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Thema: Heimat

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post Heimat

    heimat
    das waren die kühe
    im morgennebel
    und der geruch der gülle
    an heissen tagen

    heimat
    das war der dachboden
    voll staubiger erinnerungen
    wo ich mich versteckte
    in meinem trotz

    heimat
    das ist jener friedhof
    auf dem meine mutter liegt
    auf dem ich keine träne
    vergießen kann

    ich weine lieber
    in der fremde

  2. #2
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Heimat

    hi Nadine,

    dieser text hat etwas, gefällt mir sehr. von dir ist er also? (fiel mir schon angenehm in einem anderen ordner auf)

    nur eine stelle finde ich überarbeitenswert:
    auf dem meine mutter liegt
    auf dem ich keine träne

    zuviel wiederholt sich. ich finde, du solltest das umformulieren.

    küsschen,

    asmodai

  3. #3
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Heimat

    - traurig
    - rührt daher Deine Unsicherheit?
    - die zweite Strophe ist ungesteigert, auch banal - nur der Trotz verdiente ein Bild

    - ein Vorschlag: die ICH-Situationen aus den ersten drei Strophen herausnehmen, dann wirkt die zusammenfassende Ausgliederung stärker

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    Post AW: Heimat

    danke für die anmerkungen.
    der dachboden bleibt ungesteigert. er war einer der orte meiner kindheit, die ich am meisten geliebt habe, obwohl er meine liebe nicht verdient hatte. heute würde ich keinen fuß mehr auf diesen dachboden setzen, nicht nur, weil er aufgeräumt ist.
    in der dritten strophe ist mir ein fehler unterlaufen, ich hab sie nie mutter genannt.
    heimat
    das waren die kühe
    im morgennebel
    und der geruch der gülle
    an heissen tagen

    heimat
    das war der dachboden
    voll staubiger erinnerungen
    ein gutes versteck
    für trotzige kinder

    heimat
    das ist jener friedhof
    mit annelies grab
    wohin keiner mehr kommt
    um tränen zu vergießen

    ich weine lieber
    in der fremde

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    Lightbulb AW: Heimat

    vorschlag:

    'für kindertrotz'
    statt "für trotzige kinder"

    dieser plural schiebt das wieder zu weit weg, verallgemeinert, verwässert. es geht dir um einen, deinen damaligen trotz, und das darf spürbar bleiben, auch wenn du dich nicht ausdrücklich und wörtlich darauf festlegst.

  6. #6
    Kurzvormabschussiger
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    Lightbulb AW: Heimat



    heimat
    das waren die kühe
    im morgennebel
    und der geruch der gülle
    an heissen tagen

    heimat
    das war der dachboden
    voll staubiger erinnerungen
    ein gutes versteck
    für kindertrotz

    heimat
    das ist jener friedhof
    mit annelies grab
    wohin keiner mehr kommt
    um tränen zu vergießen

    ich weine lieber
    in der fremde

    t.

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Heimat

    noch ein kleiner Änderungsvorschlag:

    "heimat war
    die Kühe...

    Heimat war
    der Dachboden..

    Heimat war
    jener (oder besser vielleicht: der) Friedhof.."

    Das macht den Wechsel deutlich, die zeilen ein bisschen ausgeglichener, und es ist ein winziges bisschen knapper.

    schönes gedicht. Ich hab auch Kühe in meiner Kindheit - Niederrhein...

    Schönen Gruss,
    iodin

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Heimat

    mir gefällt die fassung von 9.03 uhr besser.

  9. #9
    ear.th
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    AW: Heimat

    Nadine, alberne frage, wo ist der rest deiner beiträge zu finden?

  10. #10
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Heimat

    Ich denke, es ist noch nicht fertig. Die 9:03 Uhr-Version gefällt mir auch besser, aber ist sie gut?

    Dieses
    ich weine lieber
    gefällt mir gar nicht. Dieses LIEBER ist desavouierend. Es entlarvt den Schreiber als Trotzkopf, was immerhin mit einer vorigen Verszeile korrespondiert, trotzdem nicht gefallen darf.
    Abgesehen davon habe ich ein semantisches Problem: Heimat ist kein Ort, der diese in diesem Gedicht aufgezeigte negative Konnotation haben darf. Heimat ist der Ort, an dem ich mich wohlfühle, ich sicher bin. Der Ort der Kindheit oder das Elternhaus muß keine Heimat gewesen sein.

  11. #11
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Heimat

    ear.th: weggeschmissen, gelöscht
    ed: wie denn?

  12. #12
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Heimat

    Nadine, Du irrst Dich. Das System zählt die gelöschten Beiträge nicht mit. Deine meisten Beiträge stehen wohl im Leichten Forum. Earth, Du mußt in obiger Befehlszeile nur unter Suchen Deinen Betreff eingeben.

    Das erkläre ich nun nicht. Außerdem bin ich selber ein Trotzkopf, erkenne also Gleichgesinnte.

  13. #13
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Heimat

    ich mag das gedicht... wie wäre es vielleicht mit "zu dem keiner...." statt "wohin keiner..." hab übrigens einen beitrag als antwort reingestellt....

    liebe grüße
    sturm

  14. #14
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Heimat

    besser, ed?

    heimat
    das waren die kühe
    im morgennebel
    und der geruch der gülle
    an heissen tagen

    heimat
    das war der dachboden
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    für kindertrotz

    heimat
    das ist jener friedhof
    mit annelies grab
    wohin keiner mehr kommt
    um tränen zu vergießen

    in der fremde
    ist weinen
    erlaubt


  15. #15
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Heimat

    sehr schön

    vor allem die ersten beiden strophen

  16. #16
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Heimat

    Ja, Doderer, die ersten beiden Strophen sind sattelfest, wenn auch banal. Bis auf die Gülle, die ist gut. Da hätt' ich gern einen Zuber voll davon.
    Aber die dritte Strophe, die bricht sich an ANNELIES, was ja auch Sinn machen könnt, doch dann müßte man mich dazu hinführen, daß es eben Annelies ist, die die Heimat nicht zu einer solchen im eigentlichen Sinne werden ließ. Die Anne ließ nicht werden! Was weiß ich?

    Vielleicht, Nadine, könntest Du mit einer Epiphrase den durchsichtigen Charakter der letzten Verszeilen pointieren.

  17. #17
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Heimat

    paß mal auf, ed. ich hab es mittlerweile dreimal bearbeitet. dreimal hast du was anderes dazu gesagt. mir reicht's. ich warte noch deine antwort ab, und dann schmeiß ich den ordner raus.

  18. #18
    rodbertus
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    Question AW: Heimat

    Gibt es denn hiervon nun eine Endfassung?

  19. #19
    schreibt hier hin und wieder
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    Question AW: Heimat

    Nadine, warum denn löschen? Es gibt keine Kritik, die Du annehmen MUSST, wenn sie Dir nicht passend erscheint.
    Gefällt mir gut (ja, besonders die Gülle), allerdings ist die Mutter wesentlich klarer als Annelies - wie immer Du sie genannt haben magst: ein Text darf autobiographische Züge tragen, ohne realistisch zu sein.
    Mit dem letzten Vers habe ich noch Schwierigkeiten, da wird's larmoyant. Vielleicht würde ich ihn ganz streichen - keine Träne weinen baut bereits viel Distanz auf.
    Aber löschen? Warum?

    it

  20. #20
    Kurzvormabschussiger
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    Question AW: Heimat

    hab zur zeit keinen nerv, mich mit gerade dieser ollen kamelle zu befassen.
    sprich: ich möchte mich nicht mit gewalt wieder runterziehen lassen.

  21. #21
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    Post heimat

    kaum geboren, wird mensch verheimatet. heimutter und vater heimsen ihn ein. also umheimelt wächst er auf. sieht satte heimatten grünen. darauf heimzarte blumen blühen. und fühlt sich daheim. dahier. manch kind heitet unheimlich jedoch. und wird geheimartert. oft daheim, öfter in heimen. wo pädagogen heimleitern. auf kind herumreitern. ihm heimleuchten auf tugendpfaden. dass ihm die augen übergehen. vor heimweh. und es nur eines will: vom heim weg! ohne ein heimweg. so zieht mensch sein heimatlos. jeder auf sein heimart. und sich danach sehnt. weshalb er heimwärtst. sein leben lang. je älter desto heimwärtiger. in jungen jahren aber er oft ausheimst. heimaus nimmt. in die weite welt. doch wohin er auch fremdet, überall es heimatet. überall findet er heimaterial in hülle. und fülle. jede stadt, jedes dorf hat sein heimarkt. wo heimaterial gehandelt wird. heimaterielles aller art. wo heimann und frau sich finden. und beschliessen, gemeinsam zu heimeln. in trauten heimen. waldheimen, wiesenheimen, dorfheimen, meinheimen und seinheimen. so liebt jeder sein heimrat. der eine ungemein. der andere geheim. und macht aus sein heimat ein geheimat. doch so sehr mensch sich auch beheimatet. fühlt er insgeheim sich unheimlich. in der welt. ist kein heim. ist er nicht zuheime. in der welt. allein, nicht allheim. alle heimsuchung vergebens. heimfindung findet nicht statt. fremdstatt statt heimstatt, wohin er spürt. alles heimat bleibt traum. kaum geboren, schon verloren.


    [Diese Nachricht wurde von eulenspiegel am 23. Oktober 2002 editiert.]

  22. #22
    rodbertus
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    AW: Heimat

    Über diesen Text freue ich mich nicht. Er nervt.
    Soll ich abzählen? Jedes vierte Wort hat etwas mit der Wortwurzel HEIM zu tun. Und manchmal wirkt es arg strapaziert, ärger noch konstruiert, als ärgstes aber empfinde ich, daß Du das selbst nicht zu merken scheintest, beim Schreiben. Das gibt mir arg zu denken, was Dein Empfinden für den Spannungsaufbau betrifft.
    Oder ist Dir Inhaltliches auf Kosten der Form wichtiger? Was ist hier der Inhalt? Der Wortstamm? Aber geh!

  23. #23
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Heimat

    Auch ich bin ständig gestolpert über den Text. Um Heimat geht es ja wohl weniger, sondern um "heim" - eher wohl um das Wort als um seine Bedeutung. Ich spürte nur Form.
    Kann man mit anderen Worten sicher ähnlich spielen...
    Inhaltlich steh ich etwas auf dem Schlauch, kann mit viel Phantasie fragend versuchen zu verstehen, ob es sich hier evtl. um Drang nach Freiheit handelt - um Gleichheit "Mensch" auf diesem Globus??? Aber braucht viel Phantasie diese Sichtweise..


    Nix für ungut


    *lg*

    a.

  24. #24
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Heimat

    "Heimatlos ist niehiemand auf der Welt, heimatlos wie du und ich..." Freddy Quinn, und auch den hat es nun erwischt.
    Deine Heimaschen, aus Wiederholungen gestrickt, kommen diesmal nicht gut an.
    "Keine Freunde, keine Liebe... " Selbiger Barde.

  25. #25
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Heimat

    im übrigen steh ich zu dem text. liest sich vielleicht ein bisschen sperrig und die häufung von 'heim'en mag manchem unheimlich kommen, trotzdem verteidige ich das monster,


    gruss eule.

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