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Thema: Fast am Ende des Jahres

  1. #1
    Tochter aus gutem Hause
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    Post Fast am Ende des Jahres

    Fast am Ende des Jahres


    Er schaut über sein Feld
    mit den schwarz getürmten,
    im fahlen Sonnenlicht
    metallisch protzenden,
    schimmernden Schollen.
    Ein milder Herbst hat es gerichtet,
    Duft mischt sich ein
    von Acker und Furche.
    Ein kalter Winter mag kommen.
    Lassen wir den Schnee
    seine Arbeit tun,
    einhüllen alles
    in standhafte Kälte,
    doch für das Frühjahr
    ist's bereitet.

  2. #2
    rodbertus
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    "Da stimmt etwas nicht", hätte Mozart zu Salieri gesagt.
    Ich hoffe, Du schmiedest nunmehro keine Mordpläne, wenn ich das gleiche für Deinen Text behaupte.
    Geht es anderen auch so?

  3. #3
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    ... deswegen hab ich's ja reingestellt... komm da im Moment nicht weiter... vielleicht hat jemand noch eine Idee dazu.

  4. #4
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    Also zur Form kann ich ja bekanntlich nichts sagen. Inhaltlich fehlt mir hier ein Bruch. Ist mir zu harmonisch. Nicht alles überlebt den Winter. Es fehlt das "stirb und werde". Es fließt zu sehr ineinander. Meiner Meinung nach.

  5. #5
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    "mit den schwarz getürmten,
    im fahlen Sonnenlicht
    metallisch protzenden,
    schimmernden Schollen."


    Diese Zeilen erinnern mich an Krieg. Als ob ein Bomber die Äcker aufgeschÜttet hÄtte und bizarre Formen hinterlie?.
    Mein Eindruck. Kann auch ganz falsch sein.

  6. #6
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    Wollte nicht schon wieder auf der Herbst- und Todessymbolik herumreiten, Kyra. Sterben und Werden ist schon drin...Winter und dann Frühjahr...nein, mich persönlich stören eher die zwei letzten Zeilen...ich mag manchmal meine Gedichtenden nicht.

  7. #7
    Resurrector Avatar von aerolith
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    Dann bauen wir hier einmal an einem Modell! Setzen uns in die Mitte und basteln die Bezüge dieses Textgitters... Der Anfang:
    Er schaut über sein Feld Das ER ist aktiv, gegenwärtig aktiv. Das andere Nicht-Ich ist ein DAS, das FELD. ER tut etwas, was mit einem DAS zu tun hat. Das Schauen auf das ES ist aktiv, das ES selb eher ein dadurch Tätiges, ein Tätiggewordenes. FELD ist immer in einem Bebauungszustand, immer in einem Zeitbezug, einem Bezug zu einer Tätigkeit, nei ein Fertiges. Also, er schaut über ein Niefertigwerdendes. Er ist keiner, der fertig ist, sonst hätte er das Schauen schon zugunsten einer anderen Tätigkeit aufgegeben. Auf ein Feld zu schauen bedarf der Exposition des Unfertigen, sich selbst in einem Bezug zum Unfertigen setzen kann man nur, wenn man selbst eine Hoffnung auf etwas besitzt... Das alles ist ziemlich eindeutig.
    Das ist Semantik am Anfang.
    Jetzt aber kommen die Partizipien, die das Unfertige selbst noch einmal syntaktisch aufnehmen und in einem sprachlichen Gewand korrespondieren lassen. Das wird zuviel. Hier brauchst Du einen Ruhepunkt oder eine Antinomie, etwas, das im Leser Neugier evoziert und ihn aufs weitere neugierig macht. Der bleibt aus.
    Also, schreib den Anfang um, nimm die Partizipien raus.


    mit den schwarz getürmten,
    im fahlen Sonnenlicht
    metallisch protzenden,
    schimmernden Schollen.

    Kyra und Patina: richtige oder falsche Empfindungen gibt es beim Gedichtlesen nicht. Die sind schließlich keine Bastelanleitungen, die man nur so oder so interpretieren kann. Obwohl, manchmal glaube ich, doch vertiefen wir das jetzt nicht.

  8. #8
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    Recht hast, Luftikus! Die Partizipien stören mich auch noch ein wenig, gleichzeitig gefiel mir damals beim Schreiben, eine Be-schreibung für diese Erscheinung in jenem Licht gefunden zu haben. Wenn ich bei einem meiner nächsten Gänge durch diese meine ländliche Zwischenheimat mal wieder so eine Szene zu beobachten in der Lage bin, werde ich der Partizipienwut gedenken.

    herzlichst uis

  9. #9
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    Ach, du Gott o Gott! Da wurde wieder mal der Herbst bemüht, um die Seelenstimmung niederzuschreiben. Für mich hat der Herbst etwas Erotisches. Endlich kann man beim Sex wieder die Decke über den Kopf ziehen. Du denkst nicht an Sex, sondern ans Einschlafen. Winterschlaf?!
    Endlich treibt die Natur nicht, so dass einem die Zeit für neue Gedanken kommen. So gesehen birgt der Herbst der Jahre neue Formen, sich die Zeit, die verbleibt, mit anderen neuen Gedanken zu vertreiben (oder auch die Zeit einzufangen). Bei dir werden alte Gesänge wiederholt. Schnarch!!

  10. #10
    schreibt hier hin und wieder
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    Das Beste ist der Titel.
    Was fehlt, vielleicht, ist eine 2. Strophe, der Ausblick, das Kommende. Dem Gedicht fehlt die Hoffnung.
    Mach aus den beiden letzten Zeilen eine Strophe (Wer dann kein Haus hat, wird sich eines bauen...)
    Ach was, las es so. Der Titel ist wirklich gut.

    das 'fahle' Sonnenlicht ließ mich zucken.. aber du weißt ja, Adjektive und Farben können üble Gesellen sein..

  11. #11
    Tochter aus gutem Hause
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    Liebes Pferd...

    ich will nicht abstreiten, daß alle Jahreszeiten eine eigene Form der Erotik haben.
    Aber

    Für mich hat der Herbst etwas Erotisches. Endlich kann man beim Sex wieder die Decke über den Kopf ziehen....
    finde ich zwar süß, aber nicht eigentlich erotisch. Es spricht für schlecht geheizte Zimmer
    Aber, es ist nun einmal so, der November hat die höchste Selbstmordrate. Diese Traurigkeit ist wohl im Wesen des Menschen. Des Nordmenschen, wenn das Lich immer weniger wird. Die Dunkelheit den Tag umklammert.
    Robert hat formale Änderungen vorgeschlagen, mir fehlt ein inhaltlicher Bruch. Auch wenn ich Dich verstehe uis, wenn Du nicht die üblichen Klichees bedienen willst. Aber dennoch hätte ich gerne eine Wendung. Oder ist das blöd? Weil ich mich einfach nicht auskenne mit Gedichten?

  12. #12
    rodbertus
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    AW: Fast am Ende des Jahres

    Bruch ist bei Stimmungsgedichten nicht zwingend, denke ich.
    Hoffnung ist am Ende des Jahres manchen nicht gegeben.


    Aber ICH habe eben auch mein Empfinden. Vielleicht solltest Du diese Themen mitschwingen lassen. Das ist Kunst, wenn das Nichtgesagte im poetischen Raum im Leser eben das zum Schwingen bringt.

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