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Thema: Das Spiel ist aus

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Das Spiel ist aus

    Abflughalle

    Das Köfferchen parkte an ihrem rechten Bein. Sie reckte den Kopf. Sie war umringt von Nicht-Raucher-Schildern. Vor ihr eine Dame mit einem von Schleifchen übersäten Hündchen im Handgepäck. Sie war einsam wie sie selbst. So konstatierte sie. Mechanisch griff sie in ihr marineblaues Jackett. Die Zigaretten trieben eine Beule in der Tasche. Welch Erleichterung, sie spüren zu können. Sollte sie? Trotz der Nicht-Raucher-Schilder? Aber nein, das würde ihrem Stil nicht gerecht werden. Nervös ließ sie ihren Blick wandern. Gleich einer adligen Araberstute. Die Schlange schien endlos. Sie war ärgerlich. Sie hatte sich von diesem netten jungen Mann im Reisebüro eine Pauschalreise aufschwatzen lassen. Bis sich ihre Augen in seinen Rücken bohrten. Er war am Einchecken.

    Die Bord-Personal-Dame grinste: „Mehr haben Sie nicht?“ Er plusterte sich auf: „Meine liebe Dame, es ist nur für ein Wochenende. Ich werde Neujahr begehen.“ Monoton fiel sie nach dieser Aussage in ihren Singsang: „Ausgang A, Bordplatz Nr. 45.“ Sein Blick streifte noch einmal die Krähe. Ausgemusterte Stewardessen hatten wirklich etwas gräßliches an sich. Das Haar zerfluddert. Falten übersät. Der Lippenstift verflossen an den Rändern des Mundes. Keine Uniform konnte dieses Aussehen wettmachen. Er streifte sein teures Tuch zurecht und wandelte in Richtung Paßkontrolle.

    Flugzeug
    Sie setzte sich. Erleichtert. Der erste Blick fiel in den Handspiegel. Der Lippenstift verlief sich in den Falten. Wäre es besser, keinen mehr aufzutragen? An den Augen leichte Verästelungen. Lachfalten. Sie konnte sich nicht erinnern. Wann hatte sie das letztemal lauthals gelacht? Die behaarten Finger neben ihr blätterten in einer Zeitschrift. „Kicker“. So las sie auf dem Deckblatt. Ein Samstag-Nachmittag-Fußball-Vater saß neben ihr. Womit hatte sie dies verdient? Er beugte sich zu der Frau neben sich und murmelte etwas Unverständliches. Die Stewardess rammte ihr den Hintern ins Gesicht. Gangplatz.

    Er faltete achtlos die Zeitung auseinander. Sein Nachbar war ihm egal. Sollte er doch ausharren. Mit der Zeitung wie ein Brett vor dem Gesicht. Er überflog die Wirtschaftsseiten. Die Zeitung raschelte ohne sein Blättern. Die Stewardess war vorübergegangen. Er rückte an seinem Krawattenhals. Der Hintern war ansehlich gewesen. Vieilleicht sollte er noch etwas mehr Rotwein ordern? Ein Blick nach hinten. Ein Hallo. Der Hintern kehrte zurück. „Noch einen Rotwein, bitte.“ Dieses Spiel wiederholte er viermal während des Fluges.

    Das Flugzeug nahm Anflug auf New York.

    Rezeption Waldorf Astoria
    Der Prachtschuppen an der Park Avenue erstrahlte in seinem Glanz. Als sie aus dem Taxi stieg, durchfuhr sie die Kälte. Gleich Nadelstichen jagte der Wind auf die Haut. Sie musterte die Fassade. Genauso hatte sie es sich vorgestellt. Sie trat durch die ausladende Tür und begann sich zu orientieren. Wenn sich die Flügeltüren öffneten, klirrten die Kronleuchter im Luftzug. Partikel von Gästen verliefen sich scheinbar ziellos in der Halle. Einige unterhielten sich angeregt in den brockatüberzogenen Sofas. Sie schnupperte. Diese Luft! Von Internationlität durchzogen. Welche Metropole! Das Prickeln machte sich wieder breit. Welch herrliches Spiel! Sie war am Fiebern. Sie setzte sich abseits, um die ersehnte Zigarette zu rauchen. Der Smog füllte wohltuend ihre Lungen. Der Lippenstift zeigte seine Spuren am Filter. Blaßrosa. Sie wollte sich schon erheben, als er die Halle betrat. Er steuerte im Laufschritt auf die Rezeption zu. Er war ihr zuvorgekommen. Sie fingerte in der Zigarettenschachtel und zündete sich noch eine an.

    „Ich habe eine Suite für 3 Tage gebucht. Mein Name ist Julian Grabowski.“ Dienstfertig drehte sich der Mann nach der Liste und suchte den Namen. „Ja, hier habe ich Sie, Zimmer Nr. 333. Er drehte sich um, fingerte nach dem Schlüssel und übergab ihn seinem Gegenüber. Ohne die Halle in ihrer Geschäftigkeit noch eines Blickes zu würdigen, stieg er in den Aufzug.

    Als er weg war, wagte sie es. Sie schritt in Richtung Rezeption. Der Mann dahinter wuchs sich zu einem Ungeheuer aus. Er würde ihr die Lüge ansehen. Sie fingerte nach den Zigaretten im Jackett. Sie waren da. Ein Anflug von Erleichterung machte sich breit. Aber die Lüge stand immer noch im Weg. Mit schwacher Stimme sagte sie zu ihm: „Guten Tag, ich heiße Alexandra Smirnow.“ Als sie dies gesagt hatte, schoß ihr die Röte ins Gesicht. Er schien dies nicht zu bemerken. Er hatte sich schon über die Liste gebeugt: „Ahja, hier haben wir Sie. Zimmer Nr. 334.“ Er reichte ihr den Schlüssel. Erleichtert borg sie ihn gleich einem Schatz an ihrer Brust. Sie wollte schon in Richtung Aufzug stürmen. Dann sah sie die Dame mit dem Schoßhündchen. Es trippelte aufrecht hinter ihr her und reckte sein schnüffelndes Schnäuzchen nach allen Seiten. Alexandra brach in Entzücken aus und sagte zu der Dame: „Was für ein süßer Hund! Den haben Sie von Deutschland mitgebracht? War das nicht anstrengend?“ Die Dame trug einen Pagenschnitt. Das schwarze Haar war schon leicht von weißen Schlieren durchzogen. Alexandra dachte an ihre Mutter. Dieses ausdrucksvolle Gesicht und die Art, wie sie ihr Haar trug. Die Dame mit dem Hündchen lachte. Eine Reihe von Falten grub sich in ihr Gesicht. über die Falten schien sie sich keine Gedanken zu machen, denn ihr Lachen klang echt. War nicht ihr eigenes Lachen oft unecht? Dann, wenn sie ihrer Falten bewußt wurde? „Aber nein, er war ganz brav. Sind sie auch alleine hier?“ Diese Offenheit entwaffnete Alexandra. Kurz klappte ihr die Kinnlade hinunter. Dann fing sie sich und sagte: „Ich, eh, ja, ja, ich bin alleine hier.“ „Wollen wir heute abend zusammen speisen? Wissen Sie, ich will heute nicht alleine im Speisesaal auftauchen.“ „Das hört sich gut an. Sagen wir um acht Uhr?“ Sie wußte nicht, wie ihr geschah. Ursprünglich hatte sie sich ausgemalt mit einem Mann zu speisen, aber warum nicht mit einer Frau? Was er wohl dazu sagen würde? Dies war ihnen noch nicht untergekommen. Das Hündchen zerrte an der Leine. Lachend verabschiedeten sie sich: „Also um acht an Sir Harrys Bar.“ Alexandra murmelte tonlos: „Ja, um acht.“ Sie schüttelte den Kopf. Was hatte sie getan?

