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Thema: Die WM

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    Die WM

    Weiß nicht wie sich das in anderen Regionen Deutschlands verhält, aber hier war im Vorfeld der Fußball-WM keine Begeisterung...oder auch nur Vorfreude zu spüren. Keine Fahnen, keinen Trikots, keine schwarz-rot-gold geschmückten Kneipen usw. Ich dachte das wird sich...spätestens wenn die Deutschen spielen...schon noch einstellen. War aber nicht so.


    Ich vermute, dass die Deutschen zur Zeit--und das wegen ganz anderer Dinge---sehr sensibilisiert sind - sie entweder ahnten, dass das nichts wird...oder sie eben ganz andere Probleme im Kopf haben. Es fehlen Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Am Wetter kann es nicht liegen. Dass die Nationalmannschaft dann auch noch genau so spielte wie die Stimmung im Land ist, rundet meinen Eindruck ab.

    Und wenn ich schon von der WM rede, dann will ich auch die exzellenten Schiedrichterleistungen hervorheben. Noch ist nicht aller Tage Abend, aber bis zum heutigen Tag ist das eine 1 mit Sternchen.
    Geändert von anderedimension (18.06.18 um 12:55 Uhr)

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Die WM

    Fähnchen an Autos sieht man hier in Bayern auch selten. Heute sah ich ein Auto mit Deutschland-Fähnchen auf der einen Seite und mit Saudi-Arabien-Fähnchen auf der anderen Seite. Der Fahrer hatte wohl ein Herz für Verlierer.

    Auch sonst merkt man kaum, dass die WM läuft. Wenn nicht die Bilder auf den Titelseiten der Zeitungen wären, dann würde man außerhalb des Fernsehens nichts von der WM mitbekommen.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    AW: Die WM

    Woran das liegen mag...darüber kann man nur spekulieren - wird wohl kaum jemand ein ernstes Interesse daran haben das herauszufinden...gibt wahrlich wichtigere Dinge im Leben.

    Ich hatte mich über mich selbst erschrocken...als ich mich dabei erwischte den Mexikanern die Daumen zu drücken. Ging aber auch anderen so...wie ich inzwischen weiß - selten hat man dem Gegner den Sieg so sehr gegönnt....wie das gestern der Fall war. Diese Leidenschaft der Mexikaner musste einfach belohnt werden. So bleibt das Gefühl alle gehören zu den Gewinnern...nur eben unsere Nationalmannschaft nicht.

    Irgendwie schließt sich da aber auch ein Kreis. Wir haben zur Zeit keine guten Aktien auf der Welt. Ob Amis, Russen, Europäer, Chinesen...wirklich lieben tut uns keiner. Wir haben uns da 2006, beim Sommermärchen, womöglich etwas vorgemacht. Wenn wir kein Scheckbuch dabei haben...kann man ganz gut auf uns verzichten. So wenig wie das 2006 ein echtes Märchen war....so wenig ist das heute eine Depression. Wir sind wieder in der Wirklichkeit angekommen und ernüchtert - das ist alles.

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die WM

    ...undeutsches (bayrisches Ballbesitzspiel) charakterloses Ballgeschiebe um den gegnerischen Strafraum mit Boateng als Spielgestalter: wie sollte das gutgehen? erst, nachdem die Schweden drei Mal gewechselt hatten und ihr Bollwerk durch Gegenspiel zu ersetzen trachteten - statt den Punkt behaupten zu wollen -, der in der Abwehr gute, aber im Spiel nach vorn mangelhafte Boateng nach einem überflüssigen Foul des Feldes verwiesen worden war, ergaben sich neue Perspektiven. Daß am Ende eine Einzelleistung das Spiel entschied, läßt viele vieles vergessen, mich jedoch nichts. Gündogan ein immer falsch stehender, ideenloser Spielverzögerer, Rüdiger ohne jedes Raumgefühl, Werner mit dem Kopf durch die Wand und Draxler einfallslos als Offensivkraft. Das ist keine Mannschaft, sondern ein Haufen von Einzelkämpfern.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Die WM

    Das sehe ich anders. Schweden hat nach dem Platzverweis Boatengs nicht versucht ein Tor zu machen. Die haben sich weiter eingeigelt. Was ein Fehler war. Die deutsche Defensive war wieder mal nicht sattelfest. So gesehen fiel das Tor für Deutschland zur richtigen Zeit. Wenn das Tor fünf Minuten vorher gefallen wäre, hätte die Sache noch in die Hose gehen können, denn dann hätten die Schweden wieklich mal den deutschen Kasten bestürmt.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die WM

    Herrlich! Die Begeisterung der Panamesen über ihr erstes Tor bei einer WM zeigte, worum es im Fußball auch geht: das gemeinschaftliche Gefühl. Ich freute mich sehrlichst, denn das war archetypisch, und Archetypisches rührt mein Herz, meist.

