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Thema: Letzte Worte

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post Letzte Worte

    Weißt du noch? -


    Schneewärts ritten wir
    durch starres Schweigen;
    alles fror.


    Die Sonne stand schon,
    die Planeten glitten langsamer
    durchs All.


    Nur die Huftritte unserer Rappen,
    sie klapperten weithin
    ins blutleere Land.


    Bald bin ich angekommen.


    [Diese Nachricht wurde von iodin am 27. September 2000 editiert.]

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Letzte Worte

    Das kann kein schöner Ort sein, an dem Du da ankommen willst. Willst Du überhaupt?
    Der Titel verwirrt. Nun, vielleicht willst Du mich glauben machen, daß in einem Einst eine gewisse Kälte die klirrende Klarheit des Tals der Tränen stündete!? Wer weiß? Jedenfalls wird dieser Text durch Frostigkeit bewegt, kaum zwar, und doch.
    Was ist schneewärts? Gegen den Wind? Das Wetter? Die Winde wärmen nicht, sie schlagen ins Gesicht. Und Schweigen kündet selten von gemeinsamen Zielen, selten. Das ALLES bestärkt die Metaphorik des Sillestehns. Kennst Du die Schneewanderung aus dem Zauberberg? nunc stans - da steht sich der Gedanke in sich selbst im Weg, da werden die Gedanken ums Ich gezogen: da ist kein Platz für ein DU!


    Jetzt andere.

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Letzte Worte

    in einem hast du recht. das habe ich geändert.

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Letzte Worte

    Nun, das Problem ist, daß Lyrik mich immer irgendwie überfordert, weil ich selbst kein Lyriker bin und mich auch als Leser wenig bis gar nicht mit ihr beschäftige. Ich habe immer das unbestimmte Gefühl, daß mir das entscheidende bei der Beurteilung eines Gedichtes durch die Lappen geht und daß es mich in irgendwelche Sphären entführen will, in die ich ihm nicht folgen kann.
    Diese Entführung gelingt in den seltensten Fällen, aber manchmal eben doch, und das ist auch hier der Fall. Im LC ist das auch einigen gelungen, deren Texte ich nie so richtig packen und interpretieren konnte (z. B. Pille, Judith, Kattz, Sissy oder Jocubs), und manchmal hat mich das regelrecht geärgert, denn ich selbst beherrsche diese Kunst des komprimierten Dichtens - (ist das eine Tautologie?) - wohl leider nicht.

    Mir gefällt es sehr gut.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Letzte Worte

    'blutleeres' Land, das hätte ich mich nicht getraut. Adjektive sind gemeine Dinger, wie Farben: jeder empfindet es anders und du prügelst niemand in deine Richtung. Am sichersten: man nehme ungewöhnliche/unbekannte W?rter, das erzeugt bei allen Lesern das gleiche Gefühl: Verwirrung.


    Aber zum Text: Rhythmus und Wortfolgen begeistern mich (besonders in der ersten Strophe).


    Verstehe ich den Sinn?


    Jemand erinnert einen anderen an eine gemeinsame Reise. Wohin? Schneewärts.
    Dann Kurosawa-Effekt, alles wird langsamer, bewegt sich in Zeitlupe, etwas stirbt: Sonne und Planeten: das ist das Altvertraute. Rappen: Pegasus (?!), reiten sie beide, es klappert, es ist blutleer, wo sie sich bewegen. Und dann, die letzte Zeile: Einer, der Sprecher, ist bald angekommen, beim Schnee. Und der andere?, er klappert wohl weiter im blutleeren Land.


    Aber warum 'Letzte Worte'? Er sagt nichts mehr, er verstummt.


    Wer selbst Gedichte schreibt (und mag), der kennt das Erlebnis beim Lesen eines 'großen' Autors (besonders, wenn man ihn zum ersten Mal liest): 'große' Kunst ist kalt (Dr. Faustus läßt grüßen) und die bisher bekannten, bevorzugten Autoren 'bewegen' sich ein wenig langsamer. Und da man selbst schreibt, merkt man, wie die eigenen Texte 'klappern' und 'blutleer' sind. Man sollte aufhören damit, es sollten die letzten, klapprigen Worte geschrieben werden, man sollte ankommen.


