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Thema: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

  1. #26
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Korn: Michel Friedman ist ein Profi des öffentlichen Lebens, und er ist auch ein Profi in Bezug auf die Präsentation seiner Person in der Öffentlichkeit. Aber er kämpft zumindest mit dem Florett, Möllemann mit der Axt

  2. #27
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    erstellt von traumtänzer:
    merkst du denn gar nicht, wie sich hier viel nachsichtiger zu friedmann geäußert wird als zu möllemann?

    Friedmann hat REAGIERT, auf die Angriffe Möllemanns. Und man kann aus der Antwort sehr deutlich entnehmen, daß Korn über die Art der Reaktion nicht wirklich glücklich ist. Er versucht die Debatte auf eine kleinere Flamme zu bringen. Er versucht zu entschärfen, ohne jemandem in den Rücken zu fallen. Schon dadurch, dass er Möllemann als Person und seine Äußerungen und nicht die FDP als Partei angreift.

    Lieber tt,
    wie hätte Friedmann denn reagieren sollen. Sollte er sagen, ja sie haben völlig Recht Herr Möllemann, ich gehe zurück nach Frankreich um den Deutschen meinen Anblick zu ersparen, weil sie sonst antisemitisch werden könnten? Oder, entschuldigung Herr Möllemann, daß ich so ein hässlicher Jude bin?

  3. #28
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    also kyra,

    ich bitte dich! wenn du alles genau gelesen hättest von mir, dann hättest du erkannt, daß ich NICHT friedmann kritisiere. ich kritisiere, daß eine breite öffentlichkeit vorschreibt, was und wie man etwas zu sagen hat. daß subjektive meinungen als objektiver sachverhalt dargestellt werden, so wie es hier auch geschehen ist. das interview mit korn, der artikel in der zeit... dort wird z. b. die tägliche schikanierung von isralischen soldaten an PALESTINENSER konsequent verschwiegen, nicht die von niederländischen journalisten, ein witz. das kritisiere ich aber auch nicht. eine demokratie ist ein sammelsurium von subjektiven meinungen. undemokratisch ist's aber, wenn diese subjektiven meinungen zu objektiven tatsachen verdreht werden. also, noch einmal: friedmann hat verständlich reagiert; ich habe an ihm sowieso nichts auszusetzen.

    [Diese Nachricht wurde von traumtänzer am 27. Mai 2002 editiert.]

  4. #29
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Seine Talkshow ist zumindest Klasse. Und natürlich hast Du Recht, wenn Du sagst, dass sowohl Israelis als auch Palästinenser eine jeweils sehr einseitige Weltsicht haben - die mit so etwas wie Wahrheit nichts zu tun hat. Mich beunruhigt ja auch nicht die heftige Kritik an Israels Politik, sondern diese plötzlich unglaublich heftige Reaktion. So einseitig palästinerserfeindlich eine starke Mehrheit fast mein ganzes Leben lang war, wo ich als linksextrem galt, wenn ich mich für einen Staat Palästina einsetzte, so kippt es jetzt um. Früher habe ich dann zu hören bekommen.."Geh doch nach drüben..." Aber das gibt es ja nicht mehr .

  5. #30
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    @ traumt?nzer - Nein, es steht bei de Winter nichts über die Araber, sondern über die Nachbarländer Israels, deren Politik und über Arafats Politik. Und in der Tat haben die zum Teil selbst Schuld, aber nicht an irgendeinem Antiarabismus oder Antipalästinensismus, etwas, das es (noch)gar nicht gibt, sondern an ihrer miesen Lage.
    Himmelhergott. Siehst Du den Unterschied nicht?
    Die arabischen Lander im Umfeld werden vom israelischen Staat nicht unterdrückt. Sie haben allerdings im sechs-Tage-Krieg Land an die Israelis verloren, das jetzt zum Teil ja sogar wieder zurückgegeben worden ist.
    Vertrieben worden sind die Palästinenser und sie sind in der Tat Opfer der Israelis und der umliegenden arabischen Staaten.
    Vor vielen Jahren übrigens bekam ich immer mal Materialien aus Libyen. Gaddafi läßt da Texte in die Welt schicken, die von der Verschwörung der Weisen von Zion reden. Die Araber hassen die Juden, die Palästinenser nicht minder, obwohl sie ja vom selben Stamm sind. Das ist auch der tiefe Konflikt, dass die nach draußen vom Existenzrecht Israels reden, aber in Wirklichkeit die Israelis noch immer ins Meer treiben wollen. Und wir in Deutschland, einem Land, dass maßgeblich den Exodus nach Palästina verursacht hat, stehen besserwisserisch und hochmütig da. Ich glaube auch, dass der Sharon natürlich ein Falke ist, aber es muß auch auf Seiten der Palästinenser Aspekte gegeben haben, die ihm Möglichkeiten gab, harte Seiten aufzuziehen.

