+ Antworten
Ergebnis 1 bis 18 von 18

Thema: geste gen himmel

  1. #1
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    7.May 2001
    Ort
    St. Gallen
    Beiträge
    369

    Post geste gen himmel

    die zeit und das licht und selbst ich
    entziehen sich den versuchen,
    sie zu beschreiben.


    nie, nie fand ich erklärungen,
    nichts liess sich jemals aussprechen,
    so wie ich wollte.


    nur zeigen war möglich, manchmal,
    mit einer geste gen himmel,
    ganz ohne worte.

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    23.June 2002
    Beiträge
    209

    AW: geste gen himmel

    Dieser Gestus des Unsagbaren ist vertraut - bezeichnet den Hypersensiblen, dem nur das Schweigen oder Zeigen bleibt. Ich kenne dich noch nicht genug, um zu wissen, ob es nur Tribut an eine in Foren geläufige, ja, modische Äußerungsform des überwältigten Verstummens ist... Leider ist da das Unsagbare vom Unsäglichen oft nicht weit entfernt -
    meint Quoth

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    12.August 2001
    Ort
    Magdeburg
    Beiträge
    190

    AW: geste gen himmel

    also, MIR persönlich gefällt deine lyrik besser als deine prosa. das zum beispiel.

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    1.March 2002
    Ort
    Hagen
    Beiträge
    31

    AW: geste gen himmel

    Mr. Jones,


    erinnert mich an einen Satz aus den Leiden...


    "Nun war ihr Gefühl Sprache geworden und nur noch halb soviel wert


    Mir gefällt es!


    Gruß;


    Philo

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
    Registriert seit
    15.April 2002
    Beiträge
    24

    AW: geste gen himmel

    Ja, gefällt mir. Von der allgemeinen Betrachtung und großen Philosophie zum eher (einzel)menschlich Kleinen, aber nicht Unwesentlicheren. In der ersten Strophe ist die Satzbildung, genau genommen, unsauber. Zu "ich" gehörte "entziehe mich". Vielleicht ein Gedankenstrich vor dem "entziehen sich", dass man die drei "Subjekte" zusammengefasst zu einem Plural-sie beim Prädikat verstehen könnte?


    die zeit und das licht und selbst ich
    - entziehen sich den versuchen,
    sie zu beschreiben.

    In der letzten Strophe wird - der Form wegen - die dritte Zeile gewünscht? Inhaltlich würde ich auf die, auch ungenannt, klare Aussage des "ganz ohne worte" gern verzichten. Und wenn da nun etwas stehen soll, wie wäre es mit "wortlos"? Das "ganz" vor dem "ohne Worte" stört mich besonders, ist so eine banale Verstärkung.
    Mag skurril sein, aber mich fasziniert auch der Gedanke, dass dies Gedicht nicht die Unfassbarkeit bestimmter Begriffe, Werte, Erfahrungen zum Inhalt haben könnte, sondern die Problematik eines Sprachbehinderten ...
    Tux

  6. #6

    AW: geste gen himmel

    bin ich hier richtig um club der ungeküssten.
    bitte verschont uns mit diesem infantilen schrott. als glotze ein homo erectus in den himmel und wünscht zu kopulieren.
    naja wenigstens den gestus seiner sprache hast du punktiert.


    bin fast am kot...

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    7.May 2001
    Ort
    St. Gallen
    Beiträge
    369

    AW: geste gen himmel

    das hast du gewiehert, equo erectus. deine interpretation hat mit deinem saustall zu tun. nicht meine schuld, wenn man dich nicht ranlässt.

    Original erstellt von Tux:


    Mag skurril sein, aber mich fasziniert auch der Gedanke, dass dies Gedicht zum Inhalt haben k?nnte...die Problematik eines Sprachbehinderten...
    Tux

    interessante feststellung, wirklich. wart mal ab, in welchem zusammenhang obiges wieder auftauchen wird...
    et merci.

    Original erstellt von Philozicke:


    erinnert mich an einen Satz aus den Leiden...


    "Nun war ihr Gefühl Sprache geworden und nur noch halb soviel wert"

    ja, das kann ich nachvollziehen, diesen satz. bis jetzt hab ich ihn aber nicht gelesen im werkli des edi. aber ich komm ihm näher, ich fühl es.

    Original erstellt von Tobias:
    also, MIR persönlich gefällt deine lyrik besser als deine prosa. das zum beispiel.
    die lyrik brauch ich. für meine prosa. damit ich nicht das gleichgewicht verliere.