    Sie betrachtete den Schlüssel. 334. Also 3. Etage. Sie nahm den Aufzug und fand sogleich das Zimmer. Weinrote Samtvorhänge paarten sich mit Stühlen, die aus der Zeit von Ludwig dem Sechzehnten emporgekommen zu sein schienen. Sie fühlte sich in die Zeit der Romanheldin Angelique zurückversetzt. Welches Abenteuer würde sie diesmal erwarten? Die Abendsonne glühte durch das Fenster. Ein roter Ball zwischen den Wolkenkratzern. Erleichtert ließ sie alle Lasten von sich fallen. Sie zerrte sich das Kostüm vom Leib und legte sich auf das breite Doppelbett. Sie war hellwach. Keine Spur von Schlaf. Sie strich sich über die Brüste. Den schwarzen mit Spitzen verzierten BH hatte sie anbehalten. Ungeduldig schob sie ihn zur Seite und berührte ihre Brustwarzen. Sie wurden hart. Sie zog an einem der steifen Nippel. Er war ganz aufgerichtet wie ein errigierter Penis. Sie stöhnte. Dann schob sie sich mit einem Ruck das Kissen zwischen die Beine. Sie begann, sich rythmisch zu bewegen. Bilder jagten sich in pulsierenden Fluktuierungen. Die Mutter wechselte mit der Dame mit dem Hündchen ab. Sie waren nackt und betrachteten sich im Spiegel. Dann tauchte er mit seinem stolz aufgerichteten Glied auf. Er lag auf dem Rücken. Sein Mund stöhnte. Sie beugte sich über den Steifen und nahm ihn in den Mund. Sie bewegte sich schneller. Das Herz schlug bis zum Anschlag. Dann kam sie. Die Bilder verblaßten. Sie sank in den Schlaf.

    Ein Kratzen störte sie auf. Sie war auf einer Landzunge gestanden. Ihr spindeldürrer Körper hatte sich dem Getose der Wellen zugeneigt. Dahinter die Stimmen ihrer Eltern: „Nein, Alexandra, tue es nicht!“ Es war dunkel. Sie tastete nach dem Lichtschalter. Fand ihn. Knipste. Es blieb Nacht. Sie hatte vergessen, die Karte am Eingang in den Schlitz zu stecken. Tastend erhob sie sich aus dem Bett. Das Zimmer war fremd. Woher sollte sie wissen, wo die Möbel standen. Wo war der Ausgang? Wenn sie ihn fände, würde der Lichtschein ausreichen. Sie könnte die Karte suchen. Es kratzte erneut. Woher kam das Geräusch? Jemand sagte mit einer öligen kehligen Stimme zu ihr: „Solange, bis du es nicht mehr aushältst.“ Woher kam diese Stimme? Das gehörte zum Spiel. Nun war sie sich sicher. Aber wie konnte seine Stimme in ihr Zimmer eindringen? War er es wirklich gewesen? Hatte er zu ihr gesprochen? Klang seine Stimme nicht anders? Sie hatte keine Erinnerung mehr an seine Stimme. Die Trennung von zwei Tagen hatte ihr Bewußtsein gelöscht. Konnte das sein? Fiebernd stand sie nun im Raum. Ihre Bewegungen hilflos, gleich einem neugeborenem Kätzchen. Sie stolperte über etwas. Ihr Körper glitt auf den Teppichboden. Er war weich. Mit der rechten Hand tastete sie sich vorwärts und robbte auf der Unterlage. Ein Silberstreifen am Horizont. Sie aalte ihren Körper daraufhin zu. Endlich. Die Tür. Sie zog sich an der Klinke nach oben. Dann stand die Tür offen. Das Licht des Gangs strömte herein. Sie fand die Karte und steckte sie in den Schlitz. Der Nachttisch leuchtete. Sie starrte auf die Uhr. Es war 19.50 Uhr. Hastig begann sie, sich im Bad sich zurecht zu machen. Ein Bohren im Ohr. Das mußte sein. Aber es kam nichts. Wie oft hatte sie schon das Wattestübchen in die Öffnung gestoßen? Bis nichts mehr kam. Aber der Flug mußte doch! Aber ja, eine kleine eklige schleimige Aussonderung ihres Körpers thronte auf dem Wattebausch. Gleich einer Trophäe begleitete sie sie in den Mülleimer. Das brünette Haar noch etwas in Facon gebracht. Der Lidstrich nachgezogen. Es war perfekt. Dieser Neujahrsabend würde in schillerndem Licht erstrahlen. Schließlich war sie in Manhatten.

    Sie setzte sich an Sir Harrys Bar. Das rechte Bein über das linke geschlagen. Genugtuung machte sich in ihr breit. Er würde sie dafür hassen, daß sie heute so gut aussah. Sie reckte den Hals. War er zu sehen? Nein, nur ein Abglanz von brüderlichen Nichtssagenden durchschwomm den Raum. Aber dann kam sie. Sie sah umwerfend aus, wie sie mit einem leichten Lächeln im Gesicht den Raum betrat. Sie trug ein aufreizendes schwarzes Abendkleid, welches ihre schöne Brust betonte, das Hündchen in wohlnäselnder Stimme im Schlepptau. Alexandra winkte ihr zu. Sie kam auf sie zu. „Haben Sie auch geschlafen? War das nicht wunderbar nach diesem anstrengenden Flug? „Ja, aber ich wurde geweckt von einem Geräusch. Es ist in meinen Traum eingedrungen. Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, was ich geträumt habe.“ „Strenge Diskretion. Wir werden einen geziemlichen Umgangston miteinander haben. Wollen wir?“ „Ja, gehen wir.“ Sie bewegten sich in Richtung Speisesaal. Der Ober lenkte sie an einen Tisch, der fürstlich dekoriert war. Sie setzten sich. Der erste Gang wurde aufgetragen. Garnelen in Knoblauchsauce. Dekoriert von Petersilie am Rande des Tellers. Alexandra nippte an ihrem Weißwein. Dieses Menü würde sie nicht überstehen. Ihr Gegenüber schlug kräftig zu. Alexandra knabberte nur hier und da an einem der Tiere. Als sie kurz von ihrem Teller aufschaute, sah sie, wie er in Begleitung einer Brünetten in den Saal stolzierte. Die Brust aufgebläht wie eine Papagei. Aber das konnte doch nicht! Doch, er war es. Er hatte das Spiel wahr gemacht. Im Geiste wiederholte sie sich die Worte, die er ihr am Abflugtag gesagt hatte: „Aber Alexandra, es ist doch nur ein Spiel. Wer fängt den größeren Fisch, wenn wir getrennt auftreten? Wir sind ja danach wieder zusammen, aber laß uns nur für dieses eine Wochenende getrennt sein. Es erhöht die Lust. Was glaubst du, wie geil du nach diesem Intermezzo auf mich sein wirst?“ Die Garnele blieb ihr im Hals stecken. Sie hustete. Die Köpfe des Saals kehrten sich nach ihr um. Wie peinlich. Nicht nur peinlich, daß sie hustete. Noch mehr peinlich, daß sie mit „nur einer Frau“ am Tisch saß. Sein Blick streifte sie. Kurz schauten sie sich in die Augen. „Wer war das? Kennen Sie ihn? Ein schöner Mann!“ Alexandra wand sich in Ausreden. Was sollte sie sagen? Sie stieß hervor: „Ich glaube, wir haben uns im Flugzeug getroffen. Ich weiß nicht mehr.“ Das Gespräch verlief sich. Alexandra schien sich zu entspannen. Nur hier und da streifte sie noch das Paar mit einem Blick. Es saß vier Tische weiter von ihnen. Die Dame sagte: „Wissen Sie, welche Schriftstellerin ich liebe? Virginia Woolf.“ Der Name erinnerte sie zwar an etwas, aber sie hatte noch nie ein Buch von ihr gelesen. Sie stieß hervor. „Wer hat Angst vor Virginia Woolf? „Ja, das ist ein Bühnenstück von Tennesse Williams, aber die Autorin kennen Sie nicht?“ „Nein tut mir leid, ich muß passen.“ In jenem Moment strich er der Brünetten mit der Gabel ein Haarsträhne aus dem Gesicht. „Virginia Woolf war lesbisch, obwohl sie es nie so recht zugeben wollte. Sie hat immer von Frauen und ihrem Bezug zum anderen Geschlecht geschrieben, aber selber hat sie dies wohl nie so recht ausgestestet. Außer mit einer, Vita Sackville-West. Mit ihr hatte sie einmal einen Orgasmus. Mit ihrem Mann lebte sie in einer asexuellen Ehe.“ Er küßte die Brünette auf den Mund. Sie war heiß geworden. Nicht nur von seinen Handlungen, sondern auch von ihrer Rede. Sie spitzte den Mund und sagte zu ihr: „Mir ist entsetzlich heiß geworden. Wollen wir uns nicht auf mein Zimmer begeben und dort das Feuerwerk ansehen?“ Die Dame nickte freudig. Sie erhoben sich. Das Silvestermenü war vergessen. Im Aufzug strich sich die Dame über das Kleid. Alexandra nahm es wahr und bohrte ihren Finger in das Ohr. Sie fror. Sie zitterte am ganzen Leib.