    Zitat von Achtpanther:
    "In einem Gespräch meinte ein Palästinenser, erst wenn ganz Palästina wieder in arabischer Hand ist und alle Israelis vertrieben sind wird es Frieden geben. Als ich ihn fragte, ob seine Meinung nicht doch die einer radikalen Minderheit sei antwortete er mir: Nein, innerhalb der PLO gelte ich als außergewöhnlich gemäßigt"

    Das kann ich bestätigen. Die Palästinenser reden wirklich immer nur von einer großen Demütigung. Dass ein Volk, welches sie als unter ihrem Niveau ansehen, sich in einem Land, das sie als das ihre betrachten überhaupt niedergelassen hat, das ist die wirkliche tiefe Kränkung und nicht das Elend in den Flüchtlingslagern. Das ist denen völlig wurscht, vor allem Arafat und seinen korrupten Politikern.


    In einem hast Du allerdings Recht. Ich bin gegenüber islamischen Ländern voreingenommen, das hat mit der Mißachtung der Frauenrechte zu tun. Ich habe allerdings auch nicht den Hochmut, wie der liebe Gott allen gleichermaßen gerecht zu werden.

  6. #31
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Madge,

    Nein, es steht bei de Winter nichts über die Araber.
    Gut bemerkt. Aber ICH habe dies HINEININTERPRETIERT. Himmelherrgott, verstehst du denn nicht, was ich meine?

    Obwohl selbst halber Araber, stehe ich dem Islam SEHR kritisch gegenüber. Und ich zweifle auch nicht an der Unterdrückung der Frauen, den diktatorischen Verhältnissen und den Menschenrechtsverletzungen dort. Diese Sachen werden ebenso vernachlässigt, wie das Unrecht was in Israel täglich PASSIERT. Denn, Madge, wo findet Unterdrückung statt? In den politischen Verhältnissen, in territorialen Machtkämpfen, in Konferenzräumen führender Politiker? Nein, Madge, ich sage dir wo sie stattfindet: auf den Strassen. Ich empfehle dir ein Buch eines Juden. Es ist schon was älter, ich glaube, kurz nach dem Golfkrieg, aber das tut nix. Ralph Giordano "Israel, um Himmels willen Israel".

    zu Achtpanther: Blödsinn! Und auch wieder nicht. Wird hier denn davon ausgegangen, daß ein Palästinenser immer in der PLO ist? Und die Aussage eines oder mehrerer (meinetwegen sogar vieler) Palästinensers wird auf alle reproduziert? Ich stimme jedoch zu, daß Menschen arabischer Herkunft sehr intolerant sind, ähnlich wie obiges Zitat und Zitierender.

  7. #32
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Hallo tt - das Buch von Ralph Giordano werde ich mir gern besorgen. Der ist ja auch einer, dessen Meinung zu achten ist.

    Wie auch immer - man kann sicherlich darin einig sein, dass schon die Gründung Israels unter keinem guten Stern stand. Und immer mal wieder war der Nahostkonflikt auch ein Objekt des Ost-West-Konfliktes.
    Heute war in meiner Zeitung mal wieder ein Beitrag über Camp David 2000. Da werden auch Mythen gepflegt, wem das Scheitern anzulasten ist.

    Ja, mit den Arabern und der Intoleranz, die Du monierst, das ist etwas, das mich beschäftigt. Es muß einfach so sein, dass in dieser Kultur Toleranz einfach keine erstrebenswerte Tugend ist, sondern als Schwäche oder schändliches Abweichen von Prinzipien verstanden wird. Ich weiß es wirklich nicht. Ich weiß nur, dass ich mich als Frau - außerhalb des sofort entstehenden Gebalzes - mit den Männern nie richtig unterhalten konnte. Und Frauen kenne ich fast nicht, jedenfalls nicht persönlich. Ich weiß hier auch nur, dass es immer wieder zu Mißverständnissen und Dissenz kommt.