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause Avatar von anderedimension
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    AW: Die WM

    Ich gönne den Panamaer ihr Erfolgserlebnis, allerdings gingen sie auch sehr hart zur Sache. Beeindruckt haben mich vor allem die Kroaten, denn da kamen Spielwitz und Herzblut zusammen. Nimmt man nur das gestrige Spiel zum Maßstab, dann trifft das auch auf die Kolumbianer zu. Neben den sehr guten Schiedrichterleistungen darf man auch die Gastgeber lobend erwähnen. Es scheint alles sehr gut organisiert zu sein - und auch die Bevölkerung ist freundlich und zuvorkommend. Die Bedeutung solcher Turniere geht weit über den Sport hinaus. Sportler und Fans kompensieren so einiges von dem...das ihre Politiker verbocken.
     
    So wie die Deutschen zur Zeit spielen, spiegelt das den Status Quo unserer Gesellschaft wider. Es fehlen eine Führungskraft und eine klar erkennbare Hierarchie. Bei der letzten WM hatten wir einen Schweinsteiger - der hatte auch damals schon seine besten Tage hinter sich, konnte dafür aber als Leader überzeugen. Von einem Kroos können wir das nicht erwarten, der ist... bei allem Respekt... auch bei Real nur ein Mitläufer. Seine vier CL-Titel in Ehren (einer mit Bayern, drei mit Real), aber er war bei keinem der vier Finalspiele eine prägende Figur. Dass er dennoch ein herausragender Fußballer ist, das steht außer Zweifel. Wenn wir das Achtelfinale erreichen, wovon ich fest ausgehe, wird gegen Brasilien die Leidenschaft ausschlaggebend sein. Fußballerisch können wir mit denen mithalten, aber mit einem weiteren blutleeren Auftritt haben wir keine Chance. Müller spielt bisher unterirdisch, würde mit einer solchen Leistung selbst bei Aue nur auf der Bank hocken. Aber das kann beim nächsten Spiel schon wieder ganz anders aussehen - auch das macht den Müller aus...er ist eben unberechenbar.

  8. #8
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    AW: Die WM

    Die Soziologen sagen schon immer...dass Fußball eine Art Ersatzkrieg ist.


    Diese WM führt mir nochmal deutlich vor Augen, dass ein Einheitsbrei Europa nach Merkel und Macron nicht die Lösung sein kann. Es hat ja nicht irgendwann mal jemand gewürfelt und gesagt: "Das hier ist jetzt Deutschland, das da drüben Spanien, die dahinten Österreich...usw. - das alles ist das Ergebnis eines natürlichen Prozesses. Sollte ein ebenso natürlicher Prozess dazu führen...dass irgendwann wieder alles zu einem Brei wird...dann soll es eben so sein. Was aber zur Zeit passiert, das ist alles andere als ein natürlicher Prozess, das ist ein Europa auf Befehl. Der überall aufflammende Nationalismus ist die natürliche Gegenbewegung dazu. Wenn man will, dass die Europäer noch enger zusammenrücken, dann heißt der Weg "Bildung, Kunst und Kultur". Die Politik sollte das begleiten, gerne auch moderieren...und wo notwendig auch mal ein paar Steine aus dem Weg räumen - mehr aber nicht.

  9. #9
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die WM

    Merkeldämmerungsfußball. Ein gutes Zeichen für einen anstehenden Systemwechsel in der BRD. Einfallslos, lahmarschig und regressiv. Fußball zum abgewöhnen. Der Trainer wechselt falsch, nimmt den guten Goretzka raus und läßt seinen Buddy Özil drin, bringt Angriff statt jemanden, der im DM-Bereich erst einmal für Ordnung sorgt. Anfängerfehler. Grauenhaft. Ich will mal hoffen, daß dieser ganze Tickitackaquatsch jetzt ein Ende hat udn wir wieder deutschen Fußball spielen.

