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Thema: kleine staatsbürgerkunde

  1. #1
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    Post kleine staatsbürgerkunde

    unter dem schutz
    der öffentlichen meinung
    spriessen gerüchte
    wider die vernunft
    unter dem schild
    des vorurteils
    brüten die irrtümer
    von morgen
    unter der kappe
    des schweigens
    wüten die wächter
    der tugend
    im glanze des ruhmes
    spiegeln sich
    die masken
    der sieger
    dahinter
    frohlocken
    die fratzen
    der betrüger

  2. #2
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    Question AW: kleine staatsbürgerkunde

    zuviel auf einmal; beschränken und zuspitzen
    dergleichen lebt von einem sich allmählich verdichtenden Witz, nicht von einer Belehrung; obwohl: Belehrung ist es eigentlich nicht


    Was stört mich nur daran?

  3. #3
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    Stört dich die Wahrheit des Lebens?


    Die Eule hält den Spiegel hin, unbarmherzig.

  4. #4
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    unter dem schutz
    der öffentlichen meinung
    spriessen gerüchte
    wider die vernunft


    Was könntest du damit gemeint haben?
    Die öffentliche Meinung schätzt ja alles, was politically correct ist. Welche Gerüchte wider die Vernunft sprießen in diesem Schutz? Z.B. richtet sich Rechtsradikalismus wider die Vernunft - aber er ist kein Gerücht. Ich bin zu dumm und bitte Eule um ein Beispiel.


    unter dem schild
    des vorurteils
    brüten die irrtümer
    von morgen


    Es ist z.B. ein Vorurteil, alle Deutschen wären sauber und ordentlich, alle Ausländer schmutzig und faul. Unter dem Schild dieses Vorurteils brüten also die Irrtümer von morgen... *Grübel* Vorurteile sind ja bereits Irrtümer. Und inwiefern sind sie Schilde, beschützen also etwas?


    unter der kappe
    des schweigens
    wüten die wächter
    der tugend


    Das sagt mir was - ich denke z.B. an die Päderasten unter den Priestern, die ja Wächter der Tugend sein sollten, in Wirklichkeit aber hemmungslos gegen sie verstoßen. Und dann wird von der Kirche die Kappe des Schweigens darüber gestülpt. Okay.


    im glanze des ruhmes
    spiegeln sich
    die masken
    der sieger


    Rätselhaftigkeit ist ja nicht schlecht, aber hier ist sie irgendwie schräg... Wenn ein Kampf beendet wird, wird das Visier/die Maske hochgeklappt, die Tarnung abgewaschen, die Gasmaske abgelegt... Warum sollten die Sieger weiterhin maskiert sein? Vielleicht weil sie keine Menschen sind, sondern nur "Charaktermasken" - ein beliebter Ausdruck im polemischen Arsenal des realen Sozialismus... Vage Vermutungen...


    dahinter
    frohlocken
    die fratzen
    der betrüger


    dahinter? hinter was? Hinter den Masken? Ah ja - die Sieger behalten die Masken auf, damit niemand die dahinter frohlockenden Betrügerfratzen sieht... Also ein Zusammenhang zwischen vorletzter und letzter Strophe. Aber sind Sieger immer Betrüger? Wenn ich ans Ende des 2. Weltkriegs denke: Da waren die Betrüger eindeutig die Unterlegenen, weder hinter Montgomerys noch hinter Eisenhowers "Maske" vermag ich eine betrügerische Fratze zu entdecken, sehr wohl aber hinter dem heuchlerischen Volkstribunengehabe der Herren Hitler, Goebbels, Goering samt Oberlehrer Himmler.


    Dein Text prätendiert viel, aber er hält, genau abgeklopft, nicht überall stand.


    [Diese Nachricht wurde von Quoth am 30. Oktober 2002 editiert.]

  5. #5
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    danke fürs feedback.


    @quoth: du willst beispiele? ich bin sicher, dass du selber welche finden wirst. ich denke, dass das gedicht konkret genug ist. und offen genug, dass sich jeder seinen eigenen reim machen kann. das ist vielleicht für dich unbefriedigend. aber ich erkläre meine gedichte nicht. aus prinzip. das bitte ich, zu akzeptieren.


    danke nochmal,


    gruss eule.