    Na, gut, so ist das eben.
    Gruß
    Madge

  8. #33
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Madge, Kyra und Fitzlidingsbums,

    Habt ihr schon mal was vom Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes gehört? Oder von Meinungsfreiheit? Offenbar nicht.

    Euer politisch korrektes aber demokratisch unkorrektes Gelaber über den ach so toleranten und zurückhaltenden armen Herrn Friedmann und den bösen, axtschwingenden Herrn Möllemann geht mir mittlerweile leicht auf die Nerven.

    Dazu akademisch abgehobenes Räsonieren über die Kommunismussehnsucht der Antisemiten bzw. Nazis in diesem Lande, insbesondere natürlich im Osten, denn die waren ja erst alle Nazis, dann alle Kommunisten und jetzt wieder alle Nazis.

    Außerdem habt ihr ganz offensichtlich die falsche Vorstellung von einer "breiten Öffentlichkeit". Innerhalb weniger Tage hat die Bereitschaft, FDP zu wählen um 3% zugenommen - alles Nazis? Oder wenigstens Antisemiten? Unsinn. Überwiegend Leute, die es einfach nur leid sind, sich ständig von einer gut organisierten politisch-medialen Minderheit das Welt- und Geschichtsbild vorschreiben zu lassen.

    Weil man auf Walser nicht hören wollte, der dieser Stimmung schon früher Ausdruck verliehen hat (worauf ihn Vertreter besagter Kaste als "Brandstifter" diffamierten), muß man jetzt auf den Politkasper Möllemann reagieren, der das Löcken wider den Stachel der "political corectness" aus reinen taktischen Gründen zelebriert.

    Die Schande ist nicht, was Möllemann gesagt hat (im Grunde hat er nur gesagt, daß ihm die israelische Kriegsführung nicht gefällt und daß ihm der Entertainer+CDU-Präsidiale+ZJD-Vorsitzenstellvertreter Friedmann unsympathisch ist und er sich von ihm nicht das Wort verbieten läßt.), sondern das wie üblich in vorauseilenden Gehorsam und im Hinblick auf die Förderung der eigenen Karriere daraufhin erhobene kollektive Wehgeschrei bzw. Wutgeheul der politisch Korrekten.

    K.

  9. #34
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Christina von Braun hat an Beispielen nachgewiesen, dass die Zuschreibungen für geistig tätige Frauen und Juden in den frühen Jahren des vorigen Jahrhunderts ähnlich waren. Sie seien nervös, ungefestigt, auch gefährlich und alles so etwas. Das muß ich mir noch mal raussuchen.

    Gruß,

    Madge

  10. #35
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    erstellt von Kassandra:
    ...im Grunde hat er nur gesagt, daß ihm die israelische Kriegsführung nicht gefällt und daß ihm der Entertainer+CDU-Präsidiale+ZJD-Vorsitzenstellvertreter Friedmann unsympathisch ist und er sich von ihm nicht das Wort verbieten läßt
    Doch Kassandra, er hat mehr gesagt. Nämlich dass er (Friedmann) durch seine hässliche Art den Antisemitismus fördere. genauso hat es damals angefangen. Vergessen?
    Hier was Herr Broder dazu mein, dem ich ausnamsweise einmal zustimmen kann.
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,197832,00.html

    Im übrigen lieber Kassandra, hast Du doch im Spiegelforum hunderte von Leuten die Deiner Meinung sind. Alles liberale Spiegelleser.

  11. #36
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Ja, da gebe ich K. Recht: Politkasper Möllemann zelebriert das Löcken wider den Stachel der "political corectness" aus reinen taktischen Gründen. Genau. Und soo dumm ist der Herr nicht, der kalkuliert schon, wen er erreicht. Populismus nennt sich das Ganze. Und es wär nicht populär, wenn es keine antisemitischen Tendenzen gäbe. Möllemann ist einfach nur peinlich. Fast so schlimm wie diese Theorien von der Weltverschwörung. Und den jüdisch-bolschewistisch kontrollierten Zeitungen.

    Tschuldigung TT, aber ich sprach halt mit PLO-Männern, und ich habe das auch geschrieben. Und ich glaube auch nicht an *die* Palästinenser, aber es schien mir doch der Konsens innerhalb der PLO zu sein. Hat mich jedenfalls ziemlich schockiert, wie fanatisiert zumindest diese Herren waren (und wie eingebildet). Im übrigen gibt es allerdings auch genug Israelis die für die Vertreibung der Palästinenser eintreten, gerade jetzt wieder.

    @Madge: "unter keinem guten Stern" ist noch ziemlich milde ausgedrückt. Aber ich glaube, das ist eine andere Diskussion.

    @Kyra & Madge - Noch schlimmer:Angeblich können sowohl Juden als auch Frauen nicht Fußball spielen.

  12. #37
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    ich verstehe auch die eskimos nicht sehr resp. sind sie mir fremd, obwohl ich ihr näseln bei der begrüßung mag. bin ich jetzt ein anti-eskimoist?

    außerdem habe ich beschlossen, dem mit mehr ironischer Distanz zu begegnen. Friedman (der Mann hat das deutsche zweite -n abgelegt, was ich zu bedenken gebe, ist für mich ein schleimiger und häßlicher Opportunist, mir völlig wurscht, ob er Jude, Eskimo oder Saarbrücker ist. Das mit den Juden und den Deutschen gräbt der Mann aus, um sich zu profilieren. Schätze ich. Ich stimme zu: er ist ein Darstellungskünstler. Ein Jude, der in die C-Partei geht, also, da sträubt sich schon alles in einem integren Menschen!, der wird alles machen, um sich anzubiedern und interessant zu machen. Ende der Fahnenstange.)
    Möllemann springt aus dem Flugzeug ins Schalke-Stadion. Igitt. Ein Clown. Ganz recht. Da haben wir ja zwei wundervolle Kampfhähne! Also, ich setz fünf Euro auf Friedman, aber nicht, weil ich auf ihn halte, sondern weil diese verschißne Westdemokratie den Schwanz einziehen wird, sie wird nachgeben gegenüber den Gralshütern des großen Schuldbekenntnisses, das uns bis zum Jüngsten Tag eben genau dann immer auf die Stulle geschmiert werden wird, wenn wir (die Menschen ohne Scheuklappen, denen ironischerweise jetzt dieser Abspringer vorturnt) frei zu denken beginnen und auch mal das Maul aufreißen, um eine unabhängige und in deren Augen reaktionär-faschistoide, weil establishmentfeindliche Meinung zu sagen, die Volk, das sind die, die nichts zu sagen haben und regiert werden (passivum), wenn politisches Kalkül in Notsituationen gefragt ist, und die innenpolitische Athmosphäre (ja, mit aspiriertem -h-!) aufs nachhaltigste (ja, kleingeschrieben!) vergiften. Mit Stammtischparolen scheint mir das sehr verbindlich zu sein, allerdings möchte ich betonen, daß ich gelegentlich gegen Stammtischler gewichtige Gründe geltend mache, wohl aber öfter der betulichen pseudolinken und kriegslüsternen Grünlichkeit in diesem Lande in den Arsch zu treten mich genötigt sehe. Amen.

    Kyra, hier kommen wir beide wohl nicht zu Potte. Laß Dir nen Bart wachsen, wenn Du mit den großen Jungs Fuißball spielen möchtest. Und Du, Madge, nimm zur Kenntnis, daß ich Dinge zu differenzieren weiß, mir in Deinem Text aber Scheuklappen das Licht der Erkenntnis am Eindringen ins Hirn hindern.
    Ich kann zwischen Frauen und Juden unterscheiden: Frauen sind in der Regel schöner, insbesondere Jüdinnen. Juden sind selten schöner als Fußballer, und manchmal gieße ich auch meine Blumen. Manchmal, wenn's in Gottes Garten Eden nicht regnete.

  13. #38
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    erstellt von Madge:
    Doch Kassandra, er hat mehr gesagt. Nämlich dass er (Friedmann) durch seine hässliche Art den Antisemitismus fördere. genauso hat es damals angefangen. Vergessen?
    Nee, Madge, daß ist ja Teil dieser Totschlagsargumentation, die Unterstellung "So hat's damals auch angefangen." Wenn Herr M. sagt, daß Herr F. mit seinem aggressiven Auftreten sich und auch den Menschen, die er im ZJD vertritt, nicht nur Freunde schafft, dann hat er
    1. nicht ganz unrecht, und es ist
    2. etwas völlig anderes als der grundsätzliche (also alle Juden betreffende) antisemitische Fanatismus der Nazis (vom historischen Umfeld einmal ganz abgesehen).


