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Thema: Familienbande - eine Hommage

  1. #26
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Familienbande - eine Hommage

    Liebe Patina, da ich Flaubert über alles liebe - ungefähr so wie Du Caravaggio - widerspreche ich entschieden.
    Proust habe ich kaum gelesen, aber mit Flaubert hat der Stil, an dem Klammer sich hier versucht, nichts zu tun.
    Das weiß ich deshalb so genau, weil ich mich meinerseits mal an einer Hommage an Flaubert versucht habe. Das Ergebnis habe ich irgendwo auf Festplatte G eingesargt.

  2. #27
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    AW: Familienbande - eine Hommage

    Wer stand dann Pate für diesen Text? Irgendwelchen Bezug muß es doch wohl geben. Vielleicht kann uns Klammer mit einer Auskunft dienlich sein?

    Ich habe nur die Madame Bovary von Flaubert in einem Art Dämmerzustand gelesen. Vielleicht erinnere ich mich deswegen nicht mehr so ganz genau. Ich glaube, ich habe das Buch auch nicht mehr. Hat mir wahrscheinlich jemand geklaut...

  3. #28
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Familienbande - eine Hommage

    Hallo Klammer
    ich bin gegenüber Deinem Text dermaßen minderbemittelt, dass es mir kaum noch zusteht etwas dazu zu sagen. Ich tue es dennoch.

    Erster Eindruck: Sahne
    Zweitens: der erste Teil erinnert in der Tat an einen Artikel, der zum aktuellen Thema Erfurt geradezu passen könnte.
    Drittens: Bis zum Eintritt des jungen Mannes in das Haus mit einem einzigen Balkon war ich gespannt, was nun folgen würde (hatte ich doch Erfurt im Hirn)
    Viertens: nun verliert sich nach der Beschreibung des Hauses die Gegenwart vollends. Zwei klitzekleine Schreibfehler fand ich, will sie hier aber nicht herauskramen, ein "er" wars.
    Fünftens: völlig abgetaucht in die Druckindustrie, einen Dickbauch bin ich dann, über zu viel oder zu komplizierte französische Ausdrücke, ermüdet und habe ersteinmal vorgeblättert, wie weit es denn noch geht. Dann habe ich hier meinen Eindruck dargelegt.

    Also: Die Schreibe ist Sahne.
    Ob ich nun in derart das letzte Jahrhundert wieder aufgewärmt bekommen muss, ist Geschmackssache. Ich mag auch Zeigeschichtliches verbraten, aber so weit zurück denn doch nicht.
    Das das Ganze sich zu einem Roman entwickelt, ist Dir sicher schon selbst aufgegangen.
    Schreibe weiter, wenn es Dir Spass macht.
    Wo willste denn hin? Was ist das Ziel?

    Herzlichst Schreiblaune
    die hier keinen Kümmel am Text spaltet

  4. #29
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Familienbande - eine Hommage

    @Patina: kann nur Balzac sein
    ... wenns nicht stimmt, Klammer, schieß mich ab (bin eh der Kurzvormabschussiger hier)

  5. #30
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Familienbande - eine Hommage