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder Avatar von Streusalzwiese
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    AW: Die WM

    Das Trauerspiel ist vorbei. Mich beschlich schon vor der WM ein ungutes Gefühl als der DFB den Vertrag mit Löw bis 2022 verlängerte. Normalerweise wartet man erst mal das Turnier ab und entscheidet dann. Da war man sich zu selbstsicher.

  11. #11
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    Merkeldämmerungsfußball trifft es ganz gut. Der Fußball von gestern bringt die Gesamtsituation unseres Landes auf den Punkt. Das sah aus wie eine Wanderung durch tiefes Watt. Ich würde einiges darauf wetten, dass Özil in den nächsten Tagen seinen Abschied von der Nationalmannschaft verkündet. Wohl war er auch nur so schlecht wie alle anderen, aber in Kombination mit seiner Vorgeschichte tut er sich keinen Gefallen damit weiterhin für Deutschland zu kicken.


    Nicht nur Real Madrid, auch viele andere große Vereine suchten einen Trainer....vielleicht deshalb die voreilige Vertragsverlängerung für Löw. Vielleicht wars aber auch einfach nur Klüngelei. Tritt Löw zurück und verzichtet auf eine Abfindung oder die Weiterzahlung seines Gehaltes, dann habe ich großen Respekt vor ihm. Streicht er die Kohle ein, dann ist er eben wie alle anderen auch.


    Wäre ich ein neutraler Zuschauer gewesen, ich hätte nach 20 Minuten die Kiste ausgeschaltet. Interessant die unterschiedlichen Sichtweisen; während Hummels von ordentlichem Fußball und Pech redete, war für Neuer die Leistung"erbärmlich". Da bin ich klar bei Neuer. Hummels hatte vermutlich in der Hitze Halluzinationen. Ich musste hin und wieder mal mit meinem Sohn zum KSC, was ja schon Strafe genug ist---aber im Vergleich mit der gestrigen Leistung der NM...sind die Karlsruher Kicker südamerikanische Ballzauberer.

    Die internationale Presse feiert unser Ausscheiden. So manches Blatt schlägt eine Brücke zu Merkel...bringt unsere Politik mit dieser sportlichen Niederlage in Verbindung.
     
    Es fallen Begriffe wie "Migration", "Dieselaffäre", "Germanomanie", "Teutonen", "Euphemismus", "Wir schaffen das"........
     
    Quelle:
     
    https://www.shz.de/sport/fussball/fussball-wm/internationale-pressestimmen-zum-wm-aus-der-dfb-elf-id20278802.html
     
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    kurzum; wir dürften wohl das meist gehasste Volk auf unserem Planeten sein. Auf der Beliebtheitsskala nähern wir uns den Werten der 40er Jahre. Herzlichen Dank auch....Frau Merkel!
     
    Die Pressestimmen zeigen noch eine andere Wahrheit: Der Nationalismus ist uns wichtig. Merkel und Macron werden kläglich scheitern. "Wir schaffen das" wird durch "Wir hassen das" ersetzt. Küsschen hier, Küsschen da...an den Naturgesetzen kommt keiner vorbei. Der Franzose ist ein Träumer, der Grieche faul, der Italienier bestechlich, der Brite größenwahnsinnig, der Albaner kriminell, der Schwede einsilbig, der Holländer bekifft, der Deutsche überheblich,.....................


    Nach einer von Spiegelonline veröffentlichtenUmfrage sind
    55% der Befragten für einen Rücktritt Löws
    12% unentschieden in dieser Frage
    33% gegen einen Rücktritt

    Schade, dass der Nagelsmann bereits bei RBunterschrieben hat
    Sebastian Kurz Bundeskanzler, NagelsmannBundestrainer...das wäre ein Neuanfang, der diesen Namen auch verdient…



  12. #12
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    AW: Die WM

    ich wäre nur dann für einen rücktritt des bundestrainers, wenn sich mit einer neuverpflichtung auch die politik verändern würde. der deutsche fußball ist keine multikultiveranstaltung. dafür ist der klubfußball zuständig, dort kann meinetwegen ein verein mit eilf ausländern auflaufen. das ist dann deren sache. aber in der Nationalmannschaft sollten nur einheimische spielen udn damit meine ich nicht nur die zustände in der BRD, sondern weltweit. in beinahe JEDER "Nationalmannschaft spielen irgendwelche naturalisierten ausländer. das mag für kolonialstaaten wie spanien, rußland, england, amerika oder frankreich noch opportun sein, nicht jedoch für uns oder polen oder island oder kroatien. für mich hat der fußball mit dem etikett "Nationalmannschaft" nur dann einen sinn, wenn in jeder Nationalmannschaft auch spieler stehen, die zu dem land gehören, und zwar nicht erst seit kurzem. tut mir dann für die einwanderer leid, aber die haben dann eben pech gehabt. ich will eilf isländer gegen eilf deutsche spielen sehen und nicht irgendwelche wischiwaschileute aus aller herren länder. am ende sitzt in der "national"mannschaft noch jemand am computer, durchforstet die profile aller spieler weltweit und stellt sich eine mannschaft zusammen, die genau seinen vorstellungen entspricht. wer nicht zum eigenen verband gehört, wird eben eingebürgert. nö, so verstehe ich das konzept "Nationalmannschaft" nicht.
    und deshalb interessiert mich das mit der WM nicht sonderlich. ich mag zuweilen den guten Fußball schauen. am besten gefiel mir bislang das spiel Senegal gegen Japan. da kämpften eilf japaner gegen eilf senegalesen. das gefiel mir sehr gut, weil das besondere beim nationalmannschaftsfußball ist, daß sich nationale eigenschaften auch auf den sport übertragen, mentalität und dergleichen. (Herder läßt grüßen) jede nation verkörpert auch im sport eine idee. diesen kampf der ideen will ich sehen. dieser kampf bleibt aber aus, wenn am ende die nationalmannschaften verklubt werden. dann spielt nur noch die idee des trainers und trainerstabs die entscheidende rolle. die spieler werden wegen der/des heutigen doktrin/paradigmas entsprechend ausgetauscht.

    zum scheitern der DFB-Auswahl: es fehlte der charakter. es gab keinen ruhepunkt im DM-bereich, unserer eigentlichen stärke. es gab keine bindung zwischen dem OM- und Sturmbereich. an den schaltstellen spielten leute, die außer form waren. wäre ich böse, würde ich behaupten, sie spielten dort, weil sie dort spielen sollten, aber nicht, weil sie die besten im DFB waren. bin ich aber nicht. ich sage nur, sie waren scheiße. diese beiden fehler gaben den ausschlag. im spiel gegen mexiko trat dieser strukturfehler schon auf und konnte nicht repariert werden. im spiel gegen schweden halfen großer kampf und eine einzelleistung, dies zu kompensieren. im spiel gegen korea trat der fehler zum dritten mal in folge auf und wurde durch fehlerhafte einwechslungen noch verstärkt.

  13. #13
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    AW: Die WM

    das sehe ich ein wenig anders. sollte jeder in der nationalmannschaft spielen können, der den deutschen pass besitzt...egal welche wurzeln dieser mensch hat. wenn, dann müsste man schon vorher die grenze ziehen...also wenn es um die vergabe des passes geht. wenn ich sage er/sie ist ein deutscher, eine deutsche....dann ohne wenn und aber. für mich gibt es nur eine einzige ausnahme: hat jemand den deutschen pass und spricht kein deutsch...dann kann er auch kein deutscher sein. im gegenteil; es wäre ein indiz dafür...dass diese person gar kein deutscher sein möchte...sondern nur auf die vorteile einer solchen staatsbürgerschaft aus ist.


    vor vielleicht 20 jahren musste die nationalmannschaft zu einem turnier und hatte keinen stürmer. da wurde kurzerhand ein brasilianer mit deutschen vorfahren eingedeutscht. der spielte bei leverkusen...name habe ich vergesssen. dieser brasilianer sprach nicht ein einziges wort deutsch...und das obwohl er schon einige jahre für leverkusen spielte. schon damals gab es heftige kritik. dass dieser brasilianer dann auch kaum leistung zeigte...ist da eher eine randnotiz. man sollte von herzen für seine nationalmannschaft spielen - ob das dann auch immer so der fall ist...das lässt sich von außen nur schwer beurteilen.


