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Thema: sine loco

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post sine loco

    Entschuldigt bitte meine ungehobelte Art, hier ohne viel Hallo meinen Beitrag abzulassen. Mir war einfach danach. Ich erwarte auch keine Reaktion, sondern hoffe nur einen kleinen Denkanstoss zu leisten. In diesem Sinne - Klaus Botha


    sine loco

    Nicht mehr am Leben
    noch nicht gestorben
    Vakuum der Nichtigkeit

    Ausgetretene Pfade
    sine loco
    ein Rattenfänger spielt Flöte

    Ein lebensgieriger Ellenbogen
    Sucht nach Bedeutung

    Ahnungsloser Sinn
    verwirrt
    verdächtig

    geträumte Seele
    gefüllte Leere

    Lotteria Vitae

    Gewinn ist der Tod
    Gewinner das Leben

  2. #2
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: sine loco

    Lieber Klaus!
    Erfahrungen sagen mir, daß ich mich vor Vorbeihuschern in jeder Hinsicht hüten soll. Sie lassen ihren Sermon, vielleicht ein schlechtes Gefühl zurück, in keinem Fall einen längeren Athem zu finden ich hoffen kann.
    Dieser Text ist einfach nur schlecht. Die Sätze stehen wie Wandlungen nebeneinander, eine Syndetik des Eigefrorenen. Geh in den Gasmeierkolben!

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: sine loco

    ...ein Rattenfänger spielt Flöte... wie immer eigentlich... was sollte er auch sonst tun... so kennt man ihn doch... würde er zum Beispiel Posaune spielen, kämen die Ratten vielleicht noch auf den Gedanken an ein jüngstes Gerücht.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: sine loco

    Sorry, aber hier muß ich Robert einfach nur recht geben. Schon nach den ersten drei Zeilen hatte ich eigentlich gar keine Lust mehr weiterzulesen. Diese Phrasen hat man schon hundert mal in besserer Verpackung gelesen.

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: sine loco

    Lieber Robert!

    Erstmal ein Danke für Deine schlechte Kritik. Dazu hätte ich allerdings ein paar Fragen:

    Warum schreibst Du, dies wäre ein schlechter Text? Gibt es für eine solche Bewertung allgemeingültige Kriterien, vielleicht gar eine mathematische Formel? Du schreibst ja nicht etwa, da? "Du" ihn schlecht findest. Vielmehr suggerierst Du anderen Lesern er wäre schlecht. Soweit ich herausfinden konnte bist Du doch Lektor und kein Meinungsmacher, oder?
    Ich finde auch keine ausreichende Begründung, geschweige denn eine inhaltliche Auseinandersetzung die mir helfen würde mein Werk zu verbessern.
    An anderer Stelle durfte ich lesen, Du würdest nicht meckern, sondern dein Denken zur Verfügung stellen. Aus welchem Grund gehst Du bei meinem Text nicht von eben dieser Tatsache aus? Nämlich das auch Andere ihr Denken (und ihre Arbeiten) zur Verfügung stellen. (Sollte dies von mir hier nicht erwünscht sein, so reicht ein kurze Mitteilung dahingehend völlig aus.)

    Bewertest Du mein Denken (keine inhaltliche Auseinandersetzung!), meine Arbeit(unzureichend!) oder meine Person (Vorbeihuscher!)???
    Und überhaupt: Warum?
    Ich hatte keine Reaktion erbeten.
    Bin "ich" so wichtig, daß Du mir antworten musstest, oder bist "Du" es? Wolltest Du mir nur die Tür zeigen, hättest Du Dir Deinen Kritikversuch auch sparen können.

    Ich könnte noch dazulernen und sicherlich auch von Dir, doch bei Deiner Antwort kann ich leider nur eine Aversion spüren welche ich mir nicht begründen kann.
    Warum soll ich in einen !Gasmeierkolben! gehen und was soll ich in einem solchen?

    Ich mache Dir einen anderen, bescheideneren Vorschlag: Gehe in eine Bibliothek und schaue in die "Ausgewählten Werke IV" der Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes (ISBN 3-930048-37-X). Darin kannst Du "sine loco" nämlich lesen.
    Wohlwissend, daß Geschmäcker verschieden sind: Sooo schlecht kann "sine loco" nicht sein, wenn es gar an anderer Stelle prämiert wurde.

    Also: Wenn Du "sine loco" schon schlecht machen mußtest, dann doch bitte genauer begründen und (als Lektor!) keine "allgemeingültige" Wertung suggerieren. Wenn Dir dies die Mühe nicht wert war, hättest Du es auch lassen, und Dir und mir dieses "Gegengewicht" ersparen können.


    Ansonsten halte ich mich an einen Spruch von Reiner Kunze:

    "Nicht jedes Gedicht
    eines jeden Dichters
    ist in jedem Augenblick
    für jeden."

    Ach, und noch eines: Nicht das Du auf die Idee kommst ich hätte mit diesen Zeilen gemeckert...

    @Griffon: Ja, um Himmelswillen! Warum hast Du es dann zu Ende gelesen? Ist doch kein Muß! Auch bei Dir: ein all"gemeines" "man"!!Trotzdem, Danke für Deinen Kommentar.

    @Hannemann: Witzig! Und so tiefsinnig. Danke.

