Der Aschenbecher hatte sich so oft wiederholt, bis er keine Worte mehr fand und warten mußte, bis ihn jemand ausleerte. Wenn man ein Wort einen Augenblick zu spät ausdrückt, verbrennt man sich den Mund. Deshalb soll endlich jemand den Aschenbecher leer machen!

Das letzte Mal habe ich alle Wörter mit hartem T vermieden, ich habe sie einfach nicht in die Leitung gelassen. Ich glaubte, den Tücken dadurch entgehen zu können. Dafür habe ich mich dann an der Kerze verbrannt, als ich die Mücken verjagen wollte, die um die Flamme tanzten.

Unselig angezündet ist schnell etwas. Also schick mir keine Zündhölzer durch die Leitung! Vielleicht kann ich mir das Sprechen ganz abgewöhnen. Ich werde nicht nur das harte T streichen, sondern auch das M. Dann plagen mich diese Viecher nicht mehr. Und nach und nach werde ich alle anderen Buchstaben streichen.

Er soll es sich auch abgewöhnen! Er redet nichts Wichtiges.
Wieso redet überhaupt noch jemand?
Verzeih ein unseliges Wort, bittet er, aber die Sucht, du verstehst?
Ich verstehe das mit den Mücken, die stören, antworte ich.
Ich habe gesagt ..., dann verstummt er. Ich habe aufgelegt.

Es redet noch immer jemand! Wieso? Obwohl keine Zündhölzer mehr aus der Leitung kommen. Ich habe den Apparat angezündet. Die Flammen verfolgen die Leitung zurück bis zu dem Unwilligen.
Er redet nichts Wichtiges.

Wenn man ein Wort einen Augenblick zu spät verbrennt, kann man selbst daran verbrennen. Auch wenn das Wort kein hartes T hat und nicht wichtig ist. Ich beschließe, ab sofort immer die brennende Kerze mit mir zu tragen. Man kann ja nie wissen. Die Mücken habe ich schon vergessen. Meine guten Vorsätze auch. Jetzt muß ich nur noch den Aschenbecher wiederfinden.

Einen Augenblick bin ich wie gelähmt vor Schreck. Er ist nicht mehr da. Wo soll ich jetzt meine Worte hinspucken? Aber ich kann mir sowieso keines anzünden, weil die Streichhölzer in der Leitung hängengeblieben sind. Und die Kerze ist auch ausgegangen.

Jetzt fliegen meine Worte, die unseligen, in meinem Kopf herum und finden nicht hinaus. Ein Mückenschwarm, der die Flamme sucht. Ich winke verzweifelt mit der erloschenen Kerze, aber das Summen in meinem Kopf bleibt.