    wie unterschiedlich die meinungen hier auch sind...einig wird man sich darüber sein...dass die probleme der politik nicht auf den rücken von sportlern ausgetragen werden sollten. der sportler steht hier am ende einer fehlerkette. aber selbst wenn man all diese fehler korrigieren könnte...bliebe da am ende der einzelne mensch - und nicht jeder lässt da tief in seine seele blicken.

    ein özil verdient als deutscher nationalspieler vielleicht das dreifache als wenn er türkischer nationalspieler wäre. das renommee ist ein ganz anderes - so wie sein wert für die werbeindustrie ein ganz anderer ist. ob dies auch özils motiv war für deutschland zu spielen, das weiß nur er selbst.

  14. #14
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    AW: Die WM

    Aus Deinen Worten spricht Dein liberales Naturell, Verfassungspatriotismus und Gesetzeshörigkeit möchte ich das mal nennen. Ich ticke da anders. Für mich ist jemand, der für den DFB spielberechtigt ist, noch lange kein Deutscher; auch ist für mich der Besitzer eines BRD-Passes nicht zwangsläufig ein Deutscher. Das gilt auch umgekehrt: wer einen amerikanischen, französischen oder österreichischen Paß besitzt, kann durchaus Deutscher sein.
    ich gebe Dir aber insofern recht, als daß es Regeln geben muß, wer für welchen Verband spielberechtigt ist. Hören wir jedoch auf, die gegeneinander spielenden Mannschaften "Nationalmannschaften" zu nennen. Das sind sie in den wenigsten Fällen.

  15. #15
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    AW: Die WM

    Was aber nicht heißt, dass ich unserer Verfassung, unseren Gesetzen zu 100% zustimme. Nur wenn man sich auf etwas geeinigt hat, dann sollte man auch dazu stehen.

    Vielleicht ist unsere Nationalmannschaft das aktuell schlechteste Beispiel. Nationen wie Uruguay und Kolumbien werden solche Diskussionen erst gar nicht führen (müssen). Auch Argentinien, das selbst mal ein Einwanderungsland war, hat kein Identitätsproblem. Wie sehen ja wie schwer wir uns mit Begriffen wie "Heimat" tun. Glaube nicht, dass der Peruaner mit der Definition von Heimat Schwierigkeiten hätte.

    Wir Deutsche haben zum Natonalismus ein gestörtes Verhältnis - das haben wir den Nazis zu verdanken. Der Nationalist ist für uns ein Imperialist...ein Aggressor, dabei ist er im eigentlichen Sinne eher das Gegenteil davon. Man wird ja erst durch Verlust oder Verlustängste zum Nationalist. Erst durch Gebietsverluste, Knechtschaft und Demütigungen konnte der Nationalismus bei uns Fahrt aufnehmen. Der 1.WK war nicht das Ergebnis nationalistischer Auswüchse...sondern die Folge unsinniger Allianzen...denen wir und andere sich verpflichtet fühlten. Gerade durch die Zerschlagung dieser Allianzen haben wir seit 70 Jahren Frieden in Europa. Auch deshalb halte ich den Weg von Merkel und Macron für falsch. Wenn wir schon so lange Frieden haben,,,dann kann der bisherige Weg nicht so falsch gewesen sein. Jeder durfte seine Heimat behalten, während man darüber hinaus auf verschiedenen Gebieten kooperierte. Das halte ich für den gesünderen Weg...als alles zu einem Einheitsbrei verlaufen zu lassen. Das wird zu einer Art Wettrennen; nämlich schneller ein neues (globales) Heimatsgefühl zu entwicklen...als man das alte vermissen kann. Das wird nicht funktionieren...denn ein Europa nach M+M muss...wenn überhaupt...sehr langsam wachsen.

