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Thema: Schiller-Fragment - mein Plot

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Schiller-Fragment - mein Plot

    Schiller Plot


    So hier ein Plot, Kurzbeschreibung der Gesamthandlung. Ist das noch passend, oder zu weit weg? Hat nichts mehr mit Theater zu tun, aber die Personen haben echte Probleme.




    Personencharakter
    Bianca, jung, naive oder gerissen, man weiß es nicht genau. Liebt ihren Vater abgöttisch. Ist ein luxuriöses Leben gewohnt. Hat eine niedrige Moral.


    Vater: Gutaussehender, intelligenter, kultivierter Mann von Mitte 30- 40 (es vergeht ja Zeit)
    Er ist homosexuell, verbirgt dies aber vor der Tochter. Sein Hobby sind Filme, ein Cineast, reist in der Welt herum um in Filmmuseen seltene Filme zu sehen. (damit kenne ich mich ein wenig aus, um dem Mann etwas Hintergrund zu geben)




    Bianca wächst bei ihrer Mutter auf. Die Ehe mit dem Vater währte nur sehr kurz, beide waren sehr jung, er verließ sie direkt nach der Geburt des Kindes. Gründe weiß man erst mal nicht. Die Mutter stirbt als das Mädchen 16 ist. Sie zieht zum Vater. Der Vater ist Mitte 30 und ein sehr attraktiver Mann. Bianca himmelt ihn an. Sie haben ein sehr intimes, kein inzestuöses Verhältnis. Er ist Privatier, verliert aber sein Vermögen nach einer Fehlspekulation. Er überredet die Tochter einen reichen Mann zu heiraten, verspricht ihr aber dafür zu sorgen, dass die Ehe nicht lange dauen wird. Sie vertraut ihm.


    Hochzeit 1


    Vater ist bei der Trauung dabei, dann geht er angeblich auf Reisen (hat ein stichfestes Alibi). Ruft in der Nacht die Tochter an, sie solle ihnen Bräutigam bitten noch eine Flasche Champagner aus der Küche zu holen, um auf sein Wohl zu trinken. Vater stürzt den Bräutigam die Treppe hinunter und bricht ihm unten das Genick.
    Tochter erbt usw.


    Hochzeit 2
    Wieder geht es um Geld, dies mal ist ein alter reicher Mann das Opfer.
    Hochzeitsnacht
    Vater sagt, bevor er sich verabschiedet, sie solle den Bräutigam um zwölf Uhr nachts zum Auto schicken, weil sie dort etwas vergessen habe. Vater überfährt den alten Kerl.


    Bianca weiß natürlich, was gespielt wird, aber es wird zwischen Vater und Tochter nie thematisiert. Sie sprechen nur von den tragischen Unfällen. Die Morde sind so perfekt, daß die Polizei keine Rolle spielt. Gehen beide als Unfälle durch. Der Fahrer des Wagens wird nie gefunden, der Vater nicht verdächtigt. Also sie haben damit keine Probleme von der Außenwelt.




    Hochzeit 3
    Sie wählen einen depressiven Jungen aus. In der Hochzeitsnacht demütigt Bianca den Mann so, dass er sich das Leben nimmt.




    Dann lernen beide, Vater und Tochter zusammen, einen schönen jungen Mann kennen. Bianca verliebt sich wirklich. Will ihn heiraten, obwohl er kein Geld hat. Aber der Vater verliebt sich auch in ihn. Glaubt er sei schwul, wolle dies aber nicht zugeben, so wie er damals, als er Biancas Mutter geheiratet hat.


    In dieser Hochzeitsnacht dringt der Vater in das Schlafzimmer des jungen Paares. Erwischt sie beim Sex. Der Vater stellt den Jungen zur Rede, der streitet aber entschieden ab, schwul zu sein (aber ganz kann man ihm nicht glauben). Der Vater glaubt ihm natürlich nicht. Beim nachfolgenden Handgemenge erschlägt der Vater versehentlich seine Tochter, als sie sich dazwischen wirft.
    Vater geht raus und erschießt sich. Bumm. Übrig bleibt ein Bräutigam, von dem am Ende nicht ganz klar ist, ob er nicht doch schwul ist.
    Ünglücklich ist er allemal.