    'Schneewärts' gibt es in der deutschen Lyrik nur ein einziges Mal: es ist eines der vielen Wortschöpfungen des (frühen) Celan, die man, einmal gelesen, nie vergißt.


    Für mich ist iodins Gedicht die Erinnerung an ein Leseerlebnis, seine erste Begegnung mit Celans Texten. Und wenn ich falsch liege: es bringt mir die Erinnerung an mein Celan-Erlebnis. Fein.


    Uff!


    gruß


    L.

  6. #6
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Letzte Worte

    Danke, lester! Die Frage bleibt: Was ist schneewärts?
    Die Reminiszenz zu den Ver-Schleppern ist akzeptabel. Sie schaffen es, bei gleichbleibender Anspannung, einen Faden zu spinnen, der sich ins Gemüt legt. Und der Faden hält. Schlaffe Fäden reißen, sie nehmen dann nichts mehr wahr. Ja, Akito K. war einer der Meister im Ver-s-schleppen. Ohngezweifelt.
    Celan schmecke ich hier nicht. Synästhetische Verwirbelungen hin und her, dieser Text ahmt eher den nach Metaphysik Dürstenden denn den metaphysicus selbst nach - wobei ich das jetzt nicht als Mangel konzediere -, daraus schöpft der Text seine Kraft.

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Letzte Worte

    Mark: ich freue mich sehr, dass Dich das Gedicht anspricht, "obwohl" Du nichts von Lyrik verstehst - es ist nicht gut, wenn lyrik nur etwas für experten wäre. besonders freut es mich, weil ich immer das gefühl habe, ich wäre ganz bestimmt zu "schwierig" und verklausuliert..

    lester: du verblüffst mich - dass "schneewärts" von Celan stammt, wusste ich nicht. von ihm kenne ich nur 2 oder 3 gedichte. allerdings hat mich das wort nicht mehr losgelassen, und letztendlich habe ich das ganze gedicht daraus entwickelt. wenn ich gewusst hätte, dass es Celan "gehört", hätte ich es sicher nicht so zentral verwendet. manchmal ist ignoranz eben doch ein vorteil
    Deine interpretation gefällt mir sehr - blutleere worte - wie war das in der bibel: "und hättest der Liebe nicht, Dein Wort wäre tönende Schelle und... ??" Daran könnte man auch denken. aber das war gar nicht gemeint.
    Ich dachte an einen, der stirbt, aus dem das blut weicht und alles sich verlangsamt; das ganze universum - er imaginiert das als eine reise in die kälte. und bald kommt er an. was er sagt, sind ganz buchstäblich seine letzten worte..
    Gut, das ist offenbar so nicht verständlich - immerhin eröffnet die unklarheit freiräume für die phantasie und interpretationen, die noch besser sind als die intention
    vielen dank, lester, für deine ausführliche auseinandersetzung. ich werde jetzt mal celan lesen.

    aero: ich werde das Du überdenken. es scheint tatsächlich überflüssig zu sein; schliesslich geht man die letzten schritte immer allein, nicht wahr?

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Letzte Worte

    ... noch mal zu Schneewärts? Das heißt hinauf ins Gebirge, zu den Gletschern zum Schnee. Schnee und Gletscher: bei C. eine Metapher für Sprache, eine besondere Art von Sprache.
    Vergleiche 'Gespräch im Gebirg':


    erstellt von Celan:
    Weißt du. Weißt du und siehst: Es hat sich die Erde gefaltet hier oben, hat sich gefaltet einmal und zweimal und dreimal, und hat sich aufgetan in der Mitte, und in
    der Mitte steht ein Wasser, und das Wasser ist grün, und das Grüne ist weiß, und das Weiße kommt von noch weiter oben, kommt von den Gletschern, man könnte,
    aber man solls nicht, sagen, das ist die Sprache, die hier gilt, das Grüne mit dem Weißen drin, eine Sprache, nicht für dich und nicht für mich - denn, frag ich, für wen
    ist sie denn gedacht, die Erde, nicht für dich, sag ich, ist sie gedacht, und nicht für mich -, eine Sprache, je nun, ohne Ich und ohne Du, lauter Er, lauter Es, verstehst
    du, lauter Sie, und nichts als das.?
    Schnee, Eis, finden sich in allen möglichen Zusammenziehungen bei C. :schneewärts, Schneepart (Buchtitel), Schneenadel, Schneewuchs, Eisdorn, Schneegarn, Schneegespräche etc.