    Im Zimmer stellte sich die Dame ans Fenster. Das Hündchen durchschnüffelte währenddessen das Zimmer gleich einem Detektiv. Die kleinen Schnauzerhaare nach oben gestellt. Alexandra nahm das Hündchen auf und trug es zu der Dame am Fenster mit den Worten: „Werden wir nicht ein wunderbares Silvster begehen?“ Die Dame drehte sich um und begann Alexandra auf den Mund zu küssen. Das Hündchen zwischen ihnen begann zu jaulen. Alexandra setzte es ab. Die Dame fiel über sie her. Zerrte sie zum Bett und dann geschah das Unvermeidliche. Die Dame zog sich aus. Die Dame zog sie aus. Alexandra mußte in ein Löwenmaul starren. Eine Venusfliegenfalle, die seufzte und ihr Beklagen kund tat. Das erste Mal konnte sie sehen, wie sich die breiten Lappen nach einem Streicheln sehnten. Sie rammte ihre Finger in die Falle. Ein Seufzen kam von oben gelegenen Lippen. Dann suchte sie den Hügel. Irgendwo mußte er doch in den verborgenen Falten sein. Sie fand eine Erhebung. Sie markierte sie mit den Fingern. Und dann nahm sie die Zunge und leckte sie. Der Mund stöhnte. Sie fühlte, wie sie kam. Sie pulsierte. Dann vibrierte es. Dem Mund entfuhr ein: „Aaachh!“ Die Dame blieb noch eine halbe Minute entspannt liegen. Dann zog sie sich an. Packte das Hündchen und sagte: Mr. Potter hat jetzt Hunger. Wir müssen gehen.“ Alexandra war noch ganz im Rausch. Sie nahm das Gehen der Dame nur halb wahr und blieb erregt liegen. Die Tür schloß sich. War dies ein Traum gewesen? Sie öffnete die Augen. Vor dem Fenster ergoss sich ein Silberregen. Danach lautes Böllern am Ohr. Alexandra begann zu lachen. Natürlich Silvester. Wie hatte sie dies vergessen können? Und dann kamen wieder die Stimmen: „Es war nicht ausgemacht, daß du mit einer Frau erscheinst.“ Es war seine ölige Stimme. Direkt an ihrem Ohr. Jetzt erkannte sie sie.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Das Spiel ist aus

    puh, patina,

    auf sowas steh ich ja bleiben wir sachlich:

    warum am anfang die perspektive des mannes. sie hat keine funktion, ja stört. muss sie, als sie alleine im hotelzimmer ist, kommen? wenn sie einfach mit den kissen zwischen den beinen einschlafen würde, wäre es zum schluss doch heißer.

    der rest gefällt mir erstmal spontan. vielleicht finde ich später noch was zum kritteln.

    das hündchen würde mich stören. in wirklichkeit habe ich angst vor hunden. aber ihr frauen müsst euch ja auch nicht um ein gewisses ding sorgen machen.

    und: hast du die telefonnumer der dame?

    grüße
    tt

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das Spiel ist aus

    Deine Wechsel verwirren mich. Einzelheiten, ja! Aber diese sollten motivisch eingebunden werden. Also, wenn da jemand KICKER liest, dann sollte Dir das wenigstens eine Assoziation wert sein. Lippenstift! Mach das zum Ausgangspunkt, Leben zu beschreiben. Ein Gespräch, Charakterbilder. Die abgelutschte Stewardeß sollte THEMA sein. Vielleicht. Vielleicht aber willst Du nur reisen und betrachtest, was Dir über den Weg läuft. So ganz schlau geworden bin ich aus Deinem Text nicht.

  4. #4
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    AW: Das Spiel ist aus

    Hallo tt und Robert,
    ich wollte den Leser etwas im Unklaren lassen, was die Dame betrifft. In ihrer Phantasie reist sie getrennt von ihrem Mann nach New York. Das Ehepaar setzt sich einem Spiel aus, sich gegenseitig eifersüchtig zu machen. Aber das ist wie gesagt nur Phantasie. In Wahrheit hat sie gar keinen Mann oder verwechselt diesen Julian Grabowski mit einem anderen Mann, den sie tatsächlich hat oder ehemals hatte. Das alles soll nicht so deutlich formuliert werden. Ist das zu kompliziert? Soll ich das deutlicher ausmalen. Aber vielleicht wird es sonst zu schal. Wer weiß?

    Hallo tt, welche Dame hättest du denn gern? Die mit dem Hündchen oder Alexandra?

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Das Spiel ist aus

    Hallo Patina,

    also, dass es solch ein spiel war, ist klar geworden. aber nicht, dass es nur in ihrer phantasie ist, bei mir.

    tt

    PS: ich hab doch angst vor hunden.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das Spiel ist aus

    Das Springen von Person zu Person, Handlungsidee zu Idee, alles halbgar, dieses Nichtbeisichbleibenkönnen, mißfällt mir, um es deutlicher zu sagen. Wechsel der Perspektive, Wechsel der Diktion, Wechsel der Parameter des Erzählten.
    Liebe Patina! Du solltest mal einen Text einstellen, in dem Du schulmäßig Ort und Stunde hältst. Das Geschehen bleibt bei sich und ist überblickbar, die Personen sind gesetzt und entwickeln sich (kaum), dafür aber strapaziert die Handlung alles. Am Ende machst Du dann eine Zusammenfassung und gibst uns eine Moral mit auf den Weg.

    Wenn wir das haben, sehen wir mal, ob sich Schnellschüsse auch anders verdrehen könne.

  7. #7
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    AW: Das Spiel ist aus

    O.k., Robert, ich werde demnächst einen Versuch starten, aber erwarte nicht zu viel...hähä.

    Meinst du, daß ich ca. eine Stunde beschreibe, in der die Handlung spielt und daß in jener Stunde Rückgriffe auf die Vergangenheit geschehen? Oder habe ich jetzt wieder etwas falsch verstanden? Wenn nicht, dann könnte ich die beiden Personen auf dem Rückflug beschreiben.

  8. #8
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    AW: Das Spiel ist aus

    Es gab mal einen Fußballspieler Grabowski, dem hing, Fernsehbild, sein linkes Ei für einen kurzen Moment aus dem niedlichen Sporthöschen, ei ei, doch das nur am Manhattanrande.

    So redet kein Portier, überhaupt stimmen die Bilder, stimmt die ganze Atmosphäre nicht, der Nebel der geilen Wünsche teilt sich mir nicht mit. Bitte, edler Schimmel - wie Pilz und keinesfalls wie Pferd -, überdenke noch einmal Körperhaltungen, Körpersprache Deiner Figuren, verdeutliche die Eingangsforderung, dann könnte das durchaus was werden.