  6. #6
    schreibt hier hin und wieder
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    Thumbs up AW: kleine staatsbürgerkunde

    Ich finde es nicht fair, dass Du hier gesellschaftlich-historisch-politische Aussagen triffst, sie in Gedichtform bringst und dich dann in die Unangreifbarkeit des poetischen Elfenbeinturms zurückziehst.
    Bei Gedichten, mit denen Du ein Gefühl, eine Stimmung ausdrückst, finde ich das in Ordnung, hier müßtest du dich der Debatte stellen, es sei denn, dass du sie gar nicht willst.
    Also gut: Beschweigen wir diesen Text.

  7. #7
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    Lightbulb AW: kleine staatsbürgerkunde

    lieber quoth,


    vom im elfenbeinturm zurückziehen, kann nicht die rede sein. nur denke ich, dass ein gedicht wie das vorliegende nicht so unverständlich ist, wie du es hinstellst. ich könnte natürlich eine deutung geben. aber wird es für dich dann zugänglicher? wird ein musikstück, das man in seine einzeltöne und harmonien zerlegt, verständlicher? bei musik wie bei gedichten schwingt eben vieles nur im zusammenklang, das bei erklärung verlorengeht. ein gedicht lebt von den nicht ausgesprochenen, mitschwingenden assoziationen, den empfindungen, die es auslöst. wenn ich nun die von dir angesprochene erste strophe z. b. erklären versuchte, wird sie dir dann zugänglicher? ich weiss es nicht. jedenfalls nehme ich ihm dann die luft, die es atmen lässt. ich konstruiere meine gedichte nicht, sondern forme sie solange, bis sie mir passend erscheinen. sie entstehen nicht als logische folge von schlussfolgerungen sondern intuitiv. deshalb geht das wesen verloren, wenn man es zerlegt. das wird dich nicht zufriedenstellen. das muss ich hinnehmen. werde darüber noch nachdenken. soviel für jetzt. danke nochmal für deine arbeit daran,


    gruss eule.

  8. #8
    rodbertus
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    Till, wenn Du diesen Eindruck bei einem aufmerksamen Leser wie Quoth hervorriefst, dann solltest Du in der Tat über die Wirkung Deines Schreibens nachdenken. Es ist zweierlei, wie ein text beabsichtigt ward und wie aufgenommen.
    Das schreibe ich ganz unabhängig von meiner Aufnahme Deines textes. Es ist hinreichend nachdenkenswert, daß Quoth hier wichtige Kritikpunkte anzumerken hat. Ich kann sie nachvollziehen.


    Fragen wir einmal danach, WAS die Vielschichtigkeit des Schreibens und Meinens ausmacht. Und abgesehen davon ist eine Einführung in das Werk immer gut. Man muß ein Werk nicht analysieren, um beim Rezipienten Assoziationen zu wecken. Wenn dieser etwas verstehen will, wird er aufmerksam zuhören und auf ähnliche textstellen übertragen, lernen. Ich halte das für wichtig und kann quoths Kritik nachvollziehen.

  9. #9
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    Beim Lesen dieses Ordners fiel mir auf, dass der eine sich intensiver Textarbeit hingibt, der andre fühlt etwas Störendes und beides gibt Sinn. Das ist kein Gedicht Till, das sind Sentenzen, das ist didaktisiertes Schreiben, besserwissendes Belehren, den Leser anfüllen mit Meinungen, die er sich selbst nicht mal mehr bilden darf. Bei einigen polemisierenden Texten Brechts spürt man dies auch zuweilen. Deine letzte Strophe scheint zwar zu versöhnen, ihr Grundton hätte aber eher angeschlagen werden müssen. Mein Tipp: Wenn schon Sentenzen, dann in Fragen, in fragende Formen verpackt und nicht als metaphorisches Fastfood serviert, denn Du siehst, dass quoth diese Doppler-Whopper nicht schmecken, davon bekommt man dann gedankliches Sodbrennen.

    herzlichst

    uis

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    Mal ein Beispielsgedicht:


    Die
    CSU
    ist
    für
    mich
    unwählbar.