    Das was Celan 'singbarer Rest' nennt liegt 'abseits, am Schneeort'


    Das ist in etwa zitiert nach: Menninghaus, Paul Celan, Magie der Form, Frankfurt 1980, aber ich denke, das macht das Wort verständlich, oder?




    Hottatam!


    lester

  9. #9
    rodbertus
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    AW: Letzte Worte

    Da hatte ich mich im letzten Jahr drüber gewundert, daß iodin und lester immer im Doppelpack auftra(e)ten, außerdem Schneegesänge mich an den August nicht recht erinnern wollten.
    Kein schlechter Text, aber ein nicht ausgreifender, einer, der ganz bei sich bleibt.
    Wir sind und sind doch nicht. Wir greifen nach den Sternen/Schnee, den wir nie zu fassen kriegen. Kriegen. Ein Ewignehmen und ein Nichtsgebendes im Angesicht des Flüchtigen. Schimmernd.


    Dennoch, diesen text möcht' ich gern im Sammelband haben.

  10. #10
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Letzte Worte

    das freut mich sehr. obwohl mir der text heute gar nicht mehr so zusagt. ich weiss nicht, was mich daran stört, aber ich würde ihn jetzt wohl anders schreiben.

    lester und ich sind weder verwandt noch verschwägert. aber ich schätze seine gedichte sehr.

  11. #11
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    AW: Letzte Worte

    ...diesen Text u n d iodins "Die See"!

  12. #12
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Letzte Worte

    ja, das ist gut.

  13. #13
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Letzte Worte

    wenn man hier etwas kritisches anmerken darf: die klappernden rappen stören mich etwas, das ist wie schimmel, die bimmeln, mit dem weihnachtsmann hintendrauf auf dem schlitten.

  14. #14
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Letzte Worte

    Ich habe da auch noch zu mäkeln:


    1. gefror
    2. glitten (?) im Sinne eines Langsamen ist nicht gut
    DURCHS sollte durch IM ersetzt werden
    3. zu viele Us, dadurch wird's dumpf, es müßte mehr ploppen, also Os, KLAPPERN paßt nicht


    letzter Teil: werde ich angekommen sein ist aber auch nicht besser, doch wie drückt sich hier ein stehendes Jetzt aus?


    P.S. Aber der text gefällt mir schon.

  15. #15
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Letzte Worte

    hallo iodin,

    1 und 2 gefallen mir sehr sehr

    blutleere land?

    warum das -nur-?

    der letzte satz???

    trotzdem, stimmungsvoll.
    ich bin eh eine eskim

    lg
    e.

  16. #16
    Kurzvormabschussiger
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    Post AW: Letzte Worte

    soll ich mich noch mal dransetzen? das problem ist, wenn ich jetzt noch was verändere, wird ein anderes gedicht daraus. es hat sich viel getan in dem einen jahr.

    das hier gefällt mir:




    worte über worte,
    schneewärts reiten wir
    durch starres schweigen,
    alles friert,
    Schon steht die sonne, hoch,
    schon gleiten planeten lang-
    samer aneinander, vorüber,
    nur die schritte unsrer rappen
    hallen durchs land,
    bald,
    bin ich da,

  17. #17
    schreibt hier hin und wieder
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    Post AW: Letzte Worte

    Weißt du noch? -


    Schneewärts ritten wir
    durch starres Schweigen;
    alles fror.


    Die Sonne stand schon,
    die Planeten glitten langsamer
    durchs All.


    nur die schritte unsrer rappen
    hallten durchs land:


    bald, bin ich da.