    Dann hast Du den 2. Spiegel-Beitrag, der sich mit der Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Deutschland auseinandersetzte, gleich mal fröhlich vergessen zu erwähnen:

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,198005,00.html

    Und rate mal, welchen ich für den treffenderen (weil logischeren) halte?

    Das Vorurteil Broders ist das gleiche wie das von Goldhagen & Co.: "Die Deutschen sind von Geburt an antisemitisch." Herr Achtpanther schlägt in die gleiche Kerbe: "populär weil antisemitisch".

    Unfug. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    K.

  14. #39
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    ich will diesen beitrag nicht vorenthalten, obgleich meine vorredner das gleich ausdrücken wollen, aber geschrieben ist geschrieben.

    Meine letzte Wortmeldung: Ich finde es scheußlich, wie mit der Meinung eines Menschen umgegangen wird. Ich habe immer noch nicht das Zitat "Friedmann ist ein häßlicher Jude" oder ähnliches gefunden. Nach dem PUNKT den Möllemann gemacht hat, werden ellenlange Interpretationen gehängt, die die WIRKLICHE Aussage unendlich verzerren. Und ist es nicht seltsam, daß alles... nicht in der Bevölkerung. Aber ich hatte es schon erwähnt. Sie ist nicht so dumm, wie viele glauben. Ist es nicht seltsam, daß in einer Demokratie in keiner Zeitung, in keiner Fernsehsendung, Möllemanns Seite beleuchtet wird?

    Es wird in eine Richtung ermittelt und Ziel ist es, einem Menschen auf Gedeih und Verderb, Antisemitismus nachzuweisen. Die Beweise sind schwach, aber der Staatsanwalt reißt das schon mit einem guten Plädoyer raus.

  15. #40
    fitzliputzli
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Hallo Kassandra.
    Ich nehme mal an, daß du mit Fitzlidingsbums mich meinst. Das einzige, was ich über Friedmann gesagt habe ist, daß es als Journalist seine Aufgabe ist, sich in innerparteiliche Angelegenheiten einzumischen. Jetzt bin ich aber mal höchst gespannt, welch abenteuerliche Gehirwindungen deine Gedanken hinter sich bringen, um daraus ein "undemokratisches Gelaber" über den "ach so toleranten und zurückhaltenden armen Herrn Friedmann" zu machen. Könntest du bitte mal genau erläutern, wie es dir gelungen ist, etwas derartiges in meine Worte hineinzuhören?

    Voll gespannter Erwartung: Fitz

  16. #41
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Hallo Fitz,

    offensichtlich hast Du überlesen, daß mein Beitrag drei Personen bzw. Nicks galt, deren Beiträge bei durchaus unterschiedlichen Nuancen nach meinem Verständnis zum Inhalt hatten, daß Herr Möllemann ein finsterer Schurke sei und Herr Friedman eine von Antisemiten verfolgte Lichtgestalt.

    Und wenn ich Stellungnahmen lese wie (jetzt zitiere ich wirklich!):
    Die Formulierung "...auch kein Kind von Traurigkeit." hat, neben dem scheinbaren Gehalt, daß man ja zugibt, hier hätte jemand Scheiße gebaut, doch etwas merkwürdig schulterklopfend-Verharmlosendes. Wird deshalb gerne von alten Soldaten verwendet, wenn man sie mit den Verbrechen der Wehrmacht konfrontiert. "Ja", lächeln sie halb zugestehend, doch heimlich anerkennend: "die Kameraden waren halt keine Kinder von Traurigkeit." (Nur eine freie Assoziation von mir.)

    Eine sehr freie Assoziation, die Dinge miteinander verbindet, die nichts, aber auch wirklich gar nichts miteinander zu tun haben, und die überdies sehr deutlich machen, wessen Geistes Kind der Autor ist.

    K.