  9. #9
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    Post AW: Das Spiel ist aus

    überarbeitet:

    Das Köfferchen parkte an ihrem rechten Bein. Sie war umringt von Nichtraucherschildern. Mechanisch griff sie in ihr marineblaues Jacket. Die Zigaretten trieben eine Beule in der Tasche. Welch Erleichterung, sie spüren zu können! Sollte sie? Trotz der Nicht-Raucher-Schilder? Aber nein, das würde ihrem Stil nicht gerecht werden. Ihr Venushügel juckte. Die einzige Lösung in diesem Moment wäre die Zigarette. Nervös glitt ihr Blick auf und ab. Gleich einer adligen Araberstute. Ihre Augen bohrten sich in seinen Rücken. Dort stand er aufrecht, gehüllt in das feinste Tuch. Das graumelierte Haar säuberlich zurückgekämmt. Worauf hatten sie sich eingelassen? Es war seine Idee gewesen. Sie ließ ihre linke Hand über die rechte gleiten. Die Stelle, wo sonst der Ring saß, war leer. Ihr Gesicht zerfiel. Sie war den Tränen nah. „Es ist doch nur für ein Wochenende. Was glaubst du, wie spannend unsere Beziehung dadurch wird?“ hatte er am Abflugtag zu ihr gesagt. Nichteinmal das Taxi zum Flughafen hatten sie sich geteilt. Sie fühlte schon, wie die Tränen kamen. Da straffte sich ihr Gesicht. Das Gefühl wandelte sich in Wut. Wie abhängig sie doch von ihm war. War er nicht ein gottverdammt eingebildeter Pinsel? Hatte sie nicht immer unter seiner Macht gelitten? Sie begann zu zittern. Fahrig fuhr sie sich mit den Fingern über den Kopf. Eine Haarsträhne löste sich aus dem streng nach hinten gekämmten Haar. Sie schob ihr Köfferchen mit dem Bein ein Stück weit nach vorn. Der Reißverschluß verfing sich in der Strumpfhose. Eine Laufmasche. ärgerlich trat sie den Koffer. Der Venushügel juckte wieder. Wenn sie jetzt könnte. Nicht rauchen. Ihm einen blasen. Seinen großen erigierten Penis aus den Hosenfalten bergen. Mit den Lippen die Eichel lutschen. Daran saugen. Schmatzen. Ihn Stöhnen hören. Immer lauter. Bis er kommer würde. Abspritzend in ihren Mund. Ein echter Mann. Die glorreichen Sieben. Ihr wurde heiß bei diesem Gedanken. Sie öffnete das Jacket. War es möglich, von jemandem sexuell abhängig zu sein? Zwei Knospen wollten die rosane Bluse durchstoßen. Wenn er ihr an die Brust griff, dann geschah das nicht zärtlich, sondern mit leidenschaftlichen Bewegungen. Fast so, als ob er ihr die Brüste herausreissen wollte. Manchmal zog er hart an einem der Nippel. Dabei entfuhr ihr immer ein Stöhnen.

    Er war am Einchecken. „Julian Grabowski?“ Die Bord-Personal-Dame grinste: „Mehr haben Sie nicht?“ Er plusterte sich auf. „Meine liebe Dame, es war nur für ein Wochenende. Das großartige Jahr 2000 begehen!“ „Wie schön für Sie. Für ein Wochenende nach New York fliegen. Ich wünsche Ihnen einen guten Rückflug nach Berlin.“ Sie grinste erneut. Auf die gelben Zähne hatte sich der Lippenstift gelegt. Die Bord-Personal-Dame verfiel in ihren Sing-Sang: „Ausgang A, Bordplatz Nr. 45.“ Sein Blick streifte nochmals die Krähe. Ausgemusterte Stewardessen hatten wirklich etwas widerliches an sich. Das Haar war strohig und zerfluddert. Die schlechte Bordluft hatte Falten wie Kriegsgräben hinterlassen. Der Lippenstift zerflossen in den tausend Verästelungen am Mund, wenn sie ihn schürzte. Eingefallene Wangen. Die Augen gelblich wie ein abgestochener Vogel. Die Fingernägel erkennbar brüchig unter dem rosanen Nagellack. Keine Uniform konnte dieses Aussehen wettmachen. War nicht seine eigene Frau genauso am verfallen? Er drehte sich noch einmal um. Sofort sah er ihren nervösen hungrigen Blick. Fünf Parteien standen zwischen ihnen. Sie würde nicht über ihn herfallen können. Er streifte seinen teuren Anzug zurecht und wandelte in Richtung Paßkontrolle.

    Im Flugzeug setzte sie sich erleichtert. Der erste Blick fiel in den Handspiegel. Der Lippenstift verlief sich in den Falten. Wäre es besser keinen mehr aufzutragen? Als sie noch jung war, hatte ihre Mutter immer zu ihr gesagt: „Jetzt kannst du ih noch tragen. Nütze die Zeit.“ Sie kramte in ihrer Handtasche nach einem Taschentuch. Mit einer ruckenden Bewegung wischte sie sich den Mund ab. Blaß wirkte sie nun. Ungewohnt. Sollte sie doch wieder? Erneutes Kramen. Vielleicht wirkte er frisch aufgetragen besser? Sie startete einen Versuch. Die Lippen leuchteten blaßrosa. Sie wagte ein Grinsen in den Spiegel. An den Augen leichte Gruben. Lachfalten. Sie konnte sich nicht erinnern. Wann hatte sie das letztemal laut gelacht? Die Haarsträhne fiel ihr ins Gesicht. Sie zückte erneut den Spiegel. Löste den Knoten. Das braune Haar fiel in leichten Wallungen auf die Schultern. Sollte sie es heute besser offen tragen? Aber nein! Wie schön, frei das Gesicht ohne lästige Haarpracht. Die Gedanken konnten sich viel besser entfalten. Mit einer schnellen Bewegung strich sich das Haar nach hinten und barg es in einem Knoten. Die lästige Haarsträhne sicher geborgen. Sie blickte nochmals in den Spiegel. Diesmal checkte sie den hinteren Bereich. Da saß er zwei Reihen von ihr entfernt. Er hatte die Zeitung schon aufgeschlagen. Das würde einen vergnüglichen Rückflug geben. Sie konnte ihn beobachten, wann immer sie wollte. Sie packte den Handspiegel in die Tasche und überließ sich ihren Gedanken. Wie würden sie sich zuhause begegenen können, nachdem was geschehen war? „Aber es ist doch nur ein Spiel, Alexandra.“ hatte er immer wieder betont. Nur ein Spiel, das vielleicht alles kaputt machte? Hatte sie nicht alles gehabt, was man sich wünschen konnte? Zwei prächtige Kinder. Sie mußte nie arbeiten gehen. Guten Sex. Vielleicht war er ihr überdrüssig geworden? Vielleicht hatte er sie abgestellt, wie eine alte Tasche, die man wie zufällig am Bahngleis stehen läßt?

    Jetzt rammte ihr die Stewardess ihren Hintern ins Gesicht. Gangplatz. Hinter der Stewardess tauchte eine Brünette auf. Aber das war doch? War sie das? Sie zückte den Handspiegel. Die Brünette ging zu seiner Reihe. Er stand auf und sie setzt sich mit einem selbstverständlichen Plumps auf den mittleren Platz. Ohne Zweifel, er beugte sich zu ihr. Was letztendlich geschah, entzog sich ihrem Blickfeld. Küßte er sie? Immer mehr Leute schoben sich zwischen den Reihen an ihr vorbei. Sie starrte entgeistert auf die freien Plätze neben sich. Wer würde diesen Raum einnehmen? Ein Ehepaar etwa Mitte fünfzig begann, die Jacken im oberen Abteil zu verstauen. Aber das konnte doch nicht! Aber ja. Sie stand auf. Die fahle nicht gekämmte dauergewellte Frisur schob sich an ihr vorbei. Dann der Schmerbauch. Plopp. Und sie saßen. Leicht geziert setzte sie sich auf den ihr zugewiesenen Platz. Wenn sie jetzt eine rauchen könnte! Der Schmerbauch breitete den Kickers aus. Hatter er den von daheim mitgebracht? Sicherlich. In ganz New York würde niemand Kickers lesen. Er studierte die Tabellen mit ihren Ergebnissen. Wie furchtbar! Ein Samstag-Nachmittag-Fußball-Vater saß neben ihr. Womit hatte sie das verdient? Acht Stunden Flug neben dieser Kreatur. Sie betrachtete seine behaarten Finger. Sein Zeigefinger hing über der Tabelle. Der Schmerbauch begann zu wackeln. Ein Gröhlen kam von seinen Lippen. Der Fußballverein X hatte gewonnen, so konstatierte Alexandra.

