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Thema: Urmenschen (I)

  1. #26
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Urmenschen (I)

    Und da wird mal wieder ein Paradigma umgeworfen. Als ich zur Schule ging, lehrte man das Alter der Menschheit auf etwa zwei Millionen Jahre, eher eins. Herkunft des Menschen: klar, er stammt vom Affen ab, hat sich durch Mutation von diesem abgespalten. Dumm nur, daß man bis heute nicht die Zwischenentwicklungsschritte lückenlos nachweisen kann. Aber der Mensch rückte weiter nach hinten. Zwei Millionen Jahre alt. Homo erectus. Der erste Hominide. Afrika sollte der Ursprungsort sein. Vielleicht auch Asien. So genau weiß man das nicht. Heute hat man einen neuen Ursprungsort gefunden: Bayern. Und man ist inzwischen bei knapp zwölf Millionen Jahren angekommen. Vor Christus. Anders gesagt, vor zwölf Millionen Jahren lebten Zweibeiner auf der Erde. (Quelle) Es sollte mich nicht wundern, wenn irgendwann jemand eine Parallelexistenz von Saurier und zweibeinigen Säugern nachweist.

  2. #27
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    AW: Urmenschen (I)

    Also ich hab in der Schule - Anfang 70-er - noch gelernt, dass der erste Homo erectus vor ca. 100-200 Tsd. Jahren lebte. Dann wurde dieses Datum aufgrund neuerer Funde immer weiter zurück verlegt. Heute nimmt man an, dass die ersten 'Homos' ca. 2 Mill. Jahre alt sind. Plus minus. Das berühmte 'missing link' gibt es nicht. Das ist eine veraltete Sicht. Die Entwicklung verlief über mehrere Unterarten, von denen die meisten ausgestorben sind. Und sie verlief nicht sprunghaft, sondern in vielen kleinen Schritten. Es ist also weitgehend Ansichts- und Definitionsfrage, ab wann man den homo sapiens ansetzt. Die neuesten Forschungen an Primaten ergeben übrigens, dass diese viel kreativer und intelligenter sind, was Problemlösungskapazität und Werkzeuggebrauch angeht, als man bisher annahm. Nach der Definition aus den 60-ern - Werkzeugherstellung und -gebrauch - wären Schimpansen als intelligente, menschenähnliche Wesen einzustufen. (Was sie m. M. nach auch sind, was jedenfalls ihre Empfindungsfähigkeit, soziale Intelligenz und kulturelle Identität angeht). Und, das ist ja das Schöne an der Wissenschaft, wodurch sie sich wohltuend von Sekten, Glaubensgemeinschaften und religiösen/esoterischen Spinnern unterscheidet, dass sie von Irrtum zu Irrtum zu immer neuen Erkenntnissen stolpert. Ausnahmen bestätigen nur die Regel.

  3. #28
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Urmenschen (I)

    Zitat aerolith

    Der erste Hominide. Afrika sollte der Ursprungsort sein. Vielleicht auch Asien. So genau weiß man das nicht. Heute hat man einen neuen Ursprungsort gefunden: Bayern.
    Was? Das macht mir fast schon Angst!

    Frage: gibt es außer dem Menschen noch eine Spezies...von der man weiß, dass sie sich (intensiv, oder überhaupt)) mit ihrer eigenen Vergangenheit befasst?

    Mich interessieren Geschichte und Archäologie...ist teilweise faszinierend...aber es kommt mir vor als hätte man keine Ruhe...bevor nicht auch die letzte Amphore ausgegraben wurde.

  4. #29
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Urmenschen (I)

    Also mWn haben Genforscher ja inzwischen bewiesen, daß der moderne Mensch nicht vom Neandertaler abstammen kann. Unser Genom weist mit dem Neandertaler etwa genau so viele Gemeinsamkeiten auf wie mit einem Engerling oder einer Fruchtfliege. Somit muß man davon ausgehen, daß "wir" vor etwa 200.000 Jahren auf diesem Planeten "erschienen" sind. Keiner weiß woher. Ob Apollo 20 da vll. der Schlüssel zur Lösung ist?

    Daß inzwischen zahlreiche sog. OOPArts wie die "sibirische Prinzessin" oder den "London Hammer" gefunden wurden, die fortschrittliches Leben auf der Erde bis über 500 Mio. Jahre zurückdatieren, ist dabei eine ganz andere Geschichte. ;-)

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  5. #30
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    AW: Urmenschen (I)

    Wie erkennt und definiert man eigentlich "fortschrittliches Leben"? Sicherlich spielt die Komplexität eine große Rolle, aber was ist diese wert...wenn auch "einfaches Leben" satt und glücklich sein kann?!? Fortschritt...nur des Fortschrittes wegen...ist doch nicht wirklich ein Fortschritt.

    Haben wir es nicht dem Fortschritt zu verdanken, dass wir unsere eigene Umwelt zerstören? Die glücklichsten Menschen der Erde leben in den Bergen Afghanistans...und die sind alles andere als fortschrittlich. Weil wir so fortschrittlich sind...wissen wir...dass es die Südseeinseln gibt und wie es dort aussieht. Und weil wir das wissen...wollen wir auch da hin. Viele können das nicht...weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen - das macht sie womöglich unglücklich. Mit weniger Wissen wäre sie wohl glücklicher. Aber jene, die es sich leisten können...in die Südsee zu fliegen...die zerstören dabei die Umwelt...schleppen Krankheiten ein...usw. Die größte Chance auf ein glückliches Leben besteht wohl darin möglichst dumm im Stillstand zu verharren. Indiz dafür die Tiefseeschwämme; sie sind schon viel länger als wir auf der Erde (bzw im Wasser) und werden auch deutlich älter. Sie müssen nichts wissen und auch nicht reisen.
    Geändert von anderedimension (03.08.20 um 16:32 Uhr)

  6. #31
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: Urmenschen (I)

    Zitat Zitat von anderedimension Beitrag anzeigen
    Wie erkennt und definiert man eigentlich "fortschrittliches Leben"? Sicherlich spielt die Komplexität eine große Rolle, aber was ist diese wert...wenn auch "einfaches Leben" satt und glücklich sein kann?!? Fortschritt...nur des Fortschrittes wegen...ist doch nicht wirklich ein Fortschritt.
    "Fortschritt" bedeutet in dem Fall dieser Artefakte, daß diese maschinell bearbeitet/hergestellt wurden und damit weit über das primitive Bearbeiten von Faustkeilen mit Steinen o.ä. hinausging, wie das bei den "Urmenschen" bekannt war. Speziell ging es dabei bspw. um Murmeln bzw. Kugeln aus Granit, die den Spuren nach mit irgendeiner Form von Drehmaschine hergestellt worden sein müssen.

    Da gibt es auf GAIA eine sehr geile Serie namens "Missing Links", die solche Sachen darstellt. Sehr empfehlenswert!


  7. #32
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Urmenschen (I)

    Erst mal Danke für deine Antwort! Ich hatte meine Frage falsch gestellt - was allgemein und in Bezug auf den Menschen mit Fortschritt gemeint ist, das war mir durchaus bewusst. Mir geht es mehr darum...ob man hier wirklich von Fortschritt reden kann, oder ob man nicht viel mehr von einer "natürlichen Entwicklung" reden muss? Es gibt aktuelle Studien...die aussagen, dass der Mensch zwar immer mehr Freizeit hat...dank seiner "Fortschritte", aber genau diese Freizeit ihm am meisten Probleme bereitet. Zukunftsforscher sehen in der Freizeitgestaltung eine der Herausforderungen der Zukunft.

    Anders ausgedrückt: der Löwe macht alles noch so wie vor tausend Jahren. Warum sollte er daran auch etwas ändern?...es funktioniert doch!
    Es gibt Vogelarten, die haben im Laufe der Evolution gelernt Werkzeuge zu benutzen...indem sie zB mit einem Stück Holz Maden aus den Astlöchern pulen. Sie machen aber nicht den nächsten Schritt...den wir Fortschritt nennen. Den machen sie deshalb nicht...weil er gar nicht nötig ist. Sie haben, was sie brauchen. Der Mensch tickt da anders...muss immer weiter...ohne zu wissen wohin eigentlich. Die Atombombe haben wir dem "Fortschritt" zu verdanken. Aber ist das wirklich ein Fortschritt...oder nicht doch nur ein Schritt im Hamsterrad? Wenn wir am Ende aller Zeit den Film zurückspulen und im Zeitraffer betrachten...kommt uns vielleicht nicht mehr in den Sinn von Fortschritt zu reden. Ich selbst betrachte alles Leben eher aus der Perspektive der Effizienz heraus. Und aus dieser Perspektive heraus sehe ich beim Menschen keinen Fortschritt...sondern eine (Fehl) Entwicklung.

    Die Perversität unserer "Fortschritte" erkennt man alleine schon daran, dass Reha-Einrichtungen, Psychosomatische Kliniken usw aus allen Nähten platzen. Noch nie, seit diese Daten erhoben werden, gab es so viele depressive Menschen wie heute. Von der Industrie mal abgesehen (die mit 6 Millionen nur 15% aller Arbeitsplätze stellt)...hat man in den meisten Branchen noch nicht mal eine richtige Mittagspause...weil jeder meint er müsse durchgehend erreichbar sein. Ich halte das für pervers...weil die Vergangenheit gezeigt hat, dass es auch anders geht. Solche Dinge verkaufen wir aber als Fortschritt. Demnächst fliegen Touristen ins Weltall...auch das nennen wir Fortschritt. Wir verpesten nicht nur die Erde...sondern irgendwann auch alle Planeten drum herum...und nennen das Fortschritt. Und warum wollen wir zu fremden Planeten? Weil es sie gibt! Das Meerschweinchen will nicht ins All...weil es gar nicht weiß, dass es existiert. Unsere sogenannte Intelligenz ist dafür verantwortlich, dass wir durchs Leben hetzen. Es gibt theoretisch so viel zu erleben, dass ein Leben nicht ausreicht...auch keine zwei oder drei Leben. Wenn wir nur 1% davon erleben, könnten wir uns glücklich schätzen. Stattdessen trauern wir aber den restlichen 99% hinterher. Und laut Glücksatlas sind die Leute eben dort am glücklichsten...wo sie sich am wenigsten "bewegen". Sie müssen nicht entschleunigen...weil sie gar nicht erst beschleunigen.