    Wenn Hannemann mir nun an den Hals springt und mich auffordert, mich für diese meine Meinungsäußerung zu verantworten, könnte ich mit Eule erhaben erwidern: "Ich pflege meine Gedichte nicht zu begründen."
    Ich finde, es ist ein Missbrauch der poetischen Form, wenn man sie benutzt, um Meinungen, die in Prosa wirr wirken würden, unter dem Schutz der Kunstfreiheit unangreifbar zu machen.
    PS für Hannemann (damit er, wenn er nach seinem Umzug zurückkehrt, an dieser Stelle nicht vom Schlag getroffen wird): Die CSU ist für alle Nichtbayern unwählbar.

  11. #11
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    danke für eure aufmerksamkeit; ich werde eine ausnahme von meiner regel machen und mich der deutung stellen; jetzt hab ich dazu keine zeit, aber hoffentlich heut abend. jetzt nur soviel: heute hörte ich im radio einen ausspruch von karl kraus, der ungefähr so lautete: gedichte werden geahnt, nicht verstanden. oder so ähnlich. leider hab ichs nicht wörtlich parat. das ist natürlich keine ausflucht jetzt, sondern nur so ein meinungssplitter zum thema. also, bis später,


    danke, gruss
    eule.

  12. #12
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    Lieber eulenspiegel,
    lass Dich nicht zu einer Deutung zwingen und deute Deine eigenen Texte nicht. Du schreibst dann ja wiederum einen Text. Spar Dir diesen Metatext und arbeite an dem Gedicht lieber und kümmre Dich nicht um Deutungen anderer. Mir bedeutet eine Deutung eines Autors relativ wenig, weil ich selber deuten will, wenn ich will...

    herzlichst

    uis

  13. #13
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    liebe(r) uis,


    danke für dein posting. ich fühle mich nicht gezwungen, aber ich fühle mich jetzt 'motiviert' ein paar gedanken zur 1. strophe mitzuliefern. gedanken, die ich während des schreibens, umformens und jetzt danach hatte. und jetzt spontan hinschreibe.
    und ich hoffe, dass quoth und die anderen, die sich damit auseinandergesetzt haben, damit was anfangen können.


    öffentliche meinung schafft tabus. tabus des denkens und sprechens, des sagens und handelns. öffentliche meinung und veröffentlichte meinung schaffen einen eng abgegrenzten bereich dessen, was öffentlich gesagt, gedacht, getan werden darf. jenseits dessen ist tabu. man meint, das gelte nur fürs laut sagen und tun. ich meine, es geht bis ins denken. und unter diesem schutz-(schild, kappe, schirm) der öffentlichen meinung darf geredet, gedacht und getan werden. darüberhinaus ist tabu, dunkel, grau, schwarz, schatten. dort spriessen die gerüchte. das, was nicht offen gesagt, was nicht einmal frei gedacht werden darf. (beispiele gefällig: terrorismus, -bekämpfung, antisemitismus, früher 5. kolonnen moskaus, etc.) die leichen im keller. was im geruch des unstatthaften ist, ist gerücht, unklar, unausgesprochen, nicht vernünftig, eben tabu. darum wider die vernunft. denn die vernunft erlaubt keine denkverbote, keine tabus.


    so, das muss euch reichen. ich könnt noch weiter machen. aber dann ist wohl der - soweit überhaupt noch vorhandene - reiz des gedichts dahin.


    ich danke allen postern,


    gruss
    eule.




    [Diese Nachricht wurde von eulenspiegel am 01. November 2002 editiert.]