    Das Flugzeug begann sich langsam zu beruhigen und die Stimme des Pilots fing an zu kreisen. Sie zückte den Handspiegel. Das Spiel war noch nicht aus. Sein Kopf war über das verborgene Gesicht der Brünetten geneigt. Die Stewardess begann ihr Hampeln mit dem Atmungsgerät. Alexandra hatte nie auf die Anweisungen geachtet. Warum auch? Waren nicht alle Flugzeuge sicher? Lediglich diese Zeichnungen, die sich an der Rückwand des vorliegenden Platzes bargen, hatten es ihr angetan. Aber nicht des Inhalts wegen. Nein. Diese Sterilität der Zeichnungen ließ sie immer wieder darauf starren. Funktionale Gebrauchsanweisungen. Aus ihrem Kopf entsprang die Gestalt ihres Grafik-Design-Dozenten. Ja, sie sie hatte ehemals studiert. Aber nie den Beruf ausgeübt. „Mach eine gute Illustration, indem du vereinfachst.“ Bestand nicht das ganze Leben aus Reduktion? War das gesamte Leben nicht auf guten Sex zurückzuführen? Jetzt hatte die Stewardess das Atmungsgerät auf ihrem Mund. Vielleicht sollte sie eher einen Penis lutschen? Sie saugte wie wild an dem Ding. War dies der Ernstfall? Aber das Flugzeug hatte ja noch nicht einmal abgehoben. Alexandra kramte nach den Zeichnungen. Reduktion. Auf Sex. Die Zeichnungen verschwammen vor ihr und sie sah nur noch eine Illustration, wie ein Mann eine Frau von hinten nahm. Würde er die Brünette von hinten nehmen, wie er es mit ihr getan hatte? Oder hatte er es schon vollzogen? Die Gedanken waren müßig. Sie sprangen von einer Richtung in die andere.

    Das Flugzeug war am Abheben. Die Magenwände kreischten. Die Stewardessen begannen, das erste Essen vorzubereiten. Sie erinnerte sich mehrer Flüge, auf denen sie das Essen sehnlichst erwartet hatte. Heute nur ein schales Nichts. Keine Freude. Ohne Zweifel, dieses Wochenende hatte es ihr angetan. Warum hatte er sie dazu getrieben? Vielleicht wegen dieser Brünetten. War er schon länger mit ihr zu Gange gewesen?

    Im Stewardess-Heck begann sich Hektik breitzumachen. Sie fuhren vorbei. Ewig vorbei. Doch dann begann sich, einer um sie kümmern. Ein Steward. Sie blickte ihm in die Augen. Aber er servierte ihr nur tonlos das Essen. Der Schmerbauch neben ihr begann, gewaltig zu schmatzen. Widerlich. Aus welchen Tiefen des Nichts war er geborgen worden? Sie testete einen Hühnerflügel, brach im Biß ab. Testete das Kartoffelgratin. Ein Biß reichte. Dann wandte sie sich ab zu dem Geschehen hinter ihr. Mit dem Spiegel. Er stopfte sich gerade den Hühnerflügel in den Mund. Vorsicht mein Kleiner, ich werde ihn dir in den Hintern stopfen, dachte sie. Er beugte sich zu der Brünetten. Vorsicht mein Kleiner, ich werde dir den Hintern verätzen. Wie schön, daß das Essen solch ein Genuß für dich ist. Sie stand auf. Hinterließ das nicht gegessene Tablett auf den fassungslosen Armen des Schmerbauchs und tingelte in seine Richtung. Er hatte sich gerade wieder zu einem Kuß bereit in Richtung der Brünetten gebeugt. Bebend fragte Alexandra: „Ist das Spiel aus?“ Verblüfft starrte er sie an. Dann sagte er feixend: „Aber es ist noch lange nicht aus. Du hast es vermasselt. Jetzt mach es wieder gut? Sie wandte sich ab und schritt zur Toilette. Das erschreckte Gesicht der Brünetten stand noch vor ihren Augen. Sie betrachtete sich im Spiegel. Die Brünette war jünger, unverbrauchter. Vielleicht hatte er doch wegen ihr...“ Der Pißstrahl ergoß sich golden in die Toilette. Hatte sie jemals besser gepißt? Es kam einem Orgasmus gleich. Erleichterung. Sie verließ die Toilette, ohne sich die Finger gewaschen zu haben und parkte sie auf seinem Haar. „Alexandra, das hast du schon oft praktiziert. Laß es. Bitte!“ Sie nahm die Hand zurück und begab sich auf ihren Sitz. Wie sie im Handspiegel sah, diskutierte er heftig mit der Brünetten. Die Teller wurden abgeräumt. Die behaarte Hand neben ihr erstarrte und der Mund begann zu schnarchen. Die Lichter löschten leise. Alexandra sank zurück und die Gedanken überfielen sie.

    Der Prachtschuppen an der Park Avenue erstrahlte in seinem Glanz. Als sie aus dem Taxi stieg, durchfuhr sie die Kälte. Gleich Nadelstichen jagte der Wind auf die Haut. Sie musterte die Fassade. Genauso hatte sie es sich vorgestellt. Sie trat durch die ausladende Tür und begann sich zu orientieren. Wenn sich die Flügeltüren öffneten, klirrten die Kronleuchter im Luftzug. Partikel von Gästen verliefen sich scheinbar ziellos in der Halle. Einige unterhielten sich angeregt in den brockatüberzogenen Sofas. Sie schnupperte. Diese Luft! Von Internationlität durchzogen. Welche Metropole! Das Prickeln machte sich wieder breit. Welch herrliches Spiel! Sie war am Fiebern. Sie setzte sich abseits, um die ersehnte Zigarette zu rauchen. Der Smog füllte wohltuend ihre Lungen. Der Lippenstift zeigte seine Spuren am Filter. Blaßrosa. Sie wollte sich schon erheben, als er die Halle betrat. Er steuerte im Laufschritt auf die Rezeption zu. Er war ihr zuvorgekommen. Sie fingerte in der Zigarettenschachtel und zündete sich noch eine an.

    „Ich habe eine Suite für 3 Tage gebucht. Mein Name ist Julian Grabowski.“ Dienstfertig drehte sich der Mann nach der Liste und suchte den Namen. „Ja, hier habe ich Sie, Zimmer Nr. 333. Er drehte sich um, fingerte nach dem Schlüssel und übergab ihn seinem Gegenüber. Ohne die Halle in ihrer Geschäftigkeit noch eines Blickes zu würdigen, stieg er in den Aufzug.

    Als er weg war, wagte sie es. Sie schritt in Richtung Rezeption. Der Mann dahinter wuchs sich zu einem Ungeheuer aus. Er würde ihr die Lüge ansehen. Sie fingerte nach den Zigaretten im Jackett. Sie waren da. Ein Anflug von Erleichterung machte sich breit. Aber die Lüge stand immer noch im Weg. Mit schwacher Stimme sagte sie zu ihm: „Guten Tag, ich heiße Alexandra Smirnow.“ Als sie dies gesagt hatte, schoß ihr die Röte ins Gesicht. „Ich hoffe, Sie hatten einen guten Flug Madame?“ Eilfertig betonte sie ja ja. Er würde sie entlarven. „New York ist heute eiskalt.“ Sie wurde noch röter. „Ja, ähh, wie Eisnadeln.“ „Eisnadeln? Das ist gut. Das habe ich noch nie gehört.“ „Sie müssen nur nach außen treten.“ Ihr Kopf leuchtete nun wie eine Diode.“ „Aber ihr Gesicht, Madame, das ist ja so rot.“ „Ähh, ja, wissen Sie, die Eisnadeln.“ Mit einem Lächeln beugte er sich über die Liste: „Ahja, hier haben wir Sie. Zimmer Nr. 334.“ Er reichte ihr den Schlüssel. Erleichtert borg sie ihn gleich einem Schatz an ihrer Brust. Sie wollte schon in Richtung Aufzug stürmen. Dann sah sie eine Dame mit einem Schoßhündchen. Es trippelte aufrecht hinter ihr her und reckte sein schnüffelndes Schnäuzchen nach allen Seiten. Alexandra brach in Entzücken aus und sagte zu der Dame: „Was für ein süßer Hund!“ Die Dame trug einen Pagenschnitt. Das schwarze Haar war schon leicht von weißen Schlieren durchzogen. Alexandra dachte an ihre Mutter. Dieses ausdrucksvolle Gesicht und die Art, wie sie ihr Haar trug. Die Dame mit dem Hündchen lachte. Eine Reihe von Falten grub sich in ihr Gesicht. über die Falten schien sie sich keine Gedanken zu machen, denn ihr Lachen klang echt. War nicht ihr eigenes Lachen oft unecht? Dann, wenn sie ihrer Falten bewußt wurde. „Sind sie auch alleine hier?“ Diese Offenheit entwaffnete Alexandra. Kurz klappte ihr die Kinnlade hinunter. Dann fing sie sich und sagte: „Ich, eh, ja, ja, ich bin alleine hier.“ „Wollen wir heute abend zusammen speisen? Wissen Sie, ich will heute nicht alleine im Speisesaal auftauchen.“ „Das hört sich gut an. Sagen wir um acht Uhr?“ Sie wußte nicht, wie ihr geschah. Ursprünglich hatte sie sich ausgemalt mit einem Mann zu speisen, aber warum nicht mit einer Frau? Was er wohl dazu sagen würde? Dies war ihnen noch nicht untergekommen. Das Hündchen zerrte an der Leine. Lachend verabschiedeten sie sich: „Also um acht an Sir Harrys Bar.“ Alexandra murmelte tonlos: „Ja, um acht.“ Sie schüttelte den Kopf. Was hatte sie getan?

    Sie betrachtete den Schlüssel. 334. Also 3. Etage. Sie nahm den Aufzug und fand sogleich das Zimmer. Weinrote Samtvorhänge paarten sich mit Stühlen, die aus der Zeit von Ludwig dem Sechzehnten emporgekommen zu sein schienen. Sie fühlte sich in die Zeit der Romanheldin Angelique zurückversetzt. Welches Abenteuer würde sie diesmal erwarten? Die Abendsonne glühte durch das Fenster. Ein roter Ball zwischen den Wolkenkratzern. Erleichtert ließ sie alle Lasten von sich fallen. Sie zerrte sich das Kostüm vom Leib und legte sich auf das breite Doppelbett. Sie war hellwach. Keine Spur von Schlaf. Sie strich sich über die Brüste. Den schwarzen mit Spitzen verzierten BH hatte sie anbehalten. Ungeduldig schob sie ihn zur Seite und berührte ihre Brustwarzen. Sie wurden hart. Sie zog an einem der steifen Nippel. Er war ganz aufgerichtet wie ein errigierter Penis. Sie stöhnte. Dann schob sie sich mit einem Ruck das Kissen zwischen die Beine. Sie begann, sich rythmisch zu bewegen. Bilder jagten sich in pulsierenden Fluktuierungen. Die Mutter wechselte mit der Dame mit dem Hündchen ab. Sie waren nackt und betrachteten sich im Spiegel. Dann tauchte er mit seinem stolz aufgerichteten Glied auf. Er lag auf dem Rücken. Sein Mund stöhnte. Sie beugte sich über den Steifen und nahm ihn in den Mund. Die Bilder verblaßten. Sie sank in den Schlaf.

    Ein Kratzen störte sie auf. Sie war auf einer Landzunge gestanden. Ihr spindeldürrer Körper hatte sich dem Getose der Wellen zugeneigt. Dahinter die Stimmen ihrer Eltern: „Nein, Alexandra, tue es nicht!“ Es war dunkel. Sie tastete nach dem Lichtschalter. Fand ihn. Knipste. Es blieb Nacht. Sie hatte vergessen, die Karte am Eingang in den Schlitz zu stecken. Tastend erhob sie sich aus dem Bett. Das Zimmer war fremd. Woher sollte sie wissen, wo die Möbel standen. Wo war der Ausgang? Wenn sie ihn fände, würde der Lichtschein ausreichen. Sie könnte die Karte suchen. Es kratzte erneut. Woher kam das Geräusch? Jemand sagte mit einer öligen kehligen Stimme zu ihr: „Solange, bis du es nicht mehr aushälst.“ Woher kam diese Stimme? Das gehörte zum Spiel. Nun war sie sich sicher. Aber wie konnte seine Stimme in ihr Zimmer eindringen? War er es wirklich gewesen? Hatte er zu ihr gesprochen? Klang seine Stimme nicht anders? Sie hatte keine Erinnerung mehr an seine Stimme. Die Trennung von zwei Tagen hatte ihr Bewußtsein gelöscht. Konnte das sein? Fiebernd stand sie nun im Raum. Ihre Bewegungen hilflos, gleich einem neugeborenem Kätzchen. Sie stolperte über etwas. Ihr Körper glitt auf den Teppichboden. Er war weich. Mit der rechten Hand tastete sie sich vorwärts und robbte auf der Unterlage. Ein Silberstreifen am Horizont. Sie aalte ihren Körper daraufhin zu. Endlich. Die Tür. Sie zog sich an der Klinke nach oben. Dann stand die Tür offen. Das Licht des Gangs strömte herein. Sie fand die Karte und steckte sie in den Schlitz. Der Nachttisch leuchtete. Sie starrte auf die Uhr. Es war 19.50 Uhr. Hastig begann sie, sich im Bad sich zurecht zu machen. Ein Bohren im Ohr. Das mußte sein. Aber es kam nichts. Wie oft hatte sie schon das Wattestäbchen in die Öffnung gestoßen? Bis nichts mehr kam. Aber der Flug mußte doch! Aber ja, eine kleine eklige schleimige Aussonderung ihres Körpers thronte auf dem Wattebausch. Gleich einer Trophäe begleitete sie sie in den Mülleimer. Das brünette Haar noch etwas in Facon gebracht. Der Lidstrich nachgezogen. Es war perfekt. Dieser Neujahrsabend würde in schillerndem Licht erstrahlen. Schließlich war sie in Manhatten.

    Sie setzte sich an Sir Harrys Bar. Das rechte Bein über das linke geschlagen. Genugtuung machte sich in ihr breit. Er würde sie dafür hassen, daß sie heute so gut aussah. Sie reckte den Hals. War er zu sehen? Nein, nur ein Abglanz von brüderlichen Nichtssagenden durchschwomm den Raum. Aber dann kam sie. Sie sah umwerfend aus, wie sie mit einem leichten Lächeln im Gesicht den Raum betrat. Sie trug ein aufreizendes schwarzes Abendkleid, welches ihre schöne Brust betonte, das Hündchen in wohlnäselnder Stimme im Schlepptau. Alexandra winkte ihr zu. Sie kam auf sie zu. „Haben Sie auch geschlafen? War das nicht wunderbar nach diesem anstrengenden Flug? „Ja, aber ich wurde geweckt von einem Geräusch. Es ist in meinen Traum eingedrungen. Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, was ich geträumt habe.“ „Strenge Diskretion. Wir werden einen geziemlichen Umgangston miteinander haben. Wollen wir?“ „Ja, gehen wir.“ Sie bewegten sich in Richtung Speisesaal. Der Ober lenkte sie an einen Tisch, der fürstlich dekoriert war. Sie setzten sich. Der erste Gang wurde aufgetragen. Garnelen in Knoblauchsauce. Dekoriert von Petersilie am Rande des Tellers. Alexandra nippte an ihrem Weißwein. Dieses Menü würde sie nicht überstehen. Ihr Gegenüber schlug kräftig zu. Alexandra knabberte nur hier und da an einem der Tiere. Als sie kurz von ihrem Teller aufschaute, sah sie, wie er in Begleitung einer Brünetten in den Saal stolzierte. Die Brust aufgebläht wie eine Papagei. Aber das konnte doch nicht! Doch, er war es. Er hatte das Spiel wahr gemacht. Im Geiste wiederholte sie sich die Worte, die er ihr am Abflugtag gesagt hatte: „Aber Alexandra, es ist doch nur ein Spiel. Wer fängt den größeren Fisch, wenn wir getrennt auftreten? Wir sind ja danach wieder zusammen, aber laß uns nur für dieses eine Wochenende getrennt sein. Es erhöht die Lust. Was glaubst du, wie geil du nach diesem Intermezzo auf mich sein wirst?“ Die Garnele blieb ihr im Hals stecken. Sie hustete. Die Köpfe des Saals kehrten sich nach ihr um. Wie peinlich. Nicht nur peinlich, daß sie hustete. Noch mehr peinlich, daß sie mit „nur einer Frau? am Tisch saß. Sein Blick streifte sie. Kurz schauten sie sich in die Augen. „Wer war das? Kennen Sie ihn? Ein schöner Mann!“ Alexandra wand sich in Ausreden. Was sollte sie sagen? Sie stieß hervor: „Ich glaube, wir haben uns im Flugzeug getroffen. Ich weiß nicht mehr.“ Das Gespräch verlief sich. Alexandra schien sich zu entspannen. Nur hier und da streifte sie noch das Paar mit einem Blick. Es saß vier Tische weiter von ihnen. Die Dame sagte: „Wissen Sie, welche Schriftstellerin ich liebe? Virginia Woolf.“ Der Name erinnerte sie zwar an etwas, aber sie hatte noch nie ein Buch von ihr gelesen. Sie stieß hervor. „Wer hat Angst vor Virginia Woolf? „Ja, das ist ein Bühnenstück von Tennesse Williams, aber die Autorin kennen Sie nicht?“ „Nein tut mir leid, ich muß passen.“ In jenem Moment strich er der Brünetten mit der Gabel ein Haarsträhne aus dem Gesicht. „Virginia Woolf war lesbisch, obwohl sie es nie so recht zugeben wollte. Sie hat immer von Frauen und ihrem Bezug zum anderen Geschlecht geschrieben, aber selber hat sie dies wohl nie so recht ausgestestet. Außer mit einer, Vita Sackville-West. Mit ihr hatte sie einmal einen Orgasmus. Mit ihrem Mann lebte sie in einer asexuellen Ehe.“ Er küßte die Brünette auf den Mund. Sie war heiß geworden. Nicht nur von seinen Handlungen, sondern auch von ihrer Rede. Sie spitzte den Mund und sagte zu ihr: „Mir ist entsetzlich heiß geworden. Wollen wir uns nicht auf mein Zimmer begeben und dort das Feuerwerk ansehen?“ Die Dame nickte freudig. Sie erhoben sich. Das Silvestermenü war vergessen. Im Aufzug strich sich die Dame über das Kleid. Alexandra nahm es wahr und bohrte ihren Finger in das Ohr. Sie fror. Sie zitterte am ganzen Leib.