    Was den Fortschritt angeht...so denke ich....dass es auch da eine Art Break even Point gibt...den wir längst überschritten haben.
    Geändert von anderedimension (07.08.20 um 09:45 Uhr)

  8. #33
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Urmenschen (I)

    Der Löwe ist zum aussterben verurteilt, wenn er sich nicht veränderten Umweltbedingungen gegenüber anpaßt. Es funktioniert eben nicht ewig. Wir Menschen sind in der Lage, uns veränderten Rahmenbedingungen gegenüber anzupassen, d.i. ein Indiz für unsere Sonderstellung im Kosmos. (gleichwohl es böse Zungen gibt, die meinen, wir würden aufgrund unserer Neigung zum Selbsthaß irgendwann unseren eigenen Untergang generieren)
    Der Begriff "Fortschritt" wird beim sogenannten Urmenschen am deutlichsten. Denjenigen, die zuerst die Anwendung des Feuers vollbrachten, gefolgt von denjenigen, die Bevorratung in ihrer Sippe durchsetzten, sollten Denkmale errichtet werden.
    Das mit der zunehmenden Freizeit ist kein modernes Problem. Es gab immer schon große Menschengruppen, die viel Freizeit besaßen, neu ist daran nur, daß es zunehmend Prekarier sind, die damit konfrontiert werden, aber so neu ist das auch nicht. Schon im alten Rom gab es etliche Tausend Plebeijer, die bespaßt werden mußten.

  9. #34
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Urmenschen (I)

    Der Neandertaler macht wieder von sich Reden:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/...4-7fba5b8b087c
    Ein bisschen Neandertaler tragen viele Menschen in ihrem Erbgut. Während der Pandemie mit dem Coronavirus kann das üble Folgen haben, zeigt eine Studie.
    Ob das stimmt, ist halt wieder so eine Sache. Ich warte erst einmal ab, bevor ich das für richtig halte.

  10. #35
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    Zitat Zitat von aerolith Beitrag anzeigen
    Der Löwe ist zum aussterben verurteilt, wenn er sich nicht veränderten Umweltbedingungen gegenüber anpaßt. Es funktioniert eben nicht ewig. Wir Menschen sind in der Lage, uns veränderten Rahmenbedingungen gegenüber anzupassen, d.i. ein Indiz für unsere Sonderstellung im Kosmos.
    Ach sind wir das wirklich? Wir haben sicher die Fähigkeiten dazu, aber wenden wir sei auch an? Wir haben in den letzten 50 Jahren 2 Drittel aller Tierarten ausgerottet in unserer Gier nach immer mehr Ressourcen und obwohl sich immer mehr zeigt, daß Ressourcen endlich sind und wir unseren eigenen Lebensraum und unsere eigene Lebensgrundlage damit zerstören, machen wir immer fleißig weiter und spenden auch noch Applaus dafür.


    @Streusalzwiese

    Wir tragen (rein genetisch) ungefähr genau so viel Neandertaler in uns wie wir Pantoffeltierchen oder Fruchtfliege in uns haben. Ich mutmaße mal, daß das lediglich die grundlegenden Informationen zum Leben (Stoffwechsel, Atmung, Fortpflanzungstrieb usw.) sind, die in der DNA jedes Lebewesens stecken, aber viel mehr haben wir mit dem Neandertaler nicht gemein. Das hat das NATURE-Magazin schon im letzten Jahrtausend veröffentlicht und damit gemutmaßt, daß wir eben NICHT vom Neandertaler und somit vom Affen abstammen können. Auch, wenn mir viele "Mitmenschen" täglich das Gegenteil zu beweisen versuchen

  11. #36
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Urmenschen (I)

    Der Mensch stammt nicht vom Affen ab, er ist einer. Mit dem Schimpansen und anderen Menschenaffen hat er gemeinsame Vorfahren.

    https://www.sueddeutsche.de/wissen/a...chen-1.1303382
    So unterscheidet sich das menschliche Erbgut zu 1,37 Prozent vom dem des Schimpansen, zu 1,75 Prozent vom Gorilla und zu 3,4 Prozent vom Orang-Utan.
    Vom Neandertaler stammt der heutige Mensch nicht ab, aber er hatte Sex mit den Neandertalern und so kam es zu den Neandertalergenen im heutigen Menschen.

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