    PS. ich weiß weder ob ich das hinbekomme, noch wie lange das würde. Aber geht diese Mischung überhaupt?
    Es wären auch noch andere Enden möglich. Z.B. Bianca bleibt alleine zurück. Oder Vater. Ich finde es aber besser wenn beide Hauptpersonen sterben. Ist so dramatischer, oder?






    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 24. Oktober 2002 editiert.]

  2. #2
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    ja, ist so dramatischer -
    (noch ganz außer atem...)

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Danke Paul, gerade noch rechtzeitig bevor ich schwul wurde und mich erschoß.
    Aber das Ganze? Ich habe Schillers Stil etwas übergangen, aber schließlich ist er tot und ich lebe noch.

  4. #4
    rodbertus
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    Thumbs up AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Das hat mit Schyller nun gar nichts zu tun. Gestaltung ist hier alles. Worte wie schwul dürfen nie fallen. Das klappt nur, wenn Du mehrere Ebenen zuläßt, keine deutlich ausspielst, aber es doch vermitteln kannst. Phantasie ist hier alles.


    Ich befürchte aber, meine Liebe, daß es nur bei der Idee bleibt. Das erinnert an schlierige Schmiererei, Auftragsfrühstücksfernsehromantik und dergleichen andere Schandtaten zur Verhüllung des Geistes.

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Das Wort schwul muß nicht fallen, aber bei allem Respekt vor Schiller, heute würde er auch anders schreiben. Vielleicht kann man heute Dinge anders ausdrücken, als damals. Weil Schwule gab es da auch schon. Den Konflikt möglicherweise auch. Es ist doch langweilig so zu denken, wie Schiller damals gedacht hätte. Wie würde er es heute machen?
    Da er durchaus provokant war, würde er wahrscheinlich das Wort schwul weniger scheuen als Du.

    erstellt von robert:
    Gestaltung ist hier alles.

    wenn Du damit meinst, ich sollte mich an Schillers Gestaltung anlehnen, passe ich. Außerdem was ist bei diesen wenigen Sätzen der Vorgabe schon gestaltet? Nichts. Wir leben in einer Welt, in der Schiller anders schreiben würde. Au?erdem bei kls und Eule wären solche Worte ja auch durchaus möglich. Es geht um Leidenschaft, Gier, Mord - all das Zeug mit dem Schiller sich auf seine Weise beschäftigt hat. Heute ist Mord noch immer ein Tabu. Schwul nicht. Außerdem muß sich ja das Schwulsein, gerade so wie ich die Geschichte angelegt habe, im Geheimen bleiben. Vater gibt es nicht zu. Tochter soll es nicht wissen Bräutigam gibt es auch nicht zu, ist er - oder ist er nicht. Das ist alles eher wie in Tod in Venedig. Die Dinge werden alle nicht ausgesprochen. Aber nicht aus dieser moralische gequetschten Haltung von Schillers Zeit.

    Außerdem, lieber Robert - mir scheint daß Du nicht weißt was ein Plot ist. Da werden die Dinge in einer Kurzfassung beschrieben wie sie wirklich sind. Es geht darum, z.B. einen Verlag, eine Filmfirma o.?. in aller Kürze über eine Handlung zu informieren.
    So ein Text soll keine Geheimnisse haben, sondern nur informieren. Über eine Handlung. ok.?

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    Lightbulb AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Lass dich nicht verunsichern, Kyra,


    Robert erhoffte sich nur Geschichten, die ein wenig Fritzens Geist atmen. Wobei er durchaus auch Perversionen (so man denn Homosexualität so nennen kann) zumindest andeutete (z. B. Don Carlos).
    Da Schiller jede Erzählung mit der Versicherung beginnt, sie beruhe auf einer wahren Begebenheit, spiegelt er die Realität seiner Zeit. Warum also nicht das Ganze ins Heute transponieren und aufpeppen?
    Das mag zwar nicht schillerlike sein, aber kyralike. Das allein ist Berechtigung genug.