  17. #42
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Also Kassandra, bei Dir ist die Form immer auch gleich der Inhalt. Den Ausdruck Gelaber hast erst Du hier aufgebracht. Vorher war hier war hier nur P wie Polemik. Jetzt ist hier pP - wie primitive Polemik. Ich gehe davon aus, Du weißt es nicht besser.
    Ich glaube in der Tat, dass der Möllemann mit jedem einen Pakt abschließen würde, wenn es ihm Stimmen bringen würde, auch mit Friedman. Aber da ist gegenwärtig überhaupt nichts zu holen, sondern bei denen, die Friedmän nicht so sehr mögen. Ich glaube auch nicht, dass Möllemann ein Antisemit ist, weil er ist gar nichts. Aber er gewinnt diejenigen, die antisemitisch sind.. Für mich ist Möllemann ein sehr übles politisches Wesen, jemand, der die Politik wie kein anderer diskretditiert. Ein politischer Drecksack. Der Friedman ist sicher ein gegeltes Ungeheuer, mit großem Hang, die Leute an der Nase herumzuführen und sich auch manche Narrenfreiheiten zu gönnen. Aber Möllemann, igitt, igitt.
    Da bin ich parteiisch. Und wenn ich von Dir was lese, dann ist es auch immer ziemlich flegelig, da bin ich auch voreingenommen.

  18. #43
    fitzliputzli
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Hallo Kassandra.
    Du hast mich nicht enttäuscht! Eine der atemberaubensten Rückschlüsse, die ich seit langem gelesen habe:

    Verallgemeinerungen und Rundumschläge, daß es nur so kracht. Und am Ende: Sippenhaft. Von der Schurken-Lichtgestalt-Dichotomie trennen meinen Beitrag also nur "Nuancen" (wo bitte habe ich auch nur ein positives Wort über Friedman verloren?). Und "wes Geistes Kind" ich bin, weißt du auch schon ganz genau, faszinierend!

    Liebe Kassandra, ich muß schon sagen: Es gibt auch ein Unterschreiten des tiefstmöglichen Diskussionsniveaus. Nur dann ist es keine Diskussion mehr, sondern nur noch belangloses Gewäsch. Willst du das tatsächlich? Ich fürchte, ja. Jedenfalls muß ich dich beglückwünschen, deine Beiträge sind nicht nur auf Stammtischhöhe angelangt, sondern liegen bereits unter der Tischplatte. Aber ich kann dich trösten: Ich werde dein Wirken in Bodennähe nicht weiter in Unruhe versetzen und werde fortan deine Beiträge nicht mehr mit meiner Beachtung adeln.
    Tschüssing, dein Fitzlischatz

  19. #44
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    gut, daß wir jemanden haben, der trotz nicht-interesse, immer einen hochnäsigen kommentar beisteuern kann. ich würde etwas vermissen.

  20. #45
    rodbertus
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Die Affäre nimmt die erwartete Wendung: Der unvorsichtige Karsli empfiehlt einen regierungskritischen (wohl gemerkt, an seiner eigenen Regierung) Text eines israelischen Journalisten weiter, ungefähr in der Meinung: Seht ihr, sie gehen selbst somit sich um. Dann dürfen wir das auch.
    Der reputationsgeile Parteivorsitzende (Name ist mir augenblicklich entfallen, wirklich) sieht seine Chance gekommen, den unliebsamen Nebenbuhler um die Gunst des liberalen Volks vollends aus dem Felde zu schlagen und verbreitet Halbwahrheiten, die letztlich den Herrn M. für die übereilte und naive Weiterleite des Syrers verantwortlich machen sollen.

    Möllemanns Chancen steigen. Denn heute sieht es zwar so aus, als ob der Vorsitzende alle Trümpfe in seiner Hand hielte, aber jetzt wäre ich beinahe bereit, zehn Euro auf M. zu setzen.