    Sind wir erst mal ein Brei...werden die Leute sehr schnell merken mehr verloren als gewonnen zu haben. Als Macron neulich vor deutschen Studenten sprach...schloss er eine einheitliche europäische Sprache kategorisch aus. Er erzählte von gemeinsamen Universitäten,von Bildungs -und Kulturaustausch. Das alles haben wir aber schon - und das seit Jahrzehnten. Am Ende wollen sie alle nur unser Geld - das ist die einzige Wahrheit. Ein Europa nach M+M wird Deutschland nach unten ziehen...da alle andere Staaten niemals auf unser Niveau kommen können...egal wie viel Geld wir da reinpumpen. Ein Europa nach M+M wäre ein Art Seilschaft mit einigen Nicht-Bergsteigern am Seil. Die Chance, dass wir sie auf den Gipfel bringen...die ist sehr gering - die Gefahr hingegen...dass sie die ganze Seilschaft in den Abgrund reissen...sehr groß. Da ist es besser die Nicht-Bergsteiger bleiben im Tal.

    Und irgendwie hat das alles dann doch mit unserer Nationalmannschaft zu tun. Die kann zwar ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln...im Sinne von "elf Freunde und ein gemeinsames Ziel"...aber nicht mehr alleine auf Basis ihrer Nationalität. Gestern hörte man von einigen Spielern wie stolz sie sind für ihr Land...für ihr Volk zu spielen, Kann mich nicht erinnern das jemals von einem deutschen Spieler gehört zu haben.

  16. #16
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die WM

    Ich hielt ja auf Japan, denn die spielten diszipliniert mit eilf Japanern, aber die Aufholjagd der Multikultitruppe aus Belgien begeisterte mich dann doch, vor allem der letzte Spielzug zum siegreichen 3:2. Glückwunsch!

  17. #17
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    AW: Die WM

    Freut mich sehrlichst für die Kroaten, die letzte Nationalmannschaft im Turnier. Sie setzten auf Spiel, nicht auf Standards. Sie setzten auf Fußball, nicht auf Reißbrett. Sie legten sich den Gegner 60 Minuten zurecht und nahmen ihn dann auseinander. Die Briten hatten mental nichts entgegenzusetzen, was mich nicht wirklich wundert. Hoffentlich schlagen sie jetzt auch noch die andere einstige Kolonialmacht, die ähnlichen Reißbrettfußball wie die Briten spielt. Der Sieg der Kroaten zeigt auch, daß diese ganze Nachwuchsförderung des DFB Unsinn ist. Da wird viel Geld verbraten, um am Ende mit einer verbrannten und zerstrittenen Mannschaft aufzulaufen.

  18. #18
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    AW: Die WM

    Ich hatte auch den Kroaten die Daumen gedrückt. Den Briten gehört, so sieht es zumindest aus, die Zukunft. Perisic zeigte spielerisch und vom Einsatz her alles...was man sich von einem Nationalspieler wünscht. Er machte m.E. den Unterschied aus.
     
    "die letzte Nationalmannschaft", "Gegner zurechtlegen, auseinandernehmen", "einstige Kolonialmacht"...deine Worte, aerolith, stützen die Ersatzkrieg-These. Ist doch schön, dass es solche "Feindschaften" gibt. Hätten wir tatsächlich ein Europa nach den Vorstellungen von M+M, würden wir uns vermutlich neue Feinde suchen/müssen.

  19. #19
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    AW: Die WM

    Nein, das ist nur die martialische Sprache, die Sport nun einmal verdient. Ich sehe in martialischer Sprache nichts Schlechtes. Gesinnungsmilitarismus ist etwas Gutes, denn er ist ehrlicher und dient letztlich mehr der Erhaltung des Friedens als das ganze pazifistische Geschwätz, das Tumirnichts-Gerede, bei dem man immer aufpassen soll, daß man auch gar keinem wehe tut. Ich halte es mit Scheler, nicht mit Ossietzky.

    Ich lese derzeit ein Buch von Wilhelm Förster: Europa und die deutsche Frage. Förster war seinerzeit bekannt als unnachgiebiger Pazifist. Viele seiner Gedanken kann ich nicht goutieren, aber in einer Sache stimme ich ihm zu, daß nämlich der Pazifismus eine Krankheit besitzt, die des vorschnellen Zustimmens, der oberflächlichen Prüfung und des Verwischens von Gegensätzen. - Jeder gute Dialektiker weiß, daß Widersprüche ausgetragen werden müssen, andernfalls wesen sie unter der Oberfläche weiter und arbeiten und wuseln und bewirken Unwohlsein und latenten Haß etc. pp. Ich bin nicht immer dafür, die Wahrheit zu sagen, manchmal sollte man sich auf die Zunge beißen und den Gegenüber nicht kränken oder verletzen, aber ich bin auch nicht dafür zu lügen, also etwas zu sagen um des lieben Friedens willen oder weil man jemanden kränken könnte oder sich jemand verletzt fühlen könnte. Kurzum, ich betrachte den Sport keineswegs als Sublimierung gesellschaftlicher Konflikte, aber ich betrachte ihn als einen gewichtigen Teil des Überbaus einer Gesellschaft.