    Gruß, Klammer
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  7. #7
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Danke Klammer, das aus Deinem Munde beruhigt mich.
    Aber was Schillers Geist angeht, finde ich nicht, daß sich meine Geschichte gegen ihn richtet. Sie ist eigentlich hochmoralisch. Schreibt über Menschen, die gesellschaftliche und menschliche Probleme haben und daran scheitern. Nur sind es weder Schauspieler, noch Könige - sondern, wie einfach Menschen aus der heutigen Zeit.
    Ich versuche mir eher vorzustellen, was Schiller heute schreiben würde, und wie. Das müsste doch der Gedanke an Schillers Geist sein, oder? Nicht das Nachbeten innerhalb seiner Zeit.

    .....Robert erhoffte sich nur Geschichten, die ein wenig Fritzens Geist atmen.




    Fitzens Atem wäre heute frisch, ebenso wie es sein Geist ist. Und frei!. Aber wenn Robert nur den modrigen Geruch einer Leiche will....



    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 24. Oktober 2002 editiert.]

  8. #8
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Na, Kyra, hast du geschrieben, bevor Du nachdachtest?


    Du sollst das Wort nicht nennen. Du sollst viele Worte nicht nennen, nur beschreiben, andeuten. Ich will keinen Helden, der sich hinstellt zund sagt, daß er schwul/hetero/bisexuell/modebewußt/kalbsleberwurstessend/grünrotschwach/frauenversteher/frauenmordend/fitabwassertrinkend... (und das als wichtigen Charakterzug verstanden wissen will) sei. Aber der Leser soll das mitbekommen. Ich hasse Plakatives, Marktschreiendes. Aber geh!


    Schyller sieht das wie ich. Hab gerade mit ihm gesprochen. Realität wird nicht vermittelt, wenn man die Dinge beim Namen nennt. Eben gerade nicht. Das machen Journalisten und entwerfen damit nur eine Scheinwelt des fiktiv-rationalen Realismus. Ein Hologramm. Dichters Welt ist Phantasie. Phantasie ist Menschenwelt. Gier ist schön.

    Schiller als altbacken und gestrig zu denken ist ungefähr das gleiche wie einem Lektoren zu unterstellen, er kenne nicht die Funktion und Bedeutung eines Plots.

    Wenn Du ein Fragment Schilelrs dem Geist nicht nach begreifst und nur den Stoff benutzt, um eigenen Gedankengängen nachzugehen, nennt man das eine Travestie. Es geht hier aber nichts ums Travestieren und auch nicht darum, Schiller in irgendeiner Weise zu postmodernisieren, sondern darum, einen angefangenen Faden aufzunehmen und in seinem Sinne und Geist weiterzuspinnen.

    Zum Schwulsein: Die Klassiker waren da ausgesprochen indifferent. Erst das 19. Jahrhundert verkam zur moralinsauren Keksbüchse, aus der zu naschen nur den Oberen Zenhtausend möglich war - und selbst die... Die Klassiker heißen eben auch deshalb Klassiker, weil sie Lebensweisen des Altertums aufnahmen und wie wir alle wissen, war es im Altertum eher usus, sich mit dem gleichen Geschlecht zu umgeben und die Frauen nur als notwendiges Übel zu begreifen, um die Nachkommenschaft zu sichern. Wahre Liebe gibt es eh nur unter Männern! Siehste!

    Textausgestaltung ist Deine Sache, aber Schilelrs Geist mußt Du schon berücksichtigen.

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Das ist ein plot für eine Kriminalkomödie, Kyra. Zum Schluss müssen alle tot sein, das ist immer besonders lustig. Für den Letzten muss man sich was Hübsches einfallen lassen. Erinnerst Du Dich noch an die guten alten "Ladykillers" mit Alec Guiness? Er schien der letzte und der Sieger und Besitzer allen Geldes zu sein, stand stolz auf der Brücke, nachdem er den letzten Kumpel in den Güterzug geschmissen hatte. Da geht ein Signalarm runter und erschlägt auch ihn.

