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Thema: herbstblick

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post herbstblick

    herbstblick
    habe das weiße tuch
    aus der hand gelegt
    unbedeckt
    das gezeichnete gesicht
    abgeblättert
    steh ich da
    mein weidenblick hat nur
    ein kleines silbergrün
    gerettet
    vorm vergessen
    was fort wollte
    ließ ich ziehen
    so still ist es
    fast vogelfrei

  2. #2
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: herbstblick

    Liebe amygdala,
    ist schon merkwürdig: warum habe ich hier im ersten Moment an Gurkenmaske gedacht? In der ganzen Hermetik fehlt mir irgendwie ein Zugang...

    herzlichst uis

  3. #3
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    AW: herbstblick

    die letzten zwei zeilen, die mag ich sehr.
    auch den silbergrünen weidenblick... -
    der anfang mag mir nicht behagen - scheint mir, als tasteste du erst, stolperst gar -
    begreifen kommt am schluß - entwickelung bis zur vogelfreiheit...

  4. #4
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: herbstblick

    Mit dem bleibenden Ich korrespondiert das ziehende Du, mit dem stehenden Jetzt ein sich drehendes Nicht; dahin zerrt einen die Sehnsucht, aber Gurkenmaske ist auch nicht schlecht, die läßt auch so manche Verwandlung zu, womit der Hauptfehler markiert wäre: Disparatheit.

    Der Text laviert und kommt nicht zu Potte. Und das, liebe amygdala, ist für den Herbst ebenso typisch wie untypisch. Herbst heißt sterben, zugleich aber auch kämpfen. Eine Moll-Situation. Ich bin, um im Bilde zu bleiben, mir nicht sicher, ob Du eine g-moll-Situation im Sinne hattest, dann aber zum düsteren fis-moll abglittest.

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: herbstblick

    hm, erstaunlich, wie unterschiedlich doch so ein text ankommt.
    ich empfinde ihn wohl als mehrdimensional, aber nicht hermetisch, lieber uisgeovid.
    ein stolpern empfindest du paul, wodurch?
    doch weshalb kommt der text nicht zu potte, lieber aerolith? wo sollte er denn hin, frage ich mich?
    für mich ist es eine situationsbeschreibung, ein betrachten von innen, verwoben mit außen. und ein element von stille enthaltend.


    amygdala, fragend

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: herbstblick

    herbstblick




    unbedeckt
    das gezeichnete gesicht


    abgeblättert
    steh ich da


    mein weidenblick hat nur
    ein kleines silbergrün
    gerettet
    vorm vergessen


    was fort wollte
    ließ ich ziehen


    so still ist es
    fast vogelfrei

    brauchst das weisse tuch? dann würd ich es anders aus der hand geben. auch damit niemand an gurken denkt...


    weil: der ganze rest ist das gedicht, das ich sehr mag. ein leises, ein sanft verstorbenes. da bleibt nichts mehr zu tun, bloss nicht!


    dear greetings,
    Mr. Jones

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: herbstblick

    lieber mr. jones,
    es braucht das weiße tuch!
    weiß als sammelung von allen farben des seins, alles und nichts, leben und tod,...
    ...und auch nur ein tuch, das bedeckt, ein nebel im baum, ...




    danke fürs mögen!
    so kommts erstmal in die schublade, wer weiß, was dann noch passiert damit - später mal!


    lieben gruß


    amygdala

  8. #8
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: herbstblick

    ich hatte, glaube ich, seinerzeit, meine Gefühle auch textlich manifestiert. Ein Text für die Schublade? Wohl kaum. In dem Augenblick, in dem er den Weg ins KvW-Forum fand, ist er gerettet. Nun steht er hier, kann von allen, die lesen können, gelesen werden. Weidenblick und silbergrün blieben in mir hängen, arbeiten in meinem Bewußtsein, in mir Herbstmenschen.

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