    Original erstellt von Quoth*:
    Leider ist da das Unsagbare vom Unsäglichen oft nicht weit entfernt -
    meint Quoth

    ich kenne quoth nicht. aber in den foren ist es üblich, sich nicht zu kennen. das macht ihn mir beinah schon vertraut.


    ein ehemaliger lehrer von mir sagte übrigens immer: nur narren meinen. ich hab den satz nie ganz kapiert. aber ich vermeide es seither zu schreiben 'ich meine'. um mich nicht zu verraten, vermutlich. was meinst du dazu, quoth?

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    23.June 2002
    Beiträge
    209

    AW: geste gen himmel

    Da würd ich eher sagen: Nur Narren wissen...

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    7.May 2001
    Ort
    St. Gallen
    Beiträge
    369

    AW: geste gen himmel

    nur narren und kinder sagen die wahrheit.

    she is love. es gibt nicht viel mehr zu sagen, nicht in dieser unbeständigen stille. schon hat die nacht eine vergangenheit. die sonne sinkt langsam herab auf ein meer, das achthundert kilometer entfernt ist. bin ich bis ans ende gegangen? ein liebesakt lässt sich beliebig oft wiederholen und bleibt doch ein und dasselbe, nur die frauen wechseln zuweilen. thema mit variationen, heisst es in der musik. warum fragst du mich nicht danach?




    die zeit und das licht und selbst ich -
    entziehen sich den versuchen,
    sie zu beschreiben.


    nur zeigen war möglich, manchmal,
    mit einer geste gen himmel.

  10. #10
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.October 2000
    Ort
    Bad Füssing
    Beiträge
    548

    AW: geste gen himmel

    AUFSCHREI!!!

    Ein Liebesakt lässt sich beliebig oft wiederholen und bleibt doch ein und dasselbe.
    Jones, da mußt Du noch viel, sogar sehr viel lernen! Komm mir nach Uns, und wenn ich die nötige Zeit, gebe ich Dir Stunden. Es scheint dringender Bedarf... das Mädel in dem roten Slip.

  11. #11
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    7.May 2001
    Ort
    St. Gallen
    Beiträge
    369

    Post AW: geste gen himmel

    Aluminium, werter Hannemann, Aluminium.







    GESTE GEN HIMMEL
    _____________________________




    die zeit und das licht und selbst ich -
    alles entzieht sich dem versuch,
    es mit worten zu erfassen.


    nur zeigen war möglich, manchmal:
    mit einer geste gen himmel.

  12. #12
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.October 2000
    Ort
    Bad Füssing
    Beiträge
    548

    Question AW: geste gen himmel

    Geste?
    Ist es die Faust, die Du zornig schüttelst, weil Du auf alten Stellen trittst?

  13. #13
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    7.May 2001
    Ort
    St. Gallen
    Beiträge
    369

    AW: geste gen himmel

    alte stellen? dabei bin ich doch (noch) viel zu unendlich jung, als dass der erdpunkt, auf dem ich trete, alt genannt werden d?rfte...


    im ernst: ich schreib ja, schreib an was ganz anderem und neuem, ein bühnenstück. den ersten teil stell ich bald bald hier rein, freu mich schon drauf. aber um das alte abzuhaken hinter mir, muss sich eine gewisse ruhe und gelassenheit gegenüber diesem alten einstellen, verstehst.


    in diesem gestikulierenden fall überleg ich noch fieberhaft: soll ich schreiben


    die zeit und das licht und selbst ich -
    alles entzieht sich dem versuch,
    es mit worten zu erfassen.


    oder soll ich schreiben


    die zeit und das licht und selbst ich -
    alles entzieht sich dem versuch,
    es zu erfassen mit worten.


    ...


    du siehst, wir haben alle unsere lieben probleme.

  14. #14
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.October 2000
    Ort
    Bad Füssing
    Beiträge
    548

    AW: geste gen himmel

    Laß das "er" weg!


    ... es mit Worten zu fassen.
    Ich finde, das wäre sinnlicher, auch greifen klingt "handfester" als begreifen.
    Grüße

  15. #15
    schreibt hier hin und wieder
    Registriert seit
    7.May 2001
    Ort
    St. Gallen
    Beiträge
    369

    AW: geste gen himmel

    zweifellos hast recht. aber wie komm ich dann trotzdem auf ne 8-taktige zeile? weil so konservativ bin ich halt ab und an, dass ich mir dann sag: ordnung muss sein.


    hast ne idee?

  16. #16
    Tochter aus gutem Hause
    Registriert seit
    5.October 2000
    Ort
    Bad Füssing
    Beiträge
    548

    AW: geste gen himmel

    Nö, bin Viertakter, mir gefällt's auch so.

  17. #17
    resurrector
    Laufkundschaft

    Post AW: geste gen himmel

    Zitat Zitat von Philozicke Beitrag anzeigen
    Mr. Jones,


    erinnert mich an einen Satz aus den Leiden...