    Liebe Zefira,

    du hast ganz recht. Als H. de Balzac (den Adelstitel hat er sich übrigens selbst verliehen) 1850 starb, hinterließ er neben ein paar unfertigen Romanen (Die Bauern, die Kleinbürger) auch eine Liste mit den Titeln von noch ungeschriebenen Texten, die sein Mammutwerk "Die Menschliche Komödie", das zu diesem Zeitpunkt bereits aus etwa 30 Romanen und rund 70 Erzählungen bestand, ergänzen sollten. Einer dieser nie benutzten Titel lautete: "Familienbande".
    Mit der Menschlichen Komödie unternahm Balzac nichts geringeres, als den Versuch einer Gesamtschau über die menschliche Gesellschaft, eine Art Naturkundebuch, das jeden menschlichen und sozialen Typus beispielhaft erfassen sollte. Es gibt buchstäblich nichts, über das B. nicht geschrieben hätte. Dazu führte er in seinen Romanen ein feststehendes Personal ein, im Ganzen etwa 400 Figuren, die immer wieder auftauchen und eben einen repräsentativen Durchschnitt bieten sollten. Da gab es den Geizigen, den Aufsteiger, den Kriminellen, den Künstler, den Sittenstrolch usw. Autoren wie Faulkner, Conrad, Walser, aber natürlich auch Proust haben diese Wiederkehr von Figuren von im übernommen. (Ich auch...)
    Einige dieser Figuren geistern zwangsläufig nun auch durch meine Hommage, wie bei ihm auf das Engste verknüpft mit tatsächlichen Personen der Zeitgeschichte. Der Motor, der für B. die Gesellschaft in Bewegung hält, ist übrigens ausschließlich das Geld. Er ist damit der erste, der den Kapitalismus (der mit Demokratie nix zu tun hat, Robert) in seiner ganzen Widerwärtigkeit ausbreitet und darlegt. Das haben Engels und Marx an ihm geschätzt und deshalb gab es in der DDR eine Gesamtausgabe seiner Werke, während in Westdeutschland bis vor kurzem nur die bekanntesten Romane erhältich waren.
    Balzacs Schreibstil kommt vom Journalismus (er hat mehrere Zeitschriften herausgegeben und hat für viele essayistisch gearbeitet), sein Stil ist oft kolportagehaft und äußerst flüchtig (Personen ändern ihre Namen, verabschieden sich auf einem Ball und zehn Seiten weiter von der Hauptfigur auf der Tanzfläche gesichtet, ein ausdrücklich Toter lebt in der nächsten Geschichte wieder), seine Sprache oft schlampig, häufig füllt er Seiten mit anderswo abgeschriebenen Abhandlungen (B. wurde pro Seite bezahlt). Er benutzt also (im Gegensatz zum späteren Flaubert) keine poetische Sprache, sondern eine "moderne" und ist deshalb auch einfacher zu kopieren.
    B. ist ein Autor, der mich seit meiner Jugend begleitet und mich immer beeinflusst hat. Ich hatte einfach Lust, mich vor ihm zu verneigen, indem ich eine seiner nie geschriebenen Geschichten begonnen habe.

    Nun, ich habe noch Spaß daran und werde die Geschichte Ende dieser Woche fortsetzen.

    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  6. #31
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Familienbande - eine Hommage

    Bei dem Personenaufgebot, das Balzac geschaffen hat, ist es kein Wunder, daß er manches durcheinanderbrachte.
    Angeblich rief er, als er todkrank war, nach einem Arzt, den es nur in seinen Romanen gab.
    (So was hab ich auch schon mal gemacht... nur war's kein Arzt *rotwerd*)

  7. #32
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Familienbande - eine Hommage

    Hallo, ihr Lieben,

    da der Text bei der Monatsauswertung tatsächlich ein paar Punkte bekam, mache ich weiter und füge oben den Abschluss des ersten Kapitels der "Familienbande" ein.
    Und keine Sorge:
    Damit beende ich erst einmal meinen Ausflug ins 19. Jahrhundert und wende mich wieder der zeitgenössischen Literatur zu.

    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  8. #33
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Familienbande - eine Hommage

    Zitat Zitat von Schwarzes Pferd Beitrag anzeigen
    lieber klammer,

    seichte sümpfe des 19.jh..
    der sumpf ist hier und heute. atombombe, agent orange, westdeutsche abspaltung und restauration-persilscheine des bgb fürs album in bergen-belsen, biafra, bangla-desh,
    degeneration einer generation, kreation neuer ahnen, luftgeld, verknappung der intelligenz, reformstau der evolution
    ...
    das sind themen. einige davon sind zeitlich schon weit genug entfernt sie zu reflektieren.

    bitte keine posiealben mehr,
    keine duplizierten franzosen, österreicher,
    etc., keine schönheiten, sondern wahrheiten. vom formalismus zum inhalt vom wort zur dichtung. verdichte deine zeitgeschehen. dann wird's literatur. komprimiere deine ideen. mach aus dem flickenteppich deiner vielen schönen geschichtchen eine richtige.
    wir sind hier nicht bei der misswahl...
    hier im forum sollte das leben sein.

