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Thema: Aus der Werkstatt dichten

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Aus der Werkstatt dichten

    Aus der Werkstatt: dichten


    gedicht ist geducktes gedachtes:
    gedeckt und dicht.
    an gedenken angedocktes gedichtetes
    verdichtet.
    verdacht:
    vordenken vorgedacht vor dem verdacht
    auf dichtung.
    angedichtetes verdecktes vorgedacht
    auf verdacht.
    gedenke der male des dichtens:
    denkmale dichten verdichtetes
    vordenken,
    angedocktes gedenken.
    duck dich dichter!
    denk an gedankenmale
    gedachten verdichtens im angedachten
    gedicht,
    doch stets überdachtes
    gedankengut verdichten
    zu noch dichterem denken

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Aus der Werkstatt dichten

    sehr geehrter herr uisgeovid


    sie haben doch sicher einen spiegel zur hand. haben sie sich ihr gewort schon vorgetragen?


    also: so als ganzes, als klingenddde wortspielerei, oder als übungsstückchen für einen schauspieler: durchaus.


    als ganzes.


    entierement b.

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Aus der Werkstatt dichten

    erstellt von Quoth:
    Vielleicht nicht ganz überflüssig der Hinweis, dass "dichten" von lat. "dictare" kommt

    und was heißt das? Diktieren? Befehlen? Anordnen?
    Ich weiß es ehrlich nicht. Kann aber auch selber nachsehen.
    Aber mir gefallen die Pirouetten. Das Drehen. Es bespiegelt sich nicht selber, das stimmt nicht - finde ich. Es dreht sich um das Dichten. Das ist in sich stimmig.




    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 06. Oktober 2002 editiert.]

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Aus der Werkstatt dichten

    ein schönes sprach- und wortspiel; manchmal etwas bemüht (ducken), manchmal gelungen (angedocktes), sehr anregend,


    gruss eule.

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    Lightbulb AW: Aus der Werkstatt dichten

    Vielleicht nicht ganz überflüssig der Hinweis, dass "dichten" von lat. "dictare" kommt (wie Fenster von fenestra) und mit mhd "dihte", dicht (engl. "tight"), also auch mit verdichten ethymologisch nichts zu tun hat - auch wenn diese Ableitung immer wieder gern zur Wesensbestimmung des Dichtens strapaziert wird.

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    Post AW: Aus der Werkstatt dichten

    Was ich gerade tu


    Ich schreibe ein Buch,
    in dem ich beschreibe,
    wie ich das Buch,
    das ich schreibe,
    schreibe,
    in dem ic beschreibe,
    wie ich das Buch,
    das ich gerade schreibe,
    beschreibe,
    wie ich das Buch,
    das ich beschreibe,
    schreibe,
    schreibe,
    beschreibe.
    Also, kurz gesagt:
    nichts neues.

    Vielleicht nicht ganz überflüssig der Hinweis, dass "quoth" von lat. "quota" kommt (wie Anker von ankera) und mit mhd. "kluoc", klug (niederl. "kloek"), also auch mit klügeln "klug tun, nachsinnen" ethymologisch nichts zu tun hat - auch wenn diese Ableitung immer wieder gern zur Wesensbestimmung des Quoth strapaziert wird.
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  7. #7
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Aus der Werkstatt dichten

    Ich weiß ja, daß ich manchmal nerve - aber angesichts so unglaublich schöner epischer Dichtungen wie Ariosts Orlando furioso oder Spensers herrlicher Faery Queene kann man schon mal eine Wut kriegen auf diese alberne Verdichtungs-Ideologie, die außer Ottos Mops doch nichts hervorbringt.

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    Lightbulb AW: Aus der Werkstatt dichten

    ... schöne Diskussion insgesamt. Gefällt mir. Weiter so!

    Vielleicht nicht ganz überflüssig dieser Hinweis:
    "quoth" ist die archaische Form des engl. "said"; etwa seit dem 12. Jh. belegt als Präteritum von "quethen" (say). Im heutigen Englisch noch vorkommend in "bequeath"; aus dem Altenglischen "cwethan" (to say, to declare).
    Also: "quoth" = sagte




    [Diese Nachricht wurde von uisgeovid am 06. Oktober 2002 editiert.]

  9. #9
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: Aus der Werkstatt dichten

    Ist das dichten? Habe eher ein Gefühl von schmieden. Verse und Worte aneinander reiben, bis daß sie passen wollen. Passen! Ist Angepaßtes dichten?
    Herr Bernouilly steht hier nicht allein im Wald mit seinem Sarkasmus, der wie immer hinter vorgehaltener Hand daherkömmt, es ist ein Wiehern des wildgewordnen Pferdes, dem das Zaumzeug den Hals schnürt.
    Als Übung gut, als Ergebnis nur zu ent-sorgen. Weil's sonst Sorgen macht, wenn das Dichten sich darauf beschränkt, Worte geschmeidiger zu machen. Lirumlarumlöffelstiel...

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