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Thema: Hände im Schoß

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post Hände im Schoß

    Die Hände im Schoß

    Die Inszenierung
    dieses Abends:
    Himmel in Chiffon,
    puderblau.
    Drauf ziehen geordnet,
    zollstockgerade,
    Grauarme nordostwärts.
    über die Horizontbäume
    örtlicher Maibühne
    schieben sich Glühfinger,
    streifen in nachlässiger
    Berührung
    hier und da Wolkenband
    in Brand, dann zu Asche
    der Nacht.
    Applaus
    würde stören.
    So sitzt man noch lange,
    die Hände geöffnet
    im Schoß.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Hände im Schoß

    Das ist keine schlechte Momentaufnahme, mehr nicht. Das deskriptive Moment steht anfangs im Mittelpunkt, es weicht einer Bewertung, wird also ästhetisch, doch bindest Du diese Vorgehensweise nicht zu einem Kreis, machst den Text also nicht rund; insofern wirkt er fragmentarisch resp. momentös.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Hände im Schoß

    In wessen Schoß die geöffneten Hände? Glühfinger am Puls des Wetterleuchtens oder am Maibaum, wessen auch immer?

    örtliches Tuxer Wortkladderadatsch.

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Hände im Schoß

    Die Hände im Schoß

    Die Inszenierung
    dieses Abends:
    Himmel in Chiffon,
    puderblau.
    vom ansatz her nicht unoriginell. ein abend als theaterstück. aber was da bereits gesagt ward, scheint mir richtig. zu wenig, was kömmt hinten nach.

    und warum tät applaus stören? (ich weiss schon, ich kenn das ja, mich stört er auch oft, der applaus, da ist man grade mal eben friedlich eingenickt, und dann geht das klatschen los und man wird schon wieder ausm traum gerissen, noch bevor man eigentlich geträumt hat... trotzdem: vielleicht überlegst du da noch n bisschen drum rum? da lässt sich noch ein gedanke formulieren, denk ich.)

    greetings,
    Mr. Jones

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Hände im Schoß

    ich finde es Klasse Tux.

    seht ihr nicht, den Genuss des wahrhaftigen Ruhens ohne eingenickt zu sein?
    Einfach die Hände in den Schoß legen,
    während die Wolken über einen hinwegziehen?
    Nichts da, was einen berührt, außer dem Gleiten des Himmels?

    Für mich hatte es gerade auch am Pfingstwochenende eine Moral beinhaltet.
    Tux legte ihre Hände in den Schoß, während wir uns die Köpfe heiß redeten.


    Ich wünschte, ich könnte mal so ohne weitere Gedanken die Hände in den Schoß legen. Einfach abschalten.

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Hände im Schoß

    die hände liegen geöffnet im schoss. offenbar - bereit. anzunehmen, nehme ich an.

    ich bleib jedoch dabei: applaus würd stören, das ist mir zu wenig. wobei stören? woraus ist die stille gemacht?

    der text sagt einiges und gefällt mir. aber denke ich, etwas klitzekleines fehlt, ich fühl es, so sag ich es eben darum, weils mir gefällt.

    Mr. Jones

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Hände im Schoß

    Dank, Ihr Lieben, fürs Lesen! - Nun, Euch fehlt etwas? Ja aber! Ein ganzer Himmel - zu Eurer Verfügung! Ein Sonnenuntergang, der's mit allen Effects des Herrn der Ringe aufnimmt. Ein Besucher der Aufführung, fast ins Bild gezogen ... entschließt sich gegen lauten Beifall. Schweigende Würdigung. Habt Ihr schon mal in Luxor überm Nil die Sonne untergehen sehen? Traumhaftunbeschreiblich! Aber dazu ein Largo und ein Ave Maria aus Lautsprechern - und wenn sie verschwindet, die Rote, dann klatschen die Leute auf der Tribüne! Applaus! Applaus! Am Rhein, auf manchen bevölkerten Treppenstufen, soll's auch schon so zugehen. Das Leben - ein Spiel! - Aber nicht mit mir - an diesem Maiabend. Und wenn dann der eine oder andere sich über offene Gedichtenden hinausdenkt ... dann mag ihm das eine oder andere ... zu offenen Händen einfallen, zu Warten - oder Geschenken, zu Frieden (na mindestens zu "ich komme ohne Waffen") oder zu Händen im Schoß - zu Ruhe - zu getaner Arbeit - oder aber ... zum Schoß ... da könnte auch ... so einiges ... einfallen, kommen ... Es muss nicht immer alles bis zum i-Tüpfelchen gesagt werden. Hauptsache, Leser hat ein Bild, eine Stimmung, kommt drauf: da könnte doch noch was sein ... Und wenn Leser ganz prosaisch sich denkt: Nun nimmt Betrachter sein Klappstühlchen und geht ins Haus in sein Bette. - Also, "es kömmt nix mehr hinterher", nicht in diesem Gedicht - es sei denn, es kömmt von seinem Leser ...

    Tux

  8. #8
    Hekate
    Laufkundschaft

    AW: Hände im Schoß

    Dickes Lob in den Äther für "Die Hände im Schoß".

    Merke: Wer sie gegen mich erhebt, dem verhagele ich global die Sonnenuntergänge.

    Hekate (trollt sich)

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