+ Antworten
Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Waschtag

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    6.June 2000
    Ort
    Stuttgart
    Beiträge
    537
    Renommee-Modifikator
    0

    Waschtag

    An einem normalen Tag wasche ich meine Unterhosen mit dem Periodenblut getrennt von seinen mit Rasierblut vollen Handtüchern. Doch heute ist alles anders. Meine Gedanken rennen pulsierend der Alltagsaufgabe voraus und ich schmeisse alles miteinander in die Maschine. Die blutige Unterhose folgt auf das blutige Handtuch und das blutige Handtuch folgt auf die blutige Unterhose, usw….

    Schnell gebe ich noch Waschmittel hinein und schalte die Maschine auf 60 Grad. Danach werfe ich mir fliegenden Schrittes eine Jacke über, um hastig die Wohnung zu verlassen. Was ich da draußen tue, darf den Leser nicht interessieren, denn dies ist mein Geheimnis, auch weil ich heute so überaus schnell bin.


    Atemlos kehre ich nach drei Stunden zurück. Vor der Haustür kündigt sich schon das Malheur an. Blut rinnt unter meiner Wohnungstür in den Gang. Als ich die Tür aufschließe, kommt mir ein Schwall rot entgegen. Ich sehe nun aus wie eine Kriegerin nach einem blutigen Kampf, denn das Blut spritzt mir bis zum Kopf. Kurz überlege ich, ob ich wieder umkehren soll zu dem Ort, wo ich gerade herkomme, aber nein, mutigen Schrittes marschiere ich in die Toilette, wo die Waschmaschine steht. Sie spuckt und spuckt Blut. Sie scheint kollabiert zu sein, aber sie gibt noch Geräusche von sich. Nach eineinhalb Stunden hätte sie abschalten müssen, aber ich war ja drei Stunden weg. Das Mistding kotzt Blut um Blut. Ich schalte sie aus. Jetzt ist Ruhe, aber aus ihrem großen Maul unten quillt immer noch das Blut heraus. Nach einer Viertelstunde, die wie eine Ewigkeit dauert, versickert das Blut schließlich aus ihrem Maul. Endlich kann ich diese Schweinerei auslöschen. Aber davor tauche ich noch meinen Zeigefinger in die wabernde Blutmasse und schreibe auf den Spiegel: „Helter Skelter!“
    Es klingelt. Er steht vor der Tür mit verwundertem Gesicht. „Komm hilf mir!“ und ich drücke ihm einen der Putzlappen, die ich aus dem Schrank geholt habe, in die Hand. Schweigend putzen wir die Schweinerei weg, bis er plötzlich zu mir aufsieht und so laut lacht, dass ich in sein Gelächter mit einfalle. Da tut es mir schon wieder leid um die drei Stunden, die ich weg gewesen bin, die von nun an ein blinder Fleck in meinem Leben sind.


    Schließlich stehen wir vor dem Spiegel, wo noch das Helter Skelter steht. Er sagt: „Komm, das lassen wir!“ und mit diesen Worten zieht er mich ins Schlafzimmer.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
    Registriert seit
    30.October 1998
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    4.626
    Blog-Einträge
    35
    Renommee-Modifikator
    26

    AW: Waschtag

    Aber so was von paranoid-verdreht. Gefällt mir.
    Für noch mehr Lesespaß empfehle ich den Einbau eines beruhigenden Augenblicks, um dann noch exzessiver zu steigern. Die Beatles machen es vor, wie man ein Holterdiepolter aufbaut, man beachte die Steigerung bis zum Urschrei:



    Und am Ende brüllt der arme Kerl am Schlagzeug: "Ich hab Blasen an den Fingern!" So was mußt Du hier auch einbauen, und nicht solltest Du einen Abendspaziergang ins eheliche Bett präjudizieren.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    6.June 2000
    Ort
    Stuttgart
    Beiträge
    537
    Renommee-Modifikator
    0

+ Antworten

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •