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Thema: Handwerk des Dichtens - vom Schreiben

  1. #1
    Kurzvormabschussiger
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    Post Handwerk des Dichtens - vom Schreiben

    vom schreiben


    langsam wächst eine geschwulst in meinem kopf. ein kleines krebsgeschwür in meinen gedanken.
    ein neuer text reift heran, da zwischen den erinnerungen. er nährt sich von ihnen, die erinnerungen geben dem geschwür halt und nahrung. und eines tages, wenn das geschwür dick und prächtig geworden ist, wenn es glänzt und von roten äderchen durchzogen ist, beginne ich, es herauszuschneiden. unbetäubt beginne ich, es aus seinem bezugssystem zu lösen, ich schneide mit kugelschreibern und stiften daran herum, bis es ausgeblutet auf einem blatt papier liegt.


    und wenn es kalt, trocken und blutleer ist, gebe ich es dem computer zu fressen.

  2. #2
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: vom schreiben

    Bei mir ist es anders. Ich springe da über eine Wiese und jage Schmetterlinge. Manchmal bleibe ich stehen und freue mich. Und manchmal beuge ich mich zu den Blumen hinab und schnuppere daran. Und wenn ich mich dann erschöpft irgendwo fallenlasse, will ich mich ausstrecken, dann erwarte ich, daß ich erdrückt werde von einem ebenfalls auf dieser Wiese herumspringenden Nasenstüber.
    Ja, irgendwie so. Aber entringen kann ich mir selten etwas. Da stäupt sich das Hirn, es will nicht arbeiten auf Drang hin. Und schon gar nicht in dem Sinne, als daß ich etwas herausbringen muß, weil ich andernfalls platzen könnte.

  3. #3
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: vom schreiben

    Hallo Nadine, Deine Prosa gefällt mir wesentlich WESENTLICH besser als Deine Gedichte.
    Eine Miniatur. Hm. Text = Krebsgeschwür? Den Gedanken kann ich nicht ganz nachvollziehen (aus meiner Erfahrung, die hier keine Rolle spielt), aber dieses Wachsen, Reifen, der Rückgriff auf die Erinnerung und das vorsichtige Zutagefördern (bei dem man merkt, wie bruchstückhaft scheinbar fertige Gedanken neu formuliert werden müssen). Und der Frass für den Computer .
    Eine interessante Perspektive, und eine vertraute zugleicht.
    Einzig an dem Wort "unbetäubt" kaue ich noch ein wenig herum: das schleicht sich zwischen eine medizinisch - mechanische Abhandlung ein klein wenig der tragische Künstler - oder auch nicht?

    Noch ein Geschwür..


    Ich kann ihn jetzt spüren. Er wächst. Nachts erdet er meinen Schlaf. Tagsüber ruht er in mir wie ein dunkles Gewicht. Wachsend. Wuchernd. Er saugt an mir. Breitet sich aus wie ein Viermonats - Fötus, und doch wieder nicht. Er ist so still. Voll von dunklem halb geronnenen Blut.
    Diagnose: mit grösster Wahrscheinlichkeit gutartig.
    Aber es ist nicht meine Definition. Gutartig - .
    Er hat keine Milde, nichts an ihm ist sanft. Ich weiss, was passiert, wenn er bricht: ich will solche Schmerzen nie wieder fühlen. Nie. Mehr. Einmal war genug.
    Mein Körper funktioniert: Muskeln, die sich beugen, wenn ich es will. Und ich will es: ich hetze sie. Übe Kontrolle aus, solange ich kann. Zähne mahlen. Hände greifen. Finger schreiben. In mir wächst eine Blase aus Blut.
    Ich liefere mich dem Schmerz lächelnd aus: ein guter Patient.
    Ich mag Narkosen.



    it

  4. #4
    Kurzvormabschussiger
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    AW: vom schreiben

    unmiasmatisch...

  5. #5
    Kurzvormabschussiger
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    AW: vom schreiben

    ed, es kommt darauf an was für ein text es ist, manchmal kommt ein heller leichter text, und der "wächst" dann nicht in der oben beschriebenen weise. im übrigen war es nur ein gedanke am samstag morgen, bin wohl ein kleiner hypochonder. wie findest du den text als text an sich?


    dankeschön, it. wäre unnarkotisiert besser?


    daphne...so what? erschöpfen sich deine beiträge zur zeit in "un"-wörtern mit drei pünktchen hinten dran? wie aussagekräftig.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: vom schreiben

    Keine Ahnung, Nadine. Ich kaue noch - das ist ein Anstoss, vielleicht ein Anstoss zum überdenken, aber kein Verriss.


    it

  7. #7
    Kurzvormabschussiger
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    AW: vom schreiben

    ja, es ist eine gute idee, aber der übergang zwischen dem bild und dem gemeinten, also dem text, scheint mir nicht recht gelungen - "schreibe mit stiften daran herum" - weiss nicht. ich muss allerdings auch zugeben, dass mir dazu nichts besseres einfällt. das ist recht schwierig..


    wenn ich richtig verstehe, willst du auch ausdrücken, dass dich das geschriebene endprodukt enttäuscht, wenn es einmal nicht mehr als projekt im hirn rumschwimmt, sondern auf dem papier steht. dann fällt es mir allerdings schwer, ein geschwür als etwas positives zu sehen, als kontrast du dem "blutleeren" geschreibsel...


    freundlichst,

    iodin

  8. #8
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: vom schreiben

    ich glaube, sie wollte eher auf die Selbstständigkeit der Texte hinaus, die eben erst wachsen müssen, bevor sie auf dem Papier entstehen können. Das kann ich schon recht gut nachvollziehen.


    it

  9. #9
    rodbertus
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    Arrow AW: vom schreiben

    Stell diese Gedankensplitter doch in einem Notizenordner zusammen!
    Das sind Schreibübungen, die Deinen Stil finden helfen.

  10. #10
    Kurzvormabschussiger
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    AW: vom schreiben

    hmmm... ich gehe im allgemeinen schwanger mit meinen texten.... *g* aber vielleicht ist das die typisch weibliche sichtweise, die eine dreifache mutter hat. das einzige was zum glück angenehmer ist, als bei den richtigen schwangerschaften, das ist die geburt - sie ist in den meisten fällen nicht so schmerzhaft (obwohl es auch da ausnahmen gibt). aber vielleicht ist das auch der grund, warum ich meine texte so vehement verteidige.... mutterliebe...
    aber mir gefällt dein vergleich auch ganz gut, auch wenn ich diese gewalttätige trennung nicht ganz nachvollziehen kann. das bild ist schlüssig.

    die sturmhexe

  11. #11
    kls
    Status: ungeklärt

    Die Magie des Schreibens

    Lt. Aussage eines berühmten zeitgenössischen Schriftstellers sind wir Dichter ja, neben den Schauspielern, die letzten Magier dieser Welt.


    Ich habe lange über oben stehende Behauptung nachgedacht und es scheint mir tatsächlich etwas Wahres dran zu sein. Wir Dichter verändern die Realität gleich an mehreren Stellen, nämlich erstens dadurch, dass wir schreiben anstatt etwas anderes zu tun. Gut. Ist geschenkt. Das haben andere Tätigkeiten auch so an sich. Zweitens aber kann ein Dichter, Kraft seiner Worte, ganze Universen erschaffen, Gegenkonstrukte zu dieser nicht immer sehr angenehmen Realität, in welche er drittens seine Leser entführt. Das tun meines Erachtens sonst nur noch Schauspieler. Nix gegen Maler, Klavierspieler und Bildhauer. Nun gut, bei Tänzern könnte man sich vielleicht streiten. Will ich aber nicht.


    Aber schlussendlich: Der Dichter kann sich in seinen eigenen Gedankengebilden verlieren. Je intensiver er eintaucht, seine Imaginationsvermögen nutzt um die richtigen Worte zu finden, desto weniger beschäftigt er sich mit der Wirklichkeit der Anderen, der diesweltigen Wirklichkeit. Wie ein Junkie. Man darf sich aber nicht all zu weit von der Wirklichkeit der Anderen entfernen.


    Das Geschriebene kann reflexiv die Wahrnehmung des Schreibers beeinflussen, sie verändern. Das ist der Drachen, den es unter Kontrolle zu bringen gilt. Nur Kinder können unbeschadet Ausflüge in eine Scheinwelt ertragen und anschließend hierhin zurückkehren; wir Erwachsenen zahlen immer mit geistiger Gesundheit, zu mindest lenken wir unsere Wahrnehmung um. Die mentalen Vorgänge beim "in sich hineinlauschen um den inneren Dialog zu hören" sind wenig erforscht und die Bestätigung über Rückkoppelung beim Lesen - also der Prozess der induktiven Verstärkung - vermutlich gar nicht, - ich fand noch nirgends eine treffende Beschreibung. Es gilt einzutauchen und nicht den Rückweg zu vergessen.


    Das beste Beispiel für Magie sind Liebesgedichte. Der Schreiber manipuliert seine eigene Wahrnehmung, indem er sich mit diesem Gefühl beschäftigt, Worte sucht, Zauberformeln ausspricht und häufig die kommenden Ereignisse schon vorweg nimmt.


    Ich habe mal versucht mir eine Sehnsucht weg zu schreiben. Es wurde statt dessen immer schlimmer, weil ich diesem vagen Gefühl eine Masse zu entwickeln gestattet. Ich schrieb aber dennoch weiter, denn das ist die einzige Therapie, welche ich kenne. Und zuletzt hat es sich dann ja doch beruhigt.


    Anfangs habe ich gar nicht mitbekommen, was für ein Drachenkampf das Schreiben ist. Wir Menschen bewahren ja normaler Weise unsere geistige Gesundheit, indem wir uns die Wirklichkeit von Fernsehen, Zeitungen, Gesprächen, Taten bestätigen lassen, sie abstimmen mit der Wirklichkeit der Anderen, und je weiter wir uns davon entfernen, um so gefährlicher wird es auch, - nicht indem wir fantasieren.


    Aber wir müssen fantasieren, sonst wären wir keine Dichter.


    Schreiben kann wahnsinnig machen. Schreiben kann heilen.

  12. #12
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Die Magie des Schreibens

    Leider? Leiden macht Schreiben möglich. Gewissermaßen.


    Es gab im vorletzten Jahrhundert einen Paradigmenwechsel in Deutschland. Die Neuen, das waren die Naturalisten. Sie stülpten ins Ich das Da. Heraus kam kein Deich, eine Sensation war die Entdeckung des Fühlens im Rahmen des Gegebenen. Nix mehr mit Phantasie. Das Daseyn zählte fortan. Maß gebend.


    Warst Du da schon auf der Welt? Solltest Du mitbekommen haben.


    Seither verstecken sich die Dichter hinter den Schriftstellern, die sie nunmehr sein müssen. Und es schlug die Stunde der Lektoren, die das Maß regelten. Ein schöner Vollzug ist das.


    Ich schau Dir noch ein bißchen zu bei Deinen Dehnübungen. Ein Dichter wirst Du aber nicht mehr werden.

  13. #13
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: Die Magie des Schreibens

    Sobald ich herausgefunden habe, was mich an Deinen Beschimpfungen so reizt, sobald ich Deine Kommentare verstehe, werde ich mich raechen.


    Robert, ich bin nicht belesen. Ich bin nicht sehr gebildet - ich schreibe nicht um mich zu messen. Aber ich hoffte...


    Egal, Du bist auf Deine Art ehrlich, kompromisslos und hast einen ausgepraegten Killerinstinkt. Vielleicht nehme ich Dich deswegen wichtiger als mir gut tut.

  14. #14
    Borges
    Status: ungeklärt

    Post Borges: Handwerk des Dichters

    Ich glaube, die erste Lektüre eines Gedichtes ist die wahre, und danach reden wir uns irrtümlich ein, diese Empfindung, dieser Eindruck wiederhole sich. Aber wie ich schon sagte, mag das bloße Loyalität sein, bloßer Trick der Erinnerung, bloße Verwechselung unserer Leidenschaft mit jener, die wir einmal empfunden haben. Daher könnte man sagen, daß Dichtung jedesmal eine neue Erfahrung ist. Jedesmal, wenn ich ein Gedicht lese, stellt sich dieses Erlebnis ein. Und das ist Dichtung. "Art happens". Das heißt, Kunst hat etwas Mysteriöses. Ich möchte diesen Worten eine neue Bedeutung geben. Ich will sagen: Kunst geschieht, sooft wir ein Gedicht lesen. Das könnte nun die altehrwürdige Vorstellung von Klassikern erledigen, die Idee ewig gültiger Bücher, Bücher, in denen man immer Schönheit finden kann. Aber ich hoffe, dass ich mich irre.


    Harvard Vorlesungen 1967/68

  15. #15
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Borges: Handwerk des Dichters

    Was für ausgemacht eitles Geschwätz! Wie ungenau in den Zuweisungen der Wortbedeutungsfelder, wie apodiktisch aber in den Folgerungen aus diesen Präliminarien! Das nenn ich schwatzen.


    Was sind Dichtungen? Was bedeutet "Mystisches"? Sind Erlebnis und Erfahrung synonym verwendbar? Wie verhält sich die Erinnerung, die ja immerhin TRICKREICH sein soll?
    Was ist eine ALTEHRWÜRDIGE VORSTELLUNG von Klassikern?

    Ich nehme mal an, Jorge ist Franzose. Deren Klassiker haben als Bestes ein Buch über den Geiz und die Heuchelei hervorgebracht, dazu der mit mir Mitgeborene Racine mit Gargantua und anderen Freßsäcken (nicht zu verwechseln mit Preß-Säcken, wie ich heute lernte) oder ein Mann namens Voltaire, der sich an der Frage aufrieb, ob denn diese Welt die beste aller nur möglichen sei - was sich vor ihm schon einige intelligenter fragten... Die Renaissance bezog sich bei den Franzosen auf die Römer, die ihrerseits die Griechen nie verstanden. Was soll da rauskommen?


    Ich könnte noch eine ganze Weile so weiterschwätzen, aber sachdienlich bin ich nicht. Will ich heute auch nicht sein; ich bin heute ungerecht. Na und!


    Was ich eigentlich fragen wollte: Lesen ist nicht Lektüre; Empfindung nicht Erlebnis; Erfahrung nicht gleich Eindrucksbestätigung...

  16. #16
    kls
    Status: ungeklärt

    AW: Borges: Handwerk des Dichters

    Aerolith: Lesen ist nicht Lektüre; Empfindung nicht Erlebnis; Erfahrung nicht gleich Eindrucksbestätigung...


    So eine Aussage hätte ich Dir gar nicht zu getraut. Plagiat?


    Die Frage lautet doch: Schaffen Leser und Autor eine gemeinsame Welt? Oder eben nicht? Je mehr Gemeinsamkeiten gegeben sind, um so einfacher fällt es den Beteiligten. Lesen ist auch eine Kunst - nicht nur das Schreiben...


    Ich glaube, dass dieses die "Botschaft" von Herrn Jorges war, mit Worten einer Kultur, die mit der heutigen weniger Gemeinsamkeiten hat als uns gemeinhin klar ist. Die Vergangenheit ist auch eine Kulturgrenze...


    Äh, was weiss ich denn schon von davon.

  17. #17
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: Handwerk des Dichtens - vom Schreiben

    Was Du davon verstehst? Soviel wie jeder, ich, der Präsident des Schriftstellerverbandes, der Straßenkehrer aus der Leibnizstraße, Rotkäppschen oder Xaver aus Kroetznichtwo. Menschen haben diese Angewohnheit, ihnen Unpassendes einfach zu überhören, ihnen Gemäßes aber sehr fein wahrzunehmen. An diesen Bombast der linksliberalen Sozialforscher, daß Kontext Verstehen unmittelbar bedingt, kann ich nicht glauben. (Das ist nur eine aufgeblasene Erbse.) Ich kann einen text verstehen, der vor 3000 Jahren irgendwo verfaßt worden ist. Nicht jeden, aber so manchen. Ich kann Texte verstehen, die heute geschrieben werden, nicht jeden, aber manchen. Und manche immer öfter.


    Daß sich das Leserlebnis mit mehrmaligen Lesen abnutzt - bei den meisten Texten - will ich gern auch behaupten. Wußte man das bislang noch nicht, daß das Neue immer erst mal neu ist?


    Öhem, wo war ich?

  18. #18
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Handwerk des Dichtens - vom Schreiben

    die erste dichtung ist nie wahr, weil sie auf den boden unerfahrener gebiete fällt. das mehrmalige lesen erst erschließt die bedeutungsinhalte und es reift heran, was nicht beachtet wurde. insofern geschieht kunst progressiv einerseits. auch regressiv, was ER wohl meint. er hat recht und nicht. auf jeden fall ist dichtung IMMER eine neue erfahrung.schlechte wie gute.