    Im Zimmer stellte sich die Dame ans Fenster. Das Hündchen durchschnüffelte währenddessen das Zimmer gleich einem Detektiv. Die kleinen Schnauzerhaare nach oben gestellt. Alexandra nahm das Hündchen auf und trug es zu der Dame am Fenster mit den Worten: „Werden wir nicht ein wunderbares Silvster begehen?“ Die Dame drehte sich um und begann Alexandra auf den Mund zu küssen. Das Hündchen zwischen ihnen begann zu jaulen. Alexandra setzte es ab. Die Dame fiel über sie her. Zerrte sie zum Bett und dann geschah das Unvermeidliche. Die Dame zog sich aus. Die Dame zog sie aus. Alexandra mußte in ein Löwenmaul starren. Eine Venusfliegenfalle, die seufzte und ihr Beklagen kund tat. Das erste Mal konnte sie sehen, wie sich die breiten Lappen nach einem Streicheln sehnten. Sie rammte ihre Finger in die Falle. Ein Seufzen kam von oben gelegenen Lippen. Dann suchte sie den Hügel. Irgendwo mußte er doch in den verborgenen Falten sein. Sie fand eine Erhebung. Sie markierte sie mit den Fingern. Und dann nahm sie die Zunge und leckte sie. Der Mund stöhnte. Sie fühlte, wie sie kam. Sie pulsierte. Dann vibrierte es. Dem Mund entfuhr ein: „Aaachh!“ Die Dame begann dann ihre Genitalien zu stimulieren. Eine nie gekannte Lust überkam sie. Ein unbekanntes Gefühl überkam sie. Vertraut, aber doch neu. Was war das. War das ein Höhepunkt. Sie kumulierte. Und dann entwich das erste Mal im Leben Alexandra ein richtiger Schrei. Der erste Orgasmus in ihrem Leben. Die Dame blieb noch eine halbe Minute entspannt liegen. Dann zog sie sich an. Packte das Hündchen und sagte: Mr. Potter hat jetzt Hunger. Wir müssen gehen.“ Alexandra war noch ganz im Rausch. Sie nahm das Gehen der Dame nur halb wahr und blieb erregt liegen. Die Tür schloß sich. War dies ein Traum gewesen? Sie öffnete die Augen. Vor dem Fenster ergoss sich ein Silberregen. Danach lautes Böllern am Ohr. Alexandra begann zu lachen. Natürlich Silvester. Wie hatte sie dies vergessen können? Und dann kamen wieder die Stimmen: „Es war nicht ausgemacht, daß du mit einer Frau erscheinst.“ Es war seine ölige Stimme. Direkt an ihrem Ohr. Jetzt erkannte sie sie.

    Und er hatte sich wirklich über sie gebeugt. Waren diese Worte tatsächlich von seinen Lippen gekommen? Sie schaute ihn schräg an. „Was willst du?“
    „Was willst du?“
    „Nichts.“
    „Nichts?“
    „Nein, nichts.“
    „Wirklich nichts?“
    „Nein, wirklich nichts.“
    „Das Spiel ist aus.“
    „Ja, ich weiß.“

    Das Flugzeug begann zu schlingern. Die Stimme des Piloten ertönte.
    „Wir haben Probleme am linken Treibwerk.“
    Fallen, war dies nicht ein Orgasmus. Sie öffnete ihre Lippen zu dem Treibwerk hin. Und dann kam sie ganz leise, wie sie es immer simuliert hatte, bloß diesmal war es echt. Ein Stöhnen.

  10. #10
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Das Spiel ist aus

    Bitte nicht schludern!

    Probleme AM linken Triebwerk?

  11. #11
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    AW: Das Spiel ist aus

    Lustig,
    Blasen hilft gegen juckende Venushügel!

    Es wird, Kleinigkeiten und Feinschliff. Mal sehen, was der Wolkenstein zum Venushügel so sagt. Danach greife ich vielleicht ins Geschehen.

    ABER SCHMEISS ALS ERSTES DIE ARABISCHE STUTE RAUS! Hier gibt es schon Pferdefleisch genug.