  10. #10
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    .......Schyller sieht das wie ich. Hab gerade mit ihm gesprochen.
    Schiller spricht nicht mit einem Mann, der als persönliche Interessen: Schach, Fußball, Frauen angibt. Alles klar?
    Er ist gerade bei mir, will mit so einem Kerl nichts zu tun haben. Ist ihm zu plakativ

    [Diese Nachricht wurde von Kyra am 24. Oktober 2002 editiert.].

  11. #11
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Im Moment ist hier die Schillerei im Forum ausgebrochen. Beiß dich doch auf sowas bitte nicht fest, Kyra - das kann der Idee für eine möglicherweise wirklich nette kleine Komödie nur schaden, zumal Großmeister Schiller nie eine einzige Komödie geschrieben hat und dazu, im Gegensatz zu dem ihn in puncto dramatischem Können weit überragenden Kleist, auch nie imstande gewesen wäre. Bei Schiller gibt es Lacher, aber es sind immer unfreiwillige.
    Also: "Drei Hochzeiten und sechs Todesfälle" - oder "Mein Pappi ist schwul" - wär auch hübsch.

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Also, Quoth, da werden wir keine Freunde, wenn das Deinem Bild von Schyller entspricht. Da gibt es aber böse was auf die Mütze.

    Kleist war sicherlich ein guter Dramatiker, und ich bin durchaus ein Freund seiner Dramaturgien. Am meisten schmerzt heir wohl der Verlust des Robert G. Aber betrachten wir das ein wenig genauer: Was unterscheidet ein Drama von einer Komödie? Dem Wesen nach nur eine Sache, die Auflösung des dramaturgischen Hauptknotens, anders gesagt: Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht? Wenn sie sich kriegen, soll es eine Komödie sein und alles, was zuvor geschah, diente nur zur Verwirrung des Zuschauers, der Vernebelung dieses Ziels. Trivial. Aber so wird aus den Verwicklungen etwas Lachhaftes, Lustiges, das Gemüt anregendes Tänzchen um dieses goldene Kalb des Komödianten. Die Tragödie ist da nicht weit entfernt, aber bei ihr wird alles, was in ihr geschieht, eben tragisch, also mit dem Tod der Helden, beendigt. Doch man ändere nur die Enden in Wohlgefallen, schon wird aus den Trauerspielen Emilia Galotti (okay, das ist Lessing, aber hierauf paßt das, was ich schreibe, auch gut, denn auch Lessing schrieb keine Komödie), Luise Millerin oder Dom Carlos ein Lustspiel. Wie lustig wäre es, wenn der Krüppel Dom Carlos seine schöne Schwiegermutter doch ehelichte? Eine Farce, eine Komödie ohnegleichen. Aber das genau war es, was Schiller nicht wollte, aber leicht hätte tun können, denn die Schürzung des dramatischen Knotens ist alles, die Auflösung dann Technik.


    Andererseits zwingt mich diese Deine Meinung dazu, mich mit Herrn Sch. mal wieder zu befassen, DENN diese Deine Meinung steht nicht allein; ich hab sie schon einige Male gehört, es waren zumeist oberflächliche Menschen.

  13. #13
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Nu, da leist ich mir halt mal eine kleine Oberflächlichkeit... Ich mag Schiller sehr, vor allem die ersten drei Stücke und den Don Carlos, aber er ist zusammen mit Goethe zu lange kanonisiert und auf Kosten der "kleinen Klassik" in den nationalen Himmel gestellt worden. In der Tat leidet er an einem eklatanten Humormangel, und auch sein programmatischer Idealismus begrenzt die Wahrhaftigkeit seiner Menschengestaltung.
    Aber dies sollte ein lustiger Kyra-Komödien-Ordner werden und keine Schillerdebatte.