  14. #14
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    Ich weiß heute, was mich an dem Text störte: Bigotterie. Für die Linksliberalen, zu denen Till zu zählen ist, kann die öffentliche Meinung nichts anderes sein als ein Mehrheitsausdruck, somit etwas Urdemokratisches. Damit haben die Liberalen aber ein Problem, denn sie halten das Volk, also den großen Mehrheitseigner, für merschtenteils dumm, zumindest dümmer als sich selber. Andererseits wollen sie diese Mehrheit bilden, also von dem überzeugen, was sie für richtig halten. Anders gesagt: sie schlagen auf das dumme Volk ein, bis es sich so verhält, wie sie es gern hätten. Klimawandellüge, Vegetarismus, Mülltrennung, Energiewende, Dieselverbote, Waldsterben, Erdölknappheit, Umweltverschmutzung, Zentralismus, 5%-Hürde, Demagogie, Populismus, Integration, Genderismus, integrativer Unterricht, Vereinheitlichung usw.

    Die öffentliche Meinung wurde schon von Bismarck als das erklärt, was sie ist: eine Hure einiger weniger. Zeitungsverleger, Parteien, Meinungsforscher, Werbefuzzis... Sie wird gelenkt und ist immer genau das, was das Establishment für irgendeinen Zweck benötigt, den es tagespolitisch umsetzen will. Das würde bedeuten, daß sich das Volk lenken läßt, würde jede demokratische Willensbildung ad absurdum führen. Es ist deshalb hier ein gewaltiges Aber zu formulieren: die öffentliche Meinung ist eine Schaustellung. Sie dient auch der Unterhaltung, ist v.a. nicht das, was den Kern des Politisierens ausmacht. Auch einfache/ungebildete Menschen durchschauen Schein und Sein, gefühlsmäßig, auf der Basis ihres gesunden Menschenverstandes, vielleicht ist sogar zu mutmaßen, daß sie sich gern berieseln lassen, sogar das eine oder andere zu tun sich drängen lassen (z.B. Mülltrennung), obgleich sie den Sinn belächeln. Aber sie haben eine Grenze.

    Ich vermisse solche Doppelbödigkeit in Tills text, der oberflächlich und tendenziös bleibt, sogar ein wenig Hochnäsigkeit mitteilt, na ja, eben das ist, was ich linksgrün nenne.

  15. #15
    Unregistriert
    Status: ungeklärt

    AW: kleine staatsbürgerkunde

    na, wenn das kein zufall ist, was ist es dann????

    gestern schaute ich nach einigen jahren zum ersten mal wieder hier vorbei. ich freute mich sehr, dass es das forum noch gibt und der herr vom wolkenstein noch immer rege und aktiv am werken ist. einen schönen gruss aus dem süden!

    und natürlich freut es mich, dass eines meiner verslein nach so vielen jahren aus dem keller geholt, entstaubt und noch mal betrachtet wird. ich lese es heute sicher anders, als damals. ich weiss zwar nicht mehr, was ich mir bei der einen oder anderen wendung gedacht habe, doch ich weiss insgesamt, dass mich die letzten jahre einen sinneswandel vollziehen liessen, der mir damals sicher befremdlich vorgekommen wäre. ob ich gescheiter geworden bin, weiss ich nicht. desillusionierter jedenfalls. ist ja auch nicht schlecht.

    jedenfalls nehm ich mir vor, wieder öfter hier auf besuch zu kommen und vielleicht mal, einen kommentar zu hinterlassen. schreiben tu ich nicht mehr viel und in foren treib ich mich schon lange nicht mehr rum. auch aus käsbook und anderen rummelplätzen sucht man mich vergeblich.

    in diesem sinne, hat mich gefreut und bis bald mal, Johannes, afka eulenspiegel alias eule alias till.

  16. #16
    rodbertus
    Status: ungeklärt

    AW: kleine staatsbürgerkunde

    Freut mich, Till! Wenn Du Deinen alten Nick wieder benutzen möchtest, mußt Du allerdings warten, denn ich muß erst die alten Beiträge wieder einfügen, was noch vier, fünf Jahre dauern kann. Falls Du nicht unter dem leidigen "Unregistriert" schreiben möchtest, empfehle ich Dir eine Neuanmeldung. Wenn alle alten Beiträge eingefügt worden sind, kann ich beide Nicks zu einem zusammenfassen.