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Das Spiel ist aus

    Das Köfferchen parkte an ihrem rechten Bein. Sie war umringt von Nichtraucherschildern. Mechanisch griff sie in ihr marineblaues Jackett. Die Zigaretten trieben eine Beule in der Tasche.
    Geht's auch ohne Pronomen? TRIEBEN? Nein nein nein. Was ist das? Eine Übung?! Ich will eine Geschichte, keinen Aufsatz aus Klasse 7. Finde doch mal einen knalligen Einstieg!
    Welch Erleichterung, sie spüren zu können! Sollte sie? Trotz der Nicht-Raucher-Schilder? Aber nein, das würde ihrem Stil nicht gerecht werden. Ihr Venushügel juckte. Die einzige Lösung in diesem Moment wäre die Zigarette.
    Patina, das ist ja wohl übel. Wenn schon nichts Substanzielels, dann müssen Klischeeisierungen her? Ich seh hier gar nichts. Mensch, die Situation ist doch goldig. Da steht eine Frau, ist sie schön, häßlich, schnauft sie, stottert sie, puhlt sie an ihren Zaehnen, stöckelt sie, was trägt sie, wie riecht sie, wie nehmen andere sie wahr... Damit fang an, dann stell sie irgendwo hin und laß sie denken, was immer Du willst!
    Nervös glitt ihr Blick auf und ab. Ihre Augen bohrten sich in seinen Rücken. Dort stand er aufrecht, gehüllt in das feinste Tuch. Das graumelierte Haar säuberlich zurückgekämmt. Worauf hatten sie sich eingelassen? Es war seine Idee gewesen. Sie ließ ihre linke Hand über die rechte gleiten. Die Stelle, wo sonst der Ring saß, war leer. Ihr Gesicht zerfiel.
    Ah, eine sich nicht rauchen getraut seiende Hausfrau mit unerfüllten Sehnsüchten. Wie originell! Esliegt an Dir, eine Geschichte um diese Einzigartige zu spinnen. Bislang seh ich nur Stereotype.
    Sie war den Tränen nah. "Es ist doch nur für ein Wochenende. Was glaubst du, wie spannend unsere Beziehung dadurch wird?" hatte er am Abflugtag zu ihr gesagt. Nicht einmal das Taxi zum Flughafen hatten sie sich geteilt.
    Toll! Bin beeindruckt. Nicht einmal das Taxi. Das Schwein!
    Sie fühlte schon, wie die Tränen kamen. Da straffte sich ihr Gesicht. Das Gefühl wandelte sich in Wut. Wie abhängig sie doch von ihm war. War er nicht ein gottverdammt eingebildeter Pinsel? Hatte sie nicht immer unter seiner Macht gelitten? Sie begann zu zittern. Fahrig fuhr sie sich mit den Fingern über den Kopf. Eine Haarsträhne löste sich aus dem streng nach hinten gekämmten Haar. Sie schob ihr Köfferchen mit dem Bein ein Stück weit nach vorn. Der Reißverschluß verfing sich in der Strumpfhose. Eine Laufmasche. Ärgerlich trat sie den Koffer. Der Venushügel juckte wieder. Wenn sie jetzt könnte.
    Dieser Abschnitt ist schon besser. Aber immer noch nicht gut, aber besser. Vielleicht wird's doch noch was mit dem Nachbarn?!
    Nicht rauchen. Ihm einen blasen. Seinen großen erigierten Penis aus den Hosenfalten bergen. Mit den Lippen die Eichel lutschen. Daran saugen. Schmatzen. Ihn Stöhnen hören. Immer lauter. Bis er kommen würde. Abspritzend in ihren Mund. Ein echter Mann.
    Das klingt sehr nach Hausfrauenphantasie. Die Nächste, bitte. - Was denkst Du so über Männer? Ist ein Mann nur ein Mann, wenn er eine Eichel besitzt? Manche haben den Schrank voll davon.
    Die glorreichen Sieben. Ihr wurde heiß bei diesem Gedanken. Sie öffnete das Jackett. War es möglich, von jemandem sexuell abhängig zu sein? Zwei Knospen wollten die rosafarbene Bluse durchstoßen. Wenn er ihr an die Brust griff, dann geschah das nicht zärtlich, sondern mit leidenschaftlichen Bewegungen. Fast so, als ob er ihr die Brüste herausreißen wollte. Manchmal zog er hart an einem der Nippel. Dabei entfuhr ihr immer ein Stöhnen.
    Tatsächlich? - Nein, Patina. Ich hab hier vieles zu meckern, vor allem badest Du in Klischees und baust die Geschichte nicht. Es ist keine. Also, schaff Dir Bausteine, die findest Du, wenn Du in Deiner Phantasie eine Figur erstellst, die Du erst einmal für Dich und den Leser konstruieren/setzen mußt. Dann laß die Figur handeln, setz sie in einen Kontext. meneitwegen auch umgekehrt, daß Du zuerst den Kontext hast, aber es muß einer sein, der den Leser bei der Stange hält.
    Deine Sexplattitüden haben nur dann Funktion, wenn Du darauf hinarbeitest, einen Höhepunkt schaffst. Sie wirken hier hineinkonstruiert und verlieren ihr Reizvolles.
    Außerdem ist es kalt.

  13. #13
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    Post AW: Das Spiel ist aus

    So, mein lieber Robert. Jetzt mach ich die beiden fertig. Vielleicht geht ja doch noch was mit dem Nachbarn?

    Das Köfferchen parkte an ihrem rechten Bein. Sie war umringt von Nichtraucherschildern. Mechanisch griff sie in ihr Jacket. Die Zigaretten waren zu spüren. Welch Erleichterung! Ihre Haut war von dicken Poren durchzogen. Um die Mundwinkel hatte sich ein harter Zug gelegt, der an eine Brechstange erinnerte. Die Augen leicht wässrig in ihrem blau standen in Kontrast zu dem dunkel nach hinten gestrafften Haar. Die Augenbrauen, geschminkt zu einer feinen Linie gaben den Augen einen harten Zug. Die Strenge in ihrem Blick setzte sich in der Kleidung fort. Kein einziges Haar saß auf der Schulter. Das Kostüm ohne Falten. Die rosane Bluse perfekt gebügelt. Die leicht ausladende Brust war perfekt verborgen unter dem Jacket. Genauso war auch der etwas zu dick geratene Hintern dadurch kaschiert. Die schlanken Beine steckten in spitz auslaufenden Pumps, genauso wie sie die Mode heutzutage vorschrieb. Die schwarzen Strümpfe hinten besetzt mit einer Naht zeigten keine Laufmaschen. Nur wenn sie hier und da mit ihren fahrigen Fingern in das Jacket griff, wurde die Ordnung zerstört. Oder wenn jener Husten sie überfiel, der von ganz unten kam. Grollend wie ein einäugiger Zyklop. Dann wankte das Bild. Sollte sie? Trotz der Nicht-Raucher-Schilder? Aber nein, das würde ihrem Stil nicht gerecht werden. Ihr Venushügel juckte. Die einzige Lösung in diesem Moment wäre die Zigarette. Nervös glitt ihr Blick auf und ab. Ihre Augen bohrten sich in seinen Rücken. Dort stand er aufrecht, gehüllt in das feinste Tuch. Das graumelierte Haar säuberlich zurückgekämmt. Im Geiste hörte sie seine Anklagen. Deine Zigaretten produzieren in mir nur Ekel. Kannst du nicht endlich dieses ewige Raucherei lassen. Denk an die Kinder. Dein Sohn hat Asthma. Er bekommt keine Luft, wenn du immer rauchst. Du bist schuld, daß er Asthma hat. In der Schwangerschaft rauchen! Denk an seine feine Bronchien, die du durch deinen Zigarettendunst verätzst. Worauf hatten sie sich eingelassen? Es war seine Idee gewesen. Sie ließ ihre linke Hand über die rechte gleiten. Die Stelle, wo sonst der Ring saß, war leer. Ihr Gesicht zerfiel. Sie war den Tränen nah. "Es ist doch nur für ein Wochenende. Was glaubst du, wie spannend unsere Beziehung dadurch wird?" hatte er am Abflugtag zu ihr gesagt. Sie fühlte schon, wie die Tränen kamen. Da straffte sich ihr Gesicht. Das Gefühl wandelte sich in Wut. Wie abhängig sie doch von ihm war. War er nicht ein gottverdammt eingebildeter Pinsel? Hatte sie nicht immer unter seiner Macht gelitten? Sie begann zu zittern. Fahrig fuhr sie sich mit den Fingern über den Kopf. Eine Haarsträhne löste sich aus dem streng nach hinten gekämmten Haar. Sie schob ihr Köfferchen mit dem Bein ein Stück weit nach vorn. Der Reißverschluß verfing sich in der Strumpfhose. Eine Laufmasche. Ärgerlich trat sie den Koffer. Der Venushügel juckte wieder. Wenn sie jetzt könnte. Nicht rauchen. Ihm einen blasen. Seinen großen erigierten Penis aus den Hosenfalten bergen. Mit den Lippen die Eichel lutschen. Daran saugen. Schmatzen. Ihn Stöhnen hören. Immer lauter. Bis er kommer würde. Und dann kurz zuvor zubeißen. Als sie das dachte, entfuhr ihr ein Lachen von dem zyklophaftem Husten begleitet.

  14. #14
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Das Spiel ist aus

    Der Schmerbauch breitete den Kicker aus. Hatter er den von daheim mitgebracht? Sicherlich. In ganz New York würde niemand Kicker lesen.

    Ein Kratzen störte sie auf. Sie war auf einer Landzunge gestanden.
    Ich weiß ja, daß recht viele Süddeutsche sich hier im Forum aufhalten, aber ist "Ich war gestanden" nicht schlicht unsägliches Deutsch? Klingt für meine Ohren so. Robert, wat sachste?

  15. #15
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Das Spiel ist aus

    unverzeihlich, dickes beh

    merke: sein (war) = Ort; haben = Zeit

    Ich war in Halle.
    Ich habe in Halle gestanden.
    Ich war eine Stunde in Halle. (involviert den Ort)
    Ich habe eine Stunde in Halle verbracht. (involviert die Zeit(dauer))

    Ist doch ganz einfach.

  16. #16
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: Das Spiel ist aus

    das war einer von den anstrengenden Ordnern; der Text war der Autorin wichtig, darum lohnte die Mühe

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