  14. #14
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Oh, das geht schon in Ordnung. Die Ordner in diesem Forum entwickeln sich manchmal eher organisch. Wenn sie verschoben werden, sterben sie einen sanften Tod.
    Also verstehe ich das richtig, Humor und Schiller ist nicht?
    Aber erst mal dachte ich meine Geschichte eher dramatisch. Quoth hat mich auf das Homuristische gebracht. Aber eine Komödie ist auch nur eine Variante eines Dramas. Vor allem wenn die Hauptpersonen sterben. Ich sehe das auch als ein Zwischending. Durch die Lüge ist ea ambivalent, weder eine Komödie - da gibt es immer auch Vertraute, hier nicht. Alle Personen bleiben einsam. So gesehen, Quoth, will ich auch nicht wirklich in die Komodienecke. Das trifft es nicht. Es hat mehr mit Lebenslüge zu tun.
    Aber nichts gegen eine Schillerdebatte in meinem Ordner!
    Ich glaube einfach nur, Schicksal kann sowohl komisch als auch schrecklich sein. Das schließt einander nicht aus. Ich wollte nur eine Konstellation, die heute möglich ist. Liebe, Geld, Macht, Unmoral usw. das ist da genauso drin, wie in einem Stück, da? in einem Milieu der Bourgeoisie (wie schreibt man das?) spielt.
    Der Ansatz ist immer ein Innerer Konflikt. Schwule haben ihn häufig. Keiner muß da immer wieder sagen, ich bin ja soooo schwul. Es ist das Problem aller Schwulen, eine Familie zu wollen, aber keine Frauen zu lieben. Ich kenne viele Schwule sehr gut. In meinem nächsten Leben werde ich selber schwul. Also ist es ein Konflikt, der mir ansteht. Ich wäre gerne ein Mann, zumindest hätte ich gerne einen Schwanz. Ok.?
    Es ist also nicht so abgehoben. Aber ich werde das Thema in anderem Zusammenhang weiterverfolgen. Das hier wird mir zu sehr zu einem Wettbewerb der Literaturwissenschaftler. Wer ist der beste Schiller unter uns....
    Dich meine ich nicht, Quoth

  15. #15
    kls
    Laufkundschaft

    Question AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Ich könnte mich kringeln. Hieß es nicht: "Keine Einschränkung der künstlerischen Ausgestaltung?"


    Robert, wat'n nu?


    Kyra, ich las erst jetzt. So liebe ich Dich. "Kyra" wird in bestimmten (leider) zukünftigen Kreisen fast genau so ehrfurchtsvoll geflüstert werden, wie "Agatha Christi" in bestimmten "leider" vergangenen. Deine morbide Natur bricht sich ihren Weg.


    Herrlich! Köstlich!! Kyrakesk!!!

  16. #16
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    eine kleine frage, kyra.


    erstellt von kyra:
    Ich wäre gerne ein Mann,

    ok, verstehe ich.


    zumindest hätte ich gerne einen Schwanz. Ok.?

    verstehe ich nicht. Warum??? du reduzierst uns männer jawohl nicht auf "sexualobjekt"? tss, tss, tss.


    ps: schiller ist mir fast, fast, zu GROß. außerdem müßte ich mich erstmal mit dem thema befassen und das behagt mir gerade gar nicht, da ich selbst etwas GROßES in angriff genommen habe (na ja, vom umfang her), weshalb ich tatsächlich, wie robert an anderer stelle feststellte, zur zeit nur sporadisch hier bin, wobei ich fast, fast, alles lese. ich hoffe, es wird verziehen.

  17. #17
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Schwänze sind aktiver. Mösen empfangen, ich will geben, penetrieren, eindringen, das ist mehr als Sex. Es ist eine andere Rolle! Ich will nehmen können, nicht mich hingeben, ich will angreifen, nicht einlenken, ich will herrschen, nicht verstehen usw. Am Schwanz hängt ein Mann, das darf man nicht vergessen. (wobei ich ja keine "andere Befriedigung" durch Gebähren erlebt habe......


    und im Stehen pinkeln möchte ich auch können

  18. #18
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    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Jetzt haben wir endlich die Gesprächsebene erreicht, auf die Kyra schon lange wartete. Nennen wir es progressiv Verdichtung.

