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Thema: Melancholia

  1. #1
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    Post Melancholia

    Melancholia

    ein einsam Lied aus
    dem Schlund der Nacht
    gespuckt in
    ewig tiefen Trog -
    ein Schrei, ein stummer,
    schwarze Vögel
    schwirren lautlos dazu
    ein Pferd, das mit großen Augen
    im Moor versinkt,
    ertrinkt im Schlick und
    blubbernd im Darm
    der Erde
    langsam dem Prozeß
    der Verweisung
    anheim
    fallen -
    nichts bleibt zurück!
    nur dies Lied,
    das durchdringender
    nicht sein und
    den Bogen spannt,
    bis er bricht.
    Tatütata -Tatütata.

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
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    Post AW: Melancholia

    Darf ich, Paul, eine Melancholia dazugesellen?

    Melancholia
    - Finsterlied -

    Lass mich, mein heller Schatten,
    noch diese Nacht, noch jenen Tag
    am Feuer sitzen mit Verlust, Verzweiflung, Tod.

    Sing' ich ein kehlig' Lied
    aus Klageflammen, Tränenbrand
    im Kreis der Schreie. Schwer die Erde, zündet. Still.

    Fass mich, fang Schwarzmut ein
    und Dunkelherzen, die im Fluss
    vorm Hades treiben. Dann, übermorgen, rette - uns.

  3. #3
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Melancholia

    Anhang 365
    Davon redest Du? Aber Tux, Du nicht.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Melancholia

    ...Ohne Honig ums Maul:..das ist gut geschrieben, Tuxens Finsterlied. So schreibt man im Delirium, aber das macht den Kopf frei; ha!, Katharsis.

  5. #5
    Mitgestalter
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    AW: Melancholia

    das sieht mir verdammt aus,
    verdammt nach den alten vier reitern... -
    wußte gar nicht, daß der herr aus mittelfranken nicht nur fette hasen und betende hände... -
    ich kannte the four horsemen eher von the bollock brothers... -
    tja, dann ist der kreis ja rund, eine schöpfungsgeschichte hier, eine apokalypse da, alles verläuft nach plan - nur mir surrt immer noch der kopf - ich sollte mir kleinere flüchen zum harken suchen, oder ein zwei kieselchen einfach von hand... - alles andere macht mich schwindelig...

  6. #6
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Melancholia

    Melancholie? Wenn es im Felle juckt, man aber weiß, daß keine einem gefällt, dann kann Melancholie nicht weit sein.

    Dürer ist der bedeutendste Maler seiner Epoche - nach Bosch. Weil er eben auch in schwarz/weiß anschaulichst malte. Und mir Farbenblindem ist das ein Genuß!

    auch munch malte ein bild zur melancholie

  7. #7
    Cujo
    Laufkundschaft

    Post AW: Melancholia

    "Melancholie ist eine Erfahrung unserer Zeit!" Nachgefragt: Gibt es aus unserer heutigen Sicht Anschlussmöglichkeiten an die melancholische Geschichts- und Subjektphilosophie? Und: Unter welchen Voraussetzungen können wir uns als subjektive Individuen dieser Tradition im Kontext der Gegenwart überhaupt noch vergewissern? Ist es möglich, Melancholie als Diagnosemöglichkeit der modernen Zeit anzunehmen und zu verstehen? Oder kann die Beschäftigung mit Schwermut und Langeweile als ein Phänomen definiert werden, das in der Welt der Informations- und Unterhaltungsgesellschaft begründet liegt und ein melancholisches Unbehagen an den politischen, kulturellen und alltäglichen Zuständen impliziert? Stellt die postmoderne Melancholie nicht vielmehr eine Reaktion auf die "Zerrissenheit des gesellschaftlichen Kontexts" dar? Unter Einbeziehung der historischen Veränderlichkeit dieser anthropologischen Kategorie im Kontext einer Analyse des realen Phänomens geht der Autor im vorliegenden Buch u.a. diesen Fragen nach und versteht es, sowohl die theoretischen Betrachtungen und Erklärungen des Gegenstandes "Melancholie" als auch die praxisbezogenen Handlungen zu reflektieren und verständlich zu machen.