  18. #18
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Letzte Worte

    das ist ein ordentlicher kompromiss, eulalie - sicher besser als die ursprungsversion


    aber jetzt gefällt mir meine "radikalere" version doch besser. vielleicht könnte ich sogar noch weiter gehen..

  19. #19
    rodbertus
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    AW: Letzte Worte

    die radikalere variante wird genommen.

  20. #20
    Kurzvormabschussiger
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    AW: Letzte Worte

    iodin,
    schön, daß jemand deinen text ausgegraben hat. ich hab keine mühe mit dem verstehen.
    und danke für die ausführungen, lester!
    ich dachte auch an celan und seine worte "schneepart" usw.
    "blutleer" löst auch verschiedene assoziationen aus, auf jeden fall lassen.
    letzte worte assoziiere ich auch mit den wirklich letzten worten eines lebens. und deshalb auch das "weißt du noch" als rückblick. meinem empfinden nach braucht dieser text auch den schluß der ausgangsversion, diese ungewöhnliche kombination, die mehr mitschwingen läßt als das nackte "da" der vorgeschlagenen variante.
    das bildhafte umkreisen der situation in einer schwebe ginge durch verglatten des ausdrucks verloren.


    lieben gruß
    amygdala

  21. #21
    resurrector
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    AW: Letzte Worte

    Auch heute empfinde ich diesen Text als angenehm, weil phantasieanregend. "Schneewärts" ist mir im Gedächtnis geblieben, allerdings nicht in der Celanschen Bedeutung.

  22. #22
    Mitgestalter Avatar von anderedimension
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    AW: Letzte Worte

    "schneewärts"...eigentlich ganz einfach: himmelwärts (dem Himmel entgegen), heimwärts (in Richtung Heim/Zuhause....)...und so heißt schneewärts nicht anderes als dem Schnee/der Schneeregion entgegen. In der Regel wird es sich da um höhere Lagen handeln - muss aber nicht.

    Weißt du noch? -
    das deutet darauf hin, dass das Ly-I nicht im Groll und auch nicht triumphierend zurückblickt.

    schneewärts soll vermutlich den beschwerlichen Weg beschreiben. Zu bleiben wäre der einfachere Weg gewesen. Das LY-D hat sich fürs Bleiben entscheiden. Vermutlich spielte das LY-D ursprünglich mit dem Gedanken das LY-I zu begleiten, ihm zu folgen...doch entweder fehlte der Mut...die Kraft....oder das LY-D hielt es in seinen Abwägungen für richtig zu bleiben.

    Das LY-I teilt dem LY-D nun mit...dass es sein Ziel (welches ein gemeinsames Ziel hätte sein können) bald erreicht hat. Bleibt die Frage warum "letzte Worte"?. Ich glaube nicht, dass das LY-I in den Tod reitet...letzte Worte...das steht vermutlich für das Loslassen - loslassen vom LY-D...loslassen vom alten Leben. Es sind nicht seine letzten Worte...sondern viel mehr ein letzter Blick zurück. Die klappernden Hufen beschreiben den Nachhall...die Erinnerungen, die im alten Leben wurzeln. Das LY-I ging nicht mit einem konkreten Ziel auf Reisen - hauptsache weit weg vom Hier. Das LY-I kann die Nähe unter den gegebenen Bedingungen nicht mehr ertragen---da sich die Bedingungen nicht ändern lassen...nicht ändern lassen wollen...sieht das LY-I in der Ferne den einzigen Ausweg.

  23. #23
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Letzte Worte

    Akzeptable, AD. Das "schneewärts" Celans allerdings, das hier mitschwingt, bedeutet gleichsam mehr als die einfache Konnotation der Erinnerung an eine Zeit, einen Zustand, eine Kolorisierung, denn sie greift über das ich hinaus, indem ALLES benutzt wird. Dieses ALLES assoziiert Celans Gebrauch des seinerzeitigen Neologismus "schneewärts", auch das von Leicester eingebrachte Denkmodell eines Kommunikationsraumes, in dem Sprache, Mensch und Es eine vitiöse Verbindung eingehen, ein stehendes jetzt auch erzeugen, denn Schnee ist kristallisiertes Wasser. Ja, ein schönes Wort, denke ich.

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