzfeindlich wirkt. Ob das nun so stimmt, mag ich heute nicht entscheiden, aber ich halte diese Bewertung angesichts bislang erfolgter (oberflächlicher) eigener Analysen für möglich.
    Die politische Reaktion der AfD-Gegner ist nicht analytisch. Sie bezieht sich nur auf die politischen Folgen des Vorstoßes. So wird aber keine Auseinandersetzung stattfinden können. Die Systemparteien werden dazu übergehen müssen, eigene theologische Analysen zu erstellen, die zweifelsfrei ergeben müssen, daß der Islam grundgesetzkonform ist. Solange sie sich scheuen, diese Analysen vorzunehmen, bleibt ihre Kritik tendenziös und opportunistisch, nämlich klientelbezogen und somit wenig hülfreich im Sinne der Sache. Ein Verweis darauf, daß viele Moslems sich in der BRD an das GG halten, ist kein Indiz für die GG-Konformität der Lehre, zumal es zur Taktik des Islam gehört, sich in Zeiten der Minderheit in einem Gemeinwesen vorerst scheinbar (offiziell) an die Regeln zu halten. Das hielt man in allen Weltgegenden so, bis man die Mehrheit stellte und dann den Staat unterwarf. Zudem muß man zwischen dem Moslem und dem Islam unterscheiden, zwischen dem Sünder und der Sünde, um es theologisch aus Sicht des unser GG strukturierenden Christentums auszudrücken. Dem Sünder (Moslem als Anhänger einer aus christlicher Sicht unchristlichen Ideologie) muß der christliche Staat die Hand reichen; die Sünde (die dem Christentum feindliche Lehre) aber muß er ausmerzen, weniger kriegerisch ausgedrückt, bekämpfen.
    Wenn der Islam nicht GG-feindlich ist, warum gibt es dann keinen islamischen Staat mit den Freiheiten und Rechten, wie wir sie hier kennen? Warum sind diese Staaten in unseren Augen allesamt Unterdrückerstaaten ohne Trennung von Kirche und Staat? Zufall oder Wesen des Islam?

  20. #70
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Sprache und Glauben

    Wer dichtet, der schreibt. Wer schreibt, besitzt den Glauben daran, daß seine Worte verfangen, Bedeutung besitzen, in anderen wahrgenommen werden, im günstigen Fall so, wie der Dichter es meinte. Wer keinen Glauben entwickeln kann, wird nichts zu Papier bringen können. Wortakrobatik ohne Bedeutung, denn das System der Sprache benötigt den Glauben an die Funktionskraft der benutzten Worte, der Zeichen. Sinnkraft ist immer eine Glaubenssache. Wie kann ein Atheist schreiben? Wozu sollte er? Zum Geldverdienen? Wer nicht glauben kann und schreibt, ist demnach ein Betrüger an denjenigen, denen er vorgaukelt, die von ihm benutzten Wörter würden etwas bedeuten.

  21. #71
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post metaphysische Glaubensgewißheit

    Rationalisten, Aufgeklärte, Glaubenslose, Vernunftmenschen unserer Tage konstruieren einen mutmaßlichen Gegensatz zwischen dem Glauben und dem Wissen, zwischen dem Irrationalen und Vernünftigen, dem Gefühl und dem Verstand.

    Unsinn, Genossen!

    Der glaubende Mensch ist sich gewiß, WEIß also. Er schaute die Grundlage des Glaubens, ein Reich des Übersinnlichen und eben deshalb mit der ratio nur beschreibbar, nicht aber empirisch zu fixieren. Dem gläubigen Menschen geschah ein Transzendenzerlebnis, eine Form erlebter Gewißheit (von wissen) des Übersinnlichen. Ein Ganzheitserlebnis. Auf einen Schlag wird alles klar, verständlich, logisch, schön oder auch häßlich, ungeheuerlich, fascinosum est. Der ungläubige Mensch hatte dieses Erlebnis nicht, darum konstruiert er Systeme auf dem Grund dessen, was er erlebte und diffamiert das, was er nicht erlebte, als Unsinn. Als ob das, was man nicht kennte, nicht existierte!

  22. #72
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Theologische Dispute

    Wer glaubt, der ist bereit für Wunder. Man muß aber, bevor man glauben kann, Gott die Hand hinstrecken (Luther), damit Gott die Gnade des Glaubens gewähren kann. Es hängt eben alles am freien Willen. Den gab es allerdings für Luther nicht, was damit zu tun hat, daß der Mensch nur glaubt, er könnte über sich selbst bestimmen, letzten Endes aber nur bedingt handelt.

    Die Pole der Religion: Glaubensgewißheit (Wissen) und Sehnsucht. Das Gemüt sehnt sich nach seinem Gott. Das ist der Urgrund der Religion: Sehnsucht.

  23. #73
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    AW: Theologische Dispute

    Interessanter Gedanke Freytags zum Zusammenhang von Pietismus und Erweckungsbewegung. Freytag meint, es gäbe einen, nämlich den, daß die Erweckung des Glaubens durch äußere Vorgänge, letztlich das Abzielen der Missionstätigkeit unter den Ungläubigen, den Pietismus zu Grabe getragen habe.

    Kommentar: ist was dran, der verträgt nämlich heischende Betriebsamkeit nicht.

  24. #74
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Theologische Dispute

    Es gibt eine alternative Bibel namens Urantia. Knapp 2100 Seiten, geschrieben in der Mitte des vorigen Jahrhunderts von einem deutschstämmigen Amerikaner namens Sadler. Buch ist bestellt, schließlich gehörte es zum ständigen Begleiter von Stockhausen und Jimi Hendrix: muß also was taugen, mindestens jedoch als Muse wirken können. Die Lektüre dürfte interessant werden. Ich berichte.

  25. #75
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Anja
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    AW: Am Faden

    Na, Streusel, was fällt Dir dazu ein?





    (Glaube an Gott, doch glaube nicht alten Männern in Nachthemden, fällt mir ein.)

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