  21. #46
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Lightbulb AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    der beste ordner für die glosse zum deutschen spießertypus des neuen jahrtausends. gemeint ist ein typ, der sich in den letzten jahren in deutschland herausbildete und dessen charakteristik folgendermaßen beschrieben werden kann:

    Das Wort entstand im Mittelalter und meinte ursprünglich etwas Positives, nämlich den Bürger, der bereit ist mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, auch wenn es nur ein Spieß sei, seine Heimatstadt gegen die Feinde unter Einsatz seines Lebens zu verteidigen. In semantischer Reduktion wurde daraus einer, der Fremdes nicht goutiert, noch weiter reduziert ist das jemand, der seine Rasenkante auf 3,5 cm schneidet, jeden Fussel aufhebt und sich gegen alles stellt, was nicht in sein dogmatisches Weltbild paßt.
    Der Spießer ruht zu allen Zeiten unerschütterlich auf den drei Säulen des Massenbewußtseins:

    * Bereicherungssucht
    * Nachahmung
    * Eitelkeit.

    Der kirgisische Dichter Aitmatow nannte ihn den Hort der großen und kleinen Übel, der nichtigen und dürftigen Lebensauffassungen. Er meinte, wie schwer es doch sei, auf Erden eine Kraft zu finden, inbegriffen die Religion, die in der Lage wäre, die allmächtige Ideologie der Spießerwelt zu überwinden.

    Der Spießer von heute bestimmt sich zur Minderheit und lästert über den Staat, in dem er die Spielregeln bestimmt. Der Spießer von heute ist multikulti und nennt jeden einen Faschisten, der das nicht sein möchte. Er beklagt sich über das schlechte Schulsystem, schickt sein Kind (mehr als eins hat er selten) aber auf eine Privatschule ohne Problemkinder. Er wohnt in keinem Multikultiviertel, sondern in der Vorstadt, wählt eine der Systemparteien und will keine Veränderungen. Die Systemparteien nennt er das kleinere Übel. Er ist ja so kritisch und zeigt, wo immer er kann, Zivilcourage, allerdings nur dann, wenn es seiner Lemmingnatur entspricht und er sich sicher sein kann, daß die Mehrheit es auch so sieht. Er stellt das System nicht in Frage, mäkelt aber an allem herum. Er will reglementieren und ist auch für Vertreibungen zu haben: bunt bedeutet für ihn die permanente Korrektheit. PK. Wer ihm nicht paßt, den greift er mit den gängigen Kampfmitteln an: Faschismus-, Sexismus- oder Rassismuskeule. Er will alle gleichmachen, im Sinne Orwells gleichmachen, denn er ist das Schwein, das gleicher ist als alle anderen Schweine. Im Grunde seines Herzens haßt er seine Mitmenschen, die er durch Erinnerung an das Grundübel, die innere Boshaftigkeit über die Einhaltung zur Gesetzlichkeit, also an das, was opportun ist, in der Ordnung halten möchte.
    Aus seinem Schoße wächst Faschismus. Er ist schlechthin der Faschist.

  22. #47
    resurrector
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Das war einer der ersten politischen Ordner im Wolkenstein-Forum. Er führte dann auch schlichtweg zur Trennung von etlichen Mitgliedern, was wieder einmal zeigt, daß es Tabuthemen im öffentlichen Diskurs gibt, Themen, über die man nie reden sollte, will man eine Gemeinschaft bilden. Geschmacksfragen gehören dazu, Diskussionen über Tod, das Sterben udn eben politische Themen. Wer sich darauf einläßt, will eine Gemeinschaft zerstören, jedenfalls eine literarische.

  23. #48
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    Das kann man so sehen. Das kann man aber auch ganz anders sehen. Waren es nicht oft auch Größen der Literatur, die auf solche Befindlichkeiten eben keine Rücksicht nahmen?! Die Intellektuellen zitieren mir immer wieder Gernhardt...wenn es um leuchtende Beispiele geht. Und der ist doch ein gutes Beispiel dafür, dass man eben nicht die Klappe halten sollte. Dass es u.U. zu nichts führt...oder für Chaos sorgt...das steht auf einem anderen Blatt. Wenn nicht hier, wo dann?
    Du meinst in Wirklickeit etwas anderes: Dir ist so lange genehm...wie alle entweder gleicher...oder deiner Meinung sind?

  24. #49
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    AW: Die Mär vom nachkriegsdeutschen Antisemiten

    -edit -

    ich möchte entweder gar nicht...oder richtig(vollständig) wiedergegeben werden.

    fast hätte ich gesagt Du solltest dich schämen, aber so weit will ich gar nicht gehen. Gehe einfach mal in dich, das Ergebnis könnte das gleiche sein.
    Geändert von anderedimension (19.04.18 um 15:14 Uhr)

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