  6. #6
    Rainer R
    Status: ungeklärt

    AW: sine loco

    meine meinung

    ein prämiertes dedicht ? joi, wie gelungen müssen dann die übrigen sein?

    bis auf die letzten beiden recht netten zeilen-
    unfreiwillig komisch (ein lebensgieriger ellenbogen Sucht nach bedeutung)
    schwurbelnde bedeuterei(vakuum der nichtigkeit)
    abgenutze bilder(ausgetretene pfade, der flötenspielende rattenfänger)

    sinnlos larmoyante sinnhuberei - um in den bildern des gedichts zu bleiben.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: sine loco

    Kläuschen, ich geh jetzt in keine Bibliothek, um Deinen Text dort nachzulesen. Ich begnüge mich mit dem hier vorgestellten Wort. Du fragst, warum es schlecht ist? (Ausnahmsweise kann ich mich hier über Fragen des Geschmacks hinwegsetzen, da es Regeln in unserer Sprache gibt, die Wohllaut und semantisches Umfeld beschreiben.) Ich schau dann mal genauer hin, beginnen wir mit dem Takt:

    Nicht mehr am Leben
    -'-'-
    noch nicht gestorben
    -'-'-
    Vakuum der Nichtigkeit
    '---'-'

    Ausgetretene Pfade
    '-'--'-
    sine loco
    '-'-
    ein Rattenfänger spielt Flöte
    -'-'--'-

    Ein lebensgieriger Ellenbogen
    -'-'--'-'-
    Sucht nach Bedeutung
    '--'-

    Ahnungsloser Sinn
    '-'-'
    verwirrt
    -'
    verdächtig
    -'-

    geträumte Seele
    -'-'-
    gefüllte Leere
    -'-'-

    Lotteria Vitae
    '-'-'-

    Gewinn ist der Tod
    -'--'
    Gewinner das Leben
    -'--'-

    Ich stelle fest: kein Rhythmus, kein Takt. Also frei. Dann darf ich fragen, ob sich die Sinnträger an die Form halten, weil: Wenn Du ein Gedicht schreibst, dann vor allem wegen der Form, oder? Warum stellst Du die Worte nicht einfach aneinander, sondern untereinander? Viele nomen, wenige Attribute, statt dessen Partizipien, Partizip I, um es genau zu sagen. Durch das Ableugnen der kleinsten Bausteine eines Gedichts, sinnsuchende Verben, verlierst Du an Präzision, die abstrakta stehen für sich und gewinnen auch nichts durch die Vereinzeltheit auf ihren Verszeilen. Binden und dichten mußt Du bei Gedichten!

    Ich will mich jetzt nicht aufregen. Geh spielen!

  8. #8
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    AW: sine loco

    Original erstellt von Klaus Botha:



    sine loco

    Nicht mehr am Leben
    noch nicht gestorben
    Vakuum der Nichtigkeit

    Ausgetretene Pfade
    sine loco
    ein Rattenfänger spielt Flöte

    Ein lebensgieriger Ellenbogen
    Sucht nach Bedeutung

    Ahnungsloser Sinn
    verwirrt
    verdächtig

    geträumte Seele
    gefüllte Leere

    Lotteria Vitae

    Gewinn ist der Tod
    Gewinner das Leben

    auch mir mags nicht gefallen, dies dein 'sine loco'. du beginnst mit dem (abzieh-)bildchen des sinnentleerten seins. dann (vor dem sine loco) ausgetretene pfade und (gleich dahinter) ein flötender rattenfänger. letzterer wohl am ende von einem der ausgetretenen pfade. es folgt der ellbogen und die sucht (nomen est omen) - oder doch das verbum: sucht? jedenfalls sucht - nach bedeutung, so oder so. verwirrtverdächtig der sinn - bzw. die sinne, weil sinnentleert ist dies bild ja von allem anfang an! geträumte seele, gefüllte leere - all your life is just a dream in a dream in a dream. und als fazit: Lotteria Vitae - Gewinn ist der Tod, Gewinner das Leben.

    du siehst, ich kann nix drüber sagen, inhaltlich. du gibst mir ellenbogen, aber weder hand noch fuss. als ganzes gefällts mir nicht. aber stück für stück, zerstückelt, mag ichs durchgehen lassen.


    1. gedicht
    ______________

    Nicht mehr am Leben
    noch nicht gestorben
    Vakuum der Nichtigkeit


    2. gedicht
    _______________


    Ausgetretene Pfade
    sine loco
    ein Rattenfänger spielt Flöte


    3. gedicht
    _________________

    Ein lebensgieriger Ellenbogen
    Sucht nach Bedeutung


    4. gedicht
    _________________

    Ahnungsloser Sinn
    verwirrt
    verdächtig


    5. gedicht
    ________________

    geträumte Seele
    gefüllte Leere


    6. gedicht
    _________________

    Lotteria Vitae

    Gewinn ist der Tod
    Gewinner das Leben

  9. #9
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: sine loco

    Keine schlechte Idee, Jonathan.

    Klaus hat es die Sprache verschlagen. Und wieder einer der verstiegenen Selbstreferenzler, der sich hier nicht behaupten konnte.

  10. #10
    Kurzvormabschussiger
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    AW: sine loco

    Dankeschön

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