  17. #17
    Unregistriert
    Status: ungeklärt

    AW: kleine staatsbürgerkunde

    Wenn ich hier auch mal was Konkretes, Konstruktives und v.a. juristisch Einwandfreies zum Thema äußern darf :-P

    Zitat Zitat von Europäisches Übereinkommen über die Staatsangehörigkeit Kapitel I, Artikel 2
    Begriffsbestimmungen


    Für die Zwecke dieses Übereinkommens:

    bedeutet "Staatsangehörigkeit" das rechtliche Band zwischen einer Person und einem Staat und weist nicht auf die Volkszugehörigkeit [=Nationalität] einer Person hin;
    bedeutet "Mehrstaatigkeit" den gleichzeitigen Besitz von zwei oder mehr Staatsangehörigkeiten durch eine Person;

  18. #18
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    Das ist unzureichend. Die von Dir gegebene Definition greift in Nationalstaaten nicht, sondern nur in Staaten, die sich über eine Verfassung, ein Gebiet, ein gemeinsames Ziel definieren. In einem Nationalstaat greift diese Definition nicht. Die BRD ist kein Nationalstaat, die BRÖ ist es auch nicht, die Schweiz ist es nicht, Luxemburg ist es nicht, die USA sind es nicht; Frankreich will sich über abstrakte Begriffe definieren, nicht aber über den Volksbegriff. Und diesen zu bestimmen, ist auch schwierig. Ich definiere Volk als diejenigen, die nicht zum Establishment gehören, also ohne Macht sind.
    Daß die EU solche Definitionen vorgibt, leuchtet mir ein; sie will ja eben die Auflösung des Nationalen. Das aber ist das, was ihr Grab sein wird, denn die meisten europäischen Völker wollen zwar ein Bündnis von Nationalstaaten, aber keine EU, in der sich die Nation auflöst -wie diese Definition ja auch belegt. Die Deutschen befinden sich weltgeschichtlich in einer Entscheidungssituation: sie werden sich in den nächsten Jahren entscheiden müssen, ob sie ein Nationalstaat, ein westlichem Muster folgender Verfassungsstaat oder etwas ganz anderes sein wollen. Ich empfinde die beiden ersten Möglichkeiten als undeutsch; mir schwebt der Weg zu einem Reich vor, aber dieser Begriff ist politisch verbraucht.

  19. #19
    schreibt hier hin und wieder Avatar von WirbelFCM
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    AW: kleine staatsbürgerkunde

    Also ich finde das schon sehr eindeutig definiert. Um das mal an einem Beispiel zu verdeutlichen: Eine Katze bleibt von der Familie her immer eine Katze, selbst dann, wenn sie in einem "Staat" Hundezwinger ("Staat") lebt und von den dortigen Hunden als Mitbewohner anerkannt wird. Selbst im Staat "Hühnestall" bleibt die Katze eine Katze, auch wenn sie von den Hühner als Mitbewohner akzeptiert ("Staatsangehörigkeit") wird.

    Die Definitionen sind eindeutig, nur der Umgang mit diesen begriffen ist nicht zuletzt seit Hitler die "deutsche Staatsangehörigkeit" als zusammenfassende Staatsangehörigkeit (bis dato gab es in DE die Staatsangehörigkeit sowie die mittelbare und unmittelbare Reichzugehörigkeit) einführte, was die BRD dann später übernommen und weiter verschärft bzw. pervertiert hat (wie gefühlte 80% aller Nazigesetze).

    Zitat Zitat von StAG der BRD
    Deutscher...ist, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.
    Einen Begriff mit sich selbst zu definieren ist natürlich endgeil! :D

    Das ist so, als ob ich sagen (definieren) würde: "rund ist, was rund ist" :D

    Und bald wird es überhaupt keine Staatsangehörigkeiten mehr geben, weil wir ja bis 2025 zu "Bürge(r)n der Vereinigten Staaten von €Uropa" degradiert werden sollen (und damit dann auch keine staatsbürgerliche Rechte mehr besitzen werden!). Herzlichen Glückwunsch dazu

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