    "Nun war ihr Gefühl Sprache geworden und nur noch halb soviel wert


    Mir gefällt es!


    Gruß;


    Philo
    Auszug aus den "Leiden", auch "Herbstzeitlos". Das Buch kann hierüber für 19 € plus Versand bestellt werden.

    Auszug aus dem Buch "Herbstzeitlos", S. 40 (von 200)

    Nun war ihr Gefühl Sprache geworden und halb soviel wert. Eine widerliche Leere stieg in ihm auf, wurde Gewißheit. Lilith war der Gegenstand seines Netzewebens und Planens, war die Willkür, die er zu dulden bereit gewesen. Nun zog sie sich aus. Das ging blitzschnell. Mit zwei Handbewegungen hatte sie das dünne Baumwollhemd abgestreift und Edgars Hände den Rest besorgen lassen:„Komm, Edgar! Komm, ich gebe dir, wonach du dich sehnst“, sagte sie zärtlich.
    Und der Romantiker versank im Kokon, wollte die Schwarze Witwe ergreifend besitzen: „War ich nicht immer bei dir? Hast du nicht den jungen Wolf bemerkt, der heulte in der Nacht?“ hauchte er. Edgar wurde gehandelt, seine Hände lagen auf ihren Hüften, er spürte seinen Mund an ihrem Hals, spürte die Hitze ihres Mundes, tauchte ein in den rotbraunen Urwald unterhalb der schneeweißen Flachheit, tauchte ein und lachte dabei.
    An wen denkst du?“ Sie schnellte hoch, sammelte ihre Sachen ein und eilte wütend zur Seite. Kurze Zeit später zog sie sich an und ging vergrämt.
    Er war noch einmal davongekommen. - Der Fremde setzte sich, nachdem Lilith gegangen war, schmunzelnd unter den Baum, der nun auch der seine sein würde. Er wirkte irgendwie versöhnt.

  18. #18
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
    Registriert seit
    1.September 2013
    Beiträge
    914
    Zwei Einwände, so will ichs mal nennen, habe ich:

    1. "gen"

    .....mal davon abgesehen, dass ich Wortverstümmelungen nicht mag...seh ich auch nicht die Notwendigkeit zu einem solchen Mittel zu greifen. Manchmal macht so etwas halbwegs "Sinn"...aber hier?

    2. die zeit und das licht und selbst ich
    entziehen sich den versuchen,

    ...die zeit, das licht und du....entziehen - ist nach den Regeln der Grammatik richtig...doch "selbst" setzt m.E. diese Regel außer Kraft.
    Durch "selbst" ist das keine klassische Aufzählung mehr...denn Du betonst das "Ich"...setzt sozusagen hinter Zeit und Licht einen Punkt.
    Und wegen dieser gedanklichen Pause wird "entziehen" nur mitgedacht und entziehe akzentuiert.

    In Wirklichkeit sagst Du folgendes: Die Zeit und das Licht "entziehen sich" (mitgedacht) - und selbst ich entziehe mich

    Falls das in den Grammatikbüchern so nicht steht, dann muss man sie eben neu schreiben

    *** möchte noch nachtragen (das bin ich dir schuldig) warum mich "gen" so stört:

    "gen" ist (eigentlich) eine zweifache Verkürzung, denn schon der Wortstamm "gegen" ist doppeldeutig (die Richtung oder die Haltung anzeigend). Im obigen Fall soll es die Richtung anzeigen. Geste gegen den Himmel würde also nicht funktionieren, denn gegen hätte dann die Bedeutung von "Entgegensetzen". Wenn also schon der ausgeschriebene Begriff, der Wortstamm nicht funktioniert...dann kann auch die Verkürzung nicht funktionieren. Ok...die haben das "früher" so gesagt und geschrieben...aber dann war es eben früher schon falsch. Geste "zum" Himmel...oder Geste "Richtung" Himmel. Es besteht also überhaupt keine Notwendigkeit hier nach einem weiteren Begriff zu suchen. Oder anders ausgedrückt: "gen" bringt keinen Mehrwert - im Gegenteil; dieses Wort is unästhetisch. Wir meinen...nur weil Leute wie Goethe solche Begriffe verwendeten...wären sie per se abzunicken. Ich bin da anderer Meinung. Auch Goethe zeigte sich hin und wieder als ein kleiner Dilettant.

+ Antworten

Ähnliche Themen

  1. den himmel unter mir
    Von Mr. Jones im Forum Lyrik
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 31.05.06, 12:59
  2. Geste
    Von Pillemannsack im Forum Lyrik
    Antworten: 9
    Letzter Beitrag: 15.11.01, 10:26

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •