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Thema: dem tod die zähne

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post dem tod die zähne

    dem tod die zähne
    zeigen
    mit einem lächeln
    im gesicht an dich
    denken.

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: dem tod die zähne

    dies gefällt mir am besten

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: dem tod die zähne

    dem tod die zähne zeigen
    mit einem lächeln
    an dich denken
    an deinem grab.

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: dem tod die zähne

    Also mir gefällt die erste Fassung besser. Eigentlich dachte ich, Lyrik wäre eher der Bildenden Kunst verwandt. Da sieht man schon einen Unterschied zwischen Beliebigkeit und verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten. Da ich mich bei Lyrik nicht auskenne, die Frage - ist das hier anders?
    Bei Bildern kann eine sehr eindeutige Leseart ermüdend sein. Der Künstler (wenn er nicht so schlecht ist) hat Bilder im Kopf, und weniger eine Botschaft. Ich dachte bei Lyrik sei es ähnlich, daß ich um ein Gedicht herumgehen kann, um es aus verschiedenen Perspektiven anzusehen. Bei der 2. Fassung werde ich an einen Punkt gezwungen. Wird es schon als beliebig angesehen, wenn ich zwei oder drei Lesearten haben kann? Wenn ich als Leser ein Teil des Werkes bin? Meine Interpretation? Die 2. Fassung ist in eine Mauer eingearbeitet, die 1. Fassung ist der Backstein, den ich drehen und wenden kann.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: dem tod die zähne

    Wird es schon als beliebig angesehen, wenn ich zwei oder drei Lesearten haben kann?

    für MICH ist das das reizvolle. beliebig ist es nur, wenn es einfach nur eine aneinanderreihung von verschlüsselungen ist, das heißt für mich: kauderwelsch. aber selbst das wird als große kunst angesehen. lyrik ist komisch

    ich finde hier ist das nicht der fall und finde dies gedicht auch gut.

    tt

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: dem tod die zähne

    erste version ist entschieden besser; gerade weil sie manches offen lässt,

    gruss eule.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: dem tod die zähne

    Jonathan wußte wohl, was er sagen wollte, hat aber mehr gesagt. Lyrik soll mehr sagen, manchmal auch mehr, als der Autor eigentlich beabsichtigte. Wußte Thomas Mann immer, was er da so schrieb? Und jetzt kömmt's: Es ist die Mitte zwischen beidem: Einen guten, einen außergewöhnlichen Lyriker erkennt der Leser daran, daß er ihm Türen aufstößt, Türen verschließt und trotzdem die Ahnung beläßt, daß da Türen sind, durch die er einst gehen könnte. Darauf läuft Lyrik hinaus, auf die Konfronatation mit dem Türsteher.
    Also sind es zumeist Bilder, die den Anfang bilden, dann aber ist das völlig wurscht, es zählen Taktung und Verschlüsselung, nichts weiter.

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: dem tod die zähne

    Aber die 2. Fassung hat nur eine Tür und keinen Türsteher. Es ist auch nicht die eine Tür in einer langen Mauer. Es ist eine tapfer-traurige Aussage, mehr nicht.

  9. #9
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: dem tod die zähne

    Original erstellt von Robert:
    Jonathan wußte wohl, was er sagen wollte, hat aber mehr gesagt. Lyrik soll mehr sagen, manchmal auch mehr, als der Autor eigentlich beabsichtigte.
    danke sehr, euch, für die kommentare. äussern möchte ich mich nur betreffend der ZWEI möglichkeiten von 'dem tod die zähne'. möglichkeit eins sagt etwas und mehr, ja. und dann hab ich die andere möglichkeit entdeckt, als ich roberts obigen beitrag las. so gibts halt jetzt zwei 'dem tod die zähne'. ich denke, sie sind voneinander verschieden, wobei das erste tatsächlich viel raum lässt, während das zweite - nun, kyra hat das ganz trefflich ausgedrückt.

    merci encore.

    Mr. Jones

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: dem tod die zähne

    Das sind die Lesarten, die solche Miniaturen zu Denkerlebnissen werden lassen können. Bindestrich gefällig? Und fragen wir nach der Form, weil doch der Inhalt beinahe beliebig genannt werden kann:
    a) der Mann steht vor dem Tod und zeigt ihm die Zähne, die Geliebte dagegen lebt, doch sie sind im Zwist, er will es ihr noch einmal zeigen;
    b) die Geliebte ist tot, das Zähnezeigen ist letzter Trotz, bald wird man vereint sein;
    c) Zähne sind Täter und Zermalmer, Gleiches im Sinne des Todes: die Geliebte ist Lächeln, die von den Hütern des Mundes, der das Wort doch behütet oder entläßt in Strafe angenommen ward;
    d) andere finden andere Lesarten

    Also, will ich Beliebigkeit, schreibe ich formlose Fünfzeiler, will ich nachdenken lassen, schröpfe ich meine Leser mit Vorurteilslosigkeit. Warum stehen die Verben in zwei und fünf? Was deutet das DICH an?

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