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Thema: nächtliche Verlockung

  1. #1
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    Post nächtliche Verlockung

    nächtliche Verlockung


    hinter Milch,
    Mond,
    hinter Herbstmilchglas
    Mond
    wähnst,
    Mond,
    sicher
    hinter Milch,
    Mond,
    hinter Milchschaum
    lauerst,
    lächelst,
    Mond,
    Mund,
    hinter Sphärenschleier
    lechzt
    Mondmund,
    leckt,
    Mondmuschel,
    lodert
    Zungenfieber,
    lockt
    Lenden,
    Leisten,
    lugt,
    Mondmundauge,
    zwinkert
    mir,
    mich hinaus
    lockt
    Mond
    mich hinaus,
    mich hinfort...

  2. #2
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: nächtliche Verlockung

    Was hat der verdammte Mond bloß an sich, daß er manche Menschen so erotisiert? Diese tote Schlackekugel da oben, dieses Nichts... Dein Gedicht könnte von einer Frau stammen, der ich nie aufhören werde nachzutrauern (denn sie lebt wohl noch, aber unsere Wege trennten sich) - sie war eine Mondsüchtige, der Mond machte sie willenlos und zu jeder Schandtat bereit, Helen, Helen, wo bist du, wie mag es dir gehen?


    [Diese Nachricht wurde von Quoth am 20. Oktober 2002 editiert.]

  3. #3
    Kurzvormabschussiger
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    AW: nächtliche Verlockung

    genau... schönes Bild gestern am späten Abend... Konturen verwischt...


    Schön die Inspiration, schön, daß du geküßt wirst in diesen Augenblicken...


    Ich freu mich für dich


    *glg* a.

  4. #4
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    AW: nächtliche Verlockung

    ja, schön war das, am hafen... -
    geradezu zauber-haft... -
    diese empfänglichkeit liegt wohl an meinem ausgeprägten x-chromosom...
    (und doch versteh ich sie nicht...)

  5. #5
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: nächtliche Verlockung

    Das fand ich von wolf & gang (Wolfgang Ratz) in einem Archiv (er hat mir erlaubt, es hier zu zitieren)- ganz anders - und doch derselbe sehnsuchterzeugende Stern:




    Der
    Mond
    lief
    aus


    goss
    Milch
    in meinen Kragen


    und
    auf meinen Blicken
    kaute Dunkelheit.


    Wer es könnte
    würde klettern


    aus dem Schatten der Erde
    klettern.


    Doch Nacht ist glatt
    wie Kaimauern.
    (man ertrinkt im Hafenbecken
    nicht auf offener See)






    [Diese Nachricht wurde von Quoth am 24. Oktober 2002 editiert.]

  6. #6
    Mitgestalter
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    AW: nächtliche Verlockung

    oh, sehr schönschön!
    und auch die milch...
    kennst du tarkowski?
    den filmemacher?
    wenn ja, ist dir einmal aufgefallen, da? in mehreren seiner filme ein glas milch umfällt?
    vorzugsweise in zeitlupe... -
    die milch, hm -
    war sie nicht auch in celans todesfuge?
    ja, die mond weckt sehnsucht in mir,
    unbestimmt aber angenehm... -
    und wenn robert auch mäkelt, in welcher anderen sprache als der unseren ist die mond maskulin?

  7. #7
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: nächtliche Verlockung

    Es freut mich, daß Du dem Mond nun doch ein männliches Bedeutungsumfeld gibst. Das trifft es doch sehr viel besser als das südländische weibliche. Warum? Mond drängt, Mond giert, Mond setzt uns in Bewegung, Mond ist nicht nur nehmend, wie man's auf den ersten Blick nicht sehen kann, Mond gibt, nimmt nicht. Welch Ironie? Mond ist ironisch, überwindet den Abstand, auf daß wir nach etwas lechzen.


    Und das wolltest Du mit einem DIE wegwischen? DIE kann zumeist gar nichts. Das ist das ganze Geheimnis der Natur, daß DIE nichts kann, nur erkannt wird, DIE folgt ehernen Gesetzen. DER nicht. DER macht, sagt nein.


    Es ist ein Zeichen metaphysischer Weltwahrnehmung, wenn Menschen dem Monde, der doch kein eigenes Licht zu haben scheint, den Charakter geben, der ihm zukömmt, nämlich Dinge zu verändern, scheinbar tote Dinge. Deshalb NUR männlich. Das Weibliche zieht uns hinab und beendet unser Streben, unser Streben nach Höherem.

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