  19. #19
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Handwerk des Dichtens - vom Schreiben

    ...will eigentlich nur sagen, dass der borges ein franzos nicht ist, was ich hiermit auch getan...


    desweiteren lädt mich das zitierte nicht zu einem längeren verweilen ein.


    amicalement b.

  20. #20
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    AW: Handwerk des Dichtens - vom Schreiben

    ...siehe auch:
    Meine Flussbuchgeschichte "Babbpbel"


    Im übrigen hat Borges viel Käse geschrieben, wenn er die Prosa verließ und sich auf die Literaturtheorie stürzte.
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  21. #21
    Resurrector Avatar von aerolith
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    Post AW: Handwerk des Dichtens - vom Schreiben

    Schade, daß er kein Franzose war. Wirklich schade. Wieso heißt es eigentlich nicht Frankreicher? Oder Dänemarker? Wieso sagen wir Weimarer, aber Hannoveraner? Weil Weimarer keine Hunde sein wollen, Hannövrer aber noch Pferde werden? Oder Jenenser heißt es, und Hallenser heißt es auch, aber Leute aus Demker sind Demkerer, keine Demkeraner! Hm?! Und Schwaben haben wir und Anhalter; manche nennen sie fälschlich Anhaltiner. Haha, das sind doch die aus dem Adelshause... Und Polen und Russen, aber Italiener, keine Italer, auch Griechen, aber keine Griechenländer, dafür ist Irländer gestattet, auch Neufundländer oder Grönländer, nicht Gröne. Oder Isländer, nicht Ise. Dann sind da die Schotten, nicht die Schottländer, die Amerikaer - ne, die heißen nun wieder Amerikaner, aber die aus China sind keine Chinaer, sie sind Chinesen. Die -ien-Endler (Bulgarien, Spanien, Mazedonien) sind alle uneinheitlich gekleidet: Bulgaren, Spanier und Makedonen.


    Also, da werde noch einer schlau draus. Arme Ausländer.


    Am schlimmsten aber sind wieder die Deutschen in ihrer Selbstbezeichnung, die haben als Grundwort ein weibliches, Deutsche. Es heißt Der Deutsche und Die Deutsche, nicht Deutschin. Wäre ich jetzt eine von den 23 festbesoldeten Gleichheitsmümmlerinnen aus dem Gleichstellungsministerium, dann würde ich aber darauf bestehen wollen, kein Deutscher zu sein, sondern Der DEUTSCHER. Bittschön.

  22. #22
    Tochter aus gutem Hause Avatar von Klammer
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    Lightbulb AW: Handwerk des Dichtens - vom Schreiben

    "Meister, warum heißen die Würstchen eigentlich Deutschländer?"


    Eco hat übrigens dem Misantroph Borges ein Denkmal in seinem Roman "Der Name der Rose" gesetzt. Er ist der blinde Mönch Jorge von Burgos, der in der Bibliothek (die den gleichen Grundriss hat wie die "Bibliothek von Babel" in Borges gleichnamiger Geschichte) alle Wissbegierigen mit einem Buch mordet.
    Aber ein Traum - nikolaus-klammer.blog

  23. #23
    kls
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    AW: Handwerk des Dichtens - vom Schreiben

    Wenn die Leute etwas Geschriebenes sehen, nehmen sie gleich an, es könne sich auch etwas dazu denken lassen.

  24. #24
    rodbertus
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    AW: Die Magie des Schreibens

    Beschimpfungen?
    Ist es für einen Haufen Mist eine Beschimpfung, wenn einer davor steht, mit der Kraft seines Einfühlens und Weltentdeckens die Beuge macht und einen Klumpen davon aufnimmt, um stolz zu verkünden: "Guter, kraftvoller Boden. Hieraus werden Helden gemacht, die zu sterben wissen!"


    Also, um es so zu sagen: Ich bin vielleicht oder wahrscheinlich der Haufen Endverdauungsprodukt, der sich hier beleidigt fühlen dürfte, weil er nicht erkannt ward. Andererseits aber liegt darin das Geheimnis.

  25. #25
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Handwerk des Dichtens - vom Schreiben


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