    http://www.amazon.de/Postmoderne-Ant...3437466&sr=8-1

  8. #8
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    AW: Melancholia

    ich versuche, den mir dargebotenen text zu verstehen:

    gibt es anschlußmöglichkeiten an diese (?) tradition der melancholie?
    sie ist eine diagnosemöglichkeit, eine beschäftigung mit schwermut und langeweile und impliziert ein melancholisches unbehagen. sie ist postmodern und eine reaktion auf zerrissenheit. sie ist eine anthropologische kategorie, ein reales phänomen, ein gegenstand und praxisbezogene handlungen.

    hm. sagt man dazu nicht einfach weltschmerz, ein leiden an der welt wie sie im innersten ist. anschlußmöglichkeit gibts da nicht, man leidet mit. eine beschäftigung mit schwermut und langeweile ists eigentlich nicht, auch ist die melancholie keine diagnosemöglichkeit. wenn überhaupt, ist sie die grundkrankheit, und nicht einmal nur ein symptom. sie ist aber auch keine krankheit, sondern empathie mit allem leid auf der welt. es sei also die welt krank in ihrem wesen.
    unbehagen ist für dieses wunderschöne gefühl der melancholie auch nicht wirklich richtig. postmodern gibt es sie nicht, sie ist überzeitlich.
    sie ist auch eben keine re-aktion auf etwas, sondern aktive teilnahme bei, in und mit leid. sie setzt gerade nichts voraus, sondern kann in den glücklichsten umständen wundervoll gedeihen. sie ist ein zustand, eine anthropologische kategorie ist sie nicht, der mensch muß nicht zwangsläufig als melancholisch gedacht sein. das schwere blut ist auch kein reales phänomen, sondern ein inneres, nicht zu beweisendes. gegenstand? praxisbezogene handlungen? beides nicht.
    lord byron


    tux finsterlied ist wunderschön!

  9. #9
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Melancholia

    Philosophie ist manchmal hyperventilierend. Bei einem Buchtitel wie "Melancholie im Kontext der Postmoderne." muss ich an einen Autor denken, der sich in den unendlichen Möglichkeiten Gedanken zu denken schlichtweg verloren hat, den Begriff nicht im urspr?nglichen Wortsinn versteht und somit keine Ahnung mehr vom Thema hat. Das ist selbstverständlich ein Vorurteil.

    Dar Eingangstext (ich weigere mich Gedicht zu sagen) vermittelt mir mehr, als postmoderne Berücksichtigungen anthropologischer Implikationen der Melancholieproblematik. Der Break gefällt mir besonders. "Tatütata". Diese gekonnte Entspannung des Bogens, diese Rhytmisierung in Form einer Wortlautmalerei...

    Schlecht ist er trotzdem, der Eingangstext. Die Kommentare reißen es aber wieder raus...

  10. #10
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Melancholia

    karlchen, ich denke ähnlich. ich glaube auch, daß jemand, der so einen buchtitel mit leben füllen will, sich schlichtweg im nirgends verlieren muß.
    das melancholische hat doch eine substanz, die uns ewiggestrigen jeden tag begegnet, manchmal treibt sie uns sogar an. und TATÜTATA ist natürlich ein göttlicher bruch.

  11. #11
    kls
    Laufkundschaft

    AW: Melancholia

    Ich halte Melancholie für etwas, dem man nicht ausweichen kann, wie Trauer, Liebe, Verlust, Gottesahnung, Tod, Hunger, Geilheit, Schlaf. Vielleicht ist Melancholie einfach nur ein entgegengesetzter Pendelausschlag, damit man auch mal wieder was merkt. Nicht zu verwechseln mit Depression. Diese Begriffe sind nicht synonym. Und natürlich gehört zu der Melancholie eine gehörige Portion Selbstmitleid. Wenn Melancholie schwarze Galle ist, was ist dann Blues? Blaues Bauchspeicheldrüsensekret?

  12. #12
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    Lightbulb AW: Melancholia

    seelensaft

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