  20. #20
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    AW: Die WM

    Das Turnier hat einen verdienten Sieger - unterm Strich hatte Frankreich die beste Mannschaft, auch wenn ich den Kroaten den Sieg gegönnt hätte. Auch sie wären ein verdienter Sieger gewesen. Die Freistoßentscheidung war zwar falsch, aber von einer groben Fehlentscheidung kann man da nicht reden. Mit einem besseren Torwart wäre auch gestern ein Sieg der Kroaten möglich gewesen - dessen Reaktionslosigkeit konnte ich schon bei den Spielen davor nicht verstehen. Auch wenn die Chance eher gering ist, so muss ich doch wenigstens versuchen einen Ball zu halten. Ein guter Torwart hätte mindestens ein Gegentor verhindert.



    Die Russen haben das Turnier bestens organisiert - es gab keine Ausschreitungen oder sonstige nennenswerte Vorfälle...bis auf die sexuellen Übergriffe einiger südamerikanischen Fans, für die man die Russen aber nicht verantwortlich machen kann.

    Was überhaupt nicht thematisiert wurde, mir aber umso mehr positiv auffiel: Die Spiele waren sehr fair - es gab kaum Unsportlichkeiten...oder schlimme Fouls. Auch in dieser Hinsicht fielen nur die Deutschen...mit ihrem unsportlichen Verhalten nach dem Schweden-Spiel... negativ auf.




    Die Stadien waren sehr gut ausgelastet, die Schiedsrichterleistungen so gut wie noch nie zuvor. Es gab weder technische noch sonstige Pannen - naja, nicht ganz; für die kroatische Präsidentin hatte man erst sehr spät einen Regenschirm-so geht diese jetzt als Miss Wet-Shirt in die WM-Geschichte ein. Gott sei Dank war Deutschland nicht im Endspiel, denn eine Merkel in gleicher Situation hätte ich nicht sehen wollen. Ein solches Bild wäre nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen.

  21. #21
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    AW: Die WM

    Ich lasse den Paranoiker heraushängen und behaupte: Schiebung! Wie machst du eine Mannschaft kaputt? Richtig, du läßt sie in Rückstand geraten, am besten gleich zweimal. Davon erholt sie sich nicht, jedenfalls meist nicht. Beim ersten Gegentor war die Schwalbe klar zu erkennen, das wußte selb der ZDF-Reporter nach wenigen Sekunden. Gelb für Grießmann und Freistoß für Kroatien. Und schon spielt der Grießmann ganz anders. Den Elfer gibt man in einem WM-Finale nicht. Sicherlich könnte man behaupten, daß Perisitsch nicht so in den Ball gehen darf, aber er kann in der Bewegung auch nicht unnatürlich mit angelegten Armen herumwuseln; außerdem war die Veränderung der Flugrichtung marginal, der Ball hätte auch ohne diese Minihand den Weg aus der Gefahrenzone gefunden. Kurzum, das waren zwei klare Benachteiligungen für Kroatien. Ein guter Schiedsrichter läßt da weiterlaufen. Ein Weltmeister andererseits ließe sich von solchen Unbillen nicht abhalten. Aber die Kroaten hatten gestern nicht den Willen, das Spiel noch mal umzubiegen und die Franzosen waren gut eingestellt und hatten das Glück auf ihrer Seite. Die eher schwache Abwehrleistung der Kroaten, die in den entscheidenden Momenten ihren Gegnern nicht auf den Füßen standen und auf den Außen zu wenig nach vorn brachten, belegten dann zudem, daß es für den Titel nicht reichte. Da war die Weltauswahl der Franzosen besser aufgestellt.

    Stimme Dir zu, AD, die Franzosen haben den Titel verdient gewonnen.

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