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Thema: F. Melzi: Vertumnus und Pomona

  1. #1
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post F. Melzi: Vertumnus und Pomona

    Eine Bildergeschichte in doppeltem Gewande.
    zwei gleichnamige und verschieden bekannte Bilder aus dem Renaissance-Zeitalter behandeln das Thema der ewigen Jugend. Eines ist von obigem Maler, einem Schüler da Vincis.
    Ovid erzählt von Pomona, der römischen Göttin der Baumfrüchte, die vom Gotte der Wandelbarkeit, Vertumnus, geliebt wird. Was tut der, um sich der Schönen zu nähern? Er besucht sie in Gestalt einer alten Frau! Unter einer von einer Rebe umschlungenen Ulme redet diese Frau nun auf die Jüngere ein, das Liebessehnen des Wandelbaren zu erhören. Und das Wunder geschieht: Pomona zeigt sich geneigt. Vertumnus? Hülle füllt, und er steht in einer neuen vor der Angebeteten, der des schönen Juenglings.
    Beide feiern Vermählung.

    Ich fragte mich bei der Betrachtung des Bildes, wie sich Überredung bildhaft darstellen ließe! Ist es das betuliche Handauflegen? Bedeutet das Zuhören, dieses Anwinkeln des Beines in eine behagliche Sitzhaltung, das milde und freundliche Lächeln, verständnishaft, die darreichenden Arme, das Aufeinanderzugehen, daß man sich einigt, worauf auch immer? Ist es die Ulme, die alles sieht und alles bewahrt; und weil sich die Bewahrung hier symbolisiert, darf auch alles ausgesprochen sein?

    Gedanken.


  2. #2
    sklerüssel
    Laufkundschaft

    AW: F. Melzi: Vertumnus und Pomona

    heute komm ich leider nicht mehr dazu mich richtig auszulassen, will aber kurz sagen, warum mir das zweite besser gefällt. allein schon die bildaufteilung. das erste wirkt wesentlich gedrängter obwohl es weniger details bietet als das zweite. der erste maler setzt die ulme in die mitte, recht plakativ, so dass des betrachters auge nicht in die ferne schweifen kann, sondern - bums! - knallt man vor die ulme mit der rebe. - holzhammermethode... möcht ich meinen... der zweite maler öffnet uns das bild, lässt uns frei hineingehen, weite erreicht er nicht, wie es der andere versucht, durch einen hell-dunkelkontrast, sondern er setzt als fluchtpunkt zwei versetzt hintereinanderstehende tannen, von denen die rechte das am weitesten entfernte auszumachende objekt ist, so erscheinen die beiden figuren natürlich und plastisch, während der erste maler plastizität durch die farbgebung erreichen will. das mit den tannen finde ich übrigens ausgesprochen geschickt, sie stehen so nah beieinander, dass auch sie eine Bremse wären, würde nicht das rechte auge weitergezogen werden, während das linke doch auf der näherliegenden tanne ruht. so hat er in ein ruhiges in sich geschlossenes bild, offenheit und weite gebracht.
    der maler hat es nicht nötig die ulme mit weinrebe - patsch! in die mitte zu pflanzen, er lässt pamona schlicht unter dieser ulme sitzen. und die farbauswahl ist um so vieles feinfühliger. ich mag diese dunklen erdtöne.


    aber nu muß ich ins bette - alles ist gepackt und versorgt... am dienstag, da komm ich wieder, dann können wir ja weitermachen.

  3. #3
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Question AW: F. Melzi: Vertumnus und Pomona

    Ein längst vergeßne Kunst, die, aus Bildern Leben zu ziehen. Betrachten. Sich selbst wiederfinden. Alter spielt keine Rolle. Ewigkeit im Angesicht des Gleichen. Wer kommt mit auf die Reise?

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: F. Melzi: Vertumnus und Pomona

    Bild Nummero 1.


    Zartheit, zutraulich das Apfelköpfchen, das Bläschen dünn, das rechte Tittlein nur frei, weil die Tage des Sommers gar so arg heiß. Vertrauen prägt die Landschaft von Ruhe und Frieden, nicht ahnend lüsterne Absicht des Lurers im Altweibergewand. Oh heilige Einfalt!


    ... und gleichfalls die des schwärmenden Beschauers, gefangen von den Sof-Pornos aus uralter Zeit. Hände an den Hosenlatz, zu reiben, was sich drängt steil noch oben durch gute, längst vergessene Erinnerungen.


    Kunst und Latz so zu greifen, ist wahrhaft schlicht und schön.

  5. #5
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: F. Melzi: Vertumnus und Pomona

    ein zweites bild fehlt noch, bitte suchen und einstellen

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: F. Melzi: Vertumnus und Pomona

    hier ist das mit den zwei tannen:

    Anhang 367

    und dieses gibts noch (ohne tannen):



  7. #7
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: F. Melzi: Vertumnus und Pomona

    Da bin ich hin- und hergerissen, ob ich eingestellte Bilder abspeichern und auf meinem eigenen Server ablegen soll ODER ob ich sie hier als Originale einstelle, dann aber damit rechnen muß, daß sie irgendeines schönen Tages nicht mehr online stehen.

    Von den drein hier gefällt mir das letzte am besten; es ist alles in allem.

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