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Thema: wieder

  1. #1
    Mitgestalter
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    Post wieder

    wie-der


    wieder wie
    aus Ecken,
    aus Ewigkeiten gekrochen,
    wie gelauscht hinter Vorhängen,
    heimlich,
    entlarvt,
    Maskerade,
    wieder wie
    aus1001 Nacht wie
    gepflügt aus der Erde wie
    Kartoffel, Rübe wie
    ein Kind, Reh, wie
    ein Quell,
    wieder diese Leidenschaft,
    unstillbar wie
    diese Sehnsucht, wie
    trunken... -
    dies dionysisch Verlangen,
    Bangen,
    dieser Durst,
    dies Feuer,
    dieser Schrei -
    wieder dieses Lied,
    dies alte, immerwährende,
    wieder dieses Blut,
    dieser Schweiß,
    diese vertrockneten Tränen,
    dieser süße Schmerz,
    der beflügelt, wie
    die Lust,
    der Himmel,
    der Duft und
    die Mitternacht -
    wieder
    der Tanz auf dem Eis,
    der Schmetterlingsflügelschlag,
    die Einkehr... -
    wieder das Wort,
    der Schall,
    der Hauch -
    wieder ich,
    wieder spiegel ich,
    wieder spiegel ich mich
    dich...

  2. #2
    rodbertus
    Laufkundschaft

    Thumbs up AW: wieder

    DIONYSISCH VERLANGEN umschreiben, nicht nennen
    dreiundsiebenzig prozent streichen
    zwölf neue wörter dazu


    daran dürftest du deine aufgabe finden - harhar

    So aber ist's nichts anderes als eine Selbstbespiegelung, allerdings mit Hilfe eines aufgesetzten Du, also eine Farce. Das ist kein Liebesgedicht, obgleich es alles tut, daß wir Leser es glauben mögen.

  3. #3
    Mitgestalter
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    AW: wieder

    hihi,
    tja, das dichten ist ein stein am fuß,
    das meer ist tief... -
    ergo: die zeit umschreiben,
    das feuer nennen,
    dionysos wieder verstecken... -
    noch was?
    wußtest Du übrigens,
    daß unsere Sprache aus ca. 10000 Hauptwörtern und ca. 4ooo Verben besteht?
    wundert's weiter, daß erstere geballt zuweilen und zweitere zu kurz Dir vorkömmen?
    so.
    alles hat sinn.
    lötzinn...;-)
    du dir hast es wieder verstanden, das war wie hechtsuppe.
    was ich feile, mal schauen - vielleicht lohnt es sich nicht und bleibt augenblick...

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: wieder

    die wortfolge:


    Verlangen,
    Bangen,
    Durst,
    Feuer,
    Schrei -
    Lied,
    Blut,
    Schweiß,
    Tränen,
    Schmerz,
    Lust,
    Himmel,
    Duft
    Mitternacht -




    ist mir zu üppig (und zu beliebig); hier wäre weniger mehr,


    gruss eule.

  5. #5
    rodbertus
    Laufkundschaft

    AW: wieder

    das habe ich damals gar nicht so recht zu würdigen gewußt, dieses dionysische bei paulchen. im gegenteil, ich habe es immer als etwas elitäres begriffen und darum befürwortet.

    ein irrtum! das weiß ich heute.

    das dionysische ist alles andere als elitär, es ist der kult der massen, des demos, des ungebildeten, nur seinen neigungen frönenden demos. und, so leid mir das hier für meinen lieben freund des geistes nietzsche auch tut, ich kann ihm hier nicht folgen, ihm, der das dionysische gegen das apollinische auszuspielen trachtete. ich bin ein mann des geistes, also des apollinischen. ich bin schütze, also apollons sohn! ich bin kein dionysos-jünger.
    das geistvolle ist immer elitär, eben jenen vorbehalten, die geist zu würdigen wissen, begrenzung und freiheit gleichermaßen. die bloß dem blute und der lust folgen, die sind NUR begrenzt und abhängig, aber sie sind nicht frei.
    wie-der, wie der apollon, wie ein gott des lichts.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    20

    AW: wieder

    jo, das ist sehr geil!


    Glückwunsch Paule.

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: wieder

    Zitat Zitat von eulenspiegel
    die wortfolge:


    Verlangen,
    Bangen,
    Durst,
    Feuer,
    Schrei -
    Lied,
    Blut,
    Schweiß,
    Tränen,
    Schmerz,
    Lust,
    Himmel,
    Duft
    Mitternacht -




    ist mir zu üppig (und zu beliebig); hier wäre weniger mehr,


    gruss eule.

    ja. und nein. ich kann mir vorstellen, dass ich vielleicht auch so denken, fühlen tät, beim lesen dieses textchens. wär das textchen nicht von ihm, paulchen. und reihte es sich nicht ein in eine reihe anderer textchen von ihm, paulchen. so dass plötzlich der himmel nicht mehr himmel, sondern paulchens himmel ist, und von dem himmel gibts den plural bei ihm, dem paulchen. oder trunken, da höre ich vielleicht, wie ein wolf heult, im paulschen mondenschein, sein lied von lust und weh, und das reh, es ist scheu wie ein paulchen geworden ist, wenn tango ertönt, nachts, wo man schmetterlingsflügel nicht fassen soll, und dada ein bisschen blut, und tränen, es sind immer die tränen aus jenem, aus diesem, aus anderen gedichten...


    ich weiss, dass ist nicht eben gescheit, sowas zu schreiben, und bei einem text, zwecks kritischer würdigung, auf andere texte desselben autors zu verweisen. trotzdem.


    ja, gern gelesen, wie-der einmal. from good old paul.


    Mr. Jones

  8. #8
    Kurzvormabschussiger
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    AW: wieder

    Kling wie der Lebenszyklus. Ist alles passiert - auch Liebe und Schmerz und so, und seine unangenehmen und traumhaften Varianten... Und soviele Unds wie bei mir jibt es nicht.

  9. #9
    Mitgestalter
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    AW: wieder

    ei gucke da. ne olle kamelle rückt wieder ans tageslicht.
    sie gehören schon zusammen, freund schütze, der ich selber einer bin... .
    die wechselwirkung machts. das yin und yang. was wäre ein trockener geist ohne die leidenschaft, den trieb eines dionysos? er könnte noch so tief sein, allein, ihm fehlte das blut in den adern. bliebe fahl und welk. staub. und glaube mir, ich schätze ihn. den tiefen geist. den schönen. den lichtigen. wie auch den freien...

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