    Ein Mann, der wasserpfeiferauchend mit Sonnenhut auf einem Esel sitzend durch Weimar und Jena reitet, darf wohl kaum humorlos genannt werden. Ich habe allerdings immer Bauchgrummeln, wenn da einer mit Schenkelklopferattitüde Nichtschenkelhauer als humorlos bezeichnet. Dom Carlos ist eines seiner schlechtesten Stücke, aber immer noch vierzehn Mal besser als so sehr vieles andere von anderen Geschriebene. (Indiz für die Selbstzensur Schyllers: Er strich von der Endfassung noch einmal 30%!)
    Was irgendwelche Idioten aus einem machen, hat mit der Güte desjenigen kaum etwas zu tun, dem es angetan, zumal, wenn er tot ist. Das sind Kleinbürgerargumente, Quoth, wenn Du hier den bösen Deutsch-Lehrer aus der Vergangenheit bemühst.
    Ich will hier niemanden belehren, aber haltet euch mit dümmlichen Vorurteilen gegenüber Schyller zurück. Ich hoffe, ich höre jetzt keinen dummen Kommentar. Was aus einer literarischen Vorlage gemacht wird, ist Sache des Autoren, nicht eines anderen. Eine künstlerische Freiheit ist die der Gestaltung eines vorgegebenen Inhalts. Der Inhalt und der Geist sind dabei unveränderlich, andernfalls braucht man diesen Inhalt nicht aufzurufen. Das bedeutet aber nicht, daß auf der Basis der vorgegebenen Gedanken nicht auch neue Ideen entstehen können, die wiederum frei sind, frei in ihrem Weiter, aber nicht frei in ihrem Woher. Ich hoffe, Du Miesepröppel kannst diesen Gedanken nachvollziehen, habe allerdings meine Zweifel... Mehr ist dazu nicht zu sagen, kls.

    schilleraufdemesel.jpg

  19. #19
    schreibt hier hin und wieder
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    Lightbulb AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Kyra, deine Argumentation hat was für sich. Man kann jetzt aber lange darüber diskutieren, ob das Wesen eines Mannes am Schwanz hängt. Es gibt Männer, die empfangen eine ganze Menge: z. b. die Befehle ihrer Frau. Außerdem: wenn der Mann unten liegt hat das auch etwas von Empfängnis. Zwar keinen Samen, aber etwas unsagbar Schönes.


    Ich denke aber auch ans praktische: du mußt ständig aufpassen mit dem Ding, wenn du nackt durch die Wohnung läufst, z. b. daß du ihn dir nicht in der Küchenschublade klemmst oder heißen Kaffee drüber gießt. Man sieht sofort, wenn du geil bist, wenn du irgendwas leichtes anhast, z. b. im Freibad, und es geschieht in den unmöglichsten Momenten. Aber selbst wenn du normale Klamotten trägst, das Ding drückt ständig gegen deine Jeans und das ist nicht angenehm. Außerdem weiß man nie so recht, wohin mit dem Zeug, wenn keine Frau in der Nähe ist, die es haben will.

  20. #20
    resurrector
    Laufkundschaft

    AW: Schiller-Fragment - mein Plot

    Wie ich am Anfang schon vermuten mußte, konnte aus diesem Plot kein literarischer Text entstehen. Oder aber: er ist entstanden, aber nicht im Wolkenstein-Forum.
    Eine merkwürdige Diskussion, die sich am Ende totlief. Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie einfach es sich manche Menschen, auch Literaten, mit einer Bewertung von Autoren machen: Der und der hat keine Komödie geschrieben, also muß er humorlos gewesen sein. usw. Billig und oberflächlich. Humor ist keine Sache der Form, sondern des Inhalts, vor allem des Herzens. Humor kömmt immer aus dem Herzen und ist das Ergebnis eines tiefen Nachdenkens über die Tragik unseres Daseins, der wir nur entkommen können, indem wir uns an den Faxen eines dagegen positionierten Gedankens ergötzen. So gesehen sind die Tragöden die wahren Komödianten.

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