    auf die anstrengung bitte eine kohlrübe
    Ich glaube, da hat mein alter specie ins Schwarze getroffen. Klammers Antwort markierte hier einen Grenzstein, den zu überschreiten ich nicht in der Lage war. SPs Anweisungen allerdings sollte ich hier verstärkt berücksichtigen. Sie sind metapolitisch, und dieses Metapolitische sollte Literatur ausmachen.
    Ich widerspreche Klammer entschieden, daß Literatur nichts ausrichten solle. Alles Denken fußt auf dem Wort. Seine Macht ist groß, beinahe so groß wie die Macht der Bilder. Sie ist größer als dieselben, denn das Wort mag Bilder entwickeln, das Bild dagegen kann das nicht. Sonst würden Vögel schreiben. Früher oder später, sofern es Evolution gäbe.
    Ich werde also die vom SP getroffenen Anmerkungen in Bälde abarbeiten.

    Ich widerspreche Klammer auch in seiner Leugnung eines Gleichheitszeichen zwischen Demokratie und Kapitalismus. Demokratie ist Kapitalismus.

  9. #34
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    AW: Familienbande - eine Hommage

    Ich wollte und konnte es mir damals nicht eingestehen, aber ich war als ein einfacher Geschichtenerzähler ohne hochtrabende Theorie in diesem Forum vollkommen fehl am Platz. Dafür stehen symptomatisch die Reaktionen auf meine Balzac-Nachdichtung. Meine unpolitische und durchaus auch triviale Art, Literatur zu schaffen, mit dem schlichten Anspruch, die Leser zu unterhalten, goutierten nur wenige der im Goetheschen Sinne genialischen Autoren hier und die Forenbetreiber überhaupt nicht. Tatsächlich habe ich die wenigsten von Roberts und SPs für mich vollkommen kryptischen Einwürfe überhaupt verstanden. Das geht mir übrigens auch heute noch so, wenn ich hier ab und an mitlese. Manchmal habe ich das Gefühl, wir sprechen nicht das selbe Deutsch.

    Egal, das ist uralter Schnee. Die Sonne lacht frühlingshaft vom Himmel und niemand regt sich mehr über das Wetter von gestern auf.

    Frohe Ostern, Nikolaus


    PS: "Demokratie" ist nach meinem Verständnis eine Staatsform - "Kapitalismus" eine Wirtschaftsform, die es übrigens mit jeder Staatsform kann, die nicht bis 3 auf den Bäumen ist. So sind z. B. auch der chinesische "Sozialismus" oder meinetwegen "Konfuzianismus", das kommunistische Kuba und auch das moderne, zaristische Putin-Russland inzwischen kapitalistisch, aber alles andere als demokratisch. Aber wie oben gesagt, ich bin nur ein kleines Licht und kann den Höhenflügen hier nicht folgen.
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  10. #35
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Familienbande - eine Hommage

    Literatur ist ein weites Feld. Daß ich gedankenschweres und historisch verbrämtes Literarisieren bevorzuge, bedeutet nicht, daß ich einen Osterspaß oder eine geschliffene Satire, einen Dada-Text oder ein pfiffiges Bonmot nicht zu schätzen wüßte. Epigonentum dagegen ertrage ich schwerer, aber ich respektiere es, wenn es als Parodie oder als Travestie daherkömmt, nicht aber als Hommage. Als Hommage ertrage ich es auch, aber nicht auf mehr als drei Seiten.
    Daß Du Dir geflissentlich gern selber aufs Haupt schlägst, um Dein Licht unter den Scheffel zu stellen, wissen wir beide. Ebenso weißt Du, wie sehr ich Deinen kritischen Verstand, Dein hervorragendes Handwerk und Deine Fähigkeit, auch querzudenken, schätze. Einen Grundsatzstreit werden wir in diesem Ordner sicherlich nicht führen.

    Kapitalismus und Demokratie sind wesensverwandt. Ich verstand diesen Zusammenhang, nachdem ich Manns Buch "Betrachtungen eines Unpolitischen" gelesen hatte. Wenn wir über dieses Thema diskutieren wollen, empfehle ich Dir die Lektüre desselben, andernfalls befürchte ich, redeten wir aneinander vorbei.

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