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Thema: Aus: unerotische Geschichten

  1. #1
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    Post Aus: unerotische Geschichten

    Schuldig




    Ich könnte ihnen stundenlang zusehen.

    Das Mädchen. Den Kopf leicht zur Seite gebeugt, ohne sich dessen bewußt zu sein. Ein Träger ihres Kleides ist über die Schulter gerutscht und legt sich in einer ausladenden Schlaufe um den braunen Arm. Er zeichnet einen dünnen Strich aus Schatten über der leichten Gänsehaut, die die Form gestern getragener Kleidungsstücke zeigt: braun und hell.
    So glatt.
    Die auf das Kleid gestickten Blumen fransen an den Rändern leicht aus, seine Farben haben den fahlen Weißton zu oft gewaschener Kleidung.
    Das Kleid ist rosa. Mädchenrosa, Barbierosa.
    Weich sieht es aus.
    Ihre Füße schwingen träge. Schwingen.
    Ihre Brust wird keinen Schatten werfen, wenn sie sich vornüber beugt.

    Sie ißt Eis.
    Mit vorsichtigen kleinen Bissen brechen ihre Zähne durch den Schokoladenüberzug, die Zunge fängt die großen Stücke auf. Ihr Mund ist wie ein eifriges kleines Tier. In ihren Mundwinkeln mischt sich das Braun geschmolzener Schokolade mit cremiger Vanille.
    Das Weiß ihrer Zähne. So fern von Zerfall-.
    Unter der Wärme ihres Speichels beginnt das Eis zu fließen. Schwere Tropfen lösen sich aus seiner Form und rinnen den Stiel entlang, über die Fingerspitzen, die Knöchel herab. Ihr ganzer Oberkörper ist gefangen in diesem Eis-essen, bis zu den Ellbogen, über die linke Wange hinauf. Eine Welt aus Vanille, selbstvergessen. Ihre Lippen saugen am Stiel, bis nichts mehr bleibt als der Geschmack von feuchtem Holz.
    Dann läßt sie ihn achtlos fallen. Ihre Augen folgen ihm nicht.
    Später wird sie da sitzen, die Hände zwischen den Oberschenkeln gekreuzt, entspannt, und ihre Augen werden nichts sehen.
    In ihren Handgelenken spielen die Schatten.
    Sie hat traurige Knie, denkt der Mann. Auch wenn sie es nicht weiß. Nicht nur die Augen. Die Trauer kommt und ergreift den ganzen Körper. Die Schultern. Die Knie. Es ist nicht der abblätternde Schorf auf den Schienbeinen, dieser Schmerz.
    Aber den Schorf könnte man abstreifen wie den Sand zwischen ihren Zehen. Ganz sanft, mit weichen Bewegungen. Dann die Handflächen auf ihre kleinen runden Kniescheiben legen, behutsam, um sie zu wärmen. Diese glatte Haut. Er würde neben ihr sitzen, und sich fragen, wie das Haar in ihrem Nacken riecht. Wie weich ihr Kleid wohl wirklich ist.

    "Johannes?" Der Mann fährt auf. Er hat den Blick seiner Frau zu spät gefühlt.
    "Ja, Liebes?"
    Sie haben nicht darüber gesprochen. Er hätte es erklären können.
    Zur Seite wischen: was bildest Du Dir ein. Er hätte lachen können, ein verspanntes Lachen mit zu viel Laut und zu wenig Luft, den Riß im Zwerchfell gespürt. Er hätte den Schmerz eingefangen, mit abgewandten Augen.
    Wie sollte er es beschreiben. Seinen Ekel: eine Ahnung von Tod in den mäandernden Adern unter der Haut, dunkle Haare und gelbes Fett. Diese verwahrlosten Körper, diesen. Gestank?
    Aber sie hat nie gefragt. Hat nur angefangen zu zählen vor einiger Zeit. Die Kinder. Blicke, die er ihr nicht zuwirft. Sein Wegsehen beim Anblick ihrer Oberschenkel. Das gelöschte Licht in den wenigen Nächten, die sie zusammen verbringen. Ineinander. Die Nächte zählen am Leichtesten: an einer Hand.
    Sie verfolgt ihn aus den Augenwinkeln. Fängt seine Gedanken ein und spießt sie auf zur Untersuchung. Wie eine Sammlung von toten Schmetterlingen hängen sie in ihrem Kopf.
    "Martina?"
    "Nichts." Sie sieht wieder hinaus aufs Meer, die bunten Schirme.
    Das Licht ist zu flach für einen Sommertag am Strand. Und der Schmerz krümmt ihre Zehen.
    Im Schweigen starren die angespannten Muskeln um ihren Mund ihn an.
    Ich würde ihnen nie etwas tun, niemals, für was hälst Du mich, für ein Monster? Glaubst Du im Ernst, ich habe mir das ausgesucht?
    Er möchte schreien; und schweigt.

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    ironisch-unerotisch? oder eher erotikverhinderungsgeschichte

    das ist soo gut! it, du bist gross.
    auch wenn der anfang mich an gewisse fernsehwerbungen denken lässt - das liegt an der doofen werbung und nicht an dir.

    nur eine winzige kritik:
    "Wie eine Sammlung von toten Schmetterlingen hängen sie in ihrem Kopf"
    das bild finde ich in so einem text zu exzentrisch; da steht es etwas allein.

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Was ist denn exzentrisch, iodin? Schmetterlinge? Klär mich mal auf!

    it, Mauß, was ist mit der Interpunktion? Welche Bedeutung hat das Semikolon im letzten Satz? Werden Gedanken nicht mehr von der auktorialen Textebene/Erzählperspektive getrennt?
    Welche Funktion besitzen die Einwortsätze?
    Wie ernst sind die Absätze zu nehmen?
    Worin liegt der Unterschied zwischen halsen und halten?

    Das sind erste Fragen.

  4. #4
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    sehr gut -
    eine neue stufe, der genauigkeit- und was ist gute literatur anderes als genauigkeit- das fürs erste

    doderer

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Ja, erste Sahne (passend zum Thema).
    Der Satz "Ihr Mund ist wie ein eifriges kleines Tier" hat mir besonders gut geschmeckt.

    Später vielleicht mehr. Bin grad auf dem Sprung.

    Gruß, Mark

  6. #6
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    ich überleg grade, wie weit ich mich hinein fallen lassen soll. denn ich suche. es hat substantive und verben, also müßte es auch eine aussage haben. ich spüre sie auch. es ist ein gutes gespür. aber das gefundene widerspricht sich. vielleicht sollte man es so lassen. muß es einen gesamtsinn haben? oder reicht es, wenn gesonnenes in gedanken auftaucht? wenn gedachtes zur verwirklichung drängt?
    das kleine mädchen wird in gedanken eine weile bei mir sein.
    bigvogel

  7. #7
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Gesonnenes, bigvogel?
    In der Tat muß dies einer der Brennpunkte sein, woselbst sich Literatur entzündet, überhaupt in die Wahrnehmung des Menschen dringt.
    Nur weiß ich nicht, ob it dies so sieht.. Wahrscheinlicher ist, daß es sich bei obigem Text die Darstellung eines Realistischen handelt.

  8. #8
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Es ist Teil eines Ganzen, bigvogel. Die einzelnen Teile ergeben nicht unbedingt einen Sinn, sie sollen auch keine Moral haben.
    Mir geht es um eine Bestandaufnahme, die sich eben in diesem Thema manifestiert. Sagen wir: die Wucht des Alltäglichen? Die ungesprochenen Gedanken? (hüstel)

    Über den ersten Absatz können wir streiten, aero, den zweiten nicht. Das Semikolon sollte die gelesene Pause vertiefen, verlängern. Die Einwortsätze sind Zeitlupen (auch wenn Du meine Filmvergleiche nicht magst.)
    Diesen. "Gestank" muß wirklich mit einem Punkt gelesen werden, das ist nicht nur ein Satz, der Punkt ist die Überwindung, die es ihn kostet, den Gedanken zuzulassen.
    Dei Interpunktion ist wie gesagt die Interpunktion eines Schauspielers. Betonungen, und Pausen. Ich müßte es allerdings vorlesen, um es deutlich zu machen.
    (Wichtige) Frage an Alle: kommt es auch so an? Oder ist es ein störender Manierismus? Wenn nur aero in seiner pedantischen Regelliebe sich daran stößt, soll es bleiben. Aber wenn ihr alle hier genervt aufstöhnt, sobald ich einen Doppelpunkt setze: dann fliegt es raus.
    Also?
    Gruß, it
    (PS: und danke)

  9. #9
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    ich mag diese interpunktion sehr, it. sie hat mir gleich eingeleuchtet. du hast einen weg gefunden, eine "cinematische" ausdrucksweise reinzubringen, ohne dass das, wie so oft, aufdringlich wirkt.
    ausserdem bin ich vernarrt in semikolonnnen, doppel- und dreifachpunkte...
    allerdings ist der punkt vielleicht doch ein wenig hart. da stolpert man. hätte es ein gedankenstrich nicht auch getan?)

  10. #10
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Kannst meine Arbeit gegenlesen. Text in neuer RS, Zitate in alter..

    So will es die Bürokratie.

    Ich denke über ein Abstract in einer EU-Amtssprache nach, ein gemeinsamer Freund schlug mir heute finnisch vor. Was meinst du?

    Übrigens: ich komme ganz normal rein momentan.. P.

  11. #11
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    "Definiere Dein System, it, dann laß ich mir's gefallen." Eben darum geht es nicht. Ich verstehe durchaus, was ich schreibe, es ist (von dem einen oder anderen Komma mal abgesehen) wohlüberlegt, in keiner Weise von der Tagesform abhängig und auch in zehn Jahren noch abrufbar. Aber es geht nicht um mich: ICH BIN NICHT DER LESER.
    Wenn meine Intention nicht ankommt - oder grundlegend anders als von mir beabsichtigt - und wenn es dem Großteil der (kompetenten) Leser so geht, dann habe ich mich falsch ausgedrückt. Und werde es ändern.
    Also frage ich eben die, für die die Geschichte letztendlich geschrieben wurde.
    Dich kann ich in meiner ERhebung also schon mal auf die Seite der verständnislos Kopfschüttelnden stellen?
    Ich habe übrigens Dich als Ordnungfanatiker und mich als Manieristen bezeichnet, aero.
    Paß auf, daß Du in kein Wahrnehmungsloch reintrittst, die nennt man auch Fettnäpfchen.
    Hallo Paula, gerade komme ich auch normal rein. Heute nachmittag war es eine Katastrophe. Zumindest bei mir.
    (Ich lösche diesbezügliches allerdings bald)
    it

  12. #12
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    ...für mich ist die Interpunktion ok - Ausnahme der Punkt vor 'Gestank'. Denke auch: ein Gedankenstrich wäre hier richtig (das ist ja genau seine Funktion).

    L.

    Hab ich was zum Text gesagt?, habe ich nicht, sage ich aber: Habe mich ertappt gefühlt, genauer: der Titel aus 'unerotische Geschichten' ist falsch. Das Gegenteil ist richtig. 'Schuldig' als Überschrift: soll das eine Einstimmung sein? Wäre geschickt.

    Gut und/weil genau geschrieben, der Text sollte eine Geschichte werden. Aber das wird asig...

  13. #13
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Hallo it,
    ich will Dir als Leserin antworten, die anderen antworten hier fast nur als Schreiber.- Ich hab die Geschichte jetz mehr fach gelesen und finde sie beklemmend gut. Jedesmal ,wenn ich mir vorgenommenhatte mehr auf Details zu achten, fiel ich wieder in sie hinein. Ich Bescheinige Dir: es ist eine Bestandsaufnahme. Auch wenn die Akteure dieser Bestandsaufnahme wechseln. Wer hat dir das alles erzählt? Teile davon kenne ich genau, andere kann ich sehr gut nachvollziehen. Grauslig und traurig find ich's trotzdem.

    grüss Dich
    madonna

  14. #14
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Den Kopf leicht zur Seite gebeugt, ohne sich dessen bewußt zu sein.
    Dieses: 'ohne sich dessen bewußt zu sein', finde ich passt nicht recht, weder von der erzählerrischen Perspektive, noch von der Sprache her. Ist aber schon das einzige, was ich zu kritisieren habe.

    Doderer

  15. #15
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    hallo it,

    mir gefällt der text außerordentlich gut - einschließlich der Interpunkion. Schließe mich aber Lester in Bezug auf dem Punkt vor Gestank an, wobei ich aber auch denke, dass ein Gedankenstrich hier zu schwach ist. Wie wäre es mit einem Doppelpunkt.

    (Eigentlich albern, gell, dass man sich so an ein paar Pünktchen aufh?lt... ;-) - aber manchmal sinds ja grad die Tüpfelchen die dem i noch fehlen...)

  16. #16
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Entdeckungsfreude kam auf, als ich diese Geschichte heute wiederfand.

  17. #17
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Ja, it war schon eine recht merkwürdige Teilträgerin des jungen Forums. Und für ihr einstiges Engagement sei ihr hier recht herzlich Dank gesagt. Aber Dank kann nur unvollständig bleiben, wenn der Dankbedachte auf halber Strecke seines Weges andere Danksagungen sucht und erwartet. Wie so vielen, fehlte ihr das Stehvermögen. Auf schnelle Erfolge kann man in der Literatur nicht zählen. (Die übrigen unerotischen Geschichten sind sehr überarbeitungsbedürftig. Sie wollte sie einst bei rowohlt publizieren..)

  18. #18
    Ich
    Laufkundschaft

    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Guten Abend.

    Darf ich trotzdem Fragen stellen? Das soll keine Kritik sein, ich will es einfach nur verstehen:
    Der Text beginnt mit "Ich". Dann wechselt die Erzählperspektive. Zum Schluss wieder "Ich" und am Ende wieder ein Wechsel.
    Mir ist schon klar, dass hier die Gedanken des Mannes in der Ich-Form wiedergegeben werden.
    Meine Frage ist, ob dieser Wechsel "legitim" ist, weil ich schon öfter gelesen habe, dass man das tunlichst vermeiden sollte - um den Leser nicht zu verwirren.

    Ansonsten....klasse geschrieben.

  19. #19
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Liebe Ich! Was Du anmahnst, liegt in der Natur der Sache. it ist eine Frau. Ihr Thema ist das Zwischen Mann und Frau, hier speziell im Rahmen UNerotischer Geschichten, die alles andere, als platonisch sind. Sie laviert immer zwischen dem Er und dem Sie, wozwischen sich das IT verbirgt, das Es des Ungeliebten.
    Perspektivenwechsel sind also mehr oder minder Sprünge zwischen den verschiedenen Persönlichkeiten/Geschlechtern/Lebensabschnitten/Charakteren...

    So verstehe ich es.

  20. #20
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Nach einer gewissen Zeit, die fließt, und ohne Respekt der frühen Tage gelesen:

    Wieder nur eine Selbstbefindlichkeitsstudie, nichts, was heute noch von Wichtigkeit. Worthülsen, keine Geschichte, Vernissage-Blablabla: Seht her, ich drücke mich aus... wie Ihr es nur wollt und gerade in Mode.
    Das war gestern, heute wollen die Menschen phantasievolle Geschichten, keine Zustände. Und das ist genau das Problem: Ein bekannter Lektor einer mittelostdeutschen Kleinstadt frug mich dieser Tage, ob ich mir wirklich vorstellen könnte, daß eine Frau richtige Geschichten schreibt.
    Ich antwortete nach bestem Wissen: Da war doch diese Pippi Langstrumpf...

  21. #21
    resurrector
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    AW: Aus: unerotische Geschichten

    Respekt gegenüber "frühen Tagen" ist unangebracht. Nur weil sie in früheren Zeiten hier schrieben, muß man ihnen gegenüber keinen Respekt erweisen. Texte sind nicht besser, weil sie alt sind. Respekt verdient jemand, der bei einer Sache bleibt und nicht abhaut. Respekt verdient, wer sich um das, was ihm lieb und teuer ist, bemüht, fortdauernd bemüht und zwischen Schein und Sein unterscheiden lernt. Respekt im literarischen Sinne verdient, wer lernen will und sich bemüht, aber auch, wer seine Grenzen erkennt und eigene Lebensmuster entwickeln will.

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